Detlev Six
Freitag, der 15. Januar 2016

ANTI-RESIGNATION.

2000 vor Christus.
Roland und seine Neubiberger Horde werden von einer Unterhachinger Horde vollständig aufgerieben. Nach einigen Monden nimmt seine Frau Barbara an, dass Roland wohl nicht mehr wiederkommen wird.

Der Rest der Welt erfährt nichts davon.

1. Jahrhundert nach Christus.
Roland fällt als bayerischer Hilfssoldat einer römischen Legion am Limes im Kampf gegen eine Germanentruppe. Nach einigen Monden fragt Barbara in Castra Regina nach. Auskunft: Vermutlich tot.

Der Rest der Welt erfährt nichts davon.

2016 nach Christus.
Roland schreibt RESIGNATION. Leser des IF-Blog lesen das. Fühlen sich bestätigt. Informieren andere, die das genauso sehen. Darunter der Schreiber eines Massenblattes, der daraus Apocalypse Now macht. Ein ausländischer Korrespondent, der sich freut, dass es den Deutschen endlich auch einmal schlecht geht, teilt das seinen Landsleuten mit, denen es prompt noch schlechter geht. Ein Überbietungswettbewerb des Schlechtergehens beflügelt die Medienwelt, denn „only bad news is good news“.

Der Rest der Welt erfährt davon.

Die zunehmende Schlechtigkeit der Welt ist eine Folge überschießender Kommunikationskaskaden.

Oder anders gesagt.

Wir werden mit Wissen zugeschissen.

SIX

Roland Dürre

RESIGNATION.

Medusa war ursprünglich eine betörende Schönheit. Dann brach sie auf und brachte Unheil über die Welt.

MEDUSA - Die Göttin des Unglücks

MEDUSA – die Göttin der Apokalypse
1895. Aquarell auf Papier. Sammlung Hand/Nyeste, Glencoe, USA.

Vorgestern habe ich einen Tweet von gelesen:
All der Wahnsinn um einen, da wundert es eigentlich, dass nicht mehr Menschen durch diesen Wahnsinn psychisch krank werden.

Den Autor dieser Zeilen kann ich gut verstehen. Irgendwie läuft zurzeit alles schief:

Weltklima:
Da wird eine Weltkonferenz in Paris veranstaltet. Eine einzige große Schau. Mit Tausenden von Teilnehmern. Als Ergebnis bringt sie völlig unverbindliche Beschlüsse, die dann irgendwann mal in weiter Zukunft wirksam werden sollen. Oder auch nicht. Interessiert ja eigentlich doch keinen. Und uns wird das in den Medien sogar noch als positiv verkauft.
Nur: Australien genehmigt nur ein paar Tage nach dem großen Theater von Paris den Neubau eines umstrittenen Kohle-Export-Hafens, einer Jahrhunderts-Investition. So regiert die Realität des Systems auf die schöne Worte.

Europa:
In die Zwangsjacke des Euro gesteckt ist es schon lange zur bürokratischen Farce verkommen. Nun wird es immer mehr zur Brutstätte eines neuen Nationalismus und zum losen Verbund undemokratischer Nationalstaaten, der kurz vor dem Zerbrechen steht. Das dann auch keiner so richtig bereuen dürfte. Da hilft auch das gebetsmühlenartige Beschwören der nur auf dem Papier vorhandenen „Wertegemeinschaft“ nichts, im Gegenteil es tut nur noch weh. Schön war die Epoche der Freizügigkeit, aber vorbei ist halt vorbei.

Flüchtlinge:
Ich bin dafür, Menschen zu helfen, die in Not sind. Ich bin auch bereit, etwas abzugeben und eine Veränderung unseres Lebens und Landes in Kauf zu nehmen. Weil Wandel ganz normal ist. Und weil sich eh soviel ändern muss. Aber wie das gesellschaftlich funktionieren soll, weiß ich nicht. Wie sollen zum Beispiel männliche Flüchtlinge, die im islamischen Nordafrika zur Verrücktheit sozialisiert wurden dann unsere verrückte Gesellschaft aushalten ohne noch verrückter zu werden? Und anders herum? Ich weiß nicht, wie das gehen soll. Aber vielleicht kriegt man dies ja hin. Aber sicher nur, wenn man es auch will und bereit ist, etwas (ganz schön viel) dafür zu tun.

Afrika:
Nordafrika und wahrscheinlich fast ganz Afrika ist nach Jahrhunderten der kolonialen Ausbeutung (zuerst brutal, dann subtil aber nicht weniger effizient) am Ende. Der viel bejubelte „arabische Frühling“ hat steigende Lebensmittelpreise (allein für sich schon schrecklich für die meist sehr armen Menschen der Region), Krieg und Instabilität gebracht. Arme Länder wie Ägyptern sind mehr als pleite, die „Reichen“ (sogar die Ölstaaten) haben riesige Staatsdefizite. Und überall wird gemordet, geraubt und gebrandschatzt.

USA:
Die haben den „Lead“ in unserer „freiheitlichen Wertegemeinschaft“. Und verkommen selber immer mehr. Polizisten erschießen bevorzugt Schwarze. Menschen erschießen ist dort ein beliebter Volks-Sport (über 30.000 im Jahr). Heilige Waffengesetze ermöglichen das alles, weil Waffen „die Freiheit schützen“. Nicht nur deswegen sitzt ein hoher Anteil der Einwohner in Gefängnissen, dies mit steigender Tendenz. Natürlich ist der Anteil der „Schwarzen“ überproportional hoch.
Die Todesstrafe ist legitim, Strafe wird häufig mit Rache verwechselt. Der Kampf gegen den Terrorismus ist oberstes Ziel und rechtfertigt alles – und was für ein Paradoxon – es macht diesen aber nur stärker. Religiöser Wahn (Kreativismus ist in god’s own country keine Seltenheit …) ist in Mode und fast schon Methode; Bigotterie und Heuchelei sind im Vormarsch. Die Republikaner feiern ihre Vordenkerin Ayn Rand und diskutieren über merkwürdige Kandidaten. Und bald wird ein neuer Präsident gewählt. Und ganz demokratisch wird der gewinnen, der das höher Budget für seinen Wahlkampf hatte.

Problemstaaten:
Da fasse ich mich kurz, denn sonst würde es zu lang werden. Dazu gehören für mich alle Bric-Länder, da sind China, Indien und Brasilien dabei, also wesentlicher Anteil der Weltbevölkerung. Und eine ganze Reihe ähnlich mehr. Wie die noch funktionieren versteh ich eh nicht. Zumindest was ich da so vor Ort erlebe …

Globalisierung:
Immer seltsamere Blüten treibt diese. Und es wird wohl nicht besser. TTIP läßt grüßen. Und der Wanderzirkus der Ausbeutung zieht derweil über die Kontinente.

Kapitalismus:
Der Kapitalismus hat den Kommunismus besiegt. Gemeinwohl-Ökonomie – wie sie auch im Sinne der Väter der Bayerischen Verfassung ist – kämpft wie ein ein kleines grünes Pflänzchen am Strassenrand gegen die Beton-Maschinerie der großen Konzerne.

Medizin:
Auch in der Gesundheitsindustrie gehen Umsatz und Ergebnis über alles. Der Patient ist das „Mittel zum Zweck“ und hilft, die Maschinen aus zu lasten. Hauptsache die Dividenden der Schicki-Micki-Kliniken stimmt. Ist doch eh das einzige, wo man noch investieren kann. 😉
Wenn ich so erlebe, wie viele alte Menschen noch kurz vor ihrem Tod so richtig in die medizinische Mangel genommen werden und ihre letzten Wochen unwürdig in unmenschlicher und entwürdigender Umgebung verbringen, dann steigt die persönliche Furcht vor dem Tode. Und gegen manche dieser Schicksale hilft auch keine „Patientenverfügung“.

Mobilität:
Auch die Teilnahme an unserem AktMobCmp am 4./5. Januar dieses Jahres hat meine Bewertung verstärkt, dass wir gesellschaftlich nicht nur bei der Mobilität in einer totalen Sackgasse stecken, hier wegen einer sinnlosen Vorfahrt für den motorisierten Individualverkehr.

Da könnte ich noch länger fortsetzen. Deshalb jetzt nur noch ein vergleichsweise unwichtiges Thema, das mir aber wirklich symptomatisch für die gesamte Situation zu sein scheint.

Fußball:
Sogar bei der schönsten Nebensache der Welt graut es einem nur noch, und das auf allen Ebenen. Die Fifa ist zu einem korrupten Unternehmen verkommen, dass sein Schmierentheater zelebriert. Das „Sommermärchen“ wurde gekauft und bizzarer als bei unserem Dorfverein 1860 geht es nicht mehr. Und vor wenigen Tagen ist ein neuer Wettskandal berichtet worden: Auf ein drittrangiges Testspiel zwischen SV Wehen Wiesbaden und Borussia Mönchengladbach II, das in Side/Türkei stattfindet, pfeift ein Schiedsrichter zwei „Slapstick-Elfmeter“. Den Schiedsrichter kennt keiner, aber in Asien auf dieses Spiel mit deutschen Klubs außergewöhnlich hoch gewettet wurde. Ist das nicht absurd? Gut, dass der DFB seine Geheimwaffe hat, die Firma Sportradar, die für solche Zwecke zuständige Investigationswaffe.

Soweit meine Klage

Es bleibt nur noch ein kleiner Rest von Hoffnung. Sicher dürfen wir weiter hoffen. Dass alles ein gutes Ende findet. Und müssen oder sollten auch alles dafür tun. Allerdings fühle ich mich so ohnmächtig, dass mir langsam die Lust vergeht.

So beschließe ich, den ganzen Mist zu lassen. Ab sofort ignoriere ich das alles. Und versuch mein kleines Leben lustvoll zu genießen. Werde vor allem Dinge, die mir Freude bereiten. Und besorge mir meinen Spaß, in dem ich wieder mehr unternehme und „mein Ding“ mache.

RMD

P.S.
Die Medusendarstellung aus Wikipedia ist von Carlos Schwabe, 1890.
(Quelle)

Detlev Six
Samstag, der 9. Januar 2016

Regelschule für Flüchtlinge

Viele Flüchtlinge kommen aus antidemokratischen und kulturrassistischen Ländern. Sie treffen hier auf ihr Spiegelbild Pegida & Co, die freudig diese Gelegenheit begrüßen, den Kamm schwellen zu lassen. Dazu kommen Flüchtlinge, die keine ideologischen Vorbehalte gegen unsere Gesellschaft haben, denen es hauptsächlich ums Geld geht. Alle gemeinsam sind sie nicht, was Bill Clinton, als die Voraussetzung für das Funktionieren einer Gesellschaft erachtete: „Those who work hard and play by the rules“. Können sie auch nicht sein, also lass sie uns dazu machen.

Wir sollten nicht mehr über Menschenrechte, Menschenwürde, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Minderheitenschutz, Gleichheit, Gleichstellung, Pluralismus, Moral, Ethik oder noch schlimmer, in zorniger Würde, ganz allgemein über westliche Werte schwadronieren. Alles, was den Erfolg unserer Gesellschaft ausmacht ist ein Zusammenleben, in dem niemand jemand anders auf öffentlichen Plätzen ungebeten in den Schritt greift und in dem der wirtschaftliche Erfolg einem gemeinsamen Willen zum Fortschritt zu verdanken ist. Aus allen unseren herrlichen Werten lassen sich klare Regeln ableiten, für die kein Mensch 20 Semester Philosophie studiert haben muss. Fangen wir an:

1. Regel: Deutsch lernen.
2. Regel: Keiner Frau ungebeten in den Schritt greifen.
Und, und, und.

Die Regelschule ist Pflicht für alle Flüchtlinge, der Abschluss obligatorisch, die Note fließt mit deutlichem Gewicht in die Aufenthaltsbewilligung ein.

Ich kenne die Einwände: Gibt’s alles schon. Nur, wo überall verstreut? Ist irgendjemand für diese Schule verantwortlich? Ist genug Geld und Personal dafür da? Die CSU wehrt sich seit Jahren gegen ein Einwanderungsgesetz mit dem Argument, passende Gesetze gäbe es schon überall irgendwie  und irgendwo. Ja, himmihergottzakramentnoamoi, es ist doch ein himmelweiter Unterschied, ob ich einen Teller bunte Knete quer durch alle Institutionen habe, oder eine feste Einrichtung, wie ein Einwanderungsministerium mit einem maßgeschneiderten Gesetzespaket.

Der größte Mist jetzt ist doch das Versäumnis klarer, verantwortungsvoller Zuständigkeit. Sei es institutioneller oder personeller Art.

In die Regelschule würde ich übrigens auch die schicken, die sich jahrelang an den Regensburger Domspatzen vergangen haben (Schon bemerkt? In der Tagesschau wird zwischen der Köln-Berichterstattung und den Domspatzen-Meldungen immer ein anderer Nachrichtenblock geschaltet, damit es nicht so auffällt, dass auch im gesitteten Deutschland eine Menge Testosteron-Täter herumlaufen. Ich will an dieser Stelle gar nicht wissen, was heute immer noch in einigen Ehen an Ungewolltem vor sich geht).

Was die Regelschule für Flüchtlinge sofort lösen würde: Die Menschen haben eine Aufgabe, ein Ziel und können selbst ihre Perspektive verbessern. Und so banal es klingt: sie sind beschäftigt.

SIX

Roland Dürre
Freitag, der 8. Januar 2016

Die „Vorfälle“ von Köln, Hamburg und … Augsburg.

Deutschland sei entsetzt über die „Vorfälle von Köln“. Zumindest lese und höre ich das. Erlebt habe ich es allerdings im alltäglichen Leben nicht. Besonders erschüttert und völlig überrascht vom Geschehenen sind die mir immer so weltfremd scheinenden Politiker. Vielleicht geben sie sich auch nur so.

Und kaum geht die Nachricht aus Köln durch die Medien, „outet“ sich Hamburg. Da ist auch „so etwas“ passiert. Und mir fällt ein, dass ich das ja auch alles schon erlebt habe. Vor einigen Jahrzehnten in meiner Heimatstadt Augsburg.

Das Augsburger Rathaus ist zusammen mit dem Perlachturm das Wahrzeichen der Stadt Augsburg

Das Augsburger Rathaus und der Perlachturm sind die Wahrzeichen der ehrwürdigen Stadt Augsburg.

Am Faschings-Dienstag Mitte der 60iger Jahre war auf den gesperrten Straßen der Innenstadt Augsburgs am Nachmittag immer  „Närrisches Treiben“. Das öffentliche Treiben mit den vielen Menschen auf der Straße hat junge Männer (waschechte Datschiburger) auf die Idee gebracht, Ketten zu bilden und im Trubel nach Frauen zu „fischen“.

Das Ziel der Kette war, Mädels einzufangen und zu begrapschen. Und in den Ketten war auch der eine oder andere mir bekannte Oberstufenschüler oder Abiturient, der dann später zum angesehenen Bürger Augsburgs wurde. Später kam ich zu dem Schluss, dass das wohl auch so ein Ausbrechen in einer damals (für manche von uns heute unvorstellbar) total verklemmten Zeit war. Wie ein Ventil am Druckkessel.

Und vielleicht wurde es auch deswegen in Augsburg und wahrscheinlich vielen anderen Städten geduldet. Vielleicht ist damals auch nur keine Frau auf die Idee gekommen, dass man so etwas anzeigen könnte. Ist aber auch nicht wesentlich, es war eine schwierige Zeit. Und ich fürchte, dass es immer noch so ist und nur die Methoden der Unterdrückung sublimer geworden sind.

Über solche (und weitere) „Jugendsünden“ muss ich viel nach denken. Wenn ich mir vorstelle, dass die Burschen damals alle in den Knast gesteckt worden wären, ist das auch nicht die Lösung. Das gilt auch für andere vielleicht noch schlimmere „kriminelle Untaten“, bei denen wir damals das Glück hatten, nicht erwischt zu werden und so durchaus heftiger Bestrafung entkamen.

Es ist eine Binsenweisheit: Das ganze ist ein gesellschaftliches Problem. Und betrifft mehr oder weniger alle Menschen – ganz gleich ob Flüchtlinge oder „Einheimische“. Und besonders die, die archaisch sozialisiert wurden (körperliche Züchtigung, erzieherische Rohheit, religiöse Indoktrination, „klein machen“, Liebesentzug  …).

Wir  müssen so weit kommen, dass wir auch in Grenzsituationen (Alkohol, andere Ausnahme-Zustände, gruppendynamische Effekte …) wissen, wo wir Grenzen erreichen, die wir nicht überschreiten dürfen, weil wir sonst unsere Mitmenschen verletzen oder (be-)schädigen. Und auch über die Zivilcourage verfügen, Nein sagen zu können wenn wir Teil der Meute sind (siehe das Milgram-Experiment).

Da hilft nur Aufklärung, Bildung und vor allem viel Liebe in der Kindheit und Jugend, aber nicht Bestrafung, „Erziehung“, Moral,  Religion oder der beliebte Ruf nach mehr „law  & order“ und noch unsinniger „neuen Gesetzen“. So sind die Familien und die Gesellschaft gefordert. Der Staat auch, weil er das Geld für die „richtigen“ Dinge ausgeben muss und nicht, für die „falschen“. Wie das heute viel zu oft passiert!

Und beim Thema Sexualität müssen auch endlich mal die diversen Zwangsvorstellungen und die entsprechende Tabuisierung verschwinden, die übrigens oft religiös verursacht werden. Und da „manipulieren“ uns nicht nur die archaischen Religionen, sondern auch die, die sich für „modern“ halten.

RMD

P.S.
Dass die wirre Informationspolitik der Administration alles andere als hilfreich bzw. zielführend war und ist, sehe ich auch so.

P.S.1
Das schöne Bild ist aus Wikipedia und ein Eigenes Werk von Guido Radig.

Roland Dürre
Donnerstag, der 7. Januar 2016

Böses tun – Böses bestrafen?

#WAFFENTERRORISMUS

Barack Obama hat es vor kurzem selber gesagt: In den USA sterben im Jahr mehr als 30.000 Menschen durch Schusswaffen (genau sollen es über 31.000 sein). Das sind mehr als zehnmal so viel Tote wie es zurzeit Verkehrsopfer in Deutschland im Jahr gibt. Obama hat auch verstanden, dass Waffen in privater Hand und in der Öffentlichkeit eine große Gefährdung für Alle darstellen.

Am Ende seiner Amtszeit will er jetzt noch etwas Gutes tun und die amerikanischen Waffengesetze ein wenig verbessern. Obwohl die amerikanische Verfassung da eine klare Vorgabe gibt. Und jeder, der in den USA Waffen „verbieten“ will, schnell zum „Verfassungsfeind“ wird.

Colt Model 1873 Single Action, Werksgravur 1893 von Cuno Helfricht

Colt Model 1873 Single Action, Werksgravur 1893 von Cuno Helfricht

Obama hat so viele Gegner, die jede Einschränkung des Rechts „Waffen zu besitzen und zu tragen“ auf das Schärfste ablehnen. Diese sammeln sich nicht nur in den Reihen der Republikaner, die immer noch dem eigenartigen Freiheitsbegriff ihrer langjährigen Chef-Philosophin und -Vordenkerin Ayn Rand folgen. Wenn man Mrs. Rand liest, dann merkt man schnell, dass diese Frau nie eine Philosophin von Format sondern eher „eine Polemophin“ war. Zumindest strotzen ihre Texte nur so von flacher Polemik und sind leicht zu widerlegen.

Ein anderer Vordenker der amerikanischen Rechte und konservativen Kräfte ist Wayne LaPierre. Er lebt noch, vor kurzem habe ich Auszüge aus einer Rede von ihm im bayerischen Radio gehört. Er sagte:

„Einen bösen Mann mit einer Waffe kann nur ein guter Mann mit einer Waffe stoppen“ (auf englisch)

Zu diesem Satz ein Zitat aus einem Artikel in der Zeit:
Knapp eine Woche (nach dem Massaker von Newtown) trat Wayne LaPierre, seit 1991 die Stimme der NRA, vor die Presse.Wayne LaPierre, seit 1991 die Stimme der NRA, vor die Presse. Er warf den Medien, Hollywood und Videospieleherstellern vor, für Taten, wie die von Adam Lanza, verantwortlich zu sein. Seine Rede gipfelte in der Aussage, weil Schulen waffenfreie Zonen seien, würden sie solche Überfälle geradezu einladen. „Das einzige, was einen Bösen mit einer Waffe stoppen kann, ist ein Guter mit einer Waffe“, erklärte LaPierre. Er bot an, Freiwillige der NRA in Schulen patrouillieren zu lassen – voll bewaffnet, versteht sich.

(Anmerkung: Bei einer Attacke in Newtown im Bundesstaat Connecticut im Dezember 2012 erschoss der 20-jährige Adam Lanza 26 Menschen in der örtlichen Grundschule, darunter 20 Kinder. Damals erschienen schärfere Waffengesetze als durchsetzbar, die NRA (National Rifle Association in Wikipedia) zeigte aber sofort ihre Macht und gilt seitdem als unüberwindbar.)

Und so geht die Diskussion weiter. Und immer dabei ist
Das #BÖSE und die #BÖSEN

Die sind an allem Schuld und müssen entfernt und bestraft werden. Nur so kann man eine heile Welt bauen. So klingt es, aber so einfach ist es aber wirklich nicht. Sicher gibt es Menschen, die Böses tun. Und sicher kann man die bestrafen. Aber was ist das wirklich, das Böse und das Gute? Gibt es sie wirklich, die guten und die bösen Menschen? Die Bösen, die kommen und mit den Waffen die Anderen bedrohen? Und die Guten, die mit den Waffen die Anderen beschützen.

Und ist die Welt besser, wenn die Anderen sich mit Waffen gegen die Bösen schützen können? Wie viel Menschen sterben denn in den USA durch Schusswaffen von Bösen, die als Böse das Böse tun wollten?

Jesus hat wohl mal gesagt: „Wer frei von Schuld, werfe den ersten Stein!“ Gibt es diese Guten tatsächlich. Wollen nicht vielmehr die wenigsten Menschen Böses tun? Und wer war in seinem Leben war nicht schon mal nicht mehr er selbst und hat großes Glück gehabt, dass er keine Waffe zur Hand hatte.

Die Opfer von Gewalttaten verdienen unser Mitleid und unsere Hilfe. Die Verursacher betreffend geht es aber nicht darum, die Bösen zu bestraft. Sondern es wird versucht, die Tat und ihre Folgen besser zu verkraften in dem man sich an den Tätern rächt. Man fordert für sie den Galgen, um so das einem zugefügte Unglück zu kompensieren. Oft übt die Gesellschaft die Rache als Stellvertreter aus und begeht aus der Gier nach Rache heraus einen kollektiven Mord aus Rachgier.

In den USA gibt es nicht nur das Recht des Waffenbesitzes – in einer Reihe von Bundesstaaten gibt es auch noch die Todesstrafe. Und das erscheint mir eine ganz besonders unheilvolle Kombination. Denn die Todesstrafe ist doch genau der Mord aus Rache. Denn Abschrecken tut sie nicht, wie sie auch keine erzieherische Wirkung hat.

Man kann die Bösen auch ins Arbeitslager stecken. Dummerweise bin ich nicht nur gegen Todesstrafe sondern auch gegen Zwangsarbeit oder -dienst. Habe ich doch selber 18 Monate darunter gelitten …

Aber was kann man tun um? Wahrscheinlich sollten wir die „Schuldhaftigkeit des Menschen“ differenziert betrachten, so wie die Gehirnforschung uns das lehrt. Denn der Mensch ist viel komplexer, als wie er uns bisher erklärt wurde. Und ganz so einfach ist es eben nicht mit der Verantwortlichkeit und Schuldhaftigkeit für unsere Taten.

Und ich träume mal weiter von einer Utopie einer „Gesellschaft frei von Strafe“. Und schau mir jetzt erst Mal den Kampf des US-Präsidenten gegen den amerikanischen (Waffen-)Terrorismus an (BARACK – NRA). Wird aber kein spannendes Match, ich weiß schon jetzt, wie es ausgehen wird.

RMD

P.S.
Das Bild ist aus Wikipedia (Revolver) und stammt von HmaagEigenes Werk, 2007.

Gibt es den Ursuppen-Ungarn?

Antwort von einem Ungarn, der das glaubt:
Klar, uns gibt’s schon immer.

Ungarn sind aber erst um 900 auf das Gebiet des heutigen Ungarn eingewandert.

Quatsch, wir waren immer schon da!

Erst um 1900 ist der Anteil der Ungarn durch Zwangs-Magyarisierung von 45% auf 55% gestiegen.

Lügenblog.

Hab‘ ich aus Wikipedia.

Lügenwikipedia.

Seriöse Zeitungen schreiben das auch.

Lügenpresse.

Die wissenschaftliche Belege sind gut gesichert.

Lügenwissenschaft.

Dasselbe Gespräch könnte auch mit einem Kaczynski-Polen, einem Le-Pen-Franzosen oder einem Pegida-Deutschen so ablaufen.

Der rechte Glaube geht von einer blutreinen Volksgemeinschaft aus und nicht von einer modernen Willensgesellschaft.

Im Gegensatz zu Gott und Gottesteilchen (siehe meinen Post: Neues von Gott und dem großen Bumser), die sich weder beweisen noch verwerfen lassen und dadurch zu den unlösbaren letzten Wahrheiten zählen, geht es bei den  Fragen zur nationalen Reinheit um vorletzte Wahrheiten, die sich dadurch auszeichnen, dass sie sich belegen oder widerlegen lassen.

Sind also Infostände in Ungarn, Polen oder Dresden die Lösung?

Wohl eher nicht.

Oder wie es der geniale Philosoph Dieter Bohlen ausdrückt:

„Das Problem ist: Mach einem Bekloppten klar, dass er bekloppt ist.“

SIX

Sie haben das ganze Jahr geschossen.

Im nahen Osten, um den einzig wahren Gott zu ermitteln.

In Genf auf der Suche nach dem ultimativen Gottesteilchen.

Im nahen Osten soll ein wenig über den Frieden gesprochen werden, der erste maßgebliche Teilnehmer wurde inzwischen erschossen.

In Genf zeigen die Schussmessdaten des Large Hadron Colliders (der große Bumser) eine winzig kleine Erkenntnis-Beule, die möglicherweise in 2016 noch wachsen soll.

Was lernen wir daraus?

Erstens:
Die Suche nach der letzten Wahrheit ist in Wahrheit eine einzige Schießerei.

Zweitens:
Wir sollten statt nach der letzten Wahrheit, nach den vorletzten Wahrheiten suchen.

Möglicherweise gibt es die eine oder andere davon ohne Schusswechsel.

SIX

Roland Dürre
Freitag, der 1. Januar 2016

#Terror aller Orten …

Aufgenommen am 3. Oktober 2012 in der Waldwirtschaft mit meiner neuen aus China importierten Mütze

Aufgenommen am 3. Oktober 2012 in der Waldwirtschaft mit meiner damals neuen aus China importierten Mütze

Hier für alle „Nicht-FaceBook-Freunde“ (was für ein schönes Wort) einen Artikel, den ich spontan heute morgen bei FB hinterlegt habe.

Zur ‪#‎Terrorwarnung‬ ‪#‎München‬ hier ein kopiertes Zitat von Bayerns Innenminister Joachim Hermann aus dem verlinkten Artikel der ARD von heute Morgen:

„Es gebe entsprechende Hinweise eines befreundeten Nachrichtendienstes“

@ARD: Hat der Minister „gebe“ oder „gäbe“ gesagt?
Den Unterschied hört man ja schlecht. Im Artikel steht gebe. Vielleicht hätte man gebe mit „ä“ schreiben sollen?
Weil »gäbe« eine Nebenform zu »geben« für den Konjunktiv ist.

Und woher soll ein Minister wissen, ob das stimmt, was ihm so seine Mitarbeiter erzählen?

Und vielleicht sollten die befreundeten Geheimdienste wie unsere sonstigen Freunde uns in Zukunft besser vor ‪dem #‎Autoterror‬ warnen.

Denn:
Von gestern auf heute sind doch wieder einige Menschen durch #Autoterror getötet oder verletzt worden – siehe nur Süddeutsche oder Der Westen.

Und der ‪#‎Feuerwerksterror‬ war auch nicht ohne (Smog, Feinstaub, Lärm …). Davon konnte ich mich heute Nacht selber überzeugen. Aber irgendwo müssen wir ja mit unserem Reichtum hin, den wir uns ja alle so tüchtig erarbeitet haben (wenn auch zu Lasten dritter).

Und als ich gestern vor Mitternacht mal die Kanäle von ‪#‎ARD‬ und ‪#‎ZDF‬ besucht habe, war ich entsetzt vom ‪#‎Silvesterterror‬ in den öffentlichen Medien. Dümmer gehts nicht. Da lob ich mir den Bayerische Fernseher, da lief ein Dick & Doof.
Wen die damit bloß gemeint haben?

So bin ich froh, dass wir dieses sinnlose „Gerutsche“ geschafft haben und wünsche mir und Euch ein gemeinsames Jahr 2016 vor allem mit ein bisschen weniger Dummheit und Arroganz und dafür mehr Demut und Achtsamkeit. Vor allem aber mit viel Freude & großem Mut für uns alle. Und nochmal (auch wenn es bald langweilt aber weil es so wichtig ist):
Love & Peace for you all!

RMD