Roland Dürre
Donnerstag, der 27. Februar 2014

Tweets zum Twittern und Bloggen #208

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

140220 Wer sich zum Schafe macht, den fressen die Wölfe – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140221 Wer sich zwischen Stroh und Feuer legt, verbrennt sich gern – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140222 Wer singt im alten Ton, bekommt nur alten Lohn – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140223 Wer stille liegt, der ist tot – auch beim Bloggen und Twittern?! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140224 Wer Unglück sät, will Unglück ernten – auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140225 Wer viel begehrt, dem mangelt viel – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140226 Wer viel erfährt, muss viel leiden – gilt auch fürs Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

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RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Mittwoch, der 26. Februar 2014

Morgen bei InterFace live im Stream: IF-Forum mit Jörg Schindler

Donnerstag 27. Februar 2014 – morgen – ist das erste IF-Forum in 2014:

In 2014 haben wir Galileo Galilei (1564-1642) als Gesicht der InterFace gewählt. Die Aktualität seiner Gedanken erlaubt uns, neue Perspektiven des Hier und Jetzt zu eröffnen. Kosmos, Mensch und Zeitenwende werden die Themen des IF-Forums 2014 sein.

Schindler_Foto_FarbeWir freuen uns auf spannende Blicke in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft und starten morgen mit Jörg Schindler

Er spricht zur Zeitenwende. Thema seines Vortrages wird sein:

Der Anfang vom Ende des fossilen Zeitalters
Die große Transformation unserer Welt” und“Resilienz folgt der Effizienz”

Die Veranstaltung findet wie immer im Seminarbereich der InterFace AG in Unterhaching statt. Ab 18 Uhr heißen wir dort unsere Gäste willkommen. Mit dem Vortrag wollen wir pünktlich um 18:30 starten.

InterFace_Icon_30Jahre_01-94Noch gibt es einige wenige freie Plätze. Für all die, die nicht kommen können, übertragen wir den Vortrag live im Internet.

Unter http://www.ustream.tv/channel/IF-Forum können Sie ab zirka 18:15 den Video-Stream zum Vortrag sehen.

Zusätzlich zur Übertragung werden wir einen Video-Mitschnitt anfertigen und auf youtube (Kanal InterFace AG) zur Verfügung stellen.

Wir freuen uns auf Sie – live und im Internet.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 25. Februar 2014

PM-Camp jetzt auch in Zürich (25. – 26. April)

Ich freue mich!

In 2011 haben wir (Kornelia Hietmann, Dr. Eberhard Huber, Jens Hoffmann, Dr. Marcus Raitner, Dr. Stefan Hagen und meine Wenigkeit) in Dornbirn das erste Barcamp für Projekt Management ins Leben gerufen.

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2012 fanden PM-Camps schon in Dornbirn und in Wien statt.

Und 2013 gab es PM-Camps in Bad Homburg, Berlin, Dornbirn, Stuttgart und Wien!

Und es geht weiter. Denn in 2014 werden auch noch München und Zürich dazukommen! Zürich ist schon terminiert. Am 25. und 26. April 2014 wird dort das erste PM-Camp des Jahres 2014 stattfinden! Die Tickets kann man auch schon erwerben – hier geht es zum Ticket-Kauf.

Für den, der PM-Camp noch nicht kennt, ein paar Infos:

PM-Camp ist ein hochwertiges Barcamp für Projekt Manager. Dort treffen sich Menschen, die bereit sind ihr Wissen zu teilen und dazu lernen wollen. Und die in der Regel willens sind, unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

PM-Camp ist kein Verein und keine Institution. Es gibt ein Kernteam, das derzeit aus Eileen Hörtreiter, Dr. Eberhard Huber, Dr. Marcus Raitner, Dr. Stefan Hagen und mir besteht und sozusagen die „normative“ Verantwortung übernimmt. Die lokalen Veranstaltungen werden von „Orga-Teams“ durchgeführt, die Vertreter der „Orga-Teams“ treffen sich einmal im Jahr zur „PM-Camp Klausur“, auf der die Strategie, Zukunft und operative Maßnahmen für PM-Camp abgestimmt werden.

PM-Camp arbeitet eng mit openPM zusammen. openPM ist eine offene Plattform für Projektmanager und alle, die an Projekten arbeiten. Man könnte sagen, dass PM-Camp der „face2face“-Partner von openPM ist. So schafft PM-Camp einen freien Rahmen, damit sich Projekt Manager von Angesicht zu Angesicht treffen und austauschen können. Auf einem PM-Camp wird in der Regel der „normale“ Barcamp-Betreb durch Impuls-Vorträge sinnvoll ergänzt.

Viele interessante Informationen wie der Rückblick auf vergangene Veranstaltungen, Leitbild und Werte von PM-Camp, Zuhörer-Stimmen und vieles mehr findet man auf der Seite von PM-Camp Dornbirn.

Mein Freund Toni Maric als Initiator und Mitglied des Orga-Teams Zürich freut sich schon auf viele Anmeldungen. Ich habe auch fest vor, nach Zürich zu fahren.

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RMD

Gerade habe ich mir ein wenig die Hintergründe zum SSL/TLS-Bug durchgelesen, der Apple diese Woche ereilt hat.

Wer grad nicht weiß, wovon ich spreche, hier ein paar Links:

Heise.de: „Ein Sicherheitsdesaster“: Hintergründe zu Apples schwerwiegendem SSL-Problem
Golem.de: iOS erhält SSL-Bugfix, OS X bald auch
Spiegel.de: Sicherheitslücke: Apples furchtbarer Fehler

Interessant dabei ist, daß dieser Bug nur auf eine einzige Code-Zeile hinausläuft. Er wäre einfach zu verhindern gewesen, hätte man die grundlegenden Regeln von „Clean Code“ befolgt.

Hier der Code-Auszug, der den Fehler beinhaltet. Ich habe ihn von Apple selbst, da der entsprechende Code unter einer OpenSource-Lizenz steht (siehe hier).

hashOut.data = hashes + SSL_MD5_DIGEST_LEN;
hashOut.length = SSL_SHA1_DIGEST_LEN;
if ((err = SSLFreeBuffer(&hashCtx)) != 0)
goto fail;


if ((err = ReadyHash(&SSLHashSHA1, &hashCtx)) != 0)
goto fail;
if ((err = SSLHashSHA1.update(&hashCtx, &clientRandom)) != 0)
goto fail;
if ((err = SSLHashSHA1.update(&hashCtx, &serverRandom)) != 0)
goto fail;
if ((err = SSLHashSHA1.update(&hashCtx, &signedParams)) != 0)
goto fail;
goto fail;
if ((err = SSLHashSHA1.final(&hashCtx, &hashOut)) != 0)
goto fail;

Warum ist nun aber genau dieser Code problematisch?

Schon gesehen?

Ich gebe zu, auch bei mir hat es ein wenig gedauert. Ich versuche es mal zu erklären:

Normalerweise ist es in der Programmiersprache C (in der dieser Code geschrieben ist) der Brauch, Anweisungen nach einem „If“-Statement in geschweifte Klammern zu setzen. In etwa so:

if (bedingung) {
Anweisung 1;
Anweisung 2;
Anweisung 3;
...
}

Es gibt jedoch die Möglichkeit, auf die geschweifte Klammer zu verzichten, wenn hinter der Bedingung nur eine einzige Anweisung folgt.

Also so:

if (bedingung)
Anweisung 1;

In diesem, zweiten Stil, sind auch alle „If“-Statements aus dem Code-Auszug von Apple geschrieben. Der Programmierer wollte sich so wohl einige Zeichen Tip-Arbeit sparen. Dummerweise hat sich aber nun ein kleiner Fehler eingeschlichen: Nach dem rot markierten If-Statement steht nicht eine, sondern 2 Anweisungen.

Was passiert nun in so einem Fall?

Nun, der Compiler wertet die Regel strikt aus: Steht hinter einem If-Statement keine Klammer, so folgt genau 1 Anweisung: Die erste Anweisung (in diesem Fall „goto fail;“) gehört also noch zum If-Statement. Die zweite Anweisung gehört für den Compiler jedoch nicht mehr zum If-Statement. Sie wird daher in jedem Fall ausgeführt. Ganz so, als sähe der Quellcode so aus:

if ((err = SSLHashSHA1.update(&hashCtx, &signedParams)) != 0)
goto fail;

goto fail;

if ((err = SSLHashSHA1.final(&hashCtx, &hashOut)) != 0)
goto fail;

Das zweite „goto fail;“ wird daher in jedem Fall ausgeführt, und damit die Textmarke „fail“ bereits angesprungen, bevor das letzte, blau hinterlegte if-Statement ausgeführt werden kann.

Was hat das nun aber mit Clean Code zu tun?

Aus meiner Sicht ist es kein guter Stil, in if-Statements auf die geschweifte Klammern zu verzichten. Zu welch schwerwiegenden Problemen das führen kann, sieht man z.B. genau mit diesem Beispiel hier. Besser ist es, man verwendet geschweifte Klammern, dann ist es auch eindeutig, was ausgeführt wird und was nicht. Wahrscheinlich hätte hier dann sogar der Compiler davor gewarnt, dass das zweite „goto fail;“ nicht erreicht werden kann („Dead Code“), und damit überflüssig ist.

So jedoch hatte der Compiler keine Chance. Auch die ganzen Tools zur statischen Quellcodeanalyse, die Apple sicherlich im Hintergrund anwendet, laufen hier ins Leere. Und die Wahrscheinlichkeit, daß ein anderer Programmierer das zufällig entdeckt, wenn er drüberschaut, ist ebenfalls nicht allzu hoch: Der Fehler ist gut versteckt. Man muß schon mehrmals hinsehen, um ihn zu entdecken.

Was kann man nun dagegen machen?

Die einfachste Methode ist es, sich solche „besseren“ Schreibweisen gar nicht erst anzugewöhnen, sondern beim Standard zu bleiben. Die meisten IDEs bieten dafür sogar Regeln an, die man hinterlegen kann. Dadurch werden entsprechende Code-Stellen als Warnung oder sogar als Fehler hinterlegt. Rutscht doch einmal eins durch, so wird es bei der automatischen Code-Formatierung (dessen Tastenkombination man während der Entwicklung ständig drückt) wieder in die Standard-Schreibweise aufgelöst.

Es ist eine gute Idee, einmal einen kompletten Satz solcher Code-Formatierungsregeln zu definieren, und dann anschliessend an alle Teammitglieder zu verteilen.

Man kann dies sogar so einstellen, daß es automatisch an alle verteilt wird, die das Projekt aus dem Versionsverwaltungssystem auschecken. Z.B. indem man etwa projektspezifische Regeln anlegt, und diese in ein Verzeichnis innerhalb des Projekts legt.

Sollten Sie das bisher noch nicht gemacht haben, so ist es eine gute Idee, nun damit anzufangen.

Ich kann mir vorstellen, bei Apple sind sie gerade voll dabei  😎

bfi

Roland Dürre
Donnerstag, der 20. Februar 2014

GEISTESHALTUNG

RogerAuf dem PM-Camp in Dornbirn habe ich Roger Dannenhauer das erste Mal getroffen. Sein Name war mir schon bekannt, hat er doch zu dem tollen Buchprojekt zum Thema Projekt Management des Turnaround-Teams wesentliches beigetragen.

Mit einer faszinierenden Sitzung hat er in Dornbirn alle Teilnehmer inspiriert. Ein guter Grund, dass wir uns einen Nachmittag zu zweit getroffen und sehr lange und intensiv ausgetauscht haben.

Roger Dannenhauer ist auch der Autor von GEISTESHALTUNG. Für mich ein ganz wichtiges Buch mit einer absolut an Zukunft orientierter Botschaft. Klingt der Untertitel „WIRTSCHAFTLICHER ERFOLG IN EINER NEUEN ZEIT“ noch fast konservativ so ist der Inhalt revolutionär.

Geisteshaltung

Und schon die erste Botschaft im Buch ist ganz klar: Es gibt keine Alternative zur Realität!

Oft wundere ich mich bei Podiumsdiskussionen oder ähnlichen Veranstaltungen über Menschen, die das Wachstum als Lösung aller Probleme anpreisen. Die die Problematik der Verwendung fossiler Energien leugnen, trotz Oil Peak und Klimaveränderung.

Über Zeitgenossen, die Menschen immer noch als funktionierende Teile eines mechanistischen Systems sehen. Über Leute, die Begriffe wie „lean“, „agil“ und „open“ nicht verstehen können und dies auch gar nicht wollen.

Und wundere mich über all die, die tatsächlich noch glauben, wir können mit „Business as usual“ weiter durch die Jahrzehnte trampeln und vergessen, dass es vielleicht nur zu bald Generationen geben wird, die unser Treiben als gar nicht lustig empfinden werden.

Und im Buch selbst geht es weiter mit Themen wie

Ignoranz – Manipulation – Ressourcenverschwendung

und dann so richtig los. Das Buch hat mich begeistert, denn es ist ein Dokument von Klugheit, Kompetenz und Zivilcourage! Es regt zum Nachdenken an und lässt mich ahnen, wie wir uns einer Lösung näheren könnten. Mehr verrate ich mal nicht.

RMD

P.S.
🙂 Hier auch der „affiliate Link“ für den schnellen Kauf.

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

140213 Wer sich mausig macht, den fressen die Katzen – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140214 Wer sich nicht fürchtet, dem ist keine Übeltat zu groß – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140215 Wer sich selber kitzelt, lacht, wann er will – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140216 Wer sich selber lobt, den hassen viele – auch beim Bloggen und Twittern?! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140217 Wer sich selbst nichts taugt, taugt keinem andern – auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140218 Wer sich über des andern Glück freut, dem blüht sein eigenes – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140219 Wer sich zu lange schneuzt, der blutet zuletzt – gilt auch fürs Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

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RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Gastautor(en)
Mittwoch, der 19. Februar 2014

Die Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum

Der Aktienmarkt lebt von guten Nachrichten und der Hoffnung, dass noch mehr verdient werden kann, so dass die börsennotierten Unternehmen ständig Ergebnisverbesserungen liefern müssen, damit die Kurse den Erwartungen der Anleger und den Versprechungen der Fondmanager folgen. Dazu braucht es durchschaubare Strategien und eine optimistische Ergebnisplanung.

Ein ständig neuer Schub muss erfolgen, sei es beim Umsatz, beim Gewinn oder durch die Übernahme eines Konkurrenten, um den Marktanteil zu vergrößern. Abweichungen vomPlan (Gewinnwarnungen) sorgen dagegen für schlechte Schlagzeilen und Konsequenzen lassen nicht lange auf sich warten. Der Unternehmer oder Manager muss ständig „ein neues Kaninchen aus dem Hut ziehen“, sonst verlieren die Anlagespezialisten die Geduld.

In der ‚New Economy’ wuchs die Bedeutung der Planung stark und das Vokabular der neo-liberalen Wirtschaftsprägung führte die entsprechenden Begriffe als festen Bestandteil von Nachrichten und Betriebsführung ein: „Businessplan, Strategy Planning, Perfomance, Shareholder Value, Profits, Annual Groth, Contolling“ und „WinWin – Situation“.

War die langfristige Ergebnisplanung und Planungskontrolle hauptsächlich auf Großunternehmen beschränkt, breitet sich dieses Denken nun auch in Mittelstandsbetrieben aus.

Das lieferte mir als Geschäftsführer einer Mittelstandsniederlassung den Anlass, der Planung und ihren Begleitern, dem Irrtum und dem Zufall, kritische Aufmerksamkeit zu widmen. Der Zusammenhang und der Auswirkung von Planung in Klein- und Mittelstandsindustrie mit der um sich greifenden Sammlung von Daten soll beleuchtet werden.

Planung

Bei Wikipedia kann man über Planung nachlesen: „Planung beschreibt die menschliche Fähigkeit die gedankliche Vorwegnahme von Handlungsschritten, die zur Erreichung eines Zieles notwendig scheinen. Dabei entsteht ein Plan, gemeinhin als eine zeitlich geordnete Menge von Daten.“

Zufall

Über den Zufall schreibt Wikipedia: „Von Zufall spricht man dann, wenn für ein einzelnes Ereignis oder das Zusammentreffen mehrerer Ereignisse keine kausale Erklärung gegeben werden kann. Als kausale Erklärungen für Ereignisse kommen in erster Linie allgemeine Gesetzmäßigkeiten oder Absichten handelnder Personen in Frage. Die Erklärung Zufall ist also gerade der Verzicht auf eine (kausale) Erklärung.“

Irrtum

Den Irrtum definierte jemand bei Wikipedia folgendermaßen: „Der Irrtum bezeichnet im engeren Sinne eine falsche Annahme, Behauptung, Meinung oder einen falschen Glauben, wobei der Behauptende, Meinende oder Glaubende jeweils von der Wahrheit seiner Aussage(n) überzeugt ist.“

Die Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum.

Planung in der Geschichte

Die ersten Menschengruppen oder Horden streiften auf Nahrungssuche umher, folgten den Tierherden oder zogen in die Welt hinaus auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen. Diese Wanderungen wurden durch Mangel ausgelöst und folgten keiner Strategie. Von einer langfristigen Lebensplanung ist nichts bekannt oder überliefert.

Ackerbau dagegen verlangt Ordnung und Organisation, also Planung.

Nach dem ersten Schritt zur Gründung von Siedlungen ging es über die Städtebildung weiter zur Staatenbildung, also das, was wir allgemein hin als Zivilisation bezeichnen. Die Zivilisation kommt nicht ohne Planung aus.

Meister der frühen Zivilisationen waren die Mesopotamier und die Chinesen, deren Können wir noch heute bewundern, z.B. das mesopotamische Bewässerungssystem und die chinesische Mauer(n). Zu Planungsgenies entwickelten sich die Römer, die uns zahlreiche und nachhaltigen Zeugnisse ihrer strategischen Besiedelung lieferten. Man kann mit Recht sagen, dass die geplante Durchführung einer Volkszählung im römischen Machtbereich die Welt bis heute beeinflusst.

Die Planung wurde zum Grundpfeiler der modernen Welt.

Planung soll Zufälle eigentlich ausschließen

Man kann darüber diskutieren, wann die Planung ins Geschäftsleben einzog. Wir wissen, dass die Sumerer kaufmännische Vorgänge auf Tontafeln festhielten. Die Phönizier, das antike Händlervolk, entwickelte mit einem vereinfachten Alphabet auf dem Papyrus den entscheidenden Fortschritt für die Geschäftsplanung. Persönlich halte ich die Einführung der doppelten Buchführung für den Grundstein der modernen Geschäftsführung. In der Buchhaltung haben Unwägbarkeiten, Unstimmigkeiten, Zufälle oder gar Irrtümer keinen Platz. Ein Geschäftsverlauf muss nachvollziehbar sein und das Bilanzergebnis genau, um darauf eine zuverlässige Planung aufzubauen.

Aber ein Zufall kann die Pläne ändern

Eine zuverlässige Buchhaltung ist notwendig, aber äußere Einflüsse, wie Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen oder Absichten handelnder Personen, können Planungen verändern oder zunichte machen. Das ist der Alptraum jedes Geschäftsmannes oder Geschäftsfrau, dass nicht kausale Zusammenhänge die Zielsetzungen verhindern. Doch ist der Zufall auch ein Anlass, die Planung neu zu durchdenken oder die Richtung der Planung zu korrigieren.

Bei Übertreibung wird Wohltat zur Plage

Die Ordnung regelt Rechte und Pflichten in einer Gruppe von Menschen und Planung ist die gedankliche Vorwegnahme von Handlungsschritten zur Erreichung eines Zieles.

Übertreibt man die Ordnung oder die Disziplin, so führt der bedingungslose Gehorsam schnell in die willenlose Abhängigkeit von anderen.

Übertreibt man die Planung, gerät man ebenfalls in Abhängigkeit und Unterwerfung zum Zweck des Erreichens eines Ziels.

Es ist klar, das aus der Vorwegnahme von Handlungsschritten, der Planung und der Sekundärtugend Ordnung, durch Übertreibung eine unangenehme Lenkung unseres Lebens entstehen kann. Provokant gesagt, die Übertreibung, das-über-das-Ziel-hinausschießen, ist die Plage, die der Planunganhängt.

Planwirtschaft

Bei Planwirtschaft oder Zentralverwaltungswirtschaft denkt man unwillkürlich an die Zeiten der UdSSR und des COMECON, als alle Entscheidungen zum Einsatz von Arbeit, Kapital, Grundbesitz, Produktion von Gütern und Dienstleistungen von einer zentralen Instanz für einen festen Zeitraum von fünf Jahren geplant wurden.

Doch es gab Vordenker zu der Wirtschaftsform der Planwirtschaft bereits in der Antike. Kein geringerer als Platon fasste in seinen „Staatsentwürfen“ die zentrale planmäßige Bewirtschaftung eines Staates zusammen. Auch Jean Jaques Rousseau beschäftigte sich in seinem „Gesellschaftsvertrag“ mit der Planwirtschaft, bevor diese vom Marxismus als fester Bestandteil der Politik realisiert wurde.

Im Kalten Krieg, beim Widerstreit der Ideologien, verunglimpfte der Westen die Planwirtschaft als Mangelwirtschaft. Es wurde sich regelmäßig über die Planabweichungen und Engpässe „im Osten“ mokiert und die Flexibilität der Sozialen oder Freien Marktwirtschaft als überlegen angesehen. Kaum bekannt ist, dass auch Charles de Gaulle nach Kriegsende in Frankreich Fünfjahrespläne einführte, die 1992 ein Ende fanden. Immerhin überlebte die französische Zentralplanung das Ende sozialistische Planwirtschaft (RWG) um ein Jahr.

In meiner Betrachtung möchte ich nicht erörtern, wie weit staatliche Planungen für die Wirtschaft sinnvoll sind. Tatsache ist, dass wir in unseren komplizierten Staatengefügen und Verbindungen ohne Plan und wirtschaftliche Regulierungen nicht auskommen, wollen wir nicht eine einseitige Verteilung von Gütern, Kapital oder Grundbesitz in Kauf nehmen. Aber der Streit über die ideale Planung unserer globalen Wirtschaft ist noch nicht entschieden.

Planung in der New Economy

Auf die Strategie folgt der Businessplan und der Businessplan wird vom Reporting und Controlling begleitet. So machen es uns die Multis mit Erfolg vor.

Ist dieses Model 1 : 1 auf die kleinere Industrie übertragbar?

  • Ja kann die Antwort lauten, wenn es sich um die Fertigung von Serienteilen handelt, deren Menge vorher mit dem Kunden budgetiert wurde und es vor allem auf Präzision, Qualität und Pünktlichkeit ankommt. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Fahrzeugindustrie, die auf Zulieferer unterschiedlicher
    Größe angewiesen ist.
  • Bejahen kann man die Frage ebenfalls, wenn Verbrauchsprodukte wie Schrauben und Werkzeuge gefertigt werden.

In beiden Fällen ist die Planung und Kontrolle unerlässlich.

Anders liegt der Fall im Anlagenbau, wenn Sonderlösungen gefragt sind, denn Industrieanlagen werden nicht in gleichen Serien wie Automobile oder Konserven gefertigt. Hier muss der Zulieferer, der oft ein Mittelständler ist, sich mit seinen Lösungen anpassen.

Die Planung kann die folgenden Eigenschaften NICHT ersetzen: Kommunikation, Spontanität, Kreativität und Beweglichkeit. Diese Funktionen werden täglich gefordert.

Die Weichenstellung zum Irrtum: Die Übertreibung

Wird ein universelles Programm zur Betriebsführung eingeführt, werden gewachsene und eingespielte Teams aufgebrochen, weil diese nicht der Logik des Programms entsprechen. Im Vertrieb und technischer Führung, früher oft in einer Position vereint, können Kommunikation, Spontanität, Kreativität, Beweglichkeit erheblich beeinträchtigt werden.

Eine tiefgehende Strukturierung und Aufgabenaufteilung in planabhängige Einheiten verlangsamt die Arbeit, weil übergreifende Funktionen im Programm schlecht zu vereinen sind.

Der Weg zum Irrtum wird damit noch weiter geebnet, wenn bei Strukturierung und sturer Aufgabenerfüllung nach einem Masterplan übertrieben wird.

In der besten Absicht werden Irrtümer begangen, wenn keine Anpassungen möglich sind, obwohl alles nach dem Lehrbuch und der Planungslogik arrangiert wurde. Der Zufall als Lösungsansatz wurde ausgeklammert.

Oder, um wieder auf unser Thema zurückzukommen: Der Zufall wird vom Irrtum ersetzt.

Beispiele

Ich beschäftige mich hier nur mit kleinen und mittleren Industrieunternehmen. Dort waren die Abläufe vom Verkaufsabschluss bis zur Fertigung und Auslieferung der Ware häufig in wenigen Abteilungen organisiert. Verkaufsabteilung und Auftragsabwicklung wurden in einer Abteilung abgewickelt in enger Zusammenarbeit mit der Konstruktionsabteilung. Der Einkauf war oft separat, sowie die Arbeitsvorbereitung mit der anschließenden Fertigung.

Werden diese Vorgänge von einer Software, einem System übernommen, das alle betrieblichen Vorgänge abwickelt, werden die übergreifenden Arbeiten in Schritte zerlegt, die der Logik der Software entsprechen. Die bisherigen Abteilungen müssen aufgelöst und neue gebildet werden. Ein Auftrag wird in viele Einzelschritte zerlegt, nicht selten passiert ein Auftrag erst sieben oder acht Stationen, bevor bestätigt werden kann. So können drei bis vier Wochen vergehen, bevor die Liefertermine bestätigt werden. Diese Bestätigung kann von dem anvisierten Lieferziel weit entfernt liegen. Das zerrt an den Nerven der Verkäufer. Es müssen immer wieder zeitraubende Nachforschungen darüber angestellt werden, wo der Auftrag gerade im System steht. Eine präzise Auskunft funktioniert leider nicht auf Knopfdruck, was man ob der zentralen Datenbank eigentlich annehmen sollte.

Kritik

Ich erlebe immer wieder, wie Unternehmensberater oder neue Führungskräfte die Strukturen in spezialisierten Klein- und Mittelbetrieben nach dem Vorbild der ‚Großen’ verändern wollen. Das Aufbrechen der alten Strukturen erzeugt hohe Reibungsverluste. Die Planungsaufgaben verschlingen viel Energie und Zeit, um letztendlich auf dem Papier eine modern durchgeplante Unternehmensstruktur zu präsentieren.

Systeme zur betrieblichen Führung, fordern unerbittlich Dateneingaben, die früher erst im Laufe eines Projekts eintrafen und geschmeidig eingefügt wurden. Übergreifende Fähigkeiten werden amputiert, denn die Planung durchläuft eine Struktur, die vom Softwareprogramm vorgeschrieben wurde und die Aufgaben strikt trennt. Die Aufträge wandern durch diese Struktur als Email oder Programmschritt und nicht über persönliche Kommunikation.

Bei diesen Planspielen ist es ist keineswegs sichergestellt, dass der erwünschte Erfolg, die Prozessverschlankung und die Beschleunigung der Abläufe auch erreicht wird. Das Gegenteil ist häufig der Fall. Die Betriebe geraten durch einen größeren Kostenapparat, der durch neue Stellen in der Planung verursacht wurde, unter finanziellen Druck. Die Deckungsbeiträge müssten in gleichem Maß gesteigert werden, um die Kosten zu decken. Neue Produkte, mit höheren Margen müssen dann schnell her, aber die Planung hat ihren eigenen Rhythmus und bremst die Spontanität – eine wahre Zwickmühle.

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass eine Planung das Wissen auf technischen oder verkaufstechnischen Gebieten ersetzen kann. Gerade in den Mittelbetrieben kommt es auf fachlich versierte Persönlichkeiten an, die durch ihre Kenntnisse und langjährigen Erfahrungen von Kunden und im Betrieb geachtet werden. Diese brauchen die Unterstützung eines routinierten Stabes. Solche Eigenschaften lassen sich durch keine Planung oder Strukturen ersetzen und diese Personen sind auch nicht einfach austauschbar. Ich habe den Eindruck, dass dies in den „new economy“ Planungsstäben nicht so gesehen wird, sondern eher als suspekt betrachtet wird. Der „Sanierer“ mit plantechnischer Software wird bevorzugt. Fachkenntnisse stehen dabei nicht unbedingt im Vordergrund.

Provokant ist die Behauptung, dass Software, die alle Geschäftsprozesse für Klein- und Mittelbetriebe beinhaltet, eine Übertreibung ist.

Was tun?

Mittelständische Unternehmen im Anlagenbau müssen flexibel bleiben. Planung hat dabei durchaus ihren Platz. Sicher muss die Fertigung effizient gestaltet werden, die Maschinen sollen arbeiten, aber es muss Flexibilität für Ausnahmen bleiben.

Selbstredend müssen Kosten und Ergebnisse zeitnah erfasst werden, aber nicht durch eine große Anzahl von Kontrollberichten, Monatsbilanzen, dreimonatliche Bilanzen, Auftragseingangsplanungen, Contolling, Dreijahresplanungen, aufgeteilt in Produkte und reichlich weitere Tabellen, eine für jedes Problem.

Datenerfassung und Tabellen sind rückwärtsgewandt, aber die Herausforderung liegt in der Zukunft. Da muss Zeit bleiben, über die Zukunft zu philosophieren und Zufällen eine Chance zu geben und nicht im Irrtum zu beharren.

Unser Gastautor ist mir gut bekannt. Aus triftigen Gründen verzichtet er auf die Veröffentlichung seines Namens (RMD)

Roland Dürre
Montag, der 17. Februar 2014

Eine kleine Diskussion morgen in Neubiberg.

Seit einem halben Jahr bin ich ein Bürger Neubibergs und so ganz frisch in der Gemeinde. Und schon bin ich zu einer Veranstaltung der lokalen SPD am 18. Februar 2014 als „Experte“ eingeladen. Es soll so eine Art „Podiumsdiskussion“ werden, die als Teil des „Neubiberger Wirtschaftsdialog“ stattfindet.

Das Thema heißt „Gemeindemarketing & Unternehmensansiedlung“. Die Veranstaltung findet im Restaurant MINOA in der Zwergerstr. 28 in Neubiberg statt und beginnt um 19:30.

Eingeladen hat der SPD-Bürgermeisterkandidat Tobias Heberlein. So ist das sicher eine Veranstaltung, die auch ein wenig vom Wahlkampf getrieben wird. Das stört mich aber nicht, denn die Frage:

„Was kann eine Gemeinde tun, um gute Unternehmen zu gewinnen“

finde ich sehr spannend. Und habe da auch so ein paar Ideen!

🙂 Und wie immer freue ich mich, wenn ich ein paar bekannte Gesichter antreffe. Vielleicht kann man ja im Anschluss noch ein Bier gemeinsam trinken!

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 14. Februar 2014

Ultimative Qualität für Software!

Das Bewusstsein für die Relevanz von „Software“ als kritischer Faktor für den Unternehmenserfolg ist gestiegen. Auch in Deutschland richten jetzt große Konzerne ihr Augenmerk immer mehr auf ihre IT-basierenden Anwendungen und untersuchen gezielt die Qualität derselbigen um sie dann zu verbessern.

Mir stellen sich – mal völlig ungeordnet – ein paar Fragen:

  • Warum gibt es immer noch so große Software-Projekte mit 100 und mehr Programmierern?
  • Wieso glaubt man immer noch, man könne durch hohe Spezialisierung (Requirement Engineering, Architektur, Qualität, Implementierung, Konfiguration oder Projekt Management …) und Arbeitsteiligkeit in globalen Entwicklungs-Dreiecken wie Indien-USA-Europa erfolgreich und kostengünstig entwickeln?
  • Wieso lernt das Management aus den zahlreichen Fehlschlägen und Krisen bei so vielen IT-Projekten nichts?

Hier ein paar Antworten und Thesen, wie man es besser machen könnte:

  • Konzentration auf die Zukunft!
    Um Qualität zu schaffen und so wirklich wertvolle Software zu gewinnen würde ich mich zuerst mal auf die neuen Software-Projekte in den Unternehmen  konzentrieren. Das ist an sich schon eine große Herausforderung. Die „alten“ Applikationen würde ich nur soweit anfassen, wie dies unbedingt notwendig ist (es sei denn, ich verfüge über zu viel Ressourcen und Geld). Denn zu groß sind hier in der Regel organisatorische, systemische und menschliche Widerstände, so dass jede hier erzielte Verbesserung sehr teuer erkauft ist.
    Bei neuen Projekten dagegen kann ich zumindest projekt- und methodentechnisch auf grüner Wiese starten und in aller Strenge dafür sorgen, dass falsche Strukturen und Entwicklungen erst gar nicht entstehen.
  • Das Können der Mitarbeiter ist alles!
    Ich habe jetzt in über 30 Jahren Erfahrung in SW-Entwicklung gesammelt und immer wieder erlebt, dass nur ein Viertel bis maximal ein Drittel der Menschen, die als Programmierer in den Projekten arbeiten – ganz gleich mit welchen Titeln und Zertifikaten versehen – in der Lage sind, ultimative Qualität abzuliefern. Von den verbleibenden zwei Dritteln sehe ich bei vielleicht der Hälfte das Potential einer gewissen Verbesserung durch intensive Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen. Der Rest wäre besser nie Programmierer geworden. Dieses Verhältnis ist nach meiner Beobachtung in den letzten Jahren nicht besser sondern schlechter geworden. So tummeln sich viele nicht so gut ausgebildete und/oder talentierte Programmierer eifrig in übergroßen Projekten herum und verstecken sich dort in der Masse.
    Ich will damit keinesfalls einen Berufsstand schlecht machen. Ich brauche aber in der Software-Entwicklung durchgängig Ergebnisse mit einer „ultimativen Qualität“. Und die wird in der Tat nur von einem recht kleinen Teil der in den Projekten tätigen Programmierern erbracht.
    Bei „Architekten“ oder „Requirement Engineers“ dürfte die Quote der wirklich qualifizierten noch geringer sein als bei den „Implementierern“, was die Software-Entwicklung noch kritischer macht.
    Die Zahlen sind übrigens bei anderen Branchen nach meinem Eindruck nicht viel anderes. So habe ich auch bei „Handwerkern“ bemerkt, dass in der Regel nur ein Drittel ihren Job so beherrschen, dass qualitativ wirklich gute Werkstücke herauskommen. Und auch da hätte zirka ein Drittel besser einen anderen Beruf gewählt.
    Bei dem Aufbau eines neuen Teams dürfen also nur Kollegen ins Projekt aufgenommen werden, die ihr Handwerk wirklich beherrschen. Das gilt für alle Rollen, diese Selektion ist alles andere als einfach, das ganze viel leichter gesagt als getan – denn zu oft muss man „NEIN“ sagen. Obwohl man dringend Leute braucht. Aber Kompromisse gerade hier rächen sich in der Regel bei der Qualität der Ergebnisse. Und wenn man nur die „guten“ nimmt, dann braucht man viel weniger …
  • Kommunikation
    Die Kommunikation im Entwicklungsteam wie zwischen allen Beteiligten im Projekt muss funktionieren! Wie soll das gehen, wenn in vielen Projekten schon gar keine gemeinsame Sprache mehr gesprochen wird? Oder wenn zwar alle Englisch sprechen, jeder dabei aber sein „eigenes Englisch“ dabei hat, das der andere kaum versteht?
    Wichtig ist hier die Anzahl von Meetings stark zu begrenzen. Die Meeting-Flut muss eingedämmt werden. Denn der Nutzen von Meetings sinkt mit der Anzahl von Personen, die teilnehmen und der Länge der Zeit, die sie dauern. Der Schaden steigt in gleichem Maße an. Eine Lösung dieses Dilemmas ist eine Organisation von Kommunikation durch sinnvolle „peer2peer“-Mechanismen.
  • „Requirement Engineering“
    Der Versuch, Anwendungs-Software präzise und komplett vor der Implementierung zu beschreiben, hat noch nie zu optimalen Ergebnissen geführt. Immer stellt sich bei solchem Vorgehen heraus, dass dann vieles Unnötiges gebaut wird und dafür aber wesentlich Notwendiges fehlt. Die Folgen sind aufwendige und oft zu implementierten Funktionen widersprüchliche Change Requests. So hängt der Erfolg eines jeden Projekts wesentlich von der Qualität der Person oder den Personen ab, die den „Product Owner“ ausmachen.
    Gute Product Owner wissen nie alles im Voraus, sondern lernen im Entwicklungsprozess laufend dazu. Ein iterativer und agiler Prozess des „Requirement Engineerings“ ist zwingend notwendig. Bei neuen Projekten empfiehlt es sich hier in „user stories“ zu denken und dann (begrenzt) die dazugehörigen „use cases“ zu beschreiben. Das kann aber nur gehen, wenn die Architektur flexibel ist.
  • „Flexible Architektur“
    Aufgrund des Lernprozesses der Product Owner und der sich iterativ verändernden Funktionalität wird eine offene und belastbare Architektur zur zentralen Voraussetzung für den Erfolg eines Projektes. Das erhöht die Anforderung an die Architekten aber auch den Anspruch an die Kommunikation zwischen „Product Owner“ und „Architekten“ und letzten Endes dem ganzen Team. Die beiden letzten Punkte gelten nach meiner Meinung übrigens auch nicht nur für Software-Projekte.
  • Geisteshaltung
    Die Geisteshaltung streift viele Dimensionen. So müssen alle Projektteilnehmer sich vom ersten Tag einem ultimativen Qualititätsanspruch verpflichten. Sie müssen verstehen, dass sie Qualität in aller erster Instanz für sich selber schaffen. Eine gemeinsame Projektvision muss vorhanden sein. Die Zusammenarbeit muss auf Augenhöhe und gegenseitigem Respekt erfolgen, Politik im Projekt ist ein NOGO. Qualitätssichernde Maßnahmen wie Peer2Peer-Reviews werden zum Standard, Meetings extrem kurz und selten stattfinden und sich auf zwingend notwendige Abstimmungsprozesse beschränken. Dafür kann dann gerne mal öfter der Erfolg gefeiert werden.
    Unnötiger bürokratischer Aufwand ist ein weiteres NOGO, eine „gute“ Projektkultur macht Bürokratie überflüssig. Das Projekt und sein Status sind immer für alle transparent, „Insider“-und „Herrschafts-Wissen“ wird zur Ausnahme. Auf unnötige Aufwände für „estimate“ und „planning“ wird soweit möglich verzichtet!
  • Verantwortung
    Die Projektteilnehmer dürfen sich nie auf eine Verantwortungs-Rolle reduzieren. Jeder muss in der Lage sein, „hands on“ anzulegen. Jeder ist zu einem – vielleicht auch nur kleinen Teil – für alles verantwortlich, für Requirement Engineering, Projektsteuerung, Architektur, Qualität, Integration, Konfiguration und Implementierung. Jeder muss mithelfen, unnötige Hürden für freie Kommunikation zwischen allen zu reduzieren. Das gilt für alle, denn alle sind für den Projekterfolg verantwortlich, entsprechend ihrer Qualifikation und Rolle dies natürlich auf unterschiedliche Art und Weise.
  • Craftsmanship
    Und alle Beteiligten müssen sich ständig in ihrem Handwerk üben. Sie müssen bereit sein „vom Meister zu lernen“ und ihre besondere „Meisterschaft“ zu vermitteln, sprich auch ihr Können weiterzugeben und ihr Wissen zu teilen.

Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, können auch überschaubare Teams Unglaubliches  sowohl in Qualität wie auch funktionaler Quantität leisten. Der oft unnötige Overhead der großen Teams fällt weg. Und die Verwunderung beim Management ist groß, dass ein Zehn-Mann-Team etwas schafft, an dem ein Team mit einer Hundertschaft vorher gescheitert ist.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 13. Februar 2014

Tweets zum Twittern und Bloggen #206

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

140206 Wer seinen Fehler nicht erkennt, kann ihn nicht verbessern – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140207 Wer seinen Zorn bezwingt, hat einen großen Feind besiegt – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140208 Wer sich an alten Kesseln reibt, der wird gern rahmig – auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140209 Wer sich auf andere verlässt, der ist verlassen – so auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140210 Wer sich der Schande rühmt, ist nicht der Ehre wert – so auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140211 Wer sich einmal verbrannt hat, bläst hernach die Suppe – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140212 Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um – gilt das auch fürs Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.