Roland Dürre
Dienstag, der 28. Juli 2015

Radtour von Bayerisch Eisenstein nach Prag („Moldau“)

Hier ein paar Bilder von gestern – die zweite Etappe von #MODRAVA nach #LIPNO.

🙂 Schön!

🙂 Noch schöner!

20150727_170459_resized

🙂 Am allerschönsten.

Ich liebe es, den ganzen Tag durch solche Bilder in der freien Luft zu radeln.

RMD

Präpariertes menschliches Gehirn

Präpariertes menschliches Gehirn

Vor einiger Zeit hat mir ein lieber Freund, der wie ich ein Unternehmen gegründet hat, einen kleinen Schrecken eingejagt. Er hat mir erzählt, dass in seinem durchaus sehr erfolgreichen Unternehmen, das schon lange kein Startup mehr ist,

„die vier aktiven Gründer sich nicht mehr so oft sehen würden und dann meistens nicht über die vielen positiven Dinge sondern nur über die wenigen negativen Dinge gesprochen würde.“

Diese Info, die eigentlich nur als Nebensatz gemeint war, hat in mir einen kräftigen Resonanzboden vorgefunden, weil es mich an eigene Erlebnisse erinnert hat. Denn dieser achtsame Gründer verfügt über ein hohes Maß an Sensibilität und Bewusstsein, das mir vielleicht ein wenig gefehlt hat.

Genau diese Nebengeräusche, die man oft nur „unbewusst“ wahr nimmt,  können von zentraler Bedeutung sein. So etwas zu bemerken und dann auch noch richtig und entschlossen zu handeln, das macht den weisen und erfolgreichen Unternehmer aus.

Solche Erkenntnisse dürfen nicht ignoriert werden, auch wenn sie ganz harmlos zu sein scheinen. Vielmehr müssen sie zu hoher Wachsamkeit und Achtsamkeit führen. Denn gilt es doch, auch den kleinsten Anfängen zu wehren.

Es ist nie einfach, ein Team zusammen zu halten, auch wenn es aus nur vier Menschen besteht, die (vermeintlich?) „auf Augenhöhe“ zusammen arbeiten und scheinbar voller Respekt miteinander umgehen. Denn wenn die „Demut“ vor der (für mich) fast „unendlichen“ Herausforderung, ein Unternehmen oder in Wahrheit Menschen zu führen, verloren geht geht es schnell bergab.

Wahrscheinlich bedarf es in so schwierigen Situationen – auch wenn sie erst im Ansatz erkennbar ist, besonderer Maßnahmen, die sehr klug angelegt sein  – aber trotzdem nicht unbedingt erfolgreich sein – müssen. Denn Erfolg ist bei den Lösungsversuchen solcher Probleme garantiert nie garantiert.

Menschen sind große Geheimnisse, die sich auch noch über die Zeit verändern. Frust und Ärger sind elementare Gefühle, von denen keiner gefeit ist. Sie beeinträchtigen das eigene wie fremdes Denken. Und alles, was da im Gehirn stattfindet, ist letzten Endes eine Menge von Kopfgeburten, die zur Bildung von den unterschiedlichsten und oft unbegreiflichen Konstrukten führen. Die wahrscheinlich auch niemand wirklich rational verstehen kann.

So ist es eine Illusion, dass man das alles verstehen und daraus folgend klug handeln kann. Und so kann bei dem einen oder anderen aus Zufriedenheit über die Jahre eine relevante Unzufriedenheit werden. Die vielleicht rational gar nicht nach vollziehbar ist aber zur gefährliche Folgen zeigt. Und auch das beste Wissen aus Fächern wie Philosophie und Psychologie oder auch Gehirnforschung kann uns letzten Ende da nicht helfen.

Weil diese „Lebenswissensschaften“ eben das komplexe im Menschen auch nicht beschreiben können. Sie lehren uns, darüber nachzudenken, wie man leben sollte. Aber auch nicht mehr. Deshalb hilft nur Achtsamkeit und Offenheit. Im Leben anwesend sein, die Liebe walten lassen und sich selbst treu bleiben. Und den Mut zum Ausprobieren haben. Und dabei bereit sein mehr zu geben als zu nehmen. Fürwahr alles sehr schwierig.

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

P.S.1
Das Bild ist wieder mal aus Wikpedia:
„Frontal lobe animation“ von Polygon data were generated by Life Science Databases(LSDB). – Polygon data are from BodyParts3D.[11]. Lizenziert unter CC BY-SA 2.1 jp über Wikimedia Commons –

Roland Dürre
Donnerstag, der 23. Juli 2015

Ada Lovelace und Unschooling?

Hier meine Hinführung zum Vortrag „Lernen in Innovation“ von Bruno Gantenbein (bei InterFace AG in Unterhaching am 24. Juli 2015, 18:00, zur Einladung), wie ich sie heute Abend halten möchte. Ich versuche, die Person von ADA LOVELACE, den Begriff des „unschooling“ und das Thema „Projekt-Management“ zu verbinden.

Ada Lovelace 1836, Gemälde von Margaret Sarah Carpenter (1793–1872)

Ada Lovelace 1836,
Gemälde von Margaret Sarah Carpenter (1793–1872)

ADA LOVELACE war eine sehr widersprüchliche Frau, die in meiner Wahrnehmung ein sehr bewegtes – ein erfolgreiches wie auch sehr verzweifeltes – Leben geführt hat. Bei der Beschäftigung mit ihrer Person hat schon die Lektüre ihres Artikels in Wikipedia bei mir eine Reihe von Assoziationen ausgelöst.

Wenn wir es in unserem Handwerk zur Meisterschaft bringen wollen, müssen wir uns in der „best practice“ großer Meister üben und die in „design pattern“ kondensierten Erfahrungen der Menschheit nutzen. Bis wir an einem Punkt kommen, wo es nicht weitergeht – und an dem wir uns vom Gelernten verabschieden müssen. Dann heißt es aufzubegehren und „die Dinge“ sowie das „Das macht man so!“ in Frage zu stellen.

Lernen heißt Muster zu verstehen und zu erfahren, an denen wir uns festhalten können. Lernen in Innovation aber verlangt das Brechen von Mustern. Das Brechen von Mustern und das Entwickeln neuer Muster führt zu kreativer Zerstörung. So zwingt uns das Leben in sozialer Gemeinschaft dazu, den anhaltenden Spagat zwischen individuellem Bedürfnis und kollektiver Vorgabe auszuhalten. Schöner wäre es natürlich wenn wir diese Spannkraft  zur Entfaltung unseres eigenen Lebens nutzen könnten.

Wir alle lieben das formatierte Leben, weil es sicher und bequem ist. Wir sind bereit, uns der Moral zu unterwerfen, weil wir gut sein wollen. Andererseits sehnen wir uns nach Freiheit und Neuem. Weil wir wissen und fühlen, dass eine moralisierte Gesellschaft uns genau die Freiheit nimmt und uns einengt und klein macht.

Das scheint mir in unserer Konsumgesellschaft noch schwieriger zu werden, versucht doch die Welt (Gesellschaft und Wirtschaft) mit Marketing uns  klar zu machen, wie wir uns individualisieren sollen. Das heißt, dass kollektive Manipulation versucht unsere individuellen Bedürfnisse vorzugeben.

So ist es im privaten Leben wie im beruflichen (wenn diese Unterscheidung in einer entwickelten Gesellschaft überhaupt noch zulässig ist). In den sozialen Gemeinschaften unsere privaten Lebens „lavieren“ wir permanent zwischen diesen oft paradoxen Positionen. Und genauso in unserem Berufsleben. Denn auch das Unternehmen, in dem wir „arbeiten“ ist ein soziales System, das halt einen ökonomischen Zweck hat und uns natürlich manipulieren will. Durch Führung. Aber Führung baut auf Kommunikation auf und Kommunikation ist auch wieder nur ein Kombination von Zuhören und Reden.

Selten habe ich den Konflikt zwischen autonomer Selbstbestimmung und Fremdsteuerung so intensiv erlebt wie bei der Lektüre der Biographie der großen Mathematikern. Mir fällt da im Moment nur noch Nietzsche ein, der knapp 30 Jahre nach ADA LOVELACE geboren wurde!

Ich meine:
Wir können nur „gute“ Projektleiter, Manager, Führungskräfte – und Menschen sein, wenn uns die wichtigen Projekte gelingen. Das wichtigste Projekt eines jeden Menschen ist sein eigenes Leben. Das muss als erstes Gelingen, erst dann macht es Sinn, sich in fremdes Leben einmischen.

Das eigene Leben kann aber nur gelingen, wenn wir bereit sind, uns auf die wichtigen Dinge zu besinnen und unsere dem Leben abträgliche Gewohnheiten zu ändern. So muss ich willens und fähig sein, mein eigenes Leben autonom zu entfalten und dort in Ordnung zu bringen, wo es nicht passt.

Ich habe mir da zum Beispiel auch meine Mobilität herausgesucht. Und versuche schädliche Art von Mobilität zu meiden, soweit dies nur möglich ist.

Weil ich mir ganz einfach die Frage stelle: Wie will ich in der Lage sein, mein Leben verantwortet zu führen, wenn ich das bei der Mobilität, für die ich so viel Zeit ausgebe, nicht schaffe? Also muss ich mich und mein Verhalten ändern. Verhalten beruht auf Gewohnheit, die eingeübt sit und die zu verändern so nur durch üben geht. Und beim üben muss ich vor allem lernen, störende Fremdsteuerung ausschalten.

Soweit meine Assoziationen zum zerrissenen Leben der ADA LOVELACE.

Beim folgenden Vortrag von Bruno Gantenbein empfehle ich, auf Parallelen zum eigenen Leben zu achten.

RMD

P.S.
Noch sind Plätze frei. Und das Bild von Lady Lovelace ist aus Wikipedia.

Im IF-Forum (Gäste sind noch willkomen – hier zur Einladung) morgen (23. Juli 2015 um 18:00) bei uns in Unterhaching geht es um „Lernen in Innovation“. Bruno Gantenbein wird anhand der Metapher des Unschoolings zeigen, wie Kinder lernen können und wollen und dabei Parallelen zum Lernen von erfahrenen Projekt Managern und erwachsenen Führungskärften aufzeigen.

Das Jahr 2015 ist bei InterFace Frau Ada Lovelace gewidmet. So hat mich Florian Specht als Veranstalter gebeten, bei der Hinführung die Frage zu beantworten:

Was verbindet Ada Lovelace mit „unschooling“?

🙂 Ich habe deshalb die folgende Hinführung entworfen, die ich aber morgen so nicht halten werde. Aber ich kann sie ja trotzdem mal veröffentlichen. Die richtige „Hinführung“ gibt es dann morgen live zu hören und wird natürlich auch veröffentlicht.

Ada im Alter von 4 Jahren

Ada im Alter von 4 Jahren

Welchen Berührungspunkte gibt es von Ada Lovelace und anderen Menschen wie Galileo Galilei (dem InterFace-Gesicht des Jahres 2014).

Mir sind weiter herausragende Persönlichkeiten wie Blaise Pascal, Leonardo da Vinci, Friedrich Nietzsche oder „die alten Griechen“ (Archimedes oder Sokrates) und der Römische Erzieher Seneca eingefallen.

Was haben diese Menschen alle mit „unschooling“ gemein?

Bei der Vorbereitung habe ich als erstes den Artikel zur Schulpflicht in Wikipedia nachgelesen.

Wir lernen:

  • Schulpflicht gab es nicht immer.
  • Sie wurde erst spät eingeführt und viel später umgesetzt.
  • Mancherorts betraf sie nur einen Teil und häufig nur den männlichen der Bevölkerung
  • Gelernt wurde aber immer im Leben und von Menschen und nicht so sehr in Schulen.

Dann habe ich mir die Lebensgeschichte von Ada Lovelace angeschaut. In Wikipedia finden wir als ersten Satz zu „Ada Lovelace“:

Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace, allgemein als Ada Lovelace bekannt (geborene Augusta Ada Byron;[1]10. Dezember 1815 in London; † 27. November 1852 ebenda), war eine britische Mathematikerin.“

Es lohnt sich den Artikel zu lesen. Sie war zweifelsfrei ein Genie.

Die anderen genannten Persönlichkeiten scheinen mir jedoch nie so richtig in die Schule gegangen zu sein:

Blaise Pascal (* 19. Juni 1623 in Clermont-Ferrand; † 19. August 1662 in Paris) war ein französischer Mathematiker, Physiker, Literat und christlicher Philosoph.

Galileo Galilei (* 15. Februar 1564 in Pisa; † 29. Dezember 1641jul./ 8. Januar 1642greg. in Arcetri bei Florenz) war ein italienischer Philosoph, Mathematiker, Physiker und Astronom, der bahnbrechende Entdeckungen auf mehreren Gebieten der Naturwissenschaften machte.

Wen wunderts, denn zu Lebzeiten der letzten beiden Persönlichkeiten gab es noch gar keine Schule im heutigen Sinne.

Als Kind habe ich immer die „alten Griechen“ bewundert. Was die mit einfachen Hilfsmitteln und ein wenig Rechnen für enorme und revolutionäre Erkenntnisse gewonnen haben. Zum Teil nur durch Beobachten, Denken und einfache Experimente. Und wen überrascht es: auch damals gab es so ein formatiertes Schulsystem wie wir es heute haben nicht.

So verstärkt sich bei mir der Verdacht, dass manche Innovation in der Geschichte der Menschheit nicht möglich gewesen wäre, wenn die Menschen damals so wie heute üblich in einer Regelschule von klein auf indoktriniert worden wären.

So richtig aber ging mir ein Licht auf, wie ich den Film namens Alphabet gesehen habe. ALPHABET, der Film ist von Erwin Wagenhofer in 2013 gedreht worden. Nach WE FEED THE WORLD und LETS MAKE MONEY war ALPHABET der letzte und abschließende Teil seiner bekannten Trilogie. ALPHABET ist ein Film, der ganz leise und weltweit die Situation der Kinder in Ausbildung beschreibt.

Ein Zitat aus dem Film hat mir besonders gut gefallen. Es scheint ein Ergebnis wissenschaftlicher Forschung zu sein:

98 % aller Babies kommen als Genie zu Welt. Am Ende der Ausbildung sind es dann noch 2 %.

Dann bliebe nur noch die Frage, wie Frau Lovelace ihr Genie bewahren konnte, denn vor 200 Jahren gab es ja schon die ersten Ansätze zur allgemeinen Schulpflicht.  Lage es vielleicht daran, dass es Schule damals in manchen Regionen nur für Buben gab? Die ja auch immer so tapfer sein mussten und nicht weinen durften?

RMD

P.S.
An meiner Hinführung (Version 2.0) muss ich jetzt noch ein wenig feilen. Und das Bild ist übrigens aus Wikipedia.

Klaus Hnilica
Mittwoch, der 15. Juli 2015

Gefangen in Balkonien

Carl und Gerlinde (XLIV)

Oh Gott – diese Hitze! Unerträglich! Und ausgerechnet heute Abend wollen Hannelore und Kurt noch einen ausgeben, da sie endlich ihre Hausrenovierung geschafft haben. Nach zwei endlosen Jahren, in denen niemand mehr mit einem positiven Ende gerechnet hatte!

ZZZZGAls Carl nämlich in der ‚Frankfurter Allgemeinen’ von den sechzig dokumentierten Fassadenbränden in der Stadt Frankfurt gelesen hatte, bei denen die Wärmedämmung als höchst effektiver Brandbeschleuniger fungierte, und diesen Befund genüsslich Kurt unter die Nase hielt, war dem jegliche Lust auf weitere Minimierung der Heizkosten vergangen. Aber seine beharrliche ‚Klimaretterin Hannelore’ hatte die Wärmedämmung dann doch bei ihm durchgequengelt! Und da sie schon am Quengeln war, auch noch gleich die Rollladensanierung: alle fünfzehn Rollläden an Fenstern und Türen ihres einstöckigen Zweifamilienhauses gingen seit letztem Dienstag mucksmäuschenstill, sonnensensorgesteuert, vollautomatisch auf und zu…

Und darauf möchten er und Hannelore heute mit ihren Freunden anstoßen, stammelte Kurt. Allerdings hätten die Renners und Gutmanns leider in letzter Minute abgesagt, weil Kerstin einen Hitzeausschlag hat, Anne gestern von einer Biene gestochen worden war mit entsprechender allergischer Reaktion und ihr Mann immer noch im Büro herumturnte, ohne sagen zu können, wann er heim käme.

Aber hier am nordseitig gelegenen Balkon im ersten Stock, fuhr Kurt fort, nachdem er das gesamte Renovierungsabenteuer noch einmal Revue passieren hatte lassen und seinen Aperol Spritz, nun schon ohne Eis, immer noch fest umklammert hielt, könne man es auch bei 32 Grad wunderbar aushalten! Dieses herrlich erfrischende Lüftchen, von allen Seiten herangefächelt, hätte Hannelore letztlich auch dazu bewogen, ihr kleines leckeres Buffet doch hier auf dem Balkon aufzubauen…

„Kurt, wenn du noch lange mit deinem vollen Glas in der Hand weiterlaberst“, ging Hannelore plötzlich energisch dazwischen, „sind, unsere einzigen verbliebenen Gäste längst verdurstet und skelettiert, bevor sie an unseren Leckereien auch nur gerochen haben. Bitte lass uns doch endlich den warm gewordenen Aperol Spritz durch unsere ausgedörrten Kehlen jagen und zu den kühlen Bierchen im Eiskübel übergehen! Und meinen Häppchen täte es auch gut, wenn sie schnellstens in unsere leeren Mägen versenkt würden, bevor das Basilikum gänzlich verdorrt ist und die Wespen deinen pikanten Sardinenaufstrich aufgefressen haben…“!

„Gott sei Dank!“ stöhnte Carl und tätschelte erleichtert Hannelores nacktes Ärmchen, während Gerlinde den so harsch unterbrochenen Kurt mit ein paar zugeflüsterten Nettigkeiten zu trösten versuchte.

Carl war auch der Erste, der nach der kurzen, peinlichen Pause, sich eines der Bierfläschchen aus dem Eiskübel angelte und damit, ohne abzusetzen, den lauwarmen Aperol Spritz aus seiner Gurgel spülte!

Alle anderen folgten nach und nach, und da sie tatsächlich das frische Lüftchen auf dem Balkon genossen, begannen ihre kauenden Mäuler auch bald wieder munter zu schnattern.

Erst dieses Mark erschütternde „Nein! Verdammt!“ sorgte für eine neuerliche Gesprächsunterbrechung: alle drei starrten auf Kurt, der hochgradig erregt, mit dem Eiskübel voll leerer Bierflachen, vor dem geschlossenen Rollladen der Balkontür stand: niemand hatte etwas gemerkt, da alles so lautlos passiert war.

Und jetzt war er zu! Der Rollladen!

Und das Steuergerät natürlich drinnen und keiner hatte sein Handy dabei. Wo hätte man es in der leichten Sommerkleidung auch unterbringen sollen; selbst Carl hatte in seiner Pumpkin Short kein passendes Täschchen!

„Und was nun, mein goldiges Programmiergenie?“ giftete Hannelore ihren völlig konsternierten Kurt an. „Wenn ich mich recht entsinne, hast du mir noch letzte Woche mindestens zwanzigmal versichert, dass das nie passieren könnte, da du die Rollläden bei allen Balkontüren so programmiert hättest, dass sie immer auf halber Höhe stehen bleiben, oder irre ich mich da, mein superkluges Kurtchen?“
„Du irrst dich nicht, liebe Hannelore, ich steh ja selbst vor einem Rätsel…“

„Nicht nur vor einem Rätsel, lieber Kurt, sondern auch vor einer total verschlossenen Balkontür“, ergänzte Carl grinsend.

„Und – und was nun, ihr lieben Leutchen“? motzte Gerlinde säuerlich.

„Weiß ich nicht – weiß ich wirklich nicht…!“ stotterte Kurt.

„Vielleicht schreien!“ rief Hannelore plötzlich, „ ja wir schreien alle zusammen so laut, als läuteten die Kirchenglocken; irgendwer muss uns dann hören…“

„ Haha – wer denn?“ stöhnte Kurt. „Rechts die Nachbarin ist schwerhörig und sitzt vor der Glotze und links die Nachbarn sind im Urlaub…“

„Und die da hinten machen Party im Garten und hören auch nichts vor lauter Krach“, ergänzte Gerlinde genervt.

„Aber bei der Hilde gegenüber ist doch Licht! Im Obergeschoß!

Und die Fenster stehen auch alle offen“, rief Kurt auf einmal triumphierend…

Und sofort fing er an, laut nach seinem Liebling zu rufen, der allerdings mit seinen 82 Jahren auch nur über ein sehr begrenztes Hörvermögen verfügte. Kurt ließ sich nicht entmutigen: er brüllte solange „Hilde“ – bis – ja bis ihm die Puste ausging!

Natürlich fuhren auch einzelne Autos unten vorbei! Aber die nahmen von den ‚Eingeschlossen Vieren auf dem Balkon’ keinerlei Notiz. Und selbst, wenn sie etwas bemerkt hätten, wären sie bestimmt der Meinung gewesen, dass die da oben bestens versorgt wären, da sie so schreiend komisch herumjubelten und andauernd winkten…

Und Blanka die polnische Betreuung von Hilde war natürlich auch nicht greifbar – aber die hätte ohnehin nichts verstanden, denn die ‚Deitsche Sprache’ war nicht unbedingt ihre Stärke!

Als Carl sein mächtiges Organ schließlich auch auf Kurts ‚Hilderufe’ eingetaktet hatte, tauchte die sehnlichst Gerufene tatsächlich in einem der beleuchteten Fenster auf und winkte der fröhlichen Balkonrunde gegenüber begeistert zu…

Sie stellte auch fest, dass es sehr heiß bei ihr sei und sie unter ihrem leichten Hemdchen völlig nackich sei!

Auf Kurts verzweifelten Zuruf, er bräuchte dringend den bei ihr deponierten Haustorschlüssel, antwortete sie aber wieder nur mit,

„ich bin nackich …“!

Und auf die Frage, wo Blanka stecke, natürlich auch „ich bin nackich…“!

Da es aber trotz der erfreulichen Nacktheit von Hilde unausweichlich auf Mitternacht zuging und nicht nur die Flasche Aperol, sondern auch die drei Flaschen Sekt leer waren, ergriff Carl endlich mannhaft die Initiative: angetrieben von etlichen Promillen, schwang er sich ohne jede Vorwarnung plötzlich vor aller Augen wie Tarzan übers Balkongeländer, langte ungeschickt zu der nach unten führenden Dachrinne, und – noch ehe Gerlinde besorgt aufschreien konnte – war er, begleitet von einer Art Urschrei, unten angekommen!

Jedenfalls nach dem dumpfen Aufprall zu schließen und diesem tierischen „Aua – Scheiße!“.

Und nach ängstlichen Fragen von oben und angespannter Stille unten, dann endlich ein erlösendes Gestöhne und die gespenstige Feststellung:

„Jetzt bin ich auch nackich…!“

Worauf alle befreit losgrölten und merkten, dass Carls schöne neue Sommerbekleidung zerfetzt an der Dachrinne hing und er, Tarzan selbst, in der heil gebliebenen TRIGA – Unterhose offensichtlich alles ohne Knochenbrüche überstanden hatte…

Da über den Bewegungsmelder auch die Terrassenbeleuchtung angegangen war, stand er sogar höchst spektakulär und blutverschmiert, voll im Rampenlicht!
Kein Wunder, dass Hilde lautstark mitapplaudierte und immer wieder feststellte, dass der Kurt ja auch nackich sei…

Da es zwar nicht der Kurt sondern der Carl war, den sie für den Kurt hielt, hielt dieser aber dank dieser Verwechslung, schon wenige Minuten später, endlich den ersehnten Reserve–Haustorschlüssel in Händen…

Was für ein Triumph der strapazfähigen TRIGA – Unterhosen! Denn ohne sie hätte Carl nie so ungebremst zu Hilde stürmen können…

KH

Roland Dürre
Dienstag, der 14. Juli 2015

Vom PM-Camp über BGM zu John Izzo…

Etwas Schönes in meinem gegenwärtigen Leben ist, dass ich immer häufiger Menschen kennen lerne, mit denen ich mich verstehe. So gewinne ich laufend weitere Freunde, von und mit denen ich immer wesentliches Neues lerne.

Hier ein Beispiel: 2011 hatten wir das erste PM-Camp in Dornbirn. Es war ein Riesenereignis! Für mich und wie ich glaube auch für alle anderen, die dabei waren. Den erhaltenen Rückmeldungen folgen sind (fast) alle Menschen glücklich und zufrieden vom Camp heimgefahren. Ich auch. Denn dort habe ich viele Menschen kennen gelernt, die sich ernsthaft mit Projekt Management, Führung, Unternehmertum und vielem mehr beschäftigen. Aber letzten Endes vor allem damit, wie sie ein Sinn machendes und erfolgreiches Leben führen können.

Mit den PM-Camps ging es dann richtig los. In Wien, Zürich und vielen Städten in Deutschland finden sie jetzt regelmäßig statt. Und werden immer mehr. Menschen und Communities vernetzten sich so. Und immer wieder sind ein paar davon zu meinen Freunden geworden.

Auf diesem Wege habe ich auch Dr. Marius Poersch kennen, schätzen und mögen gelernt. Marius ist Psychiater, der seinen Job als Arzt sehr ernst nimmt. Er betreut in einer namhaften Klinik Menschen, die im Umgang mit „modernen Arbeitsstressoren“ sich verausgabt haben, zunehmend gestresst sind oder bereits psychisch erkrankt.

In ihm ist die Erkenntnis gereift, dass es zwar eine ehrenwerte Aufgabe ist, Menschen zu helfen und bei ihrer Heilung zu unterstützen. Ihn treibt aber auch die Erkenntnis an, dass es bei vielen Menschen gar nicht so weit hätte kommen müssen, wie es gekommen ist. Wenn – ja wenn die Lebens- und Arbeitsumgebung nur ein klein wenig anders wäre und die eigene Fähigkeit, sich sinnvoll anzupassen.

Und da Marius nicht nur Teil eines „Reparatur-Betriebes“ sein will, hat er unter anderem ein Institut gegründet, (www.erwerbscoaching.de) in dem er gemeinsam mit Gleichgesinnten forscht und untersucht, wie Menschen ein ganzes Erwerbsleben lang sich engagieren und arbeiten können, ohne die eigene Balance zu verlieren und ohne vorzeitig psychisch zu erkranken. Er ist also auf der Suche nach einer Arbeits- und Lebensumgebung, die ein nachhaltig erfüllendes Leben ermöglicht.

Er erforscht aber auch die andere Seite der Medaille – wie denn so die individuelle Einstellung im Sinne von Lebensvorsatz und -führung sein müsse, damit man auch in schwieriger Umgebung lebensbejahend und -erweiternd leben kann.

Dazu hat er eine ähnliche Methode entworfen, wie sie John Izzo in seinem Buch der „5 Geheimnisse“ beschrieben hat. Er führt Interviews mit Senioren, die ein ganzes Erwerbsleben lang gearbeitet haben und sich nun als Rentner oder Pensionäre weiter vielfältig engagieren, da er davon ausgeht, dass diese Gruppe einen Gesundheitsschatz kennt, der z.B. auch vor Burn-out schützt.

Ein guter Freund – Dr. Andreas Zeuch, als Autor und Unternehmensberater gut bekannt nicht nur im Umfeld von PM-Camp – hat mich mit Marius zusammen gebracht. Ich durfte einer seiner Interview-Kandidaten werden. So trafen wir uns eines Tages an einem schönen sonnigen Nachmittag in Stuttgart zum Gespräch. Praktischerweise am Nachmittag vor dem PM-Camp Stuttgart.

Ich war neugierig und auch ein wenig gespannt, was da auf mich zukommen würde. Aus diesem Nachmittag wurde ein schöner Abend und wunderbares gemeinsames Frühstück. Schon während des Interviews wurde mir einiges aus meinem Leben klar. Anschließend erläuterte mir Marius die fachlichen Hintergründe seiner Methode und die verwendetete Technik. Und mir wurde noch viel mehr über mich selber klar.

Vor wenigen Tagen habe ich Post von Marius bekommen. Im Umschlag war das oben erwähnte Buch. Ich habe mich sehr gefreut – glaube ich doch, mit Marius einen Freund gefunden zu haben und Geschenke von guten Freunden erfreuen mich immer ganz besonders 🙂

Das Buch habe ich schnell gelesen. Obwohl es zweifelsfrei ein wenig amerikanisch und überausführlich ist, liest es sich spannend – und ist eine wichtige Lektüre für alle Menschen, die bereit sind über ihr eigenes Leben nachzudenken. Die im Buch von John Izzo entwickelten Gedanken, Schlüsse und Folgerungen kann ich absolut nachvollziehen.

Das Buch heißt

„Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben“

Ich meine, dass der Titel für sich spricht. Und im letzten Artikel in IF-Blog kurz darüber berichtet. Ich kann es nur empfehlen.

RMD

P.S.
Ich weiß, dass Dr. Marius Poersch noch weitere Interview-Partner für seine Arbeit sucht – und möchte ihn gerne dabei unterstützen. Wenn Ihr also Senioren kennt, die nach ihrem Erwerbsleben in irgendeiner Art vital und engagiert geblieben sind, so gebt mir doch den Kontakt, ich werde ihn dann weitergeben.

Roland Dürre
Montag, der 13. Juli 2015

Erfahrungen, die ich einem jeden Menschen wünsche!

Die 5 Geheimnisse des John Izzo

izzo5GeheimnisseDemnächst werde ich über die Arbeit von Dr. Marius Poersch und seinen Freunden berichtet.

Marius hat mich im Rahmen seiner Untersuchungen interviewt und mir dann als Dankeschön das Buch „Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben“ von John Izzo geschenkt.

Dieses Buch möchte ich heute zur Lektüre empfehlen.

Um Appetit aufs Lesen zu machen, beschreibe ich die fünf Geheimnisse aus diesem Buch und kommentiere sie ganz kurz und persönlich. So wie ich diese verstanden aber auch selbst in meinem Leben als kleines Erfolgsgeheimnis erfahren habe.

Und keine Angst, ich verrate nicht zuviel. Die Lektüre des Buchs bleibt trotzdem spannend.

1. Geheimnis

Seien Sie sich treu!

Da verstehe ich natürlich darunter, authentisch zu bleiben und im Handeln meinem Stern zu folgen. Den ich sicher zuerst mal finden und dann immer neu bestimmen muss. Der Autor denkt aber weiter. Ihm geht es um das „Destina“, einem Begriff der aus Südamerika kommt und das Schicksal eines jeden Menschen beschreibt. Schicksal jedoch nicht im Sinne von Kismet oder von außen vorbestimmtem Lebensweg ohne Entkommen sondern von frei zu findender Bestimmung und Berufung.

2. Geheimnis

Leben Sie so, dass Sie später nichts zu bereuen haben!

Für mich ist das ein großer Appell auch mal etwas Neues auszuprobieren. Immer mal wieder den Mut aufzubringen, etwas zu machen, was auf dem ersten Blick als sehr ungewöhnlich erscheint. Diese Empfehlung könnte aber auch konkrete Entscheidungshlfe sein. Wenn ich im Zweifel bin, ob ich „den linken oder den rechten Weg“ nehmen soll, könnte ich mich fragen, welches Nichtgehen ich am ehesten später bereuen würde.

3. Geheimnis

Lassen Sie die Liebe in sich lebendig werden!

Das heißt aus meiner Sicht zuerst mal sich selbst zu lieben! Denn nur wer sich selber liebt, kann andere lieben. Zur Liebe gehört aber auch genauso mit Mut und in Freude zu leben, privat wie „in der Arbeit“. Und vor allem möglichst nie aus Feindseligkeit heraus zu handeln sondern wenn irgendwie möglich die Menschenfreundlichkeit als Lebensprinzip zu wählen. Die Dingen des Lebens also positiv anzunehmen und in allen Interaktionen mit anderen Menschen die Partner größer und nicht kleiner zu machen.

4. Geheimnis

Leben Sie im Augenblick!

Genießen und nicht immer zu viel an alles Mögliche denken. Das „ja aber“ aus seinem Wortschatz zu streichen und durch das  „ja und“ zu ersetzen. Nicht immer gleich Bedenken zu haben, warum das doch nicht gehen könne und nicht immer sofort alle Probleme dieser Welt zu sehen. Und vor allem nicht vor dem moralischen „Man tut das nicht!“ zu kapitulieren.

5. Geheimnis

Geben Sie mehr als Sie nehmen!

Ich meine, dass man wahrscheinlich nur geben muss, Und dann fast automatisch viel mehr zurück bekommt, als man gegeben hat. Das beginnt mit dem Vertrauen. Ich treffe einen fremden Menschen. Um Vertrauen herzustellen ist es hilfreich, wenn ich mich öffne und etwas von mir Preis gebe. Und in der Regel wird der andere sich auch öffnen und so entsteht Vertrauen, sicher ein wertvolles Attribut einer jeden Beziehung.

Mir gefallen diese fünf Geheimnisse.

Habe ich Euch jetzt ein wenig Appetit auf die Lektüre gemacht?

RMD

Roland Dürre
Montag, der 6. Juli 2015

Meine „Destina“?

🙂 Von der Südsee-Insel Runit zur Rosenheimer Straße in München.

„Runit Dome 001“ von US Defense Special Weapons Agency

„Runit Dome 001“ von US Defense Special Weapons Agency

In der SZ am Wochenende (4./5. Juli 2015) habe ich zwei Artikel gefunden, die mich entsetzt haben. Und die ich dann auch fleißig in Facebook, Google+ und Twitter gepostet habe.

Der erste Artikel erschien in der Rubrik Wissen und hat die Überschrift „Dom des Todes“. Es geht um die Hinterlassenschaften der 67 Atombombentests, die die USA zwischen 1946 und 1958 auf den Atollen Eniwetok und Bikini durchgeführt haben.

Der zweite Artikel trägt die Überschrift  „Umfassende menschliche Tragödie“ und berichtet von einer Deklaration, in der Nobelpreisträger bei einem Treffen in Lindau einen entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel fordern.

Am ersten Bericht entsetzt mich das Ausmaß der in der Südsee stattfindenden Katastrophe. Sie macht mir wieder bewußt, welche unendliche Gefahr der radioaktive Müll darstellt. Und wie kleinkariert und aussichtslos die aktuelle Bemühung ist, in Deutschland sichere Endlager zu finden. Da wurde doch wieder von der Politik ein Projekt ausgesetzt, dass de facto zum Scheitern verurteilt ist.

Die Menschen wie die Bundesländer, die sich gegen ein Endlager wehren, kann ich gut verstehen. Scheint es mir doch der größte Fehler zu sein, weitere Flecken auf dieser Erde dezentral zu kontaminieren. Denn Sicherheit gibt es hier natürlich nicht.

Vielleicht noch ein Hinweis. In dem angesprochenen Artikel wird auch mal wieder erwähnt, dass Plutonium einer der giftigsten radioaktiven Stoffe ist und über eine Halbwertszeit von bis zu 24 000 Jahren verfügt. Jetzt erscheint 24 000 Jahre in einer Zeit, in der wir dauernd mit Milliarden konfrontiert werden ja fast als niedlich. Nur – es ist erst 2 400 Jahre her, dass die ersten menschlichen Kulturen zur Schrift fanden – und da ist eine Null dazwischen …

Der zweite Artikel hat mich aber fast noch mehr erzürnt. Wir vertrauen in unserem Leben in allen Bereichen auf die Wissenschaft. Wenn wir Nahrungsmittel essen, gehen wir davon aus, dass die Wissenschaft uns gesunde Nahrungsmittel garantiert. Wenn wir fliegen, sind wir uns sicher, dass wir dank Physik nicht abstürzen. Wir lassen uns impfen und vertrauen der Wissenschaft. Beim Autofahren glauben wir an den Airbag und sogar das Radeln beruht auf naturwissenschaftlichen Gesetzen.

Wenn diese Wissenschaft uns aber konvergierende Ergebnisse verschiedener Disziplinen und Quellen liefert und uns diese nicht in der Kram passen, dann tun wir nichts! Mein besonderer Zorn gilt unserer aktuellen Regierung.

Obwohl selber pleite veranstaltet sie in Elmau eine makabre Inszenierung einer „Westlichen Gemeinschaft der Werte“, die Hunderte von Millionen kostet. Und heraus kommen wieder einmal nur ein paar „programmatische Entscheidungen“, die sich schon nach wenigen Tagen wieder nur als Lippenbekenntnisse herausstellen.

Sie zelebriert sich Deutschland als der allwissende Schulmeister und Tugendwächter Europas und entblödet sich nicht Thesen zu produzieren wie „Stirbt der  EURO so stirbt Europa“.  Eine Aussage übrigens, die wie viele andere aus gleicher Quelle keiner dialektischen Hinterfragung stand hält.

Den Griechen verordnet sie ein Programm, dass sogar der IWF als völlig kontraproduktiv bewertet und verlangt von diesen, dass sie die Renten kürzen müssen aber auf keinen Fall die Verteidigungsausgaben reduzieren dürfen.

Und vieles mehr in dieser Art.

Nur ihre Hausaufgaben macht sie nicht, wie z.B. das Einführen eines generellen Tempolimit in Deutschland. Sie beendet nicht die gigantischen Subvention von Geschäftswagen. Auch eine Besteuerung des Flug-Kerosins ist für sie undenkbar.

Und sie sonnt sich im Eigenlob und schaut zu, wie Infrastruktur und Bildung in diesem Lande vor die Hunde gehen. Wie Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert und so die Reichen immer reicher und die Armen immer mehr und immer ärmer werden. Dafür ist sie Nummer 1 in Europa im Indoktrinieren und schaffen von dümmlichen Dogmen.

Dann denke ich mir doch ab und zu, ob mein „Destina“ nicht ist, nur noch gegen diesen Wahn- und Widersinn anzugehen. Dann müsste ich aber mit dem was ich heute so mache wie Vernetzen und Betreuen von Menschen und unterstützen von start ups aufhören. Und ganz so weit bin ich noch nicht.

RMD

P.S.
Werde heute Abend trotzdem das erste Mal seit Jahren bei einer Demonstration dabei sein. Da radle ich dann für eine gerechte Aufteilung der Rosenheimer Strl in München: Radel-Demo Rosenheimer!

P.S.1
Das Bild „Runit Dome 001“ von US Defense Special Weapons Agency ist aus Wikipedia  – http://sonicbomb.com/albums/album61/runit.jpg. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Runit_Dome_001.jpg#/media/File:Runit_Dome_001.jpg

Klaus Hnilica
Freitag, der 3. Juli 2015

Nur Verzeihen befreit

Natürlich saldiert in uns der ‚moralische Buchhalter’ das Böse und Gute!

Klaus Grün hat ihn unlängst im ‚IF-Blog’ sehr anschaulich aus der Anonymität geholt und uns nahe gebracht! Und sicher stimmt jeder zu, dass es ihn gibt.

img198 Denn wir alle leiden seit den frühesten Kindheitstagen an ihm: können keine Kränkung, keine Verletzung und Demütigung (siehe Foto) vergessen, die er unablässig in unseren Gehirnen als Schuld unter ‚Soll’ verbucht.

Auf der ‚Haben’–Seite suchen wir bei dieser Art doppelter Buchführung den Ausgleich: wir notieren da – bewusst oder unbewusst – akribisch auch die angenehmen Dinge, die uns widerfahren: Anerkennung von anderen, spontane Freundlichkeiten uns gegenüber und auch die Freude, wenn wir helfen konnten, etc…

Aber wir registrieren auf der ‚Haben’–Seite auch das ‚klammheimliche Vergnügen’, wenn wir uns erfolgreich rächen konnten für die eine oder andere Schändlichkeit, der wir ausgesetzt waren. Wenn wir außerdem unsere Objekte der Rache noch leiden sehen, steigert das zusätzlich unser Vergnügen…

Spätestens hier, aber eigentlich schon früher, wenn wir unseren Racheplan aushecken, beginnt das persönliche Verhängnis: plötzlich beschäftigen wir uns nämlich in fataler Weise ausgerechnet mit der Person, die uns seelisch oder körperlich (siehe Foto) verletzt hat und die wir hassen und verabscheuen!

Der Gedanke nach Vergeltung quält uns über Tage und Nächte, eskaliert in uns und lässt keinen Raum mehr, uns mit den Menschen zu befassen, die wir lieben und die unsere Zuneigung verdienen!

Das heißt, ausgerechnet jenes Subjekt, das uns verletzt hat, bekommt durch unseren ‚Drang nach Vergeltung’ zusätzliche Macht über uns und bestimmt unser Handeln in einer Weise, die wir nie und nimmer gewollt hätten.

Genau das aber vermeiden wir, wenn wir verzeihen können!

Denn – wir lösen uns dann nicht nur von der verletzenden Kränkung, sondern auch von dem Menschen, der sie uns zugefügt hat.

Ich sage nicht, dass das leicht ist!

Aber wenn wir diesen Mechanismus durchschauen, können wir ihn üben und finden immer schneller nach jeder Kränkung unsere innere Ruhe und Gelassenheit wieder.

Nebenbei nähern wir uns Schritt für Schritt dem Ziel, ein ‚autonomer Mensch’ zu werden, der sein Handeln möglichst selbst bestimmt!

Wobei wir aber nie vergessen sollten, dass diese Autonomie beschränkt bleibt und letztlich nur von Fall zu Fall geborgt ist, denn das ‚Tier’ in uns ist mächtig und nur schwer zu zähmen…

KH

PS:

Foto Waldtraud Schmalenberg, der Autor als ‚Konrad Flesser‘ in der szenischen Performance ‚Das Schandmahl‘

Roland Dürre
Donnerstag, der 2. Juli 2015

Unternehmertagebuch #110 – Manus Agere.

Vor kurzem hatte ich ein Erlebnis, bei dem ich einmal mehr verstanden habe, warum mir die Begriff „Manager und Managen“ nicht so gefallen. Ganz gleich, ob sie mit 2.0, 3.0 oder 5.0 verknüpft sind. Habe ich doch schon allein deswegen an diesem Begriff gezweifelt, weil es so viele Übersetzungen für „to manage“ aus dem Englischen ins Deutsche gibt, die mich lehren, dass der Begriff für „alles und nichts“ verwendet werden kann.

Im Rahmen der Webwoche war ich bei einer Veranstaltung von Techdivision in München, die von meinem Freund Sacha Storz organisiert wurde (Sacha ist kein Schreibfehler 🙂 ). Das Thema war Management 3.0 – dazu gibt es ja bekanntlich auch viel bekannte, ja sogar berühmte Literatur.

In der Diskussion hat Gerrit Mauch – dessen Beiträge ich sehr geschätzt habe – erwähnt, was er mit dem Begriff „managen“ verbindet. Er meinte, dass die Stammbedeutung des Begriffs möglicher Weise vom lateinischen „manus agere“ (‚an der Hand führen‘) käme und wesentlich für die Tätigkeit des Erziehens und Dressierens von Pferden verwendet wurde.

Aus der Pferdeschule ist also im Lauf der Zeit das moderne „Managen“ geworden.

Wenn ich diesen Gedanken folge, dann war das BGM der Römer die gesundheitliche Fürsorge für die Pferde. Denn das waren wichtige und so wertvolle Nutztiere

Und Menschen so zu sehen, das ist für mich eben die falsche Denke, die irgendwie gar nicht mehr in unsere Zeit passt. Zumindest sollten die entwickelten Gesellschaften sich nicht auf einem solchen Menschenbild basieren. Und wir wollen ja eine entwickelte Gesellschaft sein …

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!