Willi Streit
Freitag, der 31. Juli 2009

Psychohistorie

Der brilliante, wenn auch kritische Vortrag meines Kollegen Wolfgang Herles im InterFace Forum (IF-Forum) hat mich auf zwei alte Beschäftigungsfelder gebracht.

Zuerst, dass es Wolfgang Herles war, der mich 1983 zu einem Casting für eine lokale Nachrichtensendung des Bayerischen Fernsehens gebeten hatte (das mich zusammen mit den beiden später sehr bekannten Kolleginnen Ramona Leiß und Sabrina Lallinger, später Frau Fox, zu einem Moderatorenteam schmiedete). Und zum zweiten auf meine journalistische Arbeiten zum Thema „Psychohistorie“.

mehr »

S-BahnVon den Flaschensammlern in Deutschland habe ich schon berichtet. Menschen, die mit Säcken durch S-Bahn- und U-Bahn-Stationen und durch die Züge streifen, die herumstehenden Pfandflaschen einsammeln und Abfallkörbe danach durchsuchen.

Man sieht immer mehr davon. Es scheint sich zu lohnen. Ein Grund könnte dafür auch sein, dass man immer mehr Menschen zu allen möglichen Tageszeiten mit dem Bier in der Hand in der Öffentlichkeit sieht.

Flaschensammler gibt es nicht nur in Deutschland. Auf unserer Nordland-Reise habe ich sowohl in Bergen wie auch in Kopenhagen Radler entdeckt, die mit speziellen Körben am Rad die Papierkörbe an den öffentlichen Plätzen nach Pfandflaschen abgegrast haben. Sehr professionell. Und ich dachte immer, dass nur wir Deutschen ein Flaschenpfand haben.

Jetzt hat sich Deutschlands arme Jugend kreativ eine neue Einkommensquelle erschlossen. In Berlin und sicher auch bald in anderen Großstädten betteln junge Leute an den Ausgängen von großen Verkehrsknotenpunkten die Fahrgäste um ihre noch gültigen Tickets an! Und verkaufen sie dann anschließend weiter.

mehr »

Roland Dürre
Donnerstag, der 30. Juli 2009

Schweinegrippe auf der Insel und bei mir!?

SchweineDie Nachrichten aus England sind ja wirklich beeindruckend. Jetzt haben sie auf der Insel schon eine Website, auf der man seine Symptome eingeben kann.

Im Falle eines Falles kann man sich ein Rezept ausdrucken, mit dem man sich das rezeptpflichtige Medikament Tamiflu an der nächsten Abgabe-Stelle abholen kann.

Erinnert mich an die Expertensysteme der längst vergangenen KI-Zeit (KI für Künstliche Intelligenz, AI im Englischen). Für die Pharma-Industrie freue ich mich, denn Tamiflu und neue Impfstoffe sind für diese Branche das beste Konjunkturprogramm.

Meine Tochter hat auch schon von der Schweinegrippe profitiert. Immerhin fiel für einen Tag die Schule aus. Das Gymnasium Ottobrunn war wegen eines später bestätigten Verdachts für einen Tag gesperrt. mehr »

BMW-IsettaGestern hat BMW angekündigt, zum Saisonende aus der Formel 1 auszusteigen. Das empfinde ich eine unheimlich kluge, zukunftsweisende aber auch sehr mutige Entscheidung.

Hut ab vor dem Vorstandsvorsitzenden der BMW AG Norbert Reithofer und seinem Team! BMW folgt damit übrigens dem Beispiel von Honda.

Um so mehr bin ich enttäuscht über manche Reaktion aus den Medien.

So habe ich gestern Abend im Tagesgespräch im Bayerischen Rundfunk (2. Programm) den dämlichsten Kommentar seit langem gehört. Man findet ihn auf der B2 Radiowelt-Seite neben dem Interview mit Niki Lauda (auf Kommentar klicken).

mehr »

🙂 Hin und wieder habe auch ich meine nachdenklichen Momente (so wie gerade eben):

BILD0673Wie ich diesen Artikel schreibe, bin ich 59 Jahre und gut einen Monat alt. Die Zeit vergeht und nicht nur in meinem Lebenslauf tickt eine Uhr.

Eigentlich fühle ich mich noch ganz unternehmungslustig, belastbar und fit, fast jung. Und irgendwie möchte ich mein Alter nicht missen und sehne mich nicht nach vergangenen Zeiten zurück.

Andererseits weiß ich, dass 10 Jahre wie im Fluge vergehen. Und ich habe Freunde, die 10 Jahre älter sind – und irgendwie schon einen ganz schön fertigen Eindruck machen. Und wenn ich noch mal 10 Jahre ältere Menschen betrachte, dann bemerke ich bei diesen oft eine starke Senilität bis hin zur Demenz.

mehr »

In meinem Artikel zu den kurzen Jeans wollte ich zynisch auf die fehlende Ausrichtung dieses Gesetzes hinweisen. Mit einer singulären Maßnahme soll der Stromverbrauch gesenkt werden, obwohl ein integriertes Konzept angesagt wäre. Ich versuche jetzt seriös zu argumentieren, warum dieses Gesetz doch stark unter-optimal ist, Handlungsfähigkeit vortäuscht aber nur Handlungsunfähigkeit vertuscht.

Hier meine Argumente:

mehr »

🙂 Nachdem mein letzter Artikel über den Dienstwagen einer Ministerin ging, schreibe ich jetzt mal über eine Radfahrerin (Radfahrerinnen mag ich lieber als Dienstwagennutzerinnen).

BILD1005Eine gute Freundin von mir  wurde vor kurzem beim langsamen und vorsichtigem Überqueren einer roten Fußgängerampel mit dem Fahrrad erwischt. Zwei junge Polizisten in Zivil lagen auf der Lauer – und sie bekam einen Bussgeldbescheid.

Laut diesem wurde die Ampel drei Sekunden nach dem Umschalten auf Rot überquert.

Sie hat sich  geärgert und überlegt, ob sie Widerspruch einlegen soll. Da das aber ziemlich sinnlos ist, hat sie davon abgesehen. In ihr Schicksal fügte sie sich mit den Worten: „Ist ja auch nicht so schlimm, ich bin ja schon 100 Mal bei rot über diese Ampel gefahren“.

Und in Zukunft wird sie nicht nur auf kommende Autos aufpassen, sondern auch ob sich hinter der Ampel zwei junge Männer in Zivil befinden.

mehr »

BILD1027Der gestohlene Dienstwagen von Ulla Schmidt schlägt Wogen. In Spanien ist er gestohlen worden. Nur für einen Termin ist er hinunter gefahren worden (und hätte auch wieder zurückgefahren werden sollen).

Natürlich ist das eine Verschwendung von Steuergeldern – und für mich noch schlimmer ein Beispiel für absolut un-ökologisches Handeln. Insofern ein sehr schlechtes Vorbild für uns alle.

Aber wahrscheinlich hat unsere Ministerin nur ein gutes Herz und wollte ihrem Chauffeur mal etwas Gutes tun – nämlich ihm (und seiner Familie?) einen schönen Kurzurlaub in Spanien ermöglichen. Und sicher wurde der Chauffeur angewiesen, auf keinen Fall irgend jemand davon etwas zu erzählen. Immerhin wäre das ja die Einräumung eines geldwerten Vorteils gewesen – und der bestimmt nicht sehr hoch dotierte Chauffeur hätte dann ganz schön Steuern nachzahlen müssen.

mehr »

Edwin Ederle
Sonntag, der 26. Juli 2009

Dr. Wolfgang Herles – 60 Jahre Bundesrepublik

Hier der Bericht von Dr. Edwin Ederle zum Vortrag von Dr. Herles bei InterFace. Vielen Dank an Edwin!

Herles2Am 21.Juli hat Dr. Wolfgang Herles im Rahmen des IF-Forums in erster Linie die Probleme unseres Landes beleuchtet.

Ganz anders als viele Jubelreden zur Geburtstagsfeier stellte er 2 falsche Behauptungen aus diesen Lobreden in den Mittelpunkt. Zum einen stimmt es nicht, dass diese 60 Jahre eine durch und durch geglückte Geschichte  sind – wie man an der deutschen Unfägigkeit zur Reform sehen kann; zum anderen ist es nicht so, dass die Bonner Republik nur eine unerhebliche Vorgeschichte zu Wiedervereinigung darstellt. In Wirklichkeit sind bei der Wiedervereinigung 2 Staaten kaputt gegangen und beide Staatsteile leiden heute noch unter dem Trauma diese verunglückten Wiedervereinigung.

So sind viele Ostdeutsche tief enttäuscht, denn sie traten dem Phantom der BRD bei, dass sich ihnen als Konsumparadies mit Rundum-Versorgung darstellte – diese goldene Ära der BRD war aber zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung längst vorbei. Die Westdeutschen waren anfänglich berauscht von der Illusion, die Wiedervereinigung aus der Portokasse bezahlen zu können (Die erste nötige Steuererhöhung war in der Tat die Verlängerung des Telefontakts).

mehr »

BrandeinsinsBlaueAm Freitag war es im Briefkasten, mein brand eins für den August. Wie das Bild zeigt, ist brandeins schon äußerlich ganz anders als die anderen Magazine oder Wirtschaftszeitungen.

Im brand eins des Juni ging es um „Was wirklich zählt – Schwerpunkt Identifikation„. Im Juli hieß es „Bewegt euch – Schwerpunkt Stabilität“ und jetzt im August lese ich „Auf ins Blaue – Schwerpunkt Große Träume„. Das gefällt mir, denn große Träume habe ich immer noch.

Im Heft geht es dann auch um Unternehmerträume.

Aber nun zum Inhalt:

Bemerkenswert das Interview mit Stephan A. Jansen (Präsident und Lehrstuhlinhaber der Zeppelin Universität in Friedrichshafen) auf Seite 56 mit der Überschrift „Nach dem Stolpern läuft man aufmerksamer weiter „.

mehr »