Roland DürreDonnerstag, der 18. September 2008
InterFace-Geschichte #4 – Hilfe, die Akten sind weg!
Der Urlaub ist vorbei. Die InterFace-Geschichte hat lange geruht, jetzt geht es weiter. Bis Weihnachten möchte ich einiges über die InterFace AG, ehemals InterFace Connection Gesellschaft für Datenverarbeitung und Kommunikationssoftware m.b.H. (was für ein Name!) berichten.
Mein Plan war, streng chronologisch bemerkenswerte und lustige Ereignisse von der Gründung Anfang 1984 bis heute zu erzählen. Das Rückgrat der Berichterstattung sollten unsere kaufmännischen Daten bilden. Ich wollte aus gestellten wie erhaltenen Rechnungen, Verträgen und aus unseren Archiven relevante Ereignisse rekonstruieren: Welche Projekte hatten wir, wann und zu welchem Preis haben wir Hardware gekauft? Was waren die relevanten Fortschritte beim Thema HIT/CLOU. Und natürlich wollte ich berichten, wann und wie welche Kolleginnen und Kollegen zu uns gekommen sind. Das, gemeinsam mit Lustigem und Traurigem, wie es in 25 Jahren und besonders bei der InterFace passierte, wollte ich erzählen.
Ulf D. Posé
Glänzende Geschäfte reichen nicht!
Massenentlassungen trotz hoher Gewinne. Wo Wirtschaft unredlich wird!
Wir sollen uns nicht daran gewöhnen, wenn Vorstandsvorsitzende Stellenabbau und steigende Gewinne in einem Atemzug verkünden. meint unser Autor Ulf D. Posé. Er schaut immer wieder in die Hochglanzbroschüren der Unternehmenswerte und untersucht ihre Leitlinien. Er stellt fest:Theorie und Praxis liegen Lichtjahre auseinander. Immer mehr Menschen werden von Unternehmen nur noch als “human ressource” betrachtet. Die Logik der sozialen Marktwirtschaft aber lautet anders: Je größer der wirtschaftliche Erfolg, desto mehr kann und muss ein Unternehmen tun, um das soziale Miteinander zu optimieren. Hier das Fazit von Ulf Posé, dem Präsident des Ethikverband der Deutschen Wirtschaft (EVW), einem eingetragenen Verein mit 17.500 Mitgliedern (Stand: März 2008).
Wir müssen zwei Dinge auseinanderhalten: Zu verurteilen ist nicht, dass Unternehmen Gewinne machen oder nach solchen streben. Zu kritisieren ist hingegen, unter welchen Umständen manche Unternehmen ihre Gewinne erwirtschaften. Vor allem dann, wenn sie trotz hoher Gewinne Menschen “freisetzen”. Bei hervorragenden Gewinnen, die weit über den Erwartungen liegen, und Eigenkapitalrenditen, die den Branchendurchschnitt weit übersteigen, gleichzeitig Stellenabbau zu betreiben, ist in höchstem Maße unredlich und zeugt von einer Haltung, die den ökonomischen Erfolg absolut setzt. Überdies noch zu behaupten, dies geschehe zur Sicherung des Unternehmensbestandes, ist genauso unredlich, wenn dieser Bestand de facto gar nicht gefährdet ist. mehr »
Klaus-Jürgen Grün
Die Last der Ethik
Überlegungen zur gelingenden Kommunikation zwischen Ethik und Ökonomie
Ein vieldeutiger Begriff
„Ethik“ ist kein Begriff, der etwas Einheitliches bezeichnet. Es gibt viele Ethiken. Was wir unter „Ethik“ verstehen, hängt in erster Linie davon ab, ob wir ein ohne Einschränkungen arbeitendes Gehirn besitzen (eine Unterversorgung des Präfrontalcortex ist bei allen zur Gewalt neigenden Menschen zu beobachten). Ist die Hardware in Ordnung, hängt unser moralisches Verhalten und wie wir es durch Ethik rechtfertigen, davon ab, wo und wie wir Ethik und Moral kennen gelernt haben – in der Familie, auf der Straße, in der Kirche, an einem bestimmten philosophischen Institut einer Universität, in einer Interessengemeinschaft, in der Praxis gelebter Werte eines Unternehmens oder anderswo.
Im Rahmen einer Unternehmensethik scheint „Ethik“ jedoch in einem eindeutigen Sinn gebraucht zu sein. „Unternehmensethik“ erweckt den Anschein, als sei immer schon klar, was jeder unter „Ethik“ zu verstehen habe, und es gelte allein, die allgemein anerkannte Sache jetzt auf das Unternehmen zu übertragen. Diese Wahrnehmung ist falsch. Der Begriff erweckt den Eindruck es gebe nur eine Ethik und es sei das, was „Unternehmensethik“ beinhalte, stets auch dasjenige, was Unternehmer haben wollen oder müssen.
Bernhard FindeissSamstag, der 13. September 2008
Agile Auftraggeber – Warum gibt es sowas nicht öfters?
Wenn man sich in der Scrum-Community heute so umhört, dann stellt man schnell fest, dass die meisten Personen aus der Ecke der Softwareentwicklung kommen. Also eher die Auftragnehmerseite. Die Auftraggeberseite ist jedoch zumeist so gut wie gar nicht vertreten. Doch warum ist das so? Sind agile Methoden für die Auftraggeber nicht attraktiv genug? Oder liegt es vielleicht eher daran, dass die betroffenen Entscheidungsträger noch nichts darüber gehört haben?
Unsere bisherige Erfahrung sagt uns, dass eher Letzteres der Fall ist, denn Scrum bietet dem Auftraggeber sehr wohl eine Reihe von Vorteilen (sie auch der letzte Artikel über „Scrum und Festpreisverträge”). Für alle, die keine Lust haben, diesen Artikel nachzulesen, seien die wichtigsten Punkte an dieser Stelle nochmal wiederholt:
- Dem Auftraggeber ist es erlaubt, bisher unbearbeitete Anforderungen durch Neue auszutauschen. Dadurch erspart man sich teure Change Requests (betrifft v.a. Festpreisverträge)
- Da Software bei Scrum iterativ entwickelt wird, ist es möglich, am Ende jeder Iteration steuernd auf das Projekt einzuwirken (üblich sind hier 4 Wochen). So kann man zu jeder Zeit die Kontrolle darüber behalten, wie sich das Produkt weiterentwickelt.
- Ein iterativ entwickeltes System kann natürlich auch leicht schrittweise ausgerollt werden. Ein Big-Bang ist nicht notwendig. Das verringert das damit verbundene Risiko erheblich, hat aber auch andere Vorteile, z.B. geringere Kosten für Mitarbeiterschulungen.
- Es ist möglich, ein Projekt vorzeitig abzubrechen und dennoch ein lauffähiges System zu bekommen. Dies kann z.B. bei Budgetkürzungen der Fall sein, aber auch, wenn der erreichte Entwicklungsstand gut genug ist. So kann man sogar erreichen, das gewünschte Produkt für weniger Geld als vorgesehen zu bekommen – wann gab es das schon mal?
Darüber hinaus fallen mir aber auch noch eine Reihe weiterer Vorteile ein:
- Man erhält sehr schnell lauffähige Software, auch wenn diese noch nicht den gesamten Funktionsumfang aufweist. Dieser wird jedoch Schritt für Schritt mit jeder Iteration steigen.
- Die Abnahme (und damit auch Bezahlung) kann somit immer anhand ausgelieferter Funktionalität erfolgen. Aufwendige Abnahmetests sind nicht mehr nötig.
- Es müssen bei Projektstart noch nicht alle Anforderungen an das Produkt bekannt sein. Stattdessen kann man sich Schritt für Schritt vorarbeiten und muss sich erst dann festlegen, wenn die Entwicklung an diesem Punkt angelangt ist.
Diese Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann sicherlich noch erweitert werden (Vorschläge hierzu am besten einfach per Kommentar). Wenn also so viele Gründe dafür sprechen, warum fordern Auftraggeber heute dann Agilität nicht noch viel vehementer ein als bisher? Auch hierfür fällt mir einiges ein:
- Die bei Agilität übliche konstante Mitarbeit des Auftraggebers stellt an diesen höhere Anforderungen als bisher. Neben dem damit verbundenen höheren (Zeit-) Aufwand denke ich hier v.a. an Entscheidungskompetenzen, da vom Auftraggeber verlangt wird, verbindliche Entscheidungen in relativ kurzer Zeit zu treffen. Nicht jede Organisation kann das jedoch leisten.
- Die Entscheider haben keine IT-Kultur. Sie begreifen das Problem der Software-Entwicklung nicht. Gerade bei fachfremden Entscheidern scheint sich bis heute hartnäckig der Eindruck zu halten, dass Software einfach zu spezifizieren und trivial zu programmieren wäre, ohne größeres Risiko. Dass gerade bei Individualsoftware (um die es hier ja geht), in der überwiegenden Mehrheit der Fälle jedoch eher das genaue Gegenteil der Fall ist, scheint sich dagegen bisher noch nicht sehr weit rumgesprochen zu halten.
- Gerade bei größeren Unternehmen treten oft auch organisatorische Zwänge auf. Verträge mit auf Agilität ausgelegten Klauseln (wie im Artikel „Scrum und Festpreisverträge” vorgeschlagen) sind oft einfach nicht vorgesehen. Sie zu installieren, wäre jedoch für ein einzelnes Projekt ein zu aufwendiger Prozess, der ewig dauert, und dessen Ausgang ungewiss ist. Also lässt man es lieber.
Und schließlich natürlich noch der trivialste, aber meiner Meinung nach zugleich auch der wichtigste Grund:
- Scrum ist in vielen Unternehmen einfach noch unbekannt. Es sollte daher unsere Aufgabe sein, dies zu ändern und das Wort hinaus in die Welt zu tragen. Vielleicht schaffen wir es, dass Scrum mal in der Tagesschau kommt
.
Andererseits: Vielleicht sind hier auch wir als Auftragnehmer mehr gefordert unseren Kunden „ein Angebot zu machen, das sie nicht ablehnen können”. Hier greife ich gerne die Idee meines Kollegen Olivier Guillet auf, der vorschlägt, Angebote auf zwei verschiedene Weisen zu kalkulieren und dem Kunden selbst die Entscheidung zu überlassen:
- Agil, mit kürzerer Laufzeit, mit Flexibilität bei den Anforderungen, konstanter Mitarbeit des Kunden und einem auf Stundensätzen basierenden Vertrag, der aber im Normalfall zu einem geringeren Preis als bei Festpreisverträgen führt (auch wenn dieser Preis hier natürlich nicht garantiert werden kann)
- Standard-Festpreis-Modell: Längere Laufzeit, geringere Involvierung des Kunden („Über-den-Zaun”-kompatibel), dafür mit einem garantierten Festpreis, aber teurer als Variante 1.
Und selbst wenn ein Kunde dann immer noch einen Standard-Festpreis-Vertrag verlangt, so kann man ihm die angesprochenen Modifikationen vorschlagen, um etwas Agilität in den Vertrag zu bringen. Die Chancen hierfür stehen nicht schlecht: Uns sind bereits erste Beispiele für Unternehmen bekannt, die speziell an Scrum angepasste Verträge eingeführt haben, und dies sogar aktiv von ihren Auftragnehmern einfordern. Da der erreichte Effizienzgewinn für sich spricht, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Agilität zum Standard wird.
Mir wäre es jedenfalls recht…
BFE
Roland DürreFreitag, der 12. September 2008
RMD – Urlaubstagebuch #19 – Postkarten aus dem Urlaub – Nachtrag
12. September, ein paar Tage nach dem Urlaub.
Jetzt bin ich doch mehrfach getadelt worden, dass ich nicht nur schreiben sondern auch ein paar Bilder präsentieren sollte. “Man schickt doch aus dem Urlaub Postkarten und keine Briefe”.
Der Wunsch sei erfüllt. Die Bilder hat alle die Barbara aufgenommen, ich selbst habe seit dem Ende der analogen Fotografie meine Laufbahn als Fotograf beendet. Es wird soviel geknipst, gerade an touristisch zentralen Orten, da muss ich nicht auch noch dabei sein.
Pause beim Radeln in ca. 600 Meter Höhe.
Der Blick nach unten.
Im gelben Trikot des TSV Unterhaching.
Eine der vielen schönen Buchten.
Weit geht der Blick.
Die Strasse schlängelt sich nach oben …
… und dann geht es wieder bergab.
Der rote Bus und unsere Zelte im Eukalyptus-Wald.
Githio – der schönste Hafen auf dem Peloponnes.
Es gibt auch Schotter zum “Fressen”.
Dieser Anstieg führte in eine Sackgasse.
Werner LorbeerDonnerstag, der 11. September 2008
Das Ende des Lehrerpults oder Computer in der Schule
Ein Blog soll aktuell sein, also wo ist der Bezug?
Der Anfang der 70er Jahre sah einen ganz merkwürdigen Ansatz der Pädagogik. Der Programmierte Unterricht war recht erfolgversprechend umgesetzt worden. Mathematik und Physik war in kleine Lernhäppchen zerlegt worden. Jedes Häppchen erhielt eine Seite als Stoffdarstellung mit anschließender Aufgabe. Auf der Rückseite stand die Lösung und so durch den ganzen Stoff. Natürlich waren die Schüler unterschiedlich schnell und auch sehr unterschiedlich bereit, sich selbst durch den Stoff zu bewegen. Aber der Erfolg reichte aus, um große Investitionen in Angriff zu nehmen. Siemens entwickelte eine eigene Programmiersprache LIDIA (Lernen im Dialog) um Lehreinheiten von Pädagogen erstellen lassen zu können. Der CUU (Computer unterstützter Unterricht) war geboren. Technologieführer weltweit war Bayern, die Zentralstelle für Programmierte Unterweisung und Computer im Unterricht wurde mit den Entwicklungsarbeiten beauftragt.
Die Vorlage der Programme waren die gedruckten programmierten Unterweisungen. Das Schüleridealbild war der „autonome Lerner“, der als Einzellerner, selbstmotiviert mit individualisierter Lerngeschwindigkeit sich den Lehrstoff erarbeiten sollte.
Matthias ApitzMittwoch, der 10. September 2008
Ein neues Mobile muss her, aber …
Bei meinem Mobiltelefon fangen mal wieder an die Tasten zu klemmen, besonders die “7″, warum auch immer. Vermutlich ist das, nach fast genau zwei Jahren der Benutzung, eine eingebaute Sollbruchstelle. Ein neues Mobile muss also her, aber welches? Ich bin diesbzgl. (unter anderem diesbzgl.) ein schlechter Konsument: ich brauche kein Mobile mit Kamera und immer mehr Mega Pixel, es muss auch keine Musik oder Klingeltöne downloaden und abspielen können. Für mich war bisher wichtig, neben dem Telefonieren und abundan eine SMS zu schreiben, dass man das Mobile über V.24 an ein Linux/FreeBSD laptop anschliessen kann und dass es sich dort wie ein Modem verhält, man es also mit s.g. AT-Kommandos ansteuern kann um damit via PPP und GPRS den laptop mit dem Internet zu verbinden. Mancher wird sagen: das können doch alle Mobiles heute. Das ist zwar richtig, aber ungenau. Die meisten Mobilehersteller liefern dazu eine Software mit, die man auf dem PC installieren muss, welche dann das Modem emuliert und dann wird auf dem Kabel, egal ob USB oder V.24 ein proprietäres Protokoll gesprochen, welches nur der jeweilige Hersteller, z.B. die Firma Noxxx, selber kennt, aber eben keine AT-Kommandos gem. ETSI Spezifikation GSM 07.07 usw. Und: diese Software gibt es dann auch nur für Windows oder Mac, aber nicht für Linux oder andere noch ‘exotischere’ UNIXe. In die Tonne also mit solchen Telefonen. Es gibt (oder gab?) aber rühmliche Ausnahmen: die Firma Siexxxx zum Beispiel, oder auch Boxxx (letztere hat mir sogar mal kostenlos ein Testgerät geschickt und einen Dank für den Testreport über ihr Mobile unter Linux).
Und so habe ich in den letzten 10 Jahren die ganze Palette S4, S10, ME45, M55 und derzeit das S68 problemlos an meinem laptop benutzt. Anekdote am Rande: Die Firma für die ich arbeite stellt Bibliothekssystem her und ich habe eine Speziallösung entworfen die in einigen deutschen Städten durch die Gegend fährt: ein s.g. Bücherbus, in welchem ein Linux-basierter Arbeitsplatz via Internet mit dem zentralen Server der Bibliothek ‘redet’, so als wäre er eine normale Ausleihtheke in der Bibliothek und man also online im Bus an den Haltestellen der Bus-Tour Bücher ausleihen, zurückgeben oder Mahnungen bezahlen kann. Diese Lösung basiert auf dem gleichen Mobile-an-Linux, welches ich in meiner Hostetasche habe, und das seit Jahren in Augsburg, Esslingen, Freiburg und ein paar anderen Städten. Ende der Werbung für meine Firma.
Nun ist das Problem, dass man nicht einfach in einen Laden gehen kann und sagen kann «ähm…, ich hätte gern ein Telefon mit V.24 und Protokoll nach Spezifikation GSM 07.07 und …». Die hübsche, nabelfreie Verkäuferin (ich glaube “Verkäuferin” verrät mich schon als aus anderen Zeiten, sicher ist sie heute ein “promotion manager” oder was ähnlich Wichtiges), die würde mich jedenfalls anschauen wie von einem anderen Stern, irgend jemand herbeirufen, das wurde ihr nämlich gesagt: niemand wegschicken, den Fall “eskalieren”, und der Gerufene wäre nicht viel schlauer.
Auch die Datenblätter der Hersteller geben solche Details kaum Preis, weshalb ich eben auch lange bei denen der Firma Siexxxx geblieben bin, auf die war Verlass und deren interne technische Papiere waren genau genug. Nur macht nun Siexxxx nicht mehr in Mobiles und das letzte knowhow haben sie mit BenX in den Konkurs geschickt.
Ich war noch am Nachsinnen über das wie nun weiter, da fiel mir in einer der letzten der “Fachzeitschrift” genannten Werbeblätter ein halbseitiger Bericht über das Openmoke Freerunner in den Hände. Ich hatte schon vor einiger Zeit von diesem Projekt, ein Offenes Telefon auf Basis von Linux zu bauen, gelesen. “Offen” meint: alle Komponenten der hardware sind durch OpenSource ansteuerbar und die diversen chips sind hinreichend dokumentriert. Dieses Projekt steckte lange im Experimentierstadium, mittlerweile sind aber insbesondere die Speicher gross (bzgl. Speichervolumen) und billig genug und das Projekt ist aus den Kinderschuhen raus. Natürlich ist es noch immer was für Entusiasten und der besagte Artikel fasste das präzise zusammen: es taugt zu allem, ausser vielleicht zum Telefonieren. Es hat als Betriebsystem ein Linux Derivat, es gibt sogar bereits mehrere Varianten davon, und darauf aufgesetzt ein spezieller Desktop mit der Software zum Telefonieren, für GPS, GPRS und alles was man selber noch installieren will. Man kann es via USB mit einem laptop verbinden und sich per SSH in dem Freerunner einloggen und es dann so bedienen wie jeden richtigen grossen PC mit Linux. Es baut zum Internet (PPP und GPRS) oder zu Wifi AccessPoints Verbindung auf und man kann es als router benutzen und ist so mit dem laptop dann im Internet. Fazit: ich brauche kein Mobile mehr mit V.24 und GSM 07.07. Ich brauche heute einen GPRS/Wifi-router in der Grösse eines Mobile für meinen eeePC oder den grossen laptop.
Als ich dann noch die kompletten Wiki Seiten http://wiki.openmoko.org/wiki/Main_Page und diesen Film hier http://www.youtube.com/watch?v=k9QLdK6pFCI gesehen hatte, stand mein Entschluss fest: das nächste Mobile basiert innen auf OpenSoure, auf Linux.
Es ist Zeit für ein neues Mobile, aber bitte auf Basis von OpenSource.
Matthias
Christof Stierlen
Teilnehmererlebnisse – Creative Scrum Workshop
Über Tag eins des Creative Scrum Workshops wurde ja bereits weiter unten berichtet (Link), hier nun einige Einblicke in die Erlebnisse der Teilnehmer am zweiten Tag:
Nachdem die Anforderungen geklärt waren (Struktur), konnten wir 2 Sprints für die Erstellung der Broschüre durchlaufen lassen.
Im ersten Sprint wollten wir in Untergruppen Stichpunkte für jedes Thema sammeln, die Texte dazu verfassen und Korrektur lesen, so dass wir im zweiten Sprint die Texte optisch gestalten (Lay-out) und zusammensetzen konnten.
Aber während des Sprintdurchlaufs merkten wir, dass noch weitere Aufgaben (wie Zielgewichtung und Informationsbeschaffung) erledigt werden mussten, bevor wir mit dem Textschreiben beginnen konnten und auch dass das Textverfassen länger dauerte als ursprünglich angenommen.
So wurden dann im zweiten Sprint die Aufgaben des ersten Sprints beendet und Layout-Erstellung und Text-Zusammensetzen auf die nächste Woche verschoben.
Was haben wir in dem Scrum-Workshop gelernt?
Dass Scrum eine super Methode ist, um strukturiert und effizient in Teams zu arbeiten und sich diese auf verschiedenste Themen anwenden lässt. Zudem haben wir gemerkt, wie wichtig eine klare Arbeitsanweisung des „product owners” für eine zügige Aufgabenerledigung ist und dass eine vorherige Abschätzung des (Zeit-)aufwands für jede Aufgabe durchaus hilfreich sein kann.
Auch wenn wir mit der Broschüre nicht ganz fertig geworden sind – die Roh-Texte für unsere Broschüre sind erstellt worden!
Ein großes Dankeschön an Christof Stierlen und Alexander Maisch für die Bereitstellung von Ressourcen und die zielgerichtete Anleitung sowie an Florian Forster und Harry Wartig für die Verwendung der computergestützten „creative collaboration tools”.
Manuela Weber für das TEG-Team
Roland DürreMontag, der 8. September 2008
RMD Urlaubstagebuch 2008 #18 Rolling Home – End of holiday!
Auf See – 8. September
Zurück aus der Wildnis! Wir sind wieder an Bord der LEFKA ORI der Anek Lines. Die Fahrt von Porto Ageranos ging über Sparta, Tripoli bis kurz vor Korinth, dann nach Westen auf die „Autobahn“ nach Patras. Es war heiß im Bus, die Landschaft des Peloponnes verzauberte uns, aber es gab keine Zwischenfälle. Wir haben eine Rast beim einzigen MacDonalds auf dem Peloponnes mit Ketchup aus Unterhaching gemacht (einmal im Jahr ist MacDonalds erlaubt) und am späten Nachmittag Patra erreicht.
Der Bus wurde vollgetankt (der Diesel kostet 1,22 EURO) und dann sind wir ab in Richtung Hafen in eine kleine Strandbar und später in eine nahe Taverne. Unser Tisch war direkt am Meer, die Blickrichtung ging nach Westen, so bekommen wir zum Abschluss einen wunderschönen Sonnenuntergang zum gegrilltem Tintenfisch geschenkt. Und der Halbmond war auch schon da.
Am Hafen die Enttäuschung: das Schiff sollte um 21:00 Uhr ankommen, aber es ist nicht zu sehen. Zwei Stunden Verspätung! Die Zeit verbringe ich mit mit dem Studium der Prospekte der diversen Schiffsgesellschaften, die die Verbindung Italien-Griechenland bedienen. Ganz interessant, Minoan Lines hat z.B. nur noch H/S/E-Schiffe (Hochgeschwindigkeitsfähren), die Zielhäfen in Italien sind Brindisi, Ancona und Venedig. Und alle Gesellschaften verlangen mittlerweile Treibstoffzuschläge, eine „elegante Art“, ein Teil des geschäftlichen Risikos auf die Kunden zui verlagern. Um Mitternacht sind wir endlich an Bord. Das Einladen der LKWs zieht sich in die Länge. Wir warten nicht mehr auf die Abfahrt und gehen schlafen.
Montag Morgen wache ich um 8:00 auf, gerade richtig zur Einfahrt in Korfu. Korfu war um 6:30 geplant, dank der Verspätung wurde es 8:30. Wie immer ist es eine wunderschöne Hafeneinfahrt. Dann geht es weiter nach Igoumenitsa. Von dort wird sich die LEFKA ORI auf den direkten Weg nach Venedig machen. Morgen um 7:30 (lokale Zeit Venedig) soll sie ankommen, dies wird sie aber mit der Verspätung nicht schaffen. Wir gewinnen eine weitere Stunde, denn auf dem Schiff herrscht griechische Zeit und wir dürfen in Venedig die Uhr um eine Stunde nach vorne stellen. Eine angenehme Zeit zum Ausschiffen, allerdings wird unser roter VW-Bus dann doch mit einiger Verspätung in Richtung Brenner rollen.
Die F/B LEFKA ORI ist das Schwesterschiff der F/B Sophocles V. Dieser Schiffstyp ist 192 Meter lang und 27 Meter breit. Die Schiffe haben eine Kapazität für 1600 Passagiere und 1100 Fahrzeuge. Mit 35.600 PS erreichen sie eine Geschwindigkeit von 25 Knoten. Es gibt und schnellere größere Fährschiffe auf den Routen zwischen Italien und Griechenland. ANEK LINES hat die H/S/F Olympic Champion als Hochgeschwindigkeits-Fähre im Dienst, die bei ähnlicher Größe wie LEFKA ORI mit 69.000 PS 32 Knoten schafft oder die FF/B EL. VENIZELOS, die zwar nur 22 Knoten schnell ist, dafür aber 2.500 Passagiere aufnimmt und das größte Fährschiff im Mittelmeer ist.
Die F/B LEFKA ORI ist kein sehr neues Schiff. Ich habe bei den Fährschiffen eine Korrelation festgestellt: Je neuer das Schiff, desto kleiner die Kabinen. Die LEFKA ORI hat richtig große Kabinen.
Das Wetter ist herrlich, am morgen ein wenig diesig, die Sonne setzt sich immer mehr durch. So kann es bis Venedig bleiben. Erfreulich: das Bier kostet immer noch 3,70. Wir freuen uns auf das Mittagessen, ich werde kurz mal ins Internet gehen, um meine E-Mails zu lesen und diesen Bericht im Blog veröffentlichen. Und dann werden wir den letzten Tag unseres Urlaubs noch mal so richtig genießen.
Dies ist der letzte Beitrag meines Urlaubs-Tagebuchs Griechenland 2008. Mir hat es viel Spaß gemacht. Auf die Rückmeldungen bin ich gespannt. Mein nächster Urlaubswunsch ist eine Safari in Afrika, am liebsten mit ein paar Freunden. Ob dieser in Erfüllung gehen wird, steht in den Sternen, ebenso ob ich jemals wieder ein Urlaubs-Tagebuch schreiben werde.
So bleibt mir nur, alle meine Freunde und Leser ein letztes Mal aus dem Urlaub zu grüßen. Ich freue mich auf ein Wiedersehen!
RMD
Roland DürreFreitag, der 5. September 2008
RMD Urlaubstagebuch 2008 #17 Scheiden tut weh!
Porto Ageranos – 5. September
Am Sonntag geht es in Richtung Heimat. Die Gefühle sind gemischt. Vieles wird zu Hause anders sein.
Wenn wir zurück kommen, ist Herbst. Im letzten Jahr hatten wir bei der Heimfahrt ungefähr um die gleiche Zeit Schnee auf dem Brenner. Angekommen in Deutschland war es kalt und nass. Die lange Zeit des Nicht-Sommers liegt vor uns. Wir können uns noch auf einen Altweibersommer freuen, dann geht das lange Warten auf das frische Grün des Frühlings los.
Von Normal Null geht zurück ins Hochland (ab 500 Meter Anbauhöhe darf Kaffee als Hochland-Kaffee bezeichnet werden, Riemerling liegt auf gut 550 Meter
).
Da gibt es kein gemütliches Schwimmen im Sonnenschein durch eine lange Bucht im warmen Salzwasser mehr. Ein paar Tage im Hachinger Freibad (fröstelnd) bleiben noch und dann geht es für 8 Monate (!) ins Hallenbad (vom 15. September bis zum 15 Mai). Ist das nicht grauenhaft: in unseren Breitengraden kommen auf knapp 4 Monate Freiluftsaison mehr als 8 Monate Hallensaison. Mai und September sind meistens noch ganz schön durchwachsen.
Die Zeit der reifen und roten Tomaten mit ihrem einzigartigem Geschmack direkt von der Staude, der Melonen vom Feld und zuckersüssen und knackigen Weintrauben frisch vom Rebstock ist vorbei. Daheim liegen bald die Lebkuchen, Dominosteine und Weihnachtsmänner in den Regalen.
Zurück in Deutschland tauschen wir auch das reine „Naturrauschen“ von Wind und Meer gegen das das Kulturrauschen der Großstadt, fortwährend produziert von Auto- und Flugzeugmotoren. Keine feuchte und reine Meeresluft atmen wir ein, sondern müssen uns mit trockener und von Abgasen geschwängerter Stadtluft begnügen. So schön die Einfahrt nach Venedig auch wieder sein wird, so auffällig ist die Smog-Glocke, die man schon weit vom Meer aus sieht.
Und auch nachts werden wir den funkelnden Sternenhimmel vermissen und gegen das durch die ganze Nacht Leuchten am Horizont der großen Stadt tauschen.
Die Radtouren 2008 gehen zu Ende – vielleicht lässt ein „Goldener Oktober“ noch ein paar Ausfahrten mit dem Rennrad zu. Aber dann ist es endgültig vorbei und es geht wieder los, von Ottobrunn nach Unterhaching im Herbstregen, auf Glatteis und gesalzenen Wegen.
Ein wunderschöner Urlaub geht zu Ende. Die Sorgen des Alltags waren weit weg, nun krabbeln sie wieder langsam in den Alltag. Privat sind es die normalen Dinge: Soziale Entwicklung, Beruf und Schule, Angst vor Enttäuschung und Unglück, Anspannung und Stress. Was bringt die Zukunft? Wie geht es mit der Oma weiter, die unter Alzheimer leidet? Was passiert meinen Freunden, die gerade schwere Krankheiten überwunden haben? Gelingen die Dinge im Familien- und Freundeskreis so, wie wir es uns alle wünschen?
Geschäftlich liegt das Jahr 2009 vor uns. Die Planung muss abgeschlossen, strategische Ansätze verfeinert werden. Wir fühlen uns gut. Trotzdem sind es immer dieselben Fragen: Wie wird die Konjunktur? Liegen wir mit unserem Leistungsangebot richtig? Was können wir verbessern? Bleiben uns unsere Kunden treu? Wie gehen die großen Ausschreibungen aus? Finden wir die neuen Kollegen, die wir dringend benötigen? Schaffen wir es, den alten Kollegen zu beweisen, dass wir auch als Arbeitgeber einen guten Job machen?
Und kein Urlaub in Sicht oder Planung. Ist schon ein wenig traurig. Aber es gibt auch viel Schönes: Das Wiedersehen mit den Freunden, die Heimkehr in ein schönes Zuhause, Schafkopf- und Schach-Abende, Haching-Spiele, der Hallenkick am Sonntag, der kuschlige Ofen, schöne Theaterabende, ab und zu ein Video in der Familie am großen Heimkino. Die Barbara freut sich auf vom Sand freie Teller und saubere Füße. Die Sophie freut sich auf den Korbi, der Rupi auf den Basketball, die Simone auf Mammas Essen und ihr Kuschelbett und die Maresa sogar ein wenig auf die Schule.
Aber es bleibt keine Zeit zum Philosophieren. Am Sonntag müssen wir um 12:00 losfahren, der Abbau der Zelte muss dann zügig passieren, es ist also viel zu tun!
Also an die Arbeit!
RMD
















