Roland Dürre
Sonntag, der 30. September 2012

brand eins im Oktober

Am Mittwoch war es schon bei mir – das neue brand eins. Und musste wieder bis zum Wochende warten. Mein „Post-China-Reise-Stress“ …

Auf der Website von brand eins finde ich das Titelblatt des Oktoberheftes in grau, grün, blau und einem fahlen beige. Da habe ich wieder Glück gehabt, denn mein brand eins ist das „Grüne“ – und grün ist meine Lieblingsfarbe!

Das in der Cellophanhülle eingeschweißte Paket ist diesmal besonders dick. Da finde ich neben dem brand eins des Oktober eine 92 Seiten dicke Broschüre
WOHLSTAND IN ZAHLEN – Eine Bilanz„.

Gut gemacht, sieht interessant aus und enthält viele Zahlen. Herausgegeben und finanziert von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und von brand eins Wissen redaktionell überarbeitet. Die INSM ist ein überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, was immer das heißen mag. Finanziert wird sie von den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie, also so eine Art Lobbyismus.

Aber sei es drum, die Broschüre ist eine interessante Sammlung von Zahlen und statistischen Aussagen. Und letzteren darf man ja bekannter Weise eh nur glauben, wenn man sie selber gefälscht hat.

Der Titel des Magazins gefällt mir schon wieder ganz gut:

Besserwisser gesucht

Da fühle ich mich gleich angesprochen. Bin ich doch auch – zu meinem eigenen Leidwesen – immer wieder so eine Art von Besserwisser. Das ärgert mich gelegentlich. Muss aber damit leben – ist wohl nicht mehr zu ändern. „Schwerpunkt Spezialisten“ sagt mir auch zu, fühle ich mich doch auch als nicht nur selbsternannten „expert“, und das nicht nur für ein Thema!

Im Heft geht ich dann wie immer zuerst mal zum Editorial von Frau Fischer:
Tief bohren und weit sehen
ist ihre Überschrift. Klingt gut – das möchte ich auch immer gerne. Klappt bei mir zwar nur selten – aber vielleicht geht es anderen ja besser.

Und dann kommen sie wieder, die oft wirklich einzigartigen Artikel zu allen möglichen Themen und Branchen: Erfindungen und Entdeckungen, Experten, Finanzpolitik, Geld(-Wäsche), Gesundheit, Macht, Medien, Unternehmen und Wissen. Für die IT-Experten ist auch was dabei – was will ich mehr?

Fazit – wieder ein absolut lesenswertes Heft! Also – wieder mal ein großes Lob an die „brand eins-Experten“! Ich werde heute Abend weiterlesen – mit einem frischen Wiesn-Bier vor mir.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 29. September 2012

Vortrag von Rupert Lay – „GOTT“ – NEU DENKEN – 2012

Es ist eine kleine, vielleicht sogar große Sensation. Am Samstag, den 8. September 2012, war Rupert Lay wieder Gast des Ronneburger Kreis und hat zu seinem aktuellen Lieblingsthema gesprochen:

„GOTT“ – NEU DENKEN 

Leider konnte ich dieser Einladung nicht folgen, weil ich wegen der Hochzeit meines ältesten Sohnes nach China musste. Sonst wäre ich auf jeden Fall dabei gewesen.

Glücklicherweise jedoch hat der Ronneburger Kreis diesen Vortrag aufgenommen! Also – ein ganz großes Dankeschön in Richtung Ronneburger Kreis und natürlich vor allem an meinen alten Lehrer und Freund Rupert, dass er diesen Vortrag vor der Kamera gehalten hat.

Die Veranstaltung fand in Frankfurt um 15:00 Uhr im Hotel Rödelheimer Hof statt.

Rupert Lay wurde 1929 in Drolshagen geboren und trat nach dem Abitur in den Jesuitenorden ein. Er studierte Philosophie und Psychologie, Theoretische Physik und Theologie, später auch Wirtschaftswissenschaften. Er lehrte nach seiner Habilitation Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Ordenshochschule St. Georgen, wirkte als Priester, Psychotherapeut und gab Kurse für Manager. Er ist Autor vieler Bücher. Seit einigen Jahren lebt er in einem Seniorenstift in Frankfurt.

Für mich ist er der deutsche Nestor zu „Ethik im Management“.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 28. September 2012

Die ältesten Firmen …

Ein guter Freund hat mir folgenden Scan einer SZ-Grafik mit Quelle Hoppenstedt und Henokiens zu gesendet.

Ich finde die Auflistung recht interessant. So befinden sich unter den deutschen „Top 10“ der ältesten Unternehmen ausschließlich Brauereien. Da drängt sich doch der Schluss auf, dass ein Unternehmen nur dann überdurchschnittlich lange existieren kann, wenn es ein vernünftiges und langfristig wirklich begehrtes Produkt herstellt und/oder anbietet.

Und als Lehre für den Unternehmer:

Man lege zuerst mal die persönlichen und fürs Unternehmen spezifischen Erfolgs-Kriterien fest. Wenn diese wesentlich von der Dimension der „Langlebigkeit“ bestimmt werden, dann sollte der Unternehmer zuerst Mal dafür sorgen, dass das von ihm verantwortete Unternehmen ein Produkt am Markt anbietet, das zeitlos nachgefragt wird.

Und das ist in meiner Bewertung alles andere als einfach. Also hier der negative (und bewußt zynische) Schluss: Da die meisten Unternehmen Dinge auf den Markt bringen, die eigentlich niemand braucht und die in einer sich verändernden Welt schnell zum Ballast werden, macht es für die meisten Unternehmer auch keinen Sinn an Nachhaltigkeit und Langlebigkeit zu denken.

Der Umkehrschluss heißt dann:

Profitmaximierung im Jetzt und Heute! Die Kohle aus dem Unternehmen heraus pressen, solange es irgendwie möglich ist.

Und so wird es ja auch oftmals gelebt. Hoch lebe die Ex- und Hopp-Mentalität (nicht nur bei Unternehmen).

RMD

P.S.
Zum Vergrößern einfach aufs Bild klicken.

Klaus Hnilica
Donnerstag, der 27. September 2012

Das schrille Lied des Fremden

Carl und Gerlinde (XXVII)

„Was für ein gottvoller, milder Spätsommertag“, sagte Carl schon zum fünften Mal zu Gerlinde, obwohl er wie ein Ackergaul schwitzte und bereits ahnte, dass die blöde Falte im Socken ihm wieder eine schmerzhafte Blase beim rechten Zehenballen bescheren würde.

Er schritt aber weiter aus, ohne sich das Geringste anmerken zu lassen. Schließlich wusste er ja, wie sehr seine Gerlinde diese zügigen Waldspaziergänge am Samstagnachmittag schätzte.

Fit zu bleiben, ging ihr über alles!

Carl wollte da nicht nachstehen und stach genau so gnadenlos, mit seinen ‚Nordic Walking’- Stöcken auf den armen Asphaltweg ein, der sich aber ohne jegliches Schmerzempfinden weiterhin stumm durch den urwaldartigen Mischwald zog. Entwurzelte Fichten, vom Sturm abgedrehte Föhren und gekappte Birken türmten sich in dem Wäldchen zwischen stämmigen Buchen launig übereinander und frisch gepflanzte Erlen, in hässlichen Kunststoffschächten gegen Wildverbiss geschützt, gingen hinter einem mannshohen Farn-Wall schamhaft in Deckung…

Nein, dieser Wald lud nicht zum Pilzesuchen ein, dachte Carl schwitzend bei seinem Herumgestocher mit den komischen Stöcken und bedauerte bereits, dass er vor wenigen Minuten an einen freundlichen Trainingsanzugträger mit triefender Nase, auf dessen verzweifelte Bitte hin, sein letztes Papiertaschentuch abgegeben hatte.

Das erlösende Aufstöhnen des schlecht rasierten Mannes schenkte ihm zwar für einen kurzen Moment das wunderschöne Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, wär’ da nicht seine eifersüchtige Nase gewesen, die plötzlich wie auf Kommando losrotzte und ihm mit Sicherheit eine unappetitliche Schleimspur aufgezwungen hätte, wenn nicht Gerlinde mit ihrer Taschentuchnotpackung in letzter Sekunde für die Austrocknung dieses geysirartigen Quells gesorgt hätte…

Aber das ältere Ehepaar wär’ vermutlich trotzdem nicht durch Carls rotzige Schleimspur gefährdet gewesen, da es im flotten Tempo von vorne ankam! Beide klein, mit auffallenden weißen Haaren, der Mann extrem rotgesichtig, während sie schmal und zierlich wirkte, aber drahtig einher schritt.

Viel weiter hinten tauchte plötzlich ein dunkelhaariger junger Mann in einem grauen, kaftanartigen Gewand auf einem Fahrrad auf. Offensichtlich gut gelaunt, sang er in einer unverständlichen Sprache laut und schrill vor sich hin … mehr »

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

120920 Speck soll man nicht spicken – dran denken, Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

120921 Spieler und Rennpferde dauern nicht lange – dran denken, Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

120922 Spinnen lernt man vom Spinnen – so auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

120923 Spott ist das Wetterleuchten der Verleumdung – auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

120924 Spott und Schaden reimt sich wohl zusammen – Vorsicht beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

120925 Spott und Schaden stehen übel beisammen – keine Strategie für Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

120926 Spötter essen auch Brot – denkt sich manch Twitterer und Blogger #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Am 22. Oktober leisten bei der Informationsveranstaltung der IHK-München „Die Wissensbilanz“ zwei von mir sehr geschätzte Damen einen zentralen Beitrag. Deshalb besuche ich auch die Veranstaltung.

Wissen weitergeben, zum Beispiel entlang der Prozesskette, zwischen Teams, Standorten oder bei Mitarbeiterwechseln, ist eine der alltäglichen Herausforderungen moderner Wissensarbeit im Unternehmen. Wie diese Aufgabe mit Hilfe von definierten Wissenstransferprozessen und methodischem Know-How gemeistert werden kann, und was für Organisationen dabei letztendlich herausspringt, darum geht es im praxisorientierten Fachforum „Wissen bewegen. Unternehmen bewegen.“

Kristin Block und Judith Lell, Gesellschafterinnen von wissenswerk und Expertinnen für das Thema Wissenstransfer, geben dort ihre Praxis-Erfahrungen und Best Practices weiter und moderieren den offenen Autausch mit und unter den Teilnehmern.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.

Im Überblick:

Veranstaltung: „Die Wissensbilanz“, Informationsveranstaltung der IHK-München
Termin: 22. Oktober, 14:00 – 17:30
Ort: München
Der Eintritt ist kostenlos

Weitere Details im Einladungs-Flyer (441).

Ich würde mich freuen, dort ein paar bekannte Gesichter zu sehen!

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 25. September 2012

Fachliches IF-Forum am 25. September 2012

Heute um 14:00 – IF-Forum!

Und diesmal wird auch fleißig getwittert:

#pmcampiff

(PM-Camp meets IF-Forum)

Am 25. September findet bei uns in Unterhaching wieder ein fachliches und ganz besonderes IF-Forum statt. Es ist das dritte “fachliche IF-Forum” nach 2010 (AGIL) und 2011 (FÜHRUNG). Diesmal geht es um

Projekt Coaching

und die Frage:

Was macht uns als Projekt Manager im besonderen und als Manager und Unternehmer im allgemeinen stark?

Ich freue mich auf 5 spannende Vorträge und ganz besonders auf die zwei „Fishbowls“ zum Thema. Unser großer Vortragsraum in unserer Seminarzone bei der InterFace AG in Unterhaching wird mit Sicherheit sehr voll werden.

Ein paar Plätze sind aber noch frei. Zusätzlich kann jeder, der Zeit hat, die Vorträge im Internet erleben! Kurz vor 14:00 werden wir die Übertragung starten.

Broadcasting live with Ustream

Hier zusätzlich die URL zur Übertragung:

http://www.ustream.tv/channel/IF-Forum

Viel Spaß beim Zuschauen!

Und für alle, die es nicht schaffen: Wir nehmen die Vorträge professionell auf und veröffentlichen die Videos im Internet. Die Aufnahmen findet man dann in Youtube unter meinem „Channel“ (RolandDuerre) und dem der InterFace AG (InterFaceAG).

RMD

Und hier noch ein wenig Reklame für eine außergewöhnliche Veranstaltung, initiert von unseren Gast-Rednern und mir. Es lohnt sich, da hinzugehen!

Roland Dürre
Sonntag, der 23. September 2012

China-Reise im Rückblick

Ich sitze gerade am Flughafen in Peking, warte auf LH 723 nach Muc und lasse unsere Chinareise noch mal an mir vorbei passieren. Wir hatten intensive zwei Wochen mit vier Etappen voller herrlicher und beeindruckender Erlebnisse.

Teil 1 – Peking

Die ersten vier Tage haben wir uns in China eingelebt und Peking kennen gelernt. Unser Hotel war das Sheraton „The Big Wall“.

Auf dem Programm standen der „Platz des himmlischen Friedens“, die „Verbotene Stadt“ und der „Sommerpalast“ des Kaisers. Und natürlich ganz besonders die „Chinesische Mauer“. Dort sind wir eine besonderen Strecke mit vielen Höhenmetern gewandert.Und natürlich war „Peking erleben“ und „chinesisches Leben“ dran. Der erste Hotpot. Den Nachtmarkt. Die Fake-Shops. Den Trubel. Chinesische Enge.

Wir waren viel zu Fuß unterwegs und sind einiges mit der Metro gefahren. Trotzdem bin ich in meinem ganzen Leben nur ein Bruchteil von dem Taxi gefahren, was in Peking angesagt war. Weiter waren wir mit einer (Fahrrad-)Rikscha unterwegs  und hatten einmal einen schöne Tretbootfahrt auf dem See des Sommerpalasts.

Teil 2 – Yanghsou

Ein längerer Flug mit China Air führte uns weiter nach Builin. Mit dem Taxi geht es nach Yangshou. Untergebracht sind wir im Yangshou Mountain Resort – einem kleinen direkt Urlaubshotel am River Li. haben Vier Tage Erholung von Peking und für die Hochzeitfeier war angesagt.

Die Highlights waren zwei Flussfahrten. Mit einem Motorboot auf dem Yulong und einem kleinen Floß auf dem Li. Wir durften eine monumentale Lightshow erleben und sind häufig durchs „Nachtleben“ des Touristikorts Yangshou gebummelt.

Eine Reihe der Sehenswürdigkeiten haben wir uns mit Fahrrädern vom Hotel erradelt, haben den Moon Mountain „bestiegen“ und weitere lokale Sehenswürdigkeiten besucht (großen Stein, großen Baum …). Und wie immer sind wir viel Taxi gefahren …

Teil 3 – Wuhan

Mit Eastern Airlines ging es von Builin nach Wulan ins „Howard Johnson“ direkt am Jangtsekiang. Nach dem Erholen am schönen Li-River war jetzt „Hochzeit“ angesagt: Einleben in Wulan, Kennenlernen der zukünftigen chinesischen Schwiegereltern unseres Sohnes und deren Familie, Übergabe der Geschenke.

Einen Tag galt es, die Hochzeits-Zeremonie einzuüben und ein Tag war dem Ereignis gewidmet. Dazwischen am Abend eine nächtliche Schifffahrt auf dem „langen Fluss“.

Außerdem gab es einen wunderbaren Besuch des historischen Museums von Wuhan mit einer genauso schönen historischen Musikaufführung, eine Wanderung an einem kleinen und einem großen See mit einer Bootsfahrt. Eine Pagode auf einem Berg (wieder viele Stufen) mit wunderschöner Aussicht haben wir erklommen und dann noch ein sehr tolles Konzert auf historischen Instrumenten anhören dürfen.

;-( Und natürlich waren auch wieder viele Taxifahrten dabei.

Teil 4 – „Road Movie“ über Hangzhou und Shanghai zurück nach Peking

Nach der Hochzeit hatten wir einen Tag „to say good bye“. Dann brachte uns der Spätflieger der Xianmen Airlines nach Hangzhou. Da ging es früh um zwei (wegen einer kräftigen Verspätung des Fliegers) für eine Nacht ins „Four Points“ (weitere Marke von Sheraton).

Die wunderschöne Besichtigung von Teeplantagen und eine Seeumrundung haben wir mit „öffentlichen“ Fahrrädern unternommen. Am Abend dann der Hotelwechsel ins“ Sheration Wetland Park Resort“ und am nächsten Tag Besuch des Wetland Parks mit Museum inklusive einer langen Bootrundfahrt in Etappen und diversen Wanderungen.

Dann mit dem Zug nach Shanghai, dort ins Le Royal Méridien Shanghai im Herzen der Stadt zum Abschluss der Reise in die Suite im 52. Stock.

Am Samstag haben wir Shanghai unsicher gemacht. War wieder ein intensiver Tag mit vielen Eindrücken. Am Abend um 21:18 sind wir dann in den Nachtzug nach Peking/Süd gestiegen. Im Zug den Haching-Sieg gefeiert. Die 1.300 km nach Peking hat der Zug in weniger als 12 Stunden gemacht. Das ist die langsame Variante, der schnelle Zug braucht für diese Strecke nur fünf Stunden. Und dann zum Flughafen (wieder mal mit dem Taxi – gut eine Stunde) – und in 15 Minuten ist Boarding …

Zusammenfassung:

Es war toll. Wir hatten sehr warme bis subtropische Tage. Die Hotels waren alle sehr gut. Gegessen haben wir immer chinesisch und nur einmal koreanisch. Die Mahlzeiten wie die Snacks haben uns mit wenigen Ausnahmen durchweg sehr gemundet. Internet und Mail gingen meistens, der VPN-Client (für FB, Twitter und Google+) nur selten.

Eine zwar ab und zu anstrengende aber trotzdem sehr genussvolle und erholsame Reise.

Meine Empfehlung:

Nachmachen!

RMD

Roland Dürre

Anderes China (III)

Beim Essen ist alles ist erlaubt. Außer das Essen an zufassen. Muss man das, dann streift man sich besser vorher dünne Plastik-Handschuhe über die Hände.

Taschentücher werden edel verpackt an den Tisch gebracht. Nach dem Mahl sieht der Tisch aber aus wie ein Schlachtfeld. Alle Abfälle werden da einfach abgelegt. Und da vieles in China „komplett“ auf dem Tisch kommt, wie das Huhn mit Kopf und Krallen oder der ganze Fisch, kann man sich vorstellen, wie das nachher ausschaut.

Alkohol ist da auch so ein Thema. Da gibt es den geliebten (und gefährlichen) „chinese wine“. Nur ist das kein Wein, sondern ein hochprozentiger Schnaps. Der wird aus gar nicht so kleinen Gläsern getrunken und trägt dann auch Seiniges bei.

Selten habe ich in einem deutschen Businesshotel (vielleicht außer zur Wiesnzeit) so besoffene Menschen erlebt wie immer wieder hier. Die Reaktion der (nüchternen) Chinesen z.B. im Aufzug ist dann immer ganz lustig: Sie werfen sich belustigte aber nicht besorgte oder ängstliche Blicke zu und lachen dezent über das Opfer des Alkohols.

Nicht schön ist der Smog, der fast immer inversiv über den Städten und auch im Umland liegt. Und wenn man die gigantischen Hochhäuser, Straßen, Bahnhöfe und Werke hier erlebt, dann kann man sich den Energiehunger und den Durst nach elektrischen Strom des Landes gut vorstellen.

Ein wesentlicher Teil des Stroms kommt in China aus Kohlekraftwerken, die zum wesentlichen Teil wohl auch mit Braunkohle betrieben werden. Ich habe gehört, dass zurzeit in China jeden Tag ein weiteres großes Kohlekraftwerk ans Netz geht. Wenn ich dann noch die vielen Autos und LKW dazu nehme, dann wundere ich mich nicht mehr, dass ich die Sonne eigentlich nur an einem Tag in China in der von zu Haus gewöhnten Helle gesehen habe.

Aller Orten wimmelt es nur so von Menschen. Das Leben findet in Öffentlichkeit statt. Hier wird gesessen, gegessen, geredet, gespielt, geturnt. Im Park oder in den Fußgängerbereichen tanzen die Menschen zu mitgebrachten Wiedergabegeräten in kleinen oder zu dröhnenden Lautsprechern in großen Gruppen.

Und es wird viel stramm gestanden in China. Gruppen aller Art, militärisch oder zivil, treten immer wieder zum Salut an. Ob das die Belegschaft eines Lokals ist, das auf die Abendschicht eingeschworen wird oder das Personal im Museum.

Die alten Leute folgen beim Ausflug ihrem Führer vorbildlich in Zweierreihen, bei großen Gruppen sogar in Viererreihen.  In einer Präzision, wie das kein deutscher Kindergarten mehr so hinkriegen würde.

Alles scheint immer in Bewegung. Ein großer, nicht abreißender Menschenfluss, der im großen Chaos zu versinken scheint.

Soweit mal meine Eindrücke. Könnte noch viel mehr Besonderheiten berichten, mache jetzt aber mal Schluss.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 22. September 2012

Anderes China (II)

Blick nach links aus unserem Hotel (52 F) auf Shanghai

🙂 Mittlerweile bin ich in Shanghai im Le Royal Méridien Shanghai in 789 Nanjing Road East, Shanghai in einer wunderbaren Suite. Es ist wohl das schönste Hotel auf unserer Reise. Deshalb auch hier wieder der Blick aus unserer Suite mit bis zum Boden gehenden großen Fenster.

Irgendwie erscheint es mir unvorstellbar, was ich die letzten zwei Wochen erlebt habe. Wenn mir in den 60iger Jahren zu den Zeiten von Mao und einem China nach der Kulturrevolution jemand gesagt hätte, wie China heute funktioniert und wie es in vielen Punkten die USA überholt hätte, dann hätte ich diesen für verrückt erklärt.

Mein Roadmovie geht aber noch ein wenig weiter. Heute in Shanghai angekommen geht es morgen ein wenig durch Shanghai und am Abend  kurz vor 22:00 mit dem Nachtzug nach Peking. Und von dort am Sonntag zurück nach München.

Also weiter mit Dingen, die mir in China so aufgefallen sind:

Blick aus unserer Suite im Le Méridian nach rechts auf Shanghai.

Zuerst war ich über das plötzliche Geknalle überrascht, das wir immer wieder besonders in den großen und gehobenen Wohnvierteln der chinesischen Städte gehört haben. Dann wurde mir klar, dass das nichts schlimmes ist, sondern nur private Feuerwerke sind. Die finden zu allen Zeiten statt, morgens, mittags, abends und auch nach Mitternacht.

Natürlich ist das Durchführen eines Feuerwerks während des Jahres verboten. Aber mit einem Feuerwerk wird halt alles mögliche gefeiert – Geburten, Geburtstage, Jahrestage, auch der Tod eines nahen Angehörigen Und da wird natürlich ein Auge zugedrückt, von den Mitbewohnern genauso wie von der Polizei.

Erstaunlich auch die Geräusche, die wir des nachts öfters im Hotel hörten – in einer für Deutschland unvorstellbaren Lautstärke. Regt aber auch niemanden auf. Wie auch der Hubschrauber, der immer wieder nachts knapp am Hotel vorbei fliegt.

Verbote allgemein scheinen in China grundsätzlich nicht ernst genommen zu werden. Im Aufzug der besten Hotels hängt natürlich ein Schild, dass Rauchen verboten ist. Und trotzdem hat bei jeder dritten Fahrt einer der Mitfahrer eine brennende Zigarette in der Hand.

Das merkt man auch im Verkehr. Da wird um jeden Meter gekämpft.

Bei der letzten Fahrt vom Sheraton Wetland Park Resort in Hangzhou zum Bahnhof habe ich mir die Daten gemerkt. Zwar war ich nicht in der Lage, die permanenten Spurwechsel zu zählen. So ein agiler Taxifahrer wechselt auf einem Kilometer cirka 5o mal ganz extrem die Spuren. Bestimmt alle 20 Meter. Auch die Geschwindigkeitsüberschreitungen und Verletzungen anderer Verkehrsregeln konnte ich nicht mit zählen.

Die Nickerchen bei jeder Ampelphase (die sind in China oft erstaunlich lang) war sicher auch nicht vorschriftsmäßig. Der Fahrer schien schon länger unterwegs zu sein.

Aber ich habe mir die Fakten von der Taxi-Anzeige gemerkt. Es waren knapp 13 km, die Fahrt dauerte insgesamt knapp 55 Minuten – und fast 30 Minuten davon stand das Fahrzeug. So ist es in C. Es wird Tempo gemacht. Und dann die Zeit im Stau verloren.

Auch der Zug nach Shanghai war flott unterwegs. Die Geschwindigkeitsanzeige pendelt häufig um die 300. Und dann sind wir da, und warten in einer endlosen Taxiwarteschlagen fast so lange wie der Zug für die Strecke Hangzhou-Shanghai gebraucht hat.

Aber zurück zu den Verkehrsregeln und -vorschriften. Ampeln werden nicht sehr ernst genommen. Beim Abbiegen geht es mit Vollgas durch die querenden Fußgänger. Es gilt dann, „rette wer sich kann“. Vorfahrtsregeln werden ersetzt durch die Regel „wer zuerst kommt (und die besseren Nerven hat), der fährt zuerst“. Gegenverkehr kommt uns in Autos auf allen Spuren entgegen, dann kämpft sich die geschobene große Schubkarre in mitten des Autogewühls auf einer Straße, die z.B. für Radfahrer gesperrt ist.

Ähnlich ist es mit dem Müll. Überall Hinweise, dass man keinen Abfall wegwerfen soll. Überall fleißige Menschen, die mit Schaufel und Besen bewaffnet, den Müll einsammeln. Und überall Menschen, die die Landschaft kräftig mit mit Müll versorgen, ob zu Fuß oder aus dem Auto heraus.

Jetzt höre ich auf, damit ich für morgen ausgeruht und fit bin. Habe aber noch mehr Besonderheiten zu berichten. Eines weiß ich aber jetzt schon: Abschied nehmen von China tut weh!

RMD