Wer erlebt es nicht immer wieder bei sich selber – hässliche Dämonen versuchen in unser Leben einzudringen. Dämonen wie Angst vor der Zukunft, Furcht vor dem Unbekannten, Skepsis vor Bindungen, Ablehnen von Veränderung oder auch nur Misstrauen an Stelle von Vertrauen. Wie oft fehlt uns die Bereitschaft, mal etwas Neues auszuprobieren. Bedrückt uns ein Unwillen, die eingetretene Pfade zu verlassen. Oder betäuben wir uns mit Dingen, die wir gar nicht wollen und brauchen.

Das alles sind die Ursachen, dass wir Menschen uns zurück nehmen und unser personales Leben mindern. Uns kleiner machen als wir sind und unsere Talente und Fähigkeiten nicht mehren. Wir versuchen durch präzise Planungen Sicherheit zu gewinnen, die aber nur eine vermeintliche ist. Reduzieren dafür aber uns selber. Schritt für Schritt geht so die Lebensentfaltung zurück und ein unerfreulicher, sich selbst verstärkender Kreislauf beginnt. Die Lebensfreude entschwindet, das soziale Leben reduziert sich.

Im Kopf finden immer mehr Annahmen statt, die Sorgen beginnen, uns zu ersticken. Die Fragen, was denn alles so passieren kann, werden immer mehr und Einwände dominieren das Denken. Und die Angst wächst, die Sorgen verselbstständigen sich und die Lebensfreude geht verloren. Das alles passiert, wenn man nicht bereit ist, sein Leben eigenverantwortlich zu führen, die Freude am Leben aktiv wahr zu nehmen und mit agilem Leben der Verbissenheit und Verzagtheit keine Chance zu geben.

So meine ich, dass auch im Privaten wie in unseren sonstigen Projekten eine agile Art zu Leben alles viel einfacher macht. Man muss nicht immer alles bis ins Detail planen und sämtliche mögliche Folgen abwägen. Wir wissen doch eh nicht, welche Annahmen, die wir so machen, für die Zukunft valide sind. Also lasst uns die Kopfgeburten zurückdrängen, die unser kleines bisschen Leben doch nur belasten. Denn auch die Ängste finden zuerst mal im Kopf statt.

So bin ich fest überzeugt, dass agil zu leben uns glücklicher und zufriedener macht. Ein „nicht-agiles“ Leben verhindert auch bei vielen Paaren einen ganz natürlichen Schritt – nämlich Kinder zu kriegen. Denn wenn ich mein ganzes Leben immer alles prüfen, planen, begründen und absichern muss, dann werden Kinder ganz schnell als unvernünftiges Risiko wahr genommen, welches nur noch sehr mutige ja tollkühne Menschen eingehen. Und dann wird dem eigenen Leben einmal mehr etwas Selbstverständliches entzogen.

„Kinder bekommen“ ist in meiner Bewertung ein Teil eines „agilen“ Lebens. Unsere Kinder haben mein Leben nicht nur in der emotionalen Dimension mehr als wesentlich bereichert. Fast möchte ich sagen: Was ist ein Leben ohne Kinder?

Gerade Kinder sollte man eben nicht planen, man muss sie „geschehen“ lassen. Sie sind die natürlichste Sinngebung und bereichern unsere Lebensvielfalt. Und planen ist nur hinderlich, denn zeitlich passt es sowieso nie. Dafür erlebt man die Kinder dann (hoffentlich) lebenslänglich. Der Versuch, ihnen beim Gelingen ihres Lebens ein bisschen zu helfen, kann im übrigen auch nicht geplant werden sondern ist ein hoch agiles Projekt.

So könnte man sagen, dass „agil“ auch im privaten hilft, die Dämonen zu vertreiben. Und so lässt es sich auf agile Weise deutlich unbeschwerter leben – ein agiles Leben macht zufriedener und glücklicher.

Diese Empfehlung spreche ich nur aus, weil ich es so selber erlebe.

RMD

P.S.
Das waren Gedanken, wie sie mir heute auf der Zugfahrt von Frankfurt nach München durch den Kopf gingen.

Roland Dürre
Sonntag, der 28. Juli 2013

Roland macht Auszeit …

Mir scheint, dass zurzeit mir so ein wenig die Luft aus geht. Die Schuldigen könnten sein:

  • der wunderbare Sommer, der uns so viele schöne Stunden im Freien schenkt und den zu genießen es so viel Freude macht.
  • mein Umzug, der doch sehr aufwändig war und bei dem dann doch noch diverse Schwierigkeiten aufgetreten sind.
  • Kleine Missgeschicke – wie das ungeschickte Verlegen meines Handies – die mich für ein paar Tage ganz schön in Trab gehalten haben.
  • Und nicht zuletzt eine Welt, die nicht nur geschäftlich ein Maß an Blindleistung erfordert, das ab und zu irrsinnige Ausmaße annimmt.

So kommt der IF-Blog dann auch ein wenig zu kurz. Das tut mir Leid. Zurzeit erlebe ich dafür um so mehr. So habe ich schon viel Stoff gesammelt, über den ich gerne schreiben werde. Komme aber nicht zum Schreiben. Muss erst mal wieder Kraft schöpfen. Gehe aber davon aus, dass es bald wieder los geht.

Ich glaube aber, dass es in meinem IF-Blog immer noch das eine oder andere zu entdecken gibt. Ich selbst finde auch immer Sachen, die mich selbst überraschen. So empfehle ich zum Beispiel die Lektüre meines Unternehmertagesbuches … oder bitte Euch einfach ein wenig in IF-Blog herum zu stöbern!

Ganz lieben Dank dafür!

RMD

Liebe Familie, liebe Freunde,

ich werde ein Berufsausbildungszentrum nach dem dualen System für benachteiligte Jungendliche eröffnen. Wir beginnen  mit den Fachrichtungen Koch/Köchin und Restaurantfachkraft.

34 Jahre habe ich in Deutschland gekocht, von München bis Berlin, von der Bahnhofsgaststätte bis zum 5-Sterne Hotel, für einfache Gäste  und für VIPs. Ich hatte immer genug zu tun, nie war ich arbeitslos, nicht nur weil ich fleißig bin, sondern weil es im Gastronomiebereich immer genügend Arbeit gibt.

Ausbildung ist die zentrale Chance

Es war auch für mich sehr  schwierig, bis zum Meister zu kommen, aus vielen Gründen, finanzielle Probleme, Zeitbedarf für Familie und Kinder, die andere Sprache und die Zulassungsbedingungen als Ausländer.

Warum  war ich nie arbeitslos ? Weil Gastronomie nie ausgestorben ist. Warum bin ich  Meister geworden? Weil  die Weiterbildungsmöglichkeiten in Deutschland Jugendlichen eine Chance geben.

Duales Ausbildungssystem nach deutschem Vorbild

Deswegen werde ich alles, was ich in Deutschland gut finde, auch hier in Vietnam  für die Jugendlichen anzubieten versuchen.

Da das duale Ausbildungssystem in Vietnam neu und fremd ist, ist es für mich nicht leicht Ausbildungsplätze zu schaffen. Ich arbeite zur Zeit viel, um dieses  Ziel zu verwirklichen

Finanzwesen: Ich bekomme Unterstützung aus Deutschland für den Bau und Einrichtung der Schule. Aber die Schule zu betreiben ist schwierig, weil die meisten der Lehrlinge aus bitterarmen Familie stammen. Die Lehrlinge bekommen auch  von den Ausbildungsbetrieben Lohn, der ist aber minimal und viele Eltern können nicht einmal 1 Euro/taglich für ihre Kinder ausgeben.

Kinder aus armen Familien – ein Teufelskreis

Die Lehrlinge kommen von weit her in die Stadt, meistens kommen sie vom Land, dort herrscht noch die Familientradition: 3 Generationen unter einem Dach, viele Kinder und wenig Reis. Viele Kinder werden die Schule abbrechen und in die Stadt gehen, wie nach Saigon um Jobs zu finden. Sie werden ihr ganzes Leben lang als Hilfskraft arbeiten, im Slumgebiet leben und wieder viele Kinder bekommen, die wahrscheinlich wieder, wie ihre Eltern, lebenslang als Hilfskräfte arbeiten werden

Die Jugendlichen habe die Chance aus  diesem Teufelskreis auszubrechen – mit einer  abgeschlossenen Ausbildung.

Diese Chance wollen wir den Jungendlichen geben.

Nehmt mich als Beispiel. Ich stamme aus einer katholischen Familie mit 9 Geschwistern, bitter arm, als Kind lebte ich im Don Bosco Weisenheim, dort hatte Ich die Chance Abitur zu machen und in Deutschland  die Chance Meister zu werden.

Ich habe es geschafft  weil  viele Wohltäter mir die Chance gaben, deswegen  glaube ich ganz fest, dass die Jugendlichen in Vietnam  es auch schaffen.

Bitte unterstützt auch Ihr mein Projekt

Geben wir ihnen  die Chance, es zu zeigen und führen wir sie auf einen Weg, mit Liebe und Geduld werden sie schaffen!

Gebt mir die Chance und Ich gebe diese Chance  an die Bedürftigen weiter. Dafür bin ich nach Vietnam zurückgegangen, um Vietnam mit aufzubauen und christliche Überzeugung  durch mein Tun zu verkünden.

Weitere Informationen über das neue Projekt findet Ihr auf dieser Website: anremaisen.com

Best regards / Mit freundlichen Grüssen / xin kính chào

Francis Văn Hội

Hier die konkreten Spendeninformationen für alle, die dabei mithelfen wollen:

Empfänger: Salesianer Don Boscos
Konto-Nr: 22378015
Bankleitzahl: 37060193 (Pax – Bank)
Verwendungszweck: Agent-Orange-Kinder

Der Verwendungszweck ist wichtig, damit die Spende weitergereicht wird. Wenn er zusätzlich die vollständige Anschrift des Spenders enthält, wird automatisch eine Spendenquittung zugesandt.

Roland Dürre
Donnerstag, der 25. Juli 2013

Tweets zum Twittern und Bloggen #177

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

130718 Was von Herzen kommt, glaubt das Herz – Guter Rat fürs Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130719 Was wehe tut, das lehrt – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130720 Was wenig kostet, taugt nicht viel – gilt das auch fürs Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130721 Was zuviel, ist zuviel – auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130722 Was zweie wissen, erfahren hundert – auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

130723 Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass – geht nicht beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130724 Wein sagt die Wahrheit – dran denken, Twitterer und Blogger! #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Mittwoch, der 24. Juli 2013

Crowd Sourcing & BahnScout

Die „IF-Akademie“ war am letzten Donnerstag auf Reisen und hat an der TUM in Garching gastiert. Am Nachmittag hat dort im Saal Konrad Zuse ein Vortrag zum Thema Crowd Sourcing statt gefunden.

Felix Köbler hat uns vorgestellt, wie das geht und „BahnScout“ als gutes Beispiel vorgestellt.  „BahnScout“ steht für eine Anwendung mit einer APP, die für saubere und funktionierende Bahnhöfe sorgt. Es sind zwei Videos entstanden:

Teil 1: Crowdsourcing

Teil 2: BahnScout

Viel Spaß beim Anschauen!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 21. Juli 2013

Sind wir noch zu retten … ?

Oder gehen wir im Irrsinn unter …?

Aus aktuellem Anlass ist mir wieder ein Theaterstück eingefallen, das Norbert Weinberger und ich am Ende des letzten Jahrtausend auf einem Flug nach Indien skizziert und anschließend ausgearbeitet haben. Wir sind damals über Zürich von München kommend mit Swiss Air nach Neu-Dehli geflogen, um dort unser Tochterunternehmen „AMPERSAND ltd“ zu besuchen. Die Business Klasse war ziemlich leer und gleich mehrere charmante Damen aus der Schweiz kümmerten sich so richtig nett um uns.

Champagner gab es zum Abwinken und der Norbert und ich meinten, dass es Sinn machen würde, die Zeit zu nutzen, um den Schwachsinn des Spätkapitalismus in einem kurzen Sketch zu beschreiben.

Entstanden ist in dieser Nacht ein kurzes Theaterstück mit einfachen Bildern und Botschaften, erzählt von unserer Märchenerzählerin (Muschka):

Zwei Freiberufler und Freunde (Norbert und ich) sind in der Klemme. Deshalb trinken sie auf einer zugigen Parkbank ein Bier. Einem zufällig vorbei kommenden Studenten der BWL (Markus) erzählen sie ihr Dilemma und gründen mit diesem eine Firma. Sie freuen sich schnell über das erste gute Jahresergebnis, aber ihr Wirtschaftsprüfer (Christian) holt sie schnell auf den Boden runter. Er empfiehlt ihnen einen ihm persönlich bekannten Business Angel (Hans). Der löst gleich alle Probleme und bringt sie mit goldenen Flügeln (am Rücken) an die Börse. Die Assistentin des Vorstands (Claudia) gefällt das auch und serviert den Champagner. Jetzt heißt es wachsen, also „hire & buy“. Plötzlich ist die Euphorie raus und das Unglück nimmt seinen Lauf. Aus Mr. Buy wird Mr. Sell (Alfred). Und  am Schluss finden sich die beiden Freunde wieder auf ihrer Parkbank beim Bier.

Soweit die Handlung dieser sehr sentimentalen Satire auf die New Economy von Norbert Weinberger und Roland Dürre als Theaterstück. Uraufgeführt wurde es von den Geschäftsführern und Vorständen der im IT-Treff kooperierenden mittelständischen IT-Unternehmen. Das war am 29. Juni 1999 vor gur 550 Zuschauern, die sich damals im Schlachthof zu München fast tot gelacht haben. Das ist dann bald 15 Jahre her, an der Aktualität des Stückes hat sich aber nichts geändert.

Hier der Text zum Lesen oder Nachspielen.
IT-Treff Satire (1928)

Es gibt auch ein Video vom Stück, das leider nur von äußerst schlechter Qualität ist. Ich würde mich freuen, wenn eine Bühne (Laien oder Profis) unser Stück aufführen würde und wir so ein neues Video erstellen könnten. So ein Projekt würde ich tatkräftig kräftig unterstützen und lobe 1.000 € für dies erste Bühne aus, die das Stück in einem schönen Rahmen spielt. Da es kurz und einfach zu inszenieren ist, könnte es auch nur als „Vorstück“ dienen. So wie eine Vor-Band. Wäre doch mal etwas anderes!

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 20. Juli 2013

DATENSCHUTZ

Richard GutjahrRichard Gutjahr (in Twitter unter @gutjahr zu finden) bezeichnet sich selbst als
Journalist und Blogger, seiner Zeit oft voraus.

Ziemlich früh habe ich ihn im „Netz“ entdeckt, mit seinen Beiträgen spricht er mir (leider) aus dem Herzen.

Der aktuelle Post in gutjahrs blog heißt

Verschlüssel’ doch!

Dieser Artikel hat mich zu einem Kommentar bewegt. Aus Bequemlichkeit allerdings nur in Facebook, was eigentlich falsch ist. Hier meine noch ein wenig überarbeiteten Anmerkungen:

Wir haben das Recht des Ausübens von Gewalt an den Staat abgegeben, er hat so das Gewaltmonopol. Das ist klug, aber auch gefährlich. Der Staat hat deshalb eine unheimliche Macht. Wenn der Staat „böse“ oder „schlecht“ wird (was immer passieren kann und laufend passiert), wird er zu unserer schlimmsten Bedrohung. Deshalb muss „Staat“ transparent sein und jederzeit und in allen (!) Dimensionen von den Bürgern kontrolliert werden können!

Dies muss die zentrale Forderung auch beim Datenschutz sein. Denn wenn der Staat nicht für alle Bürger zu 100 % transparent ist, sind die Tore des Missbrauchs weit geöffnet. Ich kann mir kein (!) Thema vorstellen, bei dem in einer transparenten Gesellschaft eine staatliche Transparenz dem Gemeinwesen und Gemeinwohl wirklich schaden könnte. Das umfasst auch Sicherheits- und andere oft konstruierte Bedenken. Paranoia verursacht immer mehr Schaden als Nutzen!

Die transparente Gesellschaft ist so eine notwendige Bedingung für eine gelingende „digitale“ Gesellschaft. Denn Staat kann nur in einer transparenten Gesellschaft wirklich transparent sein. So braucht „NEULAND“ neben Toleranz und Respekt auch Transparenz als zentralen Wert. Wir müssen also einen gesellschaftlichen Konsens anstreben, dass wir eine freie, offene und transparente Gesellschaft haben wollen! Das wäre die Aufgabe unserer politischen Kräfte

Appelle, die Daten selber besser zu schützen, sind nur lächerlich. Die Gesetze zum Schutz von Daten stiften NULL Nutzen, bewirken aber beliebig viel Blindleistung.

Und immer daran denken: Der Staat ist der Gesetzgeber. Und wir erleben gerade, dass sogar ein „noch guter“ Staat seine Gesetze halt so macht oder ändert, wie es ihm passt und nutzt. Von einem schlechten Staat ganz zu schweigen.

Ich möchte noch anmerken, dass ich das Lesen von gutjahrs blog nur empfehlen kann!

RMD

Heute am Donnerstag – Veranstaltung von InterFace an der TUM:

Technische Vorträge von InformatikerInnen für InformatikerInnen

18. Juli 2013 – diesmal  schon ab 16 Uhr an der TUM!

Der nächste Vortrag in unserer Reihe IF-Akademie – Technische Vorträge 2013 findet am 18. Juli wie immer an einem Donnerstag statt. Aber diesmal bleiben wir nicht in den Räumen der InterFace AG in Unterhaching, sondern gehen wie ein Wanderzirkus auf Tour und machen die Veranstaltung inklusive der anschließenden Happy Hour an der TU München in Garching. Die TUM stellt uns dazu den Raum „Konrad Zuse“ zur Verfügung.

felis_swReferent ist Felix Köbler. Felix hat einen großen Teil seiner informatischen Ausbildung und Forschung an der TUM verbracht.

Er wird uns berichten, welche ganz neue Denkweisen und Möglichkeiten durch das Internet und die dazu gehörenden moderne Technologien schon Realität sind und wie das weiter gehen könnte. Dazu wird er zu folgendem Thema berichten:

 Crowdsourcing & BahnScout
Einführung und ausgewählte Schmankerl & Crowdsourcing-Lösung für sichere und saubere Bahnhöfe

Abstract von Felix:

Im ersten Teil meines Vortrags werde ich aktuelle technologische und sozio-technologische Entwicklungen skizzieren, wie bspw. die Adoption und Nutzung von ubiquitären und mobilen Technologien, die nicht nur unsere alltägliches Leben durchdringen sondern auch neuartige Anwendungen ermöglichen.

Ein vielversprechender, neuartiger Anwendungsfall stellt dabei das sogenannte Crowdsourcing dar, welches die Ver- und Auslagerung von Aufgaben oder Wertschöpfungsaktivitäten durch ein Unternehmen oder Institution an eine undefinierte Gruppe freiwilliger Nutzer umfasst.

Anhand von verschiedenen Beispielen, die über bekannte Anwendungen und Initiativen, wie Wikipedia und OpenStreetMap hinausgehen, werde ich Möglichkeiten und Problemstellungen dieser neuartigen Konzepte diskutieren. Eine Besonderheit des Crowdsourcing liegt in der Ausdehnung bestehender Arbeitsteilungsmodelle um den Faktor Motivation, der in der sozio-technischen Umsetzung zu meist durch die Anwendung von Gamification – der Einsatz von spielerischen Elementen in nicht-spielerischen Kontexten – bedacht wird.

Der zweite Teil des Vortrags befasst sich mit einer konkreten Lösung und Anwendung „BahnScout“ im Bereich des sogenannten „Mobile Crowdsourcing“, welches durch technische Entwicklungen im Bereich der mobilen Endgeräten ermöglicht wird. Bei „BahnScout“ handelt es sich um eine Smartphone-Applikation mit der Fahrgäste Probleme, wie technische oder bauliche Schäden und Verschmutzungen in Bahnhöfen und öffentlichen Infrastrukturen, direkt an die zuständige Stelle melden können.

Der Vortrag soll neben aktuellen Ergebnissen aus dem laufenden Feldversuch diverse Einblicke in die handwerkliche Vorgehensweise (Participatory Design/User-centered Design) und konzeptionelle Herausforderungen im Bereich Gamification während der Entwicklung der Lösung geben.

Der Referent

Felix Köbler ist Doktorand am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität München. Er erhielt einen B.Sc. und M.Sc. in Information Systems/Wirschaftsinformatik von der Technischen Universität München und studierte unter anderem an der Shanghai Jiao Tong University, Shanghai, China sowie der Technischen Universität Tampere, Finnland und der Universität Tampere, Finnland.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Globale Distributed Software Engineering, Social Networking, Gamification, Persuasive Technologies und Ubiquitous und Mobile Computing mit einem starken Fokus auf Human-Computer Interaction. Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten werden in internationalen Fachzeitschriften, wie bspw. AIS Transactions on Human-Computer Interaction und International Journal of Human-Computer Interaction (IJHCI) sowie auf internationalen Konferenzen wie International Conference on Information Systems, European Conference on Information Systems und ACM SIGCHI Conference on Human Factors in Computing Systems veröffentlicht.

Neben der Ausgründung zu BahnScout ist er in den Bereichen User Experience Design und strategische Beratung sowie im Business Development bei „FELD M“, einem Beratungsunternehmen für digitales Marketing tätig und verdient sein Geld als selbständiger Berater.

Ein paar Infos zur Veranstaltungsreihe

Alle zwei Monate bieten wir einen Vortrag mit technischen, fachlichen, führungs-spezifischen oder unternehmerischen Themen an. Dazu laden wir alle interessierten InformatikerInnen aus der Region und natürlich ganz besonders die Kolleginnen und Kollegen der InterFace AG ein.

In den Vorträgen wird der Idee von Craftmanship folgend neues Wissen und besondere Erfahrung aus der Praxis für die Praxis weiter gegeben. Schwerpunkt und Inhalte sind Programmieren als deutsche Ingenieurs-/Wertarbeit, modernes Basis-Know-How, Zukunfts-Technologien, Insider-Wissen und Veränderung bei bewährten Technologien, Erfahrung aus Projekten wie aus Management & Führung und vieles mehr.

Die Referenten sprechen in der Regel 30 Minuten, die nächsten 60 Minuten gehören der Diskussion. Und anschließend gibt es immer eine „Happy Hour“.

Die Veranstaltungen finden jeden dritten Donnerstag in den ungeraden Monaten des Jahres statt.

RMD

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

130711 Was soll der Dreck als stinken – Vorsicht, Twitterer und Blogger! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130712 Was soll der Wetzstein ohne Wasser? – So auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130713 Was teuer, das lieb – gilt auch fürs Bloggen und Twittern! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130714 Was tot ist, beißt nicht mehr – auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

130715 Was übern Zaun fällt, ist des Nachbarn – auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

130716 Was vom Hunde kommt, bellt gern – gilt auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

130717 Was von der Henne kommt, das gackert – dran denken, Twitterer und Blogger! #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Samstag, der 13. Juli 2013

brand eins im Juli

001_b1_05_13_Titel_4c.indd

Wenn ich die täglichen Schlagzeilen in den Zeitungen und Magazinen so überfliege, bekomme ich gelegentlich das unerfreuliche Gefühl, dass meine ganze Wühlerei ziemlich sinnlos ist.

Beim brand eins ist das anders  – auch diesmal. Also gleich vorweg – das Juli-Heft ist wieder herausragend innovativ und motivierend. Im Heft geht es um Zukunft und die macht dort so richtig Mut! Mit dem Titel „Ich riskier’s!„. Der Schwerpunkt ist dann schlicht „Fortschritt wagen“.

Dann schaue ich aufs heutige Datum und denke mir, dass ich ein „armer Kater“ bin. Da liegt das brand eins schon gut zwei Wochen zum Lesen bei mir. An zwei Menschen habe ich es auch schon verschenkt. Und doch habe ich keine Zeit gefunden, um meinen „brand eins – Artikel“ zu schreiben. Da muss doch auch mal bei mir etwas Innovatives passieren! Denn die Zeit ist mein wertvollstes Gut. Und das ist zurzeit sehr knapp. Also gleich rein ins Heft und ein paar kommentierte Hinweise.

Schon auf Seite 31 finde ich den ersten Knaller. Nach einer Studie vom BDI und der Deutschen Telekom Stiftung ist die Schweiz mit Abstand das innovativste Land dieser Welt! Das glaube ich gerne, habe ich doch bei den schönen Unternehmer-Workshops bei RISE (HSG) in Basel, Zürich und St. Gallen ganz viele tolle Schweizer Unternehmen und Unternehmer kennen gelernt. Innovativ und modern in einem Sinne, der mir sehr viel Respekt abgewonnen hat.

„Selbstorganisation und Selbstbestimmung in Organisationen und Unternehmen“ hat schon Hans Ulrich, der Begründer des St. Gallener Management Modells, in den 80iger Jahren als wichtige Forderung für einen Wandel im Management gefordert. Und genau diese Fähigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für Innovationsfähigkeit. Und ich frage mich: Liegt das auch an der Schweizer Basis-Demokratie? Die könnte zumindest ein vernünftiger Versuch sein, auch die Menschen einer Nation sich selbst organisieren und über ihr Schicksal bestimmen zu lassen? So gesehen könnte Basisdemokratie der Katalysator für die Innovation auch einer Nation sein!

Zumindest bei mir ist die Schweiz als Land der Unternehmer sehr positiv besetzt. Von nichts kommt nichts, sagt der Volksmund. Auch gute Hochschulen habe ich in der Schweiz erlebt. So haben mich die HSG (Hochschule St. Gallen) und die ETH in Zürich sehr beeindruckt. Ich ziehe meinen Hut vor der dort vorhandenen Dynamik! Und ich denk mir mal, dass die Qualität der Unis und Hochschulen eines Landes durchaus in Korrelation zum Erfolg dieses Landes stehen.

Bei einer Festveranstaltung der TU München mit einem Gast der ETH hat der Präsident der TUM, Herr Dr. Herrmann, berichtet, dass bei der ETH die pro Kopf-Aufwendungen pro Student ein mehrfaches höher sind als an der TUM. Meine mich zu erinnern, dass es ein Faktor im zweistelligen Bereich mit einer 1 vorne dran war. Eine gute Bildung und damit auch gute Hochschulen sind natürlich von elementarer Bedeutung für gelingenden Fortschritt. Aber auch an den Unis gilt halt „ohne Moos nichts los“.

Ich finde es auch gut, dass die ETH den Mut hatte, eine Technische Hochschule zu bleiben und ihr „H“ im Namen zu behalten. 1969 habe ich an der THM (Technische Hochschule München) mein Studium der Mathematik und Informatik aufgenommen. Kurz später hat sich diese dann in Technische Universität umbenannt. Ich fände es besser, wenn das „H“ für „Hochschule“ erhalten geblieben wäre. Außen scheinbar „Hui“ bedeutet noch lange nicht innen „Hui“, sondern in unserer Zeit immer öfters „Pfui“.

Die TUM schätze ich wert, weil sie für deutsche Verhältnisse ganz ordentliche Informatiker ausbildet. Sie gibt sich auch ein schickes Außenbild. Ob sie aber wirklich eine innerlich innovative Hochschule ist? Man könnte da ein paar Fragen stellen, erscheinen mir doch deutsche Universitäten ziemlich bürokratisch und überadministriert. So dass den meisten Professoren am Ende des Tages zu wenig Zeit für Forschung, Lehre und den Menschen bleibt.

Aber so ist das halt in unserem Deutschland, in dem das Internet von höchster Stelle als Neuland bezeichnet wird. Die Hochschulen werden verschult, die akademische Freiheit eingeengt und dann wundert man sich, wenn die kleine Schweiz uns sogar bei der Innovation überholt. Der Welt (und uns) wird aber erzählt wird, dass wir eine Insel der Seligen in einem Europa der Elendigen wären! Also doch „Außen Hui, innen Pfui?“.

Umso besser, dass es brand eins gibt. So habe noch viel mehr Positives im brand eins des Juli gefunden. Nur noch ein Beispiel: Mich hat sehr gefreut, dass ich meinen Freund Günther Bonin auf Seite 56 entdeckt habe, sogar mit Bild. Da wird berichtet, wie er und seine Freunde die Meere unseres Planeten vom Plastikmüll befreien wollen (1earth1ocean). Dass so etwas im brand eins steht, finde ich großartig.

Vielen Dank – Frau Fischer!

RMD

P.S.
Habe von mir als armen Kater geschrieben. Das erinnert mich an eine Twitterfreundschaft mit jemanden, der sich in Twitter @ArmerKater genannt hat. Ich habe ihn später auf PM-Camps im realen Leben getroffen und wir sind auch dort Freunde geworden.

Er nannte sich @ArmerKater, weil er in seinem Leben als angestellter Projekt Manager doch des öfteren recht verzweifelt war.

😉 Jetzt ist er Unternehmer geworden und kein armer Kater mehr und twittert unter einem neuen Namen. Das wäre eine Geschichte für das brand eins des Juni gewesen. Da gab’s der Titel „Montags könnt‘ ich kotzen“ …