Roland Dürre
Samstag, der 30. Juni 2012

Was ich nicht mag #29 Wieder mal die IHK

Da komme ich gestern vom Betriebsausflug spät am Abend heim und schaue die Post durch. Und was finde ich?

Eine Zeitung von der IHK.

Bisher kannte ich nur das gleichnamige Magazin derselben Institution, das mich auch regelmäßig und zum Teil mehrfach als unerwünschter Hochglanz-Müll erreicht (siehe meinen Artikel zur letzten Ausgabe).

Diesmal ist es die Wirtschaft 02 |2012. Das Themea „Unternehmensnachfolge rechtzeitig antreten“ steht groß und mittig auf der Titelseite. Wirklich hoch aktuell! Ist zwar sicher ein wichtiges Thema, aber diese Sau wird doch schon seit längeren von Banken und Beratern durchs Dorf getrieben.

Und unten auf der ersten Seine lese ich dann auch noch:

IHK bedauert Votum gegen die 3. Startbahn.

🙂 Da stinkt er mir.

Noch mehr stinkt er mir, dass mir jetzt schon wieder eine Zeitung ungefragt ins Haus rein flattert. Ich bestelle so ziemlich alles ab, was Papier ist. Bringe „Keine Werbung“-Aufkleber auf Briefkasten und Zeitungsfach an. Und die IHK schickt mir ungefragt noch eine Zeitung heim.

Und dann sehe ich, dass ich gar nicht der Empfänger bin. Sondern meine Tochter Sophie. Die studiert Mathematik an der LMU, ist garantiert keine „Kleingewerbetreibende“ (auf deren Interessen und Nutzwert die Zeitung laut IHK-Website speziell zugeschnitten ist). Und sie hat die Zeitung auch nicht bestellt oder abonniert.

Das ärgert mich noch mehr. Wir Unternehmer sind Zwangsmitglied bei der IHK – und die versendet ungefragt Zeitungen ohne Mehr- und Nährwert aber dafür mit stark lobbyistischer Tendenz an unsere Töchter.

Wäre auch interessant zu wissen, woher die IHK die Adresse meiner Tochter (mit korrekt geschriebenen beiden Vornamen hat)? Nur von wegen Datenschutz und so …

Sollte man der Selbstdarstellung eines völlig von wirtschaftlichen Bedürfnissen losgelösten und überholten Systems wie der „Industrie- und Handelskammer“ nicht wirklich mal energisch entgegen treten? Z.B. durch Entzug der Mittel?

RMD

Werner Lorbeer
Freitag, der 29. Juni 2012

Zinsgejammer und historische Fakten

„8% Zins überfordert die Staaten im südlichen Europa.“ „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“. Ach du lieber Junker!

Die historische Wahrheit liegt so nah. Erstens waren die Ratings der südlichen Länder (und auch noch anderer) sicher falsch. Die Agenturen haben ihre Leser in falscher Sicherheit gewiegt, dafür sind sie zu tadeln. Aber sicher nicht dafür, dass sie sich jetzt der Wahrheit nähern.

Und nun zum Markt: Er will jetzt, wo ihm die Augenbinde abgenommen wurde, das Risiko entlohnt haben. Klar und das ist auch der einzige Weg, die politischen Klassen von ihren Wunschphantasien zu befreien: Ich glaube nicht an die von Deutschland gewünschte Selbstverpflichtung zur Mäßigung. Aber bei der mäßigenden Wirkung der Zinsen wäre ich mir sicher.

Daraus folgt natürlich, Herr JunkerHollandeMontiundCo, keine Zinshilfen. Aber, meine Herren und Damen, Sie dürfen gerne ihr ganzes sicher nicht unbeträchtliches Vermögen in südliche Staatsanleihen stecken.

Man wäre schon gerne Mäuschen: Welche Staatsanleihen kaufen Roth und Steinbrück? Wirklich aus Sympathie nur die griechischen, portugiesischen und spanischen? Und dann, wenn das Ganze Bergwerk kracht, tanzen wir gemeinsam mit Anthony Quinn den Sirtaki. „Sei nicht traurig Boss, das Leben ist zu kurz“.

Für die Wahrheit, was für Staaten verkraftbar ist und was sie in der Vergangenheit schon verkraftet haben, eine Graphik für die 10-jährigen Anleihen von Markt-Daten.de.

Viele Staaten sind schon mit höheren Zinsen zurecht gekommen. z.B. die BRD bei der Finanzierung der Wiedervereinigung. Ich erinnere mich noch gut an die Häme vom Finanzplatz London, die sich über die hohen Zinsen freuten – wollte da einer die Wiedervereinigung mitfinanzieren? Nein, ganz Finanz-London freute sich über den hohen Zins aus Deutschland.

Aber jetzt für die Lebensfreude dieses Sommers, für all die Junkers, Roths, Steinbrücks, Trittins und all die guten Menschen! Das Ende der Investition, das Ende des Films, Anthony Quinn und der düpierte Finanzier, das ist ultimativ, das ist alternativlos, das ist das wahre Leben ohne Alter, ohne Zivilisation, das ist nur das Jetzt ohne Morgen … unendlich schön und selbstvergessen.

wl

Roland Dürre

Kabarett – Konsument

Ich bin eigentlich ein begeisterter Anhänger vom Kabarett und von Kabarettisten. Habe mit 15 in der Silvesternacht im Radio der Lach&Schieß-Gesellschaft und Dieter Hildebrandt mit Begeisterung gelauscht. Er, Sammy Drechsel, Jörg Hube (der ja auch noch „nebenher“ Schauspieler war) und Gerhard Polt waren und sind für mich Idole. Georg Schramm, den Priol, den Pelzig und den Sigi, Hagen Rether, Pigor, Buchholz, die Gruberin und viele andere habe ich verehrt. So habe ich mir immer sehr gerne und häufig Kabarett aller Art angeschaut und so manchen Abend erlebt, der mich begeistert hat.

Vor kurzem hat sich da etwas geändert. Vom PM Camp in Wien (#pmcamp12vie) bin ich nach gut vier Stunden Zugfahrt in München angekommen und direkt zu Vince Ebert (Holger Ebert) gegangen. Und eigentlich hat der „Vince“ genau so ein Kabarett gemacht, wie ich es mag.

Es war (zumindest in der ersten Halbzeit) ein großer Appell an die Freiheit. Lustig, redegewandt, sehr kritisch, durchaus intelligent auf dem hohen Niveau eines Naturwissenschaftlers. Ein mutiges Programm, das mir eigentlich so richtig aus dem Herzen gesprochen hat. Auch mit großen Pointen, so wie er z.B. einen gar garstig und sehr misslungenen Kopf auf ein Flipchart malte und in die Runde fragte, ob sich jemand trauen würde, darunter „Mohammed“ zu schreiben. Natürlich hat sich keiner gemeldet. Die Angst saß allen in den Knochen.

Klar gab es auch ein paar Plattitüden und manche vorhersagbare Pointe, aber bei so einem langen Programm ist das nicht zu vermeiden. Und ich vertrage ja auch durchaus mal zwischendurch einen plumpen Scherz.

So war das nicht der Grund, dass ich keine Freude am Programm hatte und zur Pause gegangen bin. Und ich wusste auch gar nicht warum ich unbedingt weg wollte. Denn das Programm war eigentlich so gut, dass ich durchaus auf die zweite Halbzeit neugierig war. Aber ich hatte partout keinen Bock zu bleiben. Und musste lange nachdenken, warum das so war.

Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte keine Lust mehr, als Konsument in einem Saal zu sitzen und mir Dinge erzählen zu lassen. Selbst dann, wenn mir mehr oder weniger alles, was da gesagt wurde, gefällt. Obwohl es lustig war und es so viel zum Lachen gab.

Der Kontrast zum PM Camp (einem sehr interaktiven Barcamp) war einfach zu groß. Da durfte ich zuhören, wenn ich wollte. Und etwas sagen, wenn ich wollte. Jetzt hatte ich einfach keine Lust mehr, Marktschreiern zu folgen. Selbst wenn das, was sie sagen, mir gut gefällt. Ich mag nicht mehr passiv sitzen und zuhören. Ich möchte mitmachen. Ich mag nicht mehr nur Konsument sein, sondern auch produzieren.

Da ist mir auch klar geworden, warum ich Fernsehen gar nicht mehr  mag. Den angeschalteten Fernseher halte ich nur noch als Berieselungsanlage im Hintergrund aus. Warum ich auch keine Lust auf Kino mehr habe und mir nur noch selten Filme anschauen mag. Wenn dann nur noch besonders empfohlene in einer Clique mit ein paar Kumpels.

Ich habe „Null Bock“ darauf, mir Unterhaltung servieren zu lassen!

Und ich habe den Eindruck, dass es immer mehr – gerade jungen Menschen – so geht wie mir.

Die einzige Form von Unterhaltungs-Konsum, der mich begeistert, ist das Theater. Da spielen Menschen mit Leidenschaft für mich. Eine gute Inszenierung ist ein Gesamtkunstwerk. Und die in einem guten Stück vorhandene Dialektik belebt sowohl meine konsumierende wie auch meine produzieren wollende Seele.

Deswegen empfehle ich in München das Volkstheater und die Kammerspiele allen denen ganz besonders, denen es wie mir geht.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 28. Juni 2012

Im Radio gehört

Höre ja immer gerne Bayern2 – nicht nur die radioWelt. In der gab es heute morgen wieder bemerkenswerte Nachrichten und Reportagen.

Zuerst habe ich von einem politischen Durchbruch gehört:

Der Vermittlungsausschuss hat es geschafft! Bund und Länder sind sich einig über die Verpressung von Kohlendioxid (CO2), welches bei der Verstromung fossiler Rohstoffe entsteht.

Die Einigung sieht wohl so aus: Die Lager werden kleiner und jedes Bundesland darf der Einrichtung einer solchen Lagerstätte widersprechen.

Ist doch eine interessante Einigung. Symbolisch für unsere Politik. Und wenn diese Einigung etwas bewirkt, dann höchstens dass sie die Meinung der Bürger einigt, dass so etwas keine Politik ist.

Besonders da mir eine objektiv bessere Lösung sehr einfach scheint. Einfach die Entstehung des Kohlendioxids vermeiden. Über die notwendige Technologie verfügen wir, Geld scheint ja auch beliebig verfügbar zu sein. Es fehlt nur am politischen Willen und der sachgerechten Umsetzung.

Denn es macht doch wirklich keinen Sinn, dass wir die beste Kohle der Welt aus Australien nach Deutschland transportieren, um dann einen (sehr kleinen) Bruchteil des eingesetzten energetischen Potentials der Kohle hier als Strom zu gewinnen. Oder dass wir die wohl schlechteste Kohle der Welt, die heimische Braunkohle, hierzulande abräumen und verbrennen, um dann aufwändig die giftigen Stoffe wie Schwefel raus zu filtern – nicht wissend wohin damit. Und dann das Kohlendioxid irgendwo im Untergrund bei uns einpressen wollen?

Ein zweiter Beitrag aus der radioWelt hat mich heute Morgen zum Nachdenken angeregt. Nach einem Kölner Urteil ist die religiöse Beschneidung von Jungen (auch im Judentum oder Islam) rechtswidrig und eine strafbare Körperverletzung. Mir erscheint das ziemlich klar. Auch eine Beschneidung aus religiösen Motiven verletzt die körperliche Unversehrtheit und das Selbstbestimmungsrecht eines Kindes (das ja auch ein Mensch ist).

Und natürlich hat sich nicht nur der Zentralrat der Juden über dieses Urteil empört, sondern auch Vertreter anderer und christlicher Religionen. So hat die Deutsche Bischofskonferenz das Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen scharf kritisiert. Die Entscheidung sei „äußerst befremdlich, weil es der grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit der Eltern und ihrem Erziehungsrecht in keiner Weise gerecht wird“, sagte Heinrich Mussinghoff, Vorsitzender der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum (Quelle Spiegel)

Jeder soll nach seiner Façon selig werden“, das hat schon Friedrich der II. von Preußen um 1750 gesagt. Und dazu stehen wir doch alle. Ich wäre froh wenn das auch in vielen anderen Dingen gelten und man uns nicht bei so viel Dingen unnötig drein reden würde. Heißt das aber auch, dass wir andere Menschen – und wenn es unsere Kinder sind – verstümmeln dürfen?

Aber wir haben ja ein neues Tabu/Gebot: „Du darfst keine religiösen Gefühle verletzten!“. Das ärgert mich! Wer eine Religion ausübt, muss meines Erachtens auch damit leben können, dass seine Gefühle verletzt werden. Er sitzt doch eh am längeren Hebel, da er im Besitz einer göttlichen Wahrheit ist.

Dass meine Gefühle verletzt werden könnten, wenn Kinder in Deutschland aus religiösen Gründen verstümmelt werden, interessiert aber doch auch niemanden.

Und wenn das Kind erwachsen ist, darf es sich doch gerne beschneiden lassen. Denn wenn ein Erwachsener sich selbst verstümmelt, tätowieren oder piercen lässt, ganz gleich aus welchen Gründen, dann akzeptiere ich das.

RMD

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

120621 Sanft wie die Tauben, dumm wie die Gänse – mag ich beim Bloggern und Twitterern überhaupt nicht. #Twitter #Bloggen #Weisheit

120622 Sanftmut gereut nicht – gute Regel, nicht nur beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

120623 Säu sind Säu und bleiben Säu – gilt auch für Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

120624 Schaden gebiert Schaden – auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

120625 Schaden macht zwar klug, aber nicht reich – Vorsicht, Twitterer und Blogger #Twitter #Bloggen #Weisheit

120626 Scham hindert Schande – auch beim Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

120627 Schandtaten lassen sich mit Schandworten nicht gutmachen – dran denken, Twitterer und Blogger! #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Mittwoch, der 27. Juni 2012

Strafzettel

Gestern passiert – Life Balance hin und her, ab und zu bin auch ich ein wenig im Stress.

Termin mit einem Freund um 12:00. Um 13:00 muss ich weiter. Bin ein wenig spät dran. Muss dringend telefonieren. Einfach Bescheid geben. Die Stelle ist günstig, kein Verkehr, freie Sicht. Langsamer Radeln, Telefon raus, kurz anrufen. Ein 18-Sekunden-Gespräch. Wieder in die Pedale treten und „Gas geben“.

Dreihundert Meter weiter hält mich ein BMW an – Polizei. Drei Polizisten im BMW. Der vom Beifahrersitz steigt aus. Ich schaue ihn fragend an. Bin mir keiner Schuld bewusst. Richtige Fahrrichtung, alles bestens.

„Zu Ihnen wollen wir“ sagt er. Er stellt sich nicht vor. „Gerne“ sage ich. Ich mag die Unterhachinger Polizei. „Was gibt’s?“ – „Sie haben auf dem Rad telefoniert!“

Jetzt fällt es mir wieder ein. Hab ja vorhin kurz telefoniert. Darf man auf dem Fahrrad ja nicht. Und ich habe nicht aufgepasst ob Polizei in der Nähe ist. Pech. War halt in Eile.

Der Polizist sagt weiter: „Ich möchte Sie verwarnen“. Ich sage dem Polizisten: „OK! Ist akzeptiert! Aber machen Sie bitte schnell, ich habe es eilig.“ Er erklärt mir, dass die Verwarnung notwendig sei. Es wären in letzter Zeit soviel Radfahrer tödlich verunglückt. Die Logik verstehe ich nicht.

Ich sage aber trotzdem: „Ja, ich verstehe“. Habe es ja eilig. Lese immer wieder von Unfällen, die für Radfahrer tödlich enden. Die machen mich betroffen. Habe aber noch nie gelesen, dass ein Radler beim Telefonieren mit dem Handy verunglückt ist.

Der Polizist erklärt mir, dass man mit einer Hand auch nicht bremsen könne. Das ist zwar Unsinn. So langsam wie ich gefahren bin, reicht die rechte Hand für die Hinterradbremse an meinem Roadster von Utopia locker für einen kräftigen Stopp. Ich habe es aber eilig und nicke nur.

Der Polizist will meinen Personalausweis. Ich hole ihn raus und übergebe ihn. Dann fragt er mich: „Welche Postleitzahl hat Hohenbrunn“. Ich werde ein wenig stutzig. Was soll das? Ist das eine Fangfrage? Will er mich testen oder foppen? Ich habe es eilig und sage ihm die 5 Ziffern.

Er verschwindet im Auto. Ich warte fast 10 Minuten. Dann bekomme ich die Verwarnung. Der Polizist meint großzügig: „In den nächsten 10 Tagen bezahlen und alles ist in Ordnung“. Ich nicke. Fast entschuldigt er sich noch bei mir. Ich erkläre ihm, dass sein Verhalten absolut korrekt war und fahre weiter. Ich habe es ja eilig.

War das Ganze nötig? Wem hilft das? Werde ich mein Verhalten ändern? Meine Verwarnung werde ich widerspruchslos bezahlen. Wer eine böse Tat tut, muss dazu stehen. Außerdem kann ich 25 EURO verschmerzen. Dann denke ich mir, dass es Leute gibt, denen 25 EURO so richtig weh tun. Gut – das Leben ist ungerecht.

Wie ich weiter radele, sehe ich viele Autofahrer mit dem Handy in der Hand am Steuer. Ein paar fallen mir auf, weil sie nebenher noch rauchen. Auf den 15 km zum Ziel an der Dachauer Str. kommen mir auch viele Radler auf der falschen Seite entgegen. Einige davon telefonieren. Einer toppt den Rest, er fährt beim Telefonieren freihändig und auf der falschen Seite.

🙂 Ja, das Leben ist ungerecht.

Muss das aber wirklich so sein? Ist die Polizei wirklich dazu da, uns zu erziehen? So wie das unsere Eltern auch versucht und nicht geschafft haben?

Polizei und die Polizisten sind bei mir positiv besetzt. Trotzdem fühle ich mich gezwungen bei manchen Handlungen einen Automatismus des „Nicht von der Polizei erwischen lassen“ einüben zu müssen. Nur um Geld und Zeit zu sparen. Weil ich meine, dass ich weiß was sich gehört und mich auch wenn vernünftig daran halte.

Das nennt man übrigens Epikie ( Aristoteles) und bedeutet „man handle so, wie es ein vernünftiger Gesetzgeber erwarten würde“.

Gestern war mein Pechtag. Habe am Nachmittag dann mein Handy beim Kunden liegen gelassen. So konnte ich zumindest beim Zurückfahren nicht beim Telefonieren erwischt werden. Und abends beim Fußball stelle ich fest, dass ich zwei rechte Schuhe dabei habe …

 War aber trotzdem ein wunderschöner Tag gestern!

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 26. Juni 2012

Die liebe NATO

All das viele Papier wie die SZ, eine Boulevard-Zeitung, den Spiegel die FAZ am Sonntag …, das ich bisher frei Haus geliefert bekommen habe (inklusive viel Marketing-Hochglanzmüll) habe ich abgestellt. Und fühle mich richtig befreit und wohl dabei.

Informieren tue ich jetzt im Internet (mit PAD, Kindle und Notebook) und besonders gerne im Radio. So höre ich immer wenn sinnvoll möglich in meinem Lieblingssender Bayern 2 (nicht nur) die radioWelt. Da finde ich alles, was ich brauche: Gut selektierte Information, viel Hintergrundwissen und exzellent geführte Interviews, die so manches an Wissen bei den Gesprächspartnern herausluchsen.

Heute morgen fand ich z.B. das Gespräch mit Karl-Heinz Kamp, einem Mitarbeiter des NATO-Defense College in Rom, hoch interessant. Es ging um die Frage, wie sich die Nato nach dem Abschuss eines türkischen Militärjets durch Syriens Flugabwehr aufstellen wird.

Denn heute vormittag findet auf Antrag der Türkei ein wichtiges Nato-Treffen zum Konflikt Türkei-Syrien statt. In meinem Erleben schon als Kind war die Nato immer so ein eisernes und martialisches Bündnis, dass als Mission hatte, die „Freiheit des Westens“ zu verteidigen und ihre Existenzberechtigung vor allem aus der Bedrohung durch den Kommunismus – diesen besonders in Form des Warschauer Paktes vertreten – zu verteidigen.

Später wurde dann der Bündnisfall ausgerufen, da ging es dann gegen den Terrorismus. Ich habe zwar nie begriffen, wie man Terrorismus mit der Nato bekämpfen will, aber wahrscheinlich fehlt mir da die Sachkenntnis … Dieses Interview hat mich aber wieder mal zum Kopfschütteln gebracht.

Ich habe gelernt, dass es da einen Artikel 4 und 5 gibt. Der Artikel 4 wird wohl von der Türkei angesprochen. Der bewirkt aber gar nichts. Auch der Artikel 5 des Nato-Pakts, der den Bündnisfall beschreibt, bedeutet aber nicht viel. Denn das hieße nur, dass wenn ein Land der Pakts angegriffen werden würde, dass dann sich alle angegriffen fühlen.

Ob und welche Reaktion dagegen beschlossen würde, wäre dann die eigene Sache eines jeden Falles. Kein Land wäre gezwungen, automatisch dem angegriffenen Bündnispartner zu helfen. Da müsste erst eine „Koalition der Willingen“ gefunden werden, die dann militärische Maßnahmen ergreifen könne.

Langer Rede kurzer Sinn – so ein richtiges Bündnis scheint die Nato gar nicht zu sein. Die Ausführungen von Herrn Kamp erschienen mir sehr sachkundig. Seine Sprache aber erschien mir sehr bemüht, etwas zu rechtfertigen, das so eigentlich nicht funktionieren kann.

Das gibt mir dann auch wieder zu denken. Wahrscheinlich müsste man auch betreffend der Nato endlich mal den politischen Mut aufbringen, auch hier gründlich zu reformieren.

Vielleicht kann man im Internet ja das Interview nach hören. Dann einfach mal genau rein hören.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 24. Juni 2012

PM Camp und Leitsätze

Wer PM Camp nicht kennt, der suche einfach nach #pmcamp ! Der letzte Artikel zu #pmcamp in IF-Blog findet sich hier.

Aus dem ersten PM Camp 2011 in Dornbirn heraus ist eine „Bewegung“ entstanden. In unregelmäßigen Abständen berichte ich in IF-Blog von und zu PM Camp und unterstütze #pmcamp nach Kräften.

*

Das „Kernteam“ des PM Camp hat im März dieses Jahres wieder in Dornbirn an der Vision gearbeitet, viele gute PM Camps in DACH und später vielleicht auf der ganzen Welt zu veranstalten. Es war ein sehr konstruktives Treffen, auf dem wir schnell und gründlich unsere Werte, unsere Aufgabe und unsere Mission festgelegt haben.

Das Meeting selbst war genauso faszinierend wie das PM Camp 11 in Dornbirn (#pmcamp11) und das PM Camp 12 in Wien (#pmcamp12vie).

Heute berichte ich die gefundenen Leitsätze, die wir als Maß unseres Handelns festgelegt haben:

“Menschen sind keine Ressourcen!”
(Es geht um Menschen, nicht um Ressourcen)

„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst!“
(Goldene Regel)

„Entfalte Dein Leben und hilft mit, das Leben anderer in möglichst vielen Dimensionen zu entfalten!“
(Biophilie)

„Future is female!“
(Frauen und Männer wirken gemeinsam zusammen)

Ja – was soll ich sagen? Alle vier Sätze gefallen mir!

Um so mehr freue ich mich, dass ich letzte Woche mit einem Freund in Zürich zusammen gesessen bin. Der möchte mit seinen Partnern jetzt auch in der Schweiz das erste PM Camp durch führen. Wahrscheinlich in oder um Zürich herum. Als Namen möglicher Orte sind da Winterthur und St. Gallen gefallen. So freue ich mich jetzt schon auf #pmcamp2013ch (oder so ähnlich).

Und bei InterFace wollen wir im Herbst auch etwas machen. Ein PM Camp in München schaffen wir dieses Jahr noch nicht. Aber so als Vorbereitung für #pmcamp13muc werde ich versuchen, im Herbst 2012 eine Veranstaltung zu organisieren:

„PM Camp trifft München (PM Camp meets Munich)

Mit dem Motto „Best of PM Camp“. Das ganze im Rahmen eines fachlichen IF-Forum für unsere Freunde und Partner.

Und wer weiß – vielleicht finde ich dann ein paar Unterstützer für das PM Camp 2013 München? Wäre doch ganz toll!

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 23. Juni 2012

Post von Ulf Posé

Ulf Posé hat mir wieder einmal geschrieben!

udp

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Hallo Roland,

als Anlage meine aktuelle Kolumne aus managerSeminare.

Viel Spaß bei der Lektüre

Liebe Grüße – Ulf
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Es geht um Management. Ein paar ganz einfache aber sehr klare Gedanken:

Management (384)

Wie immer sehr lesenswert.

Danke Ulf!

Der Artikel steht auch auf unserer Seite Dokumente.

Viel Spaß beim Lesen!

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 22. Juni 2012

Mein schönstes Geburtstagsgeschenk – das Nichts.

Zwei ganz liebe Kolleginnen – die Eileen und die Yvonne-haben mir dieses Gedicht vorgetragen (und mir zum Geburtstag ganz wie gewünscht im doppelten Sinne das Nichts geschenkt):

Das Geschenk

Lieber Roland, Du kannst Dir denken,
wir wollten Dir gern etwas schenken,
und überlegten Tag und Nacht,
womit man Dir wohl Freude macht.

Doch schien uns das unmöglich fast,
weil Du ja wirklich alles hast.


Da kam uns die Idee beim Denken,
Dir eine Flasche „Nichts“ zu schenken.
Den Einfall fanden wir nicht schlecht,
denn „Nichts“ zu schenken war uns recht.

***

Ich bin dann in die Stadt gelaufen,
um schnell für Dich „Nichts“ einzukaufen.

Das aber war nicht leicht zu schaffen,
Du ahnst ja nicht, wie alle gaffen,
kommst Du in ein Geschäft gelaufen,
und sagst sogleich: Ich will „Nichts“ kaufen.

Schaust wie ein Kunde aus zumindest
und fragst, ob du hier wohl „Nichts“ findest.

Verkäufer wie Verkäuferinnen,
sie meinen gleich, Du seist am Spinnen.

Doch all der Fragen angesichts
rief ich sofort: Ich möchte „Nichts“,
und suchst mit noch leerer Tasche
in den Regalen nach der Flasche.
Bis mir der Chef dann sagt am End,
dass ich ganz unten links „Nichts“ fänd.

Und wirklich: im vorübergehen
sah ich tatsächlich „Nichts“ dort stehen.
Ich nahm mir „Nichts“ und bin gerannt
vor Freude, weil ich „Nichts“ hier fand.
Zur Kasse gleich mit großem Strahlen
und sagte: Ich will „Nichts“ bezahlen.

Du merkst es ist zum Haare raufen,
willst Du dir wirklich mal „Nichts“ kaufen.

***

Wir wollen die Rede hier beenden,
Du siehst, wir haben „Nichts“ hier in Händen.
Wir schenken dir „Nichts“ wie du hier siehst,
und wünschen Dir, dass du „Nichts“ genießt.

Genießt Du aber „Nichts“ beim Schwitzen,
hast Du von „Nichts“ gleich einen sitzen.

Und fährst Du deinen Drahtesel
mit „Nichts“ im Bauch, müssen wir Dich bitten,
wirst du von der Polizei gewunken,
sag ehrlich: „Ich hab „Nichts“ getrunken.“

In diesem Sinne und angesichts
Der Flasche hier, lieber Roland, wünschen wir Dir alles Gute zu deinem Geburtstag.

Prost!

Ich war natürlich begeistert. Einen ganz lieben Dank!

RMD

P.S.
Die Flasche war ein ganz köstliches Weißbier mit einem besonderen Etikett …