Roland Dürre
Freitag, der 31. August 2012

Mittelmäßigkeit

IF-Blog hat sein Sommerloch. Ich bin für zwei Wochen in Griechenland am Strand und pflege duerre.de. Und ergänze die  “Stichworteum ein paar neue “Stichwort-Artikel”. Heute um “Mittelmäßigkeit”.

Mein Freund und Lehrer Rupert Lay meint, dass unser größtes Problem in unserem sozialen, wirtschaftlichen und politischen Leben die zunehmende Mittelmäßigkeit wäre.

Ich empfinde es als mittelmäßig, wenn man seine Ziele sklavisch nach dem Überich einer “So ist das”- oder “So macht man das”- Gesellschaft ausrichtet und sich nicht gegen Unvernunft und Unmoral auflehnt. Mittelmäßig ist es, wenn ich mein unternehmerisches Denken an shareholder value ausrichte. Oder mein privates Lebensglück mit der Höhe meines Einkommens und der (Schein-)Sicherheit meiner finanziellen Situation verbinde.

Das Mittelmaß kann man nur verlassen, wenn man versucht, Verantwortung zuerst mal für sich selbst zu übernehmen und das eigene Leben in seinen vielen Dimensionen zu erweitern. Und wenn man Glück hat, geht der Wirkungskreis des eigenen Handelns über den eigenen Horizont heraus. Vielleicht trifft man sogar Gleichgesinnte …

Das gilt für Beruf und Partnerschaft, in der Familie und in allen Bereiche des Lebens. Ist aber nicht einfach, ich erreiche es nie.

Denn mit meiner Mittelmäßigkeit ist es wie im Märchen Hase&Igel. Wenn ich am Ziel bin, steht nur zu oft der blöde Igel da und streckt mir schon mal die Zunge raus.

Und jetzt ist bis Sonntag Internet-Pause!

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 30. August 2012

Verschwendung

IF-Blog hat sein Sommerloch. Ich bin für zwei Wochen in Griechenland am Strand und pflege duerre.de. Da ergänze ich die  “Stichworte” um ein paar neue “Stichwort-Artikel”. Gestern waren meine Gefühle zum Thema “Verschwendung” dran.

Verschwendung

Ich bin gegen vieles. Besonders gegen Verschwendung. Die geht mir auf den Wecker.

Nur – wenn ich gegen Verschwendung bin, mache ich mich klein. Weil die Verschwendung mein Feind ist, der einfach überall auf mich lauert. Materiell und in der Zeit. Und mich so häufig betroffen macht.

Also will ich nicht gegen Verschwendung sein, ich möchte für das Gegenteil stehen. Aber was ist das Gegenteil von Verschwendung?

Da erinnere ich mich an einen Satz, den ich von Klaus Töpfer gehört habe: “Im biologischen Sinne ist ein System nachhaltig, wenn es keinen Abfall produziert!”. OK, so definiere ich Abfall und Müll als negative Verschwendung.

Daraus könnte ich schließen, dass ich Nachhaltigkeit mehre, wenn ich die negative Verschwendung minimiere. Und habe für mich festgelegt, dass das Gegenteil von negativer Verschwendung die Nachhaltigkeit ist. Und bin jetzt noch mehr für Nachhaltigkeit.

Und bin genauso für die positive Verschwendung, wie sie uns die Natur mit ihrer Schönheit, ihren Farben und ihrer Vielfalt schenkt. Oder die Verschwendung der Menschen, wenn sie mir ihre Liebe geben.

RMD

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

120823 So manches Land, so manche Weise – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

120824 So manches Wort, so manche Antwort – macht Twittern und Bloggen so spannend. #Twitter #Bloggen #Weisheit

120825 So viel Köpfe, so viel Sinne – das Schöne am Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

120826 Sobald Gesetz ersonnen, wird Betrug gesponnen – Thema für Blogger und Twitterer? #Twitter #Bloggen #Weisheit

120827 Solang es tropft, versiegt es nicht – wie beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

120828 Solange ein Narr schweigt, hält man ihn für klug – Empfehlung für Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

120829 Solche Knochen kann ich wohl sachte benagen – denkt sich manch Twitterer und Blogger #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Mittwoch, der 29. August 2012

Im Urlaub gelesen 2: Der Ethik-Rat soll’s richten …

Auch das lese ich so im Urlaub in meinen älteren Zeitungen:

Jetzt soll der Deutsche Ethik-Rat einen Vorschlag machen, wie man aus dem Problem mit der Beschneidung der männlichen jüdischen Säuglinge in Deutschland herauskommt. Die Tage davor hatte ich auch eine Reihe von Stellungnahmen diverser deutscher medizinischer Experten zur frühen Beschneidung gelesen. Da war ein Kinderarzt, ein Schmerzens- und Anästhesie-Experte, ein Medizinprofessor, ein Klinikchef und ein Psychologe dabei.

Das klang für mich alles nicht sehr aufmunternd und hat mich bestürzt gemacht. So eine frühe Beschneidung ist wohl alles anderes als eine schönes Ritual. Und auch kein trivialer und von Folgen freier Eingriff.

Dann habe ich auch gelesen, dass ein wohl relevanter jüdischer Rabbi gegen jede Art von Narkose während der Beschneidungs-Prozedur ist. Und dass die Türkei sich auch schon geäußert hat und „der türkische Europaminister Bagis die Religionsfreiheit in Deutschland gefährdet sieht“.

Das hat mich dazu gebracht, im Internet zu recherchieren. Gefunden habe ich unter anderem eine ausführliche (und für mich ziemlich absurd klingende) Stellungnahme des „Zentralrats der Juden in Deutschland“.

Es gibt aber eine Instanz, von der höre ich nie etwas. Die aber für mich besonders relevant wäre. Es sind die Frauen. Was denken denn die jüdischen Mütter, wenn ihre Säuglinge wenige Tage nach der Geburt schmerzhaft von fremden Männern verstümmelt werden?

Wie geht das zusammen mit der Mutterliebe? Wollen die Mütter das wirklich? Oder opfern sie ihre Kinder nur aus Schwäche und Angst, weil sie im Käfig einer jahrtausende Jahre bürgerlichen Unterdrückung nicht den Mut haben, einer unmenschlichen Tradition zu wider stehen?

Oder ist es viel komplizierter und spielt hier insgeheim so eine Art „anarchisches Sexualverständnis“ inklusive einer „besonderen Form von Penisneid“ eine Rolle? Sieht „Frau“ deshalb Beschneidung eigentlich ganz gerne? Als Bestrafung für „Mann“ und damit „Mann“ sauber ist und bleibt?

Über weiblichen Widerspruch würde ich mich freuen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 28. August 2012

Im Urlaub gelesen 1: Nationaler Aufbruch gegen Erdbeben (Türkei)

Wenn ich im Urlaub Zeitung lese, bin ich meistens ein paar Tage hinterher. Aber gerade auch die älteren Zeitungen haben es in sich. Da will die Türkei 40 Millionen Wohnungen gegen Erdbeben sicher machen. Zentral gesteuert. Als große nationale Anstrengung.

Mit einem epochalem Regierungsprogramm. Das klingt doch toll. Nach Handlungsfähigkeit. Endlich kommt da jemand und macht etwas. Der große Aufbruch – die moderne Türkei auf ihrem Weg in die Zukunft. Da leuchtet doch ein, dass man bei so einem nationalen Projekt natürlich keine Rücksicht auf die Bewohner nehmen kann, wenn es denn gelingen soll.

Der Bericht klingt so ein wenig nach China. Ich glaube an solche Programme nicht. Sie bewirken zu viel Frust. Es gibt ab und zu ein paar kleine (Anfangs-)Erfolge, aber am Schluss steht doch fast immer das Scheitern.  Zu viele negative Beispiele solcher Mega-Projekte finden wir in Staaten und Gesellschaftssystemen. Meistens hinterlassen sie mehr Ruinen und Trümmer als Verbesserungen.

Profitieren werden genau die selben Unternehmen, die vorher an den Schrottbauten verdient haben. Viel Geld wird auch sonst verbrannt werden. Und am Schluss verpufft vieles und das Erreichte bleibt sehr bescheiden. Trotzdem macht es sicherlich Sinn, Gebäude erdbebensicher zu machen. Was wäre denn die Alternative?

Selbst bei so gewichtigen Themen würde ich Aufklärungsarbeit durch eine transparente Informations- und Kommunikationspolitk bevorzugen. Mit dem Ziel einer gesellschaftlichen Bewusstseinsänderung und dem Schaffen einer Aufbruchstimmung die zu vielen lokalen Initiativen führt. Das wäre dann wahrscheinlich billiger und vor allem nachhaltiger.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 27. August 2012

Bildung

IF-Blog hat sein Sommerloch. Ich bin für zwei Wochen in Griechenland am Strand und pflege duerre.de. Und ergänze die  “Stichworte” um ein paar neue “Stichwort-Artikel”. Heute meine Meinung zum Thema “Bildung” (aus duerre.de):

In unserer komplexen Gesellschaft ist Bildung die Voraussetzung für Erfolg.

Des Einzelnen wie für eine gute Gesellschaft.

Bildung schafft Wissen, Wissen macht Freude, Freude generiert Mut.

Wer über Wissen, Freude und Mut verfügt, der hat die besten Chancen, glücklich zu werden.

Wehe den Gesellschaften, die an Bildung sparen.

Kann es sein, dass die kürzesten Beiträge die besten sind?

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 26. August 2012

Wandel

Ab und zu lese ich hier im Urlaub im wilden Süden Griechenlands (Peloponnes, Mani) ein wenig die „Informations-Seiten“ im Internet. ARD, SZ, Spiegel und ähnliches.

Und bemerke da auffallend häufig ein Gefühl der Ratlosigkeit in den Nachrichten. Zum Beispiel bei der Mobilität. Ich lese:

Sogar der vom VCD prämierte sparsamste PKW mit Verbrennungsmotor produziere viel zu viel Gramm an Kohlendioxid. Elektroautos wären nicht in Sicht. Die Benzinpreise würden steigen …

Und dann kommt die Angst dazu:

Was wird mit dem Rückgrat der deutschen Industrie – der Automobilia?

Zwar erscheinen die Sorgen berechtigt. Aber auch hier gibt es Lösungen. Und wir sollten uns mehr mit den Lösungen auseinandersetzen. Auch in den „Nachrichten“. Wäre schön, wenn die Medien weniger Angst und Ratlosigkeit verbreiten sondern sich um die Zukunft kümmern würden.

Die wird vom Wandel geprägt sein. Denn der Wandel, den wir brauchen, der wird stattfinden und findet schon statt. Dieser Wandel wird und muss in unserem kollektiven und individuellem Bewusstsein vor sich gehen. Wir müssen umdenken. Und wir werden umdenken, weil wir es müssen. Als Teil der Evolution, getragen durch die Vernetzung unserer Welt übers Internet.

Und es fängt an. Schon jetzt versuchen immer mehr Menschen, Arbeiten und Leben besser zusammen zu kriegen. Nutzen vermehrt die öffentlichen Verkehrsmittel und das Fahrrad. Und wahrscheinlich bald den Elektroskooter. Es muss und wird gelingen, ein wenig „Decroissance“ in die Mobilität und unser gesamtes Leben zu bringen.

In vielen Bereichen fällt die Hierarchie und wird sukzessive durch Netzwerke ersetzt. Unternehmerische Initiativen treten an Stelle von systemischer Umsetzung. Strikte Koppelung wird durch lose ersetzt, zentrale Steuerung durch Selbststeuerung abgelöst. Dies wird gerade in den komplexen sozialen Systemen notwendig sein und auch passieren. Dies auch als Hinweis, wie man unsere „aktuellen Probleme“ wie EU und EURO lösen könnte.

Immer mehr Menschen beginnen ihre Lebensgewohnheiten ändern. Entziehen sich der Marketing-Maschinerie. Reduzieren ihren Konsum. Verzichten auf Statussymbole. Ernähren sich gesünder. Gewinnen ihre Lebensfreude aus dem, was ihnen wichtig ist. Ziehen das Sein dem Schein vor. Werden kritischer und autonomer und lassen sich nicht mehr von Religionen und Verbänden die Meinung aufdrücken.

Für den Wandel brauchen wir keine staatlichen Programme. Die können uns nicht helfen, denn es muss aus uns heraus passieren. Auf Subventionen und Verordnungen verzichten wir am besten, die werden uns garantiert nicht voranbringen. Die Weiterentwicklung unseres  Bewusstsein und unserer Werte muss aufbauend auf einem herrschaftsfreien und fairen Diskurs geschehen. Und der hat schon begonnen.

Parallel dazu müssen wir nur noch handeln. Dezentrales Tun ist angesagt. Gemeinsam und jeder für sich muss einfach nur das tun, was richtig ist und sein lassen, was falsch ist. So einfach ist es.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 25. August 2012

Dafür / Dagegen

IF-Blog hat sein Sommerloch. Ich bin für zwei Wochen in Griechenland am Strand und pflege duerre.de. Und ergänze die  “Stichworte” um ein paar neue “Stichwort-Artikel”. Heute zum Thema “Dafür – Dagegen”:

Im Sommer 2012 durfte ich Dr. Klaus Töpfer bei einem Vortrag persönlich kennen lernen. Da hat er die „Dagegen-Kultur“ verteidigt. Das war für mich das erste Mal.

Er hat wunderbar begründet, wie wichtig das „Dagegen Sein“ für den Wandel und das Finden besserer Lösungen ist. Das hat mich sehr beeindruckt.

Nur weiß ich, dass gegen etwas zu sein mich klein macht. Denn alles, gegen das ich bin, ist mein Feind. Der überall auf mich lauert. Materiell und emotional. Deswegen bin ich für eine „Dafür-Kultur“. Und möchte versuchen, möglichst nie gegen etwas sondern immer für etwas zu sein.

Also leben wir nicht das „Dagegen Sein“! Sondern nutzen es als spielerische und dialektische Übung zum Zwecke des Erkenntnisgewinn durch die „Kunst des negativen Denkens“. Und entwickeln so mit dem „Dagegen Sein“ das richtige „Dafür Sein“!

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 24. August 2012

Warum unterstütze ich PM Camp?

Marcus Raitner ist einer der Protagonisten von PM Camp und der Gründer von openPM. Sein Blog /misc ist wirklich bemerkenswert und erst recht lesenswert. Im Rahmen seiner Arbeit für PM Camp hat er mir geschrieben:

Da die InterFace ja auch regulärer Sponsor ist, solltest Du vielleicht auch ein paar Worte schreiben, einen kurzen Text als Antwort auf die Frage: „Warum unterstützen wir das PM Camp?“ in dem Du Eure Firma vorstellst und schreibst warum ihr das PM Camp so gut finden, dass ihr es als Sponsor unterstützt.

Bitte schick Deinen Text an info@pm-camp.org, wir veröffentlichen den Text dann mit eurem Logo im Blog (www.pm-camp.org).

Hier meine Antwort:

InterFace AG:

Die InterFace AG startete 1984 in München. Es ging um agile Entwicklung von Software. Heute um branchenunabhängiges, prozessbasiertes und lösungsorientiertes Wissen und pragmatische Erfahrung rund um den oft unternehmenskritischen Einsatz von IKT-Technologie. Wir sind ein lebendiges Wissensunternehmen, Projekte spielen bei uns immer eine zentrale Rolle.

Warum PM Camp:

Klassische Ausbildungssysteme wie Schule, Universität und institutionelle Verbände versuchen Können zu standardisieren. Abfragewissen und Schablonendenken verdrängt Kreativität.

PM Camps sind freie, nicht institutionalisierte „Unkonferenzen“ und so die Alternative zu den klassischen Tagungen der „Projekt Management – Industrie“. PM Camp ist lebendig, denn auf den PM Camps treffen sich alt und jung, Frau und Mann, Projekt Manager, Studenten, Führungskräfte, Freiberufler und Unternehmer.

Offenheit und Transparenz werden im PM Camp gelebt, der herrschaftsfreie und redliche Diskurs ist angesagt. Das „Du“ ist normal, alle Teilnehmer begegnen sich auf Augenhöhe, traditionierte Weltbilder werden hinterfragt. Wer als „Konsument“ kommt wird schnell zum „Produzenten“.

Das sind ideale Voraussetzungen für das ehrliche Teilen und Mehren von Erfahrung und Wissen. So bestätigen alle Teilnehmer, dass sie in kurzer Zeit intensiv gelernt und viel profitiert haben – und das PM Camp trotzdem enormen Spaß gemacht hat.

🙂 Jetzt freue ich mich, wenn ich diesen Text dann so oder so ähnlich am Dienstag auf der Seite vom PM Camp lesen darf.

RMD

Mähnicke & Six
Donnerstag, der 23. August 2012

Der tägliche Wahnsinn: Opfergetue TV

Victimismo ist eine Wortschöpfung aus dem Spanischen.

Heißt soviel wie Opfergetue.

Sehr oft im Süden Europas zu beobachten.

Kaum im Norden.

Vor allem aber immer wieder in den Fernsehnachrichten.

Mehr Täglicher Wahnsinn?