Edwin Ederle
Montag, der 30. November 2009

Das Minarett-Verbot ist undemokratisch?

Gerade habe ich in den Nachrichten in Bayern5 gehört, dass Paul Böhm, der Architekt der Kölner Moschee das Ergebnis der Schweizer Volksabstimmung „undemokratisch“ nannte.

Völlig unabhängig, was man von dem Ausgang der Abstimmung halten mag, bin ich fassungslos, dass es als Nachricht gilt, wenn jemand das Ergebnis eines basisdemokratischen Prozesses als „undemokratisch“ bezeichnet.

Man kann natürlich entsetzt darüber sein, wenn die Geister, die man rief dann plötzlich erscheinen – doch ist das nicht eine fast natürliche Konsequenz der Polemisierung und Verdummung, die die Medien und Politiker dem Volk zumuten? Wie will man vom Volk überlegte Entscheidungen erwarten, wenn man ihm ständig unüberlegte Pauschalisierungen zumutet?

Und eine Volksabstimmung undemokratisch zu nennen gehört für mich in genau diese Kategorie!

E2E

SalatgurkeVor einiger Zeit habe ich in einem Artikel meiner Verblüffung Ausdruck gegeben, dass es Usus ist, das Wachstum von Gemüse in Gewächshäusern mit künstlichem Licht zu fördern.

Ein Ingenieur von OSRAM hat mir jetzt berichtet, dass das ganze noch viel schlimmer wäre. In modernen Gewächshäuser würde man gar kein natürliches Licht mehr rein lassen. Man hat wohl entdeckt, dass die Gurken bei einem 8-Stundentag mit verkürzter Nacht noch schneller wachsen würden.

Als Folge hat man die Gewächshäuser rund um die Uhr abgedunkelt und lässt die Gurken nur noch mit künstlicher Beleuchtung wachsen.

Kann das wirklich sein? Irgendwie mag ich es nicht glauben! Jetzt hoffe ich, dass es nicht wahr ist und mich unsere Leser vom Gegenteil überzeugen!

RMD

P.S.
Das Bild der Gurke ist aus Wikipedia, dort unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht. Der Inhaber der Rechte ist Rainer Zenz.

XI.  Tibet   20.6.09 – 25.6.09

Die schmucklose, erschlagende Monumentalität der Bahnhofshalle wirkt wie ein Mahnmal: Hier ist China, you are in China!!! Führer, Chauffeur und  Toyota Vierradantrieb erwarten uns.

Lhasa

k9_Tibet_1Der erste Eindruck ist eher ernüchternd. Breite Strassen kanalisieren mässigen Verkehr, vorbei an Einkaufszentren, Banken, Restaurants, Elektroläden und Handyreklamen.

Die Passanten tragen die globale Mode des 21. Jahrhunderts. Lhasa ist mit  360.000 Einwohnern vor allen Dingen eine kleine, chinesische Grossstadt.

Glücklicherweise geht es auch anders.

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Roland Dürre
Sonntag, der 29. November 2009

InterFace und unternehmerTUM (Zwischenstand des Teamprojekts)

Sabrina Niederle hat uns den Status des Teamprojekts Manage&More/unternehmerTUM für die InterFace AG berichtet:

Manage&MoreDas Teamprojekt hat die Aufgabe, die „Marke InterFace AG“ zu untersuchen, zu bewerten und durch konkrete Vorschläge und Maßnahmen weiter zu stärken. Unser Team von Manage&More besteht aus 21 Studenten und Doktoranden aus verschiedenen Disziplinen und ist seit Anfang November intensiv an der InterFace AG und ihren Stakeholdern dran.

Am 20.11.2009 wurde der erste Meilenstein erreicht und die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den einzelnen Interviews, Observationen, Selbsterfahrungen und Recherchen auf „Brown Paper“ zusammengefasst.

Dabei wurde folgendes Vorgehen gewählt:
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Empathie ist die Fähigkeit,
sich in andere Menschen
einfühlen zu können.
Das geht so weit, dass unsere
Handlungsneurone schon feuern,
wenn wir eine Handlung nur beobachten.
Wir können also mit einem
fremden Wesen
in Gedanken mithandeln.
Dieser praktische Mechanismus
nennt sich Spiegelneuron.
Schön und gut.
Noch wichtiger wäre es,
einen anderen Mechanismus zu finden.
Wie aus einem gemeinsamen Handeln in Gedanken
ein gemeinsames Handeln in der Tat wird.
Einen kennen wir sehr gut.
Geld.
Seltsamerweise finden wir aber
Moneypathie in keinem Wörterbuch.

KJG/SIX

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Marc Borner
Samstag, der 28. November 2009

Glücklich leben

Ich musste ein wenig suchen, bis ich die Stelle wiederfand, die mich ursprünglich zur Philosophie brachte und wie es der Zufall wollte auch mit Medienberichten der letzten Wochen zu tun hat. Ein wenig aus dem Lateinunterricht. Ein wenig Seneca: „Glücklich leben, mein Bruder Gallio, wollen alle; aber wenn es darum geht, zu durchschauen, was es ist, das ein glückliches Leben bewirkt, dann ist ihr Blick betrübt“.

So beginnt Seneca seine Briefe an Lucilius. Vor allem bewegte mich Senecas Geschichte des Telesphoros von Rhodos. Dieser hatte es gewagt, seinen alten Freund und Herrscher Lysimachos zu erzürnen und soweit ich mich erinnere, gewagt seiner Tochter den Hof zu machen. Lysimachos fand dies alles andere als lustig und lies seinen alten Freund gefangen setzen, ihn in einem Käfig öffentlich ausstellen und nach und nach verstümmeln. Im Unrat und ohne Augen, Ohren und Nase war Telesphoros gezwungen umherzukrabbeln wie ein Tier.

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Hans-Peter hat mich als Kommentar zu meinem 500. Post (Freiheiten) darauf aufmerksam gemacht, das dieser Post jetzt der 501. ist. Bin selbst überrascht. Jetzt hoffe ich, dass meine Mitautoren immer mehr schreiben werden und ich dann immer weniger schreiben darf. Bis dahin schreibe ich einfach mal weiter.

🙂 Und Unsinn, über den man schreiben kann, gibt es ja leider mehr als genug!

TeslaRoadster-frontEs wird schon viel Nonsens auf Papier gedruckt. Nicht nur in der Regenbogenpresse. Auch in der Süddeutschen. Am Mittwoch, den 25. November finde ich z.B. im ersten Teil der SZ „Mutmacher-Seiten“ mit dem Thema: Aufbruch aus der Krise!

Und zu Beginn auf Seite 9 ist da ein (zu) langer Artikel
Nichts für Spaßbremsen“ (Fromm/Mühlbauer) und ein kleiner Kasten „ABC des Aufschwungs“ (chof).

Toll denke ich. Und was finde ich: Den mittlerweile 25. Artikel zum Sportwagen von Tesla. Mit folgenden „Teaser“:

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lehanekinderspAmanda, vernachlässigtes Töchterchen einer verkommenen, bierseligen, TV süchtigen, schmuddeligen Schlampe, ist spurlos verschwunden. Die Krokodilstränen der Rabenmutter verwischen zwar das billige make up, können jedoch von echter Betroffenheit nicht überzeugen. Ihr Schwager wendet sich schliesslich an Angela und Patrick.

Die Sachlage ist kompliziert, eine Lösegeldforderung bleibt aus und überhaupt, welchen Sinn hat es ein Kind aus dem Bodensatz der Gesellschaft  zu entführen?

Lehane führt uns in ein Gestrüpp falscher Fährten, vom Milieu erbärmlicher Drogendealer in die ekelhafte Welt ekelhaft verkommener, unsäglich grausamer Kinderquäler und die stockdunkle Sackgasse gutmenschlicher Kriminalität.

Am Ende wird dem Recht genüge getan und alles andere gnadenlos zerstört.

„Gone Baby Gone“ ist ein Meisterwerk, packender albtraumhafter Thriller und philosophische Parabel. Besser geht es nicht!!!

Unbedingt lesen!!!

HPK

Roland Dürre
Freitag, der 27. November 2009

„Meine Freiheiten“ oder „Definition und Polemik!“

Ein kleiner und sicher „dilettantischer“ Beitrag zu Rhetorik, Polemik und der Präzision von Sprache.

Vor kurzem habe ich für meinen Vortrag Unternehmertum 7 Definitionen von und zu Freiheit gesammelt:

So könnte Freiheit heißen:

  • Willens und fähig sein, sein Leben eigenverantwortlich zu führen.
  • Nicht alles tun und lassen dürfen, aber nicht gezwungen werden, Dinge zu tun, die man nicht tun will.
  • Seine bewussten Interessen und unbewussten Interessen in Einklang bringen.
  • Eigenes und fremdes personales Leben eher zu mehren als zu mindern
    oder auch
  • Vor nichts und niemanden Angst haben (Konstantin Wecker, “Willy”).
  • Im Einklang mit dem großen Geheimnis leben (Willy Michel, Isarindianer).
  • Freedom is just another word for nothing left to lose! (Janis Joplin, Me and Bobby McGee)

Jetzt ist mir noch eine 8. begegnet:

  • Die eigene Freiheit hört dort auf wo die fremde Freiheit beginnt.

All diese Definitionen empfinde ich als redliche Versuche, den Begriff Freiheit einzugrenzen. Sie gehen davon aus, dass es Freiheit geben könnte und versuchen auf verschiedenen Sprachebenen klar zu machen, was Freiheit dann bedeuten könne.

Meine Aufzählung von Freiheiten wurde von unserem Chefkommentator Chris ergänzt:

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X.  Beijing – Lhasa   18.6.09 – 20.6.09

k8_Beijing_Lhasa_1Die Flut von eiligen Reisenden mit Koffern, Säcken und Kartons ergiesst sich durch die Gepäckkontrolle des Westbahnhofs in die hoffnungslos überfüllten Wartehallen vor den Gleisen. 20 Minuten vor Abfahrt öffnen sich die Schranken, das Einsteigen verläuft erstaunlich ruhig und diszipliniert.

Wir teilen unser Abteil mit einem chinesischen Ehepaar mittleren Alters. Die Frau zieht eine sauertöpfische Jammermiene, der Mann macht einen eher dümmlich hilflosen Eindruck. Beide sprechen noch weniger Englisch als wir Chinesisch.

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