Klaus Hnilica
Freitag, der 28. Oktober 2016

Eilmeldung – Aus der Anstalt – Spiegelteufel enttarnt!

+Hubert Spiegel berichtete Donnerstag um 11.50 Uhr in der vollbesetzten ‚Anstaltskantine’ über die eigenartigen Umstände, die zur Entlarvung des geheimnisumwitterten ‚Spiegelteufels’ geführt haben. Er begann etwas ungelenk mit den Worten:

img270„Wissen Sie, ich persönlich bin kein Insasse dieser ‚Anstalt’! Aber meine Mama schon! Vor fünf Jahren ist sie auf eigenes Betreiben hier eingeliefert worden! Sie werden es nicht glauben, aber ihr schmeckte die Nudelsuppe in dieser ‚Anstaltskantine’ so gut, dass sie nirgends wo anders mehr hin wollte. Ist schon verrückt, gell?

Na – und ich besuch sie halt jetzt so oft ich kann. Aber immer hat man ja auch keine Zeit! Schließlich müssen wir alle ziemlich ‚hackeln’! Denn wir haben ja alle keinen Geldscheißer daheim…

Aber davon abgesehen – auch wenn das jetzt vielleicht ein bissel komisch klingt  – gehör’ ich nicht zu den Bekloppten hier in der ‚Anstalt’!

Obwohl in der Früh um Sechs – muss ich ehrlich sagen – wenn ich in meinem Bad vor dem Spiegel stehe und mir diese ‚Watschenpappen’ anschau’, die mir da entgegengrinst, bin ich mir oft nicht mehr so sicher, ob ich, der Hubert Spiegel, nicht doch auch zu den Depperten gehör’!

Und auch nicht – ob der, der mir da so blöd entgegen grinst, ich bin? Oder nicht ein ganz anderer? Ein ‚Spanner’ vielleicht? Oder sogar einer von diesen  ‚Stalkern’, wie die Amis sagen…

Kennen Sie das auch, dass so ein ‚Watschenpapperter’ Sie jeden Tag bis ins Badezimmer verfolgt? Bis vor den Spiegel? Das Einzige was mir da hilft ist, dass ich einfach die Zunge raus strecke!

So!!!  Ja – so richtig lang meinen Schlecker raushängen lass’ …

Wenn der andere mir dann nämlich auch seinen Schlecker zeigt, dann weiß ich wenigstens, dass der genau so ein Blödel ist wie ich und ich mir keinen Kopf machen muss, wenn er bei mir im Bad herumlungert – soll er doch!

Schlau, gell?

Na ja, man hat halt so seine Tricks ausgetüftelt über die Jahre – schließlich ist man ja nicht ganz kaputt im Hirn! Sicherheitshalber mach’ ich dann aber schon öfters auch noch einen ‚Ohrwascheltest’!

Kennen Sie den? Der ist nämlich gar nicht so ohne…

Was glauben Sie wie lange dieser ‚Watschentyp’ in meinem Bad gebraucht hat, bis der den begriffen hat und mich überzeugen hat können, dass er wirklich kein schlimmer Finger ist, der mir an die Wäsche will! Das kann ich nämlich überhaupt nicht leiden: diese Schwuchteln fürcht’ ich wie der Teufel das Weihwasser!

Jedenfalls war es am Anfang immer so, dass wenn ich bei dem Ohrwascheltest meinen Schlecker rausgestreckt hab’ – und der ‚Watschenpapperte’ auch – und ich mir dann mit der rechten Hand ans rechte Ohrwaschel gegriffen hab’, weil ich wissen wollt’, was der andere jetzt macht – dann hat dieser ‚Teufel’ sich jedes Mal exakt mit der linken Hand ans linke Ohrwaschel gegriffen… Genau andersrum als ich? Können Sie sich das vorstellen? Und das jedes Mal…

Anfangs bin ich fast verrückt geworden! Ich konnt’ einfach nicht glauben, dass dieser ‚blöde Teufel’ es nicht schafft, so was Einfaches nach zu machen, sondern immer genau das Gegenteil machen muss? Das konnt’ ich echt nicht glauben…

Und ehrlich – ich hab’ mich dann nur an der heraushängenden Zunge orientiert, um sicher zu gehen, dass das wirklich nur der mir bekannte Blödel ist…

Aber einfach war das nicht!

Weil das Hinterfotzige an dem Saukerl war nämlich, dass der sich manchmal schon mit seiner rechten Pratzen auf sein rechtes Ohrwaschel gegriffen hat!

Ja – das hat er schon gemacht! Aber wissen Sie, wann er das gemacht hat? Nämlich genau dann, wenn ich mit meiner linken Hand auf mein linkes Ohrwaschel gegriffen hab’ – ausgerechnet dann hat er es mit der rechten Hand gemacht dieser Saukerl – aber sonst nicht! Nicht ums verrecken…

Und das um Sechs in der Früh und jeden Tag – außer am Sonntag, weil ich mich da nicht wasch’ und gar nicht ins Bad geh’! Da mach ich mich nämlich eh in der Kirche nass –  mit dem Weihwasser!

Also – wer bei so einem Affenzirkus jeden Tag, nicht selbst blöd im Hirn wird, der ist entweder schon komplett vertrottelt, oder bei dem geht – entschuldigen Sie wenn ich das so drastisch sag’ – sowieso alles am Arsch vorbei!

Aber bei mir geht natürlich nichts vorbei, wie Sie sich denken können? Wer bin ich denn? Ich bin doch nicht meine Mama?

Ja – bei meiner Mama, hätte dieser ‚Teufel’ im Badezimmer natürlich ewig so weiter machen können, die hätte sich nicht gewehrt; die hat sich ja immer schon von jedem komischen Schmähführer einwickeln und ausnutzen lassen.

Aber mit mir ging das natürlich nicht! Dazu bin ich doch viel zu abgedreht…

Wissen Sie, wie ich letzten Dienstag diesen Saukerl dann überlistet hab’?

Um Sechs in der Früh! In meinem Bad! Ich wette das erraten Sie nie und nimmer, obwohl es eigentlich total logisch ist, wenn man’s genau nimmt!

Weil – als ich letzten Dienstag –  wieder vor dieser grinsenden ‚Watschenpappen’ gestanden bin – mit einem heraushängenden Schlecker bis zu den Brustwarzen – und dieser Teufel auch seinen Lappen raushängen hat lassen – da bin ich – abgedreht wie ich bin – erst auch wieder ganz langsam mit meiner rechten Hand zum rechten Ohrwaschel gegangen – aber als der andere dann wie immer nur blöd gegrinst hat und mit seiner linken Pratzen zum linken Ohrwaschel greifen wollt’ – da hab ich wie der Blitz meine linke Hand nachgezogen – so dass dieser Armleuchter mir gegenüber gar nichts Anderes tun konnte, als sich auch an sein rechtes Ohrwaschel zu greifen – genau wie er es immer gemacht hat…

Und ich hätte mir wirklich gewünscht, liebe Leut’,  dass Sie das blöde Gesicht sehen hätten können, was mir dieser Trottel mit seiner heraushängenden Zunge da  plötzlich entgegen gehalten hat – so mit beiden Pratzen an beiden Ohrwascheln – und zwar haargenau wie ich – und nichts mehr links! rechts! und so…

Für mich war das wie ein Befreiungsschlag auf’n Kopf kann ich Ihnen sagen!

Denn auf einmal ist mir aufgegangen – dass dieser ‚watschenpapperte Arsch’ mich die ganze Zeit nur abgetäuscht hat, mit seinem ‚Links – Rechts Dradiwaberl’ – und dass der in Wirklichkeit ja gar kein anderer war! Nein absolut nicht! Sondern, dass der eh immer nur ich war! Ja ich, ich, ich – mit mir – und niemand anderem.

Können Sie sich das vorstellen?

Und was glauben Sie, wie wir dann alle zwei gelacht haben, wie wir da draufgekommen sind! Wir haben uns gekringelt vor Lachen – alle zwei – und haben uns richtig abgehauen und überhaupt nimmer eingekriegt…ein Wahnsinn war das – echt!

Und jetzt werden Sie sicher auch versteh’n, warum ich heute da bin!

Ich muss das nämlich unbedingt meiner Mama erzählen – unbedingt! Auch wenn sie wieder meckern wird, weil sie vorher noch ihre Nudelsuppe essen will!

Aber sie muss einfach wissen, dass in meinem Badezimmer niemals ein Fremder gewesen ist – überhaupt nie! Sondern immer nur ich – und das sogar mit mir…

Drum nichts für ungut und Servus alle miteinander – aber ich muss jetzt zu ihr! Sie braucht mich!“

KH

PS: Über dieses Ereignis berichtet der Autor (in Wiener Dialekt) im Rahmen der diesjährigen Halloween-Veranstaltung der ‚Autorengruppe ZwanzigZehn’ im Olof Palme Haus in Hanau.

P1070216Wir leben ja im Zeitalter des unverantworteten Geschwätzes. Das erlebe ich besonders intensiv, wenn ich höre, was selbst ernannte Propheten zum Thema Digitalisierung so alles herum spekulieren. Wie viel Unsinn da dabei ist. Dann muss ich auch noch feststellen, wie viele auf den Zug aufspringen und das Gehörte oder Gelesene unkritisch nach plärren. Und so Ängste an falschen Stellen schüren, die von den wahren Bedrohungen nur ablenken. Und erstaunlich wer da alles immer so dabei ist.

Ich persönlich betrachte den „digitalen Wandel“ nur als schlichte Fortsetzung der durch Technik bedingten Veränderung im Zeitalter der kompletten Elektrifizierung des Planeten (oder so). Da ich ihn erlebt und selber mit gemacht habe, versuche ich dem oft von einzelnen geäußerten und von vielen nachgeplapperten Blödsinn entgegen zu treten.

Zum Beispiel ist für mich ein „fahrerloses“ Fahrzeug, sei es ein LKW, Bus oder Auto z.B. nichts anderes als technologischer Fortschritt, bei dem Eisen durch IT ersetzt wird. Die neuen Fahrzeuge brauchen halt keine Schienen mehr, sondern nutzen IT um auch ohne Fahrer an ihr jetzt variables Ziel zu finden. Das ist kein Hexenwerk sondern nur schlichte Ingenieursarbeit.

Ein harmloses Beispiel für Panikmache ist in meiner Bewertung auch die so viel zitierte „Filterblase“. Immer mehr Leute behaupten in Sonntagsreden, dass hier eine große Gefahr droht und wir „von Algorithmen“ manipuliert werden. Ich mache es mir einfach und kopiere einen Text aus dem dazugehörigen <a href=“http://if-blog.de/wp-content/uploads/2015/06/P1070216.jpg“><img class=“alignleft size-medium wp-image-52015″ src=“http://if-blog.de/wp-content/uploads/2015/06/P1070216-300×208.jpg“ alt=“P1070216″ width=“300″ height=“208″ /></a> in Wikipedia (Stand heute – 27. Oktober 2016).


Die Filterblase (englisch filter bubble) oder Informationsblase (englisch informational bubble) ist ein Begriff, der vom Internetaktivisten Eli Pariser in seinem gleichnamigen Buch[1] verwendet wird. Laut Pariser entstehe die Filterblase, weil Webseiten versuchen, algorithmisch vorauszusagen, welche Informationen der Benutzer auffinden möchte – dies basierend auf den verfügbaren Informationen über den Benutzer (beispielsweise Standort des Benutzers, Suchhistorie und Klickverhalten). Daraus resultiere eine Isolation gegenüber Informationen, die nicht dem Standpunkt des Benutzers entsprechen.


Nur – das ist doch nichts Neues!

So habe ich von Kindes an in meiner „Filterblase“ gelebt. Kaum konnte ich lesen, habe ich (zuerst in der katholischen Pfarr- und später in der öffentlichen) Bücherei mir genau die Bücher ausgewählt, die nach kurzer Leseprobe meinem WEIB (Eselsbrücke für Werte, Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse) entsprochen haben.

Als Zeitungsleser habe ich schnell die SZ dem Münchner Merkur bevorzugt. Später habe ich gelernt, dass die Zeitungen versuchen genau das zu schreiben, was ihre Leser lesen wollen …

Als Jugendlicher ging ich zu den Treffen der „republikanischen Clubs“ und nicht zur jungen Union und zu den Burschenschaften.

Aufgrund meiner Beschränktheit habe ich mich so selber in meine „Blase“ rein gebracht. Damals hat mich das Radio aus dieser raus geholt. Da kam zum Beispiel an Silvester die Lach&Schieß und hat mich auf völlig neue Gedanken und Meinungen gebracht.

Aus dem Radio als „öffentlichem Rundfunk“ ist das Internet geworden. Ich kommuniziere mit anderen Menschen, lese deren Blogs und höre ab und zu sogar deren PodCasts. Ich bin da ein wenig altmodisch und lese noch, weil  ich nicht immer nur mit Kopfhörern herumlaufen mag. Aber auch mein Verhalten wird die Zukunft nicht beeinflussen. So wird „Audio“ im Wissenstransfer und Meinungsaustauch sicher gegen die „Verschriftung von Information“ gewinnen.

So erlebe ich viel Neues und Neuartiges im Netz. Denn das Internet besteht eben nicht nur aus Google und Facebook sondern vor allem aus den Menschen, die ihre Bewertungen und ihr Leben bloggen und podcasten und mich mit vielen Gedanken versorgen, die in der Tat häufig meine Vorurteile widerlegen und mich zu Toleranz ermahnen. Und so lerne ich, Respekt und Wertschätzung für Meinungen und Menschen zu gewinnen, die ich früher einfach so abgelehnt hätte.

Meine Freunde machen es genauso. In dieser „Bubble“ fühle ich ich sehr wohl. Auf die Algorithmen scheiße ich. Und sehe da auch nicht die große Gefahr. Oft habe ich den Eindruck, dass das Internet als neuer „Buhmann“ von der massiven Manipulation durch Werbung und Lobbyismus ablenken soll. Weil es tatsächlich freier und autonomer macht und so den herrschenden Strukturen und Systemen gefährlich wird. Deshalb wird auch von diesen die Freiheit des Internets nicht so gerne gesehen und so die Einschränkung von Freiheit im Netz mit allen Argumenten begründet – und mögen sie auch noch so dümmlich sein.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 25. Oktober 2016

Winterzeit & Sommerzeit – so sinnlos wie ein Kropf

P1070194Jetzt sag ich mal meine Meinung!

Am 30. Oktober ist es wieder so weit. Da werden die Uhren nachts um 2:00 für eine Stunde angehalten. Dann dürfen sie wieder weiterlaufen. Oder man stellt sie am Morgen um eine Stunde zurück. War es gerade noch 8:00, ist es schlagartig 7:00. Am Abend wird es plötzlich viel zu früh dunkel …

Ich habe dann wieder meine 3 – 5 schummrigen Tage vor mir. Denn irgendwie macht mir die „homöopathische“ Zeitumstellung um nur eine Stunde komischer Weise mehr zu schaffen als ein „Jetlag“ von mehreren Stunden.

Die Unfallstatistik – ob Verkehr oder Haushalt – weist zur Zeitumstellung auch wieder einen Ausreißer nach oben aus. Wahrscheinlich stirbt der eine oder andere an der Zeitumstellung. Und am 26. März 2017 geht es dann wieder zurück.

Dieses Manöver soll ja Energie sparen. Nur weiß ich nicht, wie das gehen soll. Wenn dann könnte das ja nur beim Licht stattfinden. Aber wie soll das funktionieren? Die Aktivitäten der Menschen werden doch nur um eine Stunde nach hinten geschoben? Wenn man das Licht eine Stunde früher ausschaltet und dafür eine Stunde früher einschaltet, dann klingt das doch arg nach einem Nullsummenspiel …

Wie die meisten Menschen, die ich kenne, halte ich dieses Zeitumstellungs-Theater für kompletten Unsinn. Für mich ist es ein weiteres Beispiel für unsere trostlose politische Situation: Ein bayerischer Alleingang würde wahrscheinlich zu schwerwiegenden Konflikten mit Berlin führen. Ein deutscher Alleingang ist wegen EU-Recht nicht möglich. Und dass die EU mal etwas sinnvolles beschließt erscheint mir immer unwahrscheinlicher.

So werden wir wahrscheinlich noch Jahre mit diesem Blödsinn leben müssen. Bis diese EU dann mal zerfällt.

RMD

P.S.
Dass Putin in Russland in Russland diesen Blödsinn beendet hat, traue ich mich ja fast gar nicht mehr zu erwähnen, denn der ist ja ein antidemokratischer Diktator, der nicht vom Volk gewählt wurde. Er hat allerdings auf Winterzeit umgestellt – ich würde dagegen auf Sommerzeit umstellen. Weil das besser zu uns passt.

An dieser Stelle möchte ich meinen Dank den tapferen Wallonen aussprechen, dass sie sich dem Wachstums- und Effizienzwahn einer vom Spätkapitalismus dominierten weltweiten Lobbystruktur entgegenstemmen.

Wenn es um Menschlichkeit und Solidarität geht, dann denke ich gerne global. Aber wenn es darum geht, die totale freie Fahrt für Großkonzerne zu schaffen, dann denke ich lokal. Und wünsche mir regionale Schutzmechanismen und keinen Offenbarungseid und die Preisgabe jeglicher Selbstbestimmung.

Auch wenn man für solch eine Meinung gerne ausgebuht wird. Witzigerweise besonders von den Gabriels und Schulzen dieser Welt.

actmobcmp_100-300x86Am 4./5. Januar 2016 haben wir das erste „Barcamp für aktive Mobilität im Alltag“ in Unterhaching organisiert. Wir wollten einen Beitrag zum Thema leisten, wie Mobilität in einer lebenswerten Zukunft wohl aussehen könnte und/oder sollte. Auch um dem gesellschaftlichen Konsens ein wenig näher zu kommen, wie es denn mit dem Verkehr weiter gehen soll. Als Voraussetzung für eine Verbesserung der heutigen Situation. Weil es doch so wie es heute läuft aus verschiedenen Gründen einfach nicht mehr weitergehen kann.

So haben sich damals in Unterhaching gut 30 Menschen zum von Dr. Eberhard Huber exzellent moderierten Barcamp getroffen – und alle sind zufrieden und beeindruckt vom Erarbeiteten am Nachmittag des zweiten Tages wieder heim gefahren. Hier das Video von Friedrich Lehn zur Veranstaltung am Jahresbeginn 2016.

Die Veranstalter kommen ein aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Wir waren und sind ein Team von Menschen, die sich schon länger kritische und konstruktive Gedanken über die Zukunft von Mobilität machen. Wir gehen davon aus, dass die heutige Form von Mobilität in „smart Cities“ wie in der kommenden „digitalen Gesellschaft“ keine Zukunft haben wird und kann. Wir möchten, dass die Fortbewegung mit Muskelkraft nicht mehr als Restverkehr verunglimpft wird und stellen uns Fragen, wie man es schaffen kann, dass diese Form von Mobilität – gerne verknüpft mit dem öffentlichen Verkehr – eine gleichberechtigte und bessere Alternative zum individuellen Verkehr wird.

So möchten wir möglichst viele Menschen vernetzen, die aktive Mobilität im Alltag voranbringen, sich austauschen und gegenseitig Erfahrungen berichten, gemeinsam neue Ideen entwickeln und diesen Gehör in der Öffentlichkeit wie in der Politik verschaffen wollen.

Da alle Beteiligten des ersten AktMobCmp Anfang 2016 sich einig waren, dass die Veranstaltung fortgesetzt werden muss, sind wir an einem sonnigen 21. Mai 2016 im Zeughaus zu Augsburg in die zweite Runde gestartet, organisiert von Günter Schütz. Jetzt geht es am 5./6. Januar 2017 in die Runde Nummer 3  – diesmal wieder im KUBIZ in Unterhaching. Es werden auch wieder zwei Tage sein – am Donnerstag und Freitag (Dreikönig). Wir beabsichtigen wieder, eine schöne Abendveranstaltung am Donnerstag Abend zu organisieren.

Gestiftet von VisualBrainddump (Christian Botta & Daniel Reinold) Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

Das erste AktMobCmp im Bild. Gestiftet von VisualBrainddump (Christian Botta & Daniel Reinold) Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

Wie im letzten Jahr bieten wir 3 Ticketpreise an:

  • 25 € für Auszubildende, Studierende bzw. SchülerInnen,
  • 50 € für alle anderen und
  • 75 € für diejenigen, die uns eine Spende zukommen lassen und so die Organisation erleichtern möchten.

Wenn Sie sich anmelden möchten können Sie uns einfach eine Mail an anmeldung@actmobcmp.org schreiben. Wir melden uns dann umgehend zurück. Alternativ können Sie auf der AktMobCmp-Seite das dortige Anmeldeformular ausfüllen. Auch in diesem Fall werden Ihre Daten per Mail an uns übermittelt und in keinen weiteren Systemen gespeichert.

Wir suchen jetzt wieder Mitstreiter, Partner und Sponsoren. Denn die Pläne sich groß: Vielleicht schaffen wir eine Ausstellung von modernen Mobilitäts-Produkten. Auf jeden Fall wollen wir noch mehr Teilnehmer als beim ersten Mal erreichen.

So findet man uns bei meetup , auf Twitter mit Tag #AktMobCmp und auf FaceBook. Und wer Fragen hat oder gerne mitmachen möchte, wende sich einfach an mich. Danke!

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 20. Oktober 2016

UNTERSCHEIDE OHNE ZU TRENNEN – #PMCampDOR 2016 – 18.-19. November

logo-dornbirnVor sechs Jahren ist die PM-Camp-Bewegung in Dornbirn gestartet. Seit dem gab es eine ganze Reihe von PM-Camps in vielen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Alle waren sehr erfolgreich, die Teilnehmer waren immer sehr glücklich und sind in dem Bewusstsein heimfahren, viel Neues erlebt und verstanden zu haben. Und neue Freunde gewonnen zu haben!

Die verschiedenen Orga-Teams der vielen PM-Camps haben immer tolle Themen als Impuls kreiert. In Dornbirn erinnere ich mich da an „Menschen sind keine Ressourcen“, „Muster brechen“, in Berlin zum Beispiel an „Komplex versus kompliziert“ oder „Digital im Projekt“, in Stuttgart unter anderem an „Produkt als Projekt“ und vieles mehr.

Dieses Jahr hat das Orga-Team (da bin ich Teil von) des PM-Camp Dornbirn beschlossen, für das kommende Barcamp am 18. – 19. November 2016 als Impuls zu formulieren:

UNTERSCHEIDE OHNE ZU TRENNEN!

Es war Stefans Vorschlag, der mir sehr gut gefallen hat. Ich meine, dass dieser Satz mit nur vier Worten eine wichtige Botschaft enthält. Die es aber erst zu dechiffrieren gilt. Hier ein Versuch.


Zuerst gucke ich mir den Begriff „unterscheiden“ an und betrachte die Synonyme dazu. Im Openthesaurus.de finde ich zuerst mal:

(sich) abheben (von) · abweichen · anders sein (als) · einer anderen (… z.B. Sorte) zuzuordnen sein · herausfallen · (sich) herausheben · nicht dazugehören · (sich) unterscheiden (von) · verschieden sein · differieren (bildungssprachl.) (geh.) · divergieren (bildungssprachl.) · auseinanderhalten · nicht verwechseln · trennen · unterscheiden · (einen) Unterschied machen (zwischen) · differenzieren (geh.) · distinguieren (gewählt, sehr selten) (geh.) · (sich) (voneinander) unterscheiden · unterschiedlich sein · variieren · voneinander abweichen.

Auch „trennen“ ist kein einfacher Begriff. Hier finde ich im selben Thesaurus noch mehr Synonyme:

abwracken · atomisieren · auflösen · aufspalten · aufteilen · auftrennen · auseinanderbauen · auseinandernehmen · demontieren · fragmentieren · partagieren · pulverisieren · spalten · teilen · tranchieren · trennen · unterteilen · untertrennen · zergliedern · zerlegen · zersetzen · zerspalten · zersplittern · zerteilen · zertrennen · isolieren · separieren · trennen · vereinzeln · zerstreuen · zerteilen · ablösen · abmachen · abtrennen · entfernen · loslösen · trennen · separieren (fachspr.) · abhängen (ugs.) · abkuppeln (ugs.) · loseisen (ugs.) · auseinanderbekommen · auseinanderbringen · voneinander lösen · locker machen · lockern · lösen · losmachen · trennen · abkoppeln · abkuppeln · losbinden · trennen · (einander) entgegensetzen · entzweien · polarisieren · scheiden · spalten · trennen · verfeinden · auflösen · dissoziieren ·  abscheiden · absondern · abspalten · auf die Seite legen · auf die Seite tun · ausgliedern · ausmustern · ausrangieren · aussieben · aussondern · aussortieren · beiseitelegen · eliminieren · entfernen · entnehmen · extrahieren · herauslesen · herausnehmen · herauspicken · heraussuchen · isolieren · selektieren · separieren · streichen · trennen · auslesen (fachspr.) · (sich) das Beste herauspicken · (sich) die besten Stücke herauspicken · guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen (tun) · geschieden werden (von) · (sich) scheiden lassen (von) · (sich) trennen (von) · nicht mehr zusammen sein mit (ugs.) · auseinanderhalten · nicht verwechseln · trennen · unterscheiden · (einen) Unterschied machen (zwischen) · differenzieren (geh.) · distinguieren (gewählt, sehr selten) (geh.) · auseinandergehen · getrennte Wege gehen · nicht mehr zusammen sein · (sich) scheiden lassen · (sich) trennen · Schluss machen (ugs.) · absondern · abspalten · isolieren · separieren · trennen · segregieren (geh.) · sondern (geh.)

Im Thesaurus sind zu beiden Begriffen noch spannende Assoziationen festgehalten, die ich hier weggelassen habe. Sonst wäre es noch mehr Text geworden.


Begriffe sind in der Kommunikation von zentraler Bedeutung. In meiner Wahrnehmung haben die Synonyme zu „unterscheiden“ überwiegend einen positiven Klang. Sie hängen oft mit „Menschlichem“ zusammen. Die Synonyme zu „trennen“ dagegen klingen für mich eher negativ oder bestenfalls funktional und kalt. Zusammengefasst gefällt mir von der Anmutung her „unterscheiden“ so einfach viel besser als „trennen“.

Kann es so einfach sein? Unterscheiden ohne zu trennen, einfach weil die Synonyme von „unterscheiden“ sich einfach besser anfühlen als die von „trennen“? Für mich passt das, weil ich lieber positiv denn negativ denke. Und übe, mir dieses positive Denken auch aktiv an zu leben. Weil ich lieber ein positiver denn ein negativer Mensch sein möchte. Denn wenn ich selber positiv bin, kann ich auch ganz von selbst zu anderen Menschen positiv sein. Und wenn ich Negatives in mir habe, dann bekomme ich Frust. Der muss natürlich wieder raus. Und ich lasse ihn an anderen aus.

Es ist also ganz einfach. Unterscheiden und nicht trennen! Weil wir lieber miteinander wollen und nicht gegeneinander. Nur so kann ich fürs eigene Glück und für den eigenen Erfolg sorgen. Und nur wenn ich mir selber Respekt und Wertschätzung entgegen bringen kann, gelingt dies mir auch gegenüber anderen Menschen. So kann ich andere Menschen nur ein wenig glücklicher und erfolgreicher machen, wenn mir dies bei mir selber gelingt. Und das Glück und der Erfolg von anderen Menschen tut dann wieder mir selber gut. Denn wir sind zwar alle Individualisten aber als solche auch immer „TEIL VON UNS“.

Ich meine:
Jeder von uns ist anders. Das sollten wir würdigen und berücksichtigen. Das ist schön und darf aber kein Grund sein,  andere zu moralisieren, bewerten und trennen. Und daraus die Feindseligkeit zu entwickeln, die so schnell alles zerstören kann.

Genau das wollen wir auch auf #PMCampDOR auf keinen Fall machen! Wenn wir unterscheiden ohne zu trennen wird es ein ganz tolles und menschenfreundliches Camp werden! Also – ganz schnell anmelden und kommen! Ich freue mich aufs Wiedersehen!

RMD

P.S.
In der Blog-Parade zu #PMCampDOR 2016 finden sich noch weitere Beiträge zu „UNTERSCHEIDEN OHNE ZU TRENNEN“. Ich meine, es lohnt sich, da ein wenig herum zu stöbern.

Klaus Hnilica
Donnerstag, der 13. Oktober 2016

Alte leben kürzer – Junge länger…

Carl und Gerlinde (Folge 49)

ZZZZZZZA180843Also – das war schon ein Schock heute Morgen, als Carl sein sonntägliches Frühstücksei geköpft hatte, das ausnahmsweise einmal wirklich kernweich geraten war und sich daher prima auslöffeln ließ: ausgerechnet da sagte Gerlinde nämlich,

„du Carl, ich hab’ beschlossen ab sofort nicht mehr zu rauchen!“

Dabei strahlte sie übers ganze Gesicht, obwohl sie noch vor wenigen Minuten ungewaschen und ungeschminkt, was sie ja so gar nicht mochte, in der Küche herumgewerkelt hatte. Aber Carl verkroch sich ohnehin derart selbstvergessen in seinem Frühstücksei, dass jede Art von Morgentoilette bei ihr sowieso vergebliche Liebesmühe gewesen wäre.

Erst als Gerlinde ein zweites Mal die Verkündigung ihres Beschlusses versuchte und dies mit einem massiven Pfauchen einleitete und zusätzlich noch ihr bereits ausgelöffeltes Ei Carl auf sein unausgelöffeltes drückte, schien er aufzuwachen und sich ihr zuzuwenden.

„Hey Carlchen! Ich hör’ ab sofort zum Rauchen auf!“

Wortlos starrte er sie an.

„Was sagst du dazu, freust du dich gar nicht darüber?“

„Nö.“

„Wieso nicht? Du meckerst doch seit Jahr und Tag, dass dir der Zigarettengestank auf den Zeiger ginge?“

„Das schon“, sagte Carlchen, nahm irritiert Gerlindes leeres Ei von seinem halbleeren und setzte seine unterbrochene Eilöffelei da fort, wo sie unterbrochen worden war, wenngleich mit deutlich weniger Inbrunst.

„Also was nun?“ fragte Gerlinde ratlos mit einem Anflug von Gereiztheit.

„Na ja, du bringst dadurch meine gerade mühsam zurechtgerückte Altersstatistik durcheinander!“

„Ist das einer deiner hintergründigen Witzchen, die du so liebst und ich hasse – oder wie meinst du das, liebster Carl?“

„Das ist kein Witzchen, liebste Gerlinde, sondern das sind die neuesten wissenschaftlichen Fakten, die ich bei dieser Korrektur verarbeitet habe“.

„Und?“

„Ja nichts und, Gerlinde! Schließlich weißt du ja auch, dass man bei unserem Altersunterschied – du 42 Jahre, ich 58 – schon manchmal ins Grübeln kommt“.

„So? Auf einmal?“

„Ja  – auf einmal! Aber vielleicht hast du ja auch in den letzten Tagen Zeitung gelesen und mitbekommen, dass nach den neuesten Rentenstatistiken ich nur mehr 24 Jahre zu leben habe, während du noch locker 44 Jährchen vor dir hast, liebe Gerlinde!“

„Und wo ist da das Problem?“

„Das Problem besteht darin, dass ich auch noch 44 Jahre leben möchte, genau wie du!“

„Und?“

„Und – mir deswegen nach der neuesten New Yorker Studie einen hübschen Plan ausgearbeitet habe wie ich das erreichen kann…“

„Ist doch schön, Carl…“

„Nein ist nicht schön – denn du hast diesen Plan gerade mit deiner Bemerkung – zugegeben unwissentlich – über den Haufen geworfen, Gerlinde…“

„Oh – Gott wie denn das?“

„Na ja, in der besagten Studie wurde festgestellt, dass ich, wenn ich täglich fünf Walnüsse esse bis zu fünf Jahre länger lebe!

Und wenn ich dich außerdem regelmäßig küsse um weitere fünf Jahre! Ein abendliches Glas Wein bringt 3,8 Jahre und täglich 15 Minuten Bewegung nochmals 3 Jahre.

Esse ich zusätzlich täglich noch fünf Portionen Obst und Gemüse gewinne ich weitere 3 Jahre und wenn ich zukünftig statt Gummibärchen Schokolade nasche noch ein Jahr mehr! Insgesamt käme ich somit ziemlich genau auf die mir fehlenden zwanzig Jährchen, liebste Gerlinde…“

„Wenn da nicht ein Haken wäre in dieser Rechnung…“

„Ja wenn da nicht der Umstand wäre, dass ich dich küssen muss und du durch dieses Küssen auch wieder fünf Jahre länger lebst als ich…“

„Schlimm – wirklich schlimm…“

„Ja schlimm, aber das ließe sich noch regeln, wenn ich zwischendurch immer wieder mal unsere Freundin Hannelore küsste…“

„Prima Idee, dann lebt die auch länger…“

„Ja  –  und so schlecht küsst die gar nicht! Aber die eigentliche Katastrophe beginnt ja erst, wenn du wirklich zu rauchen aufhörst. Dadurch gewinnst du nämlich nach der New Yorker Studie bis zu 10 Jahre und da ich nicht rauche, verbaust du mir absolut jede Chance mit dir zusammen alt zu werden, liebste Gerlinde, das ist einfach Fakt!“

Und Fakt war auch, dass Gerlinde nicht mehr antwortete sondern handelte, und Carl sich plötzlich in einem unsäglichen Gemenge von zerdeppertem Frühstücksgeschirr, Marmelade, Butter, Kaffe und Tee unter einer Tischdecke befand, die Gerlinde ihm übergeworfen hatte…

Lebensverlängernd war diese Aktion sicher nicht, da war sich  Gerlinde sicher, aber nach dem Gewimmer unter der Tischdecke  war eine unmittelbare Lebensverkürzung auch nicht zu befürchten –  trotz  fortgeschrittenen Alters des erbärmlichen Kandidaten…

KH

Roland Dürre
Mittwoch, der 12. Oktober 2016

Vortrag gefällig :-) ?

Meine Wenigkeit mit Prof. Dr. Kathrin Möslein im IF-Forum.

Meine Wenigkeit mit Prof. Dr. Kathrin Möslein im IF-Forum.

Eines meiner Lebensziele ist, meine Erfahrung und das von mir akkumulierte und zum Teil sehr aufwendig erworbene Wissen zu teilen – besonders gerne mit jungen Menschen. So halte ich immer wieder Vorträge und Dialoggespräche – sowohl im klassischen Rahmen wie auch im Form von Sessions auf Barcamps und ähnlichen Veranstaltungen.

Folgende Themen habe ich zurzeit im Repertoire:


 

Zum Thema „Führung“:

Was ist das eigentlich – Führen im Unternehmen?;
Untertitel: „Menschen im Unternehmen – Kultur ist alles.“

Vor kurzem gehalten bei AMOS (Allianz) vor gut 50 internen Projekt Managern.

Zum Thema „Digitalisierung und/oder digitaler Wandel“:

Was bei der Digitalisierung gerne vergessen wird.
Untertitel: „Mögliche Auswirkungen auf Gesellschaft und Menschen.“

oder alternativ

Digitale Transformation – Paradies oder Hölle?
Untertitel: „Die schöne neue Welt aus Sicht eines Unternehmers, IT-Pioniers, Bloggers, Familienvaters und Radfahrers.“

Diesen Vortrag halte ich im November auf der DOAG-Jahreskonferenz in Nürnberg und bei einer befreundeten SW-Agentur im Rahmen von „meet-up„.

Zum Thema „SW-Entwicklung“:

„Wie wir in 1984 Scrum gemacht haben, obwohl es Scrum noch gar nicht gab.“
Untertitel: „Wie führt man ein Software-Team – Antwort: Am besten gar nicht!“

Gehalten bei ein paar kleinen SW-Unternehmen / Start-Ups.

Zum Thema „Entlohnung“:

„Wir wollen nicht arbeiten, sondern Geld verdienen!“
Untertitel: “ Wie werde ich mutig und habe Freude und Erfolg.

Vortrag für Start-Ups und Freiberufler. Gehalten auch beim PMCAMP BERLIN vor ein paar Tagen (hat richtig Spaß gemacht).


 

Diese Vorträge sind ein „Schnappschuss“ – Stand heute, den 12. Oktober 2016. Natürlich verändern sich die Vorträge inhaltlich laufend, denn die Dinge ändern sich heutzutage auch schnell.

🙂 Jetzt dürft Ihr euch etwas raus suchen. Wenn Ihr mehr wissen wollt, einfach an mich wenden.

RMD

P.S.
Meine Vorträge halte ich genau dann ohne Honorar, wenn sie einem guten Zweck dienen (Studenten, Hochschulen, Gemeinwohlökonomie und ähnliches). Wenn mich ein System beauftragt, dass sich von meiner Aktivität einen Mehrwert verspricht, dann erbitte ich ein Honorar, dass in Korrelation zum voraussichtlich geschaffenen Mehrwert steht.

Roland Dürre
Sonntag, der 9. Oktober 2016

Antwort auf Sigis Brief für FRIEDEN

Alles ist richtig!

Vor kurzem durfte ich Sigis Beitrag zu FRIEDEN in IF-Blog veröffentlichen. Hier meine Antwort:

Beide Fotos sind von der Enthüllung eines Denkmals (Erinnerung an 1.Weltkrieg, Schlacht in den Vogesen).

Das Foto zeigt ein Denkmal am Altmannkopf zur Erinnerung an die Schlacht in den Vogesen im 1. Weltkrieg.

Lieber Sigi,

Deine Vorstellung von Hohenlinden 2000 wie Deine Unterstützung dieses Vereins haben mich sehr beeindruckt. Ich glaube so kann es gehen!

Als durchaus sehr kapitalistischer Manager, der durchaus mit Begriffen wie Leistung und Meritokratie, Gewinn und Verlust und vor allem Effizienz und Effektivität „gedealt“, ja sich sogar ab und zu mit „Messbarkeit“ angefreundet hat, könnte ich jetzt natürlich die „Killerfrage“ stellen:

Und was bringt das, was Du machst? Stirbt deshalb auch nur ein Mensch weniger durch Krieg oder andere willkürliche Zerstörung, wie sie z.B. heute morgen im Straßenverkehr in der Nähe von Kempten wieder statt gefunden hat?

Aber das ist die absolut falsche Frage! Auch das habe ich in den letzten für mich so wertvollen Wochen verstanden, genauso wie dass FRIEDEN eben nicht messbar ist und genau nicht mit operativem, strategischem und normativen Denken, genannt „managen“, erreicht werden kann.

Von dem menschlich so verständlichen Irrweg des erfolgreichen „Managers“ und „managen“ habe ich mich übrigens auch jenseits von FRIEDEN verabschiedet, weil es nach meiner Meinung immer nur unter optimale Ergebnisse bringt.

So ist das „Projekt FRIEDEN“ in meinem Kopf durch „HANDELN für FRIEDEN“ ersetzt worden. Im gemeinsamen Bewusstsein für FRIEDEN macht jeder das, was er für richtig und wichtig hält. So wird jeder zu einem Protagonisten für Frieden. Und die, die an das glauben, was ein oder mehrere Protagonisten machen, hilft ihm oder diesen und unterstützt ihn bzw. sie nach Kräften. Das könnte so ein Weg in Richtung „SCHWARM für FRIEDEN“ sein.

Wenn ich aber bedenke, wie große die Fortschritte schon in den wenigen letzten Monaten waren und wie viel ich dabei zu FRIEDEN gelernt habe, dann bin ich mir sicher, dass für uns alle da schon bald noch eine viel größere Klarheit entstehen wird und uns immer bessere Gedanken kommen werden.

Und in einem wichtigen Punkt sind wir uns ja wohl jetzt schon einig:

Wir wollen nicht reden sondern handeln und bei uns selber beginnen.

Ist das nicht wunderschön?

Einen wunderbaren Sonntag!

Roland

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 8. Oktober 2016

Wie das Auto zum Outo wird, mit oder ohne Strom :-)

Gerade lese ich in Facebook, wie toll es wäre, wenn es nur noch E-Autos geben würde. Dass das heute schon möglich wäre und „die Regierung“ neue Fahrzeuge mit Benzin- oder gar Dieselmotoren bis 2030 verbieten will. Und höre dann eigenartige Argumente für die mobile elektrische Zukunft. Das verwirrt mich und mir fallen dazu nur ein paar „schnelle“ Gedanken ein:

  • E-Autos sind vor allem Kohle-Autos – so lange weltweit der meiste Strom mit Kohle produziert wird …
  • Den individuell-mobilen Wahnsinn mit motorisierten Monstern und Sportgeräten auf zu betoniertem Lebensraum beenden sie auch nicht – siehe Tesla …
  • Das Parkproblem ist auch nur eines von vielen auch mit E-Autos ungelösten Problemen – wie Rohstoffverbrauch, reduzierte Bewegung, Konflikt mit Megacities, gefühlte Omnipotenz einer rücksichtslosen Minderheit, Symbol unsere XXL / X-Large – Lebenstyles …
  • Das selbst fahrende Auto macht in manchen Anwendungen Sinn – und ist ja eh nur als E-Fahrzeug vorstellbar …
  • Es wird aber ganz anderes sein – als das was heute über die Autobahnen rast …
  • Wenn ich davon ausgehe, dass so ein großer SUV als Roboter-Auto fahrerlos durch die Gegend fährt – dann fühle ich mich auch nicht viel anderes als wenn so ein Kampfroboter von Boston Dynamics (wie der Atlas) meinen Weg kreuzt …
  • Wenn das selbst fahrende Auto kommt – dann wird man sich keine Status- und Stärke-Symbole in die Garage oder vor die Haustüre stellen – sondern so was bestellen wenn man es braucht und sich davon irgendwohin bringen lassen …
  • Ich fahre gar nicht mehr Auto – und bin so mobil wie noch nie auch …
  • dank modernen Mobilitätswerkzeugen – wie Anhänger, Faltrad und ähnlichen und  …
  • fühle mich sau-wohl – wie  in meinem ganzen Leben noch nie und …
  • weiß gar nicht mehr – für was man ein Auto braucht …

🙂 Eigentlich sollte man Auto in neuer Orthographie nur noch als Outo schreiben – weil es out ist!

Nein – ich werde auch kein E-Auto mehr fahren …

RMD

P.S.
Noch ein paar elektrische Monster …

Roland Dürre

Brief für FRIEDEN

Sigi Kunz, Mensch, IT-Manager, Positivist, Aktivist.

Sigi Kunz, Mensch, IT-Manager, Positivist, Aktivist.

Sigi Kunz kenne ich jetzt schon mehr als 45 Jahren.

Ich freue mich über seine Freundschaft.

Ich schätze ihn (nicht nur) als Manager und Unternehmensführer.

Als ich ihn zu unseren Aktivitäten für FRIEDEN eingeladen habe, hat er so geantwortet und mich autorisiert, seine Botschaft zu veröffentlichen.

 

Hier ist sie:

Liebe Freunde,

es ist Zeit, dass ich mich als Neuling in dieser erlauchten Runde auch einmal zu Wort melde. Zunächst geht ein Dankeschön an Roland, dafür, dass er mich potentiell als jemanden gesehen hat, der a) Interesse an dem Thema hat und b) vielleicht einen kleinen Beitrag leisten könnte.

Als damals hartnäckiger „Kriegsdienstverweiger“ – ja so nannte man das in den Siebzigerjahren – war für mich das Wort FRIEDEN fast ausschließlich besetzt als diametraler Gegenpol zu KRIEG. FRIEDEN war zu 100% das Gegenteil von KRIEG.

Mit der Zeit wird man reifer, lernt besser zu differenzieren und entdeckt auch andere Schattierungen und Werte hinter einem abstrakten Begriff. So teile ich ganz und gar die Sicht, die Roland in seinem letzten Blogbeitrag erwähnt hat, dass nämlich FRIEDEN in einem selbst beginnt, dass man zu allererst in Frieden mit sich selbst leben (lernen) muss. Dabei ist es auch von außerordentlicher Bedeutung Wege zu finden, um in FRIEDEN mit der Natur zu leben.

Rolands Beitrag vom 1. Oktober habe ich im ersten Moment vielleicht falsch interpretiert, da ich darin eine gehörige Portion Resignation gefunden zu haben glaubte. Wahrscheinlich – ich hoffe es – habe ich mich geirrt.

Warum hoffe ich das?

In meiner Persönlichkeit überwiegt in der Regel der Optimismus. Und dennoch kämpfe ich gelegentlich innerlich mit mir in der Frage, ob die Spezies Mensch, salopp gesagt, die Kurve kriegt.

Als Verehrer von Darwin und Dawkins „glaube“ ich an die Evidenz der Evolution. Und die traurige Wahrheit, die ich dort herauslese, ist die, dass in der belebten Natur eher Unfrieden die Regel ist. Fressen und gefressen werden, Nahrungskette, Populationsregelkreise gesteuert durch das Nahrungsangebot – von wegen Brot für die Welt, usw.. Frieden funktioniert dabei jeweils nur temporär und begrenzt innerhalb definierter Gruppen.

Daher habe ich die Befürchtung, dass ein großer Teil der Menschheit gefangen ist in diesem Echo der Evolution, dass es fürs eigene Weiterkommen zielführender ist alle Konkurrenz auszuschalten und zu kämpfen, gerne auch militärisch, anstatt friedlich zusammenzuleben.

Vielleicht – und hier kommt mein Optimismus zum Tragen –  ist es aber auch so, dass die Evolution gerade an der Schwelle ist zu „entscheiden“, ob die Strategie „Kämpfen“ vielleicht der Strategie „Frieden“ unterliegen könnte.

Das könnte man vergleichen mit der „bösen“ Entropie. Vor Jahrzehnten, als Student der E-Technik, kam mir nach einer Vorlesung in Physik mal der Gedanke, dass das Leben der Feind der Entropie ist, da nur Lebewesen wirkliche Ordnung schaffen. Mit anderen Worten:

Seit dem Urknall wuchs das Chaos bis zum Auftreten der ersten Lebewesen. Seitdem versuchen diese sich gegen die Unordnung zu stemmen.

So, genug von solchen Gedanken.

Was könnte oder möchte ich beitragen zum Thema Frieden? Ich nenne hier ein Beispiel, bei dem ich seit einigen Jahren aktiv mitarbeite:

Den Verein Hohenlinden 2000

Der Verein wurde 1996 gegründet mit der Zielsetzung

Altmattkopf Denkmal (11)

  1. die Erinnerung an eine fürchterliche militärische Schlacht wach zu halten und
  2. die Erinnerung zu nutzen, um mit dem ehemaligen Feind (Frankreich) im Rahmen gemeinsamer Projekte und Aktionen für den FRIEDEN zu werben, Freundschaften zu entwickeln und zu pflegen.

 

Gérard Leser, juillet 2014

Gérard Leser 2014

Ich möchte Euch auch ein Gedicht nicht vorenthalten, das von dem französischen Historiker Gérard Leser anlässlich des Gedenktages geschrieben wurde.

Am Ende der Zeremonie trug er sein in zwei Sprachen verfasstes und zum Frieden mahnendes Gedicht vor, das auch auf einer Stele am Denkmal zu lesen ist.

 

 

 

Hier die Version in Deutsch:


 

Beide Fotos sind von der Enthüllung eines Denkmals (Erinnerung an 1.Weltkrieg, Schlacht in den Vogesen).

Beide Fotos sind von der Enthüllung eines Denkmals (Erinnerung an 1.Weltkrieg, Schlacht in den Vogesen).

Altmattkopf

Gedicht von Gérard Leser

Blick in die Weite und das große Atmen der Welt
Ruhe der Berge und der Natur
dunkelgrüner Mantel der Wälder und der Wiesen
unten Dörfer die gedeihen
die Stille die uns bewohnt
und doch
vor hundert Jahren
Staub, Krach, hunderte von Granaten die explodieren
zersplitterte Körper
Wunden die bluten
zerrissene Seelen
Kugeln die zischen
Bajonette die in der Sonne glitzern
und der Hass und der Tod die herrschen
nur noch den anderen Menschen umbringen
alle Teufel sind los
Franzosen gegen Deutsche
Deutschland gegen Frankreich

1914 Bruderkrieg

Menschen gegen Menschen
Europa brennt
und die Bevölkerung die flüchten muss
alles verlassen, alles verlieren
heimatlos
Häuser die verkohlen
Ruinen, Tränen und Elend ohne Ende

1915 Sieg und Zerstörung

Stille der Friedhöfe
das Tal durch die Front entzweit
getrennte Familien
verletzte Menschheit
öde Mauern und verwüstete Dörfer
Stacheldraht der überall blüht
tiefe Schützengraben verwunden die Erde

2015 Europa, endlich

Frieden und Versöhnung
doch
ein Denkmal zum Nachdenken
zwei Panzerschienen, zwei Armeen
ein kleiner Pfahl, die Bevölkerung die leidet
Menschheit mit Schmerz erfüllt
ein Pfeiler mit der Spitze die  am Himmel glitzert
um gemeinsam die Hoffnung zu pflegen
um das Gedächtnis zu wecken
um Brücken zu bauen
um über die Freiheit zu wachen
um die Gewalt in uns zu zähmen
um die Finsternis im Herzen nie zu vergessen
und das Leben zu ehren
Europa ist unsere gemeinsame Heimat

Gérard Leser

 


 

Damit möchte ich meinen Beitrag schließen und wünsche allen

Ein schönes Wochenende

Sigi Kunz

P.S.
Die Fotos sind von Sigi Kunz, freigegeben unter CC BY-SA 3.0.