Roland DĂŒrre
Dienstag, der 31. Dezember 2013

Ich mache …

🙂 the same procedure as every year …

Selbstreflektion

Einmal im Jahr versuche ich meinen Stern zu norden. DafĂŒr scheint mir der Jahreswechsel gut geeignet. Dann mache ich eine kleine Retrospektive, denke ĂŒber mich und die Zukunft nach und schreibe mir auf, was dabei herauskommt.

Wer bin ich?

Zur Person:
Roland Maria DĂŒrre, wohnhaft jetzt in Neubiberg bei MĂŒnchen.
Bin verheiratet mit Barbara DĂŒrre, sieben Kinder und schon ganz schön alt.
Mit dem, was mir so widerfahren ist, bin ich sehr zufrieden. Die Familie hat sehr geholfen, glĂŒcklich zu werden.
Viele Jahre war ich als IT-Pionier der 3. Generation tĂ€tig, jetzt bin ich als „Hansdampf in allen Gassen“ unterwegs.
Gemeinsam mit Wolf Geldmacher, Dr. Peter Schnupp und Claus M. MĂŒller habe ich die InterFace AG gegrĂŒndet. Auch das war auch rĂŒckwirkend gesehen eine sehr gute Entscheidung.

Was macht mich aus?
Ich habe einen Körper, der mir bewusst und wichtig ist. Deswegen suche ich die „aktive MobilitĂ€t“.
Ich bin FußgĂ€nger und Radfahrer unterwegs, bin in erster Linie Mensch und als Tagelöhner, Familienvater und Reisender zwischen den Welten unterwegs.
Ich sehe mich als SchĂŒler von Rupert Lay und vielen anderen Menschen.
Vielleicht bin ich auch ein klein wenig das, was man einen Unternehmer nennt.
Ich mag das Leben, schĂ€tze das Nachdenken und bin fĂŒr das Hinterfragen aller Dinge. Mag KreativitĂ€t und Phantasie.
Ich liebe Fußball und das Schachspiel, welches mich vieles gelehrt hat.
AufklÀrung und Frieden sind mir sehr wichtig.
Freiheit heißt fĂŒr mich, willens und in der Lage sein, mein Leben soweit wie möglich in Eigenverantwortung zu fĂŒhren.
Dogmen und Moral machen mir Beschwerden.
FĂŒr meine Mitmenschen möchte ich Mutmacher sein, persönlich viele Freunde und viel Freude haben und meine wie fremde Angst und Feindseligkeit reduzieren.
Ich glaube an die Zukunft, die wir mit KreativitÀt, Phantasie und Leidenschaft schaffen können.
Ich bin immer auf der Suche nach VerbĂŒndeten.
Und möchte selber vor allem nur eins – leben!

Meine handlungsleitende Maxime:
„Handle und entscheide dich so, dass die Regeln, nach denen du handelst, dir in der Mehrzahl der AnwendungsfĂ€lle helfen, eigenes und fremdes personales Leben eher zu mehren als zu mindern“.

🙂 Das wĂ€re es dann. Wird dann Ende 2014 wieder ĂŒberprĂŒft.

RMD

P.S.
FĂŒr den Fall, dass jemand mit mir Kontakt aufnehmen will:
Meine E-Mail-Adressen:
roland@duerre.de; roland.duerre@gmail.com; roland.duerre@interface-ag.de (bis Ende 2014)
Vertreten bin ich in Facebook, Google+, Twitter, Youtube, XING, Wikipedia … – dies immer als RolandDuerre, gelegentlich auch nur als DĂŒrre.
Meine Websites:
duerre.de, if-blog.de

Roland DĂŒrre
Donnerstag, der 26. Dezember 2013

Über den Unsinn von Projekten …

Vor vielen Jahren (Jahrzehnten) hat ein von mir sehr geschĂ€tzter Kollege (damals war er noch eine Art von“Bauleiter/Abteilungsleiter“) in einem EinfĂŒhrungsvortrag zum Thema „Projekt Management“ den neuen Begriff „Projekt“ so definiert:

„Jedes Projekt hat einen Beginn und ein Ende. Das Ziel ist prĂ€zise festgelegt. Die Aufgabe ist, das Ziel im Rahmen des vorgesehen Einsatzes von „Zeit & Material“ punktgenau zu erreichen.“

Damals wurde noch nicht von „Projekten“ und „Projekt Managern“ gesprochen. Es gab Aufgaben und AuftrĂ€ge, die wir erledigten und Funktionen, die wir bauen mussten. Wir waren Entwickler in einem Team, die verschiedene Rollen in einer Person ausĂŒbten: Planer, Architekt, Tester, Programmierer und Manualschreiber.

Der neue Begriff „Projekt“ hatte mich begeistert. Nicht nur weil ich schnell anzuzĂŒnden bin, sondern weil es ja auch sinnvoll klingt. Heute denke ich anders. Nehmen wir als Beispiel mein Leben. Das ist obiger Definition folgend doch auch ein Projekt. An den Start geht es mit der Geburt. Und es gibt ein definiertes Ende, den Tod. Ich bin sozusagen auf diese Welt gekommen um wieder zu gehen.

Was ist dann das Ziel meines Projektes „Leben“? Das Lebensende, der Tod, kann es ja nicht sein? Ziel könnte nur sein, dem Leben, also der Zeit zwischen Geburt und Tod, einen Sinn zu geben. Aber welchen?

Ich meine, dass der Sinn meines Lebens ist, möglichst oft das Richtige zu tun und das Falsche zu unterlassen.

Gilt Ă€hnliches nicht auch fĂŒr Unternehmen? Oder auch Staaten und andere soziale Systeme?

Soziale Systeme sind in der Regel nur temporĂ€re Gebilde, die entstehen, sich verĂ€ndern und wieder verschwinden. Die meisten Unternehmen, die ich in unserer Branche erlebt habe, hatten eine Lebenszeit, die deutlich kĂŒrzer war als ein menschliches Leben sein sollte.

Ich kenne nur wenige Unternehmen, die mehrere Generationen ĂŒberlebt haben. Und zurzeit sind gerade diese stark vom Tod bedroht, weil sie sich dem Wandel nicht ausreichend anpassen (können oder wollen?). Als einziges soziales System, das schon lĂ€nger (zwei Jahrtausende) ĂŒberlebt hat, fĂ€llt mir die katholische Kirche ein. Sie hat halt ein spezielles Produkt, den Glauben. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass auch hier die „Erfolgsstory“ mal zu Ende geht, und zwar ohne dass die Menschheit aus stirbt.

Projekte finden in sozialen Systemen statt.

Die Summe aller Projekte gehen in die Evolution eines sozialen Systems ein. Sie können Teil eines Weges der kontinuierlichen Verbesserung aber auch Verschlechterung sein. Die Projekte eines sozialen Systems werden – um KomplexitĂ€t zu reduzieren – vom Kontext des Gesamtsystems befreit. Das macht es scheinbar einfacher, fĂŒhrt aber dazu, dass die Reaktionszeit auf VerĂ€nderungen im System aufgrund ihrer Isolierung langsamer wird.

Was folgt daraus? Wir mĂŒssen uns im Rahmen der Möglichkeiten und Randbedingungen der realen Umwelt „vernĂŒnftig“ verhalten. Projekte sind hierfĂŒr unter optimal, schrĂ€nken sie doch ein, oft auf ein willkĂŒrlich vorgegebene Kombination von Situation und Ziel.

Das bedeutet, wir mĂŒssen unseren Blick öffnen und schĂ€rfen und lernen, zu bewerten, was gut und was schlecht ist. Nur so können wir uns an systeminterner und -externer RealitĂ€t orientieren. Das gilt allgemein fĂŒr Menschen, die bereit sind, Verantwortung in Unternehmen oder in einem sozialen System zu ĂŒbernehmen. Die sich fĂŒr VerĂ€nderung und die Gestaltung von Zukunft einsetzen.

Und so gesehen fĂŒhren uns die Projekte auf einen Irrweg. Es geht nicht darum, ein Ziel festzulegen und es zu erreichen. Konkrete Ziele und Projekte sind immer in Frage zu stellen. So kann das Einstellen eines Projektes durchaus ein gutes Projektergebnis sein. Um mit dem Volksmund zu sprechen „weil man gutes Geld nicht schlechtem Geld nach werfen soll!“ Dies nur als Beispiel.

Vielmehr geht es darum, sich der Zukunft iterativ zu nÀhern. Mit KreativitÀt und Phantasie zu experimentieren. Dinge aus zu probieren. FehlschlÀge zu ertragen und es noch mal zu versuchen. Weil wir die Welt wie unsere sozialen Systeme eben nicht planen und mechanistisch steuern können.

Das hat uns der plötzlich aufkommende und dann radikal genutzte Einsatz von fossiler Energie  im 19. und 20. Jahrhundert suggeriert. Es entstand eine Glaube, dass wir Menschen omnipotent wÀren und alle Probleme mechanistisch lösen könnten. Technologie und Planbarkeit wurde zum Zukunftsglauben.

Wir leben aber im 21. Jahrhundert, das letzte Jahrtausend ist endgĂŒltig vorbei. Der Traum des beliebigen Nutzens von Energie zum Nulltarif und ohne negative Folgen auf unsere BiosphĂ€re ist vorbei. Die Mechanisten und Technologen unser Welt trĂ€umen zwar immer noch von einer unendlichen Energie-Quelle zum Nullpreis. Aber selbst, wenn es diese wider Erwarten einmal geben sollte, wird es keinen Weg zurĂŒck in die Traumwelt einer vergangenen Zeit geben.

Wir mĂŒssen deshalb alle unsere Vorurteile und GlaubenssĂ€tze wie unsere Gewohnheiten und SelbstverstĂ€ndlichkeiten radikal hinterfragen. Wir mĂŒssen versuchen, kluge und richtige Folgen daraus zu ziehen. Das kann extrem schmerzhaft werden. Viel Mut und GrĂ¶ĂŸe wird notwendig sein, um den notwendigen „Turn over“ zu schaffen, um uns in die schon beginnende Transformation akzeptabel zu integrieren. In der Welt, in unserer Gesellschaft, in unseren Unternehmen, in unseren Projekten und in unserem Leben.

RMD

P.S.
Vor kurzem habe ich einen ein wenig konkreteren Artikel zum Wandel im Management veröffentlicht.

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

131219 Wer kein Geld hat, muß mit der Haut bezahlen – so auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

131220 Wer keine Neider hat, hat auch kein GlĂŒck – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

131221 Wer keinen Spaß mag verstehn, soll nicht unter Leute gehn – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

131222 Wer kleine SĂŒnden meidet, fĂ€llt nicht in große – auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

131223 Wer klug ist, legt die Hand nicht zwischen Hammer und Amboss – so auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

131224 Wer lacht, tut keine SĂŒnde – gerade beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

131225 Wer langsam geht, kommt auch zum Ziel – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland DĂŒrre
Mittwoch, der 25. Dezember 2013

Wohin gehst Du, Europa?

Europa sollte eins werden. Zu einem starken Kontinent, der mit einer Stimme spricht. MĂ€chtig, um sich nicht dem Druck anderer Nationen (USA, Russland, Indien, China …) beugen zu mĂŒssen, sei dies wirtschaftlich oder gesellschaftlich.

Es sollte das Europa eines Wertekonsens werden, der auf Menschenrechten, AufklĂ€rung und Demokratie aufbaut. Ein vereinter Bund von Nationen, einig und klar positioniert, mit einem stabilen außenpolitischer Profil. Und mit einem starken EURO, der die europĂ€ische Wirtschaft unabhĂ€ngig macht von WĂ€hrungsspekulationen.

So der europĂ€ische Traum, so die Theorie. Wie aber sieht die Praxis aus? Von einheitlicher Außenpolitik keine Spur. Eingriffe von DrittlĂ€ndern in die Rechte europĂ€ischer BĂŒrger werden toleriert bis ignoriert. Beim Abkommen zum Welthandel beugt sich Europa den Interessen anderer Nationen und internationaler Konzerne und hĂ€lt dies vor seinen BĂŒrgern geheim. Dies alles haben wir in den letzten Wochen wieder erlebt.

Aber auch der Wertekonsens stimmt nicht mehr. Die LÀnder Europas driften auch hier auseinander. Zwei aktuelle Beispiele sind schlimme Symptome: Das in Frankreich geplante Verbot der Prostitution und die VerschÀrfung der Abtreibungsgesetze in Spanien. Beide Gesetzesvorhaben erscheinen mir unklug und heuchlerisch.

In Frankreich soll die Prostitution verboten werden. Ohne zu bedenken, dass dieses Gewerbe nicht ohne Grund als das Ă€lteste der Welt bezeichnet wird. FĂŒr die Argumentation fĂŒr das Verbot werden sogar ehemalige Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer benutzt. Um die Frauen vor Schaden zu bewahren will man diesmal nur die Freier bestrafen. Und kriminalisiert damit die Frauen doch wieder.

Dieses Gesetz wird nichts bewirken. Vielleicht dass in Frankreich ein paar Kongresse weniger stattfinden. Vielleicht profitiert sogar Deutschland und Bayern, weil die eine oder andere Konzernzentrale wieder aus Frankreich nach Berlin oder MĂŒnchen umzieht. Das Sexualleben der französischen MĂ€nner wird sich aber nicht Ă€ndern …

Die aktuelle Entwicklung in Spanien geht auch einen großen Schritt zurĂŒck. Jetzt bin ich bestimmt kein großer BefĂŒrworter von Abtreibungen. Ich mag Kinder. Ich weiß, das die Zeit des Lebens schnell vergeht und gerade die einfachen Lebensentscheidungen sich im nach hinein gesehen oft als ziemlich falsch erweisen. Ich weiß aber auch, als welches UnglĂŒck Frauen eine ungewollte Schwangerschaft empfinden können. Und so schwierig das Thema Abtreibung sein mag, finde ich die in Deutschland ĂŒbliche Regelung als sehr verantwortet.

Spanien geht da aber jetzt einen anderen Weg. Was werden die Folgen sein? Die armen Frauen – und da glaube ich gibt es in Spanien gar nicht so wenig – werden wieder zum „Engelmacher“ gehen. Und die wohlhabenden machen halt einen Kurzurlaub mit Full Service im Nachbarland. Das kann doch nicht der Sinn der Sache sein.

Im Kontext der Vereinbarung der großen Koalition zum Mindestlohn hat der CSU-Vorsitzende  und bayerische LandesprĂ€sident Horst Seehofer gesagt: „Wir mĂŒssen Gesetze machen, die auf die Lebenswirklichkeit passen“. Da hat er zweifelsfrei Recht. Weder das Verbot der Prostitution noch die VerschĂ€rfung der Abtreibungsregeln werden Lebenswirklichkeit gerecht. Sondern moralisieren nur.

Ich meine, dass sinnvolle Gesetze eine Chance haben sollten, exekutiv umgesetzt werden zu können. Das scheint mir auch bei beiden nicht der Fall zu sein. Die Franzosen mĂŒssten ihre Sittenpolizei massiv ausbauen. Aber wie soll das gehen? Ähnlich in Spanien. Oder hoffen die Gesetzgeber auf den Denunzianten?

Schlimm wĂ€re es, wenn die Franzosen und Spanier sich zum moralischen Vorbild fĂŒr Europa erheben. Und die Lobbyisten wie die Kirche durch solche Regelungen ermuntert werden, ihren Einfluss wieder auszudehnen. FĂŒr einen moralischen „RĂŒckfall ins Mittelalter“.

Aber fĂŒr Europa tut es mir leid. Wenn die LĂ€nder Europas mit so fragwĂŒrdigen Gesetzen zu menschlich wichtigen Themen auseinander driften, wie soll dann Europa jemals einen gesellschaftlichen Konsens finden und eine fĂŒr die Welt relevante Werte-Instanz werden.

RMD

Roland DĂŒrre
Dienstag, der 24. Dezember 2013

Feindseligkeit und Misstrauen

Je Àlter ich werde und je mehr ich so dazu lerne desto mehr erkenne ich, dass Feindseligkeit die Hauptursache von Misserfolg und Missmut ist. Feindseligkeit kriecht leider nur zu oft aus allen Ritzen des Menschlichen. Und meistens völlig unnötig.

Wie der Hass ist die Feindseligkeit ein Parodoxon. Ein Mensch hasst einen anderen und will diesen zerstören. Dem Gehassten tut der Hass aber nichts an, dafĂŒr zerstört er den Menschen, der hasst. Der Hassende zerstört sich also immer zuerst mal selbst. Und der Gehasste kann sich ins FĂ€ustchen lachen …

So ist es auch mit der Feindseligkeit. Man Ă€rgert sich ĂŒber irgend etwas oder irgend wen. Und will es irgendwie seiner Umgebung zeigen, vielleicht ganz unbewusst den eigenen Unmut kund tun. So wird man feindselig nach außen und schadet sich dabei doch selbst am meisten.

Die Angst ist die Mutter der Feindseligkeit. Sie nĂ€hrt diese und deren Geschwister. Die große Schwester der Feindseligkeit ist das Misstrauen, der kleine Bruder die BetrĂŒbnis. BetrĂŒbnis wie die Trauer, der Kummer, das UnglĂŒck und das Herzweh sind das Gegenteil von Freude. Sie zerstören diese und fĂŒhren in die Frustration. Diese aber ist der Feind von Erfolg und Zufriedenheit. Die Angst zerstört so den Mut und ohne Mut keine Freude.

Das Gegenteil von Feindseligkeit ist die Menschenfreundlichkeit. Das gelingt am besten, wenn man gut und schlecht zu unterscheiden lernt und dann öfters das Richtige denn das Falsche macht.

Dazu darf man freilich nicht nach den anderen schielen oder dem „Man macht das aber so!“ unterwerfen. Eigene Vorurteile mĂŒssen in Frage gestellt werden und Entscheidungen dem Lebensziel folgen. Das bedeutet auch, dass Handlungen nicht wegen nebensĂ€chlichen Kontexts und aus falsch verstandener RĂŒcksichtnahme erfolgen dĂŒrfen.

Und vor allem Vertrauen muss der „Default“ werden. Nur so kann die eigene Feigheit und die immer im Kopf statt findende Angst ĂŒberwunden werden. Angst, Misstrauen, und Feindseligkeit machen uns kaputt. Wir sollen aber kaputt machen, was uns kaputt macht. Also mĂŒssen wir Anti-Angst, Anti-Misstrauen und Anti-Feindseligkeit zu unseren Werkzeugen machen und uns einĂŒben im Mut haben, Vertrauen entwickeln und Freude genießen. Denn das sind die einfachsten SchlĂŒssel zum Erfolg …

Das hat ĂŒbrigens nichts mit „Gut-Menschentum“ zu tun. Nein, dieses „Gut-sein“ ist egoistisch. Es geht ja darum, uns selber erfolgreich zu machen. Nur wenn wir erfolgreich sind, können wir andere erfolgreich machen. Nur wenn es uns gut geht, können wir zu anderen gut sein.  Und wir sollten nur dann die Welt retten wollen, wenn wir dabei auch an uns denken, denn wir sind auch ein und fĂŒr uns sehr wesentlicher Teil dieser Welt.

RMD

Roland DĂŒrre
Sonntag, der 22. Dezember 2013

brand eins im Januar (2014)

Gestern war es in meinem Briefkasten, das neue brand eins. Eine nette Botschaft, die mich aus 2014 erreicht hat.

Denk neu! mit dem Schwerpunkt OriginalitÀt.

brandeins2014januarNeu denken,
das gefÀllt mir!

So wie die ersten SĂ€tze im Editorial von Frau Fischer. Ich zitiere:

„SpĂ€testens seit der Koalitionsvertrag öffentlich ist, gibt es wenig Zweifel: Wir werden uns den Weg in die Zukunft selbst bahnen mĂŒssen. Das mutlose Kompendium aus Ge- und Verboten fordert den mĂŒndigen BĂŒrger geradezu auf, sich seine FreirĂ€ume zu erkĂ€mpfen, Neuland zu erobern und zu entscheiden, was er hinnehmen will und was nicht. Und das scheint unabhĂ€ngig von der aktuellen Konstellation so zu sein: Die Politik hat die FĂ€higkeit zum TrĂ€umen verloren und ist bestenfalls zur Verwaltung bereit.“

Soweit die Worte von Frau Fischer. Die ich teile und gerne ergÀnze:

Wie soll Politik trĂ€umen, wenn es sogar die Parteien aufgegeben haben, an der Bildung eines sozialen Konsens fĂŒr VerĂ€nderung und Zukunft mitzuwirken? Nur fĂŒrs Verwalten brauche ich keine Politik – da reicht mir schon eine redliche Administration.

Frau Fischer schreibt weiter: “ Das ist keinesfalls resignativ gemeint.“

Auch da stimme ich ihr gerne zu. Glaube ich doch schon lange, dass es ziemlich gleichgĂŒltig ist, was die Politik so macht und redet, regelt und verregelt, subventioniert oder besteuert. Den Lauf der Dinge kĂŒmmert das nicht mehr und die Evolution folgt ihren eigenen Gesetzen. Ob in Zukunft z.B. in Deutschland noch Braunkohle verbrannt wird, entscheidet nicht die Politik. Höchsten wie viel Subventionskohle. Da laufen Entwicklungen und die ratlose Politik kann höchstens wie Loriot fragen: „Ja, wo laufen die denn hin?“. Und die Politiker dĂŒrfen verwundert zuschauen und Sonntagsparolen labern.

Frau Fischers Worte erinnern mich an den Appell „Erfindet Euch Neu!“ von Michel Serres in seinem aktuellen BĂŒchlein „Eine LiebeserklĂ€rung an die vernetzte Generation“. Übrigens auch extrem lesenswert.

Aber zum Heft.

Die Reklame, die ich raus schĂŒttele, ist diesmal interessant. Da flattert zuerst ein sehr schöner Prospekt von mymuesli heraus. Mymuesli hat jetzt einen neuen Zielmarkt, die Unternehmen! „Neues MĂŒsli fĂŒr Deutsche Unternehmen“ ist die Parole. Mit wie ich finde schrecklichen Gadgets (frĂŒher hĂ€tte ich Schnickschnack gesagt). Der Prospekt ist aber wirklich wirklich Klasse – Respekt vor dem beauftragten Marketingunternehmen. Der Sinn des Angebots von mymuesli ist mir bis heute verborgen geblieben. WĂŒrde auch gerne mal die Bilanz von mymuesli sehen. Wahrscheinlich sieht die eher nach Rote Beete denn Haferflocken aus. Aber vielleicht wird die KreativitĂ€t und ZĂ€higkeit der GrĂŒnder wie ihre gute Öffentlichkeitsarbeit ja mal mit einem „lucky exit“ belohnt. Denn mit ein paar Millionen auf dem Konto lĂ€sst es sich nicht schlecht leben.

Neben my-muesli fĂ€llt mir auch ein gut gemachter Prospekt von Metaplan auf. Metaplan gibt es schon seit mehr als 40 Jahren, die bunten Karten und klappbaren Metaplan-Tafeln habe ich schon fĂŒr die GrĂŒndung der InterFace AG vor 30 Jahren benutzt. In diesem Prospekt wird sogar der alte Habermas bemĂŒht (redlicher Diskurs und so).

Noch ein Prospekt  fĂ€llt mir auf. Er ist von einer „NÜRNBERGER AKADEMIE fĂŒr Absatzwirtschaft“. Mit dem „tollen“ Slogan Bildung braucht Neugier (?). Und dem genauso „genialen“ Untertitel: Suchen. Lernen. Gewinnen.
Möchte nicht wissen, wie lange die da gehirnt haben. Oder deren Marketing-Dienstleister. Na ja, die versuchen es halt auch. Jeder will irgendwie an Kunden ran kommen. Ist ja nicht mehr so einfach wie frĂŒher ….

ZurĂŒck zum Heft. Nachdem ich es zumindest von der „mobilen Werbung“ befreit habe, schaue ich mir die „statische“ Werbung an. Viele schöne Dinge werden da angepriesen, die ich nicht (mehr ?) brauche. Die Anzeigen wollen mir nicht nur tolle Autos und schöne Uhren schmackhaft machen. Ich entdecke viel schönes Design. Gediegenheit und SeriösitĂ€t wird mir suggeriert. Die Botschaft von High-Tech und Klassik umwirbt mich und verblĂŒffender weise finde ich erstaunlich wenig Erotik in der Werbung im brand eins. Anscheinend gilt die Regel „sex sells“ hier nicht mehr.

Und da brandeins ja wohl ganz erfolgreich ist, scheint mir die Werbung in jeder Ausgabe ein wenig mehr zu sein. Neben der  Werbung macht aber der Inhalt des Heftes auch wieder einiges her. Das fĂ€ngt an bei der „Welt der Zahlen“, die ich immer gerne als erstes angucke. Der „Schwerpunkt“ ĂŒberzeugt wie immer. Alles ist mit viel Liebe recherchiert, wird schön erzĂ€hlt und ist charmant angerichtet. Und fast alle Artikel senden eine gute Botschaft aus oder machen nachdenklich.

Also, wer Heilig Abend noch mit Geschenken in Not ist, dem kann ich dieses brand eins nur empfehlen. Es ist ein echter Joker und dĂŒrfte sich auf vielen Gabentischen auch als kleines Geschenk positiv vom weihnachtlichen Konsumterror abheben. Viele kennen brand eins ja noch nicht und dĂŒrften so die besondere Freude haben, etwas neues zu entdecken. Und werden dann eine Zeitlang beim Lesen wohlwollend an den Schenkenden denken.

🙂 Also – brand eins ist ein sehr effizientes Weihnachtsgeschenk, das vielleicht den Lesern dann auch ein wenig zur Resilienz hift.

Und ich beende diesen Artikel mit einem Gruß an Frau Fischer und ihr wunderbares Team und sende die WĂŒnsche nach einer frohen Weihnacht ganz besonders gen brand eins.

RMD

Roland DĂŒrre
Freitag, der 20. Dezember 2013

Singende Elche ..

Ein besonders netter Weihnachtsgruß hat mich von unserem Autor Klaus Hnlica erreicht. Klaus schreibt fĂŒr IF-Blog nicht nur die Fortsetzungsgeschichten zu Carl & Gerlinde, ĂŒber die ich immer recht schmunzeln muss.

Aber ab und zu dichtet er auch – so wie zu Weihnacht 2013:

Ich wurd’ gefragt – und dann gleich welche –
Weihnachtslieder singen Elche?
Ja singen die denn ĂŒberhaupt?
Und wenn, ist’s Elchen auch erlaubt,
Die „Stille Nacht
“ mit Elchsgeweihen
BrĂŒnftig in die Nacht zu schreien!

Das verschreckt doch jeden BĂ€r
Und auch den JĂ€ger trotz Gewehr!
Schon gar nicht mag ich daran denken,
Wie Rehe sich den Hals verrenken.
Und selbst die KrĂ€h’ im kahlen Strauch
KrĂ€chzt – ach Gott – so sing’ ich auch!

Doch drin im Stall, dort bei den Föhren
Scheint’s Sepp und Mary nicht zu stören:
Im Stroh davor schnalzt froh ihr Junge
Zu „White Christmas“ mit der Zunge!
Ist per iPhone live verlinkt,
Hört nicht was die Elchkuh singt


Drum wenn’s Apple echt gelĂ€nge,
Dass auch die Elchkuh richtig sÀnge
Weil im Ohr steckt Knopf samt Kabel,
WĂ€r’ das alles keine Fabel,
Sondern Fakt zu guter Letzt,
Dass Mensch mit Tier ist echt vernetzt!

Weihnachten wÀr noch viel schöner:
Die Elche Ă€ĂŸen mit uns Döner,
Auch die Kirchen wÀren voller,
Mit Elchen ganz im Weihnachtskoller,
Die da sĂ€ngen ‚elchisch bieder’
Röhrend alte Weihnachtslieder!

Doch bei uns ist heuer nicht
‚Elch – Bedarf’ wie im Gedicht!
Denn bei uns sind alle da –
Die Enkel und die Kinderschar!
Und wie alle Jahre wieder
Singt Alt und Jung dann Weihnachtslieder!

Fröhliche Weihnachten und ein gutes Neues Jahr wĂŒnschen Euch von Herzen,

Brigitte und Klaus Hnilica
Rodenbach, im Dezember 2013

Jetzt frag ich mich nur, ob die Elche auch im bayerischen Dialekt singen könnten.

RMD

P.S.
Und fĂŒr die Liebhaber von singenden Elchen hier noch Elche 2.0:

Ich wurd’ gefragt – und dann gleich welche –
Weihnachtslieder singen Elche?
Ja singen die denn ĂŒberhaupt?
Und wenn, ist’s Elchen auch erlaubt,
Die „Stille Nacht
“ mit Elchsgeweihen
BrĂŒnftig in die Nacht zu schreien!

Das verschreckt doch jeden BĂ€r
Und auch den JĂ€ger trotz Gewehr!
Schon gar nicht mag ich daran denken,
Wie Rehe sich den Hals verrenken.
Und selbst die KrĂ€h’ im kahlen Strauch
KrĂ€chzt – ach Gott – so sing’ ich auch!

Doch drin im Stall, dort bei den Föhren
Scheint’s Sepp und Mary nicht zu stören:
Im Stroh davor schnalzt froh ihr Junge
Zu „White Christmas“ mit der Zunge!
Ist per iPhone live verlinkt,
Hört nicht was die Elchkuh singt


Drum wenn’s ‚Apple’ echt gelĂ€nge,
Dass auch die Elchkuh richtig sÀnge
Weil im Ohr steckt Knopf samt Kabel,
WĂ€r’ das alles keine Fabel,
Sondern Fakt zu guter Letzt,
Dass Mensch mit Tier ist echt vernetzt!

Weihnachten wÀr noch viel schöner:
Die Elche Ă€ĂŸen mit uns Döner,
Auch die Kirchen wÀren voller,
Mit Elchen ganz im Weihnachtskoller,
Die da sĂ€ngen ‚elchisch bieder’
Röhrend alte Weihnachtslieder!

Selbst Franziskus kĂ€m’s gelegen,
In einer App gÀb er den Segen
Digital an Mensch und Elch –
Feierlich bei Brot und Kelch –
Damit endlich all das Geld
Friede stifte in der Welt!!

Klaus Hnilica

Besonders die Verse der letzten Strophe finde ich wunderschön!

Roland DĂŒrre

Frohe Weihnacht

Jolly Kunjappu
»Jumbo‘s first birthday. Celebrate your life.«
Acryl und Wachskreide auf Leinwand

Jumbos first birthday. Celebrate your life.

Dieses wunderschöne Bild gemalt von meinem Freund Jolly war das Motiv der Weihnachtskarte 2013 der InterFace AG. Wir haben es ausgesucht, weil es bunt ist, eine Botschaft des Muts, der Freude und des Frieden ausstrahlt und so ein religions- und kulturunabhĂ€ngiges Symbol fĂŒr „Frohe Weihnacht“ ist.

Jolly wurde 1950 in Madras (Chennai) in SĂŒdindien, ich im selben Jahr in Augsburg inBayern geboren. Jolly ist Philosoph, Komponist und Musiker, Maler, Keynote Speaker, Performance Artist. Nebenher hat er ein ganz besonderes indisches Restaurant in der ZweibrĂŒckenstr. (Indian Mango – ganz nah beim Deutschen Museeum). Seit 1970 lebt er in MĂŒnchen und arbeitet weltweit.

Ich bin Tagelöhner, Freigeist, Unternehmer, Familienvater manches mehr. Ins Indian Mango gehe ich besonders gern zum Essen. Auch heute Mittag wieder.

Jolly und ich sind BrĂŒder im Geiste. Mit seinem Bild wĂŒnschen wir Euch und allen Euren Lieben wie der ganzen Welt eine friedfertige, harmonische und ganz frohe Weihnacht. Und dass in 2014 in Eurem Leben die Menschenfreundlichkeit ĂŒberwiegen und Eure Welt ohne Feindseligkeit sein möge.

RMD

Roland DĂŒrre
Donnerstag, der 19. Dezember 2013

Tweets zum Twittern und Bloggen #198

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

131212 Wer fĂŒr die Freiheit streitet, hat zwanzig HĂ€nde und noch so viel Herz  – auch wir Twitter und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

131213 Wer immer zu frĂŒh zu kommen meint, kommt oft zu spĂ€t – dran denken beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

131214 Wer immerdar sauer sieht, um den gibt man nichts – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

131215 Wer immerfort rechnet, was er kostet, isst nimmer guten Kohl – auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

131216 Wer in allen Gassen wohnt, wohnt ĂŒbel – so auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

131217 Wer in der Ferne pocht, schweigt in der NĂ€he – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

131218 Wer in seinen Beutel lĂŒgt, niemand als sich selbst betrĂŒgt – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland DĂŒrre
Sonntag, der 15. Dezember 2013

Unternehmertagebuch #93 – Effizienz versus Resilienz

Wandel und Transformation

Die technologischen und sozialen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte haben nach meinem VerstĂ€ndnis zu einem heftigem Wandel in unserer Welt gefĂŒhrt. So erleben wir eine Zeitenwende, die wohl Ă€hnlich relevant sein wird wie der Beginn der Industrialisierung oder der Zeitpunkt der Erkenntnis, dass die Erde eben keine Scheibe ist sondern sich um die Sonne drehen muss.

Diese Zeitenwende bringt ein hohes Maß von abrupter VerĂ€nderung mit sich. Es ist eine VerĂ€nderung, die unser persönliches Leben genauso trifft wie unser soziales und wirtschaftliches Miteinander. Und gerade die fĂŒr uns Menschen so wichtigen sozialen Systeme mit einem ökonomischen Zweck, auch Unternehmen genannt, sind besonders von der VerĂ€nderung betroffen.

So lese ich Aussagen, das mehr als die HÀlfte der Top Tausend Unternehmen dieser Welt ernsthaft gefÀhrdet ist und vielleicht schon in den nÀchsten Jahren verschwinden wird. Und dem was ich erlebe folgend nehme ich das sehr ernst.

Was hat sich eigentlich geÀndert?

In der Vergangenheit war die „Effizienz“ das wesentliche Kriterium fĂŒr Erfolg. Dabei wurde die Effizienz ĂŒberwiegend erst durch den massiven Einsatz von bewusst billig gehaltener fossiler Energie ermöglicht. Dies hat die Natur, die ganze Welt und natĂŒrlich auch die Menschen massiv betroffen und verĂ€ndert.

Die so stattfindende VerĂ€nderung wurde in der ersten Annahme ausschließlich positiv wahr genommen und euphorisch begrĂŒĂŸt. Nicht nur die so stattgefundene „Ökonomisierung“ aller unserer wirtschaftlichen und sozialen AblĂ€ufe hat aber viele negativen Folgen gebracht, denen wir uns jetzt zwar langsam aber um so sicherer immer mehr bewusst werden.

Das Zeitalter der Effizienz geht zu Ende. Und eigentlich sollten wir froh darĂŒber sein. Vieles wird sicher unkomfortabler werden. MobilitĂ€t wird wieder aktiver erfolgen.

Die fortwĂ€hrende Steigerung der Effizienz hat fĂŒr viele Menschen zu einer absurden „Hamsterrad“-Situation gefĂŒhrt. Die Menschen sind vom Marketing förmlich formatiert worden (ich zitiere Michel Serres). So folgen wir Menschen in Masse der uns (scheinbar?) aufgezwungenen Zielvorgabe, unser GlĂŒck durch Massenkonsum zu generieren und setzten möglichst großen Wohlstand als unser priores Lebensziel.

Wer das nicht will, der muss sich selber Ă€ndern und allgemein verĂ€ndern. Wer VerĂ€nderung bestehen will, muss – freiwillig oder unfreiwillig – in eine Phase der Transformation eintreten. Und die wird sicher mehr Spaß machen und besser gelingen, wenn sie nicht unfreiwillig sondern auch gewollt und proaktiv erfolgt.

So mĂŒssen Firmen, die ĂŒberleben wollen, Resilienz als zentrale StĂ€rke entwickeln. In Wikipedia finden wir die Begriffe der allgemeinen “Resilienz” und der “Resilienz im Management“. Besonders schön finde ich als Metapher fĂŒr Resilienz das “StehaufmĂ€nnchen”, das sich immer wieder von selbst aufrichtet, kaum dass es schief liegt. Damit meine ich aber ganz gewiss nicht die amerikanische Parole “vom Hinfallen und immer wieder Aufstehen”.

Wir brauchen Resilienz, weil weitere Effizienz alleine nicht mehr genĂŒgen sondern eher schaden wird.

Die Effizienz hat bewirkt, dass WettbewerbsfĂ€higkeit auf Seite der Anbieter vor allem durch „billiger werden“ sicher gestellt wurde. „Billiger werden“ ist kein Hilfe fĂŒr nachhaltiges Überleben. Im Gegenteil, immer billiger produzieren und liefern zu mĂŒssen ist ein schlechter Kreislauf, der nicht nur keinen Spaß sondern uns auch austauschbar macht. Ein anderer wird es immer noch billiger schaffen, man wird austauschbarer und letztendlich dann ausgetauscht. Denn, wer austauschbar ist wird auch ausgetauscht.

Resilienz erreichen wir, wenn wir uns gegen Austauschbarkeit wehren. Das geht nur ĂŒber „anders sein“. Und die Transformation zum „anders sein“ ist notwendig um nicht immer billiger werden zu mĂŒssen. Das wird auch unser Leistungsangebot betreffen.

Woher wollen wir aber wissen, wie „anders“ wir werden mĂŒssen, um erfolgreich zu bleiben? Das lĂ€sst sich garantiert nicht planen oder gar berechnen! Also mĂŒssen wir die VerĂ€nderung ausprobieren. Und Ausprobieren bedeutet, dass vieles nicht klappern wird. So wird „Ausprobieren“ zu einer wichtigen Investition in die Zukunft.

Und die wird nur gelingen mit KreativitÀt, Phantasie und Leidenschaft.

RMD

P.S.
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