Klaus Hnilica
Dienstag, der 29. März 2016

Auf verlorener Sohle

Carl und Gerlinde (Folge 48)

„Entweder hast du die Scheißerei, bist besoffen oder hängst vor der Glotze beim Fußball!“ bellte Gerlinde vom Balkon ins abgedunkelte Zimmer ihres heiß geliebten Hotels Barceló Santiago.

ZZZZZZ_173721„Ach Gerlinde! Sei doch nicht so ekelhaft, wenn ich mir einmal tagsüber ein Bierchen gönne und dem Kloppi seinen FC Liverpool anschaue“, motzte Carl zurück und rekelte sich genüsslich in seinem Bett, ohne den Bildschirm an der Wand auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen! Schließlich ging’s doch um etwas bei dieser Europa League! Und die tapferen Augsburger hielten nach dem überraschenden Führungstreffer der Klopp Truppe immer noch wacker dagegen…

„Ja, ja red’ du dir nur alles schön! Ich hab’ mir jedenfalls unseren Frühlingsurlaub auf Teneriffa anders vorgestellt!“ meckerte Gerlinde unbeirrt weiter, obwohl ihr Gemecker kläglich unterging im Getöse des Atlantiks an dem schwarzen Riff – gleich unterhalb des Hotels.

Verärgert warf sie sich schon zum fünften Mal an diesem Nachmittag in ihren Liegestuhl und starrte trübsinnig auf das kitschig blaue Meer mit dem archaischen Dreimaster in voller Takelage, von dem aus wieder unzählige genarrte Touristen vergeblich Ausschau nach Delfinen und Walen hielten.

Genau so vergeblich, wie sie seit Stunden ihren Carl in die Frischluft zu lotsen versuchte: dabei hatte sie drei Jahre ihren hartleibigen Urlaubsmuffel bearbeitet, bis er endlich bereit war mit ihr auf diese ungeliebte Insel Teneriffa zu fliegen – auf der ihr ‚Ex-Mann’ Jürgen immer noch das ehemals gemeinsame Apartment hatte.

Ja – volle drei Jahre nagende Überzeugungsarbeit waren das gewesen, und dann hockt dieser Saukerl im Hotelzimmer vor der Glotze, oder ist bestenfalls dazu zu bewegen seinen Buttermilchkadaver ein Stockwerk höher in die Poollandschaft zu schaffen, um ein paar klägliche Runden  zu drehen: natürlich mit Sonnenbrille und den Dickschädel immer schön über Wasser, damit ja die ‚Dauerwelle’ nicht nass wird, dafür aber der Nacken ausreichend schnell versteift, um nach spätestens fünf Minuten wieder aus dem Becken flüchten zu können…

Wenn es denn überhaupt fünf Minuten waren!

Denn der Poolrand wurde ständig von Bier trinkenden englischen Familien belagert, deren ‚brexit’- bereite Väter gerne balgten und häufig ihre widerspenstigen, kindlichen Monster wie fehlgeleitete nordkoreanische Raketen in Richtung Poolmitte katapultierten. Wer da im Pool durchhielt, hatte Glück und Pech gleichzeitig, denn bei diesen Überlebenden war nicht nur das Haupthaar tropfnass, sondern in den ausgelösten Riesenwellen zappelte unwiederbringlich auch jede Sonnenbrille, flink wie ein Zebrafischchen, dem unergründlichen Beckenboden entgegen…

Und wehe, wenn Carlchen auf seiner panischen Flucht vor diesem ‚britischen Tsunamichaos’ noch von einer verirrten Fallwindböe des im Hintergrund lauernden schneebedeckten Teides durchgeschüttelt wurde, dann war der Rest des Nachmittags auch für Gerlinde gelaufen!

Wortlos pflegte Carl bei solch unsäglichen Widrigkeiten sich in seinen übergroßen Bademantel zu werfen, jede noch so verlockende Sonnenliege zu ignorieren und stattdessen festen Schritts in Richtung Pool–Bar zu schreiten!

Selbstredend wich er von da nicht eher, bis er mannhaft vier doppelte ‚Carlos’ in seinen geschundenen Leib versenkt hatte – und das trotz herumnölender Gerlinde!

Kein Wunder, dass Carl nach soviel zur Schau gestellter Durchsetzungskraft dann schon mal einen Tag später, im Anschluss an das obligatorische Frühstückspiegelei, die vollkommen perplexe Gerlinde mit der Frage überraschte, ob sie spontan Lust auf eine kleine Wanderung hätte?

„Wie –  gleich heute?“

„Ja natürlich, wann denn? In zwei Wochen sind wir doch nicht mehr da?“

„ Ja von mir aus – du weißt ich bin immer für schnelle Entscheidungen zu haben, lieber Carl.“

„Deswegen lieb ich dich ja auch so, mein geliebtes Gerlindchen“, schleimte Carl und schaufelte unauffällig die von Gerlinde für sich bereit gehaltene Orangenmarmelade auf sein letztes Stück Weißbrot.

Da aber bereits um elf Uhr der Bus, zu der schon vor Tagen von ihr geplanten ‚Eingehwanderung’ fuhr, erübrigte sich ausnahmsweise jeder Protest!

Viel wichtiger war ihr, dass knapp vierzig Minuten später ihr ‚wandergeiler’ Carl, in voller Ausrüstung mit Rucksack und Wasserflasche neben ihr im Bus nach Santiago del Teide saß, und das für läppische 3 Euro 30 – für beide!

Kostengünstiger ging’s wirklich nicht!

Carl war auch bestens gelaunt: gleich mehrfach betonte er während der flotten, kurvenreichen Fahrt nach oben, dass es vermutlich nur wenige Paare gab, die so spontan und schnell Entschlüsse fassten und  einvernehmlich umsetzten, wie sie beide. Einmalig sei das – wirklich einmalig diese Harmonie zwischen ihnen beiden. Launig kniff er seine Gerlinde so fest ihn ihren nackten Oberarm, dass sie wie ein Ferkelchen quiekte. Und da Carl in Sachen Harmonie immer ausschweifender wurde und auch noch Kurt und Hannelore ins Spiel brachte, bei denen überhaupt nichts klappte, was sie gemeinsam unternahmen, war er bass erstaunt, als Gerlinde schon nach der dritten Station zum Aussteigen drängte und ihn umsichtig direkt zum Einstieg in den vorgesehenen Wanderweg lotste:

10,3 km bis Tamaimo!

„Das ist doch lachhaft“ jauchzte Carl, „das hüpf ich auf einem Bein runter“! Und schon sprang er ohne Wanderstöcke behänd von Stein zu Stein das erste Steilstück nach unten und wartete lachend auf Gerlinde, die sich lieber vorsichtig einwanderte.

Keine Frage, die Strecke war malerisch, die hatte Gerlinde gut ausgewählt. Links und rechts, die um diese Jahreszeit noch unbearbeiteten Terassenfelder, dazwischen gut gefüllte Teiche und grüne Wiesen bis zu den steil aufragenden Bergen dahinter. Und weit und breit kein Mensch, nur vereinzelte Palmen und ganz hinten ein weißes Haus. Irgendwo bellten ein paar Hunde.

Aber der Weg war nicht einfach!

Fast ununterbrochen ging es steil nach unten und auf den gelegentlichen flachen Teilstücken lag ausschließlich messerscharfes Geröll auf dem man echt nicht zu Fall kommen durfte.

Doch mit den guten ‚Lowa-Schuhen’ und hinreichender Kondition alles kein Problem, dachte Carl auch noch, als er schon spürte wie ihm plötzlich der rechte Schuh fort zu schwimmen drohte. Als er den Fuß forschend anhob, merkte er zu seinem Entsetzen, dass die gesamte Profilsohle weg hing; ein kleiner Riss und sie war gänzlich weg!.

„Und was nun?“, fragte Gerlinde besorgt.

„Weiß ich nicht!“

„Was ist mit dem linken Schuh?“

„Da ist sie noch dran – nein! Sie hängt auch schon weg…“

„Oh – Gott, was jetzt?“

„Nichts –  weitergehen“, grunzte Carl wie im Tran.

Und das tat er auch!

Und er tat es noch, als selbst die Restsohle an den Schuhen praktisch schon durchgetreten war. Und auch als die beiden Einlagen in den Schuhen bereits zerfetzt weg hingen! Und die Wandersocken nur mehr aus Löchern bestanden, und das Unterhemd und das T-Shirt um seine Fußsohlen sich in blutige Fransen auflöste…

Aber da hatten sie ja auch schon Tamaimo erreicht! Und eine Bar, von der aus sie, nach Cortado und Wasser – Gott sei’s gedankt – das rettende Taxi ins Hotel ordern konnten…

„Schade“ stöhnte Gerlinde, als sie dem freundlichen, jungen Taxifahrer ihr Ziel genannt hatte, „schade, dass das ausgerechnet am Beginn unseres Wanderprogramms passieren musste“!

Säuerlich stimmte ihr Carl zu, hatte allerdings für sich längst entschieden, dass ‚verlorene Sohlen’ am Ende eines von ‚Gerlinde geplanten Wanderurlaubs’ viel schlimmer waren – trotzdem durfte aus der saftigen Beschwerde an die ‚Firma Lowa’ kein jubelndes Dankesschreiben werden, soweit musste er sich schon, Gerlindes wegen, in der Hand haben…

KH

Roland Dürre
Sonntag, der 27. März 2016

Wieder eine Erstaufführung im Torturmtheater!

Und das Stück wurde bei InterFace in Unterhaching erarbeitet!

Torturmtheater-Sommerhausen_Auquarell_SpielplanDieses Jahr wird das Torturmtheater 40 Jahre alt. Gleich zum Start in die Jubiläums-Saison startet es mit „einem Stück aus Unterhaching“.

Das freut mich. Schon seit einigen Jahren erstellt das Torturmtheater manche seiner Produktionen in intensiver Arbeit in den Räumen der InterFace AG in Unterhaching. Der Grund ist einfach, die meisten der Mitwirkenden sind häufig aus dem Münchner Raum und Proberäume in München sind nicht leicht zu bekommen. Gespielt wird dann am traditionellen Torturm in Sommerhausen.

Zur Erinnerung: 1976 hat Veit Relin dieses ganz kleine und so wunderbare Theater in Sommerhausen (ganz in der Nähe von Würzburg) nach dem Tod von Luigi Malipiero wieder eröffnet und mit Ur- und Erstaufführungen im Rahmen eines niveauvollen wie außergewöhnlichen Spielplan überregional bekannt gemacht.

Die Saison 2016 eröffnet das Torturmtheater mit der deutschen Erstaufführung
Eine pornographische Beziehung von Philippe Blasband. Die deutsche Uraufführung findet am Mittwoch, den 30. März um 20.00 Uhr statt. Es spielen Zhanna Kalantay und Murali Perumal unter der Regie der einmaligen Eos Schopohl. Für die Auswahl des Stückes, die Ausstattung und vieles mehr zeichnet wie immer Angelika Relin verantwortlich.

Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Ja, sie liebten sich, obwohl sie am Anfang nichts anderes als die Erfüllung ihrer Begierde, ihrer Neigungen ausleben wollten – dafür hatte sie eine Annonce aufgegeben. Sie kennen nichts voneinander; namenlos sind sie durch die Anonymität geschützt, auch voreinander. Die lästigen Details des Alltags fallen weg, das gibt ihnen Freiheit. Doch bald verstehen sie, daß sie sich lieben, vielleicht könnte es die Liebe ihres Lebens werden…

Im entscheidenden Moment fehlt ihnen jedoch der Mut. Zurück bleibt am Ende die bittersüße Erinnerung an eine nicht gelebte Chance, vor allem aber an eine leidenschaftliche Liebe.

Philippe Blasband ist mit dieser Geschichte eines Paares, das keines sein wollte ein kluges, erotisches Kammerspiel mit sensibler Komik gelungen.

Zur Jahresvorschau 2016 schreibt Angelika Relin:

Starten werden wir im Frühling am 30. März gleich mit einer Erstaufführung – Eine pornographische Beziehung! Einer melancholischen Liebesgeschichte, nicht ohne Komik, auf alle Fälle sehr intensiv…
(Dazu habe ich oben berichtet). 

Danach loten wir den ganz normalen Wahnsinn unserer heutigen Konsumgesellschaft aus und bringen den Irrwitz auf den Punkt. Allein schon der Titel Wenn ich was anderes machen würde, würde ich vielleicht nicht immer ans Geld denken ist so skurril, daß man einfach neugierig sein muß. Ein Abend, den Sie auf keinen Fall verpassen dürfen – schrill, bizarr und unendlich komisch, auch wenn die schrägen Wahrheiten des Alltags eigentlich schon wieder traurige Clowns erschaffen.

Der Sommer setzt sozusagen an der Achillesverse unserer Demokratie an, welche die Gesellschaft quer durch alle Schichten spaltet – so wie unsere Protagonisten auf der Bühne, diese zwei Pärchen aus dem Mittelstand, die sich als Nachbarn mit neidvoller Herzlichkeit annähern. Als Barbara eines Nachts einem Flüchtling Asyl gewährt prallen in dieser bitterbösen Farce Wohlstandsängste und die Faszination am Fremden ungebremst aufeinander. Mit rabenschwarzem Humor gehen hier alle im Wechselbad verlogener Menschlichkeit unter. Wir sind keine Barbaren müssen Sie sehen, auch wenn Ihnen das Lachen bestimmt im Halse stecken bleibt.

Im Herbst kitzelt dann noch Das Abschiedsdinner ihr Zwerchfell, in dem es mit seiner perfiden Moral die Idee der Freundschaft versucht ad absurdum zu führen. Aber wie so oft im Leben kommt es anders als man denkt…

Soweit die Jahresbotschaft 2016 von Angelika Relin. Hier geht es zum Spielplan!

Wie seit Jahren werde ich mir auch 2016 wenn irgend wie möglich alle vier Aufführungen im Hofturmtheater anschauen. Nicht nur, weil es jedesmal so tolles Theater ist. Sondern auch weil es für Barbara und mich so zu vier immer ganz besonders schönen Ausflügen nach Sommerhausen langt. Leider kann ich an der Premiere von „der pornographischen Beziehung“ nicht teilnehmen, weil ich da noch in China weile. Aber für den 16. April habe ich schon zwei Karten für uns reserviert. Und freue mich, wenn ich bekannte Gesichter sehe!

RMD

P.S.
Wer nach Sommerhausen will, fährt am besten mit dem Regionalexpreß nach Winterhausen, das gleich gegenüber auf der anderen Seite des Mains liegt. Vom Bahnhof Winterhausen sind es dann zu Fuß über die Mainbrücke zum Theater nur noch ein knapper Kilometer. Den Zug verlässt man übrigens am besten am Ende, wenn man in Richtung Würzburg fährt.

Roland Dürre
Donnerstag, der 24. März 2016

Unternehmertagebuch #115 – Ein persönliches Interview.

Vor kurzem wurde ich im Vorfeld einer Veranstaltung um ein schriftliches Interview gebeten. Hier meine Antworten (kursiv):

Beim IF-Forum "Jean Paul" (2013)

Beim IF-Forum „Jean Paul“ (2013)

Uns interessiert, wer Sie sind und womit Sie sich im Spannungsfeld Führung und Zusammenarbeit beschäftigen?
Ich sehe mich als Unternehmer, Aktivist, Impulsgeber und inspirierenden Berater.

Wichtig ist uns vor allem Ihre Motivation. Woher nehmen Sie Ihre Energie für Ihre Tätigkeit?
Aus der täglichen Begegnung und dem Zusammenwirken mit vielen anderen Menschen.

An welchen Projekten/Initiativen arbeiten Sie?
Ich betreue und unterstütze Unternehmen (auch die, an denen ich selber beteiligt bin), helfe Startups und Mentées, bin in (fast) allem involviert, was mit „Digitaler Transformation“ – früher auch als Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) bezeichnet – zu tun hat und versuche gesellschaftliche Themen wie „Aktive Mobilität im Alltag“ (als Zukunft von Mobilität) und „Frieden“ (als mein Lebensziel) voranzubringen.

Worüber möchten Sie diskutieren und sich austauschen?
Wie man Unternehmen erfolgreicher und Menschen glücklicher machen kann.

Worüber könnten Sie aus eigner Praxis berichten?
🙂 Über vieles.

Ihr Statement zu Führung und Zusammenarbeit ist:
Führen heißt Unternehmen, Unternehmen heißt Inspirieren, Impulse geben und bewirken dass jeder im Team mitmachen kann und auch tatsächlich mit macht. Dabei sind Mut und Freude am Tun die Garanten für den Erfolg.

Führung und Zusammenarbeit sollten Ihrer Überzeugung nach heutzutage bestimmt sein von …
… Demut vor der Aufgabe und Respekt vor den Menschen.

Bitte greifen Sie eine persönliche Geschichte oder ein Beispiel aus Ihrer Praxis auf.
Eine der (für mich) schönsten Geschichten meines beruflichen Lebens ist die Gründung der InterFace Connection GmbH mit der Entwicklung des Produkts Hit/Clou.

Worin liegt für Sie die Zukunft der Arbeit?
Weg vom Gegeneinander und hin zum Miteinander.

Was ist Ihre Traum/Vision im Hinblick auf innovative Arbeitsmodelle?
Vernetzung und Partizipation an Stelle von Hierarchie.

Was braucht es?
Wichtig ist, dass im Unternehmen agil, offen (transparent) und lean gedacht und gehandelt werden kann.

Was gibt es schon und begeistert Sie?
Gerade in „jungen“ und mittelständischen Unternehmen trifft man den „Dialog auf Augenhöhe“ immer häufiger an. Auch bei großen Unternehmen entstehen immer wieder (erfolgreiche) Biotope, die genauso leben.

Die besondere Herausforderung eines „Dialogs auf Augenhöhe“ für ein Unternehmen ist, dass …
… die Fähigkeit zum Zuhören und die Bereitschaft, das Anderssein anderer anzunehmen, selbstverständlicher Teil der  Unternehmenskultur ist.

Die Vorstellung, ich würde in einem Unternehmen arbeiten, in dem die Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelebt wird, löst bei mir aus …
… das Gefühl gemeinsamer Verantwortung, Vertrauen in die Zukunft, Spaß an der Arbeit. Ich bin sehr froh, dass ich dies in meinem beruflichen Leben überwiegend erleben durfte.

Bitte definieren Sie: Was ist Dialog?
Zuhören ist mehr als Reden.

Was ist Augenhöhe?
Gegenseitige Achtung und gelebter Respekt.

Welche Herausforderungen müssen im Großkonzern gemeistert werden?
Dass alle Mitarbeiter sich mit dem System, dem sie angehören, „gesund“ identifizieren und an den Entscheidungen „sinnvoll“ partizipieren können. Dies freiwillig und ohne Indoktrination und Manipulation durch zentrale Stellen.

Welche Fragen stellen sich Ihnen in diesem Zusammenhang?
Ob dies ab einer gewissen Größe überhaupt möglich ist? Und ob Mega-Konzerne überhaupt dazu in der Lage sind? Ob Wachstums wirklich die absolute Vorgabe sein darf? Aber auch, ob Unternehmen ohne Wachstum überhaupt erfolgreich sein können? Vielleicht ist der Spagat, dass Wachstum einerseits notwendig ist, andererseits aber vielleicht schadet, nachhaltig gar nicht bewältigbar!

Haben Sie schon Antworten darauf gefunden oder suchen Sie noch?
Ab und zu denke ich mir, dass Unternehmen eine gewisse Obergrenze an Menschen haben sollten. Und beim Erreichen dieser Grenze sich sinnvoll in kleinere aufteilen sollten.

Welche erfolgreichen Konzepte für die Zukunft verfolgen Sie?
Wahrscheinlich sollte man Unternehmen mehr als „lebendige Organismen“ mit ganz individuellen Werten und eigener Kultur betrachten denn als „maschinenähnliche“ Systeme, die man quasi durch „Hebel umlegen“ steuern kann.

Welchen Ideen/Methoden sind Sie auf der Spur?
Da könnte ich mir folgendes vorstellen:

  • Allgemein: Auch (mega-)große Aufgaben und Projekte durch Netzwerke von kleinen Systemen zu stemmen. 
  • In den Organisationen weniger und vor allem kürzere Besprechungen.
  • Viel peer2peer-Arbeit (die Wahrheit beginnt zu zweit!).
  • Unkonferenzen bringen mehr als zum Beispiel strategische Kick-Off-Meetings oder Tagungen.
  • Barcamps und OpenSpace sind starke reguläre Formate zum Teilen von Wissen/Erfahrung und Erkenntnis-Gewinn.
  • Stärkerer Einsatz von haptischen (serious play) und Visualisierungstechniken (ein Bild sagt mehr als Tausend Worte).
  • und manches mehr …

Ich gehe zufrieden aus dem barcamp, wenn …
… alle Teilnehmer zufrieden nach hause fahren, weil durch vertrauensvolles Teilen von Wissen und Erfahrung eine neue Gemeinsamkeit und Erkenntnisgewinn entstanden ist.

Was ist das Besondere am barcamp?
Im Gegensatz zur klassischen Konferenz ist ein Barcamp selbstorganisiert und hierarchie-frei. Es gibt keine vorgefertigten Vorträge, alle Teilnehmer sind für die Themen verantwortlich, Aktualität und hoher Dynamik können so entstehen.

Warum haben Sie sich angemeldet?
Weil ich so nett eingeladen wurde.

Sind Sie das erste Mal bei einem barcamp dabei oder ein Wiederkehrer?
Ich habe Unkonferenzen wie barcamps schon vor langer Zeit erlebt und dann selber barcamp-Bewegungen gegründet (zum Beispiel PM-Camp für Unternehmertum und Projekt Management oder AktMobCmp für „Aktive Mobilität im Alltag“. Aber auch bei der InterFace AG haben wir immer wieder gemeinsam mit allen Kollegen Barcamps und OpenSpace durchgeführt. Und waren da immer recht erfolgreich, fürs Unternehmen und die Mitarbeiter.

Was gefällt Ihnen an barcamps (allgemein)?
Die demokratische Basis und die in der Regel sich schnell entwickelnde große Offen- und Vertrautheit zwischen allen Teilnehmern.

Welche Themen beschäftigen Sie?
Unternehmertum, Führung, Projekt Management, Zukunft der Mobilität, Frieden.

Bei so schönen Fragen macht das Antworten richtig Spaß!

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Ich beschreibe mal aus meiner Sicht, warum wir dringend etwas für den Frieden tun müssen. Für den großen, alles umfassenden, inneren wie äußeren Frieden.

Den wir mit uns selber und mit der Umwelt schließen müssen. Und zwischen den Menschen und den Völkern. Beides wird immer notwendiger, um Zukunft überhaupt noch zu ermöglichen.

Dazu brauchen wir eine starke Veränderung des Denkens und Bewusstseins.

Weil es nicht sein darf, dass die „Denkhoheit“ von Menschen beherrscht wird, die zum Beispiel fest daran glauben, dass:
Ein böser Mensch mit einer Waffe nur von einem guten Mensch mit einer Waffe gestoppt werden kann.
(NRA-Vizepräsident Wayne LaPierre 2012)

Auf Staaten umgemünzt würde das heißen, dass
„Ein böser Staat mit einer Armee eben nur von einem guten Start mit einer Armee gestoppt werden kann!“

Man erkennt doch sehr schnell, dass solch eine Denke in moralischen Kategorien wie „gut“ und „böse“ uns nicht wirklich weiter hilft und es besser ist, wenn wir den Weg von Aufklärung und Demokratie weiter gehen.

Das heißt unter anderem, dass wir das Gewalt- und damit das Waffenmonopol eben der Gemeinschaft (dem Staat) überlassen, in der wir leben und dem wir es ja schon als Teil unseres zivilisatorischen Fortschritts schon abgetreten haben.

Dazu muss die Gesellschaft in der Lage sein, einen Unrechtsstaat oder gar eine Diktatur durch öffentliche Kontrolle, unter anderem durch eine klare Gewaltenteilung zu vermeiden. Und ebenso Lobby-Strukturen zurückdrängen können , die nur zu leicht zu einer Diktatur des Kapitals und im schlimmsten Fall zu einem Militär-Wirtschafts-Komplex führen.

Die Voraussetzung für einen solchen Frieden im Staat und zwischen Staaten und Völkern und Ethnien (auch unter Einbeziehung der problematischen Religionen) ist, dass wir ein Bewusstsein entwickeln, dass dies nur gelingen kann, wenn wir auch für uns ganz individuell einen inneren Frieden gewinnen.

So ist Voraussetzung für kollektiven Frieden der innere Friede der Individuen des Kollektivs. Wir müssen also mit uns selber ins Reine kommen. Das mag schwer genug sein, dürfte aber die einzige Chance sein, ein neues Verständnis von Strafe und Gerechtigkeit zu entwickeln. Das uns gesellschaftlich wirklich weiter hilft.

Denn sind Gefängnisse wirklich die einzige Möglichkeit, eine im Inneren friedliche Gesellschaft zu erreichen. Oder bewirken sie nicht eher das Gegenteil? Wie kann eine Gesellschaft zu einem sozialen Frieden gelangen, wenn Armut und Reichtum in einer unzulässigen Polarisierung unterliegen?

So geht es einerseits darum, unsägliche Philosophien wie z.B. die von Ayn Rand (eine der wichtigen Vordenker der Republikaner in USA) zu widerlegen und eine „neue“ Aufklärung 2.0 auf den Weg zu bringen. So müssen wir uns gegen jede Art von Indoktrination wehren, denn eine solche ist der schlimmsten Gegner einer aufgeklärten Gesellschaft.

So versuche ich gemeinsam mit Jolly Kunjappu mit unserem Projekt Frieden einen kleinen Beitrag zu leisten, um den fragilen Spagat von Freiheit und vermeintlicher Sicherheit zugunsten der Freiheit zu stabilisieren.

Ich persönlich möchte die Menschen auch daran erinnern, dass in Konfliktfällen immer der Weg ohne Morden und Töten, Folter und Vergewaltigung der für alle bessere ist und nur dieser Weg in der Regel für stabile und nachhaltige Lösungen sorgt. Und den Optimismus und die Zuversicht stärken, dass dies ganz normal möglich und realistisch ist.

Eher also der Metapher eines „Ghandi“ folgen als der eines Gewaltherrschers.

(Geschrieben in Peking)

RMD

P.S.
Noch mal zusammengefasst:
Die „innere Aufrichtigkeit“ (die uns selbst gegenüber) ist Voraussetzung für „inneren Frieden“, der wiederum Voraussetzung für den „großen Frieden“ ist. So brauchen wir Inspiration und Impulse für „innere Aufrichtigkeit“. Das ist ein Grund, warum Jolly und ich am 28. April zum Kickoff für FRIEDEN ins IF-Forum einladen.

Roland Dürre
Sonntag, der 20. März 2016

Einladung IF-Forum & AktMobCmp in Augsburg

Liebe Freunde,

mit dieser E-Mail möchte ich Euch zum nächsten IF-Forum am 28. April 2016 einladen und auf mein Projekt #AktMobCmp hinweisen, das am 20./21. Mai 2016 in Augsburg Station macht. Beide Aktivitäten sollen Menschen anregen, persönlich wie kollektiv ein wenig glücklicher und erfolgreicher zu werden.

IF-Forum:

Am  28. April ab 18:00 lädt die InterFace AG wieder einmal in ihre Räume in Unterhaching zum IF-Forum ein.

Die Akteure werden Jolly Kunjappu und ich sein. Wir wollen unseren zentralen und ganz persönlichen Wunsch nach ein wenig mehr Frieden artikulieren. Anlass ist Jolly Kunjappu’s neues Buch „Ask An Answer“, das wir an diesem Donnerstag Abend in den Mittelpunkt unserer Performance stellen werden. Damit wollen wir Impulse geben und so zu ein wenig mehr „FRIEDEN“ inspirieren.

Jolly ist ein guter Freund, Mensch, Philosoph und Künstler. In seinem bewegten Leben hat er viele Spuren hinterlassen; als inspirierender Unternehmensberater hat er Top-Manager fasziniert. Aktuell liefern seine Vorträge wichtige Denkanstöße und bringen viele Menschen zum Nachdenken. Seine musikalische Laufbahn hat ihn mit vielen relevanten Künstlern zusammen geführt, so auch mit Mick Jagger und den Rolling Stones.

Am 28. April wird im IF-Forum das Kick-Off unseres Projektes „Frieden“ stattfinden. Ihr seid ganz herzlich eingeladen, teilzunehmen und mitzumachen. Alle Infos findet Ihr hier:
http://if-blog.de/rd/jolly-roland-am-28-april-2016-im-if-forum-fuer-leben-in-frieden/.

AktMobCmp

Die Mobilität prägt zentral und global unser Leben. Die Entwicklung hat sich auf absurde Art und Weise verselbstständigt und sich unserer Städte wie des ganzen Planeten bemächtigt. Wir selbst sind vereinnahmt worden und handeln oft gegen unsere elementaren Bedürfnisse. Unsere mobilen Gewohnheiten haben sich verselbstständigt und zerstören unsere Lebensgrundlage. Der individuelle Verkehr basierend auf privaten Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor hat eine dominante Position erreicht. Der öffentliche Verkehr rutscht immer mehr ins Abseits und die „aktive Mobilität“ (zu Fuß, mit Fahrrad oder sonstigem wie Skateboards oder Inline-Skates) wird nur noch als Restverkehr betrachtet. Während gerade im letzten Bereich die e-Mobilität eine große Chance sein dürfte, ist die eins-zu-eins Ersetzung des Verbrennungsmotors durch Elektromotoren keine valide Alternative.

Die Bewegung „Aktive Mobilität im Alltag“ (#AktMobCmp) will dieser sich verstärkenden Entwicklung etwas entgegen setzen. Auf Unkonferenzen denken wir gemeinsam nach, vernetzen uns, finden Lösungen und werden aktiv. Die Auftaktveranstaltung Anfang Januar in Unterhaching war richtig ermutigend. Günter Schütz aus Augsburg hat spontan beschlossen, die nächste Veranstaltung am 20./21. Mai 2016 in Augsburg zu organisieren. Sie dauert wieder zwei Tage und wird von Transition Town Augsburg e.V. mit freundlicher Unterstützung der lokalen Agenda 21 der Stadt Augsburg veranstaltet.

Alles weitere steht in diesem Flyer von Günter und auf der Website von AktMobCmp (www.actmobcmp.org oder www.aktmobcmp.de)

Zum #AktMobCmp nach Augsburg möchte ich Euch ganz gerne als Teilnehmer einladen. Meine Bitte geht aber noch weiter: Ihr kennt bestimmt Menschen , die heute schon davon überzeugt sind, dass sich auch bei der Mobilität einiges ändern muss oder die schon heute überwiegend „aktiv“unterwegs sind.

Bitte informiert diese! Und meine Bitte wird noch ein wenig intensiver. Das Barcamp #AktMobCmp ist eine wichtige Veranstaltung. Es braucht nicht nur viele Teilnehmer/-geber sondern auch Unterstützer, gerne auch als Sponsor oder aktive Unterstützer. Wenn Ihr potentielle Kandidaten kennt, bitte informiert diese und gebt den Flyer weiter!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 16. März 2016

Unternehmertagebuch #114 – Inspiration und Impulse

 

Meine Wenigkeit mit Prof. Dr. Kathrin Möslein im IF-Forum.

Meine Wenigkeit mit Prof. Dr. Kathrin Möslein im IF-Forum (2010).

In meinem Unternehmertagebuch habe ich viel über #Führung geschrieben. Und mit Begriffen und Themen um mich geschmissen wie

•• agilAugenhöheBeteiligungBetriebswirtschaftBurn-outCharisma„Craftsmanship“ denkendelegieren könnendemokratisches Unternehmen • EmpathieFairnessFehlertoleranzFlowGemeinwohl-Ökonomie • GeschäftsplanGerechtigkeitGesetzestreue HierarchieHolokratieInnovationLeadership • leanKapitalisierungKlarheitKommunikationsstärke • KontrollingManagementMarketingMethodikMitarbeiterMitbestimmungopen (offen)PartizipationPeer-to-Peer ReviewPersönlichkeitsförderungPlanungProjekt ManagementQualitätRespektScrumservant leading • SinngebungStrategie •  Souveranität • Subsidiarität Teamfähigkeit • Transparenz Unternehmenskultur Verantwortung teilenVertriebVorbild seinWerte • WertegemeinschaftZiele • Zielvereinbarung • Zuhören können ••

und wahrscheinlich vieles mehr dieser Art.

Jetzt stelle ich fest, dass in dieser Liste wie in meinem Tagebuch die beiden wohl wichtigsten Fähigkeiten fehlen, die erfolgreiche Unternehmer auszeichnet.

Inspiration und Impuls

Gerade, wenn ich an die eigene Gründerphase denke. Wir waren so richtig erfolgreich, weil es meinem Partner Wolf und mir gelang, unsere neu eingestellten Kollegen starke Impulse zu geben. Und vor allem, weil wir sie inspirieren konnten.

Eigentlich ging es nur darum, den Menschen, die – durchaus mit Erwartungen zu uns kamen – zu vermitteln, mit welchem Geist wir was erreichen wollten (Inspiration) und was wir machen können und wo wir hin wollen (Impulse). Und sie haben es verstanden und so richtig geil losgelegt.

Und spätestens, wie unsere neuen Mitarbeiter damit begonnen haben, auch auf ihre Teamkollegen inspirierend zu wirken und selber Impulse zu geben, da hatten wir gewonnen und nichts konnte das Team mehr bremsen.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

 

 

Ask-an-Answer_1m-185x300Termin-Ankündigung.

Am  28. April ab 18:00 laden Jolly und ich unsere Freunde in die Räume der InterFace AG ein.

Wir wollen unseren zentralen und ganz persönlichen Wunsch artikulieren. Dies auf unsere besondere Art und Weise.

Es gibt einen schönen Anlass für diese Einladung, denn Jolly Kunjappu’s neues Buch „Ask An Answer“ ist gerade erschienen.

So werden wir es an diesem Tag vorstellen.

Zu uns beiden:

So klein ist der Mensch. Am linken Rand Muhamed, Führer und Freund.

So klein ist der Mensch,
Ägypten Februar 2016.

Roland Dürre:

Ich bin seit dem 1. Januar 2015 nicht mehr operativ bei der InterFace AG tätig. Die gewonnene Freiheit versuche ich zu nutzen, um andere Menschen (wie auch mich selber) ein wenig glücklicher und erfolgreicher zu machen.

Neben der Unterstützung von Teams (wie Start-ups) und einzelnen Menschen (Junge und Ältere, Frauen und Männer) versuche ich mich gesellschaftlich für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen. So bin ich zum Aktivisten für eine neue Art von Mobilität geworden.

Das Wichtigste jedoch ist mir seit meiner Jugend der Frieden. Deshalb starte ich jetzt gemeinsam mit Jolly eine schon lange gehegte Vision, das Projekt „Frieden“.

Ich möchte nicht mehr so viel denken und reden sondern handeln. So werde ich an diesem Donnerstag Abend nur einen kurzen mir aber sehr wichtigen Beitrag leisten.

Die meiste Zeit wird am 28. April der Botschaft meines Freundes Jolly Kunjappu gehören.

Denker, Künstler und vor allem Mensch.

Denker, Künstler und vor allem Mensch.

Jolly Kunjappu:

Jolly hat fast alle Länder der Welt bereist und war viele Jahre als Unternehmensberater auf Vorstandsebene – auch bei Dax-Unternehmen – unterwegs. Als Künstler (Malen, Musik, Performance) und Philosoph hat sich Jolly ebenso einen Namen gemacht wie als inspirierender Berater und Redner.

Wir haben uns bei einer Veranstaltung der Münchner Schachstiftung kennen gelernt und sofort gefühlt, dass unsere Werte, Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse sehr stark harmonieren.

Jolly wird einen starken Appell halten und seine (unsere) Botschaft nicht nur in Worten kommunizieren.

Ich möchte mich herzlich bei der InterFace AG bedanken, dass sie ihre Räume für dieses ganz besondere IF-FORUM zur Verfügung stellt. Wir wollen unseren Auftritt nutzen, um eine starke Video-Botschaft an die Welt zu erstellen und werden die Vorträge filmen.

Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet am Donnerstag, den 28. April 2016 um 18:30 im Seminarbereich der InterFace AG in Unterhaching, Empfang ist ab 18 Uhr.

Wie immer gibt es im Anschluss nach dem offiziellen Teil die Möglichkeit, sich bei leckeren Speisen und diversen Getränken zu entspannen und auszutauschen. Es ist eine persönliche Einladung an unsere Freunde (auch an die, die es noch werden wollen). So bitten wir um Anmeldung. Die geht wie immer ganz einfach per E-Mail an die InterFace AG oder gerne direkt an mich.


Jolly Kunjappu

Meister Deines eigenen Lebens
Sei kein Sklave eines Systems
Sei Meister deines eigenen Lebens.
München, Deutschland Mai, 1990

Master of Your Own Life
Don’t be a slave of a system
Be a master of your own life.
Munich, Germany, May 1990


Ich freue mich schon auf einen Abend voller Emotionen, spannender Diskussionen und schöner Gespräche!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 13. März 2016

Für FRIEDEN.

Auf der Suche nach nach meinen Helden habe ich schon in frühen Jahren Boris Vian gefunden. Es hat ein radikales Friedenslied in 1954 geschaffen und gesungen – Le Déserteur. Das war ein großer Song und für mich Anfang der 60iger Jahre eine wahre *Hymne für Freiheit und Frieden.*

2012 habe ich darüber geschrieben und mich über die #GEMA wegen ihrer Sperren in Youtube geärgert.

Hier ist das Lied:

Ein weiterer großer Sänger von Friedensliedern ist Jacques Brel. Auch er war einer der Helden meiner Jugend.

Terry Jacks hat in 1974 Seasons in the Sun produziert. Dieser Song basiert auf dem Chanson Le Moribond („Der Sterbende“) von Jacques Brel.

Aber hören wir den Meister im Original:

Das war aber damals vielleicht ein wenig kitschig aber auch nicht so ganz schlecht:

Jetzt überlege ich mir, wer denn heute so meine Vorbilder sein könnten. Ich meine, dass Carl Amery und José Saramago da ganz gut geeignet wären.

Für Frieden!

RMD

P.S.
Zu John Lennon, Barbara und vielen anderen kommen wir dann später …

P.S.1
Weil ich gefragt wurde, wer Barbara ist …

Kann die digitale Revolution das vorhandene Regime einer auf das private Auto fixierten Ordnung ändern?

Titel_Canzler_Revolution_fbDas ist die zentrale Frage, die im Buch von WEERT CANZLER und ANDREAS KNIE gestellt und in meinem Verständnis auch beantwortet wird.

Aber der Reihe nach. Schon seit längerem schwärmten Freunde von mir vom Oekom-Verlag und seinem Gründer Jacob Radloff. Ich nahm das ernst, hatte aber irgendwie nie die Zeit, mir das mal anzugucken. Bis mich dann ein paar E-Mails von Freunden mit konkreten Buchempfehlungen erreichten.

Da habe ich mich mal gründlich auf der Website von Oekom umgeschaut – und war begeistert, von den Themen und Titeln wie den Autoren, die ich dort gefunden habe. Und gleich ein paar Bücher bestellt, wie z.B. von Anneliese Bunk und Nadine Schubert
Besser leben ohne Plastik
(ISBN: 978-3-86581-784-6, Erscheinungsdatum: 22.02.2016)

Ende Februar 2016 ist dort unter anderem das Büchlein
Die digitale Mobilitätsrevolution
erschienen. Mit dem visionären Untertitel
VOM ENDE DES VERKEHRS, WIE WIR IHN KANNTEN.

Da das Buch in der Papierausgabe nur 128 Seiten hat, war es die ideale Regional-Bahn-Lektüre gestern auf meinem nostalgischen Ausflug nach Augsburg. Ich war im schönen Stadtmarkt, dann in der Innenstadt (auch bei Sina’s Trinkwalder Manomama  – Vom Garn bis zur Naht in Deutschland hergestellt) am Moritzplatz 4 und last not least im ehrwürdigen Rosenaustadion in Augsburg, in dem ich schon in meiner ganz frühen Kindheit so viele für mich wichtige Stunden verbracht hatte.

Und siehe da – der FCA II musste sich mit 0 : 6 der SpVgg aus Unterhaching (meiner neuen fußballerischen Heimat) beugen. Was wir dann noch im Riegele am Hauptbahnhof in Augsburg mit einem Kellerbier gefeiert haben.

Das war schön. Mindestens genauso schön war die Lektüre des Buch auf Hin- und Rückfahrt. Denn da steht ganz einfach drin, wie sehr unsere Mobilität in eine schlimme und die Zukunft bedrohende Schieflage geraten ist. Und wie die „Digitale Transformation“ uns helfen kann und wird, zumindest das Schlimmste abzuwehren.

Nach meiner Bewertung ist das Buch absolut „state of the art“. Es beschreibt die Situation sehr sachlich und räumt mit diversen sehr gängigen Vorurteilen auf. Es zeigt auch Lösungen, die optimistisch stimmen, weist aber auch auf die dringliche Notwendigkeit von Veränderung hin. Sowohl betreffend unsere administrative, gesetzliche und bürokratische Welt – aber auch unsere gesellschaftlich (kollektiven) aber auch persönlichen (individuellen) Gewohnheiten.

Sehr loben muss man die beiden Autoren Weert Canzler und Andreas Knie dafür, dass das Buch trotz anspruchsvoller Materie spannender zu lesen ist, als so mancher moderner Krimi. Und ein paar Anregungen zum Inhalt – vielleicht für die zweite Auflage – hätte ich auch noch.

Für Menschen, die sich Gedanken über unsere mobile Zukunft machen, ist das Buch eine Pflichtlektüre. Wie zum Beispiel auch für alle Menschen, die mit dem Gedanken liebäugeln, zum AktMobCmp zu kommen. Das nächste findet übrigens am 20. und 21. Mai 2016 in Augsburg statt!

RMD

P.S.
Hier der Link und Infos zum Buch.
Weert Canzler, Andreas Knie
Die digitale Mobilitätsrevolution
Vom Ende des Verkehrs, wie wir ihn kannten
144 Seiten, oekom verlag München, 2016
ISBN-13: 978-3-86581-754-9
Erscheinungstermin: 22.02.2016

Die Nutzung von Mobilgeräten nimmt stetig zu. Wie wir von A nach B kommen, entscheidet immer häufiger unser Smartphone. Wer ein Taxi braucht, benutzt seine Taxi-App und bucht bei Onlinediensten wie Uber. Was zukünftig zählt, ist die digitale Präsenz: Was digital nicht erscheint oder verfügbar ist, existiert schlichtweg nicht mehr. Mit der Digitalisierung werden die Karten der Verkehrsmittelwahl neu gemischt. Weil Mietsysteme immer attraktiver werden und das Auto mit Bahn, Bus und Rad auf gemeinsamen digitalen Plattformen um Kunden konkurriert, wird sich das Machtgefüge innerhalb der Verkehrsbranche drastisch verändern. Die technischen Eigenschaften von Autos verlieren dadurch an Bedeutung. Die Autoren skizzieren Wege und Chancen dieser vernetzten, postfossilen Mobilität.

Roland Dürre
Freitag, der 11. März 2016

„Inspect-and-A­dapt“ deine Schätzungen!

td-logoIch gehe immer gerne zum TechTalk der Techdivision in München. Das ist eine für mich attraktive Veranstaltung, die mein Freund und PM-Camp-Komplize Sacha Storz organisiert. Der nächste Termin ist am Mittwoch, den 16. März 2016 von 19:00 bis 20:30. Das Ende ist früher als sonst, damit die Besucher die Möglichkeit haben, rechtzeitig zum Bayern-Spiel vor dem Fernseher zu sein. Die Veranstaltung findet in den Räumen der TechDivision in der Balanstr. 73 (Haus 8, 3 OG) in 81541 München statt.

Hier die offizielle Ankündigung:

In der agilen Softwareentwicklungen nehmen Schätzungen von User Stories in der Planung eines Projektes eine zentrale Rolle ein. So führen ungenaue Schätzungen beispielsweise zu Überschreitungen des geplanten Budgets und des angedachten Zeitraums.

In einer Studie bei der TechDivision untersuchten wir die User Story Schätzungen in vier verschiedenen Projekten. Das Ziel dabei: Probleme identifizieren & Verbesserungen einbringen. Ein bekanntes Prinzip – denn schließlich gilt Scrum selber auch als ein „Inspect-and-Adapt“ Framework.

Aber: Wie könnte so etwas in Bezug auf Schätzungen aussehen? Und wie stehen die Ergebnisse der Studie in Bezug zur Diskussion um #NoEstimates?

Ich finde das Thema sehr interessant, bin ich doch ein Anhänger der sicher ein wenig provokanten These „Don’t estimate“ und kann dies auch trefflich begründen. Zusätzlich motiviert mich, dass mein Sohn Rupert der Vortragende ist.

Zum Redner:
imagesRupert Dürre ist als Consultant bei der schwedischen IT-Beratung Netlight tätig. Dabei interessiert er sich für unterschiedliche Bereiche in der agilen Softwareentwicklung vom Requirement Engineering, verschiedenen Entwicklungspraktiken bis hin zu der Fragee, wie man Teams organisieren könnte, um eine effektive Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Anmeldung:
Die Veranstaltung ist kostenfrei, um Anmeldung wird gebeten. Hier geht es zur Website der Veranstaltung.

Dann bin ich mal um am nächsten Mittwoch um 19:00 in der Balanstraße und freue mich, wenn ich dort viele Freunde treffe!

RMD