Roland Dürre
Donnerstag, der 31. Juli 2014

„Emma“ und „Der kleine Prinz“!

Diese Woche habe ich mir Mittwoch und Donnerstag eine Auszeit genommen. Also bin ich am Mittwoch mit Fahrrad und liebem Anhang per Bayern Ticket nach Würzburg gefahren.

torturmstartEin Grund für die Reise war, dass ich am Abend im „Torturmtheater Veit Relin“ in Sommerhausen die „Emma“ anschauen wollte. Die „Emma“ ist eine zärtliche Liebesgeschichte und wird bis zum 9. August gegeben. Das Stück war toll und hat mich außerordentlich berührt.

Sommerhausen ist ein ganz kleiner Ort am Main, am Ufer gegenüber liegt Winterhausen, das auch über einen Bahnhof verfügt, an dem noch regelmäßig Züge halten. Sommerhausen wirkt wie ein Dorf aus einem Märchen, so gar nicht von dieser Welt. Viel ist nicht los in Sommerhausen, ein paar Hotels und ein paar Restaurants. Und ein paar besondere Geschäfte.

In Sommerhausen steige ich immer im Sonnenhöfle ab. Von dort sind es nur ein paar hundert Meter zum Torturmtheater. Auf dem Weg zum Theater komme ich immer an so einer Art Freiluft-Antiquitariat vorbei. Dort kann man sich gegen eine freiwillige Gabe aussuchen und mitnehmen

Gestern lag da der „Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Ich habe ihn zwar noch daheim, kauf ihn mir als Lektüre für die Heimfahrt, es ist die Neuauflage von 1979, das Original ist ja unglaublicher Weise schon 1946 erschienen.

Nach der Emma bin ich in der Stimmung, noch mal den kleinen Prinzen reden zu hören und schaue ins Buch rein. Und finde auf der ersten Seite eine erstaunliche Widmung. Da steht in sauberer Handschrift:

So wie der kleine wollte ich immer sein – etwas dumm, nicht ganz realitätsbewußt, ein kleiner Träumer; nicht von „hier“ mehr von „dort“; einer der Elefanten gerne gemalt hat und nur diese zeichnen konnte – Vielleicht verstehst Du mich jetzt ein wenig mehr.
In Gedanken bei Dir – Dein P, im August 1979″

Die Widmung berührt mich wie die gerade erlebte „Emma“. Im August 1979 hatte ich gerade ein Haus gekauft, aber noch keine Kinder. Das erste sollte erst im September 1980 zu uns kommen.

Und ich musste diesen Abend noch lange nach denken, wie es damals war – und welchen Weg das kleine Büchlein wohl bis ins Antiquariat in Sommerhausen gegangen ist.

Mit einer Träne im Auge sende ich heute die besten Grüße aus Feuchtwangen in der Nähe von Ansbach, so 90 km von Sommerhausen entfernt. Morgen geht es dann soweit wie möglich in Richtung München, ich tippe auf Nördlingen oder Donauwörth. Schau mer mal.

RMD

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

140724 Zu viel Milde ist vertan – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140725 Zu viel muss bald brechen – so auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140726 Zuviel Weisheit ist Narrheit – gilt doch auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140727 Zuweilen ein Narr sein ist auch eine Kunst – auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140728 Zuwenig und zuviel ist aller Narren Ziel – ganz wichtig auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140729 Zwang ist kein guter Wille – dran denken beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140730 Zwang währt nicht lang – so auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
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RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Udo Liekysz, zweiter Mann der ‚Republik Transistien’, war überzeugt, dass nur er vom Volk und der Führung der Republik ausersehen war, die Nachfolge des ‚großen Führers Jordan Khon’ anzutreten. Doch dann wurde nach dessen Tod überraschend Sandor, der völlig unerfahrene zwanzigjährige Sohn des ‚großen Führers’, auf den Thron gehievt und Liekysz auf demütigende Weise während einer Vollversammlung der Partei verhaftet und eliminiert! Vor welchem Gremium Udo Liekysz die nachfolgende Rede – vermutlich seine letzte – gehalten hat, ist nicht dokumentiert!

„Sie alle haben mich darin gesehen! In diesem mythischen Kleidungsstück! Und wir alle erinnern uns, dass bereits die ersten Kinderlieder in den ‚Jordan Khon Schulen’ sich ausschließlich um dieses unvergleichliche Kleidungsstück drehten. Und mein Gott – wie wahnsinnig sehnten wir uns danach, wenigstens einmal im Leben – und sei es nur für ein paar lumpige Sekunden – auch in diese ‚überirdische Umhüllung’ schlüpfen zu dürfen! Davon träumen wir doch heute noch! Oder?

ZAa MaIMG_5131Natürlich wagt kein Erwachsener, dieses abwegige Verlangen laut auszusprechen: denn wir alle wissen, dass nur ihm – dem Unaussprechlichen – das Privileg zusteht, jede Nacht in einem neu angefertigten, unendlich zarten ‚blauen Seidenpyjama mit tausend Sternen und Planeten’ schlafen zu dürfen: nur er verdient diese höchste Auszeichnung bis ans Ende der Tage – sonst niemand im Sonnensystem!

Vielleicht können Sie sich jetzt vorstellen, was für ein unbeschreibliches Entsetzen mich befiel, als ich mich letzten Dienstag in der Morgendämmerung auf meinem Eisenbett aufrichtete, energisch die nicht vorhandene Bettdecke zurückwarf, meine Beine mühsam über die Bettkante schwenkte und plötzlich feststellen musste, dass mir während des Schlafes genau dieser ‚überirdische blaue Führerseidenpyjama’ abhanden gekommen war – dabei hatte ich die ganze Nacht nur davon geträumt?

Was war da los? Wer konnte das veranlasst haben? Plante jemand gar einen Umsturz?

Es kam noch schlimmer!

Denn ich – Udo Liekysz – der einzig ‚wahre Präsident der Republik Transistien’, steckte nicht nur nicht in dem heiligen ‚blauen Seidenpyjama der tausend Sterne und Planeten’, sondern in einem groben Leinenkittel, der hinten vom Hals ab komplett offen war.

Können Sie sich das vorstellen?

Ganz zu schweigen von dem kalten Eisenrahmen des Bettes, der in meine Oberschenkel drückte und die Blutzufuhr in die unanständig entblößten ‚Präsidentengesäßbacken’ abwürgte. Noch scheußlicher war der grellgelbe Urinfleck – da unten – auf dem Kittel! Mit dieser Deutlichkeit war der auf dem ‚blauen Seidenpyjama’ in der Nacht nicht zu sehen gewesen!

Das können Sie mir glauben! Meine herabhängenden weißen Beine übersät von Hungerödemen – wären auch niemals so unstaatsmännisch herumgependelt, wenn sie noch in den blauen Seidenhosen stecken würden. Das war unbestreitbar!

Reichlich unangenehm war auch die modrige Kälte auf meinem freiliegenden Rücken: Ja – ich Udo Liekysz – der ‚wahre Präsident der Republik Transistien’ – fröstelte sogar ein wenig! Da wurde eindeutig zuviel gespart; ein Versagen der zuständigen Behörde! Ein bisschen Wärme brauchte auch ein Präsident! Das musste auf alle Fälle umgehend in Ordnung gebracht werden! Sobald ich wieder in der Lage war, auf meinen verwelkten Beinen voran zu kommen, werde ich sofort die notwendigen Maßnahmen einleiten… Schließlich tat ich das nicht zum ersten Mal!

Unlängst war ich in einer ganz ähnlichen Situation gewesen! Und was meinen Sie wie schnell die zuständigen Behörden reagiert hatten? Das war selbst für mich überraschend gewesen: denn kaum hatte ich mich an diesem grimmig kalten Montagmorgen deutlich sichtbar auf dem ‚Platz der Republik’ aufgestellt, mich als der neue ‚Präsident der Republik Transistien, der wirklich dem Volk dient’ vorgestellt und mein ‚Neues Programm’ verkündet, als auch schon eine Hundertschaft begeisterter Landsleute in festlichen Uniformen munter schnatternd auf mich zueilte, mich umringte, mich begeistert empor hob – und fast etwas rüde mit sich fortriss! Aber bei dieser spontanen Begeisterung war das kein Wunder gewesen! Im Gegenteil, ich ließ die jubelnden Massen ohne Einschränkung gewähren… Für dieses einfache Volk war ja jede Faser meiner einfachen Kleidung eine kostbare Reliquie! Wer hätte das nicht verstanden?

Drum wollte ich auch kein Aufhebens machen, als ich schon nach kürzester Zeit nur mehr Hemd und Unterhose am Leib hatte und richtig zu frieren begann: denn ich sah doch den freudig erregten Menschen an, wie recht ich mit meinem Eingreifen gehabt hatte! Es war höchste Zeit gewesen, ‚Neues’ zu verkünden, wenn das Land nicht vollständig vor die Hunde gehen sollte!

Und was meinen Sie, in welch erschütterndem, heruntergekommenen Zustand selbst der Präsidentenpalast war? Sie können sich das nicht vorstellen? Die oft hinter vorgehaltener Hand gescholtenen Prunkräume des ‚Präsidenten der Republik Transistien’ bestanden in Wirklichkeit aus einer einzigen jämmerlichen Kammer mit Bett, Tisch, Stuhl und zwei Eimern: in einem konnte man sich waschen, in den anderen wurde hinein gekackt. Da beide stanken, war es gar nicht leicht, sich für den richtigen zu entscheiden!

Aber was sollte es – bei der Armut draußen im Land, war es nur recht und billig, dass auch der ‚Präsident der Republik’ sich in Bescheidenheit übte! Ich war natürlich zunächst von der Kargheit des Raumes überrascht, als man mich im Überschwang der Begeisterung, gepaart mit ein wenig Schalkhaftigkeit, schon von der Tür aus auf das harte Eisenbett geknallt hatte. Vielleicht war ich ja auch mit dem Kopf ein klein wenig gegen die Wand gekracht und kurz bewusstlos gewesen, denn als ich zu mir kam, waren alle meine Landsleute weg und ich ganz alleine…

Was ja auch in Ordnung war, schließlich mussten die sich um ihre Familien kümmern, das Leben war hart genug außerhalb des Präsidentenpalastes. Da hatte ich es viel besser! Ich war versorgt! Wenn auch auf eine sehr einfache Art! Ja – ich stand wirklich vor einer gigantischen Aufgabe in dieser ‚Neuen Republik Transistien’!

Nur um Ihnen ein Beispiel zu geben wie ungeschult alleine das Personal im Präsidentenpalast war: Als sich nach etlichen Tagen immer noch niemand um mich kümmerte, da man wohl auch drastische Personaleinsparungen angeordnet hatte, um das Land wieder auf Vordermann zu bringen, bekam ich doch langsam Hunger und fror auch wieder. Durch Klopfzeichen und Rufe konnte ich mich soweit bemerkbar machen, dass sich endlich ein Untergebener zeigte, dem ich meine Anweisungen erteilen konnte! Aber was soll ich Ihnen sagen, der Mann war nicht nur schlampig gekleidet und mürrisch – sondern gab mir statt einer Antwort – links und rechts eine schallende Ohrfeige! Und als ich mir verwundert die Backe rieb und fragte was das soll, gab er mir noch einen Tritt in den Hintern, dass ich in hohem Bogen auf mein Bett segelte.

Nun Sie werden mir sicher beipflichten, dass man in diesem Fall nicht gerade von ausreichend geschultem Personal sprechen konnte! Wenngleich ich schon auch erwähnen sollte, dass diese gezielte ‚Schnellmassage’ an Kopf und Hinterteil meinen Kreislauf prächtig in Schwung brachte und ich danach sogar eher schwitzte als fröstelte – ja das musste ich dem Mann zugestehen, das hatte er erreicht!

Aber natürlich ist noch jede Menge zu tun in der ‚Neuen Republik’, und ich habe deshalb auch überhaupt keine Zeit, noch länger hier zu referieren, sondern muss sofort meine Ministerriege zusammenrufen! Wissen Sie, die Entleerung der beiden Eimer in der Präsidentensuite darf unter keinen Umständen noch länger hinausgezögert werden! Vielleicht spüren Sie ja auch schon den beißenden Geruch?

Und die Wäscheklammer auf der Nase, kann und darf nicht zur Dauerlösung werden! Lasst uns endlich handeln! Ich, der ‚wahre Präsident der Republik Transistien’ ermächtige Euch dazu!“

KH

PS: Nach einer Idee von Detlef Knoll

Am 17. Juli hat ein ganz besonders IF-Forum bei der InterFace AG in Unterhaching stattgefunden. Dr. Stefan Gillessen berichtete in der Reihe „Galilei Galileo – Ein Besuch in der Gegenwart“ über den
Blick in den Kosmos.

Dr. Stefan Gillessen ist Physiker am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) und dort ein außergewöhnlich erfolgreicher Forscher.

Hier sein spannender Vortrag!

Viel Spaß beim Anschauen!

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 24. Juli 2014

Tweets zum Twittern und Bloggen #229

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

140717 Zum Verlieren ist nichts besser als Vergessen – so auch beim Twittern und Bloggen? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140718 Zur Trommel muss man pfeifen – gilt auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140719 Zur Zeit ein Narr sein ist auch eine Kunst – gilt doch auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140720 Zusagen macht Schuld – auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140721 Zu viel Demut ist Hochmut – daran denken auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140722 Zu viel gut ist böse – dran denken beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140723 Zuviel Lust bringt Unlust – so auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

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RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Roland Dürre
Sonntag, der 20. Juli 2014

brand eins im Juli

Zuerst mal vorweg: Ich liebe brand eins. Und freue mich über jedes Heft und schreibe deshalb auch so gerne die Rezensionen für IF-Blog. Jetzt habe ich aber gemerkt, dass meine „brand eins Artikel“ zu einem Indikator meines persönlichen Zustandes geworden sind.

🙁 Je später diese Rezension erscheint – desto mehr Stress bei mir und je früher der Artikel erscheint, desto besser ist meine private Lebens-Situation.

Zum Wirtschafts-Magazin: Die Juli-Ausgabe – die ja schon im Juni bei mir war – ist Spitze! Für mich ist dieses Heft eines der besten aller brand eins, die ich bisher gelesen habe.

brand eins Juli 2014

Das Thema wird diesmal in einem längeren Satz formuliert:

Was wäre, wenn wir die Welt neu denken?

Und der Schwerpunkt, ganz in Rot heißt Alternativen!“

Und auf dem Rückenband des Heftes – ganz verschämt neben dem Preis (8,50 € / sfr 12) – stehen noch vier Worte, die im Heft durchaus neu und in Alternativen gedacht werden:
Güterverkehr, Wirtschaftsmodelle, Demokratie und Ernährung.
Diese Liste könnte man freilich trefflich  erweitern, denke ich nur an den Begriff (Aus-)Bildung! 

Jetzt will ich bei einem so gelungenen wichtigen Heft gar nicht Kritik üben. Sondern die Redaktion um Frau Fischer vielleicht zu noch mehr Mut ermutigen. Die Forderung nach Neudenken ist wichtig und gut, und das Heft regt wunderbar zum Nachdenken an. Aber wahrscheinlich ist Nachdenken zu wenig – denn mir scheint, dass wir auf vielen Ebenen einen Turnaround brauchen. Und das klingt natürlich nicht so schön wie Nachdenken sondern eher nach Veränderung, die weh tut. Eine gute Zukunft zu bauen wird aber immer auch schmerzen, denn Innovation bedeutet auch immer Zerstörung, wenn auch hoffentlich eine kreative.

Und doch noch ein ganz kleiner Schmerz: Die Beilagen. Mir tut es immer weh – Heft schütteln und weg damit mit dem vielen edlen Hochglanz. Diesmal ist da der Abo-Auflage Inhalt ein dickes Heft oben auf dabei gewesen, das natürlich nach Öffnen der Versand-Folie gleich ungelesen zum Altpapier wandert. Das Heft ist vom „Bundesverband der Pharamzeutischen Industrie (BPI)“. Und Lobbyismus mag ich gar nicht.

Jetzt bin ich aber selber ein Unternehmer, der (leider) in seinem Leben viel zu oft vermeintlichen oder vielleicht auch gelegentlich begründeten Sachzwängen erlegen ist. Und als Kaufmann weiß ich auch, dass Geld in der Regel nicht stinkt.

Insofern ertrage ich auch die Beilagen geduldig, auch wenn der Idealist in mir meint, dass es diese nicht bräuchte und so das Paket, das ich zum Altpapier schleppe, noch ein wenig schwerer wird.

RMD

P.S.
Zum Inhalt schreibe ich nichts – selbst lesen lohnt wirklich. Aber ich bin wirklich im Stress (ganz schlecht), habe keine Zeit und hoffe, dass ich in Bälde auch wieder mehr für IF-Blog produzieren kann. Die Ideen liegen auf der Rampe – und ich habe keine Zeit sie zu vollenden.

gillessenHeute Abend findet das zweite IF-Forum mit Dr. Stefan Gillessen statt. Er wird uns „aus dem Kosmos“ berichten, der Titel seines Vortrages ist

„Groß, größer, am schärfsten …“

Hier geht es zur Einladung.

Die Veranstaltung findet wie immer im Seminarbereich der InterFace AG in Unterhaching statt. Ab 18 Uhr heißen wir dort unsere Gäste willkommen.

Mit dem Vortrag wollen wir pünktlich um 18:30 starten.

Noch gibt es einige wenige freie Plätze. Für all die, die nicht kommen können, übertragen wir den Vortrag live im Internet.

InterFace_Icon_Galileo_mit-claim-rundUnter http://www.ustream.tv/channel/IF-Forum können Sie ab zirka 18:15 den Video-Stream zum Vortrag sehen.

Zusätzlich zur Übertragung werden wir einen Video-Mitschnitt anfertigen und auf youtube (Kanal InterFace AG) zur Verfügung stellen.

Wir freuen uns auf viele Gäste – live und im Internet.

RMD

Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema
Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

140710 Zufriedenheit ist der größte Reichtum – so auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140711 Zukünftiges ist uns alles verborgen – gilt auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140712 Zuletzt muß man es doch suchen, wo es ist – gilt doch auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

140713 Zuletzt siegt Wahrheit, Tugend und Mut – auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140714 Zum Lernen ist niemand zu alt – auch beim Bloggen und Twittern? #Twitter #Bloggen #Weisheit

140715 Zum Rat weile, zur Tat eile – dran denken beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen #Weisheit

140716 Zum Todesschlaf ist keiner müde – so auch beim Twittern und Bloggen! #Twitter #Bloggen #Weisheit

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter twitter.com und “follow” RolandDuerre!
Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Die Sprichwörter habe ich auf Alle deutsche Sprichwörter gefunden.

Auf der InterFace 30 Jahre Feier war Gerhard Saeltzer einer unserer Ehrengäste. Als „Überraschungsgast aus Dresden“ hatte er eine wunderbare Rede vorbereitet. Im Trubel und Lärm des Festes fand sich leider keine Gelegenheit, dieser Ansprache den angemessenen Rahmen zu geben. Die Rede beschreibt im ersten Teil ein beeindruckendes Kapitel deutsch/deutscher Geschichte, an dem die InterFace und ich sehr früh teilhaben durfte.

Schön, dass es Euch alle gibt!

Lieber Roland Dürre, liebe InterFace’ler, liebe Gäste!

Heute feiern wir gemeinsam den 30. Geburtstag von InterFace. Für die Einladung danke ich herzlich und bin gleich aus dem fernen Dresden mit meiner Frau hierher geeilt

Schön, dass es Euch alle gibt und dass wir uns alle hier zusammengefunden haben!

Erinnern wir uns an Ereignisse, die 24 Jahre zurückliegen, an das Jahr der Deutschen Wiedervereinigung 1990. Was waren das für spannende und aufregende Zeiten! Und was für frustrierende Zeiten im Osten! Da kamen z.B. zu uns nach Sachsen Deutsche aus Bayern mit einer für unsere sächsischen Ohren so ganz anderen Sprache. Und das zweite Wort, was die Bayern von sich gaben, war eins, was im Osten ausgemerzt worden war: Gott. Überall hörte man „Grüß Gott“ – was die Sachsen nur verlegen und kleinlaut mit einem „Na goodden Taach“ erwidern konnten.

Und wir lernten, dass mit dem göttlichen Gruß auch etwas ganz anderes kam: Die Kirchensteuer übers Finanzamt und häufig schockierend hohe Nachzahlungen für die Ostler. Und dann geschah ganz Erstaunliches: In den Osten strömten scharenweise besondere Ritter – Glücksritter und Raubritter. Dazu überkluge Juristen und Politiker, Berater und Makler, die Funktionäre und Gewerkschaftler, darunter viele, die – sagen wir es deutlich – im Westen überflüssig oder ausgemustert waren. Da rückten im Eiltempo heran die Abzocker: Die Autohändler, die vierrädrigen Schrott als Neuwagen verkauften. Die Textilhändler, die gebrauchte Kleidung als neu verkauften. Die flinken Immobilienjäger, die große marode Ost-VEB‘s für 1 DM kauften, abwickelten und dann die Grundstücke für Millionen verkauften. Und die Vertreter für alles Mögliche und völlig Überflüssige, vor allem Versicherungen. Auch ich habe davon unnötig „genascht“.

Ich lernte im Osten tolle Juristen und Beamte aus dem Westen kennen, die z.B. nicht einmal wussten, dass man eine Klage unterschreibt – bevor man sie beim Gericht einreicht. Und es kamen sogar Showmaster und Zauberer. Einer landete sogar direkt aus dem Himmel – mit einem geborgten Hubschrauber – in Dresden, wie ein Glücksgott. Er baute in einem Sumpfgebiet eine neue Vorstadt von Dresden, verkaufte die besten Fußballspieler und verschwand letztlich hinter Gittern. Und es kamen auch tolle IT-Berater, die von Tuten und Blasen keine Ahnung hatten und nicht einmal wussten, was Software-Engineering und Softwarequalität ist.

Ja, liebe Bayern, so gab es damals nach der Wende im Osten reichlich Frust und negative Kulturschocks. Wir mussten uns total umprogrammieren. Und dann geschah plötzlich ein Wunder, ich erlebte das Umgekehrte, eine Art positiven Kulturschock. Ich lernte in Dresden den Unternehmer Roland Dürre mit Teilen seiner jungen Mannschaft, seine Frau und sogar seinem jüngsten Sprössling Rupi, näher kennen.

Einen Mann, der so ganz anders war. Ein Unternehmer, der nicht nur groß schwätzte, sondern etwas von seiner Sache verstand, mit dem man reden konnte, von Mensch zu Mensch, ohne Arroganz – sondern partnerschaftlich, der nicht erst den Inhalt meines Portmonees prüfte (indem ich sowieso nichts hatte), bevor er mit mir redete. Und der sogar als Präsident ganz familiär in Filzpantoffeln seine Mitarbeiter aufsuchte. Mit einem sportlich bescheidenen Lebensstil, der zur der täglichen Körperpflege Kernseife aus Armeebeständen gewissen parfümierten Chef-Seifen vorzog. Roland Dürre, der Unternehmer, der so aufmerksam zuhören konnte, ein Mann mit dem das Gespräch, die Zusammenarbeit, Teamarbeit richtig Spaß machte, ein flexibler Teamplayer im besten Sinne.

Ich sage es frei heraus: Roland Dürre und sein Team kamen mir als Wende-frustrierten vor wie Außerirdische von einem anderen, positiven Stern. Und Sie haben erfolgreich die letzten 30 stürmischen Jahre gemeistert! Ich bewundere alle Beteiligten von InterFace.

Ihr seid einfach Klasse! Schön, dass es Euch alle noch gibt!

Herzlichen Dank InterFace und Roland Dürre für diesen erlebten Lichtblick, diesen positiven deutsch-deutschen Nach-Wende-Kulturschock! Lieber Roland Dürre! Wir waren damals beide verwegen und mutig und organisierten die erste deutsch-deutsche Fachtagung für moderne Software und Anwendungssysteme SoftSys 9/90 in Dresden. Wir waren beide – mit unseren bescheidenen Ressourcen – sogar schneller als die großmächtige Politik.

Schon 9 Tage vor der Wiedervereinigung, am 3.10.1990, fand unsere Ost-West-Deutsche Wiedervereinigung als Fachtagung in Dresden statt! Gute Kommunikation zwischen uns zeigte deutlich messbare Wirkung: Es lief alles schneller. Die Verbindung zwischen uns riss leider ab.

ComputerweltUmso wunderbarer war es, dass wir uns nach 24 Jahren plötzlich wieder fanden. Ich fand InterFace im Internet, als ich nach mir selbst suchte und zufällig eine Buchbesprechung über mein Informatikbuch für Kinder und späteres Schulbuch in Sachsen „Erstaunliche Computerwelt“ entdeckte.

Lieber Herr Dürre, liebes InterFace Team!

Wenn ich so zurückblicke, bin ich etwas traurig: In Deutschland und Europa gibt es gegenwärtig zu wenige, leider viel zu wenige Unternehmen mit einer so angenehmen, kommunikativen und fairen Kultur wie InterFace. In diesen Zeiten der Firmen-Insolvenzen und -Übernahmen bewiesen, wo so manches Unternehmen den Bach hinunter ging, konntet Ihr Euch erfolgreich am Markt behaupten. Wunderbar! Viele können von Euch lernen.

Ich bewundere Euch!

Es ist wirklich schade, dass die Wissenschaft heute etwas Wichtiges noch nicht beherrscht. Das perfekte Klonen. Es würde Deutschland und Europa und der Welt besser gehen, wenn man Sie und Ihr Unternehmen klonen würde, sagen wir 5mal oder etwas unbescheidener 20mal! Und weil das leider noch nicht klappt, müsste man wenigstens ganz schnell ein Denkmal oder wenigstens eine Denktafel für InterFace hier in Unterhaching setzen. Auch wenn es noch nicht so schnell klappt: Wenigstens schnell noch meine herzlichen Glückwünsche, etwas angelehnt an Theodor Fontane:

„Kummer sei lahm! Sorge sei blind!
Weiter 30 gute Jahre in bester Gesundheit
wünschen wir dem Geburtstagskind!“

Und lieber Roland Dürre, noch eine kleine Bitte für die Zukunft – weil Zusammenarbeit mit Ihnen so großen Spaß macht, habe ich eine hübsche Idee für ein neues gemeinsames Projekt mit weltweitem Wirkungspotential mitgebracht. Doch darüber möchte ich noch gerne mit Ihnen reden.

Allen wünsche ich beste Gesundheit und viel Glück auf allen Wegen!

Grüß Gott! Godden Taach, und bis bald – vielleicht in der Session mit heiteren Anekdoten aus meinem Leben mit dem Computer im Osten! Herzlich lade ich alle ein!
Dr. Saeltzer, Unterhaching am 27.6.2014

Hochzeit im FlußDie Einladung erging zur Session „Faszinierendes und Anekdotisches rund um Gegenwart und Zukunft der Computeranwendung“ von Dr. Saeltzer auf unserer 30 Jahre Feier. In dieser Session berichtete er lustige Anekdoten vom Start der IT in der DDR in den sechzigern Jahren. Er betätigte sich auch als Mutmacher und zeigte mit kleinen Lesungen aus seinem Buch „Hochzeit im Fluss“ (einer „Anleitung zur Resilienz) wie Menschen selbst in schwierigen Situationen wie bei der Dresdener Hochwasser-Katastrophe Zuversicht bewahren können.

Beim Lesen dieses Textes habe ich rote Ohren bekommen, mich aber umso mehr sehr gefreut.

Einen ganz großen herzlichen und lieben Dank an Dr. Saeltzer.

RMD

P.S.
Ein paar Stichworte zu unserem „Überraschungsgast“ Dr. Gerhard Saeltzer:
Informatiker, Softwaretechnologe und Simulationsexperte, Autor, Dozent, Trainer (über 10 Bücher, auch ein Bestseller, 100 gedruckte Fachbeiträge, 1000 Vorträge und Kurse, Exposees für das Bildungsfernsehen), ganzseitige Auftritte und Interviews in der Tagespresse, Chairman großer Fachtagungen im Osten, Erfinder von Innovationen wie ProgFox, LEMA, zuletzt angestellt in der Position eines Regierungsdirektors beim Sächsischen Datenschutzbeauftragten in Dresden, jetzt im Unruhezustand, joggt in Dresden seit 45 Jahren täglich 20 Minuten zwischen 6:00 und 9:00 Uhr.

P.S.2
Der Text ist original von Dr. Gerhard Saeltzer. Die Bilder der beiden genannten Bücher habe ich eingefügt.

Roland Dürre
Sonntag, der 13. Juli 2014

Ute Rauscher interviewt Roger Dannenhauer

Mein Freund Roger hat zum fachlichen IF-Forum am 27. Juni vor der 30 Jahresfeier der InterFace AG einen eindrucksvollen Beitrag geleistet. Ute Rauscher vom Bayerischen Rundfunk hat seine Anwesenheit bei uns genutzt und ihn interviewt.

Hier die wesentlichen Auszüge des Interviews:

Viel Spaß beim Anschauen!

RMD