Roland Dürre
Donnerstag, der 31. Januar 2013

Acht Arbeitstage zu verschenken …

Sitze bei offenem Fenster im Büro in der Frühlingssonne. Eine Motorwelt hat sich auf meinen Schreibtisch verirrt.

Nur zur Erinnerung für irgendwelche Nerds, die es nicht wissen: Der ADAC ist der wichtigste Verein Deutschlands. Er ist der Club der Autofahrer und hat mehr als 18 Millionen Mitglieder. Damit ist er nach dem US-amerikanischen AAA der zweitgrößte Automobilclub der Welt. Die Motorwelt ist das monatlich als Illustrierte erscheinende zentrale Organ des ADAC.

Früher war der ADAC vor allem der Lobbyist der „Autofahrer-Community“. Heute ist der Club zu einer Organisation geworden, die vor allem versucht, an das beste ihrer Mitglieder heran zu kommen – an ihr Geld. Dazu dient unter anderem auch die Motorwelt, die (nicht nur) die ADAC-Mitglieder mit Unmengen von Anzeigen zum Kauf von margen-trächtigen „Sonderangeboten“ (oft von hoch profitablen ADAC-Tochterunternehmen) verführen will.

Der Themenschwerpunkt des aktuellen Hefts (Heft 2  Februar 2013) ist „STAU“. Das Heft wirbt für mächtige Investitionen in den Ausbau von Straßen.

Hier ein paar Zitate aus dem Heft:
„Deutschland braucht ein umfassendes Programm zur Straßensanierung.“
Weil uns schon die Titelseite belehrt:
„Nur noch STAU – 595000 km Stillstand – auf deutschen Straßen herrscht Chaos.“

Auf Seite 20 lese ich dann:
„Acht Arbeitstage verbringt jeder deutsche Autofahrer jährlich im Stau.“
Und weiter:
„Bürger und Wirtschaft leiden unter immer schlechteren Straßen, die Politik sieht dem starken Verkehrswachstum tatenlos zu.“

Mir bleibt da wieder mal die Spucke weg. Denn ich glaube, dass wir andere Probleme in Deutschland haben als unsere Straßen (Bildung, Demographie, Energie, Gesellschaft, Klima, …). Dass das Chaos nicht im Stillstand sondern in der Bewegung stattfindet. Dass nicht nur der deutsche Autofahrer sondern auch der „mit den ausländischen Wurzeln“  im Stau steht. Bin für eine sanfte aber stetige Verringerung und De-Emotionalisierung des Individualverkehrs.

Und selbst bin ich froh, dass ich kein „Deutscher Autofahrer“ mehr bin. So habe ich doch acht Arbeitstage gewonnen. Und wenn ich dann noch bedenke, wie viel Stunden „der Deutsche Autofahrer“ dann noch an Zeit, die er nicht im Stau steht, am Steuer arbeiten muss, dann bin ich richtig glücklich. Irgendwie spare ich mir wahnsinnig viel Zeit und Arbeit. Und vom Ersparten verwende ich dann ab und zu ein wenig dafür, einen Artikel in IF-Blog zu schreiben.

RMD

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

130124 Unversehen ist bald geschehen – hört Ihr, Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130125 Unversucht, unerfahren – gute Strategie für Twitterer und Blogger! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130126 Unverworren gibt gut Garn – auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130127 Unverworren ist das beste – gilt auch für Blogger und Twitterer! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130128 Unverzagt hat’s oft gewagt – macht auch der Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

130129 Unwilliger Bote, guter Prophet – gilt das auch fürs Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130130 Unwissenheit ist kühn – gerade beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Mittwoch, der 30. Januar 2013

Die Rohstoffe des südlichen Amerikas

Unsere Kanzlerin ist sehr fleißig. Rund um die Uhr arbeitet sie. Sie scheut auch keine und noch so lange Dienstreise. So war Frau Merkel gerade mit Tross auf Südamerika-Tour. Mit Brasilien hat sie eine der Supermächte der Zukunft besucht. Dort hat sie um die Rohstoffe gekämpft. Um unsere Rohstoffe. Für Deutschland. Für die deutsche Industrie. Gegen die Chinesen.

Habe ich jetzt vielleicht ein wenig vereinfacht dargestellt. Aber so habe ich es den Medien entnommen.

Aber was ist das wieder für ein Unsinn! Wir haben eine „globalisierte“ Welt – besonders in der wirtschaftlichen Dimension. Das erklärte Ziel von EU und USA ist die radikal freie Marktwirtschaft, außer wenn es um die eigene Geschäfte geht. Auch in Europa ist Privatisierung die Zauberformel.

So ist klar, dass die Rohstoffe an den gehen werden, der am meisten dafür bezahlt. Was vielleicht langfristig sogar hilft, das richtige Ziel „keine Verschwendung“ zu unterstützen. Nur ist es halt noch nicht so weit. Kann aber schnell passieren.

China aber ist unser Produktions-Land. Seit Jahren schließen wir Produktionsanlagen in Europa und verlagern sie nach Asien. Weil das billiger ist und wir auch so den Lärm und den Dreck von schmutziger Industrie los sind. Und uns nur noch um die Entsorgung des importierten Wohlstandmülls kümmern müssen.

Insofern müssten wir doch eigentlich dafür sorgen, dass China freien Zugang zu den Rohstoffen erhält. Und uns überlegen, wohin wir unseren Wohlstands-Müll exportieren. Wie auch den Atom-Müll, den wir ja jetzt endlich auch gesetzeskonform ins Ausland entsorgen dürfen.

Vielleicht geht die nächste Dienstreise unserer Kanzlerin dann doch wieder nach Afrika. Natürlich für Deutschland.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 29. Januar 2013

Stress in den Unternehmen (Ein Fallbeispiel)

Heute morgen war in Bayern 2 die Nachricht des Tages, dass mehr als die Hälfte der deutschen Werktätigen unter arbeitsbedingten Stress leiden würden. Dem würde ich ein „nicht nur arbeitsbedingt“ hinzufügen. Ansonsten glaube ich es. Die Regierung will da etwas dagegen tun. Das finde ich eher lustig. Ist halt wieder so eine schöne Absichtserklärung ohne jede reale Möglichkeit etwas zu verändern.

Die Nachricht hat mich an eine vor kurzem gemachte Erfahrung erinnert.

Ich habe einen Freund, den ich als intelligent, gut ausgebildet, integer, sympathisch, verantwortungsbewusst und sehr nachhaltig erfolgreichen Manager wahrnehme.  Ein Mensch, wie ich ihn am liebsten gleich für die InterFace AG gewinnen würde.

Er ist ein sehr loyaler Mitarbeiter eines deutschen Konzern und hat Personalverantwortung. Vor einem Jahr bekam er im Konzern eine neue Aufgabe übertragen und übernahm die Verantwortung für ein Thema. Es war ein Bereich, in dem einiges schief hing, der aber für den kaufmännischen Erfolg des Unternehmens von hoher Bedeutung war.

Er startete mit großem Schwung, motivierte das Team, erbrachte einen hohen persönlichen Einsatz und hat es in einem Jahr geschafft, die wichtigen wirtschaftlichen Kennzahlen und so die Kosten- und Ertragssituation mehr als beeindruckend zu verbessern

Der Konzern aber ist im Umbruch. Wenn man dies in Betracht zieht, sind dessen Zahlen zwar ganz gut. Nur der Führung sind sie nicht gut genug. Denn man hat ehrgeizige Finanzpläne. Und die Börse hohe Ansprüche.

So wird mein Freund nach einem Jahr erfolgreichen Wirkens aufgefordert, das Team um drei Stellen zu reduzieren. Er weiß nicht, wie er so das Erreichte bewahren geschweige denn fortsetzen soll. Das Management aber sagt sich, „man muss nur genug Druck ausüben, dann geht das schon irgendwie“. Wobei ich dann die Betonung auf „irgendwie“ legen würde.

Jetzt muss er drei „Underperfomer“ identifizieren. Den Rest macht dann die Personalabteilung (genannt HR für human resource).

Das führt natürlich zu Stress bei allen Beteiligten. Dabei gebe es sicher klügere Wege den Erfolg zu sichern. Der eingeschlagene Weg wird dem Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit mittel- und langfristig schaden. Das kann man alles gut begründen (sofern man überhaupt etwas, was die Zukunft angeht begründen kann). Aber die Kostenreduktion durch Personalreduktion gilt in solchen Fällen häufig als „alternativlos“.

Und ich bin froh, dass ich mein „eigener Unternehmer“ bin.

RMD

P.S.
Es ist eine wahre Geschichte. Roß und Reiter – sprich den Konzern, die Aufgabe und weitere Details nenne ich nicht – mein Freund wäre sonst ganz schnell geoutet.

Roland Dürre
Montag, der 28. Januar 2013

Die Differenzierung unserer Mütter …

Die Geschichte von den Müttern und ihren Arbeitsplätzen vor ein paar Tagen geht mir immer noch durch den Kopf. Besonders weil ich den Begriff mit den „ausländischen Wurzeln“ jetzt noch öfters gelesen und gehört habe.

In offizieller Statistik wurde da von Müttern „mit ausländischen Wurzeln“ berichtet. Das Gegenteil von „ausländischen Wurzeln“ sind doch die „inländischen Wurzeln“? Oder sind es die „deutschem Wurzeln“? Dann müsste das Gegenteil aber „Mütter mit nichtdeutschen Wurzeln“ heißen?

Und haben Mütter wirklich Wurzeln? Und was sind „deutsche Wurzeln“?

Was für ein Blödsinn. Da schlage ich jetzt zurück und differenziere die Mütter mal ganz anders.

Nach „streng katholischen“, „aufgeklärt evangelischen“, „jüdischen“, „islamischen“, „buddhistischen“, „atheistischen“ und sonstigen Müttern.

Nach „Barbie-Puppen-Müttern – und nach „Total-besorgt-Müttern“

Nach „Sagrotan-Müttern“, die ihre Buben für die Sauberkeit beschneiden lassen und „Gammel-Müttern“.

Nach „Bonzenmüttern“ und „Armutsmüttern“.

Nach „Arbeitermüttern„und „Akademikermüttern“.

Nach „3K-Müttern“ (Kirche, Küche, Kinder) und nach „1K-Müttern“ (Karriere).

Nach „sittlich anständigen Müttern“ und „Müttern mit einem unmoralischen Lebenswandel“.

Nach „allein-erziehenden Müttern“ und „gemeinsam-erziehenden Müttern“.

Nach „Null-Kind-Müttern“ und „n-Kind-Müttern“.

Dann könnte man Statistiken machen, wie viel Arbeitsplätze für diese Kategorien da sind. Oder sich mal die Wurzeln der Väter anschauen. Danke, mir reicht es!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 27. Januar 2013

Es ist mal wieder Sonntag …

Immer am Sonntag versuche ich nach zu denken, wie denn die letzte Woche so war, was die nächste bringen wird und ich so vorhabe und plane. Privat wie beruflich. Beim Rückblick fällt mir ein, was von den Nachrichten der letzten Woche bei mir hängen geblieben ist.

Und das ist wieder mal gar grauslich. Besonders hat mich ja das Unwort von den „Müttern mit ausländischen Wurzeln“ geärgert.

Als nächstes fällt mir der Verteidigungsminister ein. Der will für die Bundeswehr unbedingt ein paar niedliche Drohnen haben. Oder besser: „Er verteidigte den Kampfdrohnen-Plan“ (siehe Zeit). Mit auch wieder dialektisch sehr hinterfragbaren Sätzen wie
„Unbemannte, bewaffnete Luftfahrzeuge unterscheiden sich in der Wirkung nicht von bemannten. Immer entscheidet ein Mensch, eine Rakete abzuschießen“.

Das soll er der Bild-Zeitung gesagt haben. Und hat dann wohl gleich noch beflissentlich hinzufügt, dass er diese Drohnentechnologie auch gerne in Deutschland entwickelt haben möchte. Der Lobbyist lässt grüßen. Denn wir wollen ja auch im Waffengeschäft unsere weltweite Geltung nicht verlieren.

Ich persönlich fände es ja ganz lustig, wenn „im Ausland“ Drohnen mit „inländischen Wurzeln“ gegen solche mit „ausländischen“ kämpfen würden. Und würde mich freuen, wenn die mit den „inländischen“ gewinnen würden. Bin ja stolz auf deutsches Ingenieurstum. Auch wenn die mit den „inländischen Wurzeln“ gegen ebensolche (wenn möglich nur möglichst weit weg)  kämpfen, wäre das begrüßenswert. Am Ende würde dann der gewinnen, der mehr davon hat. Und neue bei uns kaufen, was ja unsere Wirtschaft stärken und unsere Arbeitsplätze sichern würde.

Dummerweise werden die Drohnen, Wurzeln hin oder her, aber im Normalfall gegen relativ wehrlose Menschen eingesetzt. Die vielleicht nur ihrem (aus unserer Sicht) völlig verblendeten Gewissen folgen. Oder am Schluss muss man sie vielleicht sogar im Inland einsetzen. Wäre dann nicht mehr so lustig.

Dann fällt mir die Forschungs- und Wissenschaftsministerin ein. Die beteuert, dass sie ihre Doktorarbeit ganz selber geschrieben hat (siehe Zeit). Aber böse Welt, jetzt muss sie ihren Titel verteidigen. Und das ganz ohne Drohnen. Obwohl es klar zu sein scheint, dass die meisten Texte in der Arbeit nicht von ihr stammen.

Aber sie sagt: „Meine Dissertation ist kein Plagiat“. Klingt wie ein Kanzlerinnen-Satz. Als oberste Chefin der Doktor-Titel-Industrie muss sie es wohl so sagen.

Eine Lösung des Doktor-Problems könnte ja sein, dass Doktoren nur noch im Rahmen von Projekten wie der Entwicklung von Drohnen gemacht werden. Da ist dann Abschreiben ein wenig schwieriger und nennt sich Wirtschaftsspionage oder noch Schlimmeres. Dieser Vorschlag hilft aber den Geisteswissenschaften auch nicht so richtig weiter.

Dabei ist doch in einer aufgeklärten Weil ein Doktortitel nichts anderes als ein vielleicht besonders wertvolles Zertifikat. So wie der schwarze Gürtel im Projekt Management oder beim Judo. Aber doch keine Erweiterung einer Persönlichkeit, die man deswegen als „Titel“ zum „Teil des Namens“ machen muss. Wie wohl nur in Deutschland auf dieser Welt üblich.

Und um die Frage, ob man so ein Zertifikat im Lauf der Zeit noch zu recht hat, muss man ja nicht soviel Aufhebens machen. Dem in- und ausländischen Bürger ist letzten Endes der Führerschein viel wichtiger, den man ja komischerweise auch für lebenslänglich bekommt. Keine Angst – ich fordere nicht lebenslänglich für aggressives Autofahren.

Womit wir beim nächsten Thema wären. Am meisten amüsiert hat mich diese Woche der Verkehrsminister. Der will die Aggression auf den Straßen reduzieren. Dafür will er sorgen und auch Geld ausgeben. Frei von Erkenntnissen der Psychologie und Gehirnforschung. Da hilft mir dann die Belustigung im Spiegel (nicht meine in meinem Spiegel) auch nicht mehr.

Auch ein Politiker sollte wissen, dass wir Menschen noch vor kurzem „menschenartige Affen“ waren – es sei denn, er wäre ein Kreationist. Menschen sind halt auch nur Säugetiere . Mal auf besonders putzige und mal eben in einer nicht so sehr putzigen Art und Weise.

Natürlich streben wir auch nach sozialem Miteinander. Und entwickeln gerne positive soziale Beziehungen. Unter gewissen Umständen neigen wir aber dazu, ganz natürlicherweise auszurasten. Nicht nur im Straßenverkehr. Aber solange das Auto seine soziale und emotionale Bedeutung nicht verliert (sondern die sogar noch mit Milliardenbeträgen „gepusht“ wird), wird der Autofahrer sozial isoliert und omnipotent am Steuer seiner Wahnsinnsmaschine tendenziell aggressiv bleiben. Da werden auch alle Bußgeldkatalog-Reformen und Kampagnen und was helfen. Wenn man mit einer so überpotenten Maschine ausrastet, dann hat das halt ab und zu Folgen. Aber das nehmen die Waffenlobbyisten in USA ja auch billigend in Kauf und verlangen deshalb weiter den freien Verkauf von vollautomatischen Gewehren.

Halt, über die Nachrichten aus USA oder AFRIKA oder ASIEN, an die ich mich so erinnere, wollte ich nicht schreiben. Und wünsche deshalb lieber einen schönen Sonntag.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 26. Januar 2013

Nichtraucher werden durch Olf :-)

In brand eins gibt es immer vorne im Heft eine Seite „Die Welt der Zahlen“. Die lese ich immer besonders gern. Und muss oft schmunzeln. Oder bin überrascht.

Ab und zu gibt es da dann auch etwas, das ich unbedingt weitergeben muss. Ich zitiere und kommentiere:

Stärke des Geruchs eines sitzenden Erwachsenen in frischer Wäsche mit einem Hygienestandard von 0,7 Bädern pro Tag, in Olf …… 1

Stärke des Geruchs eines starken Rauchers mit einem Hygienestandard von 0,7 Bädern pro Tag, in Olf …… 25

Stärke des Geruchs eines Athleten nach dem Sport mit einem Hygienestandard von 0,7 Bädern pro Tag, in Olf …… 30

Jetzt habe ich mal selber geraucht. Und bin sehr froh, dass ich aufgehört habe. Bin mir aber ziemlich sicher, dass ich sofort mit dem Rauchen aufhören würde, wenn ich dies lesen würde.

Wenn man den Begriff Olf übrigens in Wikipedia nach schlägt, merkt man, wo die pfiffigen Redakteure meines Lieblings-Wirtschaft-Magazins sich ihr Wissen besorgen. Die Zahlen sind genau die ersten drei Beispiele aus dem Wikipedia-Artikel zu Olf, wobei beim ersten Wert allerdings aus „ruhend“ ein „sitzend“ gemacht und die Texte ein wenig verlängert wurden.

RMD

P.S.
🙂 Jetzt würde mich nur noch interessieren, wieviel Olf denn so ein frisch aus der Waschstraße kommender Porsche bei Tempo 30 in der Innenstadt hat.

Roland Dürre
Freitag, der 25. Januar 2013

Der Weg ins Fachidiotentum

Es geht um Qualitätssicherung für IT-Projekte. Da gilt es, Zertifikate zu erwerben. Hier eine Originalfrage aus einer Musterprüfung zum Üben.

„Das Qualitätsmanagement in einem Projekt setzt sich aus Qualitätssicherung, Qualitätsplanung und Qualitätssteuerung zusammen. Sie sind für die Qualitätssicherung in einem IT unterstützten Projekt verantwortlich. Nennen Sie drei zentrale Hilfsmittel für die Qualitätssicherung…“

Wenn Sie dies und die meisten solcher Fragen richtig beantworten, sind Sie zertifiziert im Qualitäts-Management.

Ja, was soll ich dazu sagen? Ich sage besser nichts. Würde mich aber über Kommentare freuen.

RMD

P.S.
Habe das Thema in einer Diskussion in Google+ entdeckt.

Klaus Hnilica
Donnerstag, der 24. Januar 2013

Wenn Männer es richtig machen…

Carl und Gerlinde (XXIX)

Carl wurde von Tag zu Tag klarer, dass er dem reinigenden Gewitter, eines Streits mit Gerlinde nicht mehr ausweichen konnte, weil er sonst in Gefahr lief, durch ihre manische Einkaufswut in den totalen Wahnsinn getrieben zu werden…

Seit vier Wochen verging kein Tag, an dem Gerlinde ihm nicht in den Ohren lag, weil wieder irgendein ganz süßes hellblaues Pulloverchen mit entzückend durchbrochenen Raglanansätzchen ohne jedes Zutun von ihrer Seite, so wahnsinnig eingegangen war, dass es wirklich nur mehr weggeschmissen werden konnte: dabei hatte sie dieses Mistding erst drei Mal angehabt und zweimal handwarm durchgewaschen – das müsse man sich einmal vorstellen!

Und was hatte sie nur für einen Ärger mit diesen saublöden apricotfarbenen Cardigans, die in keiner ihrer Boutiquen mehr aufzutreiben waren, außer bei diesem ätzenden C&A! Und da –  typisch – nur in Größen für schwangere Walrösser und Sumo–Ringerinnen, aber nicht für normale Menschen, und schon gar nicht für sie, die gerade acht Wochen New York Diät hinter sich hatte, sechs Kilo leichter war und urschnell jede Menge neuer Klamotten brauchte; Unterwäsche eingeschlossen – aus Carls neuester Frühjahrskollektion natürlich!

Oder sie nörgelte, bevor sie noch einen Schluck Kaffe oder Bissen Brot zu sich genommen hatte, bereits beim Frühstück  über total beknackte Wedge Sneakers aus der Goethestraße, die sie zu einem überirdischen Schnäppchenpreis erstanden hatte, die aber wegen ihrer blöden neuen Einlagen, so höllisch drückten, dass sie sie bestenfalls den OXFAM – Leuten bringen konnte. Der einzige Trost war, dass diese Folter– Sneakers, eh nicht zu ihrer neuen, abgefahrenen, schwarzen Zoé Lu Handtasche gepasst hätten, die sie nach wochenlanger Suche endlich in einer winzigen Boutique entdeckt hatte.

Aber abgesehen von diesem Ausnahmeglücksfall, lamentierte sie ohne Luft zu holen weiter, sei es bei ihr in letzter Zeit so beschissen gelaufen, dass das wirklich nicht mehr unter der Rubrik ‚übliches Pech’ abgehakt werden konnte! Nein – da konnte Carl noch so beschwichtigen, da war schon mehr dahinter. Schließlich hatte sie ja nicht nur mit ihren unmöglichen Klamotten dieses permanente Pech, ereiferte sie sich mit vollem Mund: Carl bräuchte sich doch nur an diese irren, schwarzen, marokkanischen Oliven unlängst vom Markt erinnern, die preislich derart reduziert waren, dass sie einfach vier Pfund mitnehmen musste, weil alles andere der Supergau an Blödheit gewesen wäre. Aber wie so oft schmeckten sie dem feinen Herrn Carl nicht und wurden unausgepackt in die Biotonne geworfen!

Oder die zwölf Flaschen spanischen Rotwein von Freixenet zum Sonderpreis von vier Euro neunundneunzig, mit denen sie ihn überraschen wollte und die auch ruckzuck in der Kanalisation landeten!

So ging das doch immer in letzter Zeit, wenn sie ihm eine Freude bereiten wollte, klagte Gerlinde schmollend und verzog sich hustend und schniefend in ihr frisch eingelassenes Erkältungsbad, das um ein Haar auch noch übergelaufen wäre…

„Entspann dich“! rief ihr Carl nach, war dann aber froh, dass sie weg war, da er diesen jämmerlichen Schwachsinn einfach nicht mehr ertragen konnte. Dabei war er doch wirklich die Geduld und Langmut in Person. Wie oft hatte er in unendlich langen und zermürbenden Diskussionen versucht, Gerlinde von dieser unsäglichen Jagd nach Schnäppchen und Fummeln abzubringen. Ihr geraten, gezielt, maßvoll und ruhig etwas teurer einzukaufen! Vor allem immer nur nach einem genauen Plan und wirklich nur das, was sie sich vorgenommen hatte! Das war doch eine schlichte Regel, die jeder verstehen und einhalten konnte! Auch sie als Frau, oder?

Doch heute, da Gerlinde von dieser zugegebenermaßen bösen Erkältung niedergestreckt worden war, bestand ja die Chance, dass wenigstens einen Tag lang in seinem Haushalt kein Einkaufschaos herrschte! Auf Grund dieser einmaligen Chance war er sogar bereit, die wenigen Sachen, die Gerlinde aufgeschrieben hatte, selbst schnell – vor Bürobeginn – aus dem Supermarkt zu holen:

1 WEISSBROT – 4 ZITRONEN – 4 DOSEN SARDINEN – 2 Päckchen BUTTER – 1kg LINSEN…

Das war’s schon!

Das Weißbrot kaufte er am Besten beim Rausgehen am Brotstand, das wusste er schon, obwohl er sich sonst wirklich nicht gut in diesem angeblich tollen Supermarkt auskannte und immer endlos herumsuchte.

Aber das war wohl der tiefere Sinn dieser permanenten Produktumschichtung! Außerdem hatte er gelesen, dass in allen Supermärkten der Welt, die Kunden immer linksrum geführt würden, da einschlägige Studien herausgefunden hatten, dass dann mehr gekauft wurde, als beim rechtsrum Gehen.

Aber jetzt musste er bei allem Linksrumgerenne erst einmal die Zitronen finden – bestimmt beim Obst!

Gerlinde klagte oft, dass es viel zu wenig frisches Obst gab – und wenn, dann war es meist weggekauft, bis sie ankam!

Heute lagen aber  jede Menge prächtiger Mangos auf den Tischen, auch zwei Sorten duftender Melonen, schöne Papayas – nicht gerade billig aber riesig – prima Ananas – zum Aktionspreis – und herrliche, gelbe Kiwis, die sie eh so gerne aß. Was sollte falsch sein, wenn er die einmalige Gelegenheit nutzte und von allem ordentlich mitnahm? Gerlinde war bestimmt begeistert…

Aber wo waren denn nun die verdammten Sardinen? Das war doch der nächste Posten, soweit er sich erinnerte. Oder wo war jemand, den man fragen konnte? Solche Leute gab es gar nicht mehr in Supermärkten!  Die versteckten sich, weil sie sich selbst nicht mehr auskannten; die Waren wurden ja nur mehr durch billiges Fremdpersonal einsortiert.

In seiner Not fragte Carl einfach die kleine korpulente Verkäuferin an der Fischtheke nach den Sardinen! Und da die so freundlich Auskunft gab, kaufte er gleich noch eine tüchtige Portion Meeresfrüchtesalat bei ihr und zwei köstliche Räucherforellen, die ganz frisch rein gekommen waren, wie die nette Verkäuferin mehrmals versicherte.

Bevor er dann aber wirklich in die vermutete Nähe der ersehnten Sardinen gelangte, musste er erst noch wie im Märchen etliche Prüfungen bestehen und unzählige lange und hohe Regalreihen mit eingelegten Heringen in hundert verschiedenen Gläsern und Dosen, überwinden – die es bestimmt in zwanzig verschiedenen Marinaden gab! Auch in Tomatensoße, um die er Gerlinde schon hunderte Male gebeten hatte, und von denen er sich keck gleich fünf Dosen in den Einkaufswagen lud und noch acht verschiedene Gläschen Muscheln darüber schichtete, bevor er endlich nach der Butter Ausschau halten konnte…

Aber stand vor dem Butterregal nicht sein unmöglicher, verbohrter Solar–Nachbar Konrad und seine eingetrocknete Luise? Und wühlten die nicht auch gerade in den zweihundert verschiedenen Buttersorten herum? Wie er es vor hatte?

Nichts wie weg!

Die Konrads musste er sich im Morgengrauen nicht antun, das konnte  nicht einmal Gerlinde von ihm verlangen! Blitzschnell bog Carl nach links zu den Rotweinen ab und griff instinktiv nach einer Flasche Amarone für 36.- Euro.

Leider zu spät!

„Ach der Herr Nachbar füllt nach den Feiertagen sein Weinlager auf?“ hörte er hinter sich sagen. Carl drehte sich um, tat überrascht und sagte, „ Gott – die Konrads! Sind Sie auch beim Einkaufen?“

„Nach was sieht’s denn aus, Herr Nachbar?“ lachte der solare Konrad brüllend über fünf Regale hinweg.

„So gut schon aufgelegt am frühen Morgen?“ witzelte Carl gequält und fragte Herrn Konrad, ob er auch gerne Amarone trinke.

„Mein Mann trinkt nur deutsche Weine“, schaltete sich die faltige Luise ein, „da weiß man wenigstens, was man hat“.

„Das stimmt“, sagte Carl, bedächtig nickend, „ aber wenn man hier zu den höherpreisigen Weinen greift, ist man auch ganz gut bedient…“

„Na ja, eine Flasche Wein für vierzig Euro können wir uns nicht leisten“, warf Herr Konrad sauertöpfisch ein.

„Ja was trinken Sie denn dann?“

„Ach, in der Pfalz kriegt man beim Winzer für fast kein Geld auch recht ordentliche ‚Tröpfle’?

„So, so“ sagte Carl und stellte sich mit einem selten gespürten Wonnegefühl, acht Flaschen Amarone in den Einkaufswagen, während die Konrads kopfschüttelnd weitergingen.

Aber so richtig voll hatte Carl die Nase erst, als Gerlinde ihn daheim wie in einem Kreuzverhör fünf mal hintereinander nach den blöden Zitronen und Sardinen befragte und acht Mal nach der beschissenen Butter und den Linsen, als gäbe es keine anderen Probleme auf der Welt!

Typisch Weiber, nur nicht über den Tellerrand hinausgucken, es könnte ja auch noch etwas anderes geben, als diesen kleinkarierten Haushaltskram.

Sein tolles Obst wurde nicht einmal ignoriert!

Und als er sich erlaubte dezent darauf hinzuweisen, sagte Gerlinde nur spitz, dass sie gar nicht wüsste, wohin mit diesen Mengen? Ja sollte er denn um Herrgottswillen jetzt auf der Stelle auch noch einen größeren Kühlschrank anschaffen? Unfassbar was diese Frauen sich vorstellten…

Wenn das der Dank dafür war, dass er freiwillig Gerlindes Haushaltskram erledigt hatte, konnte er wirklich gerne darauf verzichten!

Und auf Klugscheißereien, wie „der Amarone stand aber nicht auf dem Einkaufzettel!“ auch. Folglich durfte Gerlinde nie etwas von diesen acht schönen Fläschchen Amarone in seinem Auto erfahren: es sei denn  sie war bereit alle acht Fläschchen – mit ihm auszuschlürfen…

KH

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

130117 Untertan und Obrigkeit fehlen öfter beiderseit – hört Ihr, Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130118 Untreu macht die Herren weis – Strategie für Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130119 Untreu räche mit Vergessen – auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130120 Untreu räche mit Vergessen – gilt auch für Blogger und Twitterer! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130121 Untreu wird gern mit Untreu bezahlt – macht auch der Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

130122 Untreue schlägt ihren eignen Herrn – gilt auch fürs Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130123 Unverhofft kommt oft – gerade beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.