Roland Dürre
Donnerstag, der 28. Juli 2016

Unterscheide, ohne zu trennen! #PMCampDOR 2016

pmcamp-logo-dornbirnNach dem PM-Camp ist vor dem PM-Camp. Das gilt auch fürs Orgateam des #PMCampDOR, das am 18. und 19. November 2016 wieder seine Tore öffnen wird. 2015 hatten wir in Dornbirn das Thema „Muster brechen“. Vielleicht wollten wir die steigende Komplexität und Dynamik, die uns verwirrt, damit einfach aufbrechen.

Heute erkennen wir die Vielfalt der Möglichkeiten besser. Wir entwickeln uns täglich in hohem Tempo weiter, die Lerngeschwindigkeit nimmt zu. Dank der Informationsgesellschaft sehen wir weiter über die Horizonte hinaus und können unser eingeschränktes Bild von „Welt“ erweitern. Das füllt unsere Herzen und Köpfe mehr als je zuvor.

Auch gegen die einfache Erkenntnis, dass Zukunft nicht vorhersagbar ist, sträuben wir uns nicht mehr. So wie wir immer deutlicher erkennen, dass der Mensch eben nicht die Krone sondern nur ein kleiner Teil der Schöpfung ist und dass unser für uns so wichtiger Mikrokosmos letzten Endes nur eine Illusion ist, die wir selber und ganz unbewusst konstruiert haben.

Dass wir uns Jahrhunderte dem Irrtum hingegeben haben, wir könnten mit unserem Kleinhirn alle Dinge durchdringen und auf Basis von unserem Wissen rational entscheiden. Und wir bemerken, dass der allergrößte Teil unseres Wissens und unserer Erfahrungen eben nicht einfach abrufbar ist sondern sich auf fast unheimliche Art und Weise bei uns meldet.

Besonders stellen wir fest, dass wir Entscheidungen nicht rational treffen sondern die Vernunft  im nach hinein Begründungen und Rechtfertigung liefert. Wir verlassen langsam den Jahrhunderte lang eingeschlagenen Irrweg, dass wir Herr über unser Handeln und so schuldfähig sind. Und beginnen dann der neuen Technologie ein wenig die wahre Dimension von sozialer Interdependenz.

Um in diesem neuen Leben bestehen zu können, müssen wir wahrscheinlich Unterschiede und Widersprüche erkennen und nutzen. Vereinfachen, Simplifizieren oder gar Trivialisieren wird uns nicht weiterhelfen, wenn wir im Frieden mit uns selber und so in Zufriedenheit leben wollen. Das ist die Voraussetzung um auf Feindbilder verzichten lernen und im sozialen Frieden mit der Natur und unseren Mitmenschen. Also, die Dinge so annehmen wie sie sind und mehr differenzieren und weniger klassifizieren.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 27. Juli 2016

Projekt FRIEDEN. Treffen in Ulm.

Direkt zu Füßen des ehrwürdigen Ulmer Münsters haben wir uns getroffen. Sechs gestandene Männer an einem frühen und sonnigen Nachmittag, um für Frieden zu wirken. Leider war keine Frau dabei, aber was noch nicht ist wird sicher noch werden.

Versuch eines Protokolls des ersten Treffens

Das Ulmer Münster 1887

Das Ulmer Münster 1887

19. Juli, an einem schönen Sommertag am Nachmittag vor dem Cafe unter dem Ulmer Münster. Mit dabei:
Daniel, Eberhard, Guido, Jolly, Roland, Wolf.

Nach einer Einstiegsrunde in der jeder von seiner persönlichen Motivation erzählte, haben wir in mehreren Diskussionsrunden eine erste Idee entwickelt was wir konkret angehen wollen und könnten.

Handlungsidee

Wir wollen viele Menschen erreichen und diese ermutigen sich zum Frieden zu bekennen. Das ist uns wichtiger als mit missionarischem Eifer Unfriedliche zu überzeugen.

Wir möchten die netzbasierten Medien nutzen.

In Anlehnung an die Arbeiten von Wolf möchten wir eine gewisse Interaktion ermöglichen. Die Beiträge der Einzelnen sollen zum Ganzen zusammenwirken und dennoch einen eigenen individuellen Wert behalten. Die Teilnahme ist offen und soll eine niedrige Einstiegsschwelle haben. Die Teilnahme soll aber über ein einfaches „Like“ o.Ä. hinausgehen.

Wir wollen nach dem Schneeballprinzip SEHR viele Menschen erreichen um vielleicht irgendwann eine kritische Masse zu schaffen, die eine Veränderung der Gesellschaft erwirkt.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Getragen wird diese Idee von unseren Ansichten und Überzeugungen, die zum Schluss nochmals jeder für sich in kurze Worte gefasst hat:

Ich möchte Frieden durch Neutralität und Respekt für alle Lebewesen.
Hass und Feindbilder sollen verschwinden.

Ich habe keine Feinde, Menschen haben keine Feinde. Wir schaffen uns unsere Feindbilder selbst.

Wertschätzung, Friede hat einen Wert.

Friede ist wertvoll, keine Feindbilder mehr!

Mehr Empathie!
Die offene Gesellschaft ist Voraussetzung für Friede.

Friedlich wachen, Friede wachsen lassen.

Nächste Schritte:

Weitere Mitstreiter*innen finden -> bereits begonnen
Handlungsidee konkretisieren
Logo entwerfen
Manifest erarbeiten -> siehe unten ein paar Formulierungsfragmente

Manifest-Fragmente

Friede ist wertvoll und bedarf keiner Rechtfertigung.

Friede gründet auf Wertschätzung und Respekt
Nur wer sich selbst wertschätzt kann andere wertschätzen.

Die friedlichere Lösung eines Konfliktes ist immer die bessere.

Menschen haben keine Feinde sondern Feindbilder.
Feindbilder können überwunden werden.

einfach so - #lass_deine_waffen_fallen WNH 2016 - Wolf Nkole Helzle Social Media Art

einfach so – #lass_deine_waffen_fallen WNH 2016 – Wolf Nkole Helzle Social Media Art

Mitmachen! Und das „Muster des Krieges“ brechen!

RMD

P.S.
Da wir das „Projekt FRIEDEN“ absolut transparent gestalten wollen, veröffentliche ich einfach das Protokoll von Ulm. Danke an Eberhard für die schöne Zusammenfassung.

Hans Bonfigt
Montag, der 25. Juli 2016

Multikulti im Nahverkehr

Ich fahre ja viel mit der Bahn. Für mittlere Strecken ist sie ein ideales Verkehrsmittel.

Nur leider muß die „letzte Meile“ dann mit dem Nahverkehr zurückgelegt werden. Und da herrscht „Multikulti“.

 

Heute mittag will ich von Lüdenscheid zurück nach Osnabrück. Die „DB Demolition“ zerstört aber gerade die Bahngleise Brügge-Marieenheide, damit bloß keiner auf die Idee kommt, diese wieder in Betrieb zu nehmen. So muß ich einen Umweg über Werdohl nehmen.

An der Bushaltestelle steht ein nordafrikanischer Typ, ganz cool, und tipselt auf seinem „Smartphone“. Der Bus kommt, eine alte Dame mit Rollator steigt aus. Oh weh, sie ist schwer gebeutelt: Der Rücken ist stark gekrümmt, sie kann nicht nach oben sehen, und sie trägt spezialangefertigte Schuhe, mit denen sie aber sichtbar den Fuß nicht abrollen kann. Aber man sieht ihr den Willen an, sich gegen das Schicksal zu stemmen:  Sie bringt den „Rollator“ mit kräftigen Armen sicher auf die Spur und beginnt ihren Weg.

Der ist allerdings nach drei Metern zu Ende: Denn neben dem Haltestellenschild hat sich der Muselmann aufgepflanzt und nun kommt sie nicht durch. Fünf Sekunden stehen die beiden gegenüber, dann macht die Frau mit dem Rollator einen Ausfall nach links auf die Straße, umrundet die Szenerie gewissermaßen und schafft es, ihr Fahrzeug wieder auf den Bordstein zu bekommen. Ich stand da ziemlich fassungslos. Als wäre nichts gewesen, steigt er ein und hinter mir eine junge Frau. Ich frage sie, ob wir beide eben das gleiche gesehen hätten?

Kommt zur Antwort, also 1. sei ja nichts passiert, die Frau habe ja einen Ausweg gefunden. Und 2. müsse man ja die kulturellen Unterschiede bedenken: Denn in der Heimat des sympathischen jungen Mannes gelten a) Frauen als unwürdig und es würde die Ehre eines Mannes verletzen, einer Unwürdigen auszuweichen. b) Gelte körperliches Gebrechen als verdiente Schwäche (Allah wird sich etwas dabei gedacht haben). Und c) sind, in seiner Heimat, sowieso alle Ungläubigen schlecht und schwach. Und das alles sei „tief verwurzelt“ und man könne nicht erwarten, daß sich ein Mensch so ohne weiteres grundlegend ändern wolle.

Naja, ich habe mich für die Aufklärung bedankt und darauf hingewiesen, daß Waldarbeiter „tiefe Verwurzelungen“ recht zuverlässig mit Salzsäure bekämpfen und dann war das Gespräch doch sehr schnell zuende.

In Werdohl angekommen, strebt eine Gruppe junger Afrikaner der Gleisüberführung zu. Natürlich benutzen die Herren nicht die Treppe, sondern den (für Kinderwagen und Rollstühle gedachten) Fahrstuhl. Der aber hat ein Einsehen und versagt den Dienst. In Wut treten die Primaten ein paar mal gegen die Fahrstuhltür. Wir haben gute türkische Freunde, von denen ich menschlich viel gelernt habe. „Man tritt nicht gegen die Tür eines Hauses, in dem man zu Gast war“, so gab mir unser Ergün ein türkisches Sprichwort wieder. Zur Abrundung der kulturellen Bereicherung rotzen die Bengels noch ein paar mal geräuschvoll auf den Bahnsteig.

Umsteigen in Hagen/Westfalen. Ich sitze im Regionalexpress Richtung Rheine, im Eingangsbereich gibt es einen Tumult. Der Zugbegleiter bittet einen „Asylsuchenden“, aus der Tür zu treten, damit dieser abfahren könne.

Das geht aber nicht, denn der „Kollege“ auf dem Bahnsteig hat noch nicht fertiggeraucht. Zum Schein geht der Mann vollständig in den Waggon, doch kaum daß der Zugbegleiter weg ist, steht er wieder in der Tür. Der Zugbegleiter kommt zurück und die Szenerie wiederholt sich drei Mal, bis die Zigarette des „dritten Mannes“ erschöpft ist.

Nachher frage ich den Schaffner, warum er das asoziale Arschloch nicht gleich ‚rausgeschmissen habe, notfalls mit der Bahnpolizei? „Das können Sie vergessen“, meint der Schaffner, „die faulen Säcke spielen sowieso nur Skat und die reagieren gar nicht. Und wenn ich einen ‚Flüchtling‘ raussetze, dann macht man mir die Hölle heiß, von wegen, wir seien ‚Rassisten'“.

 

So, das waren jetzt Erfahrungen mit „Schutzsuchenden“ aus gerade einmal 90 Minuten. Wenn ich das jetzt mit denjenigen Meldungen der Tagespresse kombiniere, welche beim allerbesten Willen nicht mehr unterdrückt werden konnten, dann denke ich mir:

  • Schutzsuchende Moslems können nicht mit dem Zug fahren. Entweder sie ziehen unmotiviert Notbremsen, schlachten mit Äxten friedliche Mitreisende ab oder sie blockieren die Infrastruktur.
  • Mit dem Bus geht auch nicht.
  • Mit dem Bahnhofsinventar wird auch nicht ordentlich umgegangen.

Nachdem nun einige Städte bereits eingesehen haben, daß es keine gute Idee ist, junge „Flüchtende“ kostenlos ins Schwimmbad zu schicken, wäre es nicht jetzt eine gute Idee, dieser Klientel ab sofort alle öffentlichen Verkehrsmittel zu verbieten, die Bahnhöfe eingeschlossen ?

Vielleicht würde das dazu führen, daß die Herren tagsüber in ihren Unterkünften blieben und vielleicht sogar ihre Toiletten säubern würden ?

-hb

Roland Dürre
Donnerstag, der 21. Juli 2016

Die Arcis-Vocalisten sind wieder auf Tour: HAYDN!

Nach dem Auftritt ist vor dem Auftritt!

Das ist das Motto der Arcis-Vocalisten! Und so stehen sie gemeinsam mit ihren Partnern schon am 6. August mit einem besonderen Kunstwerk wieder auf der Bühne:

Haydn

Ich kann wieder nicht dabei sein. Weil zwei ganz liebe Freunde von mir ihren 60. Geburtstag freien.

Aber vielleicht schafft Ihr es ja? Es wird sich auf jeden Fall lohnen!

RMD

P.S.
Für IF-Blog-Leser, die das Konzert besuchen wollen, gibt es ein kleines Zuckerl …
Einfach bei mir melden mit Stichwort Haydn.

Alle Reden von Digitalisierung. Auch ich 😉

DOAG22016-K-A-Banner-180x180_speakerIch halte sogar Vorträge darüber. Weil ich den Eindruck habe, dass die Verwirrung da sehr groß und das Thema eigentlich nichts Neues ist.

Unter anderem werde ich Thomas Kofler vom Zentrum-Digitalisierung.Bayern auf der DOAG-Konferenz in Nürnberg ergänzen und dort sprechen.

Ich bin aber auch unterwegs für große und kleine Unternehmen, soziale Clubs wie Lions oder vor kurzem für Gut Hohenfried in Berchtesgaden ….

Für mich ist schon der Begriff der Digitalisierung unglücklich. Begriffe, die ich im gemeinten Kontext für relevant halte, sind „Kommunikation“, „Vernetzung“ und „Information“.

Informationsaustausch heißt durch Denken Information zu erzeugen und diese durch Aussprechen des Gedachten weiterzugeben oder auszutauschen. Also ganz analog mit Sprache. Sprache kann man verschriften – dann wird es „digital“. Das ist trivial. Relevant ist, wie schnell und intensiv die Verbreitung und der Austausch von Information statt finden. Und schon sind wir bei Technologie und ihrer Entwicklung.

Betrachten wir mal die Entwicklung des Menschen in seiner jüngeren Vergangenheit:

Nach langem Anlauf haben die „Menschenartigen“ vor zirka 2 Millionen Jahren den aufrechten Gang geschafft. Dies war die Voraussetzung für die Wandlung der „Menschenartigen“ zum „Homo Sapiens“ bis vor ungefähr 200 000 Jahre. Damals noch als Jäger und Sammler hatten die Menschen ihre kreativste Phase und begannen vor zirka 125.000 Jahren, Afrika zu verlassen. Vor 60.000 Jahren nahm Homo Sapiens dann so richtig Fahrt auf und entwickelte bis vor 10.000 Jahren Sprache.

Das gesprochene Wort ist flüchtig. Man konnte das von einem Menschen Gesagte nur einmal hören. So wurden Geschichten ausgebildet und mündlich weitergegeben. Redundanzen wurden eingebaut, um Verfälschungen bei der Weitergabe soweit möglich zu reduzieren. Es gab Versuche, die Botschaften in Zeichnungen zusammen fassen, dies aber nur mit eingeschränktem Erfolg. So war es nur logisch dass ein paar Jahrtausende nach der Erfindung der Sprache auch schon die „Verschriftung“ kam. Und so entstanden vor ungefähr 7.000 Jahren Schriften.

Im alten Ägypten wurden die Geschichten in Tempeln in Sandstein gemeißelt und zusätzlich eingefärbt. Mit Hilfe einer Symbolsprache, die aus Bildzeichen besteht. Dann kamen leichtere Materialien auf wie Papyros und Papier. Und Technologien wie die Druckerpresse und den Drucksatz. Und später wurde – wie alle Technologien – auch die Informationstechnik elektrifiziert. Zuerst mit Kupfer (Kabel) und drahtlos (Funk).

Auch die Codierung wurde verbessert, wie z.B. hin zu einfachen Alphabeten mit wenig Buchstaben und Zahlen. Auch „Algorithmen“ und „Technologien“ zur Abbildung von Sprache und Information aller Art ins „Digitale“ entwickelten sich immer weiter. Dass alle Zeichen binär (nur durch Einsen und Nullen) dargestellt werden können, ist einfach aufzuzeigen. Diese Erkenntnis hat Konrad Zuse als wohl erster gehabt; es war eine wichtige Voraussetzung für die Entwickler des Computers, denn Computer arbeiten halt am einfachsten nur mit Nullen und Einsen. Auch das war eine ganz normale technische Entwicklung.

Schriftzeichen und so Verschriftlichung von Information wurden übrigens zuerst für „kaufmännische Zwecke“ genutzt. So scheint mir die „Wirtschaft die Mutter aller Dinge und Erfindungen“ zu sein und nicht der „Vater  Krieg“. Der ist nur eine besondere Art von „Wirtschaft“ – und zwar eine besonders zu verabscheuende.

Verschriftung macht Wissen über Zeit und Raum verfügbar und erzeugt Vernetzung. Die raren Bücher eines Galileo Galilei gingen durch Europa und brachten die Gedanken eines Keplers mit denen Galileos zusammen. Fortschritt und Technologie entstanden in Städten. Denn da trafen sich die verschiedenen Disziplinen. Später begannen die Städte sich zu vernetzen und die Dinge beschleunigten sich. Und dann vernetzte sich die ganze Welt. Zuerst durch Briefe, Bücher und Zeitschriften. Später durch „elektrische“ Unterstützung werden Zeitungen und Bücher werden von der „IT-Technologie“ abgelöst wie Petroleumlampen und das Talglicht durch Strom und Glühbirne.

Die Vernetzung von Informationen brachte uns die sogenannte „industrielle Revolution“. Und die „Digitalisierung“ ist nur die Fortsetzung dieser Entwicklung. Beides, die Geschwindigkeit der Vernetzung und die Menge an Wissen sind angestiegen und steigen weiter an, so beschleunigt sich dieser Prozess immer mehr. Das ganze ist Teil des Anthrozopän (das Zeitalter des Menschen), von dem man auch nicht so recht weiß, wann man eigentlich seinen Beginn festlegen soll und natürlich erst recht nicht, wo es uns hinführen wird und was anschließend kommen wird.

Eine Satellitenaufnahme der Erde gibt anhand der sichtbar gemachten Lichtverschmutzung einen Eindruck der Größenordnung menschlichen Einflusses auf die Umwelt

Satellitenaufnahme der Erde mit sichtbar gemachter Lichtverschmutzung.
So groß ist der menschliche Einflusses auf unseren Planeten (Bild aus Wikipedia).

Mir wäre es lieber, wenn wir die aktuelle Phase der Menschheit mit den Begriffen von Vernetzung und Information verbinden würden. Digitalisierung ist eine schwache Metapher für das, was sich gerade entwickelt. Aber Digitalisierung ist „in“ und Begriffe wie „Informationszeitalter“ sind „out“. Und jeder will vorne dabei sein, damit er nicht „abgehängt“ wird. In Bayern gibt es so ein Zentrum-Digitalisierung.Bayern (ZD.B), andere Bundesländer kopieren das schon.

Und man kann beliebig viele Pamphlete zur Digitalisierung lesen (in denen meist nur Unsinn drinsteht) und viele Veranstaltungen besuchen. Beides ist in der Regel umsonst. Vor kurzem war ich auf den TechDays in der Tonhalle in München- Es war ein richtiges Festival der Spekulationen und dürfte die vorhandene Verwirrung eher noch vergrößert haben.

In der deutschen Wikipedia kann ich zum Thema Digitalisierung den Artikel Digitale Transformation empfehlen. Er fasst den Stand sachlich zusammen Es finden sich dort auch noch eine Reihe von Beiträgen wie Computerisierung, Informationszeitalter oder gar Digitale Revolution, die alle „nice to have“ sind aber eigentlich keiner braucht. Ein denglisches „digital business transformation“ gibt es da auch – hoffentlich wird da bald ein vernünftiges „Digitalisierung in Behörden und Wirtschaft“ oder ähnlich daraus.

Lasst uns die „Digitalisierung“ einfach als Weiterentwicklung der „Industrialisierung“ und Teil der Evolution des Lebens auf unserem Planeten im Anthrozopän betrachten. Zu dem es übrigens im deutschen Museum zurzeit eine Sonderausstellung mit ein paar durchaus sehenswerten Exponaten gibt. Da sollte man aber darauf achten, einen Führer zu kriegen, der seine Gruppe nicht nur mit Halbwissen und persönlichen Meinungen drangsaliert.

RMD

P.S.
Dann noch ein wenig Reklame auch für die DOAG-Konferenz! Ist wohl eine der besseren IT-Veranstaltungen in Deutschland veranstaltet von der wohl größten und wichtigsten IT-Anwender-Gruppe in Deutschland. Und auch ein Hinweis auf meinen Vortrag auf der DOAG2015.
DOAG12016-K-A-Banner-468x180_engl

Ich fahre sehr gerne die Fahrräder von Utopia Velo. Utopia Velo ist eine „kleine“ Fahrradmanufaktur in Saarbrücken. Utopia-Räder haben immer einen ganz besondere Rahmen, der in Holland (bei Rainbow in Aalten/Nederland) in kleiner Stückzahl in Handarbeit gefertigt wird. Die „kleine Stückzahl“ ist übrigens relativ, denn der Roadster (mit einem „Kreuz-Rahmen“ wie auch beim London) wurde innerhalb von nur ein paar Jahren jetzt auch schon über 5.000 Mal gebaut. Jeweils eines dieser Modelle steht auch in meinem Fahrradschuppen, mit beiden war ich in den letzten Jahre über 30.000 km unterwegs.

Die Firma Utopia veranstaltet jeden Sommer ein Sommerfest. Am Tag davor ist dort so eine Art Investoren-Treffen. Dieses Jahr war das am 25. und 26. Juni. Weil ich auch ein wenig Geld bei Utopia investiert habe, wollte ich natürlich dabei sein. Allerdings fahre ich nicht für nur zwei Tage von Neubiberg nach Saarbrücken. Das lohnt nicht.

Deshalb haben Barbara und ich beschlossen, schon am Mittwoch, den 22. Juni zu starten und diese Reise mit einer kleinen Radtour zu verbinden. So haben wir beschlossen, mit dem Zug nach Freiburg (der heimlichen Hauptstadt der Radfahrer und Solar-Fans?) zu reisen, um dann mit den Rädern durch Frankreich nach Saarbrücken zur Utopia-Veranstaltung zu fahren.

Vorbei geht es auch an zahlreichen Schleusen. Die erinnern uns an schöne Hausboot-Fahrten mit allen.

Vorbei geht es auch an zahlreichen Schleusen. Die erinnern uns an schöne Hausboot-Fahrten mit allen.

Hier ein kurzer Reisebericht. Auch weil wir einen ganz großen Höhepunkt auf dieser Reise erlebten – den Besuch in der Völklinger Hütte, einem würdigem Weltkulturerbe. Deren Besuch ich Euch ganz besonders empfehlen will.

Mittwoch, 22. Juni 2016: Anreise mit Zug nach Freiburg

Die Anreise ging in Neubiberg um 9:11 los zum Ostbahnhof. Dann ging es mit einem EC nach Heidelberg, der aus Salzburg kommend Frankfurt als Endziel hatte. In Heidelberg sollten wir laut Plan mit der S-Bahn weiter nach Karlsruhe fahren, um dann mit dem EC nach Basel zu fahren. Da unser Zug Verspätung hatte, haben wir die S-Bahn verpasst. Wir hatten aber Glück, eine andere S-Bahn brachte uns nach Mannheim und dort haben wir den ebenfalls gut verspäteten EC nach Basel über Freiburg erreicht.

So waren wir um 16:00 in Freiburg und es ging nach zuerst Mal in Richtung Rhein. Der Mittwoch war der erste der drei besonders schönen Sommertage, die Ende Juni in Deutschland für viel Sonne und eine große Wärme sorgten.

Am Abend nach um die 60 km um den Rhein tragen wir um 19:00 in Diebolsheim an. Wir waren in Sorge wegen des Quartiers, denn die Gegend ist da erstaunlicherweise nicht so belebt. Aber wir hatten Glück, gleich angekommen in Diebolsheim entdeckten wir da ein Schild GÎTES d’ÉTAPE. Wir klingelten und eine freundliche Dame öffnete uns. Und wir hatten ein wunderbares Nachtquartier. Da kein Lokal in der näheren Umgebung, haben wir uns bei unserer Wirtin mit einem Baguette und zwei Flaschen Rotwein eingedeckt (alles inklusive Übernachtung für 50€). Und hatten den ersten wunderbaren Abend.

Donnerstag, 23. Juni: Von Dieboldsheim nach Graufthal.

Des öfteren geht es entlang an den Kanälen des Elsass.

Des öfteren geht es entlang an den Kanälen des Elsass.

Früh geht es raus. Bald sind wir am Kanal Rhone-Rhin. Wunderbares Radeln an einem wunderschönen Sommermorgen. In Strasbourg gibt es Frühstück bei einer kleinen Bäckerei und dann noch eine zweite Pause bei einer Bar. Es ist wie im Märchen oder im Kino.

Nach Strasbourg wird es abwechslungsreich. Wir durchqueren die Landschaft, folgen dann wieder Kanälen und kommen dann mit ein paar Steigungen in Graufthal an. Ein Dorf im Naturschutzgebiet, sicherlich ein wenig touristisch aber von der sehr angenehmen Seite.

Wir finden ein wunderschönes Hotel. Das Au vieux moulin passt zur Landschaft und zum malerischen Ort, das Zimmer ist wunderbar und der Preis angenehm. Am Abend gibt es köstliche Menüs, die Auswahl fällt nicht leicht. Wir genießen und ich verstehe wieder, was mit „Leben wie Gott in Frankreich“ gemeint ist.

Nicht zu spät geht es ins Bett, denn am nächsten Morgen warten ein die Anstiege der Vogesen auf uns. Und weil es wieder warm werden soll, wollen wir dies möglichst am frischen Morgen schaffen.

Freitag, 24. Juni: Über die Vogesen nach Saarbrücken.

Wir starten vor 8 Uhr und verzichten auf das sicher köstliche Frühstück in „der alten Mühle“. Die sanften Aufstiege der Vogesen sind von der Art, an der sogar ich Spaß habe. Trotzdem kommen in der Summe einige Höhenwerte zusammen. Das Frühstück holen wir in einer wunderbaren Bäckerei in einem kleinen Städtchen am Vormittag auf ungefähr halbem Wege nach Saarbrücken nach. Wir sitzen in der Nähe der Backstube, aus der wir mit Köstlichkeiten verwöhnt werden und und sehen den Bäcker bei der Arbeit zu.

Dann fahren wir weiter und kreuzen ein wenig auf und abdurch eine sanfte Landschaft. Dann geht es wieder abwärts und wir erreichen die Saar. Dem „Schlingelschlangel“ des Flusses folgen wir ruhigen Uferwegen bis Saarbrücken. Wir entdecken Überreste der Maginot-Linie, Schilder am Wege weisen uns auf dieses Ungetüm und seine Tragik hin. Soldatenfriedhöfen sind wir auf unserer Reise auch öfters begegnet.

Mittags sind wir noch in Frankreich kehren und finden wieder ein wunderbares Lokal. Das liegt direkt an der Saar und ist ein typisch elsässisches Restaurant. Wir genießen das Tagesmenü mit drei so richtig schmeckenden Gängen bei einer Flasche Wein. Ich habe es schon geschrieben – es ist wieder „Leben wie Gott in Frankreich“.

Dann geht es weiter. Nach kurzer Radfahrt immer entlang der Saar sind wir am frühen Nachmittag in Saarbrücken. Erst vor 48 Stunden sind wir in Freiburg angekommen. Wir könnten jetzt zum Bahnhof fahren und wären am Abend wieder in München. Wir haben aber noch etwas in und um Saarbrücken vor und suchen uns wieder eine Unterkunft. Die ersten Hotels gefallen uns nicht so sehr. Wir finden das La Résidence mitten in der City, der Preis passt, also mieten wir uns für die nächsten zwei Nächte hier ein. Am Nachmittag wird ein bisschen durch Saarbrücken gebummelt – wir nehmen die Hauptstadt des Saarlands als sehr lebendige Metropole wahr.

Abends genießen wir die Promenade an der Saar. Ich fühle mich wirklich wie in einer Weltstadt. Es gibt tolle Lokale. Wind kommt auf, die Sommertage scheinen vor bei. Wir haben Glück,  das Wetter hält und wir beschließen mit wieder wirklich gutem Essen drei wunderbare und sehr warme Sommertage auf dem Fahrrad. Es war zwar nur eine kleinen Radtour mit gut 200 km. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel schöne Sachen man in drei Tagen inklusive An- und Abreise auch weit weg von München erleben kann. Dann kommt er doch noch, der große Regen und wir flüchten ins nahe gelegene Hotel.

Samstag, 25. Juni 2016 – Das Highlight – Vormittag in der Völklinger Hütte.

Die Winderhitzer der Völklinger Hütte.

Die Winderhitzer der Völklinger Hütte. (Wikipedia – Owner LoKiLeCh).

Nach großem Frühstück im La Résidence geht es los. Zur Völklinger Hütte sind es mit dem Rad gut 10 Kilometer. Es macht Spaß, denn der Regen hat aufgehört. Die Hütte ist ein großes industrielles Museum und Weltkulturerbe. Schon bei unserer Saarland-Rundfahrt wollten wir sie besuchen, das hat das aber zeitlich nicht gepasst.

An diesem Morgen holen wir dies nach. Wir haben ein Riesenglück, genau an diesem Tag eröffnet auch die „Bhudda-Ausstellung“ im Weltkulturerbe. Die sensationelle Fotoausstellung von Steve McCurry: „Buddhismus – Fotografien 1985 bis 2013“ ist schon ab dem 1. Mai in der Hütte installiert. Im Preis von 15 € ist alles mit drin. Die meisten Besucher zahlen sogar nur 13, denn es gibt auf so vieles 2 € Rabatt wie z.B. für ADFC-Mitglieder oder Bahncard-Inhaber …

Die Ausstellung vereint viele Botschaften und Angebote. Man erlebt die brutale Seite des Industriezeitalters. Media-Shows machen klar, wie man hier gearbeitet hat. Die Integration der Buddhas und Fotos in die „antike“ Technologie passt wunderbar. Die Buddha-Statuen werden exzellent erklärt. Der Kontrast der Fotografien zur Umgebung ist phantastisch. Es ist wirklich eine starke Installation.

Und die Hütte bietet auch alles Mögliche an. Technik, Geschichte, aber auch Abenteuer und körperliche Anstrengung. Es gibt einen langen Rundweg, auf dem es nie langweilig wird. Und einen Höhenweg im Freien, auf des es auch geübten Kletterern schwindelig werden kann.

Auch ohne Radtour ist allein der Besuch dieser „drei Ausstellungen in einer“ eine Reise ins Saarland wert.

Am späten Vormittag schüttet es wieder und wir fliehen in den Innenbereich des Weltkulturerbes. Dann regnet es wieder, wir brechen auf und kommen relativ trocken bei Utopia an. Der Empfang ist freundlich, wir erleben spannende Vorträge. Abends ist der Wettergott auch wieder freundlich zu uns. Wir kommen gut heim und genießen noch mal die Saar-Promenade. Das Abendessen gibt es allerdings dann „inhouse“, denn es ist kühl bis kalt geworden. Zum Fenster herein schaut aber schon wieder die Abendsonne, stört uns aber nicht beim speisen.

Sonntag, 26. Juni 2016 – Sommerfest bei Utopia.

Wir checken aus dem „Residence, radeln mit Roadster und Silbermöwe (Barbaras Fahrad) und unserem Gepäck zum Sommerfest. Wir hören interessante Diskussionen, lernen viel Neues und machen einige Probefahrten mit „normalen“ Rädern und „pedelecs“.  Wir sind überrascht, das ein moderner Fahrrad-Rahmen, gleich ob aus Stahl oder Alu, leichter ist als ein gutes Fahrradschloß, das einem Dieb ernsthaften Widerstand leistet. Oder, wie man eine Fahrradkette am besten ölt (nach gründlicher Reinigung mit einem Pinsel) und viele andere Tricks. Die Versuchung, uns ein neues Fahrrad zu kaufen ist groß. Gerade die Pedelecs mit ihrer Leichtigkeit locken uns sehr. Wir können so gerade noch widerstehen.

Am Nachmittag geht es dann direkt zum Hauptbahnhof von Saarbrücken. Die  Zugfahrt ist ziemlich unproblematisch, mit einer kleinen Unannehmlichkeit. Die einzige Toilette im Nahverkehrszug von Neustadt (Weinstr) ist defekt und gesperrt.  Trotzdem sind wir kurz noch vor 22:00 nach 5 wunderbaren Tagen wieder zu Hause in unserem „sweet sweet home“.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 15. Juli 2016

Projekt FRIEDEN. Zwei Varianten.

Projekt FRIEDEN läuft an. Deshalb hier ein paar Gedanken dazu.
Als Impuls und Inspiration – einfach mal zum Nach- und Mitdenken.
Vielleicht sogar zum Mitmachen.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Für einen Start ins Projekt FRIEDEN gibt es viele Wege. So beschreibe ich modellhaft hier zwei sehr unterschiedliche Varianten, wie man das Thema FRIEDEN angehen könnte.

Variante 1 – volle Kraft voraus.

Ein Weg könnte sein, als ersten Schritt ganz konservativ ein Startup zu gründen, das Geld beschafft. Wie das in der „gemeinnützigen Branche“ so üblich ist.

Dort sammelt eine ganze Reihe von sehr kommerziell orientierten Firmen meistens mit Bettelbriefen, Telefonanrufen, übers Fernsehen, durch persönliche Ansprache oder Ähnliches für gemeinnützige Unternehmen das benötigte Geld ein. Die Geldbeschaffer bekommen dafür von ihren Auftraggebern einen gewissen Prozentsatz des eingesammelten Geldes, der gar nicht so niedrig ist.

So könnte man ein Startup-Unternehmen gründen, das ausschließlich im Internet fürs Projekt FRIEDEN Geld einsammelt. Ideen wie man das machen könnte, sind genug vorhanden. Voraussetzung für so etwas wäre natürlich eine absolute Transparenz mit kompletter Offenlegung aller Zahlen.

„Projekt Frieden“ könnte dieses Geld dann für Werbung und Aktionen ausgeben. Das würde allerdings aus Projekt FRIEDEN schnell ein Kapital-orientiertes und so angreifbares „Unternehmen“ machen. Das gefällt mir mir eigentlich nicht. Deswegen würde ich das Projekt FRIEDEN lieber ohne Geld (Stichwort #nocapital) durchführen. Deshalb bevorzuge ich ein anderes Vorgehen.

Variante 2 – sanft, leise und weise.

Die Variante zwei ist, dass wir auf ganz stille Art und Weise nach Menschen suchen, die „so denken wie wir“ und diese für unser Projekt begeistern und so ein „leises und schönes“ Schneeballsystem schaffen. Natürlich suchen wir da auch Menschen, die eine „multiplikative Kraft“ haben. Das ist aber keine notwendige Voraussetzung. Im Gegenteil, alle Menschen sind gleich wertvoll und wir brauchen sie alle.

Mir gefällt daran, dass mir gerade für das Ziel FRIEDEN Werte wie Achtsamkeit, Demut, Neutralität und Rücksichtnahme von herausragender Bedeutung sind. Kapitalisierung befördert jedoch eigentlich immer die Interessen von einzelnen Menschen oder kollektiven Systemen.

Ich mag sanft, leise und weise.

So bevorzuge ich die zweite Variante, weil sie für uns die ehrlichere und vermutlich langfristig die erfolgreichere ist. Auch, weil wir diese Art von Gedanken, die ich in der ersten Variante beschrieben habe, ja als einen Teil des Übels ansehen und metapherhaft gesagt „den Beelzebub nicht mit dem Teufel“ austreiben wollen und wohl auch nicht können 🙂

Aber auch für „sanft, leise und weise“ braucht man wahrscheinlich ein paar Voraussetzungen wie ein schönes Logo und ein Manifest für FRIEDEN. Wie auch ein „Werte- und Kulturpapier“ und vielleicht ein paar einfache aber grundlegende Regeln. Und da ist natürlich professionelle Unterstützung mir sehr willkommen.

Ein möglicher Weg.

Mithilfe des „Prinzips Freundesfreunde“ könnte man ein „Schneeballsystem“ für FRIEDEN starten. Wenn das dann auf Touren käme, wäre das vielleicht ein Weg, das große Ziel zu erreichen!

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 8. Juli 2016

Kann man Komplexität reduzieren?!

Vor kurzem habe ich ein Wissensangebot von Thomas Kleiner in IF-AGORA integriert. Die Botschaft war

„Komplexität
sinnvoll reduzieren
ohne sie zu trivialisieren!“

Thomas bietet Managern Seminare an, mit denen er ihnen helfen möchte, in komplexer Welt besser zurecht zu kommen. Und ist eigentlich immer ausverkauft.

Dieses neue Angebot habe ich dann auch getwittert. Mit dem Kurztitel „Komplexität sinnvoll reduzieren!“ Sofort bekam ich negative Rückmeldungen wie „diese Aussage wäre komplett #fail“ oder „da bin ich aber gespannt, wie das funktionieren soll“.

Unser Kater Lenin, genannt Wladi.Sein Bruder Stalin, genannt Joschi, ist ausgezogen.

Unser Kater Lenin, genannt Wladi. Sein Bruder Stalin, genannt Joschi, ist ausgezogen. Ein nicht nur biologisch komplexes Lebewesen.
Owner:
Barbara Dürre (cat)
Maresa Dürre (photo)

Jetzt muss man wissen, dass die Unterscheidung zwischen „kompliziert“ und „komplex“ im Internet stark diskutiert wird. In Berlin gab es sogar mal ein PM-Camp zu diesen Begriffen im Umfeld von Projekt-Management.

Projekt-Manager haben da kräftig debattiert, wie man komplexe Projekte von komplizierten differenzieren und bewältigen könne.

Ich selbst ahne nur, dass in komplexer Welt die dominante Logik auch nicht weiter hilft. Aber wenn wundert es. Versagt sie doch oft schon in ganz einfachen Welten?

Ein von mir sehr geschätzter Protagonist des Themas „komplex versus kompliziert“ ist übrigens Niels Pflaeging. Bei ihm bin ich zwar nie sicher, ob seine Analyse richtig ist, aber seine Schlüsse sprechen mir voll aus dem Herzen.

Zurück zum Wissensangebot. Man muss wissen, dass Thomas Kleiner ein kluger Philosoph ist. Seine Magisterarbeit behandelt „Das Menschenbild im Werk von Rupert Lay“. Nicht nur deswegen hat er den „Konstruktivismus“ studiert und wie ich meine auch verstanden.

Die Theorie des „Konstruktivismus“ hat mich in meinem Weltbild bestärkt, dass die Bestimmung, ob ein System oder Projekt komplex oder kompliziert ist, ausschließlich in der kognitiven Erkenntnis des Beobachters liegt.

Ich meine auch, dass Kompliziertheit und Komplexheit mit wissenschaftlichen Methoden und Metriken nicht erfasst oder gemessen werden können. Das ist ein philosophisches Thema oder wie man früher gesagt hätte, eines der „Metaphysik“.

„Komplex“ ist für uns genauso schwierig zu verstehen wie „unendlich“. Komplex steht für etwas, das man nicht rational definieren kann. Ich kenne nur Metaphern, die Komplexität vermitteln sollen, aber keine einzige von mir als valide nachvollziehbare objektive Definition.

So finde ich die „sinnvolle Reduktion“ von „Komplexität“ durchaus „zielführend“ möglich, betrifft sie doch die subjektive  Wahrnehmung von scheinbarer Realität und den Umgang mit dieser. Und natürlich meine ich auch, dass man sich davor hüten sollte, Komplexität zu trivialisieren.

🙂 Nein, an Komplexität sollte man sich erfreuen und sie genießen!

Ich bringe ein Beispiel:
Da muss jetzt unser Hauskater herhalten. Offiziell heißt er übrigens Lenin, die (Rest-)Familie nennt ihn Wladi, weil sie Lenin als Namen nicht mögen. Sein Bruder Stalin (von der Familie Joschi genannt) ist leider ausgezogen. Er hat sich mit Lenin nicht mehr verstanden.

Kater „Wladi“ Lenin ist sicher ein höchst komplexes System, so wie alle Säugetiere. Die Komplexheit von Lenin reduziere ich, in dem ich den Kater einfach als Katze und Haustier betrachte. Dadurch kann ich einen großen Erfahrungsschatz der Menschheit aus dem Umgang mit Katzen nutzen, ohne dass ich das Tier deswegen trivialisiere. Ich kann ihn sogar mögen und sein Handeln nachvollziehen. Obwohl ich die Komplexheit einer Katze nie verstehen werde.

Angst machen wir alle die Menschen, die meinen, man (MENSCH) könnte alles wissen und alles machen – und die versuchen „komplexe“ Systeme schnell und mit harten Eingriffen zu verändern. Besonders groß wird meine Besorgnis dann, wenn es um die Umwelt (die Natur) oder unsere Gesundheit (auch die Natur) geht.

Ich habe das Schicksal einer Reihe von alten Menschen erlebt. Wie die Medizin ihre letzten Jahre zerstört hat, weil sie mit wissenschaftlicher Rationalität diese Menschen heilen wollte. Wie hilfreich wäre es da gewesen, wenn man durch Reduktion und Vereinfachung sich an die einfachen Regeln der Vernunft gehalten hätte.

Ähnliches erscheint mir unserem Planeten gerade zu widerfahren.

Viel zu viele Menschen glauben, man könnte die Welt in komplex und kompliziert einordnen und sie mit Rationalität zum Besseren verändern. Ich halte das für eine Art von „Omnipotenter Geisteskrankheit“ und habe die Sorge, das da sehr oft die „Rechnung ohne den Wirt gemacht wird“ – nur merken wir das oft erst viel später.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 6. Juli 2016

Projekt FRIEDEN.

Immer wieder werde ich gefragt, was es denn eigentlich mit unserem Projekt FRIEDEN auf sich hat. Ich antworte dann so (oder so ähnlich):

 


 

 

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren das verbreitete Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren das verbreitete Symbol der westeuropäischen, vor allem aber der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Danke für die Nachfrage!

FRIEDEN ist für mich das wichtigste Gut, denn FRIEDEN ist die Voraussetzung für alles andere. So will ich dem Projekt FRIEDEN in der mir verbleibenden Lebenszeit höchste Priorität einräumen.

Es geht dabei darum, endlich FRIEDEN zu schaffen. Ganz einfach weil es an der Zeit ist.
Die Menschheit hat schon so viel erreicht,
warum soll ihr nicht auch das gelingen?

Und: Wer für FRIEDEN ist,
der muss sich nicht rechtfertigen!

Das Ziel von Projekt FRIEDEN
ist, dass immer mehr Menschen
willens und fähig werden mit
sich selber, mit unser aller
(Um-)Welt
und im miteinander
in FRIEDEN zu leben.

Das ist eine notwendige und vielleicht sogar die hinreichende Bedingung fürs Glücklich-Sein. Wir wollen unser Ziel ohne Dogmatik und Moral verfolgen und absolut neutral bleiben. Wir werden es nicht wie Greenpeace oder Amnesty International machen und auf Propaganda und Aktionen setzen, die wir mit eingesammeltem Geld finanzieren.

Frei und unabhängig, nur durch Inspirieren und Impulse-Geben, ganz behutsam, in allen Punkten neutral und mit Respekt vor den „Anderen“ werden wir Freunde und „Freundesfreunde“ gewinnen, die auch FRIEDEN wollen. Quasi durch ein „Schneeballsystem“ viele Gleichgesinnte erreichen und so ein wenig mehr FRIEDEN bewirken.

Hier findet Ihr ein paar Artikel übers Projekt FRIEDEN. Auch den Hinweis auf zwei Videos von Jolly und mir. Jollys Video kann ich besonders empfehlen. Es lohnt sich wirklich, wenn Ihr Euch eine Stunde Zeit nehmt und es mit Freunden, Euren Kindern und Partnern – bei einem Glas Wein anschaut.

Alles Liebe!

Roland

 


 

Also mitmachen und Frieden schaffen! Danke!

RMD

Roland Dürre
Montag, der 4. Juli 2016

Insel Hopping – so war es!

Und es war wunderschön!

Vom 28. Mai bis zum 8. Juni haben wir (Barbara und ich) das erste Mal in unserem Leben die Kykladen im Ägäischen Meer besucht und so eine Art „Insel-Hopping“ gemacht. Ohne Fahrrad und nur mit ganz kleinem Gepäck. In Griechenland waren wir schon recht häufig, in den letzten Jahren jedes Jahr auf dem Peloponnes – aber nie auf diesen wunderbaren Inseln. Ein paar mal waren wir auf Kreta, mit Familie und zu zweit auf zwei wunderschönen Fahrradtouren, das ist aber ungefähr 30 Jahre her.

Ein Grund für die Reise waren Erlebnisberichte unserer Kinder. Die hatten schon ein paar Mal Insel-Hopping gemacht und uns so begeistert davon berichtet, dass wir das auch mal machen und erleben wollten. Uns so haben wir in diesem Frühsommer das erste Mal die Kykladen besucht.

Barbara hat sich gründlich auf die Reise vorbereitet, sprich über die Geschichte, Geographie und vieles mehr zu den Kykladen an sich, die Fährverbindungen, Übernachtungsmöglichkeiten und ähnliches informiert. Geplant und gebucht hat sie dann nur den Hin- und Rückflug nach Athen und das erste Hotel in Piräus. Alles andere wurde dann immer ganz agil vor Ort erledigt – für mich die beste Art für „freies Reisen“.

Elf Nächte waren wir mit wenig Gepäck unterwegs. Hier der Bericht von diesen zwölf wunderschönen Tagen. Wie alles in IF-Blog habe ich es für mich aufgeschrieben – aber es könnte ja sein, dass jemand von Euch auch mal von Insel zu Insel hopsen will. Dann bekommt er hier hoffentlich viele Informationen und Anreize. Und wenn er mehr wissen will, darf er mich gerne fragen.

Abstieg zur Chora in Serifos am letzten Tag.

Abstieg zur Chora in Serifos am letzten Tag.

Samstag, 28. Mai – Abflug nach Athen

Wir fliegen mit Lufthansa LH1750. Der Flieger nach Athen soll um 8:55 starten. Das ist eine relativ angenehme Zeit. So können wir die S-Bahn in Neubiberg um 6:31 nehmen. Das heißt so um 6:15 von zu Hause weg und zu Fuß zur S-Bahn-Station. Für so ein Insel-Hopping nehme ich das frühe Aufstehen gerne in Kauf. Das Gruppenticket für die Fahrt zum Flughafen kostet 23 EURO, man könnte es dann noch den ganzen Tag nutzen … Geht aber nicht, da wir ja weg fliegen.

Der Zug der Linie S7 kommt pünktlich in Neubiberg an, bis zum Ostbahnhof verspätet sie sich dann doch noch (leider sind Verspätungen auf unserer Linie eher die Regel). So verpassen wir den Anschluss an die S8 zum Flughafen wegen der kurzen Umsteigezeit. Macht aber nichts, wir wissen dass Optimismus bei der S-Bahn nicht angebracht ist und haben die Verspätung erwartet und eingerechnet.

Schon am Tag vorher hatten wir übers Internet eingecheckt und unsere „Boarding Pässe“ daheim ausgedruckt. Da wir „Economy Light“ fliegen, müssen wir auch kein Gepäck aufgeben und können gleich direkt durch die Sicherheitskontrolle zum Gate gehen. Der Flug – zwei Personen, hin und zurück – hat inklusive aller Gebühren und Steuern 236,02 € gekostet, der Anteil des Fluges ist dabei recht gering (22 € einfach pro Person, also 88 € vom Gesamtbetrag). Dass fliegen so billig ist, verstehe ich nicht. Wahrscheinlich liegt es auch an den Subventionen und Steuerbefreiungen zum Beispiel für Kerosin.

Der Boarding-Aufruf ist pünktlich und auch der Start. Die Reisezeit beträgt 02h 20min. In Athen sind die Uhren eine Stunde weiter als bei uns, die Ankunft (ETA) soll 12:15 (local time) sein. Wir kommen ein wenig vor Plan am Flughafen Athens Eleftherios Venizelo … an.

Zuerst geht es zu unserem Hotel in Piräus. Dazu nehmen wir die Metro. Zum Flughafen fährt die „rote“ Linie, nach Piräus die grüne. So müssen wir nach gut als 10 Stationen umsteigen. Insgesamt betrug die Fahrzeit eine gute Stunde, die Kosten sind günstig – wir zahlen zusammen 15 € – die einfache Fahrt für eine Person vom Flughafen kostet 10 €, ich bin ermäßigt weil über 65 Jahre und koste so nur 5 €. Ein Zwei-Personen-Ticket für „Normalzahler“ hätte 18 € gekostet. Die „normalen“ Tickets (nicht zum Flughafen) in der Metro in Athen sind aber deutlich billiger.

Das Hotel hat Barbara so ausgesucht, dass es sowohl ganz nahe bei der Endstation der grünen Linie wie auch beim Hafen liegt. Es heißt Anita Hotel, ich kann es empfehlen. Wir haben über booking.com gebucht und bezahlt – der Betrag war 35 € für uns beide und eine Nacht ohne Frühstück. Das Frühstück kostet 6 € pro Person extra und beinhaltet den Transfer zum Hafen. Das Anita ist sauber, die Menschen sehr freundlich und hat ordentliche Zimmer. Es liegt ganz nah am Zentrum von Piräus und am großen Hafen.

Am frühen Nachmittag sind wir im Hotel und haben so noch viel Zeit für Piräus. Die haben wir auch genossen. Vor dem Genießen haben wir erst noch unsere Weiterfahrt beschlossen: Wir wollen nach Santorin! Also noch schnell zum Hafen, die Tickets kaufen. Und dann ab ins Vergnügen. Beim Yacht-Hafen nehmen wir ein kleines griechisches Essen (mit Wein), gehen  in der Altstadt spazieren und schon ist es Abend.

Sonntag, 29. Mai – Die Fähre nach Santorin

Um 7:25 sticht die Delos der Blue Star Ferries mit uns an Bord in See. Die Fahrt nach Santorin ist ziemlich lange. Sie dauert gut sechs Stunden, denn Santorin liegt im Süden der Kykladen. Die Delos ist wie alle Schiffe, die wir genutzt haben, kein High Speed Schiff. Das Ticket kostet pro Person 39,50 €, das ist durchaus ein stolzer Preis. Die „High Speeds“ sind deutlich teurer und schneller, dafür laut und wenig komfortabel. Auf diesen schnellen Schiffen gibt es kaum Plätze im Freien und sich dort aufzuhalten macht keinen Spaß.

Auf der Delos genießen wir die Sonne, den Wind in den Haaren, den Blick auf das Mittelmeer und die Inseln, an denen wir vorbeifahren. Jede Hafeneinfahrt bei den Zwischenstopps ist immer wieder ein Erlebnis und schenkt uns ganz besondere Eindrücke. Gegen 15:00 kommen wir im Hafen Thira der Insel Santorin an. Das ist der „neue“ Hafen für die Fähren.

Vom Hafen geht die Straße hoch nach Santorin. Es ist viel los, trotz Vorsaison. Viele Busse, davon eine ganze Reihe von „local buses“ warten auf die Reisenden, die sich aus dem Schiff auf die Insel ergießen. Das Busticket im „local bus“ kostet 2,30 € pro Person, die Fahrt dauert geht steil nach oben und dauert ungefäht 20 Minuten. Oben in der Stadt gibt es einen „Busbahnhof“, dort steigen wir aus  und sind schon mitten im Trubel.

Wir suchen uns zuerst mal ein Hotel und finden das malerische Lepa. Wir dürfen zwischen einem einfachen Zimmer mit Balkon und einem ein wenig luxeriöserem ohne Balkon/Terrasse wählen – und nehmen das mit Balkon. Der Blick geht auf die zauberhafte Hotelanlage mit einem kleinen Swimmingpool, ein Blick wie er als Bild in einem (älteren) griechischen Touristik-Prospekt sein könnte. Das Hotel ist preiswert, unser Zimmer kostet 60 € für zwei Personen und zwei Nächte. Das Hotel liegt sehr günstig, ganz nahe am Zentrum, nicht weit weg vom „Busbahnhof“.

Von unserem Balkon sehen wir das Meer im Nordosten. Der Blick ist zwar nicht so pompös und aufregend wie die berühmte Silhouette im Westen sondern eher von stiller Schönheit. Wir erleben das Glück des Vorsaison-Urlaubers, denn die Zimmer kosten in der Hauptsaison das dreifache – wenn man überhaupt billige findet. In Santorin gibt es bei den Zimmerpreisen schon jetzt keine Grenze nach oben. Zur Hochsaison dürfte „agiles“ Reisen nicht mehr ganz so einfach und günstig möglich sein.

Wir haben noch genug Zeit für schöne Spaziergänge. Wieder im Hotel befreunden wir uns mit unserer Wirtin. Sie empfiehlt uns ein Restaurant. Der Abendspaziergang führt uns entlang der Caldera. Obwohl noch Nebensaison ist, ist einiges los. Ich habe den Eindruck, dass die Hälfte der Menschen aus Asien kommt. Wir hören kaum deutsch – neben den Asiaten sind vor allem Franzosen, Italiener und Engländer unterwegs. Auf unserer weiteren Reise werden wir kaum mehr Asiaten sehen, aber auch kaum mehr Deutsche.

In der Abendsonne ist das Panorama noch schöner. Weit unten sieht man den alten Hafen (da wo wir nicht angekommen sind). Vor ihm liegen zwei Kreuzfahrtschiffe, ihre Tender pendeln zwischen den Schiffen und dem Hafen. Wir sehen den steilen Pfad, der sich zum alten Bootshafen windet. Unten sehen wir auch noch Touristikboote an- und ablegen.

Wie es dunkel wird gehen wir in das uns von unserer Wirtin empfohlene Lokal. Der Tipp hat sich gelohnt und zufrieden und satt gehen wir nach Hause ins Hotel Lepa. Wie unsere Wirtin uns entdeckt, serviert auf dem Balkon uns sie zwei Gläser mit kühlem Weißwein. Sie gibt uns Tipps für den nächsten Tag. Wir wählen den billigsten Bootsausflug aus (20 € pro Person für zirka 3,5 Stunden) und buchen ihn auch gleich. Dann genießen wir den Abend auf unserem Balkon auf Santorin und freuen uns auf den nächsten Tag!

Montag, 30. Mai – Ein Tag auf Santorin

Der Tag beginnt mit einem Kaffee auf dem Dach des Hotels. Wir freuen uns über die wunderschöne Aussicht. Es ist ein wunderbarer Morgen, angenehm warm mit einem leichten und erfrischenden Wind. Gemütlich machen wir uns auf dem Wege zum alten Hafen, wo unsere Schiffstour um 11:00 starten soll. Wir kommen an einer Bäckerei vorbei und kaufen uns ein wenig „Reise-Proviant“. Zu Fuß geht es den Pfad runter zum Hafen. Die Alternativen wären ein Ritt auf einem Esel oder die Seilbahn gewesen.

Pünktlich um 11:00 kommt das Schiff an. Es wirkt ein wenig touristisch. Mit uns gehen ganz viele Asiaten an Bord, mit ein paar jungen Damen aus Hongkong haben wir gleich einen sehr sympathischen Kontakt. Das Programm beinhaltet einen Badestopp im warmen Schwefelwasser am Meer und eine Wanderung auf dem Krater. Es lohnt sich, ich kann den Ausflug nur empfehlen.

Gegen 14:30 kommen wir wieder am alten Hafen an. Wir müssten jetzt wieder den schmalen Pfad hoch. Es ist doch ziemlich warm und wir sind faul. Als Alternative gibt es ja die Seilbahn und Esel. Die Barbara nimmt einen Esel und ich die Seiĺbahn, beides kostet jeweils 5 € … Und dann heißt es ausruhen.

Am späten Nachmittag treffen wir unsere Wirtin wieder. Wir fragen sie um Rat, denn wir suchen eine Insel, die ein wenig ruhiger ist. Mit nicht soviel Touristen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Santorin ist „touristisch“ keinesfalls so penetrant wie ich es in Ländern in Nordafrika wie Ägypten, Marokko oder Tunesien oder gar in Indien und auch in China erlebt habe. Eher sehr dezent und auf hohem Niveau – vielleicht ein wenig „schicky micky“. Mit vielen Discos, die wir allerdings nicht besucht haben. Man muss es gesehen haben.

Unsre Wirtin empfiehlt uns Folégandros. Wie wir feststellen werden, eine sehr gute Empfehlung. Wir entdecken, dass sich am nächsten Tag ziemlich früh ein Schiff von Thira auf den Weg nach Folégandros auf den Weg machen wird. Abfahrt wird um 7:00 sein, eine Stunde vor Abfahrt der Fähre soll man an der Busstation sein. Das heißt früh aufstehen.

Dienstag 31. Mai,  – Weiter nach Folégandros

Beim Kauf der Fährkarte hat man uns gesagt, dass wir den Bus nehmen müssen, der um 6:00 zum Hafen fährt. Am zentralen Busbahnhof steht aber kein Bus bereit. Jedoch hängt ein handgeschriebener Zettel an der Tafel, der besagt, dass unser Bus ausfällt. Da ist es gut, dass gleich nebenan der Taxi-Stellplatz ist. So fahre ich das erste Mal seit langem wieder Taxi. Der Festpreis zum Hafen beträgt 15 €, der Fahrer überholt alles was ihn in Weg steht und so geht es ganz schön schnell die Windungen hinab.

Die Fähre heißt ADAM. KORAIS und gehört zu ZANTE FERRIES.  Wie alle Fähren in Griechenland erzeugt sie eine große schwarze Rauchfahne, die dem Schiff hinterher hängt und in der Ferne gelb wird. Etwas, das  auch vermeidbar wäre, aber halt Geld kosten würde. Geld scheint für so etwas aber nicht nur in Griechenland nicht vorhanden zu sein.

Wir steigen ein und bald verlässt die Korais mit uns an Bord Thira und „dampft“ in Richtung Folégandros. Die unterhaltsame Fahrt dauert drei Stunden, das Ticket kostet 25 € pro Person. Auf dem Weg nach Folégandros machen wir an zwei weiteren Inseln halt. Kurz vor 10:00 kommen wir in Folégandros an und die KORAIS macht sich auf ihren Weg zu weiteren Inseln – unter anderem auch nach Milos.

In Folégandros ist in der Tat schon am Hafen alles anders als in Santorin. Wir überlegen, in der Chora zu übernachten und schauen nach dem „local bus“. Der „local bus“ ist ein wunderschöner Oldtimer, ein alter Mercedes Kleinbus mit weniger als 20 Sitzplätzen, der eher aus den 70iger als aus den 80igern Jahren zu stammen scheint.

Der sympathische Fahrer, den wir die nächsten Tage dann noch öfters treffen werden, empfiehlt uns die Chora und dort das Hotel MELTEMI. Mit dem Bus geht es bei offenen Fenstern nach oben zur Chora. Chora heißt eigentlich „Zentralort“, so heißen die kleinen Städte, die sich auf den Inseln der Kykladen sehr malerisch weit oben an einen schroffen Hang zu klammern scheinen.

Das empfohlene Hotel ist ganz nahe bei der Busstation unweit vom Zentrum der Chora. Es gefällt uns richtig gut. Wir haben ein sehr schickes Zimmer mit schönen sanitären Anlagen, diesmal mit Terrasse. Wir buchen uns für zwei Nächte ein (zusammen für 60 €) und entdecken, dass der Bus um 11:00 nach Agali weiterfährt. Agali liegt an einer Bucht, die im Prospekt als die schönste der Insel beschrieben wird. So nehmen wir schnell unser Badezeug und gehen zurück zu unserem Oldtimer-Bus, der uns dann gleich weiter nach Agali bringt. Die Bucht liegt voll im Süden. Alles ist ruhig und still. Auf der an Wasser sehr armen Insel wächst nicht viel, besonders keine Bäume. So liegt die Bucht voll in der Sonne. Aufgrund der kleinen Tavernen in Agali lässt es sich aber gut aushalten. Um 16:45 kommt dann der lokale Bus wieder und bringt uns heim ins Meltemi.

Den wunderbaren Tag beschließen wir mit der Planung der nächsten Tage. Wir finden eine sehr preiswerte Fähre, die drei Tage später nach Milos fährt. 8 € (acht EURO) pro Person kostet das Ticket. Auf Folégandros gefällt es uns so richtig gut. Es ist eine sehr ruhige Insel, ohne „touristisches Ausbeutungszentrum“. Ein Ort, an dem man die Seele so richtig baumeln lassen kann. So verlängern wir unseren Aufenthalt im Hotel Meltemi um eine Nacht und spazieren dann durch die Chora. Vor dem Abendessen kaufen wir in einem Reisebüro die Tickets für die ARTEMIS (Reederei HELLENIC SEAWAYS) am 3. Juni nach Milos.

Und finden im Reisebüro noch ein Angebot, dass uns gefällt. Am nächsten Tag gibt es eine Schiffstour. Für 30 EURO geht es rund um die Insel, es ist ein Ganztages-Ausflug inklusive Verpflegung mit vielen Zwischenstopps zum Baden und Schauen. Wir buchen es. Die Pflicht ist getan – jetzt komme das leibliche Vergnügen. Zum Abendessen finden wir eine Taverne, die uns echt begeistert. Ein letzter Spaziergang durch Chora – und wieder ist ein wunderschöner Tag vorbei.

Mittwoch, 1. Juni – Umrundung der Insel

Heute geht es mit dem Schiff rund um die Insel, Abfahrt in Chora-Port ist um 11:00. So machen wir uns einen gemütlichen Vormittag und nehmen um 10:30 „unseren“ Bus – immer mit dem selben Fahrer – runter zum Hafen. Die Rundfahrt macht richtig Spaß. Das Schiff ist geräumig, wir sind eine kleine und recht internationale Gruppe. Außer uns sind keine Deutschen dabei. Die Tour lohnt sich, von den Badebuchten ist eine schöner als die andere. Ein paar Sehenswürdigkeiten gibt es auch. Vom Boot gleich ins tiefe Wasser zu gehen hat etwas. Das Wasser der ägäischen See ist schon in der Vorsaison recht warm, das Essen auf dem Schiff schmeckt ausgezeichnet, die Menschen auf dem Schiff sind sympathisch. Was wollen wir mehr. Wir lernen die Insel aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Es macht in den Kykladen durchaus Sinn, die Inseln zum Kennenlernen erst mal mit dem Boot zu umrunden.

Nach einem tollen Tag mit viel Eindrücken kommen wir gegen 17:00 wieder beim Hafen zur Chora an, der Bus wartet schon auf uns und bringt uns wieder hoch zu unserem Hotel. Bevor wir in die Chora zum Abendessen gehen, spazieren wir hoch zu einer Kirche, die von einem Berg auf die Chora runterschaut. Die kleine Kirche ist eine der wenigen baulichen Sehenswürdigkeiten der Insel. Dann geht es den gewundenen Weg wieder runter zum Abendessen. Wir testen heute ein anderes Lokal, das Essen ist gut, nur der Wirt macht einen ein wenig arroganten Eindruck. So empfinden wir es zumindest. Das haben wir auf der ganzen Reise nur einmal erlebt. So lassen wir uns davon unsere gute Laune auch nicht verderben und freuen uns über einen weiteren wunderschönen Tag auf Folégandros.

Donnerstag, 2. Juni – Wandern und Baden

Durch die Bootsfahrt haben wir die Insel kennengelernt. Wir finden auf der Karte einen wunderschönen Wanderweg nach Agalis, zu der Bucht, in der wir am ersten Tag auf Folégandros waren. Wir machen uns auf den Weg. Der Weg ist gut markiert. Zuerst geht es nach oben. Es ist alles so schön, das Meer, die Berge, der Himmel – in den  leuchtenden Farben wie sie halt besonders im Mittelmeerraum ganz natürlich existieren.

Kurz vor Agali finden wir eine weitere Bucht namens Fira. Wir wollen ein wenig schwimmen – und sind ganz alleine. Auf der Wanderung haben wir auch niemanden getroffen. Warum das Badezeug anziehen? Also – ausziehen und ins Wasser. Es ist ein Traum. Nach dem Schwimmen geht zu unserem eigentlichen Ziel nach Agali. Das Laufen macht richtig Spaß. Der Weg geht weiter geht in Richtung Agios Nikolaus, das es so schön ist folgen wir ihm weiter.

Nach wenigen Kilometern durchquert er eine Taverne, die gerade geöffnet wird. Da bleiben wir zum späten Mittagessen. Die Taverne kann nur zu Fuß oder per Schiff erreicht werden. Vom Steg aus unten im Meer gibt es einen Lastenaufzug. Der Wirt freut sich, wir sind tatsächlich die ersten Gäste der Saison. So gibt es nur eine kleine Auswahl. Die natürlich völlig ausreichend ist. Wein, gegrillte Tintenfische, ein wunderbarer griechischer Salat, Patates … Wieder gilt: Was will man mehr?

Nach einer langen Pause mit schöner Aussicht machen wir uns auf den Wege zurück ins Hotel. Natürlich mit einer Badepause. Auf dem Rückweg gibt es sogar noch ein paar Regentropfen, wohl eine Seltenheit. Nach einem kleinen Rundgang durch Chora gehen wir in die Taverne, in der es uns am ersten Tag so gut geschmeckt hat. Und es schmeckt wieder genauso gut.

Freitag, 3.  Juni – Milos ruft

Die Abfahrt nach Milos ist erst am Abend um 19:10. Unser Zimmer im Meltemi dürfen wir bis zur Abfahrt behalten. So machen wir uns einen gemütlichen Vormittag in der Chora mit einem wunderbaren späten Frühstück. Unter anderem mit einer Besonderheit – es gibt weißes Taramas, eine lokale Spezialität die hervorragend schmeckt.

Dann wollen wir noch mal baden. Von der Chora aus geht es ein paar Kilometer erst hoch zu drei alt Windmühlen und dann runter zu einer Bucht namens Vorina. Wieder ist es eine wunderbare Wanderung, quasi zur Belohnung gibt es wieder einen besonderen Badeplatz. Faul sein ist angesagt, ein paar Mal geht es ins Wasser. Dann wieder hoch

Dann geht es hoch und wieder zurück ins Hotel. Wir duschen für die Reise, bezahlen die 90 € für die drei Nächte, packen unser Gepäck und sind rechtzeitig an der Busstation. Pünktlich um 18:30 bringt uns unser Fahrer mit dem kleinen Mercedes runter zum Hafen.

Um gut 20 Minuten verspätet startet die ARTEMIS gegen 19:30 in See. Sie besucht noch eine Insel in der Nähe, dann nimmt sie Kurs auf Milos. Es wird eine beeindruckende Fahrt in die Dämmerung. Der Himmel leuchtet rot, die Wolken sind noch malerischer als tagsüber. Da die Ankunft in Milos spät werden wird, suchen wir vom Schiff über booking.com ein Hotel im Hafen von Milos aus. Wir finden das Hotel Rigas. Dort ist noch ein Luxus-Appartment mit Frühstück für zwei Nächte zu 90 € zu haben. Wir nehmen es. Der Hotelchef holt uns persönlich ab, obwohl das Hotel kaum einen Kilometer vom Hafen weg ist. Das ist hier so üblich. Diesmal schlafen wir nicht in der Chora, sondern unterhalb der Chora an der Papikinos Beach gegenüber des Hafen. Gegen Mitternacht sind wir im Hotel installiert – und haben Hunger bekommen. Wir finden am Hafen noch einen kleinen Pita-Imbiß, der gerade am Schließen ist. Für uns gibt es aber noch etwas. Wir sind in Milos – ein wenig erschöpft aber sehr glücklich.

Samstag, 4. Juni – Kleftiko

Am Morgen gehen wir nach einem guten Frühstück im Rigas zum Hafen. Wir haben gelernt, dass es nicht ungeschickt ist, eine Insel zuerst mal mit dem Schiff zu umrunden. In Milos gibt es ganz viele Ausflugs-Boote. Sie konkurrieren um die Spaziergänger am Hafen. Wir suchen uns die Yacht von Marco aus. Marco ist der Skipper, ihm gehört der Kataraman. Er ist in Milos geboren. Sein Matrose heißt Happy und kommt von Kreta. Die Fahrt geht nicht um die ganze Insel sondern nur nach Kleftiko und zurück. Sie kostet 50 € pro Person, inklusive Verpflegung und alle Getränke (Softdrinks, Wein und Bier). Es gibt billigere aber auch teuere Angebote. Wir sind 12 Gäste an Board, möglich wären 24. Es ist alles sehr locker und macht viel Spaß.

Marco ist auf Milos geboren worden und kennt sich gut  aus. Er erzählt viel über die Piraten, die in Kleftiko gehaust haben. Da wir wandern wollen, frage ich ihn, ob es auf Milos giftige Schlangen gäbe. Er bejaht dies und erzählt von der hochgiftigen „red viper“, der „Kykladen-Schlange“. Angeblich wirke ihr Biss innerhalb von weniger als 20 Minuten tödlich. Es gäbe auch kein Gegengift. Glücklicherweise wäre die Schlange sehr selten und scheu. Die spätere Lektüre in Wikipedia entschärft die Gefährlichkeit der Schlange ein wenig und wir trauen uns wieder zu wandern.

Happy, der Matrose – so heißt er wirklich – bereitet am Mittag ein ausgezeichnetes Essen zu. Wir schlemmen Spaghetti in Thunfisch-Soße, trinken kühlen Weißwein und genießen Sonne, Wasser und Wind. Gegen 18:00 ist das Schiff wieder im Hafen. Zufrieden, satt und ein wenig müde, gehen wir vom Schiff und heim ins Hotel.

Das Hotel Rigas liegt direkt hinter dem Bergbau-Museum, so besuchen wir es auf dem Rückweg. Milos war eine Bergbau-Insel. Zahlreiche metallische Erze und Mineralien wie auch Kaolin wurden hier abgebaut. Während des zweiten Weltkrieges war es von den Deutschen besetzt, weil es da etwas zu holen gab. Der Besuch des Museums lohnt sich. Es gibt ein paar gut gemachte Videos, die uns informieren, wie hart damals die Menschen im Bergbau geschuftet haben. Und eine gute Ausstellung der abgebauten Minerale, von Werkzeugen etc.

Im Vorraum hängen Karten mit den markierten Wanderwegen von Milos. Da gibt es einiges. Leider geht da für uns nicht mehr viel, da wir am nächsten Nachmittag weiter nach Serifos fahren werden. Jetzt ruhen wir uns erst mal aus, immer noch satt. Am Abend kommt dann doch der Hunger. Wir gehen einkaufen – Tomaten, Zwiebeln und Oliven im Glas. In der der Küche unseres Appartments bereiten wir einen großen Tomatensalat zu. Öl und Essig gibt’s vom Hotel dazu. Auf unserer großen Terrasse verspeisen wir dann einen der besten Tomaten-Salate, den wir jemals gegessen haben. Und wieder war es ein Traum-Tag in der Ägäis.

Sonntag, 5. Juni – Weiter nach Serifos

Von Milos geht es weiter nach Serifos. Wir fahren das zweite mal mit der ARTEMIS. Das Ticket kostet wieder nur 8 €. Um 14:05 soll sie ablegen. Die Karten im Museum hatten uns zum Wandern inspiriert. Bis um 14:00 ist noch viel Zeit. So nutzen wir diese Zeit für eine Wanderung hoch nach Plaka und „ancient“ Milos. Es ist ein schöner Weg. Mittags machen wir Pause in einem Restaurant auf der Höhe mit wunderbaren Blick. Und sind dann rechtzeitig im Hotel. Duschen und frisch machen. Unser Wirt will uns wieder zum Hafen fahren. Wir nehmen das gerne an.

Nach Serifos ist es nicht so weit. Wir kommen am späten Nachmittag an. Weil es auf Milos so gut geklappt hat, nutzen wir wieder booking.com fürs Buchen. Und finden wieder ein ganz tolles Hotel. Werden wieder von der Chefin abgeholt. Es macht Spaß, vom Schiff kommend das Schild mit Barbara Dürre zu sehen. Wieder werden wir überaus freundlich begrüßt und verstehen uns gleich wieder richtig gut. Der Weg zum Hotel ist nicht so richtig weit, vielleicht 800 Meter. Gleich nach dem wir uns im Hotel eingerichtet haben geht es zum Baden – in der Bucht direkt vor dem Hotel. In der Bucht kann man wunderbar schwimmen. Am Abend strolchen wir durch den Hafen. Wir suchen ein Restaurant, das uns unser Sohn Martin empfohlen hat. Leider ist es geschlossen. Wir bekommen eine Empfehlung für ein „Fleisch-Restaurant“. Wir finden es – das Essen ist deftig und lecker. Der nächste Tag kann kommen.

Montag, 6. Juni – Serifos ist eine Schönheit

Wir schlafen gründlich aus und starten gemütlich in den Tag. Am Vormittag gehen wir zuerst Mal die kleine Tour 1a hoch zur Chora, die hoch über uns zu liegen scheint. Für den Weg brauchen wir gut eine Stunde. Wir steigen ganz hoch bis zum „castel“, dann wieder runter in die Chora. Auch hier gibt es kein „Touristenausbeutungszentrum“, nur ein paar kleine Geschäfte und Bars. In einer davon trinken wir einen Kaffee und essen einen äußerst leckeren Kuchen. Dann geht es wieder runter.

Der Weg hat Appetit gemacht. So machen wir am Nachmittag noch eine Tour. Wir fahren mit dem „local bus“ nach Kalisto. Da beginnt die Tour Nummer 1, von Kalisto nach Chora. Zuerst geht es auf schmalen und ziemlich zugewachsenen Wegen den Berg hoch. Wir denken an die Geschichte von Marco betreffend die „red viper“. Oben angekommen sehen wir runter auf Chora und weiter unten den Hafen. Es ist wieder ein Traum. Der Anblick belohnt unsere Mühen – und beruhigt die leichten Ängste vor der red viper. Auf dem weiteren Weg wird das Gestrüpp weniger und das Glücksgefühl immer größer. Einmal kommen wir vom markierten Weg ab, der irgendwie nicht mehr zu entdecken ist. Wir verlaufen uns aber nur unwesentlich. Es ist mal wieder wunderschön – in Chora erreichen wir den Bus, der uns dann wieder runter bringt. Da kommen einige Tickets des öffentlichen Nahverkehrs von Serifos zusammen, die aber immer je nach Entfernung zwischen 1,30 € oder knapp über 2 € kosten.

Zeit zum Baden und Schwimmen bleibt auch noch. Das können wir direkt vor dem Hotel erledigen. Am Abend nutzen wir wieder eine Essensempfehlung und werden in einer Taverne direkt am Meeresstrand verwöhnt.

Dienstag, 7. Juni – zurück nach Athen!

Wir stehen früh auf, denn der Bus fährt um 6:30 nach Panagia. So können noch zwei Routen laufen. Die Route 4 von Panagia nach Glyfada (da wo auch der Helikopter-Flugplatz ist) verketten wir mit der 2 weiter nach Chora. Und dann mit dem Bus wieder runter zum Hafen. Denn um 15:30 wollen wir ja wieder am Hafen sein, um mit der ADAM. KORAIS zurück nach Piräus zu fahren. Es ist die letzte Schifffahrt unseres Insel-Hopping. Das Ticket nach Athen kostet übrigens 30,50 € pro Person.

Die Wanderung ist wieder ein überragendes Erlebnis. Wir kommen früh zurück – das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Es bleibt noch Zeit fürs Schwimmen und ein spätes Mittagessen. Wieder in der Taverne vom Vorabend. Dann geht es zurück zum Hafen. Unsere Wirtin will uns gerne hinbringen, aber es ist so nah, dass es sich nicht lohnt. Pünktlich sind wir am Hafen, allerdings hat auch die ADAM. KORAIS kräftig Verspätung.

So warten doch eine Zeitlang, bis sie „angedampft“ kommt. Auf geht es nach Piräus und die Reise zu Ende. In Piräus bei der Ankunft gibt es nochmal ein Pita am Hafen, dann geht es mit der Metro die ganz wenige Stationen ins Zentrum von Athen. Das Hotel Euripides liegt ganz nah an der Akropolis – von der Metrostation ist es nicht weit zum Hotel. Aufgrund der Verspätung der KORAIS komme ich zu spät zu einem mir wichtigen Hangout. Das wichtigste kriege ich noch mit. Fast beginnt der Alltag wieder.

Mittwoch, 8. Juni – Abflug nach München

Der Tag beginnt mit einem wunderbaren Frühstück im 8. Stock des Euripides (65 € für eine Nacht für zwei – mit Frühstück). Athen und die Akropolis liegen zu den Füßen, es ist ein atemberaubender Blick über die Häuser von Athen. Wir sehen, dass es im Euripides noch einen Stock höher eine Aussichtsterrasse mit Liegestühlen gibt. Sofort wissen wir, wie wir die letzten Stunden in Athen verbringen werden. Vorher machen wir noch am Computer in der Lounge den Check-In für den Rückflug und drucken die „boarding cards“ aus. Dann geht es in die Altstadt von Athen, auch um die Lage zu prüfen, denn wir wollen dann ja wieder mit der Metro zum Flughafen kommen. Und entdecken, dass die Metro bestreikt wird. Allerdings an diesem Tage nur von 12:00 – bis 16:00. Das stört uns nicht, denn der Rückflug geht ja erst um 19:15.

Also: Bummeln in Athen, Kaffee trinken, ein paar „Mitbringserl“ kaufen. Anschließend geht es auf die Terrasse des Euripides, im Liegestuhl gammeln, ein Bier trinken und auf die große Stadt schauen. Pünktlich um 16:00 öffnen sich wieder die Tore des Bahnhofs Monastiraki, dem Metro-Bahnhof unweit vom Euripides  und wir machen uns auf den Weg. Es wird ein angenehmer Rückflug. Die Ankunft in München ist um 22:50. Den langen Weg vom Terminal 3 über das Terminal 2 zum Ausgang schaffen wir auch noch. Die S-Bahn bringt uns heim. Diesmal ist alles pünktlich und so klappt das knappe Umsteigen am Ostbahnhof. So sind wir um 23:30 wieder in den eigenen Mauern. Es waren zwölf wunderbare Tage – die wir so richtig genossen haben. Und wir haben fest vor, im nächsten Frühjahr wieder ein Insel-Hopping auf den Kykladen zu machen.

Anmerkungen

🙂 Überall gutes WLAN. Immer freundliche Menschen. Hervorragendes Essen. Und die schönsten Eindrücke der Welt.

RMD

P.S.
Natürlich haben Barbara und ich viele Bilder gemacht. Eigentlich wollte ich hier für jeden Tag zwei davon integrieren. Aber der Artikel ist so lange geworden – und es hat auch lange gedauert, bis ich ihn geschrieben hatte. Deshalb habe ich jetzt mal nur ein Bild eingefügt. Es zeigt unseren Abstieg in Serifos am letzten Tag. Am Nachmittag ging es dann mit dem Schiff weiter nach Athen. Wer mehr Bilder sehen will, kann dies aber schon in einem Album von Barbara in Facebook sehen. Es lohnt sich! Und wer noch mehr Bilder sehen und Geschichten von dieser Reise auf den Kykladen hören möchte, der kann uns mal zu einem „modernen“ Dia-Abend in Neubiberg besuchen.