Roland Dürre
Samstag, der 12. April 2008

Deutschland – ein großer Autoscooter!

Gestern:

Als Kind stand ich mit glänzenden Augen auf dem „Plärrer“ in Augsburg. Das schönste waren neben den Riesenrädern die Autoscooter. Die Jugendlichen, ein wenig älter als ich, trafen sich dort, die ersten Zigaretten, die ersten Mädchen …

Es war schön, groß zu werden.

Im Skooter – war das geil. Gas geben, Bremsen, andere rammen, kreischen – wunderschön.

Mit 18 der Führerschein. Das erste Käfer. Später der rote BMW mit dem stärksten Motor (damals 325i – die PS weiß ich nicht mehr).

Heute:

Auto, Auto, Auto – wir tanzen um  das moderne “Goldene Lamm”. Da fährt der Opa mit Hut und Oma nach Garmisch, um mal kurz Kaffee zu trinken. Samstag morgen krabbelt der Frührentner vor dem Back-Shop aus seinem Opel, um 4 Semmeln fürs Frühstück ins nahe Heim zu holen. Schicke Mütter chauffieren ihre Kinder zum Kindergarten und flitzen ins Fitness-Studio. Der Schüler der Kolleg-Stufe fährt mit seinem rostigen Golf in die Schule, die Kippe im Mund und freut sich auf den Mini Cooper zum Abitur.

Auf den Autobahnen: 180 km/h ist gar nichts, bremsen, rein in den Stau. Rauf und runter mit dem Tempo, mal 80, dann 120, dann 100 km/h. Die linke Spur gehört den Schnellen. Freie Fahrt für freie Bürger. In den Städten: Durchschnittsgeschwindigkeit unter 20 km/h, teure Parkplätze, dicke Luft. Und auf den Landstraßen – Michael Schumacher versus Niki Lauda!

Und dann knallt es wieder. Im Morgengrauen: Disko-Tote. Ein wenig Nebel oder Schnee, und schon Peng, 25 Autos verkeilen sich. Tote, Verletzte, Tränen, Trauer, Wut …

Tag und Nacht und überall Lärm und Krach. Das technische Rauschen hat das Rauschen der Natur besiegt. In den Autos wird geschimpft und beleidigt, am Steuer weiß jeder alles besser. Nach außen wird belehrt, gehupt und angeblinkt.

Die Autos werden immer größer, schwerer, stärker, schneller und sind besonders gut für Ausflüge ins Gelände geeignet. Die Fahrer werden immer dicker. Ist der Weg länger als der Karrn, dann wird gefahrn …

Die letzten grünen Flächen werden mit Aldis, Lidls, Pennies, MacDonalds, Ikeas und anderen Konsum-Tempeln und ihren großen Parkplätzen versiegelt. Die Straßen werden immer breiter, die Autobahnen dreispurig. Ampeln vermehren sich wie die Kaninchen, keiner denkt an Kosten für Betrieb und Wartung.

Und das Barrel Öl kostet heute (12. April 2008) 120 USD, der Diesel in München 1,389 EURO und bald das doppelte. Der Biosprit soll es richten, gleichwohl die Preise für Lebensmittel rasant steigen und Menschen verhungern müssen.

Morgen:

Quo Vadis?

RMD

P.S.

Das Volksfest in meiner Heimatstadt Augsburg, das im Frühjahr und Herbst stattfindet, wird Plärrer genannt.

Liebe Freunde,

hier ein Mutmacher!

Zuerst für unsere des Lateins mächtigen Freunde:

Non quia difficilia sunt non audemus, sed quia non audemus difficilia sunt

Seneca, Briefe an Lucilius, 104.26

Die deutsche Übersetzung:

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer!

In unruhigen und unübersichtlichen Zeiten lebte der römische Philosoph und kaiserliche Erzieher SENECA. Alles war fraglich geworden, Umbruch stand an. Da ruft er Schlichtes und Selbstverständliches in Erinnerung: Der Anfang zu Neuem liegt in uns selbst. Aus eigenem Mut entsteht die Kraft zum Besseren.

Wie die Zeiten sich gleichen?!

Meine Erfahrung: SENECA tut gut!

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an meinen Freund Rudi Jansche. Er hat mir vor Jahren ein Buch mit dem Titel „SENECA für Manager“ geschenkt. Rudi Jansche ist einer der wirklich positiven deutschen Top-Manger der letzten Jahrzehnte. Nach dem Krieg hat er ICI-Pharma in Deutschland aufgebaut und viele Jahre geleitet. Jetzt ist er zum Philosophen und mir ein lieber Ratgeber geworden!

Danke – lieber Rudi!

RMD

P.S.

Zum Thema Freiheit habe ich einen anderen „post“ veröffentlicht:

Freiheit – Eure Meinung?

Roland Dürre
Mittwoch, der 9. April 2008

Freiheit – Eure Meinung?

Liebe Freunde,

immer wieder stolpere ich über den Begriff der Freiheit. Viele Menschen verstehen unter Freiheit Dinge wie

  • die eigene Kleidung beliebig auswählen zu dürfen,
  • überall rauchen zu dürfen,
  • mit dem Auto beliebig schnell fahren zu können,
  • den Führerschein lebenslänglich zu nutzen,

sprich einfach ohne Einschränkungen einfach alles tun und lassen zu dürfen wie es einem gerade beliebt.

Das ist eine sehr oberflächliche aber auch verbreitete Vorstellung von Freiheit.

In Wikipedia finde ich folgende Definition von Freiheit

Freiheit

mit dazugehörender Begriffserklärung

Definition von Freiheit

Ich möchte dies durch die ganz einfache und kurze Definition meines Mentors und Freundes Rupert Lay ergänzen:

„Menschen sind frei, wenn sie willens und in der Lage sind, ihr Leben eigenverantwortlich zu führen und zu entfalten

In einer repräsentativen Befragung von Studenten der Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt in den 80iger Jahren wurde dieses Verständnis von Freiheit mit großer Mehrheit ausgewählt.

Gerne würde ich in im Netz mal einen „TED“ starten, wie das heute ist. Für Rückmeldungen bin ich dankbar!

Übrigens: Mir geht da so ein Lied von Janis Joplin durch den Kopf. Da gibt es einen Text:

Freedom is just another word for nothing left to loose.

(Aus „Me and Bobby McGee“)

Und vielleicht ist Freiheit auch nur ein anderes Wort für Weisheit.

RMD

P.S.

Diesen Block habe ich geschrieben, weil der Begriff von „Freiheit“ bei vielen aktuellen Themen mit sozialen, politischen, ethischen und moralischen Hintergrund immer wieder die zentrale Rolle einnimmt.

P.S.2

Zum Thema Mut und Vertrauen habe ich einen anderen „post“ veröffentlicht:

SENECA: Mut und Vertrauen

 

Roland Dürre
Sonntag, der 6. April 2008

SPAM – Flut ohne Ende?

Wenn ich am Samstag oder am Sonntag Abend in meine Mail-Kennung reingehe, dann hat mich die SPAM-Flut vom Wochenende voll erwischt. Und ich muss zuerst mal kräftig löschen.

Samstag Abend hat uns (Barbara und mich) mein Freund Friedrich Lehn mit Frau Ruth besucht. Friedrich Lehn ist ein persönlicher Freund, den ich seit 1984 kenne, da kam er zur InterFace und war ein langjähriger Kollege. Bekannt wurde er als der „Vater“ unseres Produktes CLOU. Mittlerweile verdient er sein Geld als freiberuflicher Berater im Umfeld „configuration & release management“. Er hat übrigens einen besonders schönen BLOG:

fhlconsult.blogspot.com

Friedrich meinte:

Wenn jede E-Mail nur einen Cent kosten würde, dann wäre der SPAM-Spuk schnell vorbei. Ich fürchte aber, dass es nicht ganz so einfach ist.

Das SPAM-Problem könnte man auf drei Varianten lösen:

  1. Man klinkt sich bei den E-Mails aus. Das ist die mathematisch korrekte Methode. SPAM sind ja auch nur E-Mails. Wenn ich Null E-Mails bekomme, dann bekomme ich auch NULL SPAM 😉 !

    Vielleicht gibt es ja bald Alternativen, dass man auf E-Mails verzichten kann?

  2. Man lässt nur noch zertifizierte E-Mails an sich ran. Da gibt es ja zwei Wege, über Vertrauensnetzwerke oder über Passwort-Server (mit einem privaten und dazu passenden öffentlich hinterlegten Schlüssel). Ich halte die Technik mit zentralen Servern für die effizientere. Das wäre wieder mal ein sinnvoller Infrastruktur-Dienst (wie früher Post und Eisenbahn, Wasser und Energie …).

    Die Zeit, in der Kommunikation ein staatlicher Infrastruktur-Dienst war, ist aber (leider oder glücklicherweise?) vorbei. Wenn ich an SPAM denke, dann sehne ich mich nach der guten alten CCITT (Comité Consultatif International Télégraphique et Téléphonique) zurück. Das hat ja auf der ganzen Welt seit 1865 exzellent funktioniert. Aber die Privatisierung als (vermeintliches?) Allheilmittel ist ja auf dem Vormarsch – und da gibt es dann auch keine starke CCITT mehr. Heute heißt dass ganze ITU-T (ITU Telecommunication Standardization Sector) und hat nichts mehr zu sagen.

  3. Friedrichs Vorschlag: Jede E-Mail kostet einen Cent. Klingt ja wirklich gut. Bei einem Cent hätte ich auch keine wesentlichen sozialen Bedenken. Aber wie soll man so etwas einführen, wenn man keine mächtige Weltorganisation mehr hat?

Dann bleibt nur Ratlosigkeit. So müssen wir weiter jeden Tag unseren SPAM-Filter putzen und viele SPAM-Mails löschen.

RMD

jetzt zum zweiten Teil meines Vortrages bei der GUUG, zu den

Zielvereinbarungen!

 

Zielvereinbarungen als Gehaltsbestandteil eines Anstellungsvertrages sind groß in Mode. Zum Einstimmen hier die drei wichtigsten Vertreter von Entlohnungssystemen:

  • Beamte

    Beamte haben ein eigenes, eher feudalistisches Besoldungssystem. Die Idee des Beamtentums war es, Menschen in besonderer Art und Weise für das Gemeinwesen zu verpflichten, sie deshalb wirtschaftlich unabhängig zu machen und sie in besonderer Solidarität zu versorgen. Das hat zu einigen Nebeneffekten – wie der Forderung nach Privatisierung von Infrastrukturdiensten – geführt. Inwieweit der aktuelle Versuch, in Beamtengehälter leistungsbezogene Komponenenten zu integrieren, sinnvoll gelingt, kann ich nicht beurteilen.

  • Fest oder befristet angestellte Mitarbeiter

    Das sind die „normalen“ Arbeitsverhältnisse. In Deutschland sind sie besonders stark reguliert – nach meinem Empfinden überreguliert. Mit dieser nicht immer einfachen Situation müssen die Unternehmen leben. Ein Problem ist, dass der „Arbeitgeber“ ganz einfach und beliebig Gehälter erhöhen kann (und muss), dass Gehaltssenkungen aber so gut wie unmöglich sind. Angestelltenverträge sind in vielen Punkten asymmetrisch, siehe z.B. den Kündigungsschutz. Festangestellte Mitarbeiter haben häufig Zielvereinbarungen.

  • Freiberufler

    Freie Mitarbeiterverträge unterliegen den Regeln des Marktes. Die Preise werden von Angebot und Nachfrage bestimmt, persönliches Geschick und Durchsetzungsfähigkeit spielen eine Rolle. Sie sind durch das AÜG (Gesetz zur gewerbsmäßigen Überlassung von Arbeitnehmern) eingeschränkt. Die aktuell starke Zunahme von freiberuflichen Verträgen empfinde ich wie einen „neo-liberalen“ Dammbruch am Arbeitsmarkt. Gelegentlich müssen Freiberufler Werksverträge akzeptieren. Zielvereinbarungen für Freiberufler sind die Ausnahme. Warum?

Arbeitgeber und Arbeitnehmer schätzen Zielvereinbarungen aus unterschiedlichen Gründen.

Unternehmen möchten gerne einen Teil der Gehaltssumme variabel gestalten. Das ist verständlich. Und da sind Zielvereinbarungen, wie auch Erfolgsbeteiligungen, ein geeignetes Mittel.

Die Theorie: Wenn alle Mitarbeiter ihre Ziele erfüllen, dann sollte es ja auch dem Unternehmen gut gehen und eine höhere Gehaltssumme verkraftbar sein. Und wenn keiner sein Ziel erreicht wird es dem Unternehmen eher nicht so gut gehen und dann ist es gut, wenn man weniger Personalkosten hat. Die Frage ist natürlich, ob es wirklich so einfach ist, wie es scheint. Es ist durchaus denkbar, dass die individuellen Ziele erreicht werden, es dem Unternehmensgesamt aber trotzdem schlecht geht.

Das Management will Zielvereinbarungen auch nutzen, um das Unternehmen besser steuern zu können. Hier ein paar Beispiele (und was dann passieren kann):

  • Der Kaufmann im Einkauf bekommt als Ziel, die Stundensätze für externe Leistungen um 10 % zu senken.

    Folge: Die Qualifikation der externen Leistung sinkt.

  • Die kaufmännische Leitung bekommt die Vorgabe, einen definierten Anteil der Leistungen „offshore“ einzukaufen.

    Folge: Projekte geraten außer Termin und Kosten, weil der zusätzliche Transaktionaufwand von Offshore-Entwicklung ignoriert wird.

  • Der Vertrieb wird auf Umsatz getrimmt.

    Folge: Der Vertrieb verkauft zuviel und zu günstig – das „Delivery“ kann die Termine nicht mehr halten, in den Projekten wird draufgezahlt.

  • Der Vertrieb wird auf Marge getrimmt.

    Folge: Es gibt zu wenig Projekte, das Unternehmen muss entlassen.

  • Mitarbeiter in der Leistungserbringung werden auf Termintreue ausgerichtet.

    Folge: Die Qualität sinkt.

  • Mitarbeiter in der Leistungserbringung werden auf Qualität ausgerichtet.

    Folge: Die Termintreue sinkt.

  • Berater werden auf eine hohe Kontierungsquote „gegoalt“.

    Folge: Berater haben keine Lust, Tage für die Einarbeitung junger Kollegen aufzuwenden.

Mag sein, dass diese Beispiele scherenschnittartig sind. Nur sind solche Fälle mit den entsprechenden Folgen in der Praxis zahlreich zu beobachten. Glücklicherweise gibt es viele Mitarbeiter, die bereit sind, zum Wohle des Unternehmens ihre Zielvorgabe zu ignorieren (und damit ihrem eigenen Geldbeutel zu schaden). Denn die Mitarbeiter sind oft klüger als Ihre Chefs (so wie die Menschen von der Straße die Lage meistens realistischer einschätzen als die Politiker). Sie wissen, dass die täglich zu lösenden Probleme mehrere Dimensionen haben – und man nicht einer oft nur eindimensionalen Zielvorgabe folgen darf, wenn man das Beste für das Unternehmen erreichen will.

Vertreter von Arbeitnehmern erwarten von Zielvereinbarungen ein höheres Maß an Objektivierbarkeit der individuell erbrachten Leistungen und damit mehr Gerechtigkeit. Deshalb machen gerade den Gewerkschaften nahe stehende Institute kräftig Werbung für Zielvereinbarungen. Und auch Kurse! Ich selbst habe an einem solchen teilgenommen.

Dort lernt man dann:

STARKe Ziele brauchen Mitarbeiter und Unternehmen.

Das Wort „stark“ ist eine Eselsbrücke – die Buchstaben stehen für:

  • S = Schriftlich
  • T = Terminiert
  • A = Attraktiv
  • R = Realistisch
  • K = Konkret

Klingt theoretisch gut und ich bin auch darauf angesprungen. Die Erfahrung der Praxis hat aber gezeigt, dass das Leben und unsere Projekte zu kompliziert sind, um so einfach und nebenwirkungsfrei Ziele festlegen zu können.

 

Die Theorie der Zielvereinbarungen geht von der Annahme aus, dass die Motivation und das Engagement eines Menschen wesentlich durch materielle Belohnung beeinflußt werden kann. Diese Annahme entspricht nicht meinem Menschenbild. Die Gefahr ist groß, dass Menschen so ausschließlich als Mittel zum Zweck betrachtet werden, dies ist eine Missachtung der Menschenwürde.

 

Menschen sind autonome Wesen, die in eigener Verantwortung und gestützt durch intrinsische Motivation Herausforderungen annehmen. Aus Stolz auf ihr Können und in gesunder Identifikation mit ihrem Unternehmen machen sie einen guten Job. Und ist die Zusage, dass der erwirtschaftete Gewinn angemessen geteilt wird, nicht die beste Zielvereinbarung?!

 

Vielen Dank fürs Lesen! Den dritten und letzten Teil des Vortrages (Open Source) gibt es dann in 2 Wochen!

 

RMD

 

P.S.

Das Gehaltssystem der InterFace AG stelle ich demnächst in einem eigenen Blog in der neuen Kategorie „InterFace AG“ vor.

Roland Dürre
Donnerstag, der 3. April 2008

Der Frühling kommt, Gehälter wachsen, Gebühren steigen!

Die Lebenskosten steigen stark, die Gehaltssteigerungen waren lange Zeit moderat. Im öffentlichen Dienst steigen die Gehälter erstmals wieder wesentlich.

OK! Kann ich verstehen!

Die Kommunen kündigen an: Aufgrund der zu erwartenden Mehrung der Gehaltskosten müssen die Gebühren erhöht werden. Die Eintrittspreise von öffentlichen Einrichtungen wie z.B. der Schwimmbäder sollen deshalb steigen.

Nein! Kann ich nicht verstehen!

Warum?

Die Betriebswirtschaftslehre sagt: Gehaltserhöhungen sind dann zu rechtfertigen, wenn die Produktivität steigt. Es wäre durchaus richtig, einen Teil des durch gestiegene Produktivität erreichten Kostenvorteils an die Belegschaft weiter zu geben.

Sehe ich auch so!

Unternehmen wie Behörden verbessern ihre Prozesse kontinuierlich. Der Einsatz von moderner IT und darauf aufbauend einer effizienten Nutzung des Internets schafft die Voraussetzung für die Erhöhung von Produktivität. So müsste doch die Steigerung der Produktivität die Erhöhung der Gehaltskosten gerade im Bereich des Bürger-Services (mehr als) ausgleichen!

Oder kann es sein, dass es viele Bereiche gibt, wo die Produktivität trotz des Einsatzes von IT nicht steigt?

Dann würden wir gerne helfen 🙂 !

RMD

Der war jetzt im Sinne einer Produktivitätssteigerung extra kurz – danke fürs lesen!

Roland Dürre
Dienstag, der 1. April 2008

MyPorsche

Meinen ersten Porsche bekam ich im Alter von 10 Jahren. Es war ein 356 Cabrio in einem wunderschönen Rot, batteriebetrieben und mit echter Schaltung. Der Zündschlüssel hatte ein Lederetui und eine Fernsteuerung war dabei. Es war ein Distler Electromatic 7500, später ging er als der berühmte Distler-Porsche in die Geschichte des Blechspielzeugs ein und erreichte bei Auktionen ungeahnte Höchstpreise. Dann kam die Replika-Welle und entwertete den Charme des alten Blechspielzeugs.

Von meinem Distler-Porsche musste ich mich nach zwei Jahren trennen. Bei einer erzwungenen Aufrufräumauktion konnte ich den Deckel des Batteriefaches nicht finden. Als Folge wurde ich zu einer männlichen Entscheidung des Abschiednehmens genötigt. Der Porsche wanderte in eine hässliche Zink-Mülltonne. Den vermissten Batteriedeckel habe ich (was bin ich froh) nie mehr gefunden – dafür habe ich immer noch den herrlichen Geruch nach Blech und Elektro-Motor in der Nase.

Leider blieb mein erster Porsche auch mein letzter. Meine Lebensgefährtin und heutige Frau hatte nie Sinn für schnelle Autos, dann kam die Familie und so landete ich beim Passat Variant Diesel L – auch mein Einsatz für einen Citroen DS (die Göttin aus Frankreich) war vergeblich.

Doch dann letzte Woche: Ein wunderbares Leasing-Angebot der Porsche AG in der Frankfurter Sonntagszeitung. Bei einer Einmalzahlung von 9110 EURO kann ich einen Porsche 911er für eine monatliche Rate von 911 EURO mit einer Laufzeit von 3 Jahren „leasen“! Taschenrechner raus – Kopfrechnen ist ja so schwierig:

911 EURO x 36 = 32.796 EURO
9.110 EURO + 32.796 EURO = 41.906 EURO

Das Angebot war gerechnet auf eine Fahrleistung von 15.000 km pro Jahr. Auf die Laufzeit von drei Jahren sind das 45.000 km. Also

41.906 EURO : 45.000 km = 0,9312444… EURO pro km

Dann würde mich der Porsche ja nur ein wenig mehr als 93 Cent pro km kosten! Aber halt, Benzin brauche ich ja auch. Bei 12 Litern auf 100 km sind das

12 x 1,45 = 17,40 EURO,

also 17 Cent je km. Das ist ja weniger als ein Siebtel der Leasingkosten! Dann brauche ich ja auch noch Versicherung und Steuer … Eigentlich zu vernachlässigen, die Spritkosten!

Halt, da beschleicht mich ein schrecklicher Gedanke:

Kann es sein, dass das Benzin immer noch viel zu billig ist?

RMD

(Geschrieben gestern am späten Abend im ICE auf der Rückfahrt vom InterFace-Stützpunkt Nürnberg nach München bei 270 km/h)

Anmerkungen:

  1. Eine Aussage im Text war falsch: Natürlich hatte ich noch eine Reihe von Porsches, aber die waren von Märklin (Maßstab 1:43, Zinkdruckguss), Wiking und Herpa (Maßstab 1:85, Plastik) 🙂

  2. Sehen kann man den Distlerporsche z.B. hier.

  3. Wir suchen übrigens noch nette IT-Kolleginnen und -Kollegen (nicht nur) für unseren Standort in Nürnberg:
    http://www.interface-ag.com/index.php?id=7
    oder E-Mail direkt an
    roland.spengler<at>interface-ag.de