Roland Dürre
Sonntag, der 30. März 2014

brand eins im April

Heute ist ein schöner Frühlingssonntag. Ich bin auf dem Heimweg von Frankfurt. Dort habe ich gestern meinen Mentor Rupert Lay und viele liebe Freunde getroffen. Ein wunderschöner Vortrag, viele Erinnerungen an lang vergangene Zeiten, neue Erkenntnisse, ein schönes Abendessen, eine ruhige Nacht im ordentlichen Hotel, ein kleines Frühstück in der DB-Lounge am Hauptbahnhof in Frankfurt – was will man mehr?

Jetzt geht es zurück im EC 113. Mit einem ganz billigen Erstklasse-Ticket so auf Fernbus-Niveau. Der EC 113 hat sogar einen Kurswagen nach Zagreb. So etwas gibt es noch. Erinnerungen an den „Autoput“ werden wach. Der Zug jedoch bummelt gemütlich über Darmstadt Hbf, Bernsheim, Weinheim (Bergstr.), Heidelberg, Stuttgart, Ulm, Augsburg, Günzburg nach München Hbf.

Bummeln ist natürlich übertrieben, der Zug braucht weniger als 4 Stunden. Im EC 113  ist es ziemlich leer, kein Wunder dass die Bahn AG noch immer nicht so richtig in den schwarzen Zahlen ist. Ich genieße die Fahrt im großen Abteil und lese brand eins. Und meine Liebe zu den schönen alten Zügen erwacht wieder.

Das brand eins kommt diesmal ganz bunt daher. Auf dem Titelblatt finde ich eine Wolke mit Schlagworten, wie sie sich der normale Oldie so als Sprachschatz der jungen Generationen vorstellen könnte. Aber keine Angst, die jungen und feschen sind da schon ein Stück weiter.

Thema des Heftes ist der Appell: „Ruhe!“ Der Schwerpunkt ist folgerichtig Konzentration. Das passt zur Zugfahrt. Wenn ich mir vorstelle, ich würde jetzt im Auto von Frankfurt nach München sitzen, was ich ja unfassbarer Weise tatsächlich früher öfters so gemacht habe …

brandeins04_2014

Zum Heft. Schon bei der ersten Durchsicht habe ich wieder genau die für mich richtigen Themen gefunden:

Bitcoins
Hier treffe ich einen guten und sehr geschätzten Bekannten wieder – den Dolf. Dolf Diederichsen – damals noch Unternehmensberater – war beim selben Start-Up als Mentor tätig wie ich. Vor seinem Wirken hatte ich großen Respekt; wir haben uns wohl prima ergänzt. Der Artikel im brand eins ist der erste sachliche und ausgewogene Beitrag über Bitcoins, den ich bisher in der Presse gefunden habe – vielleicht auch dank Dolf.

Für mich ist klar, dass auch das Konstrukt „Geld“ sich radikal verändern wird. Selbst wenn die Technologie auch nur auf dem heutigen Niveau stehen bleiben würde ist das traditionelle Verständnis von Zahlungsmittel völlig überholt. Wenn die Veränderung aber nur im selben Tempo weitergeht – was ich erwarte – werden sich völlig neue und anders geregelte Abrechnungsarten durchsetzen. Ob die Bitcoins Bestand haben werden oder wieder verschwinden werden ist nach meiner Meinung völlig irrelevant – so komische Währungen wie EURO, US-Dollar oder RMB werden die kommende Transformation nicht überleben.

Fahrradanhänger
Da habe ich natürlich wieder meine spezielle Brille als nicht mehr Autofahrer auf. Ich glaube ja fest daran, dass dem Fahrrad inklusive Anhänger die Zukunft gehören und der Klassiker zur Innovation von morgen werden wird.

Die Welt der Zahlen erschüttert wie immer kollektive Konstrukte (Zahl der Häftlinge in verschiedenen Ländern …).

Wegwerfen ist billiger als spenden.
Da wird mal wieder an die bekannte und eigentlich unverständliche Tatsache erinnert, dass ein Unternehmen in Deutschland einen durchaus relevanten wirtschaftlichen Nachteil hat, wenn es Restposten an Stelle von Vernichtung an Bedürftige spendet.

Ein „utopisches Unternehmen“ in Ägypten wird gezeigt, das es eigentlich gar nicht geben dürfte (und nach meiner Einschätzung der lokalen Verhältnisse auch bald nicht mehr geben wird). Wobei Utopien ja auch klappen können – das beste Beispiel sind ja die Bauer meines Lieblingsfahrrads. Die haben in den 80igern ihre neu gegründete Fahrradmanufaktur „Utopia“ genannt, weil sie gar nicht glauben konnten, dass man mit guten Fahrrädern ein Geschäft machen kann.

Der Coup von FIAT wird schön in Zahlen beschrieben. Ein Lehrstück, wie man Verzweiflung als zweifelhaften Erfolg verkaufen kann.

Wohltuend auch der große Artikel zu Energie („was Wirtschaft treibt“), für mich die erste korrekte, neutrale und auch wirklich alle Dimensionen umfassende Zusammenfassung zu diesem leider so dumm emotionalisierten und dabei so wichtigen Thema.

Weiter habe ich auf Anhieb zwei weitere wichtige und kompetent diskutierte Themen gefunden, die mich besonders berühren: „Großraumbüro“ und „Meeting“. Hier bringt brand eins bei mir „Eulen nach Athen“, finde ich doch Großraumbüros nicht nur psychisch schädlich. Nach meiner Meinung beeinflussen sie auch die Leistung negativ. Und je mehr ich in die Welt rein höre und sie zu verstehen beginne, desto mehr erlebe ich, dass 90 % aller Meetings sinnlos und meistens sogar schädlich sind.

Irgendwie liegen brand eins und ich mal wieder auf einer Linie, was das Heft für mich aber keinesfalls uninteressant macht. Aber jetzt bin ich in Stuttgart, das ja noch einen richtigen Bahnhof hat. Und höre auf zu schreiben und lese mal in Ruhe weiter.

Ich wünsche einen schönen Sonntag!

RMD

Letzte Woche am Donnerstag war ich beim Forum UnternehmerTUM in der BMW-Welt. Es war eine große Gala mit einem schönen Informations- und Diskussionsblock. Der dauerte über 90 Minuten und wurde von Stefan Weigel mit viel ansprechendem Humor moderiert.

Die Schlagzeile zur Gala war „Kooperation“ – es ging um Themen wie „Zusammenarbeit mit Mehrwert“, „Kooperationsmodelle und Initiativen“, um „Gründungsgeschichten“ und „Fehler von Gründern“.

Der Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit von „start ups“ mit etablierter Wirtschaft. Es war eine spannende Veranstaltung mit anschließenden großem „Get together“. So hatte ich viele schöne Wiedersehen mit alten Freunden und lauter gute Gespräche bei ansprechender Musik. Und habe auch noch ein paar neue und sehr sympathische Bekanntschaften gemacht. Dies alles zusammen bewirkte, dass es dann doch viel später wurde als von mir beabsichtigt.

Ich habe das Glück, öfters zu solchen Veranstaltungen eingeladen zu werden. So wie ich auch gelegentlich in der Jury bei „Businessplan Wettbewerben“ teilnehmen darf. Wenn da die potentiellen Unternehmensgründer ihre Pläne vorstellen, ist das immer sehr spannend und inspirierend. Ich komme aber auch über all die Sprüche und auch „Schicki-Micki“-Situationen, die ich da erlebe auch ins Nachdenken.

Denn auf all diesen Veranstaltungen beschleicht mich oft der Gedanke, dass es da um einen Begriff von „Unternehmer“ geht, der stark überhöht wird. Oft höre ich da sehr große Worte und ich gewinne den Eindruck, dass die start-ups in Deutschland die Welt retten sollen. Unternehmertum als Lebensziel wird verklärt, so als ob das größte Ziel sein müsse, dass möglichst viele Menschen unbedingt Unternehmer werden. Und dann kommen doch die Zweifel hoch, ob dieser ganze „Unternehmer-„, „Entrepreneur“ und „Start-up-Hype“ so wirklich zielführend ist.

Deswegen möchte ich in diesem Artikel das Thema „Entrepreneurship“ mal ganz nüchtern betrachten. Wie in der Philosophie üblich versuche ich zuerst den übergeordneten Begriff zu analysieren. Der ist für mich „Arbeiten um Geld zu verdienen“. Das muss nämlich heutzutage ein jeder, es sei denn er ist reicher Erbe (eine immer häufigere Variante) oder er hat im Lotto gewonnen (ganz selten). Wenn er keine kriminelle Laufbahn einschlagen will, muss er sich überlegen auf welche Art und Weise er sein Geld verdienen will.

Ein „Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)“, von dem erstaunlich viele Menschen in meinem Bekanntenkreis meinen, dass man es mal ausprobieren sollte, würde daran auch nichts ändern. Denn die meisten Menschen wären in meiner Bewertung nicht bereit, einen dann nur extrem bescheidenen Lebensstil zu akzeptieren.

So verbleiben für uns Menschen in Deutschland nur drei Varianten, den Unterhalt für uns und unsere Familien zu sichern.

  • Die lohnabhängige Beschäftigung

    Diese Kategorie umfasst die Arbeiter, Angestellten und Beamten. Arbeiter gibt es kaum noch, die sind mittlerweile wohl den Angestellten gleichgestellt. Für diese hat sich bei uns ein hoch reguliertes System entwickelt. Die Höhe des Arbeitslohnes ist oft tariflich festgelegt. Die Rahmenbedingungen sind im Arbeitsrecht festgelegt. Es gibt ein Arbeitszeitgesetz. Es gibt einen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber asymmetrischen Kündigungsschutz. Es gibt soziale Sicherungssysteme für Arbeitslosigkeit, Altersversorgung und Krankheit. Das Betriebsverfassungsgesetz regelt eine sehr komplizierte Mitbestimmung, die aber wesentliche und manche vernünftige Elemente vermissen lässt …

    Durch Zusatzregelungen sind Kurzarbeit, Langzeitsarbeitskonten und vieles mehr geregelt. Als Angestellter ist man Teil eines „disziplinarischen“ Systems. Man hat einen oder mehrere „Vorgesetzte“. Urlaub muss beantragt werden, für Auszeiten wie zum Beispiel Vaterschaftsurlaub gibt es komplizierte Regelungen. Die Einkommens- und Karrieremöglichkeiten sind limitiert. Nur im Ausnahmefall ist eine Karriere möglich, die wesentlich höhere Bezüge ermöglicht.

    Dies gilt auch für die mir ein wenig pervers erscheinende Variante des Beamtenverhältnisses. Hier dürfen die Arbeitnehmer (die Beamten) täglich kündigen, obwohl sie einen ganz massiven Kündigungsschutz haben – so wie kein Angestellter. „Zum Ausgleich“ gibt für Beamte ein im Vergleich zur Rente der Sozialversicherung für Angestellte wesentlich höheres Pensionseinkommen.

    Das macht sich im Lebenseinkommen dann so richtig bemerkbar, besonders wenn die Jahre in Pension (vom Ausscheiden bis zum Tod) eine ähnliche Größenordnung erreichen wie die Jahre der aktiven Arbeit. Bei hoher Lebenserwartung, spätem Eintritt in die Arbeitswelt und Pensionierung vor dem offiziellen Termin geht es hier oft um richtige Summen und wenn man es mal nachrechnet um sehr, sehr viel Geld.

    Im Bereich der lohnabhängigen Beschäftigung gibt es allerdings auch immer mehr gering verdienende Menschen. Deren Einkommen müssen vom Staat zum Beispiel durch Mietunterstützung aufgestockt werden. Eine realistische Chance durch einen Kapitalstock fürs Alter vorzusorgen, haben diese Menschen nicht. Die Politik will jetzt den gesetzlichen Mindestlohn einführen – ein Experiment, dem ich mit großer Spannung entgegen sehe.

  • Leistungserbringung auf Basis eines Dienstleistungs- oder Werksvertrages

    Der Volksmund bezeichnet Menschen, die ihr Geld auf diese Art verdienen, als „Freiberufler“. Wenn jemand sich nicht in ein Angestelltenverhältnis fügen will – oder keines erringen kann – dann muss er von Arbeitslosengeld (ja auch nur beschränkt möglich) oder Sozialhilfe leben. Wenn er das auch nicht will, dann bleibt ihm nur die Freiberuflichkeit (oder er muss Unternehmer werden – siehe nächsten Spiegelstrich).Er muss also Kunden finden, die ihn im Rahmen eines Dienstleistungs- oder Werksvertragverhältnis beauftragen. Das wird immer zeitlich beschränkt sein. Da der „Freiberufler“ nicht „sozialversicherungs-pflichtig“ ist, muss er für seine Altersversorgung selber sorgen. Das wird ihm angesichts des immer länger werdenden Zeitraums vom wirtschaftlichen Ausstieg bis zum Tode und der hohen Kosten für Alters- und Pflegeheime auch bei sehr gutem Einkommen kaum gelingen, so dass er in vielen Fällen dann letztendlich auch wieder von Sozialhilfe leben muss.

    Auch diese Variante ist gesetzlich reguliert. Es ist klar definiert, wie ein „Freiberufliches“ System aussehen muss – und oft kann die Realität mit diesen Vorgaben nicht in Einklang gebracht werden. Manche Freiberufler verpacken deshalb ihre Aktivität in eine GmbH, um unter anderem diesen Vorschriften gerecht zu werden (und um vielleicht noch einen Angehörigen als Aushilfe einstellen zu können). Diese würden dann wahrscheinlich in der Statistik als Unternehmer bewertet werden, de facto sind sind sie vielleicht auch welche, aber nicht im Sinne des heute so stark propagierten Unternehmertums.

    Erstaunlich viele Freiberufler (angeblich ein Drittel) befinden sich in ihrem Einkommen auch unter dem geplanten Mindestlohn. Mit der Einführung des Mindestlohns wird sich da auch nicht viel ändern. Wenn der Zoo zum Beispiel für einen Zentner Kastanien für seine Tiere 10 € zahlt, dann ist das ein legales Geschäft. Und dem Auftraggeber ist und kann es egal sein, wie viel Zeit der Lieferant für das Sammeln der Kastanien braucht.

    Viele Freiberufler scheinen in ihrer aktiven Zeit überdurchschnittlich gut zu verdienen. Oft trügt der Schein, gerade wenn man einen längeren Zeitraum betrachtet. Durststrecken reduzieren das Gesamtbild, Überstunden und Verzicht auf Urlaub verbessern es scheinbar. Für einen Freiberufler ist es schwer, sein Einkommen zu skalieren. Geht das doch nur über Preiserhöhungen und höhere Kontierungsleistung. Beides wird aber immer schwieriger.

  • Unternehmerische Tätigkeit

    Unternehmer sind Menschen, die etwas machen wollen, das sie können oder meinen zu können und in ihrer eigenen Verantwortung stehen wollen. Oft haben sie etwas vor, das sie alleine nicht schaffen können. Um ihr Ziel zu realisieren, reichen ihre eigenen Kräfte nicht aus, sie benötigen die Leistung Dritter. So suchen sie Unterstützer, das können Partner, Angestellte des zu gründenden Unternehmens oder Freiberufler als Leistungslieferanten zu sein. In der Regel meinen die Gründer besondere Chancen am Markt gefunden zu haben, neue Geschäftsideen zu sehen oder zum Beispiel besondere Techniken oder Produkte gefunden zu haben.

    Die Geschäftsidee kann auf einer Dienstleistung und auf einem Produkt aufbauen wie auch auf einer Mischform. Diese Idee kann in der Regel nicht alleine realisiert werden, Mitarbeiter oder ein Team wird gebraucht. Gerade im Produktbereich sind oft vorab hohe Investitionen notwendig, dies kann aber auch im Umfeld von Dienstleistung notwendig sein, um die Dienstleistung zum Beispiel bekannt zu machen, zu verkaufen und die Voraussetzungen für Lieferfähigkeit zu sicher zu stellen.

    Um dieses Problem zu lösen gibt es unter anderem VC’s (Venture Capital), öffentliche Förderung und Förderbanken aber auch private „business angel“. Wie gut das immer funktioniert sei hier mal dahin gestellt.Wahrscheinlich kann man als Unternehmer am ehesten sein Einkommen überdurchschnittlich erhöhen. Profitiert doch das Unternehmen und damit der beteiligte Unternehmer an der Leistung eines jeden der Mitarbeiter oder des Teams ein wenig mit. Eine relevante Einkommensskalierung ist also am ehesten durch unternehmerische Tätigkeit möglich.

    Ganz wenig Unternehmer können auch richtig reich werden. Das sind dann die großen Ausnahmen, von denen viele träumen. Wie aber auch zum Beispiel im Sport sind es aber nur ganz wenige die an Spitze kommen. Ich habe den Eindruck, dass die „Jungunternehmer“ immer davon träumen, ein Steve Jobs oder Larry Ellison oder ein Albrecht zu werden. Vielleicht ist es ja gut, wenn man sich ein ganz großes Ziel nimmt. Aber ich appelliere lieber an den Realismus. Und ein gutes kleines Geschäft ist auch eine tolle Sache.

    Es gibt sicher weniger erfolgreiche als erfolglose Unternehmer. Das Risiko des Scheiterns ist hoch. Ich kann mich an viele Unternehmen erinnern, die in den 30 Jahren des Bestehens der InterFace auch in unserer Branche gegründet wurden, uns ein Stück des Weges begleitet haben und dann verschwunden sind. So darf man gerne träumen, sollte immer daran denken, dass jederzeit ein großer Absturz möglich ist.

    Natürlich muss ein erfolgreicher Unternehmer im Normalfall über eine gute bis besondere Kompetenz verfügen und in der Lage sein (und das Glück haben), die Möglichkeiten des Marktes richtig einzuschätzen. Viele Tugenden wie Mut und Vorsicht, Umsicht und Risikobereitschaft und besonders Führungseigenschaften wie Klugheit und Souverantität sind nützlich. Wahrscheinlich ist auch ein gewisses Maß an Autonomie und Extrovertiertheit notwendig, Eigenschaften, die sich idealerweise mit innerer Gelassenheit und  Zentriertheit paaren sollten. Und sicher wird ein Unternehmer in seinem Leben sehr lernfähig sein müssen.

    Unternehmer brauchen aber nicht unbedingt etwas Neues und besonders Innovatives zu machen, um erfolgreich zu sein. Oft sind ganz kleine Dinge gepaart mit fleißiger Arbeit die Ursache des Erfolges. Mein Respekt gilt jedem Handwerker, der sich selbstständig macht und ein Team aufbaut in gleichem Maß wie einem „high-end start up“. Besonders wenn der Unternehmer dabei ein „redlicher und ehrbarer Kaufmann“ bleibt, sein Unternehmen Produkte und Dienstleistungen herstellt, die einen Sinn machen und ihm bewusst ist, dass sein Unternehmen ein für die Menschen sehr wichtiges soziales System ist, wenn auch eindeutig mit wirtschaftlichen Zielen und Zweck. Der Unternehmer sollte also auch ein Garant für Geisteshaltung, Kultur und Werte sein.

    Und noch eine Anmerkung zum Einkommen der „Enterpreneure“. Klar gibt es da einige, die so richtig gewonnen haben und Millionäre bis Milliardäre geworden sind. Ich kenne da sogar ein paar ganz wenige persönlich. Aber gerade die wissen genau, wie viel Glück sie gehabt haben.

    Ich kenne aber vielmehr Unternehmer, die einen guten Job machen, und trotzdem im EInkommen auch unter dem Mindestlohn liegen. Der Statistik folgend ist das wohl auch ein Drittel. Obwohl gerade diese durchaus für eine Reihe von Menschen mustergültig Verantwortung übernommen haben.

Solche und ähnliche Botschaften vermisse ich ein wenig auf den glitzernden Galas der Welt der „Entrepreneure“.

Ich glaube übrigens auch, dass es sehr viel tolles „Unternehmertum“ im privaten oder ehrenamtlichen Bereich gibt. So ist für mich das Begründen einer Partnerschaft oder gar Familie auch eine echte Unternehmung – die durchaus viel Mut und manches mehr erfordert. Und vor jeder Frau, die zum Beispiel beschließt Mutter zu werden, habe ich oft mehr Respekt als von einem Jungunternehmer.

Das war übrigens ein wenig schade bei der großen Gala der UnternehmerTUM: Alle 14 (in Worten vierzehn) auf der Bühne vertretenen Menschen waren Männer.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

Und von gut & schlecht und richtig & falsch …

Managen heißt Handeln. Und als Lebenserfahrung wie auch in vielen teuren Seminaren und intensiven Gesprächen mit meinen Mentoren habe ich gelernt:

Ein guter Manager sollte ein wenig öfter als andere erkennen, was gut und was schlecht ist. Und er sollte mehr richtige denn falsche Entscheidungen treffen. Wenn ihm das gelingt, ist das schon ganz schön viel und man kann ihm hohen Respekt entgegenbringen.

Weiter habe ich gelernt, dass die „Geistes-Haltung“ bei allem menschlichen Handeln von entscheidender Bedeutung ist. Geistes-Haltung besteht aus zwei Worten – Geist und Haltung. Wenn man verantwortlich handeln will, dann sollte man dem „richtigen“ Geist folgen. Haltung fordert dann das Rückgrat ein, das benötigt wird, um auch in den Handlungen die Geisteshaltung zu bewahren.

All das ist nichts Neues. Auch dass alle Entscheidungen und die ihnen folgenden Handlungen zwangsläufig sowohl einen konstruktiven wie einen destruktiven Anteil haben. Ich verzichte hier auf Beispiele, weil der Alltag voll davon ist.

Trivial ist auch, dass Entscheidungen und Handlungen immer konstruktive und destruktive Anteile haben. Bei einer „richtigen“ Entscheidung und „guten“ Handlung sollte der konstruktive den destruktiven übertreffen.

Für Aussagen und Botschaften gilt dasselbe. Die Arbeit eines Managers besteht im wesentlichen aus „Kommunizieren“. Kommuniziert werden Aussagen, die auch immer konstruktives und destruktives enthalten. Eine „richtige“ oder „gute“ Aussage wird so neben dem hoffentlich vorhandenen starken konstruktiven Gedanken zwangsläufig auch einen destruktiven Part beinhalten. Den man – oft ganz leicht schon durch „logische Negation“ – findet.

Jetzt gibt es aber Zeitgenossen, die – und leider steckt das ein wenig in uns allen drin – die konstruktive Botschaft gerne kassieren, sich dann aber voller Begeisterung auf den destruktiven Anteil stürzen. Sie entziehen dem Sender das Vertrauen, dass der konstruktive Teil der wesentliche Teil seiner Botschaft ist.

Das bringt (nicht nur) mich gelegentlich zum Verzweifeln. Ich will etwas positives aussagen. Bei der Mehrheit kommt das auch so an. Aber von einigen Zuhörern wird der „negative“ Anteil heraus gelöst und schlimmstenfalls als eine Art „Verschwörungstheorie“ weitergegeben. Und wenn ich Pech habe, fällt diese bei dem einen oder anderen auf fruchtbaren Boden und macht manches kaputt.

Deshalb meine ich, dass Teil einer guten Unternehmenskultur auch ist, nicht nur in seinen Handlungen das Konstruktive zu betonen, sondern auch beim Empfangen und Bewerten vor allem mal den konstruktive Teil zu sehen. Und diesen nicht durch Überhöhung der dekonstruktiven Anteile runter zu machen.

Am meisten ärgere ich mich im übrigen über eloquent vorgetragene und gut klingende Botschaften, die eine NULL-Aussage enthalten, also bei genauer Analyse NICHTS enthalten. Die Sender von NULL-Botschaften nutzen den Vorteil, dass wenn es keine Inhalte gibt es natürlich auch keine konstruktiven und destruktiven Inhalte geben kann. Dann gibt es niemanden, der deren Botschaft durch Überbetonung des Negativen herunter ziehen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Menschen sogar besonders beliebt und erfolgreich sind.

🙂 Auch hier verzichte ich auf Beispiele zu Personen mit NULL-Aussagen.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

140320 Wer zu viel zweifelt, der verzweifelt – so auch der Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140321 Wes Brot ich esse, des Lied ich singe – so bitte nicht beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140322 Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140323 Wes du dich schämst, das tu nicht – auch beim Bloggen und Twittern! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140324 Wider den Strom ist übel schwimmen – auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140325 Wider Unglück hilft keine Kunst – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140326 Wie das Garn, so das Tuch – gilt auch fürs Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

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RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Sonntag, der 23. März 2014

Torturmtheater Sommerhausen & InterFace AG

Und sie proben wieder bei InterFace – in unserem kreatIF …

Mit einem neuen, aufregenden Stück aus Kanada eröffnet das Torturmtheater Sommerhausen die Saison 2014! Eingeübt wird das Stück wieder mal bei uns in Unterhaching.

Für „Fast Perfekt“ von Nicole Moeller sind die SchauspielerInnen Katharina Friedl, Alexander Diepold und Sven Schöcker schon seit Wochen bei uns zu Gast und proben wieder unter Regie von Oliver Zimmer für die Premiere am 3. April um 20.00 Uhr in Sommerhausen.

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Hier die Geschichte des Stücks:

Ein Mädchen verschwindet, einfach so, spurlos. Jahre später taucht es wieder wie aus dem Nichts auf, mittlerweile eine junge, hübsche Frau.

Die Polizei, vor allem aber Medien und Presse stürzen sich auf Chloe. Das weite Feld der Spekulationen steht offen, denn sie ist nicht bereit, ihren Entführer preiszugeben.

proben_IV_Internet-sommerhausenSie will ihre Geschichte erzählen – nur ihre, nicht die ihres Peinigers, das ist überlebenswichtig für sie. Chloe sucht sich dafür einen jungen Journalisten, der damals schon über ihr Verschwinden berichtet hat. Ihm vertraut sie, er darf ihre Geschichte exklusiv schreiben, aber sie diktiert die Bedingung.

Drei Menschen sind hier unausweichlich in einer Geschichte gefangen, und doch hat jeder seine Perspektive, seine eigene Version der Wahrheit, seine eigene Geschichte. Es ist ihnen wichtig, die Kontrolle zu behalten, aber wer hat wirklich die Macht über wen?

proben_I_Internet-sommerhausenBeängstigende Parallelen zeigen sich zwischen Chloe‘s Leben in der Isolation der Gewalt und der vermeintlichen Freiheit in ihrer neuen medialen Welt. In beiden geht es gleichermaßen um Abhängigkeit, Macht und Liebe. Selbst die beiden Männer scheinen in diesen Mustern erschreckend austauschbar.

Mit einem untrüglichen Gespür für Machtspiele ist der jungen Kanadierin Nicole Moeller mit Fast Perfekt (An Almost Perfekt Thing) ein ebenso beeindruckendes wie beunruhigendes Stück gelungen, das nicht bei Sensation des Falls stehen bleibt, sondern einen Blick in tiefe Abgründe freigibt.

Nicole Moeller gewann damit den renommierten Edmonton Sterling Award als herausragendes neues Stück 2011.

Die Premiere am 3. April schaffe  ich nicht – dafür bin ich aber gleich am Samstag dabei im Torturmtheater in Sommerhausen

Fast Perfekt steht vom 3. April bis 24. Mai auf dem Spielplan, jeweils Dienstag bis Freitag um 20.00 Uhr und Samstag um 16.30 Uhr und 19.00 Uhr. Die Kartenvorbestellung an den Spieltagen sind möglich telefonisch ab 16.00 Uhr unter 09333-268 oder per E-Mail per E-Mail.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 20. März 2014

Wo bleibt der Turnaround ?

Zu meinem Artikel „Ach wie sind wir toll …“ bekam ich in Facebook folgenden Kommentar von Joerg Rothermel:

Naja – wenn ich D mit AUS vergleiche, sind die Politiker in D (fast) alle kompetenter, die Infrastruktur in D ist um eine Grössenordnung besser und Frauen haben in D bessere Chancen. Ohne die reichsten Ressourcen der Welt wäre AUS so verschuldet wie – sagen wir mal – Griechenland :-((

Meine Antwort war:

Roland Dürre: Lieber Jörg, ich stimme völlig zu: In Deutschland ist die Situation wahrscheinlich viel besser als in fast allen Ländern. In vielen Ländern dürfte die Situation im Verhältnis zu Deutschland sogar abgrundtief schlechter sein. Wenn ich mir dann aber überlege, dass wir alle ja „in einer Welt“ leben, die global eng zusammen hängt, dann bekomme sogar ich Angst.

Genau das ist es. Deutschland und den meisten von uns geht es fast schon unheimlich gut. Und wir klagen trotzdem.

Das ist schlimm. Aber wir sehen auch negative gesellschaftliche Signale wie die zunehmende Polarisierung in „arm“ und „reich“. Folgen wir rationaler Erkenntnis, dann werden die Prognosen auch für uns schnell düster. Wenn dann die mittlerweile globale Welt zumindest auf den ersten Blick noch sehr viel mehr Elend aufweist und man kaum etwas „Besseres“ findet, ist das ein schwacher Trost. Vernunftmäßig kritisch betrachtet passt folgendes Bild zu unserer Lage:

Wir sind in einer Sackgasse mit extrem hohen Tempo unterwegs. Und beschleunigen weiter, wissen aber nicht, wann wir auf die Mauer am Ende der Straße prallen.

So scheint mir ein Turnaround notwendig. Dafür brauchen wir gesellschaftlichen Konsenz und vor allem individuelle Verhaltensänderung. Und ich glaube sogar, dass wir in Deutschland für einen Turnaround besser aufgestellt sind als viele andere Nationen oder Staaten. Und auch immer mehr Menschen bei uns das kapiert haben und bereit wären, ihr Verhalten zu ändern. Meine dumme Frage ist nur:

Wo bleibt der Turnaround? Warum ändern nur so wenig ihr Verhalten? Gerade auch bei uns? Und was trägt da die Politik bei?

Denn zuerst einmal muss man „vor der eigenen Türe“ kehren. Und sich nicht darüber freuen, dass es woanders noch schlimmer ist.

RMD

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

140313 Wer zu viel beweist, beweist nichts – auch der Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140314 Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140315 Wer zuletzt lacht, lacht am besten – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140316 Wer zur Gewalt schweigt, verliert sein Recht – auch beim Bloggen und Twittern! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140317 Wer zu viel haben will, dem wird zu wenig – auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140318 Wer zuviel predigt, verjagt die Zuhörer – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140319 Wer zuviel studiert, wird ein Phantast – gilt auch fürs Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Dienstag, der 18. März 2014

Das war ein schönes IF-Forum mit Jörg Schindler!

Zeitenwende – Ende fossiler Energie – Transformation.

Ab sofort sind die Videos zum Vortrag von Jörg Schindler am 27. Februar im IF-Forum verfügbar. Der Vortrag berichtete über die aktuelle Zeitenwende, die wir auch heute als Folge des „Endes der fossilen Energien“ erleben.

Vier Teile sind es geworden. Die ersten drei folgen der Struktur des Vortrags. Sie behandeln die beiden letzten Zeitwenden und die aktuelle, die auch die „große Transformation“ genannt wird. Das vierte Video enthält das „Beste“ aus der anschließenden Diskussion, die diesmal besonders spannend war.

Hier die vier Videos:

Teil 1: Die geistige Zeitenwende des Galileo Galilei.

Teil 2: Die materielle Zeitenwende der industriellen Revolution.

Teil 3: Die aktuelle Zeitenwende der großen Transformation.

Teil 4: Ausschnitte aus der Diskussion.

Viel Spaß beim Anschauen!

RMD

Ein Aufruf zur Demut.

Zurzeit ist Deutschland wieder ganz oben auf. Bei uns ist alles super. Wir verteilen beliebig gute Ratschläge. Drohen mit Sanktionen. Und wir haben sogar (fast und/oder bald) einen ausgeglichenen Haushalt. Die Sonne lacht auf Deutschland und alles ist rosa.

Nur stimmt das?

Da gibt es den ESM, der ja zurzeit wieder in der Presse ist. Da bürgt „der Bund“ (Deutschland) mit 190 Milliarden €. Und bisher konnte mir keiner erklären, wie das gut gehen soll. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass der Betrag über kurz und lang noch erhöht werden wird. Da waren auch schon mal 280 Milliarden € als notwendig im Gespräch.

Weitere Öffentliche Bürgschaften (immer in Milliardenhöhe) gibt es für Banken und ähnliche Unternehmen des „Finanzdienstleistung“-Sektors. Aber nicht nur sondern auch für Waffenexporte – wie dieses Beispiel zeigt.

Leider habe ich keine Aufstellung aller Bürgschaften des Bundes und der Länder zum Beispiel für „Finanzdienstleister“ oder auch insgesamt gefunden. Dürfte dann summiert eine mächtige Zahl sein.

Soviel ich weiß sind Bürgschaften im Haushalt (wie auch in der „Bilanz“) der BRD nicht berücksichtigt. Obwohl man kein Kaufmann sein muss, um zu wissen, dass das mit den Bürgschaften selten gut geht. Aber es gibt noch mehr, das nachdenklich macht.

Von Herrn Ramsauer – da war er noch Verkehrsminister – habe ich gehört, dass jede dritte Brücke in Deutschland schon jetzt oder in naher Zukunft ein Sanierungsfall ist. Das ist nichts Besonderes, denn Infrastruktur muss halt gewartet und erneuert werden. Nur haben wir halt verdammt viel an Infrastruktur, man denke nur an unsere Straßen. Dann gibt es auch noch die veralteten Eisenbahnstrecken und eine malade werdende Energieversorgung. Und von gebildeten Rücklagen habe ich noch nie etwas gehört. Auch nicht von einer Betrachtung unserer technischen Schulden.

Ganz zu schweigen davon, dass unsere „Externitäten-Bilanz“ (zum Beispiel die Abwälzung von Kosten auf die Umwelt) gar nicht bewertet wird. Aber auch das wird nicht mehr lange funktionieren, man denke nur an die Lasten der Kernenergie, wie z.B. das „Endlager“ für atomaren Müll im Schachtanlage Asse. Die Ewigkeitskosten aus dem Abbau von Steinkohle erscheinen dazu ja fast niedlich.

Bei dieser Situation von einem „ausgeglichenen“ Haushalt zu reden, finde ich infam. Und ich fühle mich als Bürger richtig verarscht. Und ich frage mich, ob die Politiker, die sich und ihre Politik so selbstgefällig loben, es nicht besser wissen oder mich schlicht einfach „verkohlen“ wollen? Haben diese den Ernst der Lage wirklich nicht erkannt – oder wollen sie es einfach nicht? Weil die Erde eben eine Scheibe ist.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 17. März 2014

Brahms im Herkulessaal – Evelyn ist dabei!

Die Arcis-Vocalisten sind wieder unterwegs!

Und unsere Evelyn, die so toll für Sie und mich die IF-Blog-Artikel ins Englische übersetzt, ist mit von der Partie! Am 29. und 31. März bringt ihr Chor die Frucht seiner Proben seit Beginn dieses Jahres zu Gehör:

Johannes Brahms (1833-1897) – Ein Deutsches Requiem – Nänie

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Samstag, 29. März 2014, 17.00 Uhr, Klosterkirche Schäftlarn

Montag, 31. März 2014, 20.00 Uhr, Herkulessaal der Residenz München

Arcis-Vocalisten & Neue Philharmonie München
Thomas Gropper, Leitung
Hanna Herfurtner, Sopran
Andreas Burkhardt, Bass

Das Stück ist eines der eindringlichsten und wirkungsmächtigsten geistlichen Chorwerke überhaupt: Das „deutsche Requiem“ (op. 45) von Johannes Brahms. Der Komponist machte nicht den Text der klassischen lateinischen Totenmesse einschließlich ihrer drohenden, Strafe verheißenden Elemente zur Grundlage seines Werks, sondern stellte selbst Bibelstellen des Alten und des Neuen Testaments zusammen, bei denen Trost und Hoffnung im Vordergrund stehen.

Aus diesem textlichen Stoff schuf Brahms ein machtvolles, von Würde, Ernst und musikalischer Poesie geprägtes Werk, das den Hörer zugleich erschüttert und besänftigt, sich durch einen atemberaubenden und zwingend geformten Spannungsbogen auszeichnet und durchweg eine über das Ende des irdischen Seins hinausweisende Hoffnung in den Mittelpunkt stellt.

Ergänzt wird das „Deutsche Requiem“ durch Brahms‘ „Nänie“ (op. 82), einen Trauer- und Klagegesang nach dem gleichnamigen Gedicht von Friedrich Schiller. Wie das „Deutsche Requiem“ setzt auch dieses Werk in musikalisch genialer Weise Zuversicht und Trost an die Stelle von Verzweiflung und Resignation.

Die Arcis-Vocalisten präsentieren die beiden Werke gemeinsam mit der Neuen Philharmonie München, einem Ensemble, das sich seit seiner Gründung 2005 zu einem der meistbeachteten jungen Orchester der Region München entwickelt hat und zu Recht einen hervorragenden Ruf genießt.

Karten mit freier Platzwahl im gesamten Kirchenraum  erhalten Sie über München-Ticket oder vorab bei den Arcis-Vocalisten (mailto:newsletter@arcis-vocalisten.de, ohne VVK-Gebühren) für Samstag, den 29. März um 17 Uhr in der Klosterkirche Schäftlarn zu je 25 Euro.

Ebenso für Montag, den 31. März um 20 Uhr im Münchner Herkulessaal der Residenz in folgenden Kategorien.

1. Kategorie 35 Euro
2. Kategorie 30 Euro
3. Kategorie 25 Euro
4. Kategorie 20 Euro

Die Vocalisten und besonders Evelyn freuen sich, wenn auch ein paar IF-Blog-Leser ihr die Ehre geben möchten.

RMD