Roland Dürre
Donnerstag, der 31. Juli 2008

Ethik&Informatik!?

Beim CeDoSIA Summer get together am 31. Juli 2008 durfte ich einen Vortrag zum Thema Ethik und Informatik halten. So war mein Vortrag angekündigt:

Schon in den 70iger Jahren haben systemkritische Geister der Neuzeit gewarnt, dass die Verbreitung der Computer zwangsläufig die Orwell’sche Vision wahr werden lässt. Jetzt stehen wir an der Zeitenwende vom auto-mobilen zum i-mobilen Zeitalter. IT und Informatik sind die dominanten Wirkungskräfte der Gesellschaft geworden. Unsere Zukunft wird davon abhängen, ob die Architekten des neuen Zeitalters – die Informatiker – in der Lage sind, ethisches Verhalten einzuüben.

Hier für die Zuhörer das Manuskript zu meinem Vortrag. Es ist ein wenig länglich. Einige meiner 16 Statements in diesem Vortrag werde ich als Einzelbeiträge ausführlicher in IF-Blog formulieren, so dass eine Lektüre nicht notwendig ist.

Hier geht der Vortrag los!

Als Vorgedanke ein Text von Bertrand Russel, einem britischen Philosoph, Mathematiker und Logiker:

Jeder Zuwachs an Technik bedingt,

wenn damit ein Zuwachs des menschlichen Glücks verbunden sein soll,

einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit!

Dieses schöne Zitat habe ich bei einem Vortrag von Prof. Dr. Christoph Wamser vom Institut für Management und Technik der DGMF gehört und gebe es gerne weiter. Bertrand Russel war einer unserer Idole in den 60iger, 70iger und 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts.

mehr »

Roland Dürre

IF-Blog inside ?

IF-Blog wird jetzt bald vier Monate alt. Intuitiv gestartet haben wir Kontur gewonnen. Wo wollen wir hin?

Wir wollen der Blog für Unternehmer, Manager, Führungskräfte, Organisatoren und Informatiker werden. Unser Ziel ist es, bei der Eingabe von nachfolgenden Kombination in eine der Weltsuchmaschinen bei den Treffern ganz oben dabei zu sein:

Blog und

Unternehmer, Manager, Führung, Organisation, Informatik, Ethik …

oder auch

Ethik und

Unternehmer, Manager, Führung, Organisation, Informatik …

Dazu haben wir schon eine Reihe von namhaften Autoren gewonnen und suchen natürlich weitere. Als freie Kommunikationsgemeinschaft arbeiten wir ohne Redaktionskonferenzen. Alle drei Monate feiern wir eine Party. Als „OpenSource ähnliche“ Gemeinschaft haben wir für unser Produkte die Creative Commons License gewählt.

Creative Commons-Lizenzvertrag

Alle Dinge haben zwei Seiten. Unser Ziel ist es, auch die unpopuläre und kritische Seite aufzuzeigen. Wir wollen nicht dogmatischen Vorurteilen wie „das ist halt so“ oder „das macht man so“ folgen, sondern „gegen den Strich bürsten“ und nachdenklich machen. Oft nehmen wir (noch) eine Aussenseiterposition ein. Wir wollen keine „glücklichen Sklaven“ sein sondern frei urteilen.

Die Informatik spielt in IF-Blog eine zentrale Rolle, da die Informations-Technologie (IT) unsere Welt in einem Maße verändert hat und weiter verändern wird, wie das nur die „industrielle Revolution“ oder in den letzten Jahren das Automobil bewirkt haben. Wir stehen an einer Zeitenwende, die „automobile Gesellschaft“ wird an Gewicht verlieren, die „informations-mobile“ Gesellschaft kommt

Die Relevanz von Informatik und Informations-Technologien ist schon heute evident. Man denke nur an den unvorstellbar schnellen Aufstieg von Unternehmen der Informationstechnologie wie z.B. Google, Microsoft, Oracel, SAP, Ebay und vielen anderen. Haben sich jemals utopische Unternehmensprinzipien wie OpenSource am Beispiel von Linux oder MySQL in anderen Technologien durchgesetzt? War ein Werk wie Wikipedia je vorstellbar? Der strukturelle gesellschaftliche Wandel durch WEB2 hinterlässt schon jetzt kräftige Spuren. So sind Ehen früher mehrheitlich in der Eisenbahn begründet worden, heute passiert dies im Netz.

IF-Blog werden wir mit Print-Medien vernetzen. Vor kurzem habe ich z.B. ein Magazin namens brandeins gefunden und war sehr angetan. Unser Ziel ist es, mittelfristig auch in solch bemerkenswerten Magazinen wie auch in IT-Fachzeitschriften, Tagespresse und bei Periodikas präsent zu sein und mit diesen zusammen zu arbeiten.

RMD

Roland Dürre

2-wochen-news – #7

Liebe Leser, sehr geehrte Herren und Damen!

Dies ist schon die 7. (siebente!) 2-wochen-news von IF-Blog. Aufgrund vieler positiver und oft sehr menschlicher Rückmeldungen haben wir den Versandkreis diesmal wesentlich vergrößert. Wir freuen uns, wenn Sie in unseren Blog hereinschauen, unsere Leser werden und bleiben, uns weiterempfehlen und uns vielleicht sogar einen Link von Ihrer Seite spendieren!

Wer nicht will, dass er auch in Zukunft von uns informiert wird, kann sich ganz einfach unter @@conf_url abmelden.

Für unsere alten Leser gibt es Neuigkeiten:

Hurra, wir haben ein neues Style-Sheet! In IF-Blog kann jetzt gesucht werden, die Einträge in Archiven oder Kategorien sind nicht mehr beschränkt, man kann Autoren herausfiltern. Die Autoren freuen sich, da der Umgang mit Bildern einfacher wird.

Hier die neuen Beiträge:

Geschundene Freiheit
Klaus-Jürgen Grün versucht folgende Fragen zu beantworten: Was bringt Menschen dazu, wie aus heiterem Himmel in eine Universität einzudringen und Dutzende von Kommilitonen zu erschießen? Warum rasten Eheleute nach dreißig Jahren Ehe ohne sonderliche Vorfälle plötzlich aus und erschlagen ihren Partner? Wie kommt es, dass unauffällige brave Männer in Ihrer Nachbarschaft eines Morgens als brutale Triebverbrecher enttarnt werden?

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

der untergang der demokratie – ein übergang?
Eine bittere Abrechnung mit der Demokratie-Müdigkeit von Ulf D. Posé.
http://if-blog.de/kjg/geschundene-freiheit/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

wie ruiniert man eine firma … ? (rmd)
Roland M. Dürre erklärt an einem Witz, wie man es macht und ärgert sich über Firewalls mit 5000 Regeln …
http://if-blog.de/udp/der-untergang-der-demokratie-%e2%80%93-ein-ubergang/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

vorträge ohne folien (rmd)
Derselbe Autor meint, dass Folienvorträge langsam langweilig werden und man es anders besser machen kann …
http://if-blog.de/rd/wie-ruiniert-man-eine-firma/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

wie man eine firma nicht ruiniert, sondern nachhaltig nach vorne bringt!
Noch mal RMD mit Empfehlungen, die aus der Folgediskussion zum vorletzten Artikel entstanden sind …
http://if-blog.de/rd/vortrage-ohne-folien/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

selbst für den lieben gott ein harte nuß!
Eine kleine Geschichte, gefunden von Rudi Jansche.
http://if-blog.de/rd/selbst-fur-den-lieben-gott-ein-harte-nus/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

von ottobrunn nach unterhaching #3 im regen (rmd)
RMD macht (wieder mal) Werbung fürs Radfahren.
http://if-blog.de/rd/von-ottobrunn-nach-unterhaching-3-im-regen-rmd/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

wer braucht office wirklich (it-erfahrungen)?
Office sind ein muss auf vielen Rechnern, aber braucht man sie überhaupt?
http://if-blog.de/rd/wer-braucht-office-wirklich-it-erfahrungen/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

prototypen schlagen konzepte
Edwin Ederle wurde inspiriert vom Artikel von Frank Schütz über die Notwendigkeit von Konzepten!
http://if-blog.de/ee/prototypen-schlagen-konzepte/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

internet autobiographie rmd 🙂
Der Hauptautor stellt sich (nicht ganz ernstgemeint in Kurzform) vor.
http://if-blog.de/rd/internet-autobiographie-rmd/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

wie man eine firma entwickelt (positive gedanken)
Noch einmal Gedanken zur strategischen Unternehmensentwicklung, Fortsetzung folgt …
http://if-blog.de/rd/wie-man-eine-firma-entwickelt-positive-gedanken/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

brauche ich office?
Die Antwort von Edwin Ederle …
http://if-blog.de/?p=204

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

sind neufahrzeuge wirklich so umweltfreundlich?
Der erste Beitrag von Jens-Uwe Schmidt; eigentlich ist er unser Storage-Experte, aber diesmal schreibt er über Autos …
http://if-blog.de/jus/sind-neufahrzeuge-wirklich-so-umweltfreundlich/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

flieger für die wüste
Und dann noch mal Roland Dürre, er macht sich Gedanken über die Zukunft der Airlines, Entschuldigung der Luftfahrtgesellschaften.
http://if-blog.de/rd/flieger-fur-die-wuste/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

zum thema “profiling” – oder auch: wie nutzt man die heutige informationsflut zum erkenntnisgewinn? teil 1
Bernhard Findeiss setzt seine Artikelserie fort mit dem Thema „profiling“. Im ersten Beitrag definiert er erst mal den Begriff.
http://if-blog.de/bf/zum-thema-profiling-oder-auch-wie-nutzt-man-die-heutige-informationsflut-zum-erkenntnisgewinn-teil-1/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

sind die einfachen antworten immer so einfach?
Edwin Ederle zeigt am Beispiel eines Verbotes von Energiesparlampen, dass die Dinge nicht immer so einfach sind wie sie es scheinen.
http://if-blog.de/ee/sind-die-einfachen-antworten-immer-so-einfach/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Allen „Neulesern“ wünsche ich ein herzliches Willkommen, bei den Altlesern möchte ich mich für Ihre Treue und die zahlreichen Rückmeldungen bedanken!

Roland Dürre

Australien, eins der Länder mit dem größten CO2-Ausstoß pro Kopf will die Glühlampe verbieten und erwartet durch den Einsatz von Energiesparlampen eine jährlich CO2-Einsparung von 800.000 Tonnen. (Siehe Tagesschau vom 30.7.2008). Bei einem jährlichen Ausstoß von 603 Millionen Tonnen ist das eine Einsparung von 0,13 Prozent!

Dies wird als energiepolitischer Fortschritt gesehen – meines Erachtens keine so bemerkenswerte Einsparung – die Schweiz hat sich angeschlossen und auch ein EU-weites Verbot ab 2010 wird diskutiert. (Ich wüsste gerne, wieviel CO2 verbraucht wird durch all die Flüge zu den dafür nötigen Abstimmungsrunden). Focus entkräftet alle Argumente gegen Energiesparlampen und bei Zitaten wie „Im Vergleich zu Glühlampen, die ihre Wärme im wesentlichen in Wärme umsetzen, 95:5%, geht bei Energiesparlampen viel mehr Energie in Licht und weniger in Wärme, nämlich 20%. Sie werden es merken, wenn sie sie anfassen, sie sind nicht warm.“ (gefunden im Deutschlandfunk ) scheint es auch die logische Antwort zu sein.

Die einfachen, ach so logischen Antworten reizen mich oft zum Nachdenken – denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Realität oft vielschichtig und kompliziert wird. Die einfachen Antworten erscheinen nicht mehr so einfach, wenn man mehrere Dimensionen betrachtet.

So könnte man überlegen, wann man in unseren Breitengraden am meisten Licht benötigt. Bestimmt nicht in der Sommerzeit, sondern in den langen (kalten) Winternächten. Hier geht dann 95% der eingesetzen Energie verloren! Verloren? Sie wird in Wärme umgesetzt, was aber doch in den kalten Winternächten gar nicht so schlecht ist. Da unsere Heizungen mit Thermostatreglern ausgestattet sind, muß damit die Heizung weniger arbeiten. Somit ist die Netto-Energieeinsparung wohl geringer, sobald man nicht mehr nur die eine Dimension „Licht“ betrachtet. Wenn man nun noch berücksichtigt, dass Energiesparlampen aufwändiger in der Produktion sind und wegen giftiger Inhaltsstoffe als Sondermüll entsorgt werden müssen, frage ich mich, ob man wirklich mit neuen Gesetzen und Verordnungen gegen Glühbirnen vorgehen sollte. Oder ist das nur ein Feigenblatt für die Politik, weil es ja auf den ersten Blick so verlockend logisch klingt?

Durch Zufall bin ich in dem Zusammenhang auf das Märchen vom CO2-freien Atomstrom gestoßen. Ohne zu wissen, ob die Aussagen dort wahr sind, mahnt mich auch das wieder daran, die einfachen Antworten zu hinterfragen.

E2E

In der heutigen Zeit ist oftmals von der „Informationsflut“ die Rede, die immer mehr über uns hereinbricht. War in früheren Zeiten Information noch ein knappes Gut, dessen größtes Problem die Beschaffung war (ihre Verwendung, sollte sie einmal in Besitz sein, jedoch klar), so hat sich diese Situation in unserer heutigen Informationsgesellschaft genau ins Gegenteil verkehrt:

Informationen sind überall, zu (fast) jedem beliebigen Thema, in großer Zahl und leicht erhältlich.
Nun ist es ist die Verarbeitung, die uns vor Probleme stellt. Dies ist auch dadurch bedingt, daß es heute i.d.R. eine Informationsmenge zu sichten gilt, die für Menschen nicht mehr überschaubar ist. Der Einsatz computergestützter Mittel ist daher oftmals der einzige Ausweg.

Dies bedeutet daher, mithilfe statistischer Methoden eine große Menge von zur Verfügung stehenden Informationen nach zusammenhängenden Strukturen zu durchsuchen (etwa nach Person, Sache oder Ereignis), und daraus automatisiert Wissen abzuleiten.
Eine solche zusammenhängende Struktur nennt man ein Profil. Je nachdem, ob das durch das Profil repräsentierte Subjekt eine Person oder eine Gruppe ist kann man zudem weiter verfeinern in persönliche Profile oder Gruppenprofile.

Profiling kann somit auch als „der Prozess der Erstellung oder Anwendung eines Profils einer Gruppe oder einer Person“ bezeichnet werden (freie Übersetzung nach FIDIS ).

Profiling ist zudem mit einem Lernprozess verbunden. Die bloße Anwendung eines Satzes von Regeln ist nicht ausreichend. Deswegen sind aus Profiling gewonnene Erkenntnisse auch immer kritisch zu hinterfragen und sollten nicht automatisch als korrekt angesehen werden. Ihre Qualität ist außerdem auch abhängig von der Menge an Informationen, die zur Analyse zur Verfügung stehen: Je größer die zugrundeliegende Datenbasis, desto besser wird in der Regel auch das Ergebnis sein (auch wenn man das natürlich nicht garantieren kann).

Profiling ist in der heutigen Zeit sehr verbreitet. Beispiele hierfür findet man z.B. auf Shopping-Seiten („Andere Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, kauften auch dieses andere Produkt…“), bei Rabattsystemen, die Kunden im Austausch für persönliche Daten bestimmte Vergünstigungen anbieten (Beispiel „Payback“) oder auch bei Kreditkartenfirmen, die Profiling einsetzen, um möglichen Kartenmißbrauch aufzuspüren. Einige der neuen Dienste im Web nutzen Profiling sogar als zentralen Aspekt ihres Angebots, etwa der Musikdienst last.fm. Dieser bietet eine Art persönliche Radiostation an, die nur Titel spielen soll, die einem auch gefallen. Hierzu werden die musikalischen Vorlieben eines Benutzers anhand seiner in der Vergangenheit häufig gespielten Lieder ermittelt, um dann andere Benutzer zu finden, die über einen ähnlichen Musikgeschmack verfügen. Die Titel, die ihn deren persönlicher Abspielliste stehen werden dann auch für die eigene persönliche Radiostation übernommen.

Man kann sich nun leicht vorstellen, warum Profiling ein sehr sensibles Thema ist, und auch eine hohe datenschutzrechtliche Relevanz besitzt:

  • Man arbeitet in der Regel mit einem sehr großen Satz an Daten (heutige Data Warehouses erreichen schon mal mehrere 100 Terabytes)
  • Diese Daten lassen sich alle auf bestimmte Personen oder Gruppen von Personen beziehen
  • Man versucht, durch geeignete Verknüpfung dieser Daten neue Erkenntnisse zu gewinnen, aber
  • Diese Erkenntnisse müssen nicht korrekt sein

Beim Einsatz von Profiling ergeben sich daher eine Reihe von Risiken.

Welche Risiken das sind, und wie man am besten mit ihnen umgeht, wird jedoch Thema von Teil 2 dieses Artikels sein.

Roland Dürre
Dienstag, der 29. Juli 2008

Flieger für die Wüste

Anfang 2008 bin ich mit der MS Europa und mit lieben Freunden von CAIRNS in Australien nach MANILA auf den Philippinen gereist. Das war vor meiner flugfreien Zeit. Hin bin ich für unglaubliche 750 EURO mit Quantas und Jetstar Airline von Frankfurt via Singapur und einem Zwischenstop in Darwin nach CAIRNS geflogen. Es war die „Holzklasse“ und gerade die Jetstar Airline hat doch stark an die deutsche BA von Herrn Wöhrl erinnert. Rückwärts von Manila via Abu Dhabi nach München sind wir dann für ebenso unglaubliche 700 EURO mit Etihad in der Business-Klasse geflogen!

mehr »

Edwin Ederle
Sonntag, der 27. Juli 2008

Brauche ich Office?

RMD’s Frage wer denn Office wirklich braucht , hätte ich gerne spontan mit „Niemand“ beantwortet, hielt dann kurz inne und fing an zu überlegen, warum ich dann täglich mit Office arbeite. (Es ist generell empfehlenswert, zu überlegen, bevor man etwas sagen will ;-))

Die Antwort darauf ist relativ einfach: weil all meine Kunden und die meisten Leute, mit denen ich interagiere Office benutzen. Ein Henne-Ei-Problem: Ich (und vielleicht viele andere auch) benutzen ein Produkt, das meines Erachtens seinen Fokus schon längst wegbewegt hat vom Kundennutzen zum Nutzen für Microsoft, weil alle anderen es benutzen.

Und hier muß man wohl ansetzen: Die meisten Privatanwender, die nur selten „Anwendungen“ austauschen, Word statt einer Schreibmaschine benutzen, Excel benutzen, weil man damit so schöne Tabellen machen kann (und ich habe auch schon im geschäftlichen Umfeld gesehen, dass Zahlen in einer Spalte mit dem Taschenrechner aufaddiert wurden und die Summe eingetippt wurde) und eine Access-Datenbank erstellen, um ihre CDs zu katalogisieren (die moderne Beschäftigungstherapie als Alternative zum Briefmarkensammeln?), brauchen kein Office – und ganz bestimmt nicht eine aktuelle Version. Schon auf einem Commodore 64 gab es Textverarbeitung, die alles konnte, was 99% der Word-user benutzen – ohne viele MBs an Hauptspeicher zu verschlingen. Für diese Benutzer gibt es eine Fülle an besseren (und billigeren) Tools.

Auch die Ingenieure und Wissenschaftler wissen, welches Tool für sie den besten Nutzen bringt – sobald sie aber Dateien austauschen wollen, hat es enormen Vorteil, sich „einig zu sein“ über das Tool.

Dasselbe trifft innerhalb eines großen Unternehmens zu: wenn jede Sekretärin ihr „Lieblings-Textverarbeitungs-Programm“ benutzt, dann entsteht enormer Reibungsverlust.

Was ich aber gar nicht nachvollziehen kann: warum brauchen wir alle 2 Jahre eine neue Office-Version (die soviel Resourcen frisst, dass man nur dafür neue Hardware und neue Betriebssysteme braucht, die zu horrenden Kosten auf alle Arbeitsplätze in einem Unternehmen ausgerollt werden müssen). Ein gigantisches Konjunkturprogramm für Microsoft und die Hardware-Industrie? Die Open-Source-Produkte machen existierenden Office-Benutzern den Umstieg leider so schwer, dass die nötige kritische Masse neben Microsoft nur schwer entstehen kann.

Ich gehöre sicher zu den „Power-Nutzern“ der Office-Produkte, aber seit Office 2000 (eigentlich auch da schon nicht richtig) gab es keinen wirklichen Fortschritt mehr und die neuen Features sind nicht wirklich nützlich. Ich schätze, dass 99% der Word-User maximal mehrseitige Briefe auf Word schreiben (und keine Ahnung davon haben, dass Fußnoten, automatische Inhaltsverzeichnisse, Serienbriefe, Stichwortverzeichnisse und vieles mehr unterstützt wird.) und dass viel Excel-Benutzer die Zellen nur benutzen, weil sie nicht wissen, dass man auch in Word Tabellen erstellen kann. Niemand, der in Excel Modelle erzeugt, würde auch nur einen cent für die neu eingebaute Rechtschreibhilfe bezahlen (sich aber freuen würden, wenn stattdessen einige Fehler behoben würden). Und wenn man liest, dass Excel 2007 bis zu 1 Million Zeilen und 16000 Spalten unterstützt, weiß man, das nur noch mehr Leute das falsche Tool benutzen werden. Ich hatte einen Kunden, der eine 820-MB-Excel-Datei gebaut hat, die nur noch Probleme machte. Durch intelligentes Redesign (und etwas Erfahrung) konnten wir das auf 6MB bei gleicher Funktionalität reduzieren (die Rechenzeit von 25 Minuten auf Sekunden-Bruchteilen). In solchen Fällen nur das Kaliber der Waffe zu erhöhen, kann nicht die Lösung sein.

Deshalb: wenn Unternehmen statt Millionen in neue Software und Hardware lieber in Ausbildung ihrer Mitarbeiter investieren würden, dann könnten diese auch mit „veralteter“ Software all ihre Probleme lösen.

E2E

Wolf Geldmacher (mein langjährige Freund und Partner aus der Schweiz, gemeinsam haben wir die InterFace Connection GmbH, die heutige InterFace AG, gegründet) und ich versuchen immer wieder hinter die Geheimnisse erfolgreichen Unternehmertums zu gelangen. Dieses Wochenende hatten wir wieder mal die Gelegenheit, uns auszutauschen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und was kann man tun, um eine kurzfristig wie langfristig erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens abzusichern? Gibt es Bedingungen, die nützlich, notwendig oder vielleicht sogar hinreichend für den Erfolg eines Unternehmens sind?

Eine ganz schwer zu beantwortende Frage!

Aber vielleicht ist es ja ganz einfach:

  • Wir beobachten aufmerksam die Umwelt des Unternehmens und nehmen die stattfindenden Veränderungen ernst.
  • Wir nutzen das Wissen aller Stakeholder des Unternehmens, besonders das unserer Mitarbeiter, Kunden und Partner.
  • Wir folgen der Dynamik des Marktes.
  • Wir versuchen immer klug zu Handeln.
  • Wir bleiben uns und dem Unternehmen immer treu!

Mit anderen Worten:

Wir betrachten ein Unternehmen wie einen Organismus, der sich ganz von selbst entwickeln möchte. Wir als Unternehmer haben eine besondere Verantwortung, das Gelingen zu beeinflussen. Und dank unserer unternehmerischen Freiheit haben wir vielleicht sogar auch besondere Möglichkeiten, die Entwicklung des Unternehmens zu fördern.

Daraus folgt:

Ein erfolgreiches Unternehmen muss eine vom Markt gesteuerte (market driven) Stätte der Entfaltung für alle im und fürs Unternehmen tätigen Menschen sein.

Klingt doch ganz einfach? Und ist doch täglich eine Riesenherausforderung!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 23. Juli 2008

Internet Autobiographie RMD :-)

Da wir laufend mehr Leser gewinnen, die mich (RMD) noch nicht kennen – und um das Sommerloch zu füllen, hier meine Autobiographie. Natürlich ganz kurz, sehr schematisch und modellhaft, skaliert in 10-Jahres-Scheiben und nur die wirklich wichtigen Ereignisse enthaltend, eben internetgerecht:

🙂

Lebenslauf RMD erstellt im Juli 2008:

1950 geboren als Mensch mit der Perspektive des „Tagelöhners“, zugewiesener Nachname Dürre, getauft auf die Vornamen Roland und Maria.

1960 im Gymnasium erwachsen werdend, „starting over“.

1970 Zwangsdienst leistend bei der nicht königlichen Deutschen Luftwaffe, Barbara lieben, mit Computer arbeiten, Mathematik studieren und Siemens kennen gelernt.

1980 endlich rauchfrei geworden, begonnen viele Kinder zu kriegen, unternehmerische Attitüden entwickelt.

1990 ziemlich fernsehfrei geworden (außer Fußball), mit HIT und CLOU unternehmerisch ganz schön weit oben angekommen.

2000 Dummheiten gemacht, Rückschläge eingesteckt, wieder aufgerappelt.

2010 (fast) autofreier und kaum mehr fliegender, im Cyberspace lebender WEB2-Teilnehmer.

2020 ausklingende Einsätze, weniger Stress, aber immer noch dabei.

2030 Game Over

So könnte es sein.

🙂 🙂

RMD

Edwin Ederle
Montag, der 21. Juli 2008

Prototypen schlagen Konzepte

Der „Konzepte“ – Beitrag bringt mich zu einer Frage, die ich schon lange in mir trage: Warum glaubt eigentlich die Software-Industrie, ohne Prototypen auszukommen? Ein neues Automodell wird erst einmal aus Plastilin modelliert, später werden Millionen-teuere Prototypen von Hand gefertigt, bevor man in Serienfertigung geht. Bei Airbus habe ich Holzmodelle von Rumpfteilen gesehen – die Software-Industrie erstellt Grobkonzepte, Feinkonzepte, Datenmodelle, Spezifikationen und dann wird oft über Monate anhand eines dicken Pflichtenhefts programmiert (und ja, das kann man gut outsourcen – auch nach Indien) – mich wundert nicht, dass dabei oft etwas herauskommt, was nicht praktikabel ist.

Man muß ja nicht soweit gehen wie im Beitrag von FSC, statt eines Konzeptes einen völligen Fehlversuch zuzulassen (obwohl ich diese Idee absolut sinnvoll und verführerisch finde) – aber man könnte doch auf ganz anderen Plattformen (z.B. Excel oder Access), auf der man wesentlich schneller und kostengünstiger programmieren kann einen Prototypen bauen, bei dem natürlich wesentliche Funktionalitäten (Multiuser-Fähigkeit, Security, Massendaten-Verarbeitung, Geschwindigkeit, ….) fehlen – das Holzmodell von Airbus fliegt auch nicht. Man könnte aber Algorithmen, User-Interfaces, Workflows, Berichte, etc. testen und verfeinern und bräuchte weniger Bedenken haben, etwas falsch zu machen oder völlig neu zu designen. Enduser können sich doch oft an Hand eines Pflichtenheftes überhaupt nicht vorstellen, wie sich das fertige Produkt „anfühlt“.

Der Prototyp kann dann direkt als „lebendes Pflichtenheft“ dienen – zu mehr aber nicht. Das ist oft der wichtigste Kritikpunkt, den ich höre: „Das muß man doch nachher wegwerfen – man hat gar nichts von den Kosten dafür!“ Wenn ich aber Dank eines 30.000-Euro-Wegwerfprototypen bei einem 700.000-Euro Software-Projekt um nur 10% besser werde, hat sich das auch wirtschaftlich gerechnet!

E2E