Ulf D. Posé
Montag, der 29. September 2008

NEID und NEID-Gesellschaft

Soziale Gerechtigkeit – ein Treppenwitz!!

Einer meiner Freunde fährt einen Aston Martin. Rund 89.000,00 Euro hat er gekostet. „Und“, fragte ich ihn, „macht es dir Spaß, den Wagen zu fahren?“ „Ja schon, nur bei meinen Kunden kann ich mich damit nicht sehen lassen. Dann meinen sie, ich fahre den Wagen von deren Geld.“

Eigentlich hat mein Freund ja recht. Es ist das Geld seiner Kunden. Nur hat er es nicht für seinen Wagen bekommen, sondern für seine außergewöhnlichen und nutzenstiftenden Anregungen und Ratschläge.

Als Marius Müller-Westernhagen einmal wegen seines Geldes angefeindet wurde, da meinte er: „Ich habe mein Geld doch nicht gestohlen!“

Wenn ich manchmal über die Höhe meiner Steuerabgaben im Bekanntenkreis stöhne, höre ich nur: „Ich wollte, ich müsste soviel Steuern zahlen wie du.“ Bis heute hat mich noch nie jemand zu meinen Steuerleistungen beglückwünscht. Keiner hat jemals gesagt: „Mensch Ulf, finde ich klasse, dass du dem Staat soviel Geld gibst.“ Manchmal habe ich das Gefühl, Besitz muss versteckt werden. Warum aber ist das nur so? mehr »

Die Bereitschaft zur Unwissenheit – Ein Nachwort zur Papst-Euphorie

Wahrheitsfreunde

In seinem berühmten Dialog Über Religion legt Arthur Schopenhauer dem Wahrheitsfreund Philalethes die folgenden Worte in den Mund: „Denn, du weißt es, die Religionen sind wie die Leuchtwürmer: sie bedürfen der Dunkelheit um zu leuchten. Ein gewisser Grad allgemeiner Unwissenheit ist die Bedingung aller Religionen, ist das Element, in welchem allein sie leben können. Sobald hingegen Astronomie, Naturwissenschaft, Geologie, Geschichte, Länder- und Völkerkunde ihr Licht allgemein verbreiten und endlich gar die Philosophie zum Worte kommen darf…“ Betrachten wir einmal das Bündnis der katholischen Kirche mit der Unwissenheit des Volkes und fragen uns, ob auch die katholische Religion noch heute auf jenen „gewissen Grad an allgemeiner Unwissenheit“ setzt und ob wir es uns heute in einem von Pisa-Studien gebeutelten Bildungsklima noch leisten können, mit Absicht Unwissenheit zu verbreiten?

Das Verwischen von Spuren der Wissenschaft ist nach wie vor eine wirkungsvolle Strategie, um den Weg zum Glauben rein zu halten. Die Strategie der Gelehrten der katholischen Kirche hat sich in ihrer zweitausendjährigen Geschichte nicht verändert und beruht auf der einen Voraussetzung: Die Aussagen des Glaubens, die Verkündigungen der Offenbarung werden als Aussagen mit mindestens demselben Wahrheitswert betrachtet, wie Aussagen über unsere natürliche Welt. Ja, es wird überdies vorausgesetzt, dass die zu glaubenden Wahrheiten leichter zu haben sind, als die Wahrheiten, die Wissenschaft mühsam erarbeiten muss.

Religion und Magie

Die Gegenstände der Religion – vor allem diejenigen der katholischen Christen (Jungfrauengeburt, Wunderheilung, das leere Grab, Auferstehung des Fleisches, Transmutation von Wein in Blut sowie von Brot in Fleisch und vieles mehr) – sind jedoch nicht von derselben Qualität wie die Gegenstände unseres alltäglichen Lebens. Damit katholische Lehre wirken kann, muss sie von jedem Gläubigen erwarten, dass er diese übernatürlichen Wahrheiten nicht mit demselben Maß misst, wie die natürlichen Wahrheiten, und dass er das Maß für übernatürliche Wahrheiten für wichtiger hält. Besser noch ist es, wenn der Gläubige den Unterschied vollkommen verwischt.

mehr »

Roland Dürre
Sonntag, der 28. September 2008

InterFace-Geschichte #6 – The Wind of Change (Überblick Teil 2)

Hier die zweite Etappe der InterFace-Geschichte (Übersicht):

In den 90iger Jahren blies er wieder, der gnadenlose Wind des Wandels. Er veränderte die IT-Welt massiv. Windows (und Solitär) eroberten auch die „professionellen“ Arbeitsplätze. Client-Server-Lösung war das magische Wort. Microsoft nahm die Großkunden ins Visier und baute mit hohem Tempo einen schlagkräftigen Industrie- und Behördenvertrieb auf. Mit „Select-Verträgen“ wurden die Kunden umgarnt und eingefangen.

Die Entwicklung ging an InterFace nicht vorbei. Wir portierten CLOU, der auf allen Unix-Systemen lief, auf Windows. Ein CLOU-Client für Windows (CLOU-CS) entstand, mit dem MS-Word in die CLOU-Welt eingebunden werden konnte.

Aber eines war dennoch klar: CLOU und HIT als zeilen- und spaltenorientiertes und nicht „wysiwyg-fähiges“ (wysiwyg – what you see is what you get) Textsystem konnte langfristig die Wünsche der neuen Bunt&Clicky-Welt nicht erfüllen. Die zeichenbasierte Architektur erlaubte keine Umprogrammierung in ein modernes Textsystem mit entsprechender GUI (graphic user interface). Die Zeit von CLOU und HIT ging absehbar zu Ende.

mehr »

Roland Dürre
Samstag, der 27. September 2008

Von Ottobrunn nach Unterhaching #4 Der Müll ist weg!

In meiner 4-Ampelgeschichte vom 29.04.08 habe ich den vielen Müll an der Strasse von Ottobrunn nach Unterhaching moniert. Seit einiger Zeit ist nicht mehr viel Müll da. Deshalb war ich bei den letzten Fahrten leicht in Sorge, dass ich Halluzinationen erlegen war und etwas Falsches berichtet hatte. Dass IF-Blog Wirkung gezeigt hat und die Autofahrer ihren Müll nicht mehr aus dem Autofenster entsorgen würde, wagte ich natürlich nicht zu hoffen.

Heute hat sich das Rätsel gelöst. Bei herrlichem Wetter sind wir mit dem Rad vom Sportpark (Haching – Erzgebirge Aue 1:1 – leider nur unentschieden aber wohl ein gerechtes Ergebnis) heimgefahren. Und so gegen 16:45 haben wir ihn gesehen, den großen Unbekannten. Ein Herr mittleren Alters – ganz in Zivil und offensichtlich aus freien Stücken handelnd – kam uns auf dem Radweg von Unterhaching nach Ottobrunn zu Fuß entgegen. In der einen Hand hatte er eine Müllzange, in der anderen einen großen Plastikbeutel, der gut gefüllt war. Und er war fleißig dabei, Müll vom Boden aufzusammeln. Jetzt weiß ich, warum ich neuerdings den Müll am Straßenrand „vermisse“.

Das war an diesem sonnigen Herbst-Samstag ein tolles Erlebnis und ich möchte dem unbekannten Müllsammler auf diesem Wege ganz herzlich danken. Ich habe mir vorgenommen, jetzt auch öfters eine weggeworfene Verpackung aufzuheben und in den nächsten Abfalleimer zu befördern.

Unsere vom 1:1 ein bisschen getrübte Laune hat sich so schlagartig gebessert. Leider war dann in Ottobrunn (in Höhe des Isar Centers) ein schlimmer Verkehrsunfall. Zwei Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei. Ein Motorrad auf der Straße. Das hat uns dann wieder betroffen gemacht. Und uns aber auch wieder vor Augen geführt, wie gut es uns geht.

RMD

P.S.

Heute morgen (Montag, 2 Tage später) habe ich in der Zeitung gelesen, dass der Unfall glimpflich verlaufen ist. Der Motorradfahrer hatte sich nur leicht verletzt, die Krankenwagen wurden nicht benötigt. Und der Müll ist übers Wochenende auch wieder deutlich mehr geworden, alles stimmt wieder und meine Autoren-Ehre ist gerettet 😉 .

Roland Dürre
Freitag, der 26. September 2008

Wiesn-Zeit

In München ist wieder Ausnahmezustand – es ist Wiesn-Zeit.

Der Roland (Dürre) war gestern im Einsatz, die Carola (Muck), bei uns verantwortlich für Kundenbetreuung, Vertriebsunterstützung, Marketing und Veranstaltungen, geht heute Abend auf die Wiesn.

Bemerkenswert, wie fesch unsere Münchnerinnen (nicht nur) im Dirndl und das nicht nur zur Wiesn-Zeit aussehen.

Vor dem Wiesn-Besuch weiß man immer nicht, warum man hingeht. Wenn man dann dort ist, macht es komischerweise immer wieder richtig Spaß und am nächsten Tag ist man ein wenig müde. Und dann trifft man sich im Büro in Unterhaching – und ganz spontan kommt die Idee zum gemeinsamen Foto.

Vielen Dank an Carola, dass sie sofort mitgemacht hat und ich das Foto veröffentlichen darf!

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 23. September 2008

Globale Finanzkrise – geniale Entschuldung?

„Geld ist nie weg, es hat nur ein anderer!“

Dies war einer der Lieblings-Sätze unseres ehemaligen Beirats Alois Wolferstetter, einem kantigen Banker aus der guten alten Zeit. Diesen Satz habe ich gerne geglaubt, kenne ich doch einige Menschen auch persönlich recht gut, die durch die „New-Economy“-Blase zu mehrfachen Millionären geworden sind und noch viel mehr Menschen, die kleinere aber auch erhebliche Summen dabei verloren haben. Und wenn damals eine Aktie eines New-Economy-Unternehmen vom dreistelligen Kurswert in den einstelligen gefallen ist, so wurden keine Werte vernichtet, sondern es war nur eine freiwillige Umverteilung aus vielen Geldbeuteln in einige wenige. Und die größten Gewinner bei diesem Spiel waren die beteiligten Investmentbanken.

Jetzt scheint es aber um andere Größenordnungen zu gehen. Am Mittwoch, den 9. April 2008, das war vor knapp einem halben Jahr, sah ich in der Süddeutschen folgende fette Schlagzeile auf der ersten Seite des Wirtschaftsteils:

Risiko von 1.000.000.000.000 Dollar

Der Übertitel war: „Internationaler Währungsfond warnt“ und als Untertitel gab es zu lesen: „IWF fordert umfassende Reform der Finanzmarktregulierung“ und „Kollektives Versagen“. Diese Überschrift hat mir wegen den vielen Nullen so gut gefallen, dass ich mir die Zeitungsseite aufgehoben habe.

Unser deutscher Oberbanker Ackermann hat dann im Frühsommer vom „Anfang vom Ende der Finanzkrise“ gesprochen. Alle Zeichen standen auf Entwarnung. Plötzlich scheint trotzdem etwas passiert zu sein. Investmentbanken und eine Sparkasse machen pleite. Die US-Regierung will 700.000.000.000 Dollar für den Erhalt ihrer „Finanzwelt“ einsetzen! Ist das jetzt der Anfang vom Ende?

Allerdings habe ich weder die Sachkenntnis noch die Lust, mich mit Theorie und Moral der Finanzwelt auseinanderzusetzen. Mir erscheint das alles sehr suspekt und unglaublich. Aber ein wenig rechnen darf ich doch.

Also beginnen wir:

1 schöner BMW kostet 50.000 EURO. Aus Gründen, die mir auch nicht klar sind, bekomme ich dasselbe Auto in USA für 50.000 DOLLAR. Das heißt für 700.000 Dollar bekomme ich (ohne Mengenrabatt) 14 BMWs. Jetzt dividiere ich die 700.000.000.000 Dollar Finanzwelt-Unterstützung durch 700.000, also den Preis für 14 BMWs. Wie leicht zu sehen sind das dann 1.000.000. Der US-Regierung könnte sich also 14 Millionen schöne BMWs für das Geld kaufen, das sie jetzt der amerikanischen Finanzwelt gibt. Ob das dann besser angelegt wäre, weiß ich auch nicht. Immerhin könnte man dann fast jedem der ca. 1.500.000 US-Staatsbürger, die in US-Gefängnissen einsitzen, 10 BMWs zur Verfügung stellen.

Interessant wäre jetzt zu wissen, wieviel BMWs das Unternehmen BMW in den letzten 20 Jahren gebaut hat?

Ich ärgere mich, weil ich den Eindruck habe, dass sich zurzeit Großunternehmen auf geniale Art und Weise zu Lasten der Allgemeinheit entschulden. Und ich weiß nicht, was es bedeutet, wenn die Finanzwelt zusammenbricht. Ist dann die DM, pardon der EURO nichts mehr wert?

Aber darum geht es mir in diesem Beitrag gar nicht, ich wollte nur mal wieder die Magie der großen Zahlen demonstrieren.

P.S.

Am Montag, den 29. September lese ich, dass auch die Deutsche Bundesrepublik mit 27 (?) Milliarden für die Hilfemaßnahmen an die Hypo Real Estate (was für ein schöner Name!) bürgen will oder muss. Das ist immerhin nach Währungsumrechnung mehr als ein zwanzigstel des aus den USA bekannten Betrages und macht pro Kopf der Bevölkerung mehr als 300 EURO aus. Was machen, wenn die Löcher größer als angenommen sind und noch weitere solche Hypo-Zusammenbrüche kommen? Da reicht dann der Börsengang der Bahn mit ca. 4 Milliarden erwarteten Einnahmen auch nicht weit. Zumindest meine ich jetzt zu wissen, warum die Wähler in Bayern gestern die beiden Parteien der großen Koalition bevorzugt nicht mehr gewählt haben.

RMD

Vor kurzem schleppte Roland Dürre einen Stapel Bücher an – lauter gut erhaltene Exemplare eines Werkes von Gerhards Saeltzers mit dem Titel „erstaunliche Computerwelt“.

Rolands Kommentar dazu war: „Ich kaufe jetzt den Markt leer, dann können wir mit diesem Buch auch die ganz jungen Talente für die Informatik gewinnen“.

Ich gebe zu, als ich das etwas vergilbte Umschlagbild sah, erschien mir der Gedanke etwas verwegen. Aber als wir dann zu zweit mit kräftigem Schmunzeln Seite um Seite umblätterten, stellten sich doch ein paar wunderliche Gedanken ein, in etwa dieser Reihenfolge:

mehr »

Roland Dürre

InterFace meets SUN

Letzte Woche war der Herbstcampus der Firma mathema in Nürnberg. Es war ein interessanter und für den Besucher wertvoller Fachkongress, der mehr Teilnehmer verdient hätte. Sehr schön auch die Publikation „Kaffeeklatsch“.

Bei dieser Veranstaltung hatten wir (Dr. Christof Stierlen und ich) ein besonderes Erlebnis. Peter Fehr von SUN hatte einen Kontakt mit dem „Vater von Java“, James Gosling hergestellt. Mittwoch Vormittag trafen wir uns zu einem spannenden Treffen. Neben der InterFace-Philosophie waren verschiedene Managementthemen die Höhepunkte des Gesprächs. Ein Schwerpunkt des Gedankenaustausches war die Frage, wie man es schafft, für intellektuell anspruchsvolle und kreative Individualisten im Unternehmen Aufgaben und Teamstrukturen zu finden, die Erfolg und Spaß verbinden. (Nicht?) erstaunlich war, dass die Herausforderungen diesseits wie jenseits des Atlantiks doch immer noch dieselben sind.

Leider ging der Vormittag viel zu schnell vorbei und wir mussten weiter nach Saarbrücken zum EDV-Gerichtstag. Vielen Dank an Herr Wiedeking für die schöne Veranstaltung und Herrn Fehr für die Vermittlung des Gespräches.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 22. September 2008

InterFace-Geschichte #5 – Die ersten 12 Jahre (Überblick Teil 1)

Hier die erste Etappe der InterFace-Geschichte (Übersicht):

Die InterFace AG gibt es jetzt seit 25 Jahren. Ich beginne mit drei Beiträgen zu den drei wichtigen Etappen, die InterFace durchlebt hat, dann kommen die einzelnen Geschichten. Heute geht es um den Start und die ersten mehr als 12 Jahre als „Produkt-Company“.

Bei der Gründung hatten wir einen ganz simplen Geschäftsplan – dem berühmten Motto KISS (keep ist simple and stupid) folgend: Auf das neue Betriebssystem UNIX wollten wir uns konzentrieren und das Geld mit Lizenzen verdienen.

Anfang der 80iger Jahre gab es beliebig viele Hersteller von MDT-Systemen (Mittleren Daten-Technik). Ein paar deutsche Namen seien genannt: CTM, Kienzle, Triumph-Adler und natürlich die „Platzhirsche“ Nixdorf und Siemens. Aber auch Firmen wie DEC, ICL, Bull, Olivetti oder Wang. Alle hatten eigene Betriebssysteme und unterschiedliche HW- und SW-Technologien. Es war eine Betriebssystem- und Software-Vielfalt ohne Ende. Am Horizont ging Unix auf – für uns die Plattform der Zukunft. Und es gab viele Gleichgesinnte! Also haben wir uns konsequent auf Unix ausgerichtet.

mehr »

Roland Dürre

2-wochen-news – #9

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

gestern ist IF-Blog ein halbes Jahr alt geworden. Am 21. März sind wir mit

Keynote “Shareholder Value” von Roland M. Dürre zum GUUG-Frühjahrsfachgespräch 2008
http://if-blog.de/rd/keynote-guug-fruehjahrsgespraech-teil-1-shareholder-value-roland-m-duerre/

gestartet und dann kam auch schon der Klinsmann-Knüller:

mehr »