Roland Dürre
Freitag, der 29. April 2016

FRIEDEN

Denker, Künstler und vor allem Mensch.

Denker, Künstler und vor allem Mensch.

Das Kickoff gestern Abend zum Projekt Frieden scheint gelungen. Ich glaube wir und besonders Jolly haben die Menschen erreicht. Wir haben auch schönes Video-Material eingefahren und werden uns nun beraten, was wir und wie wir das am besten aufbereiten.

Roland M. DürreGestärkt wollen wir jetzt weitermachen. Wir suchen Verbündete und sammeln verrückte Ideen. Und werden gemeinsam nachdenken und dann neue Aktivitäten angehen.

Bei allen Besuchern möchte ich mich fürs Kommen und die große Unterstützung bedanken.

In meinem Beitrag habe ich in gut 30 Minuten  Jolly vorgestellt, persönlich berichtet, warum ich mich ab mich ab sofort immer mehr auf das Projekt FRIEDEN konzentrieren möchte, meinen Optimismus begründet und versucht darzulegen, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist.

Wir werden die Vorträge von Jolly und mir im Internet verfügbar machen. Hier schon mal vorab mein Vortrag in Stichworten ergänzt um ein paar Links zu Videos:

Vorstellung Jolly (Wir sind Partner im Projekt)

  • Kennengelernt bei der Münchner Schach-Akademie
  • Sofort festgestellt, dass wir „Brüder im Geiste“ sind
  • Künstler und Philosoph
  • Moderner Robin Hood
    Mit seiner Lebensphilosophie überzeugt er die Wohlhabenden, ihren Reichtum mit den Bedürftigen zu teilen.
  • Er lebt, wovon er spricht und setzt sich für Miteinander und Frieden ein.

Warum mache ich das (Motivation fürs Projekt)?

  • Dankbarkeit für so vieles Gutes, was mir im Leben- zurückgeben.
    • Privat (Ehe, Familie Kinder)
    • Immer warm und satt.
    • Wunderbare Lehrer, Kreise und Gemeinschaften.
    • Die Chance gehabt, unendlich viel zu lernen.
    • Geschäftlich und sozial erfolgreich.
  • Erlebnisse
    • Krieg im Elternhaus – 50iger
      (inneren Frieden)
    • Tschernobyl – 80iger
      (Wir waren dabei)
    • Kuba-Krise – 60iger
      (eine immer noch traumatisierte Gesellschaft hat Angst vor dem großen Krieg)
    • Vietnam
      (Mein Erlebnis mit jungen GIs in den 60igern)
    • und viele mehr Kriege!
      (Friede zwischen Menschen, Völkern und Gemeinschaften aller Art)
  • Ärger, dass ich vieles nicht so gemacht habe, wie ich es hätte machen können. Trotz besseren Wissens.
    • Die Aufgabe der Generationen vor mir weiterführen (Vorväter – Vorbilder).
      (Carl Amery, John Lennon, Konstantin Wecker, Willy Michl, Ghandi oder Martin Luther King)
    • Das ingenieurmäßige Wissen, dass wir eine große Transformation brauchen, dies ziemlich schnell und wohl auch radikal – sonst ist in wenigen Generationen Schluss.
    • Bald 66 Jahre – und merke immer mehr, dass der FRIEDE das einzige was zählt in meinem Leben ist

Worauf beruht meine Hoffnung (Optimismus)?

  • Krieg wird immer absurder!
    • 13500 Cyber-Soldaten
      (harmlose Variante – die Vorstellung vom permanenten Cyberkrieg ist erschreckend)
    • Bodyleasing von Soldaten als neue Qualität eines anderen Söldnertums (früher habe sich einzelne Menschen als Söldner verkauft, heute wird zum normalen unternehmerischen Profit-Thema von Kapitalgesellschaften).
      Beispiel: Academi (von 1997 bis 2007 Blackwater USA, bis 2009 Blackwater Worldwide, bis 2011 Xe Services LLC, seit 2014 Teil der Constellis Holdings) ist das größte US-amerikanische private Sicherheits- und Militärunternehmen.
    • Kampfroboter (war robots)
      Atlas entwickelt von Boston Dynamics im Auftrag der US-amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency oder
      Bosten Dynamics war meines Wissens mal Alphabet (Google), mittlerweile wohl verkauft weil militärisch und
    • zur neuen Kriegsführung eine Übersicht.
  • Neues Wissen aus Gehirnforschung und Philosophie
    • Dinge wie persönliche Schuldfähigkeit und den freien Willen haben wir völlig falsch verstanden
    • Der Verstand ist nur ein ganz kleiner Teil von uns
    • Wir sind eben nicht die freien Denker und Lenker sondern gefangen von unserer Sozialisierung, die unser Unterbewusstsein prägt. Könnte ein Grund mehr sein, warum wir letzten Endes doch sehr soziale Wesen sind. Denn unser Unterbewusstsein wurde von der Sozialisierung, sprich von anderen Menschen geschaffen.
  • Das Internet verändert die Welt. Die digitale und sozial Vernetzung der „freundlichen Menschen“ mit der Bereitschaft etwas gemeinsam zu tun nimmt zu.
    • Erfolgreiche Beispiele
      (NextHamburg, Urbanauten, PMCamp.org selbstgemacht, Open Source Communities, NGOs aber auch Unternehmen)
    • Selbermachen von solchen „freien Communities“ wird zum Hauptweg der Zukunft um konkrete Probleme zu lösen (Infrastruktur-Themen in der Smart Cities). Auch weil Vater Staat das alles gar nicht mehr machen kann.

Wie soll es gehen? (Handeln)

  • Wir dürfen nicht Reden sondern müssen Handeln! Aufstehen! Etwas Tun!
  • Wir müssen bei uns selber beginnen
  • Keine Indoktrination, nur Impuls und Inspiration.
  • Freiheit und Frieden.
  • In Liebe leben.
  • Verbindung mit Kunst und Künstlern?
  • Schneeballprinzip?
  • Ideen gibt es genug.

Und dann kam Jolly … 

RMD
(Fertiggestellt am späten Abend im Zug von Stuttgart nach Hause in ein schönes Wochenende und schon ein wenig auf dem Wege am Samstag nach Rom)

P.S.
JOERG ROTHERMEL hat auf Facebook einen schönen Kommentar geschrieben:


„Wir dürfen nicht Reden sondern müssen Handeln! Aufstehen! Etwas Tun!“
da halte ich mal den text einer feministin dagegen:
https://franziskaschutzbach.wordpress.com/…/ich-denke…/
besonders nett finde ich die Überlegung ob „Macker“ von „Macher“ kommt!


Da trifft er mich natürlich im Herzen. Weil ich da sehr männlich formuliert habe. Nur: Ich meine Frauen und Männer sind halt so. Das ganz wertfrei. Und ich bin halt ein Mann und empfinde so die Frauen als schöne Göttinnen. Der Post hinter dem Link ist übrigens sehr lesenswert.

Ich sehe da aber kein Gegeneinander sondern vielmehr eine große Ergänzung.

Denn in meiner Denke steht
„Wir dürfen nicht Reden sondern müssen Handeln! Aufstehen! Etwas Tun!“
NICHT FÜR: GOCKELHAFTES MACHEN, KÄMPFEN, DEMONSTRIEREN, PROPAGANDA und MISSIONIEREN Fast ärgere ich mich, dass ich unser Unternehmen FRIEDEN als Projekt FRIEDEN bezeichnet habe. Halte ich persönlich ja in meiner Radikalität das allgemeine Projektverständnis schon als typisch chauvinistes Gehabe und Wichtig tue und meine ich doch, dass Teams von Frauen und Männer im Prinzip für tolle Ergebnisse KEINE Projekt Manager brauceh.

Vielmehr ist das für mich die METAPHER

FÜR: „Uns nicht von DAS TUT MAN NICHT unterdrücken, von MARKETING manipulieren, von INDOKTRINATION beeinflussen lassen.“
FÜR: „auf die BOTSCHAFTEN AUS DER ZUKUNFT HÖREN, AUTONOM und FREI LEBEN und nicht mehr JEDEN BLÖDSINN zu schlucken.“
FÜR: „den QUATSCH der POLITIK nicht mehr einfach so zu SCHLUCKEN sondern MUTIG und mit ZIVILCOURAGE darauf zu reagieren.“
FÜR: die WERTSCHÄTZUNG für uns selber und unsere NMITMENSCHEN, die SCHÖPFUNG und unsere UMWELT wieder in uns zu gewinnen, in gegenseitigem RESPEKT zu leben und MENSCHENFREUNDLICHKEIT und in LIEBE leben als die handlungsleitenden ELEMENTE des ALLTAGES zu leben.“
FÜR: „sich mit FREUNDLICHEN MENSCHEN (keine WUTBÜRGER) zu verbünden und konkret mit MUT und FREUDE unser Welt zu verbessern.“ und vor allem
FÜR: „sich zuerst mal selbst ändern und FREUDE und LIEBE in sich selbst finden!“

UND VIELES MEHR IN DIESE RICHTUNG!

Da könnten sich die Geschlechter doch gut treffen!?

Roland Dürre
Donnerstag, der 28. April 2016

Briefkasten-Firmen, Korruption und was so dazu gehört … (Serie) #3

Im Land der Roß-Händler …

Nach mehr allgemein gültigen Überlegungen in den beiden letzten Beiträgen (1 und 2) setze ich meine kleine Serie zur Korruption fort und berichte über zwei konkrete eigene Erfahrungen. Hier der erste Fall.

Wie ja den meisten Lesern bekannt ist, habe ich vor über 30 Jahren ein Unternehmen gegründet und war dort als Geschäftsführer und Vorstand tätig.

Schon in den frühen 80iger Jahren wurden Autos als Geschäftswagen in der BRD genauso wie heute subventioniert. Da es damals noch selbstverständlich war, ein Auto zu fahren, haben wir ganz früh unseren Mitarbeitern wahlweise als Teil des Gehalts ein sogenanntes Geschäftsauto angeboten. Bei einem „Geschäftsauto“ spart man die gesamte Mehrwertsteuer, denn man kann alle (!) Ausgaben wie Anschaffung des Fahrzeuges, Ersatzteile, Reifen, Zubehör, Versicherungen, Wartung und Instandsetzung, dazugehörende Dienstleistung und auch die Ausgaben für den gesamten Kraftstoff als normale Geschäfts-Kosten absetzen und spart so die gesamte Mehrwertsteuer und weitere Unternehmenssteuern (Einkommen, Gewerbe).

Über die Laufzeit eines Kraftfahrzeuges macht das schon bei Fahrzeugen der Mittelklasse einen enormen Betrag an Steuerersparnis aus, der die vom Mitarbeiter abzuführende Steuer für den „Geld werten“ Vorteil wesentlich übersteigt. Besonders dann, wenn der Mitarbeiter einen kurzen Arbeitsweg hat. Und „kluge“ Mitarbeiter haben in der Regel einen kurzen Arbeitsweg, wenn auch manchmal nur steuerlich.

Den Subventions-Gewinn (Differenz zwischen ersparter Mehrwertsteuer und der vom Mitarbeiter bezahlten Steuer für „Geld werten Vorteil“) kann man sich trefflich zwischen Mitarbeiter und Unternehmen teilen, so dass beide Seiten von der Subvention für die Automobil-Industrie profitieren. Und da ich damals beim Thema Autofahren noch ziemlich naiv war, habe ich das Argument „Du bekommst einen Geschäftswagen“ kräftig auch bei der Anwerbung von Mitarbeitern eingesetzt.

So wuchs mit der Anzahl der Mitarbeiter auch die Anzahl der Geschäftswagen kräftig. Wir konnten nach kurzer Zeit von einer kleinen Flotte von IF-Autos sprechen, die immer größer wurde (10, 20, 30 …). Wenn man eine Flotte hat, kommt der Autovertreter für die Geschäftskunden und überredet einen mit dem Hinweis auf „die vielen Vorteile“ zu einem Flottenvertrag. Den habe ich dann auch irgendwann mal abgeschlossen.

Auch die Rückseite dieses Scheines hat manches Herz erfreut :-)

Auch die Rückseite dieses Scheines hat manches Herz erfreut 🙂

Jetzt dachte ich, dass wir über so einen Flottenvertrag die Autos günstiger kriegen würden denn als Privatkäufer. Das war aber ein Irrtum, immer wieder erfuhr ich, dass Freunde beim „Privatkauf“ – zwar nach zähem Handeln aber immerhin – einen höheren Einzelrabatt bekamen als ich für die Flotte. Das hat mich geärgert.

Dazu kam, dass die Versprechungen der Flottenvertrags-Händler zwar sehr groß aber der Service unterirdisch schlecht war. So habe ich die Anbieter gelegentlich gewechselt, einmal sogar die Marke. Die Verhandlungen waren immer grauenhaft, denn die Vertriebsleute der Autofirmen haben ihr ganzes, mir sehr unangenehmes vertriebliches Repertoire in penetranter Art und Weise eingesetzt.

Und wie ich partout nicht mehr wollte, kam der Oberverkäufer zu mir. Er beschwor mich eindringlich, dass ich unbedingt bei seinem Hause und seiner Marke bleiben müsse. Alles würde besser werden. Und er könne mir auch ein ganz besonderes Extra anbieten, dass er nur seinen allerbesten Kunden geben würde:

Er würde mir für jedes Fahrzeug, dass das Unternehmen im Rahmen des Flottenvertrages bei ihm kaufen würde, 5 % des Bestellwertes auf ein Konto meiner Wahl überweisen!

Ich war perplex und habe ihm geantwortet, dass ich gar kein Konto für so etwas hätte. Da hat er gesagt, dass er mir bei dem Einrichten eines solchen – gerne auch im Ausland – durchaus behilflich sein könnte. Hat er da eine Briefkastenfirma gemeint?

Zu der Zeit ist die InterFace gut gewachsen. Unsere Autos haben wir immer früh erneuert und so in diesem Jahr gut 10 Autos bestellt. Es war in diesem Jahr sicher ein Einkaufswert von über 250.000 DM. So hätten diese 5 % einen gesamten Zahlungseingang auf das Konto meiner Wahl in Höhe von 12.500 DM bedeutet. Das waren immerhin 12 1/2 Exemplare des abgebildeten Scheines, für den man damals noch sehr viel bekam. Und das Ganze steuerfrei und jedes Jahr mit steigender Tendenz …

Ich habe damals abgelehnt, weil ich ein solches Vorgehen nicht nur als Bestechung sondern vor allem als Betrug an meinen Partnern und Mitarbeitern gesehen habe. Heute bin ich froh darüber, dass ich dieses sehr ernst gemeinte Angebot abgelehnt habe. Marke und Vertriebsunternehmen verrate ich nicht, weil ich davon ausgehe, dass das keine gängige Geschäftspraxis war sondern nur die Machenschaften von Einzelnen. Aber wer weiß?

RMD

P.S.
Der Tausender ist aus Wikipedia.

Roland Dürre
Mittwoch, der 27. April 2016

Dumme (?) Fragen?

Hier ein paar aktuelle Ereignisse, die ich fraglich finde:

Negativ-Zins
Es gab mal eine Zeit, da hat man noch Zinsen auf sein Sparbuch bekommen. Jedoch kam die Quellensteuer und hat den Zins gekürzt.
Wenn die Negativ-Zinsen kommen, wie geht das steuerlich? Bekomme ich dann eine automatische Steuergutschrift?

Plastikbeutel
Jetzt gibt es eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels, für die Abgabe von Plastik-Einkaufstüten Geld zu nehmen. Wird nicht viel helfen.
Warum macht man nichts gegen den vielen anderen und wesentlicheren Plastik-Müll (Plastiktüten für Hundekacke, Verpackungsexzesse bei allen Produkten)?

Luxemburg-Leaks.
Endlich steht jemand in dieser Sache vor Gericht.
Warum sind es aber die Whistleblower und nicht die, die betrogen haben?

Rentenerhöhung.
Ganz stolz ist die Regierung dass die Rentner diesmal einen kräftigen Schluck aus der Pulle bekommen.
Warum erzählt sie aber nicht, dass gleichzeitig Rentnereinkommen vermindert wird, weil mancher Rentner jetzt Einkommens-steuerpflichtig wird?

Subvention.
Heute wurde es verkündet: Ab jetzt wird der Kauf von E-Autos subventioniert. Auch der eines Hybrids. Zweiteres verstehe ich noch weniger als Ersteres. E-Autos sind doch wenn dann nur ein kleiner Teil der Lösung, ihre Gesamtbilanz ist alles andere als freundlich.
Wenn man schon unbedingt subventionieren muss, warum dann nicht Lastenfahrräder? Die wirklich etwas bringen?

Ich könnte mit so dummen Fragen ewig weitermachen; zu vielen Themen. Mache ich vielleicht auch bei Gelegenheit. Würde aber auch gerne Eure „dummen Fragen“ veröffentlichen. Einfach mir zusenden. Damit es ein wenig interaktiver wird.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 25. April 2016

Die Meister der Reformen.

Die Vorgeschichte zum Artikel:
Zurzeit habe ich lieben Besuch aus China. Gestern am Sonntag (24. April) will unser Besuch die Bundes-Talkshow mit „Anne Will“ sehen.

Was tut man nicht alles für seine Gäste. Also schauen wir gemeinsam „Anne Will“. Das Thema der Sendung ist die Politik der EU und das Verhältnis zu ihrem Partner Türkei, mit besonderer Aufmerksamkeit auf Erdoğan, den zwölften Präsident der türkischen Republik (den ich eher als Diktator wahrnehme). Die Gäste sind überwiegend die bekannten Gesichter … (zur Sendung).

Recep Tayyip Erdoğan 2015

Recep Tayyip Erdoğan 2015
ein großer Reformer?

Zuerst ist es langweilig wie immer. Dann wird Recep Tayyip Erdoğan von einem Teilnehmer als großer Reformer gelobt.

Mich irritiert, dass diese Aussage von den Gesprächspartnern nicht nur sofort bestätigt wird, sondern dies den Diktator in der Runde aufwertet und als Gegenargument die Frage kommt, warum er denn jetzt „seine eigenen (guten) Reformen“ alle wieder abschaffen würde?

Bevor man über und von Reformen quatscht, sollte man sich zuerst mal überlegen, was denn unter „Reformieren“ zu verstehen ist. Ich schaue zuerst mal die Begriffserklärung für Reform in Wikipedia nach.

Gleich als ersten Punkt in der Aufzählung finde ich, dass der Begriff Reform nichts anderes beschreibt als
„Die planvolle und gewaltlose Umgestaltung bestehender Verhältnisse“.

Das erscheint mir doch schon als eine halbwegs valide Definition. Und siehe da – sie ist völlig wertfrei. Nirgends steht hier, dass eine Reform etwas „Positives“ oder Gutes“ sein müsse.

Die Definition fragt auch nicht nach dem Zweck. So bleibt eine Reform eine Reform, auch wenn sie zum Beispiel der Einführung einer (guten oder schlechten) Diktatur oder einer (vielleicht genauso guten oder schlechten) Demokratie dient.

Den eigentlichen Artikel zu Reform in Wikipedia finde ich schwach. Er beschränkt sich auf Beispiele für Reformen in der Geschichte; Politische Reformen im Deutschland der Gegenwart und Kirchliche Reformen. Er suggeriert auch, dass eine Reform nur dann eine Reform ist, wenn es um eine Umgestaltung geht, die zu einer wesentlichen Veränderung führt. 

Das gängige und einzige Mittel zur Umsetzung von Reformen in Demokratien scheint die Gesetzgebung zu sein. Reformieren heißt, ein neues Gesetz zu machen. Woher kommt dann eigentlich der dauernde Ruf „nach neuen Reformen“? Da wir ja nicht die Kraft haben, Gesetze zu streichen, verkommt er zur Forderung nach mehr Gesetzen. Und genau die werden auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene eh schon in inflationärer Art und Weise produziert!

Ein gutes Objekt für eine geschichtliche Betrachtung von Reformen und ihre Folgen ist für mich die Geschichte der deutschen Eisenbahn. Zuerst wurden die Länderbahnen zur Deutschen Reichsbahn (DR) zusammengefasst. Dadurch entstand eines der größten Unternehmen der Welt und der weltweit größte Arbeitgeber. Die Vorteile waren simpel, es war jetzt möglich „Einheitsbaureihen“ in großer Stückzahl zu bauen. Diese „Reform“ hat wohl auch zu einer sehr leistungsfähigen Organisation geführt. Angeblich fuhr die deutsche Reichsbahn sogar in den ersten Jahren des zweiten Weltkriegs pünktlicher als die DB AG und ihre Wettbewerber heute.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Bundesbahn (DB) in Westdeutschland die Nachfolgerin der DR. Zur Übernahme der Deutschen Reichsbahn der DDR kam dann die Privatisierung der Deutschen Bundesbahn und die Überführung in die DB AG inklusive einer Zerlegung in viele Eisenbahn-Betriebsgesellschaften und Erweiterung des Betriebes durch „private“ Konkurrenten.

Da kann man jetzt sicher trefflich über den Sinn und Zweck dieser Reformen diskutieren.

Aber zurück zur Talkshow von Anne Will.
Zuerst musste ich bei der Erwähnung der Reformen von Erdoğan an Adolf Hitler denken. War der doch nicht nur der größte Feldherr (GröFaZ) sondern auch der größte Reformer aller Zeiten (GröRaZ)? Sind doch viele Reformen und die daraus resultierende Gesetze, die überwiegend heute noch gelten, im dritten Reich angelegt worden (Arbeit, Mutterschutz, Verhältnis Kirche/Staat inklusive Kirchensteuer, Kulturgutschutz und vieles mehr).

Die türkische Geschichte, wie ich sie gelernt habe:
Als Kinder haben wir in der Schule und im Rahmen der BRD-Sozialisierung gelernt, dass die Türkei und die Türken den Deutschen sehr freundlich gesinnt seien. Militärisch wäre die Türkei immer ein guter Partner gewesen. Die aus dem Mittelalter stammende Angst vor den Türken wäre nicht mehr angebracht. Innenpolitisch wäre die Türkei sicher ein wenig kritisch zu bewerten, da die Trennung von Kirche und Staat naturgemäß in islamischen Staaten nicht so einfach wäre. Das säkulare Erbe von Atatürk (Mustafa Kemal Atatürk), dem Vater aller Türken, würde aber glücklicherweise von den Generälen des starken Militär beschützt, das so auch die Demokratie in der Türkei sicher stellen würde. Und natürlich hat man uns gelehrt, dass die türkischen Gastarbeiter ein wichtiges Moment für die deutsche Wirtschaft wären. Das war es dann schon, was man uns über den Nato-Staat und damals noch baldiges Mitglied der europäischen Gemeinschaft erzählt hat.

Naja, vielleicht hat Erdoğan ja da mit seinen Reformen durchaus etwas verändert.

RMD

Das Bild ist aus Wikipedia Kremlin.ru
Встреча Президента России Владимира Путина с Президентом Турции Реджепом Тайипом Эрдоганом в Баку

Roland Dürre
Sonntag, der 24. April 2016

Projekt FRIEDEN – Donnerstag, 28. April 2016 – IF-Forum

Am Donnerstag (28. April) um 18:00 starte ich gemeinsam mit Jolly Kunjappu unser Projekt FRIEDEN. Wir freuen uns auf unsere Gäste.

»Jolly Kunjappu – »Jumbo‘s first birthday. Celebrate your life.« Acryl und Wachskreide auf Leinwand

»Jolly Kunjappu – »Jumbo‘s first birthday. Celebrate your life.«
Acryl und Wachskreide auf Leinwand

An diesem Tage werden wir “die Gedanken befreien”, Impulse geben und versuchen, „die freundlichen Menschen“, die wir so mögen, zu inspirieren. Wir wollen die Lust wecken, all die Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.

Wir wollen die Bereitschaft fördern, an der notwendigen großen Transformation unserer Gesellschaft und Lebensart konstruktiv mitzuwirken und so die Voraussetzungen ein wenig zu verbessern, dass wir Zukunft aktiv gestalten können. Denn:
Handeln ist wichtiger denn Reden!

An diesem Abend wollen Jolly und ich in die Vorlage gehen und dann gemeinsam mit Euch Ideen entwickeln und überlegen, was man denn alles machen könnte.
🙂  (Vielleicht ein Schneeballsystem für Frieden und Transformation aufsetzen?)

So wollen wir von unseren Freunden so lernen. Gemeinsam Erkenntnis gewinnen und  an unserer eigenen Aufklärung 2.0 arbeiten.
🙂 Indoktrination und Religionisierung mögen und machen wir nicht, denn wir sind keine Missionare!

FRIEDEN ist für uns ganz einfach die zentrale Metapher für die erforderliche Veränderung, denn Frieden betrifft uns dreifach: Jeden einzelnen ganz persönlich in sich; in unseren Beziehungen zu der Welt, in der wir leben und so auch zu unserer Umwelt; und natürlich auch im Verhältnis individuell zwischen Menschen wie kollektiv zwischen Völkern und Gemeinschaften aller Art unserer wunderbaren Welt.

Und ohne FRIEDEN ist glückliches Leben in Zufriedenheit nicht vorstellbar.

Das Projekt FRIEDEN ist mir persönlich sehr wichtig und hat für mich ab sofort Priorität. Es soll das letzte große Projekt meines Lebens werden, so will ich es in den nächsten Jahren zu meinem zentralen Thema machen. Damit mir dies gelingt ist mir Eure, die Teilnahme meiner Freunde, sehr wichtig.

Trotzdem soll der Donnerstag Abend zuerst mal ein Treffen von eben „den freundlichen Menschen“ unserer Welt in großer FREUDE werden und uns allen viel Mut und Vertrauen geben! Jolly und ich sind uns sicher, dass dies gemeinsam mit Euch exzellent gelingen wird. Und ein paar Überraschungen wird es auch geben …

Hier noch ein Link zu 3 Artikeln in IF-Blog.de zum Thema inklusive der Einladung zur Veranstaltung. Eine kleine Bitte habe ich nur – das Kommen kurz anmelden wegen Futter&Getränke. Dies könnt Ihr als Kommentar im Blog machen oder ganz einfach per E-Mail an die InterFace AG oder gerne direkt an mich.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 23. April 2016

Neue Barcamps braucht das Land!

Jetzt weiß ich, warum meine Begeisterung für Barcamps nachlässt …

PM_BannerDiese Woche war ich beim ersten (!) Barcamp eingeladen, das einer der ganz großen deutschen Weltkonzerne in seinem Unternehmen veranstaltete. Die „Unkonferenz“ galt als Experiment und hatte als Thema eines der modernen „Führungsprinzipien“.

Man wollte mal etwas Neues ausprobieren und hat dazu zirka 50 interne Mitarbeiter und ein paar externe eingeladen (einer davon war ja ich). Die Mitarbeiter aus dem Konzern waren fast alles junge „high potentials“, darunter viele persönliche Assistent*innen von Vorständen bzw. Bereichs- oder Produktverantwortlichen.

Von den Freiheitsgraden war das Barcamp ein wenig eingeschränkt. So wurde das „Prinzip der Füße“ und die Rollen der „Schmetterlinge und Bienen“ bewusst nicht formuliert. Ich habe nachgefragt, die Veranstalter waren in der Sorge – nach meiner Meinung zu unrecht, dass es dann dass doch zu viel der Innovation sein könne.

Aber: Die Veranstaltung war wahnsinnig gut.

Ich hatte den Eindruck, dass nach kurzer Skepsis alle Teilnehmer richtig begeistert mit gemacht haben. Und dass es für alle eine tolle Geschichte war. Kein einziger der Teilnehmer hatte sich explizit mit einem Vortrag oder ähnlichem vorbereitet! So haben alle Sessionsgeber nach kurzem Nachdenken spontan ihre Probleme, Sorgen und auch Erlebnisse formuliert. Und das kam an – so wurde in allen Sessions immer an Themen gearbeitet, die wohl brennend wichtig und sehr spannend waren.

Ich habe auch wieder mal viel gelernt und war froh, dabei gewesen zu sein. Besonders habe ich viel besser verstanden, wie große Konzerne heute betreffend Führung und Management ticken. Als Wissens-Beifang wurde mir auch bewusst, dass es tatsächlich in der Regel nicht mehr darum geht, Produkte zu kreieren, die den Kunden nutzen. Denn als erstes geht es um die Bewertung, ob es im Markt noch Bereiche gibt, die unterversorgt sind („produktfreie“ Lücken), von denen jedoch eine Mehrheit der befragten Menschen glaubt, das man so etwas brauchen kann.

Wenn diese Bedingung erfüllt ist, dann geht es nur noch darum, ob es eine gute Marketing-Strategie und ein Vermarktungs-Konzept gibt, dass wesentliche Skalierung und gute Profitabilität (Herstellungskosten / durchsetzbarer Preis) ermöglicht. Dass der Nutzen eines Produkts bei der kreativen Planung so gar keine Rolle mehr spielt, hat mich dann doch ein wenig entsetzt.

Eine (indirekte und) für mich persönlich wichtige Erkenntnis war aber (und deswegen schreibe ich hier), dass mir auf diesem „Konzern-Barcamp“ klar wurde, warum ich immer barcamp-müder werde:

Je länger es ein barcamp gibt, desto mehr Menschen kommen mit vorbereiteten Themen und formulieren nicht mehr spontan und/oder im Kontext des Geschehens ihre Anliegen.

pmcamp3Diese Tendenz sehe ich leider auch immer mehr bei meinen ehemals so richtig geliebten PM-Camps, denen ich bisher immer treu die Stange gehalten habe. Und bin dann mittlerweile am meisten im Kaffeeraum und rede mit den vielen tollen Menschen, die da immer da sind. Auch meine ich bei anderen barcamps zu sehen, dass jedes Jahr die „konfektionierten“ Sessions immer mehr werden und so die Unkonferenz sich nur noch aufgrund ihrer Format-bedingten Freiheit ein wenig von einer guten klassischen Konferenz unterscheidet.

Ein Lösungsansatz könnte so sein:
a) Deutlich zu kommunizieren, dass es besser ist, wenn wir auf barcamps wieder den Moment wirken lassen und sich ausschließlich spontan und aus der eigenen und gemeinsamen Erkenntnis-Situation heraus Sessions anbietet und
b) Die Planungsphasen iterativer und „gemeinsamer“ zu gestalten
(also am Morgen nur die Sessions für den Vormittag festlegen, dann im Forum kurz zu reflektieren, was passiert ist und wie man das am Besten fortsetzen kann).

Die immer wiederkehrende Gradwanderung zwischen individuell (allein) und kollektiv (gemeinsam)  und zwischen agil und im voraus geplant ist sicher nicht einfach hinzukriegen. Aber wir müssen es immer wieder versuchen.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 21. April 2016

Grundwissen Verkehrsökologie –

Grundlagen, Handlungsfelder und Maßnahmen für die Verkehrswende

Das ist der Untertitel des Buches Grundwissen Verkehrsökologie von Udo J. Becker. Erschienen ist es im oekom-Verlag, von dem ich ja auch schon das Buch Die digitale Mobilitätsrevolution von Canzler/Knie vorgestellt habe.

Titel_Becker_Verkehrsoekologie_4cWenn es den oekom-Verlag nicht schon gäbe, dann müsste man ihn glatt erfinden. Dort finde ich ganz viele Titel, die mich sämtlich begeistern. Der Verlag gibt Fachbücher heraus – und wie ich ich finde vor allem sehr sinnvolle Fachbücher zu den wirklich wichtigen Dingen unseres Lebens. Zum Beleg meiner These habe ich diesem Artikel im P.S. ein paar Neuerscheinungen zum 4. Mai und eine Liste kürzlich erschienener Titel angehängt.

Vor kurzem habe ich mir beim oekom-Verlag zum Beispiel das Buch „Besser leben ohne Plastik“ von Anneliese Bunk & Nadine Schubert gefunden und bestellt – und obwohl ich das Leben mit möglichst wenig Plastik schon lange praktiziere, habe ich da noch ein paar gute Gedanken gefunden. Die beiden Autorinnen werden ihrem Anspruch „zu zeigen, wie es anders geht“ absolut gerecht. So werde ich dieses Buch in meine Liste der zu verschenkenden Werke einreihen.

Aber jetzt zum „Grundwissen Verkehrsökologie“. Oft diskutiere ich mit bekennenden Anhängern unseres Lebensstiles über Themen wie „Aktive Mobilität im Alltag“ oder „Zukunft der Mobilität“ und bin entsetzt, was für Thesen ich da höre. Und stelle fest, wie wenig auch sehr kluge und gut ausgebildete Menschen von dieser Problematik verstehen.

Das hier besprochene Buch könnte da helfen. Es besticht durch Sachlichkeit. Die Fakten sind sehr präzise recherchiert, ein ausführliches Literaturverzeichnis ermöglicht Vertiefung. Es scheint mir sehr vollständig, zumindest habe ich auf alle mich bewegenden Themen eine Antwort gefunden. Da es ein sehr umfassendes Werk ist, muss man es nicht am Stück lesen. Mir macht es Spaß, mir gelegentlich ein neues Kapitel durchzulesen und es dann wieder ein wenig zur Seite zu legen. Bis zum nächsten Kapitel.

Das Buch ist ein MUSS für alle Menschen, die sich ein valides Bild der realen Verkehrs-Situation machen möchten oder gar sich anmaßen, über unsere Verkehrssituation zu sprechen. Für Stadtplaner und Politiker wie Experten in unseren Administrationen sollte es Pflichtlektüre sein. Ich würde es mir auch als Basis-Lektüre für ein Wahlfach „Unsere Zukunft“ in den Abschlussklassen unseres Bildungssystems wünschen.

Ein bisschen Frust habe ich bei der Lektüre auch empfunden: Eigentlich wissen wir alles, besonders auch was wir falsch machen. Wir wissen auch, was uns gut tut und was uns schadet. Nur bei unserem Handeln berücksichtigen wir unser Wissen viel zu wenig.

RMD

P.S.

Zum 4. Mai gibt es auch wieder sehr interessante Neuerscheinungen im oekom-Verlag!

Rudolf Buntzel, Francisco Mari, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. (Hrsg.)
» Gutes Essen – arme Erzeuger. Wie die Agrarwirtschaft mit Standards die Nahrungsmärkte beherrscht «
Ca. 368 Seiten, ISBN 978-3-86581-797-6, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Peter Berg
» Endliche Welt, unendliches Geld. Das wahre Dilemma der Nachhaltigkeit «
190 Seiten, 978-3-86581-803-4, 19,95 / 20,60 (A). Auch als E-Book erhältlich.

Angela Franz-Balsen, Lenelis Kruse (Ed.)
» Human Ecology Studies and Higher Education for Sustainable Development. European Experiences and Examples «
168 Seiten, 978-3-86581-299-5, 29,95 / 30,80 (A). Auch als E-Book erhältlich.

Alrun Vogt
» Wirtschaft anders denken. Vom Freigeld bis zum Grundeinkommen «
200 Seiten, 978-3-86581-805-8, 16,95 / 17,50 (A). Auch als E-Book erhältlich.

Und hier noch der Hinweis auf vor kurzem erschienene und schon verfügbare Fachbücher aus dem oekom verlag:

Ute Dechantsreiter (Hrsg.)
» Bauteile wiederverwenden – Werte entdecken Ein Handbuch für die Praxis «
224 Seiten, ISBN 978-3-86581-786-0, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Christian Blasge
» Idealtheorie und bedingungsloses Grundeinkommen. Konzept, Kritik und Entwicklung einer revolutionären Idee «
252 Seiten, ISBN 978-3-86581-800-3, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Günther Reifer, Hans-Ulrich Streit, Evelyn Oberleiter
» Sustainable Companies. Wie Sie den Aufbruch zum Unternehmen der Zukunft wirksam gestalten. Ein Leitfaden «
252 Seiten, ISBN 978-3-86581-795-2, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Hans Holzinger
» Von nichts zu viel – für alle genug. Perspektiven eines neuen Wohlstands «
232 Seiten, ISBN 978-3-86581-794-5, 18,95 Euro / 19,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Kirsten Radermacher
» Ökologisch-ökonomische Entscheidungen in Unternehmen. Auswirkungen auf die Produktqualität am Beispiel der Druck- und Verpackungsindustrie «
350 Seiten, ISBN 978-3-86581-793-8, 18,95 Euro / 19,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Frank Stolze, Anna Petrlic
» Nachhaltigkeit für Einsteiger. Geschichte, Konzepte und Praxis «
116 Seiten, ISBN 978-3-86581-788-4, 12,95 Euro / 13,40 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Melanie Groß
» Und plötzlich gärtnern alle. Theoretische, konzeptionelle und methodische Perspektiven für Gardening und Commons in der Jugendarbeit «
122 Seiten, ISBN 978-3-86581-758-7, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Thomas Hammer, Ingo Mose, Dominik Siegrist, Norbert Weixlbaumer (Hrsg.)
» Parks of the Future. Protected Areas in Europe Challenging Regional and Global Change «
280 Seiten, ISBN 978-3-86581-765-5, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Markus Große Ophoff (Hrsg.)
» Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement. Green Meetings als Zukunftsprojekt für die Veranstaltungsbranche «
274 Seiten, ISBN 978-3-86581-783-9, 39,95 Euro / 41,10 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Sylvia Wölfel
» Weiße Ware zwischen Ökologie und Ökonomie. Umweltfreundliche Produktentwicklung für den Haushalt in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR «
356 Seiten, ISBN 978-3-86581-789-1, 34,95 Euro / 36,00 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Holger Petersen, Stefan Schaltegger, Centre for Sustainability Management (CSM) (Hrsg.)
» Nachhaltige Unternehmensentwicklung im Mittelstand. Mit Innovationskraft zukunftsfähig wirtschaften «
224 Seiten, ISBN 978-3-86581-776-1, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Fred Luks (Hrsg.)
» Rethink Economy. Perspektivenvielfalt in der Nachhaltigkeitsforschung – Beispiele aus der Wirtschaftsuniversität Wien «
186 Seiten, ISBN 978-3-86581-737-2, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Carsten Kaven
» Transformation des Kapitalismus oder grüne Marktwirtschaft? Pfade zur Nachhaltigkeit bei Altvater, Jänicke, Nair und Rifkin «
210 Seiten, ISBN 978-3-86581-750-1, 22,95 Euro / 23,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Ernst Weeber
» Weiter gegen den Untergang – Eine Auffrischung. Die Fortschrittskritik des Astrophysikers und Systemtheoretikers Peter Kafka «
176 Seiten, ISBN 978-3-86581-744-0, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

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Heute: Bestechung & Schwarze Kassen

Wie ich noch in Anwender-Software gemacht habe, war immer Requirement Engineering angesagt. Immerhin hatte der Begriff den Vorteil, dass das Wort Management nicht drin vorkam. Modern würde man ja wahrscheinlich „Requirement Management“ sagen. Ich bevorzuge aber heute den eher agilen Ansatz eines Systementwurfs mit „user stories“ und „use cases“.

Ganz gleich ob so oder so, immer gibt es etwas Ähnliches wie Entity-Relationship-Modelle (ERM). Es werden Objekte oder besser Klassen von Objekten und eine qualifizierte Beziehung beschrieben, die zwischen diesen besteht.

Das für mich schönste Beispiel für ein ER-Modell ist die Liebe. Da gibt es die Liebende (entity E1, die Liebe (relationship L->) und die Geliebte (entity E2), also E1 L-> E2. Das ganze geht natürlich auch männlich.
🙂  Und wenn das Relationship symmetrisch wird (<-L->), dann sprechen wir von einem „Happy End„.

Sogar die sicher sehr schlauen Jesuiten als Vordenker der katholischen Kirche haben genau diese Metapher gewählt, um das unverständliche und oft angezweifelte Dogma der Dreifaltigkeit als menschenfreundliche Metapher abzutun. Sie haben einfach Gottvater als den Liebenden, den heiligen Geist als die Liebe und Jesus als den Geliebten definiert.

:-) Was waren das noch für Zeiten, wie man diesen Schein als Reserve versteckt in seinem Geldbeutel hatte.

🙂 Was waren das noch für Zeiten, als wir diesen tristen Schein sauber gefaltet und tief versteckt als eiserne Reserve in der Tiefe unseres Geldbeutel hatten.

Bestechung kann auch als Entity-Relationship-Modell definiert werden. Es gibt den Bestecher, die Bestechung und den Bestochenen. Schon vor ein paar Jahrzehnten haben wir im Seminar bei Rupert Lay – damals auch als der Nestor von Ethik in Wirtschaft und Gesellschaft bezeichnet – das Thema Bestechung heiß diskutiert und debattiert.

Die Erkenntnis im Kreis der Manager war damals, dass die Bestechung zumindest eines deutschen Beamten zweifelsfrei ein „Nogo“ wäre, weil sie definitiv vom Gesetzgeber verboten wäre. Eine Bestechung eines Einkäufers einer definitiv korrupten Gesellschaft – um zum Beispiel Arbeitsplätze zu erhalten – könne aber ethisch durchaus zu rechtfertigen sein. Weil es ja sonst ein anderer tun würde. Und das Finanzamt würde ja auch genau deshalb eine Erklärung wie „besondere Aufwendung“ ohne Empfängerangabe in einem vernünftigen Rahmen akzeptieren.

Soweit die Management-Denke der 80iger Jahre. Ich sah und sehe das ein wenig anders. Zum einen, weil diese Logik ja alles recht fertigen würde, auch den Einsatz von weiteren unredlichen Mitteln – wie zum Beispiel Gewalt – und zum anderen, weil auf diese Art und Weise das Rad der Korruption nur noch schneller gedreht werden würde.

Wie sieht Bestechung in der (erlebten) Praxis aus?

In der Regel basiert Bestechung auf einem System von schwarzen Kassen. Denn sie funktioniert nur, wenn Bestecher (E1) und Bestochener (E2) nicht bekannt werden. Also muss das Geld möglichst früh anonym aus dem Unternehmenskreislauf entnommen und ins Schattenreich des Schwarzgeldes gebracht werden.

Dort herrscht Regellosigkeit los, bzw. die Regeln werden von einzelnen Personen festgelegt. Die sind bekanntermaßen schwach und können leicht verführt werden. Besonders wenn sie als sozialem Rahmen ein korruptes System haben, dass es ja mit seinen schwarzen Kassen vormacht.

Menschen mögen sich selber am meisten. Und ihr Gerechtigkeitssinn protestiert, wenn so ein korrupter Mensch einer fremden Welt auch noch soviel Geld kriegen soll. Also zweigen sie – für mich gut nachvollziehbar – einen wesentlichen Betrag aus dem Bestechungsgeld an sich ab. Alles andere wäre ja mehr als dumm.

Ich gehe mal davon aus, dass (mehr als) die Hälfte der Bestechungssummen gar nicht bei den Bestochenen landet sondern bei den Bestechern hängen bleibt. Das macht Bestechung so problematisch. Denn plötzlich wird das ERM symmetrisch, der Bestecher will die Bestechung genauso wie der Bestochene, sie werden zu Komplizen und die Notlüge „man muss ja bestechen, weil es die Regel ist“ steht auf noch schwächeren Beinen.

Das an beide Seiten geflossene Geld muss natürlich irgendwo hin – und wieder wird uns klar, warum es so viele Scheinfirmen gibt. So schließt sich der Kreis zum ersten Artikel meiner kleinen Serie. In den nächsten beiden Artikeln beschreibe ich dann ganz konkret, wie ich bestochen werden sollte.

RMD

P.S.
Der Tausender ist aus Wikipedia.

Roland Dürre
Mittwoch, der 20. April 2016

Unternehmertagebuch #116 – Social Media: Corporate Twittern

Moderne Unternehmen wünschen sich, dass ihre Mitarbeiter im Unternehmen aktiv „mitmachen“. Eine Partizipation der Mitarbeiter an der Entwicklung und ihre Beteiligung an den Entscheidungen des Unternehmens gilt als positives Asset und als notwendige Bedingung für Zukunftssicherheit. Begriffe wie „demokratisches Unternehmen“ sind in Mode. Manche schwärmen sogar von Holokratie, („Holocracy“, das Wort verunglimpfe ich gerne abwertend zu „Holocrazy“).

Doch habe ich hohen Respekt von den dahinter liegenden Absichten. So wie ich auch die Gedanken zur „Gemeinwohlökonomie“ (z.B. nach Christian Felber) sehr schätze. Aber wie kann ein Unternehmen die notwendige Veränderung schaffen?

Meine Twitter-Fenster.

Meine Twitter-Fenster.

Ich meine, dass beim Versuch, die Kultur in einem Unternehmen zu gestalten, Social Media eine wichtige Rolle spielt – intern wie extern.

Für Wandel und Veränderung sind Kommunikation auf Augenhöhe und ein unternehmensinternes Intranet, das ein wenig wie bekannte Social Media Systeme à la Facebook funktioniert, wichtige Voraussetzungen. Heute redet man in diesem Kontext auch von „Corporate Social Media (CSM)“. Vielleicht haben wir bald neben dem SEO (Search engine officer verantwortlich für search engine optimization) auch einen „SMO“. Wobei dann SM natürlich nicht für sado-maso sondern für Social Media steht (Social Media Officer).

Einem von oben verordneten CSM stehe ich skeptisch gegenüber. Die Mitarbeiter müssen die Transformation machen. Wie auch bei dem sehr aktuellen Thema CSR (Corporate Social Responsibility). Da geht es darum wie ein Unternehmen „ethischen“ Ansprüchen genügt. Auch das muss die Basis wollen und machen.

Meine Skepsis zu CSR durch Führungskräfte versteht man sofort, wenn man zum Beispiel die Bücher des Herrn Otfried Höffe liest. Dessen Bücher sind zur Standardliteratur an den Unis im Fach Ethik geworden. Ich weiß nicht warum – steht da nach meinem doch ein schlimmer Stoff drin, den die armen Wirtschaftsstudenten da lernen müssen und der einem philosophischen Anspruch nicht genügt.

Aber ich bin ja auch ein böser Skeptiker, der sogar das wertvolle BGM (Betriebsgesundheits Management) als einen lächerlichen Begriff empfindet, obwohl es gar nicht mit „C“ anfängt – den Abkürzungen, die mit C anfangen misstraue ich besonders. Nicht nur in der Politik und nicht nur wenn das C für „Christlich“ oder „Corporate“ steht. So wie ich bei allen Kombinationen und Abkürzungen vorsichtig bin, die Begriffe wie Management, Manager oder Officer beinhalten.

Jetzt aber zum konstruktiven Teil meines Artikels. Ich möchte hier am Beispiel von Twitter erläutern, wie man es im Unternehmen hinkriegen kann, dass die Menschen des Unternehmens gerne und sinnvoll bei Coporate Social Media, also nach außen gerichtet, mitmachen. Dies aus Freude und intrinsischer Motivation heraus, ohne irgendwelche Anreize oder ähnliches.

Wie kann ein echtes gemeinsames Twittern eines Unternehmens erreicht werden, das so authentisch im Netz seine Stärke und Kompetenz zeigen und sich als sympathisches Kollektiv von tollen Individualisten dem Markt präsentieren kann.

Wie man sich leicht denken kann, geht das aber nicht durch ein zentral gesteuertes Marketing alter Denke. Nicht nur die Rolle des Marketings muss sich gravierend ändern, auch – durchaus nicht neue – Tugenden wie das Subsidiaritäts-Prinzip aufbauend auf Vertrauen und Fehlertoleranz müssen wieder aufleben.

Bevor ich anfange, möchte ich das „kollektive Twittern eines Unternehmens“ abgrenzen von „funktionaler Twitterei“, wie es die Bahn (@bahn) oder die Telekom mit ihren Twitterkennungen machen (Telekom hilft – @Telekom_hilft – habe ich selbst mal probiert, wie ich in Not war und hat mir sehr geholfen). Das ist sehr sinnvoll und oft ein guter Weg, zu diesen Unternehmen mit seinen Problemen durchzudringen und so oft für die Nutzer die einzige Chance, gehört zu werden, wenn Hotline und andere „normale“ Kanäle zum Unternehmen versagen.

Fürs Unternehmen lohnt sich solche Nutzung von Social Media Kanälen auch, weil so wesentlich Last von den teuren Hotlines genommen werden kann, die allein schon wegen ihrer Überlastung die Kunden verärgern. Und gute social media services sind in der Regel viel preiswerte anzubieten als eben ein klassischer Help Desk.

Dies hat aber mit „Coporate Social Media“ im Sinne „hier twittert die Belegschaft“ nichts zu tun.

Um als Unternehmen gemeinsam twittern zu können, ist zuerst Mal eine gemeinsame Twitterkennung, die von möglichst vielen, am besten allen Mitarbeitern genutzt werden kann. Zu Anfang sollte ein definiertes Team beispielhaft auf dieser Kennung fürs Unternehmen twittern und diese Kennung moderieren. Langfristig ist natürlich eine Moderation von allen Beteiligten in gemeinsamer Verantwortung wünschenswert.

Vielleicht sollte dieses Team auch ein paar Hinweise und organisatorische Hilfestellung geben, welche Art von Kommunikation im Sinne des Unternehmens ist und was eher nicht. Wobei die Mitarbeiter das meistens selber schon auch sehr gut wissen.

Weiter sollte in jeder Filiale in Räumen wie dem Entrée, Teamräumen oder Küche ein Bildschirm vorhanden sein, auf dem eine Twitterwall (hier das  Beispiel der ActMobCmp-Twitter-Wall) mit den aktuellen Tweets läuft. Denn das Lesen der Tweets der Freunde und Kollegen macht Appetit, auch selber zu twittern. So kommt das Mitmachen und die gemeinsame Moderieren ganz von selber.

Twittern steht in diesem Artikel so ein wenig als Metapher für Social Media ganz allgemein. Mit Facebook, Google+ oder auch einem Corporate Blog geht das dann auch nicht viel anderes. Das „Corporate Twittern“ ist so ein guter Einstieg in weitere corporate social media Aktivitäten. Wenn (fast) alle mit Begeisterung dabei sind, dann kann man sich auch mit „Corporate Blogging“ versuchen.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

Roland Dürre
Donnerstag, der 14. April 2016

Alles smart oder was? Smart Cities!

Oder: Warum mir „die freundlichen Menschen“ lieber sind als die „Wutbürger“!

Am 05. April war wieder eine große Veranstaltung in München:
Das „Forum UnternehmerTUM“ in der BMW Welt.

Hier der Originaltext dazu direkt von UnternehmerTUM:
Das Forum UnternehmerTUM ist die größte und wichtigste Netzwerkveranstaltung der UnternehmerTUM mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gründerszene. Das Forum steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Smart Cities“.

So ist es und so bin ich da immer gerne dabei. Jedes Mal treffe ich viele gute Bekannte aus der „Akademischen Welt“ wie auch aus der Unternehmer-Szene. Auch einige der Start-ups, die ich betreue oder mal betreut habe, sind da. So gibt es immer ein schönes Wiedersehen mit vielen Freunden verschiedener Altersklassen. Also war ich auch am 5. April 2016 wieder dabei und weise gerne auf den Bericht zur Veranstaltung hin, der sich in MUNICH STARTUP findet.

munich-startupEs ging los mit einer angenehm kurzen „keynote“. Julian Petrin hat das Treffen mit einem kurzen und präzisen Impuls eröffnet. Seine Worte haben mich sehr beeindruckt. Julian wird als „Urbanist“ und „Stadtvisionär“ bezeichnet. Er ist wohl einer der Gründer, vielleicht sogar der Gründer von Nexthamburg. Er sprach über:
Smart City oder Die liebenswerte Stadt der Zukunft.

Jetzt ist der Begriff „smart“ ja an sich schon ein bisschen ambivalent und Smart City ja ist zuerst Mal ein eher nicht so anheimelnder Begriff, wie auch BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer in der durchaus spannenden Podiumsdiskussion anmerkte.

Julian Petrin hat uns den Begriff aber mit folgender positiver Deutung näher gebracht. Er sieht das „smart“ von „smart city“ als die Summe der Begriffe „digital“ und „sozial“ (smart = digital + sozial). Dabei geht es darum, dass „die freundliche Menschen“ gemeinsam und selber die Dinge in die Hand nehmen und zu gestalten beginnen . Dieses „Selbst machen“ ist nicht zu verwechseln mit dem „Self service“, den Government und Unternehmen aller Art gerne Ihren Kunden anbieten. Vielmehr beschreibt dieser Begriff den Willen gemeinsam Dinge selbst in die Hand zu nehmen, die man früher Dritten aus Politik und Administration überlassen hat. Dazu gehört auch so etwas wie zum Beispiel das „Hacken“ des öffentlichen urbanen Raums oder „freundliche Hausbesetzungen“.

Mir hat der Ausdruck „die freundlichen Menschen“ besonders gut  gefallen. Bei allen meinen Projekten suche ich auch immer den Schulterschluss und die Zusammenarbeit mit eben genau „diesen freundlichen Menschen“ – so auch bei den Barcamps für Projekt Management #PM-Camp und für „Aktive Mobilität im Alltag“ #AktMobCmp oder bei meinem PROJEKT FRIEDEN.

Ich unterstütze auch nur Startups, bei denen ich den Eindruck habe, dass sie aus „freundlichen Menschen“ bestehen. Mit „Wutbürgern“ abgeben will ich mich nicht mehr. Sie richten immer großen sozialen Schaden an, deshalb mag ich mit Ihnen nichts zu tun haben. Außerdem sind in der Regel „die freundlichen Menschen“, die mit Freude und Mut an ihren Projekten arbeiten, wesentlich erfolgreicher.

In der BMW-Welt habe ich nur „die freundlichen Menschen“ getroffen und habe mich so dort sehr wohl gefühlt.

RMD