Roland Dürre
Mittwoch, der 29. Februar 2012

Georg Schramm & Der Zölibat

Gestern Abend war ich mal wieder bei ihm, dem Georg Schramm. Aufgetreten ist er im Lustspielhaus zu Schwabing. Georg Schramm ist einer meiner Generation, ein gutes Jahr älter als ich. Vielleicht verstehe ich ihn deshalb so gut.

Er hat uns ein tolles und sehr aufwändiges Programm beschert. Sehr konsequent. Mit totaler Hingabe. Ein Aufruf zum sozialen Widerstand. Mit harten Aussagen gegen die Finanzwelt. In der RAF-Zeit hätte man ihn wegen des Aufrufs zum Morden verhaftet.

Und am Schluss erklärt er den Leuten gar, was ein „flashmob“ ist. Das gefällt nicht jedem. Verstehe auch, dass die Herrschenden so etwas nicht mehr zur besten Sendezeit im Fernsehen gar nicht so gerne sehen.

Ein paar spannende Theorien waren auch dabei. Unter anderem eine zum Zölibat. Da haben dann ein paar Zuschauer den Raum verlassen …

Ich gebe sie kurz wieder:

Georg Schramm geht in seinem Kabarett davon aus, dass die Kirchenvertreter so im 12. Jahrhundert besonders triebstark waren. „Und alles gemaust hätten, was nicht schnell genug auf die Bäume kam“. Das hätte als Folge natürlich viele Kinder gehabt, die wiederum den Reichtum der Kirche bedroht hätten. Und aus diesem Grunde hätte das Management der katholischen Kirche den Zölibat eingeführt. Klingt ja nicht unlogisch.

Dem entgegne ich aber, das es damals noch weitere (gute) Gründe für diese Managemententscheidung gegeben haben könnte.

Die Kirche war damals sicherlich schon mächtig und reich. Sie war wohl der größte Grundbesitzer (hätte fast -besetzer geschrieben) und baute eindrucksvolle Bauten. Ein reiches System muss aber, um reich zu bleiben und noch reicher zu werden, gut für seine Systemagenten sorgen.

Jetzt waren aber im Mittelalter die Zeiten hart. Hunger und Elend waren für einen großen Teil der Bevölkerung normal. Bischöfe und Pfarrer dagegen dürften nicht zur Not leidenden Mehrheit gehört haben.

Ist es menschlich nicht ganz normal, dass die „Weibchen“ unserer Art sich lieber den „Männchen“ entgegenkommend zeigen, die „zu Fressen haben und im Wohlstand leben“ – wie Bert Brecht vielleicht gesagt haben würde.

Ist es nicht genauso normal, dass die „Männchen“ damals – wie heute – halt sehr schwache Wesen waren und sind?

Und wird eine Organisation nicht unglaubwürdig, wenn sie Wasser (Keuschheit und Monogamie) predigt und ihre operativen Mitglieder den Umständen geschuldet genau das Gegenteil leben? Das schadet zumindest langfristig jeder Organisation.

Dann ist doch das Zölibat eine nur zu gut verständliche Management-Maßnahme. Notwendig zur Image-Pflege, die gerade für Unternehmen, die mit Werten handeln, von großer Relevanz ist.

War die Einführung des Zölibats so gesehen nicht das Beispiel von genialer Unternehmensführung? Sozusagen ein Genie-Streich? Dies verbunden mit dem angenehmen Nebeneffekt eines wesentlichen Senkens der Kosten!

Wie gesagt – reine Spekulation. Aber egal – der Zölibat ist – ganz gleich in welcher Dimensionen man ihn betrachtet, ein Anachronismus.

RMD

P.S.
Der Inhaber der Bildrechte am Foto von Georg Schramm ist Hossa bei de.wikipedia.

P.S.1
Ich nehme Menschen wie Georg Schramm, Urban Priol, Bruno Jonas, Bernd Hildebrandt, GerhardPolt gar nicht mehr als Kabarettisten wahr. Für mich sind sie mehr zu so einer Art uns mahnende Volksredner und freie Wanderprediger geworden, die kritisch und Werte basierend aufgeklärte Positionen vertreten und eine Rückbesinnung auf unsere freiheitliche Grundordnung einfordern.

So fällt mir auf, dass bei Ihnen immer weniger gelacht wird, sie aber immer mehr Beifall bekommen.

Werner Lorbeer
Dienstag, der 28. Februar 2012

Desert Tec #014: Zuviel Energie!

Als ich 1992 erstmals vor den vier Windmühlen des Spannbüllhofs stand, kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Es war ein windiger Sommer, die Tochter hatte Keuchhusten und ich erlebte die Küste mit ihrer heilenden und windigen Gewalt.

Als Physiker analysierte man automatisch die Funktion und die Energieernte der Mühlen und ich staunte nicht schlecht über die kaufmännische Potenz dieser vier Mühlen à 0,5 MWatt, die sich alleine in diesem Jahr 60% ihrer Investitionssumme verdienten.

Zum Rechnen:
Pro installiertem 1 MW Leistung beträgt die Energieernete etwa 2 – 2,5 GWH/Jahr (Eine wichtige Zahl für die vielen bayrischen Investoren, die derzeit schwachwindige Standorte mit ihrem Investitionskapital beglücken wollen. Merke: Irgendwann ist Schluss mit der Subvention und es zählen die Kosten. Die Abschreibungsobjekte Ostdeutschland schicken ihre grimmigen Grüße an den national begeisterten Investor).

Die Frage des zweiten Tages galt natürlich dem Netz und dem Energiespeicher und bereits 1992 waren zwei Dinge klar:

  1. Die Umschalttechnik konnte das plötzliche „aus dem Wind gehen“ der Windkraftketten bei zu viel Wind nicht verkraften
  2. In Schleswig-Holstein gibt es keine Wasserspeicherkapazitäten für die Abnahme von Überkapazitäten
  3. Und das störte weder die Windbauern noch sonst einen Subventionspolitiker, weil man bei Subventionen eh nie weiß, warum man sie bekommt.

Nun, oh Schreck, 2012 soll die Energie auch noch genutzt werden – damit haben weder die Subventionierer noch die Windanlageninvestoren gerechnet!

Viel besser lebte es sich doch, wenn die Prämie auch weiter fließt, wenn die Anlagen wegen Netzüberlastung bei Wind abgeschaltet werden.

Ja, auch das gibt es: Prämie für das Abschalten wegen Netzüberlastung. Wir haben von der DDR wirklich viel gelernt. Heute (27. 2. 2012) retten wir durch das Parlament den „Euro“ und morgen „die ganze Welt“. Derweil wandert die Produktion von Kohlefasercomposite für den BMW e-Mini wegen hier unbezahlbarer Energiekosten in die USA zum Moses Lake ab.

Gibt es einen Weg raus aus dem Dilemma?

Ja!

Es wird ein Plädoyer werden für „power to gas„.

wl

Jetzt mache ich mal (ausnahmsweise) Reklame in eigener Sache.

Am 22. Juli 2011 bei der BICCnight von BICCnet in München, im Gebäude des bayerischen Rundfunks habe ich einen Vortrag gehalten. Es war ein Rückblick auf die Geschichte von IuK (Informations- und Kommunikationstechnologie) und Medien und ihre enge Verbindung.

Der Vortrag war mir sehr wichtig. Ich habe versucht, die wichtige Rolle von Medien und IuK bei der Entwicklung unserer Gesellschaft heraus zu arbeiten. Dies, seit dem es Menschen gibt. Und vor allem wie wichtig ein freies Internet für eine demokratische und humane Zukunft ist.

Jetzt haben mich eine ganze Reihe von Rückmeldungen erreicht, dass dies gut gelungen wäre. Allerdings gab ich meinem Vortrag den Titel

What’s new, pussycat?

Diesen Titel fand ich zwar genial. Er ist aber für die Suchmaschinen des „Cyberspace“ völlig ungeeignet. Deshalb verweise ich hier noch mal auf meine „pussycats“.

Aufgenommen wurde das Video vom Friedrich.

Und eine zweite Bitte habe ich noch. Wenn Sie einen Artikel in IF-Blog öffnen, finden Sie unten den Hinweis

Be Sociable, Share!

Dort sind viele Knöpfe, die zu diversen „social networks“ führen. Wenn Ihnen ein Artikel gut gefällt, dann klicken Sie doch mal den einen oder anderen Knopf.

🙂 Dann wird der Artikel auch in Ihrem Netzwerk sichtbar und ich kriege noch mehr Klicks. Und ich würde mich riesig freuen.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 27. Februar 2012

Einer meiner Helden – Monsieur le Président ♫ ♫

Mit seiner „Kulturzwiebel“ hat mich Eberhard – Dr. Eberhard Huber, mehr von ihm im projekt-(B)LOG – dazu  gebracht, mich auf die Suche nach meinen persönliche Helden zu machen. In einem Artikel in IF-Blog habe ich darüber berichtet.

Gestern vormittag im Radio (Sonntagsbeilage, Bayern2) habe ich mal wieder das Antikriegslied „Le déserteur – Mr. Le Président …“ gehört. Und er ist mir wieder eingefallen, einer der großen Helden meiner Jugend:

Boris Vian.
Auch wieder kein Deutscher (siehe Kulturzwiebel).

Sofort habe ich aufgemacht, im „Cyberspace“ nach ihm zu suchen. Zuerst nach dem Original des „Déserteur“. Natürlich bei Youtube. Aber Fehlanzeige. Da kommt die beliebte „GEMA-Maske„.

Aber dann wurde ich doch fündig. Zuerst habe ich Johan Galtung gefunden, wie er das Chanson Le déserteur des großen Boris Vian singt.

Auf deutsch sang es viel später Wolf Biermann: Monsieur le Presidente.

Wer mehr zum Lied wissen will, muss ins französische Wikipedia gehen, für Boris Vian finden wir auch im deutschen einen sehr lesenswerten Artikel. Hier noch zwei Stellen, wo Ihr die Texte findet: Deutsch und Französisch.

Vielleicht noch mal zur Gema und ihren Youtube-Sperrungen. Darüber hat sich Sony (!) auch schon beschwert.
🙂 Weil das den Umsatz für Sony reduziert und somit das Geschäft schädigen würde. Auch die Einnahmen der Gema übrigens. Also – Sturrheit und Dummheit zum eigenen Nachteil.

Aber den Boris Vian mit Le déserteur zu sperren ist ja zynisch gesagt ja schon fast für Krieg zu sein. Oh deutsches Land und deutsche Gema.

Ich verneige mich hier noch einmal vor der Zivilcourage von Boris Vian!

RMD

P.S.
Das Lied ist aus dem Jahre 1954!!!

Roland Dürre
Sonntag, der 26. Februar 2012

Weg mit dem Plastik-Müll!

Günther Bonin und OneEarth-OneOcean.com – gegen Plastik-Müll

Am Donnerstag habe ich ihn auf der F.R.E.E in der Messe München getroffen. Meinen alten Freund Günther Bonin, mit dem ich bestimmt schon 30 Jahre Fußball spiele. Er war dort mit einem Stand und hat für „seine“ OneEarth-OneOcean geworben.

Günter hat auch schon seine Fünfzig Lenze. Und er möchte in seinem Leben noch etwas richtig Sinnvolles tun. Deshalb hat der diesen gemeinnützigen Verein gegründet.

Gemeinsam mit Freunden will er das Land und als leidenschaftlicher Segler besonders die Meere unseres Planeten vom Plastik-Müll und dessen schrecklichen Folgen befreien. Er und sein Team haben tolle Ideen entwickelt und großartige Projekte aufgesetzt.

Der Zuspruch ist groß. So hat OneEarth-OneOcean schon eine Großspende von einem führenden Telekommunikationsanbieter erhalten. Und der Kreis der Mitstreiter wächst ständig.

Auch ich unterstütze Günther und OneEarth-OneOcean.

Ich meine, dass jeder von uns Handeln kann – und muss! Denn wir müssen das Plastikzeug aus der Natur zurückholen.

Aber was genauso wichtig ist:

Wir dürfen gar keinen Plastikmüll entstehen lässt. Denn wir brauchen das Zeug wirklich nicht. Und wie der Volksmund sagt: Vorsorgen ist besser als heilen.

Deshalb gibt es für mich nicht mehr:

Joghurt aus Becher, Getränk aus Plastikflaschen und „over-packed“ Nahrungsmittel. Und sonstigen Plastik-Quatsch.

Und anstelle von Shampoos, Rasierschaum, Deodorants und Männerkosmetika verwende ich nur noch Seife aus meiner Seifenschale. Die schäumt und riecht genauso gut. Siehe dazu auch meinen Artikel Plastikmüll und Ausgeschleckt!

RMD

P.S.
Auf der Suche nach OneEarth-OneOcean habe ich OneWorld-OneOcean entdeckt. Klingt auch nicht schlecht.

Roland Dürre
Samstag, der 25. Februar 2012

Briefgeheimnis 2.0

Das habe ich heute morgen in den Nachrichten gehört und dann im MDR nachgelesen:

Die deutschen Geheimdienste überwachen zunehmend E-Mails. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Angaben des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages berichtet, wurden 2010 mehr als 37 Millionen E-Mails und Datenverbindungen überprüft. Den Angaben zufolge hat sich die Zahl der Kontrollen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffacht. 

In BILD selbst klingt das so:

Im Jahr 2010 wurden danach 37.292.862 Emails und Datenverbindungen überprüft, weil darin bestimmte Schlagwörter (z.B. Bombe, Atom, Rakete usw.) vorkamen. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffacht. 2009 waren 6,8 Mio. Internet-Kommunikationen überprüft worden.

Ich mach mal die Dimension des Geschehens klar:

Es gab eine Zeit, da gab es keine E-Mails. Und die Telefonie war nicht so verbreitet. Da hat man sich noch richtige Briefe geschrieben.

Man stelle sich jetzt vor, ein Heer von Staatsfunktionären oder -robotern würde jeden Brief vorsichtig (unter Wasserdampf) öffnen und ihn nach Begriffen wie Bombe, Atom, Rakete usw. durchsuchen. Falls dieser Begriff enthalten ist, wird eine Kopie gemacht und diese zur „Prüfung“ weitergegeben. Anschließend wird der Brief sorgsam verschlossen, damit der Empfänger gar nicht erst auf die Idee kommt, dass der Brief gelesen wurde.

In meiner Jugend gab es so etwas wie das Briefgeheimnis. Und das beschriebene Verfahren hätte damals einen Verstoß gegen das Grundgesetz bedeutet.

Viele Menschen in der BRD haben daran geglaubt, dass sich die Organe ihrer Republik ans Briefgeheimnis halten. Mein Vater war einer davon. Allerdings hat mein Vater immer geargwöhnt, dass die „drüben“ in der „Ostzone“ oder „Sowjetzone“, die wir dann aus Trotz und zur Provokation „DDR“ nannten, sich an so etwas nicht halten würden.

Deshalb hat er die Briefe an seine Tanten in Brandenburg heimlich markiert. Damit die erkennen konnten, wenn der Brief von der Stasi (oder wem auch immer) geöffnet wurde. Und natürlich haben sie für gewisse Begriffe Tarnbegriffe genutzt. Ich erinnere mich da an Code-Worte für die politische Lage aber auch für Kaffee und Bücher (was man halt so hin und her geschickt hat). Ja, so war das damals …

Zurück zur E-Mail-Überwachung. Wahrscheinlich ist die Aktion ja per se Unsinn. Welcher Terrorist oder Verbrecher wird schon so dumm sein und so gefährliche Worte in einer E-Mail verwenden. Aber irgendwie muss man halt unsere Steuergelder und das ganze Geld, das man sich von den Finanzmärkten leiht, auch ausgeben.

Eine Information vermisse ich in den Medien: Ist mit dieser Methode auch nur eine kriminelle Handlung vereitelt worden? Und wie viel Unschuldige sind kompromittiert oder in Verdacht geraten?

RMD

P.S.
Jetzt gäbe es verschiedene Möglichkeiten:

Wenn Ihr wollt, dass Eure E-Mails nicht gelesen werden, dann vermeidet alle kritischen Worte. Man braucht diese ja nicht. Das wird allerdings nur so lange gut gehen, bis die Geheimdienste auf die Idee kommen, dass genau die E-Mails gefährlich sind, in denen keines der kritischen Worte steht.

Wenn Ihr den Geheimdiensten ganz viel Lesestoff geben wollt, dann macht Euch einen Baustein, in dem alle kritischen Worte drin stehen. und fügt den in jede E-Mail ein. Natürlich müsst Ihr den Baustein täglich um neue „kritische Worte“ erweitern. Das wäre dann eine Art ziviler Widerstand. Aber Vorsicht – wahrscheinlich ist „ziviler Widerstand“ auch schon ein „gefährliches Wort“.

Ich werde es so weiter machen wie bisher! Und einfach schreiben was ich denke. Weil es mir wurscht ist, wer meine E-Mails alles so mit liest.

P.S.1
Mist!
In diesem Post stehen ja die Worte Bombe, Atom, Rakete usw.

Nein. Kein Mist!
Habe ich doch die Chance, so meine Leserschaft zu erhöhen! Und in diesem Blog gibt es keine „unberechtigten Mitleser“. Jeder ist willkommen!
🙂 Auch die Damen und Herren vom …

P.S.2
Und noch ein P.S. Wenn das so weitergeht, dann bin ich bald froh, dass es BILD-Zeitung gibt. Hätte ich mir früher auch nicht träumen lassen.

Roland Dürre
Freitag, der 24. Februar 2012

Unternehmertagebuch #73 – Die Rolle des AR in der kleinen AG

Immer öfters nutzen mittelständische Unternehmen wie die InterFace AG die Rechtsform der Aktiengesellschaft (AG).

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass mit dieser Rechtsform eine große Anzahl von Aktionären besser organisiert werden kann als bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Das ist zum Beispiel dann wichtig, wenn ehemalige und aktive Mitarbeiter zu den Aktionären gehören und so der Kreis der Aktionäre eine größere Anzahl umfasst.

Der Nachteil einer AG ist der höhere Aufwand. So muss man die erweiterten Regeln des Aktienrechts befolgen und benötigt einen Aufsichtsrat (AR). Die Mitglieder des AR müssen in ihrer Anzahl aus drei oder einem Vielfachen der Zahl drei bestehen (drei, sechs, neun …).

Welche Aufgaben hat ein Aufsichtsrat in einer kleinen Aktiengesellschaft?

Der AR sollte drei wichtige Aufnahmen übernehmen.

  • Er sollte die Interessen der Aktionäre und des Unternehmen verbinden. Eine notwendige Voraussetzung fürs Gelingen ist das Bilden einer „Firewall“ zwischen den Aktionären und dem Unternehmen. So muss der AR darauf achten, dass die Aktionäre nicht zum Beispiel durch unbillige Dividendenforderungen dem Unternehmen schaden und dass der Vorstand die Interessen der Aktionäre in sein Handeln mit einbezieht.
  • Weiter muss der AR darauf achten, dass das Unternehmen auf Kurses bleibt. Ideal wäre es, wenn AR sich schon beim Festlegen des Kurses einbringen kann.
  • Der AR ist der Ansprechpartner der Vorstände in allen Angelegenheiten, die die Gesellschaft betreffen. Er muss die Vorstandsverträge aushandeln, mit denen sich die Vorstände an das Unternehmen binden. Daraus folgt natürlich, dass er auch dafür sorgen muss, dass neue Vorstände entwickelt werden.

Einem mittelständischen Unternehmen tut es gut, wenn es als AG einen AR hat, der aus Menschen besteht, die die Kompetenz, die Zeit und den Willen haben, gemeinsam mit dem Vorstand für das Wohl des Unternehmens zu wirken.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

Klaus Hnilica
Donnerstag, der 23. Februar 2012

Otello – und die Lust zu würgen

Carl und Gerlinde (XIX)

Carl war platt! Der Otello – tatsächlich ausverkauft! Und er, Carl, war drinnen, andere draußen! Und die es nicht glauben wollten, hielten im Eingangsbereich der Oper immer noch Pappkartons hoch, auf denen sie tapfer um Karten bettelten! Carl hätte am Liebsten seine Karte gleich meistbietend verscherbelt, denn der Verdi und sein Otello konnten ihm wirklich gestohlen bleiben; nur – das konnte er Hannelore nicht antun! Sie hatte ihn so nett eingeladen!

Außerdem war das schon ein gutes Gefühl, wenn man etwas hatte, das andere nicht hatten! Das fühlte sich prima an…

„Da siehst du wieder einmal“, sagte Hannelore mit ihrem gefährlich verschmitzten Lächeln, „was du mir alles verdankst, lieber Carl“ und drückte ihn mehr als ihm lieb war an sich, als er beim versuchten Gleichschritt über die wenigen Stufen bis zum Eingang ungeschickt stolperte.

Leicht irritiert sagte Carl, dass ihn bei diesen vielen Opernfans schon interessieren würde, ob die wirklich nur wegen Verdis Musik kämen, oder ob sie sich im Stillen nicht doch daran delektieren wollten, dass da einer noch konsequenter als der triebstarke Wetterfrosch seine Würgespielchen durchzog…

„Es ist ja nicht jeder wie du, Carl “, spöttelte Hannelore und steuerte zielstrebig die Garderobe an.

Entschuldigend fügte sie hinzu, dass sie gern zugebe, dass in seiner momentanen Verfassung der ‚Otello’ nicht gerade aufbauend sei, aber er war halt im Abo, und ihr goldiger Kurt guckte lieber Fußball, als sich dieses Gejodle anzutun, bei dem er eh nur einschlafe…

Ein kluger Mann, der Kurt, dachte Carl, nahm Hannelore den Mantel ab und wünschte, er hätte ähnlich couragiert wie Kurt ihrer Opernverlockung widerstehen können. Aber mit Gerlinde musste er auch immer in die Oper. Er war abgehärtet. Als Trost ging’s ja danach stets ins „Fundus“!  Für heute Abend hatte er da auch einen Tisch reservieren lassen! Sie käme aber nur mit, sagte Hannelore spitz, wenn er sie nicht mit ‚Gerlinde hier und Gerlinde da’ zulabere. Überhaupt sollte für den Rest des Abends das Thema Gerlinde tabu sein und er sich, wie ein echter Gentleman, nur um sie kümmern!

„Nicht wahr, mein goldiges Carlchen“?

„Abgemacht mein Hannelörchen – mit den roten Mauseöhrchen!“

„Mistkerl“, sagte sie  lachend.

Und er sagte „Miststück“ und meinte nicht nur sie, sondern auch Gerlinde und alle anderen Frauen in der Welt…

Denn Fakt war, dass er selbst nach acht Wochen keine Ahnung hatte, wo sich ‚sein heiß geliebtes Luder’ Gerlinde – wenn sie denn noch ‚seins’ war – aufhielt, beziehungsweise mit wem sie sich herumtrieb… Was sie bestimmt tat!

Ein Kind von Traurigkeit war sie nie gewesen. Gott sei Dank! Aber jetzt setzte ihm gerade diese Tatsache besonders zu! Und wie! Er hätte wahnsinnig werden können! Genau wie Otello! Der aber weniger Grund hatte; denn seine kreuzbrave Desdemona hatte sich nie außerhalb seines ‚Würgehorizonts’ herumgetrieben!

Nicht so Gerlinde, die sich einfach aus dem Staub gemacht hatte und ihn armen Tropf nicht nur kränkte und demütigte, sondern ihm auch noch jede Möglichkeit nahm sie zu würgen! Miststück: so ein bisschen ‚angewürgt’ hätte er sie schon gerne, wenn er ehrlich war…

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Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

120216 Morgenstunde hat Gold im Munde – aber selten für Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

120217 Müh und Fleiß bricht alles Eis – aber nicht beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

120218 Mund und Herz sind eine ganze Spanne voneinander – hoffentlich nicht beim Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

120219 Mus ist nicht Suppe – dran denken, Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

120220 Muß man denn allen Plunder wissen – dran denken beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

120221 Müßige Leute haben seltsame Gedanken – gibt es auch bei Twitterern und Bloggern! #Twitter #Bloggen #Weisheit

120222 Müßiggang ist aller Laster Anfang – auch bei Twitterern und Bloggern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Mittwoch, der 22. Februar 2012

Wie man super erfolgreich wird. ♫

Nicht einmal nackte Spieltheorie. Aber doch ganz realistisch. Eine Geschichte von einem Freund.

In der Vorlesung. Ein Professor macht ein Spiel mit Studenten im Hörsaal.

Spiel 1:
Der Professor lässt seine Studenten eine Münze werfen. Wer Wappen hat, der bleibt. Wer eine Zahl hat, scheidet aus. Das Spiel geht weiter bis einer (oder keiner) über bleibt. Wenn einer überbleibt, ist er der Gewinner. The winner takes it all!

Spiel 2:
Der Professor nimmt seine Münze. Die Studenten im Hörsaal haben keine Münzen. Sie müssen sich vor dem Wurf für Wappen oder Zahl entscheiden. Der Professor wirft seine Münze. Die Studenten, die sich nicht für das Ergebnis der Münze des Professors entschieden haben, scheiden aus. Das Spiel geht weiter, bis alle ausgeschieden sind oder genau ein Student übrig bleibt. The winner takes it all!

Spiel 3:
Der Professor hat eine reelle Münze. Die Studenten im Hörsaal haben reelle Münzen. Der Professor wirft, die Studenten werfen. Wer dasselbe Ergebnis hat wie der Professor, der darf weiterspielen. Wer nicht, scheidet aus. Das Spiel geht weiter, bis alle ausgeschieden sind oder genau ein Student übrig bleibt. The winner takes it all!

Spiel 4:
Das Spiel geht ohne Münze. Die Studenten im Hörsaal haben Zettel. Im geheimen müssen sie sich schriftlich für Wappen oder Zahl entscheiden. Die Mehrheit gewinnt. Das heißt, wenn sich die Mehrheit der Studenten für Wappen entschieden hat, dann scheiden alle Studenten aus, die sich für „Zahl“ entschieden haben. Analog natürlich umgekehrt. Bei Gleichheit wird wiederholt. Das Spiel geht weiter, bis alle ausgeschieden sind oder genau ein Student übrig bleibt. The winner takes it all!

Ganz gleich wie die Regeln sind oder wie kompliziert es ist, so ist es doch immer dasselbe Spiel. Wie im Leben.

Es mag viele Gute und viele Erfolgskriterien geben, aber letzten Endes spielt das Glück die entscheidende Rolle. Das braucht man, um groß raus zu kommen. Auch genau wie im Leben.

RMD