Edwin Ederle
Donnerstag, der 31. Dezember 2009

Sicherheit im Flugverkehr

Nach dem versuchten Anschlag auf ein Flugzeug beobachte ich das, was immer nach einem schlagzeilenträchtigem Ereignis passiert: Puren Aktionismus. (Nach einem Jahrhundert-Tsunami baut man ein Tsunami-Warnsystem in Sumatra, nach einem Zugunfall untersucht man die Räder, … als würde die Wahrscheinlichkeit dafür nach einem unwahrscheinlichem Ereignis steigen).

Nun können wir uns auf mehr Sicherheit im Flugverkehr freuen: Man muß in der letzten Stunde vor der Landung angeschnallt sitzen bleiben, darf die Toiletten nicht mehr aufsuchen und kein Handgepäck am Schoß haben. Ich stelle mir all die verzweifelten Terroristen vor, die erfolgreich eine Bombe an Bord gebracht haben und nun die Aktion aufgeben müssen, weil man in der letzten Stunde nicht aufstehen darf (denn dass sie sich als gute Bürger daran halten, ist unfraglich!). Schon vor 3 Jahren fühlte ich mich so viel sicherer als man mir mitteilte, ich dürfte nicht nach USA fliegen, wenn ich nicht die Postleitzahl des Hotels der ersten Nacht kenne.

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Für 2010 wünsche ich mir die volle Freiheit für den Bau von Minaretten. Je höher, desto besser erinnern sie mich.

Sie erinnern mich an das Andere. Wie denkt es? Wie handelt es?

Sie erinnern mich daran, dass ein beliebtes Argument nicht sticht. Minarette (und Moscheen) hier, gegen Kirchen dort. Für uns ist Pluralität ein hoher Wert, für die anderen nicht.

Sie erinnern mich daran, dass die Menschenrechte stark individualistisch und westlich geprägt sind. Für uns eine logische, geschichtliche Entwicklung, für die anderen, religiös geprägten, bestenfalls ein Wert der Zukunft.

Sie erinnern mich daran, dass Minarette eine 1500 Jahre alte Rechtsauffassung in die moderne Gesellschaft übertragen. Für uns eine völlig unhaltbare Auffassung, für die anderen Sicherheit.

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Heute Abend feiern wir den Jahreswechsel. Wir verlassen das Jahr 2009 und treten ein in 2010. Ein neues Jahrzehnt wartet auf uns. Die Anzeichen mehren sich, dass sich die Welt in den nächsten Jahren wesentlich verändern wird.

Mein Wunsch für das neue Jahr ist, dass der sich anbahnende Wandel möglichst frei von Gewalt statt findet.

Dass Kriege uns verschonen.

Dass unsere gesellschaftlichen Werte Toleranz und Freiheit auch in den vor uns liegenden schwierigen Zeiten erhalten bleiben.

Und dass wir nicht die Grausamkeiten einer inhumanen Gesellschaftsordnung in unserem Teil der Welt zu lassen. Und dass auf allen Wegen uns ein wenig Demut begleiten möge.

Allen IF-Blog-Leserinnen und -lesern wünsche ich nur Gutes. Ein gesundes und gelingendes Jahr 2010!

RMD

P.S.
Den offiziellen InterFace-Sylvester-Gruss findet man hier.

P.S.1
Das wunderschöne Bild ist ein Arrangement von Rolo Zollner! Es steht unter „common licence“, d.h. bei Quellenangabe kann es von Euch genutzt werden.

GRÜNSIX
Mittwoch, der 30. Dezember 2009

Sondersendung: Radiophilosophie #062 – NACKTREISENDE.

Vor einigen Jahren hatte ein Reiseveranstalter
von FKK-Urlauben eine Idee.
Den Urlaub bereits im Flugzeug
beginnen zu lassen.
Alle splitternackt im Flugzeugsessel.
Dafür bekam er damals keine Erlaubnis.
Möglicherweise bekäme er die heute.
Nacktreisende statt Nacktscanner.
Sicherheit zum Nackttarif.
Nichts auf der Welt ist so kraftvoll wie eine
Idee, deren Zeit gekommen ist.
Schreibt Victor Hugo.
Jetzt wissen Sie, woran die wahren,
guten Ideen scheitern.
An der falschen Zeit.

KJG/SIX

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Werner Lorbeer hat in seinem letzten Artikel zu desertec auf mein „Manifest zu Kopenhagen“ hingewiesen und mich für meinen CO2 Fußabdruck ein wenig gelobt.

Das Lob ist nicht berechtigt.

Hier mein CO2-Fußabdruck in fünf Kategorien berichtet und jeweils mit einer (mir selbst gegebenen) Verhaltensnote bewertet (1 – 6, sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft, ungenügend), so wie früher in der Schule (Werner ist ursprünglich Lehrer!).

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Werner Lorbeer
Dienstag, der 29. Dezember 2009

Desert Tec #005 – Wie handeln?

BalanceDesertec.org definiert wohlgemut ein großes Projekt. Es ist ein sehr kapitalintensives Zivilisationsprojekt, um elektrische Leistung aus Sonnenstrahlung zu gewinnen, um sie transkontinental Mitteleuropa zur Verfügung zu stellen.

Ein verwandtes Projekt ist die Idee der baltischen HGÜ (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung), die Mitteleuropa mit Windenergie versorgen soll.

Im Moment scheitert sowohl die Einspeisung der Sonnen- wie der Windenergie an unzureichend ausgebauten Versorgungsnetzen – es ist teilweise schon so dramatisch, dass man für den Verbrauch elektrischer Leistung Geld herausbekommt, weil die Preise an der Strombörse ins Minus gerutscht sind.

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Heute stelle ich mal nur Fragen und liefere keine Antworten!

Funktioniert ein Unternehmen eher wie ein biologisches System oder wie eine technische Maschine?

Welchen Einfluss haben Manager tatsächlich auf die Entwicklung eines Unternehmen

Handeln Führungskräfte gesteuert von ihrem großen Verstand aufgrund besonderer Kenntnisse oder beeinflussen sie ihre Teams durch oft sogar unbewusste emotionale Steuerung? mehr »

PostfossilAuch dieses Buch lag unter unserem Weihnachtsbaum. Herr Jörg Schindler ist uns kein unbekannter, hat er doch schon im IF-Forum einen Vortrag gehalten. Die Folien zu seinem Vortrag finden Sie auf unserer “Dokumente”-Seite oder gleich hier zum Lesen und Ausdrucken.

Nach seinem letzten Buch Geht uns das Erdöl aus? gemeinsam mit Werner Zittel versteht sich das neue Buch, das er gemeinsam mit Martin Held geschrieben hat, als ein Wegweiser für die Zeit nach dem „Oil Peak“, in der wir uns seit einiger Zeit befinden dürften.

Und das Buch ist mehr als ein Wegweiser, es zeigt, dass der Weg auch begehbar ist, und vor allem dass es ein Weg ist, der durchaus Freude bereiten kann. Eine Entbeschleunigung uns auf vielen Ebenen würde uns zweifelsfrei gut tun.

Vor allem belegt das Buch:

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Roland Dürre
Sonntag, der 27. Dezember 2009

„Keine Kriege!“ oder „Danke, Francis!“ ♫

Der Weihnachtsbrief von Francis Van Hoi hat mich an meine Jugend erinnert. In den 60iger Jahren ging es wieder los mit dem Krieg in Asien. Wie wir in die Oberstufe des Gymnasiums kamen, eskalierte der Vietnamkrieg. Auch persönlich ging der Krieg uns nahe. Wir waren mit GI’s aus den US-Kasernen befreundet. Nachts trafen wir uns im Playboy (Augsburg Pfersee) und Hank’s Night Club (Augsburg Oberhausen) oder im Tambourine in München. In ihrer letzten Nacht in Deutschland, bevor sie dann im Morgengrauen nach Vietnam mussten, heulten sie.

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Markus Seidt
Samstag, der 26. Dezember 2009

Notizen aus Vietnam #4 – Weihnachtsbrief von Francis Van Hoi

bac HoiLiebe Freunde,

ich habe in der letzten Woche mehr geweint als gelacht. Mein Leben hier hat mich mehr verändert als ich erwartet hätte. Es gibt hier heute genau so viel Elend wie in Zeiten des Krieges, obwohl dieser schon vor mehr als 30 Jahren zur Ende ging. Im Namen der Behinderten bedanke ich mich bei Ihnen für Ihre Hilfe. Möge Gott Ihnen Frieden und Gesundheit schenken.

Die Kinder haben wirklich kein Glück gehabt, seit sie in diese Welt gekommen sind. In einem sehr armen Land wie Vietnam ist ihr Unglück umso größer – so groß, dass sie dringend Ihre Hilfe brauchen. mehr »