dammwegIm Hotel Kalocsa war eine Riesenhochzeit. Der Hotelchef hat uns vorgewarnt und uns ein Zimmer möglichst weit weg von der Feier gegeben. Die Musik ging die ganze Nacht durch.

So war der Schlaf eingeschränkt. Das ausgezeichnete Frühstück mit einem wunderbaren Omelett hat aber alles wieder gerettet. Und um 9:00 sitzen wir wieder auf den Rädern.

Ein wenig Zickzack und dann nach Süden. Wir finden einen schönen langen Dammweg, Der ist viel besser zu fahren als der von Gestern. Ein meditatives Erlebnis über 30 km.

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Wir hatten im Gymnasium in der Oberstufe einen Deutsch-Lehrer. Der hat uns immer wieder mit folgendem Spruch kritisiert, wenn wir zu langatmig waren:

In der Kürze liegt die Würze.
30 Zeichen. Blieben einem im Twitter noch 110 über!

Ich hatte damals auch einen in meiner Wahrnehmung genialen Freund namens Herbert, der genau mit diesem Lehrer (und andersherum) nicht konnte.

Deutsch-Schulaufgabe. Drei Themen standen zur Auswahl, eines davon hieß „Eine Lebensweisheit„.

Mein Freund nahm sein Blatt und schrieb eine Zeile darauf. Und gab dann sofort die Schulaufgabe beim Lehrer ab.

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Sie wollen, dass ein Dieb bestraft wird?
Wissen Sie eigentlich, warum Sie das wollen?
Er hat sich etwas herausgenommen,
was sie sich nicht trauen.
Dafür soll er bestraft werden.
Aus Rache sozusagen,
wie Nietzsche meinte.
Ein Verbrecher muss büßen,
damit Schwache sich stark fühlen.
Wenn der Dieb bestraft wird,
triumphiert das Gemüt der Feiglinge.
Oder sehen Sie das anders?
Sie Feigling.

KJG/SIX

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Roland Dürre
Samstag, der 30. Mai 2009

Urlaubstagebuch #30 Start – von Budapest ins Hotel Kalocsa

bild0286Heute Morgen ein gutes Aufwachen im Hotel Baross in Budapest. Es war ein guter Platz zum Übernachten in Budapest. Gleich gegenüber dem Bahnhof. Das Frühstück war zwar ein wenig „konvenient“, aber mit viel Liebe hergerichtet.

Ansonsten ein großes Hotel mit einem schönen Brunnen im Hinterhof (siehe Foto). Ruhiges Zimmer, gut geschlafen, alles sehr freundlich und stilvoll.

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Der Anschluss hat dann doch geklappt. Der Zug nach Bukarest hat tatsächlich fast eine halbe Stunde auf uns gewartet. War schon eine kleine Erleichterung, denn Hotel in Wien finden, Hotel in Budapest endgültig stornieren … hätte schon ein wenig Stress gemacht.

Der Zug war ein rumänischer Zug. Gleich nach Abfahrt sind wir in den Speisewagen gegangen. Ein Tisch war noch frei. Eine exzellente Entscheidung. Draußen eine wunderschöne Landschaft. Riesige Windrad-Felder. Abendsonne versus graue Gewitterwolken.

bild02791Drinnen ein traumhaftes Essen. Während der Speisewagenchef seine Gäste mit Wein, Wasser Bier und Essen versorgte, werkelte sein Kollege in der Küche. Wir konnten zu schauen wie er kochte. Und Koteletts klopfte. Kartoffeln schälte und schnitt. Und den Salat putzte.

Das Essen war dann wie auch der Wein ein Traum. Sowas kriegt man bei uns selten. Muss man anscheinend wirklich in den Nachtzug Wien Bukarest steigen, um das zu erleben.

Zwar verspätet aber glücklich kamen wir dann so gegen Mitternacht im Hotel Barros (gemeinsam mit einem Schweizer Paar, das gleiches wie wir vor hat) an.

RMD

P.S.
Habe übrigens und lade weiterhin Fotos in twitpic. Bei Interesse einfach nachschauen. Zum Beispiel dieses! Und natürlich darf man meine Bilder benutzen (wenn man z.B. Probleme hat, seinen Blog zu bebildern) – free content! Freue mich dann natürlich, wenn es dann einen Hinweis auf mich gibt. Danke!
(translated by EG)

Ein paar Jahre lang habe ich viel mit Lochkarten gearbeitet. Lochkarten waren damals etwas total Innovatives. Keine blöden Lochstreifen mehr. Und die Flexibiliät. Bei Lochkarten konnte man etwas einfügen (Bei Lochstreifen völlig unmöglich).

lochkarteDie abgebildete Lochkarte (übrigens aus Wikipedia) enthält 40 Zeichen. Unsere Lochkarten waren moderner und hatten 80 Zeichen (Spalten in unseren „Sheets“, auch Programmierformulare genannt, die wir mit Bleistift ausfüllten und dann als gestanzten Lochkartenstapel zurück bekamen. Das war noch eine Art zu Programmieren!).

Die Spalte 72 mußte man markieren, wenn auf der nächsten Karte die Fortsetzung war. Ab Spalte 73 waren die Zeichenfelder der Nummerierung vorbehalten. Die Spalte 71 war für etwas besonderes reserviert (kann für ein Kommentarzeichen oder so etwas ähnliches gewesen sein – ich weiß es nicht mehr).

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medusaDer grässliche Anblick der Medusa, Tochter der Keto und des Phorkys, liess jeden Menschen zu Stein erstarren. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts begegnet uns wie die Gorgone. Im Angesicht von 2 Weltkriegen, ungezählten Genoziden, grausamen Diktaturen und  blutigen Revolutionen erstarrt der Chronist zur Salzsäule, wie die Frau des Lot beim Blick zurück nach Sodom und Gomorra auf der Flucht nach Zoar.

Das Lächeln der Medusa hingegen, offenbart bahnbrechende Erkenntnisse der Naturwissenschaften, spektakuläre Entdeckungen von Archäologen, unvergängliche Meisterwerke der Literatur, Malerei, Musik und innovatives Denken der neuen Philosophen.

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Roland Dürre
Freitag, der 29. Mai 2009

Urlaubstagebuch #28 – Es geht los nach Budapest.

bild0274Und wieder mal Urlaub. Diesmal haben wir (Barbara und ich) vor, von Budapest ans Schwarze Meer zu radeln.

Ich wollte hin und zurück mit dem Zug fahren. Hin war der Nachtzug nach Budapest geplant. Geht aber nicht – nimmt keine Fahrräder mehr mit. Alle durchgehenden Züge (auch die tagsüber) nehmen keine Räder mit. Also zuerst mal einen Bummelzug und zwei mal Umsteigen, in Salzburg und Wien. Dafür ist das Ticket teurer, denn für die direkten Superzüge gibt es einen Sonderpreis, der aber für meine Züge nicht gilt. So ist das mit der Bahn, als Radler muss man halt leiden.

Der Bummelzug von München nach Salzburg braucht fast zwei Stunden. Die Fahrt vergeht schnell und macht betroffen. Ab München werden wir von einem nicht mehr ganz jungen Herrn begleitet, der gerade aus dem Knast entlassen wurde. Bei einem Augustiner und 2 Jägermeister erzählt er uns viel aus seinem Leben. Alkohol, Rauschgift, Obdachlos … Und dann wieder in den Knast, weil er gegen Bewährungsauflagen verstossen hat. Trotzdem ein nicht unsympathischer Typ.

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Auf dem Weg ins Theater mit der Straßenbahn vom Ostbahnhof zu den Kammerspielen voller Vorfreude auf Josef Bierbichler im „Das letzte Band“ von Samuel Beckett (ein Gastspiel der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin) am Dienstag, den 26. Mai 2009, ca 18:45. Ich fahre mit der Straßenbahn, weil ein grauenvolles Gewitter stattfindet und dann das Umsteigen in die Straßenbahn am Ostbahnhof im Sinne des „Trocken Bleibens“ die beste Alternative ist.

Unter dem Dach der kleinen Haltestelle stehen neben mir zwei typische YTE (Young Tough Executive), beide sehen nach DINK (Double Income No Kids) aus. Sie unterhalten sich sehr dynamisch (will heißen lautstark). Ich werde zum zugegebener Weise nicht ganz unfreiwilligen Lauscher.

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Auf der Rückfahrt von der Bergkirchweih in Erlangen nach Nürnberg im Regionalexpress setzt sich eine Pfandflaschen-Sammlerin zu uns. Sie ist gut gelaunt, hat heute schon 17 EURO verdient und zusätzlich drei Plastiksäcke mit Glasflaschen dabei.

Die Konkurrenz wäre groß, meint sie. Die Bergkirchweih sei ein Glücksfall. Die Reviere beim Stadion wären schon aufgeteilt. Die höherwertigen Plastikflaschen (Aldi oder Pet) wären auch so selten. Und die Glasflaschen doch ziemlich schwer.

In Nürnberg trennen sich unsere Wege. Sie fährt mit dem Regionalexpress nach Eichstätt weiter, wir mit dem ICE nach Nürnberg. Der hat (natürlich) Verspätung. Die Lounge für Bahncomfort-Kunden schließt um 21 Uhr, also muss man zum MacClean. Dort kostet das Pissoir 1 EURO.

Ein Glück, dass ich mein Geld nicht als Flaschensammler verdienen muss. Für einmal „Bieseln“ 13 Bierflaschen sammeln. Ist das nicht pervers.

Ich finde es eine Schande, dass öffentliche Toiletten in Bahnhöfen mittlerweile einen EURO kosten. Armes Deutschland.

Aber 50 Milliarden Neuschulden für was weiß ich. Und eine Inflationsrate von 0 % (vor kurzem hat McClean in München noch 70 Cent gekostet).

Sag mir, wie ich das verstehen soll?

RMD
(Geschrieben auf der Heimfahrt im ICE nach München)

Und hier noch ein trauriges Lied: