In der Süddeutschen vom 28./29 August 2010 unter ESSAY auf der Seite V2/3 lese ich einen Artikel von Norbert Bolz:

Jeder ist seines Clickes Schmied!
Warum uns mit der Privatheit in der Internet-Gesellschaft auch die bürgerliche Freiheit abhanden kommt.

Auf so etwas stürze ich mich natürlich und lese diesen Artikel. Allein schon das schöne Wortspiel mit „seines Glückes Schmied“.

Und bin entsetzt. Ich finde nur intellektuelles Geblödel. Nach der Lektüre des Artikels weiß ich noch weniger als vorher, was denn Privatheit ist (in Wikipedia steht der Begriff übrigens auch nicht, man findet ihn aber indirekt unter privat).

Im Artikel finde ich dagegen Schlüsse, wie dass der Verlust der Privatheit die bürgerliche Freiheit bedroht oder dass Ein Angriff auf den Geheimniszustand stattfindet, der wiederum für die bürgerliche Privatsphäre wesentlich wäre. Oder dass Aus Bürokratie Software wird, die unser Verhalten kontrolliert.

Auch fehlen die so oft gehörten und kritischen Aussagen zum Neuromarketing nicht, wie Amazon es betreiben würde.
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Wieder so ein paar Gedanken, wie sie mir im Urlaub durch den Kopf gehen …

Die Vereinten Nationen werfen den großen Konzernen der Welt beim Umweltschutz schwere Versäumnisse vor. „Das natürliche Kapital der Welt wird im großen Stil vernichtet“, warnte UN-Umweltchef Achim Steiner im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Die Vereinten Nationen beziffern die Umweltschäden, die allein die 3000 größten Unternehmen der Welt durch den Missbrauch natürlicher Ressourcen, durch Verschmutzung von Luft oder Gewässern sowie das Aussterben von Arten verantworten, dem Bericht zufolge auf 1,7 Billionen Euro (Quelle SZ)

Zwar finde ich es absurd, solche Schäden in Geld zu rechnen. Währungen sind virtuell und volatil. Die Zahl müsste ja ganz von allein jeden Tag höher werden, aus Gründen der Inflation wie auch aufgrund der permanenten Fortsetzung der Zerstörung.

Aber zumindest ist so eine Zahl mal eine Basis. Der Artikel vom Juli 2010 hat mich angeregt, ein wenig herum zu rechnen, was uns da pro Kopf so treffen könnte.

Denn die Unternehmen schädigen die Umwelt ja nicht aus Selbstzweck oder purer Lust und Laune, sondern in unserem Auftrag. Wir erwarten, dass sie uns möglichst preiswert mit Produkten und Dienstleistungen versorgen. Das die Konzerne dabei ihren Profit maximieren, muss man ihnen in dem von uns verantworteten System zugestehen. Und von diesem Profit profitieren letzten Endes auch wieder wir als Shareholder.

Die wahren Profiteure sind also nicht die Konzerne, sondern wir. Über den Schaden schimpfen wir zwar, nehmen ihn aber zumindest billigend in Kauf.

Aber jetzt zur Rechnung:

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Roland Dürre
Montag, der 30. August 2010

Müll

Seit einer Woche fast zelte ich jetzt in Griechenland. Und es ist verblüffend, wie nett die Menschen sind und wie gesund das Essen hier schmeckt. Überall ist gute Laune und alles ist vom Feinsten.

Kann natürlich sein, dass ich deshalb die Sonnenseite von Griechenland erlebe, weil ich weit weg vom zentralen Athen/Piräus bin. Wir sind 15 km südlich von Gythio.

Gythio war der Hafen Spartas und ist die lokale Metropole, hat aber auch nur knapp 5.000 Einwohner. Die nächste größere „Stadt“ dürfte Sparta sein, das aber mit seinen weniger als 15.000 (Stadt) bzw. 20.000 (Landkreis) Einwohnern nach unseren Maßstäben auch in  die Rubrik „Kleinstadt“fällt. Sowohl Ottobrunn wie Unterhaching haben zum Beispiel mehr Einwohner.

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Heute Nacht im Zelt wurde ich neun mal geweckt. Zwischen 3 und 4 in der früh. Durch eine Reihe von SMS, die mich eigentlich am Samstag Nachmittag hätten erreichen sollen. Und das ging so:

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Es muss nicht immer so weiter gehen!

Jetzt dürfte es schon daheim in meinem Briefkasten liegen, das brand eins vom September. Ich bin aber in Griechenland – und diesmal bringt es mir niemand. Dabei hätte ich doch hier so schön Zeit zum Lesen.

Das kleine Gythio, Endpunkt der in Malmö beginnenden Europastraße 65 mit 7.000 Einwohner und einem internationalen Hafen, in dem Yachten aus vielen Ländern anlegen, hat einen gut sortierten Zeitungsladen. Da gibt es auch viele deutschsprachige Zeitungen wie die Süddeutsche, die Frankfurter – für Liebhaber auch die Züricher – und Magazine wie den Spiegel oder den Stern.

Aber kein brand eins. Deshalb kann ich auch keine Rezension schreiben.

So nutze ich ein Gut, dass immer schon wichtig war …

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Urlaub ist gleich Lesen. Nach dem „Pinguin-Prinzip“ (Kotter) und den „“Die kreativen Zerstörern der deutschen Wirtschaft“ bin ich jetzt bei der „Trilogie des laufenden Schwachsinns“ gelandet. Geschrieben wohl Ende der Sechziger wurde es zum Kultbuch der Siebziger.

Das ist ein dickes und schweres Taschenbuch aus dem damaligen Kultverlag 2001, dass drei Bände umfasst: „Die Vollidioten“,  „Geht in Ordnung – sowieso — genau —“ und „Die Mätresse des Bischofs“. Und dann noch die „Erläuterungen zur Roman-Trilogie“.

Das Buch ist gar nicht so einfach zu lesen. Aber es macht ungeheuren Spaß. mehr »

Roland Dürre
Freitag, der 27. August 2010

Nazis im Internet

Wieder mal werden Ängste geschürt. Mit einer verstärkten Internet-Präsenz versuchen die bösen Nazis die Jugend zu beeinflussen. So berichten die Innenministerien Deutschlands.

Ach ist das schlecht, das Internet. Zuerst der böse Riese Google und nun die gemeinen braunen Kobolde.

Ich meine, da wird wieder viel Wind um nichts gemacht. Um vielleicht noch ein wenig mehr Polizeistaat zu kriegen. Oder den Einsatz der Bundeswehr im Inneren vorzubereiten. Oder auch nur, um halt irgend etwas verlautbaren zu können. Ich weiß es nicht.

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Roland Dürre
Donnerstag, der 26. August 2010

Angst vor Google

Jetzt geht sie wieder um in Deutschland, die Angst vor Google. Street View ist das Unwort. Kann dann doch jeder von jedem die Luxusvilla im Internet sehen. Eine Reihe von Argumenten lese ich, wie Street View die Intimsphäre verletzten würde.

🙂 Und in jeder Diskussion kommen die Bordellgänger vor. Zwar würden deren Gesichter unkenntlich gemacht, aber sehr wohl wären sie an ihrer Kleidung und Gestik erkennbar. Wirklich schlimm.

Und die Ausspähung der Objekte zur Planung eines Einbruchs würde immer leichter werden. Und nicht zuletzt würde man ja die Farbe der Vorhänge im Küchenfenster erkennen …

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Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema

Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

100819 Behendigkeit ist keine Hexerei – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

100820 Bei großem Gewinn ist großer Betrug – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

100821 Bei gutem Winde ist gut segeln- gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

100822 Bei Tisch soll Freude den Vorsitz führen – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

100823 Bei Wasser und Brot wird man nicht tot- gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

100824 Bei Weisheit muss eine Torheit sein – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

100825 Beim Wein geht die Zunge auf Stelzen – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter Twitter und “follow” RolandDuerre!

Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichworte habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Detlev Six
Dienstag, der 24. August 2010

Das Ende vom Ich.

Wenn ich in der Schule schlecht bin,
schlagen meine Eltern den Lehrer.

Wenn ich fett werde,
berufe ich mich auf meine Gene.

Wenn ich zu dünn bin,
sind die falschen Vorbilder schuld.

Wenn ich Alkoholiker werde,
ist das Suchtzentrum im Hirn verantwortlich.

Wenn ich Heroin drücke,
dann ist meine Familie schuld.

Wenn ich Täter werde,
schiebe ich es auf meine Determiniertheit.

Wenn ich Opfer werde,
schiebe ich es auf den Täter.

Wenn es mir schlecht geht,
bitte ich Gott um Hilfe.

Wenn Gott nicht hilft,
ist der Teufel daran schuld.

Wenn ich als Politiker nichts mache,
dann ist die Faktenlage dafür verantwortlich.

Wenn ich als Manager versage,
muss die Firma für mich sorgen.

Wenn ich Einwanderer bin,
sind die Einheimischen für alles zuständig.

Bitte fortsetzen.

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