Roland Dürre
Samstag, der 28. Mai 2016

Immer mehr und mehr und mehr … (TTIP)

Wachsen, wachsen, wachsen!

Eine Liliputaner-Parade marschiert durch Gullivers Beine. Illustration von Louis Rhead, 1913.

Eine Liliputaner-Parade marschiert durch Gullivers Beine. Illustration von Louis Rhead, 1913.

Der G7-Gipfel mit US-Präsident Obama und Mrs. Merkel an der Spitze will weltweit “mehr Wachstum”, weil das ja alle Probleme – auch das der Flüchtlinge – lösen würde. Die CDU will mehr und längere Gefängnisstrafen für Wohnungsdiebe, weil angeblich die diesbezügliche Kriminalität zu nimmt. Und mehr und höhere Strafen ja ganz bestimmt die Einbrecher abschrecken.

Die Gewerkschaften wollen mehr sonntägliche Ruhe und stoppen den verkaufsoffenen Sonntag zum Münchner Gründerfest. Die Linken wollen mehr Radikalität und mehr Frische, damit die AfD ihnen nicht weiter Wähler wegnimmt. Die Regierenden in Frankreich wollen mehr „internationale Konkurrenzfähigkeit“, weil sie glauben, dass sie dann wirtschaftlich erfolgreicher wären.

Ich halte das alles für „Bullshit“ und will eigentlich nur mehr Frieden und weniger Konsum. Wenn Wachstum sein muss, dann wünsche ich mir „mehr Weisheit“ und „mehr Vernunft“. Dies nicht nur bei unseren Politikern. Wachstum würde ich auf Bereiche beschränken, wo es nicht schadet. Wie z.B. mehr gutes Theater, dies aber nur dann wenn mehr Menschen auch öfters ins Theater gehen.

Weil wir immer mehr Wachstum brauchen, soll auch das TTIP-Abkommen laut Obama und G7 bis Ende des Jahres zum Abschluss kommen und wirksam werden. Mit allen Mitteln wollen sie die Konjunktur auf unserem Planeten ankurbeln. Es könnte also langsam ernst werden mit TTIP.

Darum meine klare Aussage:

Ich bin gegen TTIP und unbegrenztem Freihandel. Nicht nur weil mit TTIP auf abscheuliche Art und Weise die Demokratie ausser Kraft gesetzt und das Recht der Unternehmen über das von Regierungen und Parlamenten gestellt werden soll. Das allein ist schlimm genug. Auch nicht weil z.B. die Erfahrungen und Folgen in Südamerika mit einem ähnlichen Freihandels-Abkommen alles andere als ermunternd waren. Was ja auch gegen solch ein Abkommen spricht.

Noch viel schlimmer ist für mich, dass der totale Freihandel eigentlich der Vergangenheit angehören sollte und mittlerweile überhaupt nicht mehr im Trend liegt. Weil er den Planeten ruiniert. Und auch zu einem aufgeklärtem Zeitgeist überhaupt nicht passt. Wie vieles andere was wir so produzieren und zum wesentlichen Teil unseres „life style“ gemacht haben ist.

Wer will den noch einen „Raubtier-Kapitalismus“, der einzig dem „shareholder value“ dient? Und unverantwortliche Dinge durchpeitscht, für Profit und Marktmacht. Sind wir mittlerweile nicht schöner Weise wieder auf dem Weg zu regionalen Produkten? Zum „weniger ist mehr“? Haben wir nicht mittlerweile verstanden, dass Konsum nicht glücklich macht sondern eher depressiv? Dass zu viel Trägheit und Vermeidung körperlicher Anstrengung zwar angenehm sein mag aber letzten Endes krank macht? Und zwar ziemlich krank!

Wer will den noch eine weitere Verschärfung der weltweiten Arbeitsteiligkeit, die doch auch nur viele Verlierer schafft, weil sie gute Jobs vernichtet und billige Arbeitsplätze (Ausbeutung) begünstigt. Und den mörderischen Wettlauf zwischen den Völkern fördert, wer am billigsten durch Ausbeutung von Mensch und Natur produzieren kann? Wer will denn noch Konzerne, die mächtiger sind als die Regierungen und die Uno? Lobbys, die alles dominieren? Und Unternehmen, die ihre Kunden manipulieren und betrügen, künstliche Nachfrage generieren und Märkte bestimmen, die Interessen der Menschen aber bestenfalls ignorieren?

Wie wird denn die Konjunktur gemacht? Nicht in dem man Lebensmittel wie Milch immer schlechter und billiger macht. Konjunktur geht nur industriell mit teuren Produkten. Wie Autos und Panzern. D.h. ein Wachstum ist am einfachsten möglich, wenn noch mehr teure Fahrzeuge gebaut und verkauft werden. Dann verdient man doppelt – an den Produkten und weil die Infrastruktur dafür gewaltig ausgebaut werden muss. Also Garagen, Strassen, Brücken, Autobahnen … Oder noch schlimmer: Für die Rüstungsindustrie müssen dann ein paar Kriege gemacht werden!

Aber das wollen wir doch nicht mehr. Wir wollen transparente, schlanke Systeme und durchschaubare Strukturen. Wir wollen starke Regionen in weltweiter Harmonie. Wie die Agenda 21 mal auf ihre Fahne geschrieben hatte:

Think globally, act locally“ or „Think global, act local„.

Und dies bitte mit mehr Menschlichkeit und Rücksicht auf unsere Umwelt.

RMD
Geschrieben heute Abend in Piräus im Hotel Anita beim Anschauen der ersten Halbzeit des Champion League Finales.

P.S.
Eine zynische Hoffnung bleibt ja. Mr. Trump mag das TTIP (aus anderen Gründen als ich) auch nicht. Und mittlerweile sind die Chancen ja gut, dass er der nächste Präsident der USA wird.

Oder: Unternehmertagebuch #118 – Werde glücklich!

Vor bald 18 Monaten habe ich meinen Job als Vorstandsvorsitzender der InterFace AG „an den Nagel“ gehängt. So wie ich vor vielleicht 18 Jahren meine „Programmierstiefel“ wortwörtlich und symbolisch an einen anderen Nagel gehängt habe.

Seit bald 1,5 Jahren bin ich frei.

Und ich habe es geschafft – für mich fast sensationell – mich in meinem neuen Leben auf jeden Morgen und jeden Abend zu freuen. Auf die nächste Stunde und das nächste Treffen.

Morgens stehe ich auf und freue mich, dass mein Körper und sogar mein Verstand noch funktionieren. Ich schaue meine Hände und meine Füße an. Sie sind noch da so wie meine Augen, Ohren, die Nase und vieles mehr. In meiner Wahrnehmung funktionieren die Organe und mein Herz schlägt wie schon seit 66 Jahren. Ist das nicht unglaublich schön?

Ergänzend dazu kommt, dass ich materiell unabhängig bin und mir meine Grundbedürfnisse gut erfüllen kann. Wie die meisten von uns, die wir in dieser Welt so privilegiert sind.

In diesem Artikel schreibe ich, wie ich es geschafft habe glücklicher zu werden. Welche Geheimnisse ich dazu entdeckt und welche Regeln ich gefunden habe. Und welche Projekte mir Freude machen.

Meine Geheimnisse.

izzo5GeheimnisseFünf dieser Geheimnisse stehen im Buch von John Izzo:

„Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben.“

Diese fünf Geheimnisse sind eine wichtige Untermenge meiner Geheimnisse. Die Lektüre dieses Buches empfehle ich jedem, auch wenn es ein klein wenig „amerikanisch“ ist. Ersatzweise könnte auch das Lesen meines IF-Blog-Artikels zum Buch ausreichen, da steht das meiste drin, nur viel kürzer.

Ask-an-Answer_1m-185x300Ein weiteres Geheimnis ist es, die richtigen Freunde, Partner und Lehrmeister zu finden. So ist zum Beispiel Jolly Kunjappu vor ein paar Jahren in mein Leben getreten. Ganz plötzlich und zufällig.

Heute begleitet er mich auf meinem Lebensweg als Freund und Lehrer (der er gar nicht sein will). Er ist mein Partner im Projekt FRIEDEN. Die Überschrift dieses Artikels ist von ihm.

Er ist nur einer von vielen, die mir viel geben. Ich bin froh, dass sehr viel junge Menschen da dabei sind. An dieser Stelle möchte ich mich bei Euch allen dafür bedanken!

Meine Regeln.

  • Nimm Dir jeden Monat etwas Schönes vor.
    Zur Zeit nehme ich mir vor, in jeden Monat zirka 10 besonders schöne Tage zu haben. So sind wir im Mai durch Italien geradelt und haben das mit einen spannenden Kongress verbunden. Im Juni machen wir 10 Tage Insel-Hopping nur mit Rucksack auf den Kykladen. So geht das dann weiter und ich habe immer etwas Schönes, auf dass ich mich freuen kann.
  • Treff Dich nur mit Menschen, die Du magst!
    Wie viel quälende Zeit habe ich mit Menschen verbracht, die ich nicht verstanden habe? Und die mich nicht verstanden haben. In der Hoffnung, es könnte funktionieren. Aber es hat eben nicht funktioniert. Und übrig blieb der Frust.
  • Zu Besprechungen:
    Wie oft habe ich in meinem Leben in sinnlosen Besprechungen gesessen? Und habe gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Und dabei viel Lebenszeit verloren. Deshalb sind mir die folgenden Regeln besonders wichtig:

    • Peer-to-Peer geht vor größeren Meetings.
      Ich habe mal gelesen, dass „die Wahrheit immer zu zweit anfängt“. Das ist eine schöne Metapher und ein Hinweis, wie schwierig es ist Besprechungen mit mehr als zwei Menschen durchzuführen. Die Peer-to-Peer-Kommunikation ist der goldene Weg. An Besprechungen von mehr als zwei Menschen nehme ich nur noch in der Rolle des „Gastgebers“ und Moderators teil.
    • Keine Besprechung über 90 Minuten!
      Eigentlich genügen meistens 60 oder weniger Minuten. Die Gefahr ist, dass man bei längeren Meetings das
      Erreichte nur wieder zerredet. Außerdem dreht man sich schnell im Kreise und das Ergebnis (der Beschluss) hängt davon ab, wo man am Ende gerade steht. Welch ein Horror!
      Gerade Besprechungen mit mehr als zwei Menschen führe ich aus guten Grunde am liebsten im Stehen durch.
  • Zu Terminen:
    Mache keine Termine mehr in der Ferne, außer es ist unumgänglich!

    (wie zum Beispiel für eine Aufsichtsratssitzung)
    Begründung: Termine machen unfrei. Sie werden zum Korsett, lähmen und erschweren das Handeln.
    Beispiel: Warum soll ich am Ende eines Gesprächs mit meinem Mentee einen neuen Termin in 3 Monaten vereinbaren? Die bessere Alternative ist doch, dass wir uns genau dann wieder treffen, wenn der Mentee mich braucht. Und das dann möglichst kurzfristig. Als freier Mensch kann ich die Zeit immer einschieben. Auch bei räumlicher Trennung ist ein „Bildtelefonat“ über große Entfernung immer möglich.
  • Wirke homöopathisch!
    Damit meine ich „Dränge Dich nie auf!“, „Versuche nie die Dinge zu kontrollieren!“ oder „Für andere Menschen vorzudenken und sie zu steuern und zu lenken“! Und denke daran: Kleine Dosen sind besser als große. Lass es laufen, dann passiert schon das Richtige!
    Beispiel: Es ist für mich tabu, einen Mentee aktiv zu beeinflussen. Er darf und soll kommen, wenn er es für sinnvoll hält. Und wenn er nicht kommt, dann heißt das doch nur, dass er mich nicht braucht. Und auch das ist gut! Ich will doch nur helfen, dass er oder sie ein wenig glücklicher und erfolgreicher wird.
  • Pflege Dein Netzwerk!
    Du bist ein soziales Lebewesen. Du brauchst den Austausch mit anderen Menschen. Das ist das wichtigste, weil Weiterentwicklung nie isoliert statt findet.
  • Lernen macht Spaß!
    Zurzeit lerne ich wahnsinnig viel in der Praxis. In diesem Jahr habe ich wohl schon eine hohe zweistellige Zahl von Geschäftsplänen mündlich und schriftlich kennen gelernt und bewertet. Das erfolgt im Rahmen meiner Tätigkeit in der Jury bei einem Businessplan Wettbewerb, die ich schon seit ein paar Jahren ausübe. Und lerne dabei soviel. Auch das macht mir Freude und macht mich glücklich.

 

Meine Projekte.

Setz Dir anspruchsvolle Ziele und setz Dich für sie ein. Sei aber auch fehlertolerant gegen Dich selber, wenn es mal nicht klappt! Meine beiden Hauptprojekte neben meinem eigenen Leben und der Familie sind „AktMobCmp“. Da geht es um die „aktiven Mobilität im Alltag“ als wichtiger Teil von zukünftiger Mobilität. Und das Projekt FRIEDEN, auf das ich mich immer mehr konzentrieren werde. Und ich versuche gute Dinge vor dem Entgleisen zu bewahren wie PM-Cmap.

Meine Annahme.

Ich bin überzeugt, dass ich auch als Vorstandsvorsitzender so hätte leben können, wie ich es jetzt mache und dann erfolgreicher und glücklicher gewesen wäre. Ich war jedoch zu feige. Aber ich weiß, dass es geht. Einfach ausprobieren!

RMD

P.S.
Oder nochmal mit Jollys Worten:

» Sei anders, sei du selbst (einzigartig) «
» Be different be yourself (unique)«

und
» Sei kein Sklave eines Systems, sei Meister deines eigenen Lebens «
» Don’t be a slave of a system, be a master of your own life «

Jolly Kunjappu
(aus ASK AN ANSWER 2016)

Hans Bonfigt
Donnerstag, der 26. Mai 2016

Atom

Was war der Grund für den angeblichen „Störfall“ in Hamm-Uentrop?

Jede Politik gebiert Kompromisse.
Ein Kompromiss ist der Tod jeder genialen Idee.

Politik verhindert zuverlässig jedes geniale Konzept.

Erinnern Sie sich noch an die Winkraftanlage „Growian“?

In den Siebzigern wurde uns eingehämmert, „mit Windenergie kann man keine systemrelevante Menge an elektrischer Leistung erzeugen“, „höchstens 2%“. Um dies zu „beweisen“, schickten Politik und Industrie einen Großprototypen ins Rennen, dessen Scheitern unausweichlich war – was nebenher der Sinn eines Prototypen ist.

Der Mißerfolg wurde weidlich ausgeschlachtet:
„Die Glocken sollen läuten, es waren nichts als Lügen, der Mensch ist kein Vogel, es wird nie ein Mensch fliegen.  Sagte der Bischof den Leuten“.
Und heute wissen wir, daß Windkraft so unwirtschaftlich und ineffektiv ist, daß Bayern sie explizit qua Gesetz verbieten mußte.

Ist der Name „Transrapid“ noch geläufig? Ja, genau: Das geniale System, das den Stator eines Asynchronmotors quasi auf einer Eisenbahnstrecke abrollt und eine berührungs-, friktions-, führungs- und verschleißfreie Fortbewegung ermöglicht.

Was ist daraus geworden: Nix. Wir bauen weiterhin Schienensysteme aus dem vorvorletzten Jahrhundert: Technik von gestern mit der Technologie von vorgestern. Erbärmlicher Lachschlager am Rande: Als „Kompromiß“ war einmal angedacht, eine Transrapid-Strecke als S-Bahn-Ersatz zum Flughafen München zu errichten.  Ich war ja immer der Meinung, daß die Wahrheit einer bizarren Geschichte nicht im Wege stehen sollte, aber was die „politische Klasse“ an Exkrementen auf das Volk scheißt, nachdem sie den Lobbyistenfraß lautstark verdaut hat, das kann man sich gar nicht mehr selbst ausdenken. Auch nicht nach 24 Stunden Dauerberieselung durch „RTLII“ oder „Helene Fischer“.

Ist der „Wankelmotor“ noch ein Begriff? Jener hätte das Zeug gehabt, den Viertakt-„Zappelphilipp“ zu verdrängen. Aber die Idee verschwand im Nirwana.

Allen Konzepten ist eines gemein:

kompromiss

Wenn Politik und Industrie, also Dummheit, Macht- und Habgier, zusammenarbeiten, dann kommt meistens ein Begräbnis 1. Klasse dabei heraus.

Und so war es auch beim genialen Thorium-Hochtemperaturreaktor in Hamm-Uentrop.

Dreißig Jahre sind eine lange Zeit, aber an die Vorgänge im und um den Thorium-Hochtemperaturreaktor kann ich mich gut erinnern. Um Pawloff-Reflexe vorwegzunehmen: Aus guten Gründen war ich vor 30 Jahren Kernkraftgegner, aus guten Gründen bin ich es heute. Nur habe ich es aus Scham stets vermieden, mich mit dem grünen Dummvolk zu solidarisieren.

Und noch eines möchte ich vorwegnehmen: Ganz bewußt habe ich keine der üblichen „Quellen“ wie Wikipedia und Zeitungsartikel verwendet. Das, was ich hier schreibe, habe ich größtenteils selbst erlebt, und ich war „drin“, beispielsweise im Reaktor-„Core“, dem Teil also, der garantiert noch weitere 30 Jahre „sicher eingeschlossen“ sein wird.

Der Thorium-Hochtemperaturreaktor war der einzige Reaktortyp, der sicherheitstechnisch einigermaßen beherrschbar gewesen wäre. Er war systemimmanent sicher wegen seiner thermonuklearen Eigenschaften:

  • Nach Überschreiten einer Temperatur von etwa 1.200°C ist die Reaktivität rückläufig, selbst bei Ausfall aller Wärmetauscher wäre ein „Durchbrennen“ des Reaktors, dessen Wandungen aus meterdickem Graphit sind, unmöglich, denn dieser hält Temperaturen bis 2.500°C stand.
  • Er wird mit Graphit und nicht mit Wasser moderiert.
  • Er vermeidet austenitischen Stahl, der sich über Jahrzehnte hinweg als nicht ausreichend standfest unter extremer Strahlenbelastung erwiesen hat.
  • Die Ableitung der Wärme erfolgt über sechs unabhängige Wärmetauscher mit einem Helium-Primärkreislauf.  Helium hat eine hohe spezifische Wärme und ist insbesondere ein inertes Gas, das völlig stabil bleibt beim Passieren des Reaktors. Außerhalb des Reaktors war also nicht einmal der Primärkreislauf mit nennenswerter Radioaktivität belastet.

Natürlich wäre auch hier ein „größter anzunehmender Unfall“ möglich gewesen, der ähnlich verheerende Folgen gehabt hätte wie die „Leistungsexkursion“ des RBMK-Reaktors in Tschernobyl: Ein Wassereinbruch im Reaktor. Freilich hatte man alles getan, um einen solchen Fall auszuschließen. Darüber könnte man mehrere Bücher schreiben, so gab es de facto gleich drei Wärmekreisläufe. Unbedingt zu erwähnen wäre auch der Trockenkühlturm – aber all dies sprengt einen Blog-Artikel.

Der THTR war überdies im Betrieb ausgesprochen erfolgreich, er lief insgesamt 1,5 Jahre (es war der erste großtechnische Prototyp). Und natürlich gab es Probleme, insbesondere zwei konzeptionelle:

Brennmaterial und Moderator waren kugelförmig, etwa von der Größe eines Tennisballes. Im hexagonal angelegten Reaktorcore war ein riesiger Kugelhaufen gestapelt. Das Helium wurde im Gegenstrom bei 36 bar Überdruck durch den Kugelhaufen geleitet. Nun ist Helium-4, wie schon erwähnt, nicht nur stabil, sondern verfügt auch über eine hohe spezifische, jedoch über eine sehr geringe molare Wärmekapazität. Heißt für den praktischen Betrieb: Enorme Druckerhöhung bei Temperaturanstieg und geringe Viskosität. Es bildeten sich Heißgassträhnen innerhalb des Reaktors, welche die Heliumleitungen im Reaktor irreparabel (und irreversibel) beschädigten. Gleichzeitig wurden, bedingt durch die Leistungsregelung mit Grahitstäben, welche in den Kugelhaufen eingefahren wurden, weitaus mehr Kugeln beschädigt als vorhergesehen. Der Trümmerbruch und der Staub mußten ausgefiltert werden.

Häufiges Stillsetzen und Wiederanfahren war notwendig, und jedesmal mußte eine nicht ganz unerhebliche Menge an Helium freigesetzt werden, welches allerdings, bedingt durch schlechte Filterung, noch reichlich mit radioaktivem Staub kontaminiert war. Es gab eine gesetzlich untermauerte Regelung, daß ein Kernkraftwerk pro Betriebsjahr nur eine ganz bestimmte Menge Radioaktivität freisetzen durfte. Bei vielfachen In- und Außerbetriebnahmen war diese Menge schnell erreicht.

Es waren bereits effektivere Filter bestellt und m.W. waren diese sogar schon eingetroffen, jedoch noch nicht eingebaut.


Und dann passierte:  Nein, nicht Tschernobyl…

… das sicher auch, aber der Todesstoß für den THTR kam von Jimmy Carter:

Der THTR arbeitete mit hochangereichertem, sprich waffenfähigen Uran. Und zwar in rauhen Mengen, knapp zwei Tonnen waffenfähiges U235 lagerten in Hamm-Uentrop. Möchte mal wissen, wo das Zeug heute herumgammelt, wer weiß, vielleicht in einer Scheune in Südfrankreich, wie damals das Seveso-Gift ?

Nun war den Amerikanern aufgefallen, wie schlampig speziell die BRD mit Nukliden umging (siehe die groteske „Asse“-Situation) und die Allah-Anbeter wurden auch nicht dümmer. Vor dreißig Jahren konnte man sich für ein minimales Bakschisch hochbrisanten Militärsprengstoff aus Bundeswehrbeständen „kaufen“. Der wurde einfach bei einem Manöver irgendwo vergraben und später abgeholt. Mit etlichen tausend Mark wäre man ganz sicher auch an das U235 gekommen.

Und da haben die Amerikaner halt die Notbremse gezogen, zumal sie Kohl und Genscher verständlicherweise abgrundtief verachteten. Strauß wollte das inkarnierte Fähnlein im Wind ja für die ISO vorschlagen, „1 Genscher := Maßeinheit für politische Unzuverlässigkeit“.

Neuen Brennstoff gab es nicht.

Der THTR hatte noch Brennstoff für zwei Jahre, und dann hätte man ihn mit einem komplett anderen Material betreiben müssen, was den thermischen Wirkungsgrad unterirdisch verschlechtert hätte.

Naja, und unerfreulicherweise gab die äußere Betonhülle Wasser an das Graphit des Reaktorcores ab, welches prächtig reagierte.

Sic stanitbus rebus: Operation geglückt, Patient wirtschaftlich tot.


Und dann, zur Freude der Betreiber …

geschah das Unglück von Tschernobyl und die Stimmung im Land kippte schlagartig. Der RBMK wurde ja mit Graphit moderiert, genau wie der THTR!!!1! Oh mein Gott!!! Apropos: Das ganze dumme „Christen-“ und „Grünen“-Stimmvieh zog in die Schlacht. Mann, mann, mann, war das peinlich. Mich deucht, das Einzige, was uns die sogenannten „Flüchtlinge“ an „Bereicherungen“ beschert haben, sind die Christenverfolgungen. Sollte man ausbauen. Nachhaltig. Ein- oder zweimal habe ich auf einem evangelischen Kirchentag versucht, mit „Anti-AKW-Aktivisten“ zu diskutieren – das ist von vornherein sinnlos, wenn „Glaube“ im Spiel ist. In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf einen brillanten if-blog – Artikel von Klaus-Jürgen Grün verweisen, Kirchen tagen. Und wenn die Nachkriegs-SPD ja insgesamt widerlich opportunistisch war, in Nordrhein-Westfalen kultivierte sie über Jahrzehnte diesen Opportunismus zur abstrakten Kunstform. „Atom“, das ging jetzt gar nicht mehr.

Und endlich hatte man eine Möglichkeit gefunden, aus dem schwierigen und längst unrentablen Projekt auszusteigen, es fehlte nur noch ein „Paukenschlag“.

Nun wird in der „Lügenpresse“ behauptet, sinngemäß, „Die Techniker wollten ihren radioaktiven Müll dezent loswerden“. Ja, natürlich wollten die das. Aber die waren nicht dämlich, gingen nicht in die Kirchen und wußten stattdessen:

  • man würde 233Pa finden, ein THTR-spezifisches Spaltprodukt und
  • zudem ein Tritiumnuklid, welches entsteht, wenn der verschwindend kleine Restanteil Helium-3 im Kühlkreislauf unter Neutronenbeschuß reagiert.

Kein Einbrecher hinterläßt seine Visitenkarte auf dem Wohnzimmertisch.

Es sei denn, er möchte, daß sie gefunden wird.
Ja, und so wurde es dann auch gehandhabt, man entließ kubikmeterweise kontaminierten Reaktorstaub und Aerosole in die Atmosphäre. Und alle waren zufrieden:

Die Presse hatte ihren geliebten Skandal, der Schuldige war schnell gefunden, nämlich das böse THTR – Prinzip, der Steuerzahler durfte für den Abbruch aufkommen (und darf das auch weiterhin bis 2050)  —  und die „Grünen“ hatten ihren „Sieg“. Last but not least: Die VEW konnte wieder „sichere“ Leichtwasserreaktoren bauen.  Denn das Tschenobyl-Odium klebte jetzt am bösen THTR, nicht aber an den bekannt unsicheren Leichtwasser-Zeitbomben.

Zusammenfassend:

Opportunismus und wirtschaftliche Erwägungen stellen eine erhebliche Gefährdung sinnvoller Projekte dar. Kommt jetzt noch „Zeitgeist“ oder „Volkswille“ hinzu, dann kann man jedes Projekt gleich einäschern.

Wenn ich heute an so mancher Ruine vorbeifahre, sei es die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg oder der THTR in Schmehausen, dann werde ich ganz traurig und mir kommen die letzten Zeilen von Brechts anachronistischem Zug in den Sinn,

Und der Wind in den Ruinen/singt die Totenmesse ihnen,/die dereinst gesessen hatten/hier in Häusern/Große Ratten/schlüpfen aus gestürzten Gassen/folgen diesem Zug in Massen/“Hoch die Freiheit“ piepsen sie,/“Freiheit und Democracy“.

hb

Vor drei Jahren (2013) war einer meiner Söhne auf einem Lehrgang („bootcamp“) in den USA. Er und seine Kollegen (wohl lauter „Techies“) haben schon damals Snapchat entdeckt. Und es spielerisch genutzt. Auf eigenartige Weise: Sie haben sich gegenseitig fragwürdige „Selfies“ – zum Teil auch nackt –  zu gesendet. Einfach so aus Gaudi. Und weil bei diesem „Instant-MessagingDienst“ die Botschaften ja nur einmal (mit einer Wiederholung) gesehen werden können und dann gelöscht werden.
Und natürlich gab es einen Spielverderber, der dann halt mal einen screenshot gemacht hat (das nur à propos Datensicherheit in der IT).

 Snapchat, Inc. Gemeinfrei - https://twitter.com/Snapchat

Snapchat, Inc. gemeinfrei https://twitter.com/Snapchat

Mittlerweile ist Snapchat auch bei mir angekommen. Ich bin sehr angetan und nutze es immer häufiger. Überwiegend in einem Kreis von Menschen, mit denen ich mich besonders gut verstehe.

Und habe so richtig Spaß und Freude dabei. So mein Urteil:
Snapchat ist ein revolutionärer Stein im großen und bunten Mosaik der Evolution von social-media.
Ich begründe es mal mit einer Reihe von Überlegungen zu verschiedenen Dimensionen des Produkts:

Das Logo:

Schon beim Logo zeichnet sich Snapchat aus. Ganz einfach und leuchtend gelb. Fällt angenehm auf und suggeriert schon die Anonymität.

Benutzeroberfläche:
Snapchat ist so verblüffend einfach, dass der von komplexer IT verbildete und verdorbene Nutzer (so wie ich einer bin) am Anfang überhaupt nicht damit zurecht kommt. Erst nach einiger Zeit macht es dann richtig Spaß mit Snapchat zu spielen – und plötzlich erkennt man, wie schlecht die Oberfläche fast aller sonstiger Apps ist.

Nutzerkommunikation:
So wohltuend habe ich selten den Dialog beim Erstkontakt mit so einer Internet-Instanz erlebt:
Allein die Versicherung bei der Bestätigung der Identitäts-E-Mail, dass ich bestimmt keine weitere E-Mail von snapshot bekommen werde, hat mich gefreut. Und die Hilfe (die es aufgrund der Einfachheit des Werkzeuge nur die verbildeten Nutzer brauchen) ist situativ wie es auch das einfach Einführungsvideo genial ist. Das sollte man sich wirklich anschauen, bevor man startet. Habe ich natürlich nicht gemacht, denn im Erraten von komplizierten Benutzer-Paradigmen bin ich wirklich gut … Nur beim Einfachen hat es dann ausgehakt.

Ausrichtung:
Hier ist die Botschaft ganz klar – dem Video gehört die Zukunft. So ist das zentrale Medium in Snapchat das Video. Und Snapchat so eine Art von asynchroner Bild-Telephonie. Natürlich mit bewegten Bildern. Das erscheint mir wichtig.


Einschub
Die jungen Leute (13 – 18 Jahre), die über Smartphones und Tablets verfügen, telefonieren nicht mehr. Sie machen in Bildtelephonie. Weil das viel schöner ist, denn man sieht den Partner mit seiner Mimik und Gestik. Deshalb müssen die Kids auch immer im Internet sein.  Die Welt ändert sich.

Wenn ich meinen älteren Partnern (von 20 – 50) vorschlage, lieber FaceTime, Hangout, Skype oder notfalls auch die Tools von Citrix oder Cisco und nicht das Telefon für eine Besprechung mit mir über eine größere Distanz (sei es von Haidhausen nach Neubiberg oder auch von Tokyo nach München) zu nutzen, dann ernte ich oft Verwunderung. Und ich bekomme häufig die Antwort:
Lass uns lieber telefonieren, das andere bin ich nicht so gewöhnt.

Die Manager des Wirtschaftswunders haben nie geschrieben. Sie hatten immer mindestens eine Assistentin, der sie ihre Korrespondenz diktiert haben. Die konnten dank Stenografie dem gesprochenen Wort gut folgen (mit einer dreistelligen Anzahl von Silben pro Minute bei der Aufnahme der Texte) und auf der Schreibmaschine ganz schnell schreiben (dreistellige Anzahl von Anschlägen pro Minute bei der Wiedergabe dann auf Papier).

Vor allem aber kannten sie ihren Chef – und sie haben ihn beim Diktat „live“ erlebt. So wussten sie, was er wollte und haben dann die Briefe immer in seinem Sinn „verbessert“. Erst unsere Generation hat dann alles gleich selber geschrieben – und unheimlich viel Zeit damit kaputt gemacht. Und wahrscheinlich vieles unteroptimal formuliert, zumindest schlechter als früher ihre Schreibdamen. Dann kamen die Diktiergeräte und schließlich die Computer, auf denen der Manager selbst schreiben musste.

Früher habe ich mich gehemmt gefühlt beim Sprechen aufs Bildtelefon. Aber das ist alles nur eine Frage der Übung. Telefonieren habe ich schon früh gut ein geübt. Aber bevor es die Handies gab, hatte ich auch ein Problem auf den Anruf-Beantworter zu sprechen. Mittlerweile spreche ich lieber ins Bildtelefon als dass ich schreibe. Weil Zweiteres eben viel schwieriger ist. Und auch noch länger dauert. Obwohl ich auch „blind“ und mit zehn Fingern schreiben kann.

So scheint mir, dass das im Internet immer mehr die Schrift durch das Video ablöst wird. So wie Kopfrechnen vom Taschenrechner ausradiert wurde. Ob wir das wollen oder nicht spielt keine Rolle. Wir müssen solche evolutionäre Prozesse einfach hinnehmen. Die Dinge kommen und gehen – so wie Menschen geboren werden um zu  leben und dann zu sterben.


Die Vergänglichkeit der Infos:
Die Datenschützer müssten spätestens seit Snapchat Angst kriegen, dass sie nicht mehr gebraucht werden. Dafür muss der Nutzer weniger Angst haben vor Copyright-Verletzungen, wenn z.B. im Hintergrund ein Beatles-Lied läuft. Und wenn man mal ein wenig mehr den eigenen Emotionen freien Lauf lässt oder mal ein paar fremde Personen im Bild hat, braucht es auch keine schlaflosen Nächte.

Auch damit, dass Facebook & Co ihr Geschäft mit Daten und Algorithmen verdienen, wäre Schluss. Wenn dem überhaupt so ist. Denn Aussprüche, wie dass „Daten der Rohstoff der Zukunft sind“ sind eh Blödsinn. Man tausche in diesem Satz nur mal das Wort „Rohstoff“ gegen „Erdöl“ oder „Nahrungsmittel“ aus! Daten kann man eben so wenig fressen wie Geld, und im Tank des Porsches helfen sie auch nichts.

Ich kenne auch mehrere Cracks (richtig gute Leute) im „Big Data-Geschäfts“- die gelernt und mir klar gemacht haben, dass BigData eben keine Maschine ist, in der man „vorne Daten rein schüttet und hinten die Dollars raus kommen“. Im Gegenteil – in der Regel waren in der Praxis die verwertbaren Ergebnisse von BigData bisher immer sehr enttäuschend.

Veränderung:
Geo-Filter werden in Zukunft vor Hashtags gehen! Auch das ist ein Prinzip von snapchat, das richtungsweisend sein könnte. Geht doch die Entwicklung allgemein immer mehr in Richtung Regionalisierung und weg von zentralem oder gar zentralistischem Denken. Wir wollen doch eine Welt von Regionen auf Augenhöhe. Und wollen unsere Räume selber gestalten.
In social media haben wir immer prior in Hastags gedacht. Wie #pmcamp, #AktMobCmp, #tatort und die vielen Abkürzungen für Veranstaltungen aller Art wie #FCBBVB oder #32c3 … Nur – ich will doch wissen wer davon gerade in meinem Stadtviertel ist. Und erst dann kommt der #hashtag.

Geschäftsmodell:
Das Geschäftsmodell von Snapchat verstehe ich (noch?) nicht. Das mit der Werbung ist ja endlich. Und spätestens wenn eine Generation kommt, die immun gegen Werbung geworden ist, dann sieht es ganz schlecht aus. Snapchat soll angeblich mit Geo-Filtern sein Geld verdienen. Eine Lösung?

Ich könnte mir auch vorstellen, dass wenn mal ein Dienst so richtig gut ist und er seine Kunden süchtig gemacht hat, dass dann doch wieder Gebühren kommen. Vielleicht ist nur eine Frage der Zeit, dass die „alles ist umsonst“-Gesellschaft zu Ende geht. Und das Gute es dann wirklich wieder nur für echtes Geld gibt. Wenn es dann noch „echtes Geld“ gibt.

Gesellschaftliche Folgen:
Wir wollen doch im Jetzt und Heute leben. Den Moment erleben und wenn möglich genießen. Das ist auch einer der 5 Dinge, die man wissen sollte, bevor man stirbt. Siehe dazu meinem Artikel zum tollen Buch von John Izzo.

Snapchat ist immer noch ein wenig „besser“ als das wahre Leben. Ich kann mir die Botschaft meiner Partner noch ein zweites Mal anschauen – erst dann ist sie weg. Wie oft hätte ich im Leben einen gesprochenen Satz von mir wichtigen Menschen gerne nochmal gehört …

Aber ansonsten ist Snapchat social media so wie das echte Leben. Und kein Archiv für die Ewigkeit. Das vielleicht bald keiner mehr will.

Einsatzmöglichkeiten:
Mir sind da auf Anhieb da eine Reihe von Möglichkeiten eingefallen, wie ich Snapchat nutzbringend einsetzen könnte.

* Zum engen Dialog mit lieben Freunden.
Mit Freunden kann man sich wirklich optimal auf Snapchat austauschen:

  • Einfacher geht es nicht.
  • Empathie, Anteil nehmen und geben.
  • Ein Video sagt mehr als 1.000 Worte

* Für subtiles aber mächtiges Marketing
Ein gute Beispiel liefern wieder die Amis und die Sport-Millionäre der Moderne:

  • Nasa
    Ein Beispiel einer Institution, die über Snapchat exzellentes Marketing für ihre Produkte und Visionen macht.
  • Fußballstars äußern nach dem Pokalfinale ihre Emotionen noch in der Kabine auf Snapchat.
    Wenn jemand viele Millionen im Jahr verdienen will, dann muss er natürlich nicht nur gut Fußball spielen können, sondern auch weitere Fähigkeiten haben, wie z.B. Meister im sich selbst vermarkten sein. Wahrscheinlich machen die Kollegen da auf dem Rasen da etwas besser als wir …

* Als unterstützendes Internetwerkzeug für Barcamps
Könnte gut sein, dass hier Twitter von Snatchap abgelöst wird.

  • Wir haben früher Twitter genutzt.
  • Snatchap könnte da noch eins darauf geben.

* Um wichtige Botschaften zu senden.
Da sehe ich ganz viele gute Gründe für Snapchat.

  • Snapchat könnte die Plattform für unser Projekt „FRIEDEN“ werden! Weil:
  • Wir wollen die jungen Menschen erreichen und
  • Wir müssen „vernünftige Argumente“ und Emotionen transportieren!

Soweit meine Reflektionen zu Snapchat und social media.

Aber Snapchat ist nicht das Ende der Evolution von social media. Es wird auch hier immer wieder etwas Neues mit neuen Qualitäten und Möglichkeiten geben. Ich bin schon gespannt, was als Nächstes kommt.

RMD

In meinem Unternehmertagebuch #41 habe ich in eine schöne Geschichte erzählt, die ich mal von einer amerikanischen Professorin gehört hatte. Da wurde die Frage beantwortet, warum das British Empire unter Queen Viktoria so einzigartig in Blüte stehen konnte, obwohl die weltweite Kommunikation damals alles andere als einfach war und vor allem sehr lange Zeit benötigte.

Heute möchte ich – auch wieder an einem Beispiel als Metapher – eine andere Frage auf ähnliche Art und Weise beantworten:

Airbus A400M, Schattenrisse, created by Hilbertz, Quelle siehe P.S.

Airbus A400M, Schattenrisse, created by Hilbertz, Quelle siehe P.S.1

Wie kann es sein, dass Airbus mit der Entwicklung von Produkten wie dem A 380 so erfolgreich ist und gleichzeitig mit dem M400 eine Katastrophe zu sein scheint?

A380

Wie so oft erfahren wir ganz einfach alle wichtigen Infos zum A380 in Wikipedia. Ich in in der Tat wirklich beeindruckt, wie gut Airbus das gemacht hat. Einen ganz neuen und außergewöhnlich großen Flieger so präzise zu entwickeln. In ganz anderen Dimensionen vorzustoßen, auch unter Nutzung völlig neuer Materialien.

Die im Projekt aufgetretenen Schwierigkeiten würde ich als normal und im Vergleich mit anderen Großprojekten als absolut unterdurchschnittlich bezeichnen, gerade unter Betrachtung der Verzögerungen bei der Konkurrenz Boeing mit ihrem „dreamliner„.

A400M

Auch über den A400M finden wir alles in Wikipedia. Und seit Jahren erreichen uns schlimme und sehr negative Meldungen zu diesem Projekt. Der schlimmste Zwischenfall dürfte wohl der Absturz eines A400M mit der Fertigungsnummer MSN023 bei seinem ersten Testflug in Spanien am 9. Mai 2015 gewesen sein. Das Projekt A300m scheint dem Außenstehenden total „out of time und budget“. Das ganze scheint so eine richtige „Großprojekt-Katastrophe“ zu sein bzw. noch zu werden.

Jetzt kommt die Frage:

Wie ist es vorstellbar, dass im selben Unternehmen ein Flugzeug so erfolgreich entwickelt wird? Und gleichzeitig die Entwicklung eines anderen so ein extremer Misserfolg wird?

Ich nehme mal an, das die Entwicklung der beiden Flieger zwei unterschiedliche Projekte waren, in denen verschiedene Menschen gearbeitet haben. Und so erscheint mir die Antwort ganz einfach:

Es liegt an den Menschen in den Projekten.

Die Gründe könnten sein:

  • Der A380 war ein ziviles Projekt und wurde
  •  als positive Vision und die große Herausforderung für Airbus kommuniziert.
  • Es stand für Innovation und einer Revolution des Fliegens und wurde
  • zur Metapher für die Zukunft von Airbus.
  • Der A400M war ein Militärflugzeug und
  • in der Wahrnehmung zumindest der Außenstehenden „just another military aircraft“.
  • Dies auch auf jeden Fall in der oberflächlichen Betrachtung basierend auf konservativer Technologie.

Und jetzt frage ich Euch:

Für welches Projekt hättet Ihr Euch entschieden?

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

P.S.1
Das Bild ist aus Wikipedia. Created by Hilbertz with imaging software in April 2014, veröffentlicht unter CC BY-SA3.0.

actmobcmp_100-300x86#AktMobCmp

Die letzten Wochen habe ich mich zu wenig um das Thema „Aktive Mobilität“ im Alltag gekümmert. Da waren die Themen #FRIEDEN und DIGITALE TRANSFORMATION, meine Enkel*Innen, die Mentées und Startups, die ich ein wenig unterstütze und private Interessen wie Radeln durch Italien. Und manches mehr.

Das tut mir leid, denn laufend erreichen mich Nachrichten und neue Erkenntnisse, die zeigen, dass wir handeln müssen:

  • Die Feinstaubbelastung in allen Städten der Welt steigt auf hohem Niveau weiter.
  • Aufgrund der Verkleinerung der Schadteile durch moderne Technologie (es geht in den Nanobereich) sind diese gesundheitsgefährdender denn je.
  • Die Klima-Katastrophe wird realer, rückt näher und wird immer bedrohlicher.
  • Unser Lebensautonomie ist angeschlagen, unsere Art zu Leben wird immer mehr fremd gesteuert.
  • So opfern wir ferngesteuert das uns Wichtige fremden Instanzen, die uns manipulieren und ihre Interessen über unsere stellen.
  • Die Metrik aus Geld und Profit ist omni-präsent und beherrscht die gesamte Welt und alle Lebensbereiche.
  • Die Manipulationen der uns beherrschenden Großkonzerne werden immer unverschämter.
  • Angst wird immer mehr der wesentliche Treiber von stark zunehmender Irrationalität in Gesellschaft und Politik.

Mein Schluss:
Ich persönlich habe die Nase voll von der neuen Unredlichkeit und schlimmer Doppelmoral. Wir brauchen eine große Transformation, die bei unseren kognitiven Wahrnehmungen beginnt. Mobilität ist eine gute Metapher für die aktuelle Entwicklung und die Notwendigkeit einer Transformation. Sie zeigt auf, was alles falsch läuft und wie wir unsere Einstellungen und Gewohnheiten dringend zu unserem Besten ändern müssen.

Die nächste Chance etwas zu tun ist schon genau in einer Woche! Am 21. Mai 2016 findet in Augsburg das nächste Camp für aktive Mobilität #AktMobCmp statt. Da es in die bayerischen Pfingstferien fällt, hat der Veranstalter das Camp auf einen Tag reduziert. Das Orga-Team freut sich über jeden Besucher …

An diesem Tag wird im Format eines Barcamps ganz intensiv auf die Interessen und Bedürfnisse aller Teilnehmer eingegangen. Die „Teilgeber“ werden ihr Wissen teilen und mit neuen gemeinsam erworbenen Erkenntnissen, Ideen und Plänen und neu gewonnenen Freunden aus dem Tag heraus gehen.

Also meine persönliche Bitte an alle „freundlichen Menschen“, die Verantwortung für Zukunft übernehmen wollen. Probiert das #AktMobCmp in Augsburg aus. Wenn es nur Trägheit ist, die dem entgegensteht, dann überwindet den „inneren Schweinehund“ und kommt! Hier geht es zur Anmeldung.

 

Gestiftet von VisualBrainddump (Christian Botta & Daniel Reinold) Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

Gestiftet von VisualBrainddump (Christian Botta & Daniel Reinold) Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

 

Anfang letzten Jahres sind wir mit einem sehr schönen Camp in Unterhaching gestartet.

Das setzen wir in 2017 – wahrscheinlich am 5./6. Januar und wieder im Kubiz Unterhaching fort.

Ab September werden wir mit neuem Schwung in die Vorbereitung starten, kräftig wirbeln und viele uns mittlerweile gut bekannte Menschen und Institutionen einladen.

Und ich garantiere, auch dieses Barcamp wird wieder viele Menschen zusammen bringen, richtig Spaß machen und wesentlichen Erkenntnis bringen.

RMD

Komm in meinen Dienst – mach mich reich!

Als vorläufig mal letzten Beitrag in meiner Serie zu Korruption bringe ich ein Erlebnis, dass ich als besonders freches Vorgehen empfand. Es war allerdings auch ein sehr verlockendes Angebot und nicht ganz einfach, nein zu sagen.

Das Geschehen ist nicht ganz so lange her wie die Erfahrungen, die ich in den anderen drei Berichten wieder gegeben habe. In meiner Erinnerung datiere ich es auf Anfang bis Mitte der 90iger.

Wir waren damals ein anerkannter und auch bekannter Lieferant von Support und Service für Produkte erster Hard- und Software-Hersteller und versorgten im Auftrage dieser Unternehmen deren Kunden mit Service- und Support-Leistungen. In Regel lief das in guter Partnerschaft, so gab es schöne „win-win-Situationen“.

Es war die Zeit, in der immer neue Unternehmen – vorzugsweise aus USA aber auch aus anderen Ländern – mit besonderen Software-Lösungen im Service- und Sicherheits-Bereich kometenhaft aufstiegen. Und natürlich war unser Ziel, verschiedene Hersteller zu unterstützen und unterschiedliche Technologien zu unterstützen, um ein breites Angebot am Markt zu haben und unabhängig von einem Hersteller zu bleiben.

Eine Tages erreichte uns wie aus dem Nichts ein Anruf eines renommierten und sehr erfolgreichen Technologie-Anbieters mit der Anfrage, ob wir nicht den exklusiven Service für dessen Produkte in einem größeren Bereich von DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) übernehmen wollten.

Es ist immer schön, wenn das Bargeld in der Kasse klimpert.

Es ist immer schön, wenn das Bargeld in der Kasse klimpert.

Das klang natürlich phantastisch. Heute weiß ich, dass man bei solchen Angeboten eigentlich schon von Haus aus misstrauisch sein muss, denn Wunder passieren in der Unternehmens-Realität eben nie (oder wenn dann nur sehr, sehr selten). Und wenn sie doch passieren, dann haben sie (immer) einen (riesen-großen) Haken. Als Treffpunkt war – wie konnte es anders sein – die Lobby in einem Flughafenhotel vorgeschlagen.

Wir waren neugierig, wollten diese Chance auf jeden Fall prüfen und vereinbarten den Termin. Und es war alles wahr. Der Support-Chef Europa des besagten Unternehmens empfing uns sehr freundlich und entgegenkommend und erklärte uns überzeugend, warum er gerade unser Unternehmen als Kandidaten für die zukünftige Partnerschaft ausgewählt habe. Er bot an, uns für eine sehr attraktive Region den Service für seine Produkte und Kunden komplett und exklusiv an uns zu übergeben. Die notwendige Ausbildung unserer Kollegen an seinen Produkten wurde uns zum Nulltarif angeboten, nur die Arbeitszeit dafür hätten wir aufzubringen. Alles klang nach einer neuen und wunderschönen Partnerschaft.

Aber dann kam der Haken. Unser Gesprächspartner wies uns darauf hin, dass wir in solch einem Modell ja keine Vertriebskosten hätten – und trotzdem exzellente Preise realisieren würden. Alle Aufträge würden ja direkt von seinem Unternehmen kommen und pünktlich bezahlt werden. Also wäre es nur rechtens und für uns keines Falls irgendwie nachteilig, wenn wir eine Vertriebspauschale von 10 Prozent für den mit unserem neuen Auftraggebers getätigten Umsatzes abführen würden. Dazu würden wir regelmäßig Rechnungen von einem in der Schweiz ansässigen Vertriebsunternehmen erhalten, die wir nur pünktlich bezahlen mussten.

Wir haben dann um eine kurze Bedenkzeit gebeten und sind wieder heim gefahren. Und haben schweren Herzens abgelehnt, denn der entgangene Umsatz war für uns durchaus relevant. Die Firma in der Schweiz war übrigens auch eine Art Briefkasten-Firma, wer weiß wo das Geld dann weiter hin ging.

In meiner doch ziemlich langen beruflichen Laufbahn habe ich eine Reihe von ganz konkreten Kick-Back-Geschäften erlebt. Meistens haben dann Personen im Mittelmanagement durch aus sehr renommierter und auch deutscher Unternehmen von ihren Dienstleistern einen „kleinen Rückfluss“ erwartet bzw. verlangt. Das ging dann übrigens auch meistens über Briefkastenfirmen. Aber so ein dreistes Vorgehen wie das von mir hier berichtete habe ich nie erlebt.

RMD

P.S.
Das Bild ist aus Wikipedia.
Von Banknoten: Hermann Eidenbenz für die Deutsche Bundesbank. Münzen: versch. Künstler für die Bundesrepublik Deutschland – Banknoten: Herausgegeben von der Deutschen Bundesbank. Münzen: Herausgegeben von der Bundesrepublik Deutschland, PD-Amtliches Werk.

Roland Dürre
Dienstag, der 10. Mai 2016

Zukunft, Evolution, Transformation & digital!

Am Samstag Abend vor einer Woche sind wir nach Italien aufgebrochen und am Morgen in Orvieto ausgestiegen. Drei Tage haben wir mit dem Rad zum Tagungsort Castel Gandolfo gebraucht. Die Tour zum Albaner See südwestlich um Rom herum war eine tolle Vorbereitung auf das international besetzte
„10th NETWORK MEETING OF THE PETER PRIBILLA FOUNDATION (MAY, 4th – MAY, 6th 2016, ROME)“, bei dem ich dabei sein durfte.

Die Tagung war intensiv und fordernd. So waren wir im Anschluß erstmal einen Tag richtig faul und haben uns in Labico dem Luxus hingegeben. Anschließend sind wir drei Tage durch Italien geradelt. Die erste Tour ging von Labico nach Terracina (zirka 80 km). Dann ging es weiter nach Nettuno (zirka 75 km). Nach Ostia waren es dann von Nettuno nur noch gut 50 km, so dass wir schon am frühen Nachmittag angekommen sind und noch Zeit hatten, das antike Ostia mit dem Rad zu besuchen und Ostia allgemein zu genießen.

Auf den drei Tagestouren durch den wunderbaren Frühsommer Italiens  durch die Provinzen Roma und Latina hatte ich viel Zeit, das Erlebte zu reflektieren. Es war in der Tag ein besonderes Treffen.

Morgen ist unsere Tour zu Ende, es geht nach Rom. Dort wartet der Nachtzug, der uns am Donnerstag früh in München absetzen soll. So möchte ich heute noch ein paar Erinnerungen vom Treffen aufschreiben.

Lido di Ostia, von der zentralen Seebrücke aus bewundert und fotografiert.

Lido di Ostia, von der zentralen Seebrücke aus bewundert und fotografiert :-).

Das Treffen der „Pribilla-Foundation“ stand im Zeichen der „Digitalen Transformation“, die uns immer mehr erfasst, bewußt wird und ein enormes Tempo vorlegt.

Eröffnet wurde die Tagung  von einem Impulsvortrag Manfred Broys, dem Vorsitzenden des Digitales Zentrum.Bayern. In einem präzisen „Rundumschlag“ erläuterte er das Thema „Digitalisierung“. Basierend auf spannenden Fakten machte er klar, was da eigentlich passiert. Ich durfte eine der drei Kurzanmerkungen (3 Minuten) zu diesem Vortrag halten. Hier die Zusammenfassung meines Beitrages, ein wenig ergänzt, denn 3 Minuten sind arg kurz:

„Die digitale Transformation dürfte die Evolution und unsere Zukunft massiv beeinflussen. Vielleicht hilft sie, die notwendige Große Transformation zu schaffen, die die Menschheit dringend braucht.“

Zu jedem der in diesem Satz genutzten Begriffe habe ich eine These aufgestellt, sprich meine „basic believes“ formuliert. Hier sind sie:

  • Zukunft
    Ich meine, dass Zukunft nicht vorhersagbar ist!
    Das ist auch die erste These des für mich großen und leider schon verstorbenen Management-Wissenschaftlers Hans Ulrich aus St. Gallen, der in den 80iger-Jahren mit seinem Aufsatz „8 Thesen zum Wandel im Management“ die Lehre vom Management revolutionierte.
    Es mag zwar möglich sein, wenn man die Werkzeuge der Wissenschaft mit gesundem Menschenverstand anwendet, ab und zu Vorhersagen für die Zukunft zu machen, die richtig sind. Also eine Art von „Botschaft aus der Zukunft“ zu empfangen, die zu korrekt zu interpretieren aber nie gelingt.
    Mir scheint, dass die Zukunft der Menschheit mit der Metapher eines Bootes auf einem Fluss beschrieben werden kann. Der Fluß fließt in „weißes Gebiet“. Das Boot bewegt sich flußabwärts auf dem Fluss.
    Die Flussgeschwindigkeit des Flusses kann man messen wie auch z.B. sein Gefälle und weitere Daten. Daraus lassen sich aber nur sehr begrenzte Schlüsse ziehen, wie es wohl weiter geht. Mit dem Fernglas als Werkzeug kann man ein wenig in die Ferne sehen, aber auch das hilft nur sehr eingeschränkt.
    Der weitere Verlauf des Flusses (wird er breiter oder geht es reißend durch eine enge Schlucht, kommt eine Kehre oder ein Wasserfall oder versickert der Fluß plötzlich im Boden?) ist nicht vorhersagbar.
    Und in dieser Metapher wissen wir nicht einmal, ob die Menschheit das Boot auf dem Fluß oder das Wasser des Flusses ist (oder vielleicht nur ein Fischschwarm?).
  • Evolution
    Evolution hat keinen Zweck. Vielleicht versucht das Leben so sein Überleben zu sichern, wir wissen aber nicht warum und wieso.
    Ich meine, dass – so wie die Zukunft nicht vorhersagbar ist – kann auch die Evolution nicht gesteuert werden. Wir können eben kein „steering committee“ aufstellen und sagen „Bitte steuert die Evolution!“. Das wird nicht funktionieren (so wie es in den großen Unternehmen und sozialen Systemen übrigens auch nicht funktioniert).
  • Transformation
    Ich meine, dass die Evolution als nächsten Schritt wieder mal eine große Transformation machen muss und wird. Die ist notwendig, wenn es mit der Menschheit weiter gehen soll. Sie wird kommen – ganz gleich ob die Menschheit dann weiterleben oder aussterben wird. Wir wissen nichts über diese Transformation, außer dass sie eine für uns wesentliche Veränderungen bringen dürfte und uns wahrscheinlich stark überraschen wird. Der Zeitpunkt für diese Transformation kommt immer näher und dürfte schon in wenigen Generation passieren.
  • Die digitale Transformation
    Es wäre schön, wenn die digitale Transformation zu einem positiven Treiber dieser großen Transformation werden würde. Ich sehe da eine gute Chance. Schon jetzt verändert sich die Welt durch Digitalisierung – wie ich finde – zum Besseren.
    Die freundlichen Menschen vernetzen sich, die Kombination digital+sozial ermöglicht ein konstruktives Miteinander wie es früher kaum möglich war. Dank der „digitalen“ Welt entwickelt sich so etwas wie eine „Aufklärung 2.0“, die mir wichtiger zu sein scheint als das „buzzword“ von der „Industrie 4.0“, die ja nur „normaler“ digitaler technischer Fortschritt ist.

Bleibt die Frage, was wir beitragen können, dass Digitalisierung die Welt positiv verändert?

Ich weiß es natürlich auch nicht. Mein Glaube hierzu ist, dass wir nicht zu viel Reden sollten sondern Handeln müssen. Jeder auf seine Art und Weise, so wie er es am besten kann. Und dies im Verbund und Netzwerk mit den „freundlichen Menschen“ unserer Gesellschaft, wie ich sie auch auf der schönen Veranstaltung in wunderbarer Umgebung tatsächlich so zahlreich kennen gelernt habe!

RMD

P.S.
Auf der Tagung habe ich ein Buch erwähnt, das vielleicht ein wenig helfen kann, eine Ahnung zu bekommen, wie ganz anders schon unsere „kleinen“ Kinder denken – und wie hilflos das alte Denken in Schulung und Bildung dem gegenüber steht (

Erfindet Euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation. von Michel Serres.

Roland Dürre
Montag, der 9. Mai 2016

Schade!

8. Mai 2016, 18:47 Uhr

Verteidigungsministerin:
Bundeswehr soll wieder wachsen

 

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Angekommen im friedlichen Terracina empfängt uns ein sanfter Mittelmeerabend. Da lese ich SZ-Online und meine gute Laune trübt sich.

Denn die uns regierende Ärztin Ursula von der Leyen will die Bundeswehr vergrößern. Nachdem sie erst im April bekannt gegeben hat, dass die Bundeswehr jetzt eine neue Cyber-Truppe hat. Das war kein Aprilscherz und Frau von der Leyen ist jetzt händeringend auf des Suche nach Nerds.

Im Mai gibt es neue Nachrichten aus dem Ministerium für Krieg und Frieden: Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben dessen Militärplaner einen Bedarf von etwa 14 300 zusätzlichen militärischen Dienstposten bis zum Jahr 2023 festgelegt.

Derzeit liegt die Obergrenze der Bundeswehr wohl bei 185 000 Soldaten, tatsächlich dienen aktuell um die 177 000 Soldaten. Das hieße, dass auch noch die Obergrenze erhöht werden muss.

Jetzt könnte man dumm fragen, warum ausgerechnet eine Ärztin „Verteidigungs“-Ministerin werden wollte, die ja den Eid des Hippokrates geleistet haben sollte. Bedeutet dieser Eid inhaltlich sicher auch in moderner Form, dass der Arzt den Menschen nicht Leid zufügen soll.

Auch sollten wir langsam begriffen haben, dass Wachstum eben nicht generell gut ist. Nach meiner Meinung gilt das besonders auch für Militär und Krieg. Es soll ja auch ein neues Wettrüsten zwischen USA und Russland, im wesentlichen Nachfolger der UDSSR, geben. Das vielleicht durch den kommenden US-Präsidenten weiter angefacht werden könnte. Nur – wollen oder müssen wir uns daran wirklich beteiligen?

Am meisten schmerzt mich bei dieser Neuigkeit, dass das „west-allierte“ Deutschland 1955 die Wiederbewaffnung der BRD durch die Gründung der Bundeswehr manifestiert hat, nach dem der Deutsche Bundestag in seiner ersten außenpolitischen Debatte am 24. und 25. November 1949 eine nationale Wiederbewaffnung abgelehnt hatte.

Als Folge der Verschärfung des Ost-West-Konflikts durch den Koreakrieg ist die Regierung der Bundesrepublik Deutschland (oder musste sie aufgrund des Überichs der – westlichen – Allierten?) der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) (1952) und der NATO (1955) beigetreten.

Allerdings wurde der ehemalige General Gerhard Graf von Schwerin schon am 24. Mai 1950 von Konrad Adenauer als „Berater in technischen Fragen der Sicherheit“ zur geheimen Vorbereitung des Aufbaus westdeutscher Streitkräfte berufen.

Ich glaube, dass das damals ein feiger und von Konrad Adenauer von langer Hand vorbereiteter Beschluss war. Er wurde – begründet auf Angst – durchgesetzt. Wer Angst hat, der ist feige. Mutig wäre gewesen, wenn wir zur Wiederbewaffnung NEIN gesagt hätten. Deutschland hat damals eine historische Chance vertan, die wohl nur dieses Land einzigartig und nur einmal aufgrund seiner elenden Kriegsgeschichte hatte.

Ich bin 1950 in Deutschland geboren. Damals war ich ein Kind. Ich meine, Kinder sind weise und sicher nicht für Bewaffnung und Krieg. Heute wäre ich froh, wenn der Deutsche Bundestag in den 50iger Jahren weiser und mutiger gewesen wäre. Das deutsche Volk schien es mir gewesen zu sein. Das wollte so kurz nach dem zweitem Weltkrieg keine Armee mehr.

Dann gäbe es heute kein Deutsches Militär und keine Deutsche Rüstungsindustrie. Und das wäre gut für unser Land und wahrscheinlich auch für die Welt.

So habe ich vor 50 Jahren gedacht und so denke ich heute.

RMD
9. Mai 2016, 08:47 Uhr

P.S.
Liebe Nerds – zieht bitte keine Uniform an!

Roland Dürre
Freitag, der 6. Mai 2016

Trinkgeld

Zurzeit bin ich wieder auf Reisen. Mit dem Fahrrad in Italien.  Am Sonntag vor knapp einer Woche sind wir am Morgen in Orvieto aus dem Nachtzug München Rom mit dem netten Namen LUPUS ausgestiegen. Von dort haben wir das schöne Rom auf dem Wege zu einem Kongress im Süd-Osten Roms in drei Tagen umrundet. Die erste Station war Viterbo, die Nacht darauf haben wir in Tragliatella geschlafen.

castelcardinaleDer Kongress war in einem wunderschönen Tagungshotel Castel Cardinale hoch über dem Albaner See gegenüber von Castel Gandolfo. Jetzt machen wir noch zwei Tage Urlaub mit Freunden und dann soll uns eine weitere Rundfahrt wieder zurück ins schöne Rom führen, von wo uns dann am Mittwoch Abend wieder der Nachtzug zurück nach München bringen soll.

Da stellt sich wieder typische Frage:
Bekommt der Schlafwagenschaffner ein Trinkgeld?

Wenn ich ins „Ausland“ fahre, muss ich dann Trinkgeld geben? Wer kennt sie schon, die Trinkgeld-Sitten in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Albanien, Bulgarien, oder gar Nordafrika, der Türkei und den vielen anderen Ländern?

Gibt es in den Ländern Unterschiede, wenn ich z.B: Essen gehe oder in einem Privatquartier übernachte? Oft ich da unsicher: Was ist üblich, verletze ich vielleicht gar den Stolz eines Menschen wenn ich was gebe, obwohl ich es ja nur gutgemeint habe. Oder ist es schäbig, wenn ich nichts gebe?

Es gibt ja Länder, in denen das „Trinkgeld geben“ ein Muss ist. Dazu gehören die USA, in denen es ja ein „direkter“ Gehaltsbestandteil ist und man ohne Trinkgeld den Laden ja gar nicht verlassen kann. Da ist dann eh alles klar. Aber auch in Deutschland bin ich unsicher. Wie kann es sein, dass dort das Trinkgeld kein Muss ist, aber in Gastronomie-Betrieben trotzdem pauschal versteuert werden muss?

Jetzt radele ich durch Italien. Dort ist soviel ich weiß das „Trinkgeld geben“ eher unüblich. So habe ich auch kein Problem.

Wie soll ich das aber mit dem Schlafwagenschaffner im Zug von Deutschland nach Italien machen?

Meine Lösung war: Ich gebe ihm ein Trinkgeld, dass ein klein wenig mehr als nur symbolisch. Auf der Hinfahrt waren das 5 € für uns beide (also unser Abteil). Und habe ihm kommuniziert, dass er das als Ausdruck meiner Wertschätzung für seine Arbeit sehen soll. Anschließend habe ich erfahren, dass Schlafwagenschaffner früher eigentlich immer Trinkgeld bekommen haben, dies aber immer mehr aus der Mode gekommen wäre.

Ich meine, dass „Trinkgeld geben“ genau dann Sinn macht, wenn es a) zu den Regeln des Landes passt und das „Geschenk“ zudem auch noch klar als Wertschätzung kommuniziert wird. Und bin ganz froh über solch kleine und unscheinbare Gedanken-Ergebnisse, die mir das Leben noch ein wenig freudvoller machen.

RMD