Sicherheit mal ganz schlicht gedacht.

Mein Vater war Eisenbahner. Das hat mich irgendwie der Eisenbahn nahe gebracht. Irgendwann habe ich so auch die Bahnpolizei entdeckt. Die war in meinem Verständnis zuständig für die Bahnhöfe und Anlagen der Deutschen Bundesbahn. Ich habe aber nicht verstanden, warum es sie braucht.

Nach meinem Abitur musste ich zur Bundeswehr. Da gab es die Feldjäger als Militärpolizei. Deren Existenz habe ich dann eher verstanden. Müssen Soldaten doch rauhe Gesellen sein, wenn man mit ihnen Kriege gewinnen will. Und die kann man halt nicht mit Samthandschuhen anfassen wie den normalen Bürger.

Bei Siemens gab es den Werkschutz. Die haben unter anderem die Standorte gesichert und sind entlang der Werkszäune patroulliert. So wie die Wachbataillone bei der Bundeswehr die Kasernen und militärisches Gelände „bewacht“ haben. Für mich war der Werkschutz so etwas wie die Bahnpolizei der Siemens AG.

Heute hört man, dass zum Beispiel Gasprom für diesen und sonstige Zwecke über eine kleine Privat-Armee verfügen soll. Ganz eingesehen habe ich die Notwendigkeit des Werkschutzes aber nicht so ganz, so wie ich auch die Legitimation der Gasprom-Armee nicht verstehe.

Wie man die Bahn privatisiert hat, ist die Bahnpolizei nicht zum Werksschutz der Deutschen Bahn AG geworden, sondern dem Grenzschutz zugeschlagen worden. Züge sind ja mobil und so immer auf irgendeine Art „Grenze“.

Der Grenzschutz war für mich immer eine besondere Polizei. Deren Aufgabe war mir auch vom Begriff her klar. Sie sollte unsere Grenzen zu Friedenszeiten schützen und verteidigen, so wie dies mal als Aufgabe der Bundeswehr in Kriegszeiten gedacht war.

Heute übernimmt der Grenzschutz weitere Aufgaben wie Fahndung nach Schwarzarbeit. Demnächst sollen Sie ja auch noch den „Mindestlohn“ kontrollieren.

Die Finanzämter haben auch ihre eigene Polizei – die Steuerfahndung.

Mittlerweile gibt es auch noch ganz viele private Polizeien. Und auch sie haben eines gemein – sie tragen Uniform und fahren mit Autos durch die Gegend, die polizeiliche Fahrzeuge imitieren.

Ganz verstehe ich das alles nicht. Eigentlich haben wir doch nur ein Gesetz. Warum reicht dann nicht eine Polizei, die gegliedert nach Aufgaben und regionaler Verantwortung ihren Job macht, darauf achtet dass Gesetze eingehalten werden und die Bürger vor Übergriffen schützt?

😉 Oder soll es mal für jedes Gesetz eine eigene Polizei geben?

Von polizei-ähnlichen Systemen wie Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz will ich gar nicht reden. Die dann natürlich keine Uniform tragen. Auch über die Pläne, die Bundeswehr zum „Einsatz im Inneren“ zu ermächtigen, denke ich lieber gar nicht nach.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 13. März 2014

Tweets zum Twittern und Bloggen #210

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

140306 Wer weiß, was der Abend bringt – auch nicht der Twitterer und Blogger? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140307 Wer weit will gehen, muss früh aufstehen – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140308 Wer wenig kann, ist am besten dran – auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140309 Wer will, findet immer was zu tun – auch beim Bloggen und Twittern?! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140310 Wer zu Ehren kommen will, muss zuvor leiden – auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140311 Wer zu sehr eilt, wird langsam fertig – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140312 Wer zu spät kommt, hat das Nachsehen – gilt auch fürs Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Dienstag, der 11. März 2014

Programme und Dokumente

Früher haben wir uns vor allem mit Programmen beschäftigt. Die waren zum Beispiel in „c“ geschrieben. Sie lagen in einem Source Control System.  Am Anfang war es das „sccs“, dann kam der Fortschritt, aus „sccs“ wurde „rcs“ und später ClearCase und Konsorten.

Jeder im Team hatte Zugriff auf alle Module. Denn nur zu oft musste man auch mal beim Kollegen etwas korrigieren. Damit das eigene Modul lief. Die Korrekturen hatte man ordentlich zu dokumentieren. Nicht zu viel und nicht zu wenig.
🙂 Und ich war ein wenig stolz, dass ich öfters in anderen Programmen korrigieren musste als andere in den meinen.

Heute arbeite ich mit Dokumenten. Eine ganze Reihe teile und/oder erarbeite ich gemeinsam mit anderen Menschen. Meine Dokumente liegen in der Regel in Google Drive. Das ist schön „objektorientiert“ (auch so ein Begriff aus alter Zeit). Die Werkzeuge sind einfach und logisch. Und ich kann von jedem Gerät und Platz an meinen und den Dokumenten meiner Freunde arbeiten.

Und ich freue mich, wenn ich die andersfarbigen Cursor meiner „Kollaborateure“ sehe. Bei Bedarf kann ich dazu mit ihnen „chatten“ oder auch ein „hang out“ machen. Und natürlich kann ich auch Kommentare im Dokument hinterlassen.

Und schon bin ich wieder bei der Kultur: Wie viele Kommentare und Anmerkungen sind gut und sinnvoll? Aber diese neuen Formen der Zusammenarbeit sind schon ein (sehr positiver) Wahnsinn!

🙂 Ich meine, dass auch hier weniger mehr ist.

🙁 Aber ich lebe auch noch in alten Welten. Da kopiere ich dann den Inhalt meiner Dokumente und versende sie per E-Mail!

RMD

Roland Dürre
Montag, der 10. März 2014

brand eins – Tagung

So geht Zukunft.

Konferenz-brandeins-zukunftUnter diesem Titel findet am 22. Mai 2014 in Hamburg die erste brandeins-Konferenz statt. Jetzt bin ich ja bekannt als Anhänger von Unkonferenzen wie barcamps  …

Da ich brand eins und seine Macher sehr schätze und mag, gehe ich davon aus, dass auf dieser Konferenz viel interaktiv diskutiert werden wird und mache deshalb jetzt ein wenig Werbung für die Veranstaltung.

Die folgende Einladung zu „So geht Zukunft“ kommt aus der Feder von Natalie Wöhrmann von der brand eins Wissen GmbH & Co. KG:

Sie wird Sie auf eine Welt vorbereiten, in der Kunden die Entwicklung der Wirtschaft bestimmen, Ideen zum Produktivfaktor werden und die Technik neues Denken möglich und erforderlich macht.

Was passiert, wenn Menschen Produkte nicht mehr besitzen, sondern nur noch nutzen wollen? Wie behält man den Überblick in einer sich ständig ändernden Welt? Und wie sehen darin erfolgreiche Unternehmen aus?

Das sind die Themen der brandeins-Konferenz, die Sie auf die Wirtschaft von morgen vorbereiten wird. Wir diskutieren mit prominenten Vertretern aus Theorie und Praxis neue Technologien, neue Geschäftsmodelle und neue Wege zum Erfolg.

Treffen Sie Stefan Sagmeister, einen der gefragtesten Designer der Welt; den Unternehmer und Vimeo-Gründer Zach Klein; den Risiko- und Innovationsforscher Professor Ortwin Renn und viele andere.

So geht Zukunft. Die Konferenz für alle, die Wirtschaft nicht nur begleiten, sondern gestalten wollen.

🙂 Wenn ich es schaffe, probiere ich dann doch mal wieder eine richtige Konferenz aus und bin dann am 22. Mai ebenfalls in Hamburg dabei.

Hier der Link für weitere Informationen und Ticketkauf. Ich bin gespannt, ob ich mit IF-Blog ein wenig zum Erfolg der brand eins Konferenz beitragen kann.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 9. März 2014

Krim, Krise, krass.

Wenn mich noch vor kurzem einer gefragt hätte, zu welchem Land die Krim gehört, hätte ich gesagt „zu Russland“. Jetzt haben wir eine „KRIM-KRISE“ und ich habe gelernt, dass die Krim der Ukraine „gehört“. Und jeden Tag ist die Krim-Krise in den Nachrichten, so auch bei Spiegel-Online: Szenarien für die Krim: Sanktionen, Chaos, Krieg.

Die ganze Situation empfinde ich als abstrus. Da ist die Ukraine total pleite. Wie übrigens viele andere Staaten auch. Regiert wird sie von Banditen, die diesen Staat dann auch noch ein wenig ausgeplündert haben. Auch das kennt man von anderen Staaten. Dann wird dieser Staat auch noch vom reichen Nachbar und ehemaligen Verbündeten alimentiert. Wie andere auch. Und erliegt in seiner Armut natürlich auch den Versuchungen des reichen Westens.

Die Menschen sind verarmt und haben die Nase voll. Wie viele andere Menschen in anderen Staaten. Es kommt zu Aufständen und weiteren eigenartigen Ereignissen. Unter anderem mischt sich ein „deutscher Boxweltmeister“ ein. Alte BanditInnen melden sich zu Wort. Und natürlich hat die Ukraine – wie viele anderen Staaten auch – auch noch das Problem eines Vielvölkerstaats mit unterschiedlichen Mehrheiten in  verschiedenen Regionen wie auch noch ein paar Minderheiten dazu.

Es passiert, was halt dann so passiert: der alte, zwar gewählte aber vielleicht nicht so ganz legitime Boss wird abgesetzt. Es gibt einen neuen (nicht direkt gewählten) Chef. Und der betont in seiner ersten Rede die „Unverletzlichkeit der territorialen Integrität“. Und hat auch ziemlich fragwürdige Unterstützer.

Und dann gibt es Sanktionen und große Krisenhektik. Einen Aufruhr in der ganzen Welt. Politiker manteln sich auf und sprechen von Sanktionen. Und am Ende wird doch – so oder so – eine neue Ordnung auch in dieser Region stehen.

Parallel feiert man die „Olympischen Spiele der Behinderten“ als Nachgeburt einer eh sinnlosen Olympiade, die nur dem Diktator und den westlichen Unterhaltungskonzernen dient.

Ist das nicht alles Blödsinn?

Ist nicht auch Jugoslawien zerfallen? Die Tschechoslowakei hat sich in zwei Staaten aufgelöst. Vor kurzem haben „Die deutschen Unternehmer in Katalonien vor den verheerenden Folgen einer Unabhängigkeit der spanischen Region gewarnt“? Und in Italien gibt es auch eine „Liga Nord“! Spielt es wirklich in der Welt so eine Rolle, ob die Krim russisch oder ukrainisch ist? Werden in der nächsten Zeit nicht in vielen Erdteilen Neu-Ordnungen von Staaten und territorialen Grenzen folgen. Zwangsläufig, weil die alten Mäntel nicht mehr passen?

Dass Afrika brennt, interessiert doch auch niemanden. Dafür schützt die EU ihre Grenzen gegen die bösen Wirtschaftsflüchtlinge aus Afrika durch die “Grenzschutzagentur” Frontex (siehe dazu auch meinen Artikel vom 2 4. Januar 2010). Das mit einer Armee, die demnächst kräftig aufgerüstet wird – und das alles ohne parlamentarische Kontrolle.

Aber witzigerweise will die EU der Ukraine jetzt mit 11 Milliarden helfen. Damit sie ihre viel höheren Schulden an die Russen besser zahlen kann? Und dann wahrscheinlich neue Schulden an die EU hat.

Das mit dem „Schulden bezahlen“ wird aber nicht gehen. Weil die Ukraine im Gegensatz zu uns das Gas mit 30 % Freundschafts-Rabatt bekam. Die Russen haben mit dieser Subvention jetzt aber Schluss gemacht. Und die Ukraine braucht viel Gas …

Wie übrigens auch die BRD.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 8. März 2014

Die alltäglichen Splitter

sViele News erreichen mich täglich und nur wenige bleiben haften.

Haften geblieben ist bei mir diese Woche aber die Nachricht, dass in EUROPA jede dritte Frau schon mal Opfer von Gewalt und/oder sexuellem Missbrauch geworden ist.

Jede dritte Frau in der Europäischen Union ist einer Studie zufolge seit ihrer Jugend Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt geworden (TAGESSCHAU)

Dass Gewalt ein schlimmes Thema unserer Gesellschaft ist, war und ist mir klar. Und ich finde das verabscheuenswürdig. Wie schön ist doch die Utopie einer Gesellschaft frei von Gewalt. Und wie sehr wünsche ich mir diese.

Aber!
Warum ist das eine Schlagzeile wert?

Weil es um Gewalt gegen Frauen geht?
Wäre „Gewalt gegen Menschen“ auch eine Schlagzeile wert?
Warum wird dabei Vergewaltigung – eine sicher eher männerspezifische Domäne – in einen Topf geworfen mit körperlicher Gewalt?

Was bedeutet „seit ihrer Jugend“?
Soll das etwa heißen, dass die Kindheit bei Gewalt ausgeklammert wird, weil da Gewalt ja üblich ist?
Wird nicht gegen Männer genauso Gewalt angewendet?

Ich finde diese Schlagzeile grauenhaft!

Gewalt richtet sich häufig gegen Kinder, früher wie heute. Das ist die Katastrophe. Und es gibt EU-Länder wie Frankreich, in denen die Mehrheit der Eltern eine durch Gewalt unterstützte Erziehung auch heute noch gut heißt.

In meiner Generation dürften so eher 90 % der Menschen Opfer von Gewalt geworden sein. Und das sicher mehrfach.

Kinder sind männlich und weiblich. Und ich fürchte, dass Buben noch mehr geprügelt werden als Mädchen. Mir fallen auch erstaunlich viele Fälle ein, in denen erwachsene Männer Opfer von Gewalt geworden sind. Also lasst uns über Gewalt gegen Menschen reden.

Eine Ausnahme könnte Vergewaltigung sein. Das ist sicher ein Thema der Geschlechterwelt.

Würde ansonsten aber eine redliche Gleichstellung der Geschlechter nicht erfordern, dass man gerade bei Themen von körperlicher Gewalt die Unterscheidung Frau/Mann sein lässt? Denn das Thema Gewalt geht uns alle an. Die Opfer sind Kinder und Menschen, Männer wie Frauen. Das ist ein Thema unserer Gesellschaft.

Gewalt sollte so nicht nur kurz in einer Schlagzeile hoch gekocht, dazu ein „oweh, oweh“ gemurmelt und dann ganz schnell  wieder vergessen werden. Die Gewalt in unserer Gesellschaft muss uns vielmehr daran erinnern, dass wir von der Utopie einer gewaltfreien Gesellschaft noch meilenweit entfernt sind und wir einen gesellschaftlichen Konsens für Veränderung brauchen.

Also liebe Medien, kümmert Euch doch auch mal um uns Männer. Auch wenn wir da keine Schlagzeile wert sind. Und seid vor allem gegen Gewalt.

RMD

P.S.
Als „gutes“ Instanz von modernen Medien würde ich übrigens „Fefes Blog“ empfehlen.

Roland Dürre
Freitag, der 7. März 2014

IF-AGORA und die Knowledge Worker

Seit ein paar Jahren pflege ich die IF-AGORA als einen Marktplatz des Wissens. Dort habe ich Referenten, die mich mit ihren Vorträgen begeistert haben, gebeten ein „Wissensangebot“ einzustellen, um auch andere Menschen an ihrem Wissen und Erfahrungen teilhaben zu lassen. Dies je nach Situation gegen ein Honorar oder gelegentlich auch unentgeltlich.

knowledgeworkercamp-w799

Von links nach rechts: Bernd Fiedler, Thorsten Schlaak und meine Wenigkeit.

Das habe ich so neben her gemacht und alle paar Wochen dann ein neues „Wissenangebot“ eingestellt. Zu mehr hat meine Zeit nicht gereicht.

Zu dritt sind wir jetzt angetreten, um die IF-AGORA auch im realen Leben tätig werden zu lassen. Zuerst mal durch ein Knowledge Worker Camp, an dem sich hoffentlich möglichst viele unserer Wissensanbieter gemeinsam mit vielen anderen Menschen, die bereit sind für Zukunft ein wenig Verantwortung zu übernehmen beteiligen werden.

Bevor wir solch eine Veranstaltung aber planen und terminieren, wollen wir zuerst mal in Erfahrung bringen, was denn uns alle in der heutigen Zeit prior bewegt. Dazu haben wir eine Umfrage veranstaltet – uns sind auf die Ergebnisse sehr gespannt.

Nach Auswertung der Ergebnisse werden wir dann das Format der Veranstaltung planen, einen Termin festlegen und ganz viele dazu Menschen einladen. Nach dem Motto, dass die, die kommen, dann auch genau die richtigen sind.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 6. März 2014

Tweets zum Twittern und Bloggen #209

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema:
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln

140227 Wer viel fragt, dem wird viel gesagt – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140228 Wer viel hadert, wird oft geschlagen – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140301 Wer viel kann, muss viel tun – auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140302 Wer viel plaudert, lügt viel – auch beim Bloggen und Twittern?! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140303 Wer viel spricht, muss viel wissen oder lügen – auch beim Bloggen und Twittern. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140304 Wer warten kann, hat viel getan – so auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140305 Wer weicht, kann ein andermal schlagen – gilt auch fürs Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Dienstag, der 4. März 2014

brand eins im Februar und März

Diesmal ist es passiert. Da liegt das brand eins des März im Briefkasten. Und ich hatte immer noch keine Zeit, in die Februar-Ausgabe reinzuschauen. Obwohl ich diese auf mehreren Reisen dabei hatte und der Titel so herrlich provokant ist:

Kauf-Du-Arsch

Kauf, du Arsch!

Es geht um die „Kunst der Verführung“ – aber eine andere als an die ich da zuerst denken würde, denn der Schwerpunkt ist „Werbung“. Und da denke ich sofort an Michel Serres und sein Buch „Erfindet Euch neu! – Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation. Ich habe davon berichtet, Monsieur Serres hat dort von „einer vom Marketing formatierten Gesellschaft“ gesprochen, die die Menschen gleich mitformatiert.

Ich gebe zu, so etwas „Unflätiges“ wie „Kauf, du Arsch“ habe ich noch nie auf der Titelseite des brand eins gefunden. Aber das stört mich nicht, provoziere ich doch auch ganz gerne.

Und Frau Fischer schreibt ja selbst, dass „der Titel auch intern sehr umstritten war„. Sie meint jedoch „je länger wir in das Thema eintauchten, desto passender fanden wir ihn“ und spricht von Marketing als ein „System, das ihnen (den Teilnehmern im Marketing-Spiel wie Produktmanager, Kreativagentur oder Mediaplaner) zunehmend den Atem nimmt. Und in dem Tricks, Täuschungen und die immer perfidere Daten-Jagd längst als Notwehr durchgehen.

Beim Durchblättern des Februar-Hefts fühle ich mich aber einig mit dem großen Philosophen Michel Serres und komme zum Schluss: Ich will und lasse mich und mein Leben nicht vom Marketing-System formatieren!

Aber es wartet ja schon das neue Brand eins auf mich, obwohl ich das alte noch gar nicht so richtig gelesen haben …

brandeins beobachten

Und wenn ich da so lese:

Ich will alles von Dir wissen.

Und wenn dann auch noch ein

Warum?

kommt, dann weiß ich schon, wo es lang geht (denke ich mir zumindest).

Dann sehe ich aber darunter, dass der „Schwerpunkt Beobachten“ ist. Und Beobachten ist ja etwas aktives (Ich beobachte) wie auch etwas passives (Ich werde beobachtet). Und ich bin ja immer mehr fürs „Aktive“ …

Beim Blättern durchs Heft bestätigt der erste Eindruck meine Annahme, dass Dinge passieren, die wirklich nicht so alltäglich sind. Alles ist in Bewegung, wir befinden uns in einer Zeitenwende, vergleichbar mit dem Eintauchen in die „industrielle Revolution“ vor um die 250 Jahren.

Jetzt brauche ich nur noch eins – und das ist Zeit, um das Februar und Märzheft zu lesen, bevor das Aprilheft im Briefkasten liegt. Nur irgendwie komischerweise ist mir genau dieses Gut völlig abhanden gekommen. Vielleicht, weil ich soviel beobachten muss, das ich nicht verstehe!

RMD

Roland Dürre
Montag, der 3. März 2014

LEAN, OPEN, AGIL – heute AGIL

Eigentlich ist es ganz einfach. Es gibt drei ganz zentrale Eigenschaften, die neben einer Vielzahl nützlicher Qualitäten absolut notwendig sind, um ein Projekt oder ein Unternehmen erfolgreich zu machen:

  • LEAN
    Struktur (Aufbau) und Handeln (Ablauf) müssen einfach und schlank sein. Und beides muss kontinuierlich verbessert werden, ohne es zu komplizieren.
  • OPEN
    Im Leben wie im Unternehmen sind Offenheit, Klarheit und Transparenz drei ganz wichtige Voraussetzungen für Erfolg.
  • AGIL
    Damit beschäftige ich mich im heutigen Artikel.

Ich zitiere das „Agile manifesto“ der Software Entwicklung, gezeichnet von einem illustren Kreis bekannter SW-Entwickler:

Manifesto for Agile Software Development

We are uncovering better ways of developing software by doing it and helping others do it. Through this work we have come to value:

  • Individuals and interactions over processes and tools
  • Working software over comprehensive documentation
  • Customer collaboration over contract negotiation
  • Responding to change over following a plan

That is, while there is value in the items on the right, we value the items on the left more.

Auf Deutsch würde ich das so formulieren:

Wir zeigen bessere Wege des Entwickelns von Software auf, in dem wir diese selber gehen und anderen dabei helfen, es zu tun. Dieses Vorgehen stiftet konkreten Wert und Nutzen.

  • Die Menschen und ihre Interaktionen haben Vorrang vor den Prozessen und verwendeten Werkzeugen.
  • Funktionierende Software hat Vorrang vor ausgedehnter Dokumentation.
  • Die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kunden hat Vorrang vor Vertragsverhandlungen.
  • Auf den Wandel zu reagieren hat Vorrang vor dem Befolgen eines Planes.

Obwohl die rechten Aussagen ihren Wert haben, schätzen wir den Wert der linken Aussagen als höher ein.

Ich übersetze diese Regeln ein wenig frei „ins Allgemeine“ – dann gelten sie auch für unser Leben:

Wir zeigen bessere Wege des menschlichen (Zusammen-)Wirkens auf, die wir leben und anderen dabei helfen, es zu tun. So kann Zufriedenheit und vielleicht auch ein wenig mehr Friede und Glück erreicht werden.

  • Die Menschen und ihre Gemeinschaften sind wichtiger als gesellschaftlichen Regeln und Konventionen.
  • Ein gelingendes Leben ist wichtiger als die erfolgreiche Selbstdarstellung.
  • Das konstruktive Zusammenleben ist wichtiger als das Streben nach (vermeintlicher) Sicherheit.
  • Auf Veränderung zu reagieren ist wichtiger als ein (scheinbar) verlässliches „immer weiter so“.

So nützliche die Elemente auf der rechten Seite gelegentlich sein mögen, so ist die linke Seite im Leben doch viel wichtiger.

Das „Agile Manifesto“ erscheint mir also nicht nur bei der Software-Entwicklung sondern auch im ganzen Leben hilfreich sein. Das ist doch ein Beleg dafür, dass da etwas sehr vernünftiges drin steht.

RMD

P.S.
Zu diesem Artikel hat mich die mitreißende Session von Dominik Rose beim OpenUp Camp vor gut zwei Wochen in Nürnberg inspiriert. So erinnere ich gerne mal wieder an das „Agile Manifesto“, das nach meiner Meinung von seiner Gültigkeit nichts verloren hat.