Roland Dürre
Freitag, der 28. Juni 2013

Alle Videos vom IF-Forum Craftsmanship verfügbar!

Die ersten beiden Vorträge des IF-Forums von Wolfgang Menauer und Kristin Block konnte ich vor ein paar Tagen “live” stellen wie auch den „Softwareentwicklungsblock“ von und mit Bernhard Findeiss und Dr. Elmar Jürgens.

So fehlen nur noch die letzten beiden Vorträge. Hier sind sie:

Bernd Fiedler hat uns auf amüsante Weise vermittelt, was das eigentlich bedeutet, ein Meister zu sein:

Und dann kam Reinhard Büttner! Er hat die Erkenntnisse des Tages zusammen gefasst und mit seiner Erfahrung trefflichst ergänztt.

Das Kunstwerk von Wolf Nkole Helzle, dass an diesem Tage für uns entstanden ist, habe ich schon als “Danke Schön” an unsere Referenten und Besucher veröffentlicht.

Nochmals einen ganz großen Dank an unseren Künstler und alle Referenten. Und ganz besonders möchte ich mich bei unseren Gästen bedanken. Von diesen haben mich so viele tolle Rückmeldungen ereicht, die sagten, dass es eine wunderbare Veranstaltung war. Das macht Mut, weiterzumachen. Ein Thema für 2014 hätten wir auch schon:

Selbstorganisation im Sinne von
„Selbstorganisation und Selbstlenkung als Gestaltungsmodell für Unternehmen und Projekte“!

Rückmeldungen sind wie immer erwünscht.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 27. Juni 2013

Tweets zum Twittern und Bloggen #173

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

130620 Was man nicht aufhalten kann, soll man laufen lassen – Regel fürs Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130621 Was man nicht erlernt, kann man erwandern – so auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130622 Was man nicht gern tut, soll man zuerst tun – gilt auch fürs Bloggen und Twittern! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130623 Was man nicht halten kann, soll man nicht geloben – auch als Blogger und Twitterer? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130624 Was man schreibt, das verbleibt – dran denken, Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

130625 Was man teuer verkaufen will, muss man teuer schätzen – gilt auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130626 Was man treibt, das bleibt – Vorsicht, Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Elwood P. Dowd
Mittwoch, der 26. Juni 2013

Transparenz

harvey&friendWer hat jemals einem nackten Seemann in die Tasche gefasst?

Hingegen rennen viele offene Tore ein,
wenige knallen jedoch mit dem Kopf gegen geschlossene Glastüren.

Genau darum schreit die Masse nach Transparenz!

Wollt Ihr die totale Transparenz?

Transparenz ist eine optische Eigenschaft, das Gegenteil ist Reflektivität.

Transparenz ist gleich Durchsichtigkeit, wir sehen hindurch, folglich sehen wir nichts.

Fussballkommentatoren haben das längst kapiert.

“…Meyer war auf der linken Aussenbahn total transparent.”
Heisst, Meyer war auf dem Platz nicht zu sehen.

Transparenz ist eine Tarnkappe, es gibt kein besseres Versteck!

Wenn alles transparent ist, sehen wir nichts mehr.

Also Ihr Transparenzler, willkommen im Reich der Blinden,
wo selbst der Einäugige nicht mehr König ist, es gibt ja nichts zu sehen.


Mein Freund Harvey sagt:

Welcher Satz zur Transparenz gilt?
Wer nichts zu verbergen hat, braucht sie nicht zu fürchten.
Wer nichts zu verbergen hat, hat bereits alles verloren.

Ein schwuler Fußballer wird geoutet.
Er wird gemobbt.
Er bringt sich um.
Danach ist es ganz normal, schwuler Fußballer zu sein.
Gute oder schlechte Transparenz?

Zu RAF-Zeiten galt als Terror verdächtig,
wer seine Stromrechnung unter falschen Namen bezahlte.
Tausende wurden observiert, einer erwischt.
Gute oder schlechte Transparenz?

Das Sensor gestützte Notrufsystem ecall benachrichtigt
vollautomatisch die nächste Unfallstation, wenn etwas passiert.
Gleichzeitig die Versicherung, dass der Fahrer ein Raser ist.
Gute oder schlechte Transparenz?

Google stellt sich immer besser auf meine Suchbedürfnisse ein.
Ich bekomme nur noch Ergebnisse, die ich gut gebrauchen kann.
Alles Neue, Abweichende, Störende bleibt außen vor.
Gute oder schlechte Transparenz?

Politiker legen jeden Schritt ihrer Entscheidungen
für jeden im Web offen.
Die Entscheidungen fallen und fallen nicht.
Gute oder schlechte Transparenz?

Ausgefeilte Algorithmen sagen erstaunlich präzise unser Verhalten
im Verkehr voraus. Er läuft überaus glatt, weil das System alle unsere
Wege kennt. Die von heute und die von morgen.
Gute oder schlechte Transparenz?

Unterhaltungsfilme können maßgeschneidert und in Echtzeit auf den
Publikumsgeschmack reagieren. Jeder fühlt sich auf seine Weise
glänzend unterhalten. Keiner erlebt mehr Überraschungen.
Gute oder schlechte Transparenz?

Mit den Methoden der personalisierten Medizin wissen wir ganz genau
wann und an was wir sterben. Allerdings können wir den Tod durch
eine individuell angepasste Therapie um einige Jahre hinauszögern.
Gute oder schlechte Transparenz?


Möchte hier nur zu Bedenken geben, dass Brillen mit Nacktscannern ein effektiveres Speed-Dating ermöglichen würden (Elwood P. Dowd).

Das Kunstwerk von Wolf Nkole Helzle, entstanden bei unserem IF-Forum CRAFTSMANSHIP habe ich schon als „Danke Schön“ veröffentlicht. Auch die ersten beiden Vorträge des IF-Forums von Wolfgang Menauer und Kristin Block konnte ich vor ein paar Tagen „live“ stellen.

Heute folgen die beiden nächsten!

Zuerst sehen wir Bernhard Findeiss, „Technologie Evangelist“ bei der InterFace AG. Er berichtet „Von einem Tag im Leben eines Software-Handwerkers“:

Dr. Elmar Jürgens von CQSE berichtet über seine eigene Erfahrungen und die guten Ergebnisse im Team mit Peer2Peer-Reviews im Dienste der Qualität:

Vielen Dank an die beiden Referenten und Friedrich Lehn, der für die Aufnahme und Produktion der beiden Videos verantwortlich war.

Jetzt fehlen nur noch die Vorträge von Bernd Fiedler und Reimund Büttner. Aber die kommen auch bald!

RMD

🙂 Die InterFace AG sorgt dafür, dass das moderne Nervensystem unseres Planeten funktioniert …

Das schaffen wir natürlich nicht alleine, sondern nur gemeinsam mit vielen anderen kleinen und großen Unternehmen auf dieser Welt. Es ist ein gigantisches „coworking“, und wir versuchen da einen ordentlichen Beitrag zu leisten.

So gesehen wären wir ja so etwas wie ein „Infrastruktur-Betrieb“?

Auf die Idee mit dem Infrastruktur-Betrieb kam ich, weil jedes Unternehmen einen Sinn haben sollte. Und der kann nicht nur aus der Maximierung des Shareholder-Value bestehen (siehe Alfred Rappaport). Da muss mehr da sein, und da könnten Infrastruktur-Betriebe es einfacher haben. Denn diese besitzen nach meiner Meinung eine implizite Sinnhaftigkeit.

So waren die Eisenbahner und Postler zumindest in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts eine stolze Mannschaft. Denn sie waren es ja, die dafür gesorgt haben, dass die Räder rollten und Briefe und Pakete zuverlässig transportiert wurden. Auch die Elektrizitätswerke hatten eine leicht zu erklärende Sinnhaftigkeit. Immerhin haben sie dafür gesorgt, dass die Lichter nicht ausgingen. Wie auch die Stadtwerke, die auch noch für Wasser, den Abfluss des Abwassers, die Beseitigung des Mülls, das Fahren der Straßenbahn, die Pflege der gesamten Infrastruktur der Stadt und vieles mehr gesorgt haben. Sogar die kommunale Central-Molkerei wie der öffentliche Schlachthof haben mir eingeleuchtet.

Es ist noch gar nicht lange her, dass die relevanten Infrastruktur-Betriebe ausschließlich in staatlicher Hand waren. Das hatte Vor- und Nachteile. Wobei ich meine, dass die Vorteile überwogen haben. Die Nachteile bestanden eigentlich nur darin, dass Staatsbetriebe gerne feudale Strukturen entwickeln. Zu leicht wird dann aus dem Beamtenstand eine privilegierte Kaste, die sich Vorteile und Rechte verschafft. Dabei aber vergisst, dass sie zu besonderer Verantwortung verpflichtet ist.

So scheint es auch leider in Teilen geschehen zu sein. Staatsbetriebe wurden auch noch zusätzlich von den Regierungen zur Versorgung abgetakelter Politiker missbraucht. Auch dies hat diesen nicht gut getan. Es kann ja nicht funktionieren, wenn die Besetzung von Führungspositionen nicht der Eignung des Kandidaten für die Anforderungen des Jobs folgt sondern eigenartigen anderen Interessen.

So haben sich die Dinge im Lauf der Zeit wohl zum schlechteren verändert. So war es nur logisch, dass „das Fass mal überlaufen“ musste! Das passierte am Ende des letzten laufenden Jahrtausends. Und jetzt war „Privatisierung“ angesagt. Als das universale Heilmittel. Und gleich mal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

Und weg war sie, die Sinnhaftigkeit der ehemals so wichtigen Infrastruktur-Betriebe. Es entstanden große Staatskonzerne, die an die Börse mussten. Und plötzlich ging es nicht mehr um die Versorgungssicherheit der Menschen im Staate, sondern um „Shareholder-Value“. Die ehemaligen Staatsriesen träumten von Rekordgewinnen und Weltmarktführerschaft.

Aber beides, Shareholder Value und Weltherrschaft, schafft zuerst mal keine Sinngebung für die Mitarbeiter. Auch gern praktizierte Alternativen wie eine künstlich eingeführte „Champion Mentalität“ (We are the  number 1!) oder das Ausrichten von Unternehmen nach Design-Kriterien ersetzen diese nicht. Und haben auch alle betreffend Motivation und Unternehmenskultur versagt. So gingen viele Mitarbeiter in die innere Kündigung oder entwickelten eine „Leck mich am A….“ Einstellung. Siehe dazu auch meine Bemerkungen zum brand eins des Monats Juni.

Aus eigener Erfahrung habe ich erlebt, dass das früher anders war. Mein Vater war Beamter. Aber vor allem war er Eisenbahner. Aus Überzeugung. Ihm war es wichtig, dass die Züge pünktlich fuhren. Für seinen Arbeitgeber, die Bundesbahn hat er alles gemacht und sich oft gegrämt, wenn die Dinge nicht so geklappt haben wie es hätte sein sollen. Und hat hart daran gearbeitet, dies zu verbessern.

Auch in der Industrie kenne ich es von früher anders. Von den damaligen großen Unternehmen mit großer Reputation wie das Volkswagenwerk eines Herrn Nordhoffs. Aber auch kleine Unternehmen habe ich früh mit Interesse beobachtet. Zum Beispiel eine kleine Molkerei in der Nähe von Augsburg, die trotz eine sehr durchschnittlichen Namens mittlerweile zu Weltruhm gekommen ist.

So richtig habe ich als junges Kind als erstes Unternehmen die Fleischfabrik Zimmermann bewusst erlebt. Das war in den Mitt-Fünfzigern und ich hatte gerade die Laufbahn des ABC-Schützen gestartet.

Die Eigentümer-Familie Zimmermann waren die Könige von Thannhausen, dem Ort in dem meine Großeltern mütterlicherseits lebten. Die beiden Schwestern meiner Mutter hatten die großväterliche Landwirtschaft im Sudetenland erben sollen und deshalb „nichts gelernt“. Im Gegensatz zu meiner Mutter, die studieren durfte, weil sie bei der Aufteilung des Erbes leer ausgegangen wäre.

Am Ende der deutschen Eroberungsstrategie im zweiten Weltkrieg kam es aber zu dem bekannten Rollback (Vertreibung) und das von mir nicht mehr erlebte großväterliche Anwesen war Ende des Krieges weg! Die ehemaligen Eigentümer wurden dann laut der Legende im letzten Viehwagen nach Bayern ausgesiedelt. Meine Eltern nannten das Vertreibung. Da meine Tanten in der Annahme, das väterliche Geschäft weiter zu führen, offiziell nichts gelernt hatten, waren sie froh, im neuen Leben in der Fleischfabrik Zimmermann als Hilfsarbeiterinnen arbeiten zu können.

Das Gehalt war schlecht, aber die „Familie Zimmermann“ versorgte seine Angestellten ganz besonders günstig mit den guten Wurstwaren. Damals habe ich manche Legende über dieses Unternehmen und seine schillernde Eigentümerfamilie gehört.

Die Eisenbahnstrecke von Dinkelscherben nach Thannhausen wurde eigentlich nur für das Werk der Zimmermanns betrieben. Hinter der Fabrik gab es eine Landebahn, von denen die Zimmermanns öfters mit ihrem Privatflieger in die große Welt starteten. Und nur zu oft waren die Zimmermann in der großen weiten Welt unterwegs und die Geschichten darüber gingen durch die Mitarbeiterschaft.

Und obwohl den Fleisch-Arbeitern wohl bewusst war, dass es den Zimmermanns in Dimensionen besser ging als ihnen selber, fanden sie damals einen Sinn in ihrer Arbeit. Weil es wieder aufwärts ging und weil es wieder Wurst zum Brot zu essen gab. Die Familie Zimmermann war der beliebte Arbeitgeber, der für Beschäftigung sorgte und wurde von allen verehrt. Sie waren die Sonnenkönige und die Sensation in Thannhausen. Die Mitarbeiter wussten das und liebten trotz beschwerlicher Arbeit und geringen Lohnes ihre illustre und mondäne Familie Zimmermann .

Das war auch so eine Art (wie ich schon früh fand zwar eher eigenartig), als Mitarbeiter einen Sinn im Unternehmen zu sehen. Alle mussten hart arbeiten und waren trotzdem irgendwie glücklich. Wie ich älter wurde, änderte sich das dann in den Geschichten meiner Tanten. Der Sinn ging immer mehr futsch und die negative Aussagen mehrten sich. Der Wohlstand wurde zum Normalzustand und die Härten der Arbeit wurden entdeckt.

Die schillernde und reiche Familie Zimmermann war mit der Entwicklung wohl eines Tages auch nicht mehr zufrieden. Deshalb verkaufte sie ihre Fabrik eines Tages an einen großen Fleischkonzern und verschwand wohl aus Thannhausen. Wohl um sich nur noch ihren „gesellschaftlichen“ Pflichten zu widmen. Das neue Leben in der Welt des Luxus schien ihnen wohl sinnvoller als die unternehmerische Arbeit in hoher Verantwortung. Aber darüber weiß ich nichts mehr.

Ich erzähle diese Geschichte eigentlich aus anderen Gründen. Ich glaube, dass in der heutigen Zeit schwierig ist, einer Fleischfabrik einen Sinn zu geben. Da reicht auch keine von Sagen umworbene Familie mehr. Sondern da muss man wohl über die richtigen Werte und eine Unternehmenskultur verfügen, die auch dem Schlachten von Tieren einen handwerklichen Sinn gibt.

Generell ist es schwer, einem Unternehmen einen Sinn zu geben. Und ich denke mir, dass Infrastrukturbetriebe da einen natürlichen Wettbewerbsvorteil haben – eine ganz natürliche Sinngebung, auf der man aufbauen könnte. Die aber wahrscheinlich sich ins Gegenteil umkehrt, wenn diese zu Privatkonzernen werden und dann ihre Hauptaufgabe vergessen, zuverlässig und zu fairen Preisen Infrastruktur zu realisieren und nur in Umsatz und Gewinn denken.

Und dann kommt mir der Verdacht, dass gerade Infrastruktur-Betriebe doch besser Staatsbetriebe sein sollten. So dass der Vorteil einer natürlichen Sinngebung sich nicht ins Gegenteil verkehrt. Nur dürften die „neuen Staatskonzerne“ dann halt die bekannten und oben benannten Fehler nicht wiederholen. Vielleicht könnte „gutes Management“ dies bewirken.

Und vielleicht gilt dies auch für das nach meiner Meinung so wichtige Nervennetz unseres Planeten, das wir Internet nennen und von unserer führenden Politikerin als Neuland bezeichnet wird. Gerade im „Neuland“ sollte die Freiheit, Offenheit und Verfügbarkeit von einem demokratisch kontrollierten Staat garantiert werden! Und diese so wichtige Infrastruktur muss als Voraussetzung für die Entwicklung eines sozialen Konsens zur Gestaltung von Zukunft vor Angriffen von den verschiedensten Seiten geschützt werden.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 22. Juni 2013

Zwei Vorträge vom IF-Forum CRAFTSMANSHIP als Video

Das Kunstwerk von Wolf Nkole Helzle, entstanden bei unserem IF-Forum CRAFTSMANSHIP habe ich schon als „Danke Schön“ veröffentlicht. Und schon konnte ich die ersten beiden Vorträge von Wolfgang Menauer und Kristin Block in Youtube laden. Hier sind sie in der Reihenfolge, in der die Vorträge gehalten wurden.

Zuerst sehen wir die Hinführung zum Workshop von Wolfgang Menauer, einem InterFace-Kollegen. Er assoziert Begriffe und zitiert Aussagen, die erklären, was CRAFTSMANSHIP bedeuten könnte:

Unsere erste Gastrednerin, Kristin Block hat dann einen wunderbaren Grundstock für den Workshop gelegt und uns berichtet, wie die Eckpfeiler einer Unternehmens-Wissens-Kultur aussehen sollten.

Vielen Dank an die beiden ReferentInnenen und Friedrich Lehn, der für Aufnahme und Produktion verantwortlich war.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 21. Juni 2013

Neuland

In seinem wunderschönen Blog Führung erfahren nimmt Dr. Marcus Raitner zur „Neuland-Aussage“ von der Kanzlerin der Deutschen und Europas Stellung.

Diesen Artikel musste ich kommentieren und habe das in Briefform gemacht.


Lieber Marcus,

der Satz, dass „das Internet für uns Neuland wäre“, kann je nach Standpunkt als schlampige Kurzform von Frau Dr. Merkel für einen schwierigen Tatbestand oder wohlwollend als eine gelungene Metapher für ein generelles Problem bewertet werden. Bedeuten könnte der Satz folgendes:

Für die Mehrheit der Politiker in Deutschland (und wohl auch in der Welt) – und besonders derer, die an der Macht sind – ist „der Wandel in der Gesellschaft Neuland“. Und zwar ein unheimliches und bedrohendes Neuland. Das ist nach meiner Meinung der Hauptgrund dafür, dass sich Politik immer mehr von den Menschen entfernt und die Wertschätzung der Demokratie schlimmer Weise so sehr leidet.

Und gleichzeitig die Erklärung für die immer stärker werdende politische Verdrossenheit vieler Bürger.

Also stellt sich wieder die Frage:

Ist Frau Merkel die authentische Politikerin, die auf sublime Art und Weise wieder mal auf das Problem wenn auch nur metapherhaft hinweist

und/oder

ist sie das einzigartige politische Genie, die intuitiv aber unreflektiert Dinge von sich gibt, die bei richtiger Interpretation aber tatsächlich den Nagel auf den Kopf treffen?

Aber diese Neuland-Aussage hat mir wieder klar gemacht, warum sie so beliebt ist und den Herrn Steinbrück wie eine Fliege gegen die Wand klatschen wird …

Also, wen wählen wir beide?

Beste Grüße vom #pmcamp 2013 in Wien!

Roland


Ich ergänze ein wenig polemisch:

Verkehrspolitik als Beispiel wurde in Deutschland und auf der Welt immer von älteren Männern gemacht, die die Welt wesentlich nur aus der Perspektive von hinter der Windschutzscheibe kannten. Woher sollen die Wissen, dass es auch Radfahrer und Fußgänger gibt – oder einfach nur Menschen, die nicht Lust haben, ihre Zeit für eine Tätigkeit wie „ein Kraftfahrzeug zu steuern“ verschwenden zu wollen?

RMD

Roland Dürre

Danke Schön!

Gestern hatte ich meinen 63. Geburtstag.

Ganz viele liebe Wünsche haben mich erreicht. Telefonisch, per E-Mail, über Twitter, Facebook, Google+, Xing, Linkedin, SMS, WhatsApp und wahrscheinlich noch viel mehr Kanäle. Gestern Abend in meinem Hotel in Wien (ich bin mal wieder „auf PM Camp“ – #pmcamp #pmcamp13vie) hat mich das sehr bewegt.


Ganz vielen Dank an die vielen lieben GratulantInnen!


Und als Dankeschön möchte ich mit dem folgenden Video etwas teilen, das mich auch sehr bewegt hat. Es ist das erste Video von unserem fachlichen IF-Forum „CRAFTSMANSHIP“ eine Woche vor meinem Geburtstag und zeigt unseren Freund und „Gast-Medienkünstler“ Wolf Nkole Helzle und das Ergebnis seines Wirkens an diesem Tag bei uns in Unterhaching.

So auch einen ganz großen Dank an Wolf, dass er dabei war!

RMD

Klaus Hnilica
Donnerstag, der 20. Juni 2013

Verkaufspraxis – oder die Optimierung der Margen

Carl und Gerlinde (XXXII)

Na ja, das war zu erwarten gewesen, dass Carl von Gerlinde durch mehrere Boutiquen getrieben wurde, wenn er schon einmal mit ihr durch die Stadt flanierte. Kam ja selten genug vor!

ZDimg072Der Papierladen, an dem sie zufällig vorüber schritten, war vermutlich nur ein unbedeutendes Schleifchen im verwirrenden Filz ihrer komplex verwebten Schicksalsfäden: doch Gerlinde erinnerte sich plötzlich – einen neuen Schreibblock für Einkaufsnotizen zu benötigen!

Der überraschte Verkäufer, bei dem sich trotz seiner Jugend kein einziges Haar auf seinem weißhäutigen Kopf zeigte, hatte auch schon den Feierabend eingeläutet, als Gerlinde, wegen ihres Schreibblocks, gerade noch in den Laden huschte…

„Soll’s denn ein größerer Notizblock sein?“ fragte er dennoch freundlich, da er offensichtlich eine umfangreiche Auswahl an derartigen Notizblöcken auf Lager hatte.

„Nein“, sagte Gerlinde, selbst für Carl unerwartet kapp und maulfaul.

„Dachten Sie an etwas Wertvolleres – ein Geschenk vielleicht?“

„Nein“!

„Ja dann meinen Sie wohl einen ganz gewöhnlichen Notizblock, wenn ich das richtig verstehe?“ sagte der freundliche Verkäufer, im Bemühen, Gerlindes Kaufwunsch klar einzugrenzen…

„Ja“, sagte Gerlinde, ergänzte dann aber doch, dass es ein Block fürEinkaufsnotizen sein sollte. Nicht zu groß, meinte sie noch und guckte unbestimmt im Laden herum.

„Ah ja“, sagte der Verkäufer und eilte entschlossen nach hinten.

Er kam mit drei verschiedenen Blöcken zurück, die jedoch von Gerlinde blitzschnell durch ein energisches Kopfschütteln als ungeeignet eingestuft wurden.

„Viel zu groß und voluminös“! stellte sie fest.

„Natürlich haben wir auch kleinere Exemplare“, sagte der Verkäufer beflissen und war schon wieder auf dem Weg ins Ladeninnere.

Carl nützte die Gelegenheit und prüfte rasch das Angebot an günstigen Kugelschreibern! Ihm genügte meist ein kurzer Blick, um zu erkennen, ob sich weitere Recherchen lohnten…

„So – da hätten wir vermutlich schon das Richtige“, meinte der Verkäufer mit einem hoffnungsvollem Lächeln auf seinem blassen Gesicht und legte vier verschiedene Blöcke der Größe DIN A5 auf die Verkaufstheke.

Aber Gerlinde schüttelte auch bei diesen Böcken irritiert ihren elegant zurechtgemachten Kopf: „Nein – nein, viel zu groß!“ sagte sie wieder, wobei Carl eine gewisse Ungeduld in ihrer Stimme zu hören glaubte.

„Hm – noch zu groß?“ sagte der immer noch freundliche junge Mann im hellblauen Hemd sowie einer exakt gebügelten dunklen Hose.

„Nun“ murmelte er nachdenklich und rieb mit der rechten Hand sein helles, sorgfältig rasiertes Kinn, „dann kommt eigentlich nur noch einer in Frage…“. Mehr konnte Gerlinde nicht verstehen, da der murmelnde junge Mann neuerlich ihrem Gesichtsfeld entschwand.

Carl befasste sich währenddessen mit einem Sortiment bunter Kugelschreiber, die recht gut in der Hand lagen und fabelhaft schrieben…

„Aber das wird es sein, gnädige Frau“, dröhnte ein paar Augenblicke später, eine aufgeregte Verkäuferstimme wie aus dem Jenseits. In großen Schritten kam der Verkäufer dann herbei und schwenkte zuversichtlich einen winzigen Notizblock der Marke URSUS vor seiner leicht geröteten Nase…

„Ja – ja“, rief Gerlinde wie erlöst, „das ist der Richtige, genau so einen wollte ich wieder!“

„Wie schön, gnädige Frau, jetzt haben wir doch noch das Richtige gefunden“, bemerkte der freundliche Verkäufer sichtlich erleichtert mit einem selbstgerechten Lächeln.

„Ja – Gott sei Dank“, flötete Gerlinde, „ich wusste ja gleich, dass ich bei ihnen richtig bin, gell“. Der Verkäufer nickte ihr bestätigend zu und fragte,

„Möchten sie eine kleine Tüte?“

„Ja das wär nett…“, hauchte Gerlinde.

„Das macht dann 1 Euro 20, gnädige Frau!“

„1 Euro 20“, überlegte Gerlinde kurz, schaute zu Carl, der noch immer bei den Kugelschreibern stand und sagte:

„Ach wissen Sie was – ich nehm gleich zwei dieser Blöckchen, das sind ja keine Kosten, die einen umbringen, oder?“

„Aber gerne, gnädige Frau“, sagte der immer noch freundliche Verkäufer und eilte wieder nach hinten…

Als er voll Zuversicht mit dem zweiten kleinen URSUS ankam, fragte Carl spontan, „sagen Sie was kostetet der billigste Kugelschreiber bei Ihnen?“

„Warten Sie“, sagte der aufmerksame Verkäufer, legte den zweiten Block auf den ersten und eilte zu Carl, „der Billigste ist der, und der kostet 60 Cent!“

„Gut, den nehm’ ich“, antwortete Carl kurz entschlossen. Fast eingeschüchtert von dieser rasanten Kaufentscheidung zog der verblüffte Verkäufer einen neuen silbrig glänzenden Kugelschreiber aus einer Hülle mit vier Stück und eilte triumphierend zur Verkaufstheke zurück.

„Du Carl, wir haben Kugelschreiber – daheim! Ich hab’ erst unlängst welche gekauft“, warf Gerlinde plötzlich ein.

„Bist du sicher?“ fragte Carl zögernd, er legte die Stirn in Falten.

„Ja“, sagte Gerlinde knapp und fixierte ihn mit einem bedeutsamen Blick.

„Aber ich kann ja sicherheitshalber einen mitnehmen“, meinte Carl salopp und blickte frech zurück…

„Carl – ich sag’ doch, wir haben genug Kugelschreiber zuhause!“ wiederholte Gerlinde eine Spur strenger.

„Komisch, dass ich die nie gesehen hab?“ brummelte Carl und schüttelt mehrfach seinen Kopf. „Aber den einen hier können wir ja trotzdem mitnehmen“!

„Ist nicht notwendig, Carl, ich hab’ einen kompletten 5-er-Pack bunter Kugelschreiber besorgt; das ist echt rausgeschmissenes Geld, wenn du jetzt noch einen kaufst…“, intonierte Gerlinde.

„Na gut, gut – wie du meinst“, tönte Carl entnervt.

Er wandte sich zu dem noch immer freundlichen Verkäufer und sagte,

„also dann keinen Kugelschreiber, Sie hören ja, mir ist dieser geplante Monsterkauf verboten worden…“

„Ach du Dummschwätzer “, ächzte Gerlinde mit hochgezogenen Augenbrauen und nahm Kopf schüttelnd ihre zwei kleinen Notizblöcke entgegen.

„Macht 2 Euro 40, gnädige Frau“, sagte der Verkäufer schmunzelnd zu Gerlinde, die ihre Geldbörse zückte.

Und zu Carl sagte er mit einem Bedauern in der Stimme, „tja – schade, mein Herr, das wären vier Kugelschreiber gewesen!“

„Ja, Pech gehabt“, erwiderte Carl. Er grinste und zog den Kopf ein.

„Hm – hm – hm“, brummte Gerlinde gereizt und zeigte ihre teueren verkronten Zähne, wie eine Löwin vor dem finalen Biss…

„Nichts für ungut, gnädige Frau, aber wir Männer müssen in der heutigen Zeit schon ein bisschen zusammenhalten“, sagte der immer noch freundliche Verkäufer grinsend, während er von Gerlinde die 2 Euro 40 entgegennahm. Dann lachte er augenzwinkernd Carl zu, der bestätigend zurück nickte und für einen kurzen Moment das ungemein beruhigende Gefühl hatte, Mitglied eines geheimen Männerbundes geworden zu sein…

KH

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

130613 Was liebt, das betrübt, was herzt, das schmerzt – Regel fürs Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130614 Was macht der Deutsche nicht fürs Geld – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130615 Was man ausleiht, bessert sich nicht – gilt das auch fürs Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130616 Was man einem wehrt, das ist ihm wert – auch dem Blogger und Twitterer? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130617 Was man genug hat, dessen wird man satt – dran denken, Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

130618 Was man gerne tut, ist keine Arbeit – denkt sich der Twitterer und Blogger! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130619 Was man in ein unsauber Gefäß schüttet, das versauert – Vorsicht, Twitterer und Blogger. #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.