Mein Wunsch für 2017:
Dankbarkeit und Achtsamkeit für uns alle.

Wie wichtig Achtsamkeit im Handeln gegenüber uns selber wie auch anderen Menschen aber auch der gesamten Schöpfung ist, habe ich schon vor vielen Jahren gemerkt. Auch dass Wertschätzung die Basis von Frieden und die eigene Wertschätzung Voraussetzung dafür ist, andere Menschen wertschätzen zu können, ist mir schon länger klar geworden.

Aber um zu entdecken, dass die Fähigkeit zur Dankbarkeit wahrscheinlich die allerwichtigste Voraussetzung für ein glückliches Leben ist, dafür habe ich fast 66 Jahre gebraucht. Heute bin ich unendlich dankbar für all das, was ich in meinem Leben erfahren und erleben durfte.

🙂 So wünsche mir, dass sich in 2017 das Ausmaß meiner Dankbarkeit weiter erhöhen kann und wird. Und genau dasselbe wünsche ich allen meinen Freunden und an dieser Stelle natürlich ganz besonders den Leser*innen von IF-Blog!

Also:
Ich wünsche Euch für 2017 ganz viele Schönes, so dass sich Euer Maß an Dankbarkeit beliebig erhöhe. Und uns allen wünsche ich die Fähigkeit zu großer Dankbarkeit!

Ein wichtiges Gut ist Gesundheit. So wünsche ich dazu ganz viel Gesundheit!

Das kleine Schweinchen soll dagegen nur ein wenig Schwein bringen. Dass uns allen auf allen Wegen immer das Quentchen Glück begleiten möge, dass uns allen so gut tut!

Einen guten Rutsch und ein gelingendes Jahr 2017!

RMD

P.S
Das wunderschöne Bild verwende ich jedes Jahr für meine Silvesterwünsche. Es ist ein Arrangement von einem lieben Freund, dem Fotografen Rolo Zollner. Es steht unter „common licence“, d.h. bei Quellenangabe und Erwähnung des Fotografen kann es von Euch genutzt werden.

🙂 Möge es möglichst vielen Menschen und besonders dem Rolo möglichst viel Glück bringen!

Roland Dürre
Freitag, der 30. Dezember 2016

Mobil in Mittelamerika vom 9. – 16. Dezember (Erste Woche)

Ganz allgemein: Das Auto dominiert auch in Mittelamerika das „Mobile Leben“. Das war mir schon klar. Aber die Anzahl und Dichte der Staus in den großen wie den kleinen Städten hat mich dann doch überrascht. Wie die (wahrscheinlich ja nur scheinbare) Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor aller Art.

Zuerst mal zum Thema Kreuzfahrt:

Wir fuhren ja mit dem großen Schiff „MeinSchiff 4“ von TUI eine Runde durch die Karibik – mit 4 Seetagen und 10 Landtagen. Das Schiff dreht diese Route ein paar Mal in der Jahreszeit vom Dezember bis Februar, ein anderes „MeinSchiff“ fährt eine andere Runde im selben Raum mit anderen Zielen. Dann fahren sie weiter in neues Gewässer und drehen dort ihre Runden. Kreuzfahrt ist so zu einer Art „Linienverkehr“ geworden, was sicher die Logistik vereinfacht, aber das Reiseerlebnis eben auch ein wenig mehr „convenient“ macht. Und natürlich drehen in der Karibik verschiedene Schiffe von zahlreichen Reedereien ihre Runden.

Individuell gestaltete Weltreisen z.B. von Hamburg nach Hamburg über einen Zeitraum von einem dreiviertel Jahr mit immer wieder neuen Teilstrecken sind selten geworden. Das gilt für alle mir bekannten Reedereien, für die großen wie Costa, Celebrity oder eben MeinSchiff (TUI) wie auch für die kleinen.

Das ist aber nicht so schlimm, denn auch so hat das Reisen per Schiff einen großen Vorteil. Man ist tagsüber an vielen Orten in verschiedenen Länder und kann diese durchaus individuell und intensiv erleben. Der oft lästige Transport findet nachts und sehr komfortabel statt. So ist ein Schiff letzten Ende ein mobiles Hotel, in dem man jeden Morgen an einem anderen Platz ist.

Die Problematik von Kreuzfahrten (und Fernurlaub im allgemeinen) ist mir sehr wohl bewusst. In der Regel führt nur ein Langstreckenflug zum Ziel – und das Schiff ist ein starker „Umweltsünder“. So zerstört eine Kreuzfahrt im Jahr alle meine Versuche, meinen Kohlendioxid-Fußabdruck mit der Umwelt verträglich zu gestalten. Da hilft auch der Fakt nur wenig, dass ich nicht mehr Auto fahre und in Deutschland nur noch mit dem Fahrrad oder öffentlich unterwegs bin.

Aber der Reihe nach:

Auf unserer zweiwöchigen Rundfahrt durch Mittelamerika „checken“ die Menschen in zwei Häfen ins Schiff ein und wieder aus. Dies sind La Romana oder Montego Bay, beides Orte mit Hafen und Flughafen in Jamaika.

In der Regel verlässt man das Schiff dort, wo man eingestiegen ist. Man fliegt also bei solchen „convenient“ Kreuzfahrten von dem Ort zurück, an dem man angekommen ist. Es braucht also keinen Gabelflug. Wir sind in La Romana in der Dominikanischen Republik (R.D.) an Schiff gegangen und dort auch wieder ausgestiegen. Wir hatten das Glück, dass wir so von München die kürzeste Flugstrecke in die Karibik hatten.

Wir wollten viel vom Land sehen und unsere Eindrücke nicht nur durch Fensterscheiben von Autos und Bussen sammeln, sondern viel mit „Land und Leute“ in Kontakt kommen. Das haben wir auch geschafft. So waren wir häufig zu Fuß und – leider – nur ein Mal auf dem Fahrrad unterwegs. Dreimal nutzten wir ein Auto (Taxi). An vier organisierten Ausflüge haben wir teil genommen und sind dazu öfters Bus gefahren und auf unterschiedlich großen Booten gewesen. Einmal war eine Seilbahn als Verkehrsmittel dabei.

So fing es an:

Am 9. Dezember sind wir am Flughafen von La Romana in der Dominikanischen Republik gegen 16:00 nach einem über zehnstündigen Direktflug gelandet. Vom Flugfeld ging es direkt in den Bus. Der Transfer hat zirka 10 Minuten für die wenigen Kilometer vom Flughafen zum Hafen gedauert. Das Gepäck wurde direkt aus dem Flieger vor die Kabine geliefert – eine logistisch wirklich optimale Anreise.

Der Check-In ins Schiff hat allerdings ziemlich lange gedauert. Das Schiff hat auf dieser Route nur zwei „Wechseltage“ (früher hätte man An- und Abreise-Tage gesagt) und da kommen dann so um die 1.000 neue Passagiere mit eigenen Charterflügen innerhalb eines kurzen Zeitraumes gleichzeitig an. Wir kamen so ziemlich als die Letzten an. So hat es ein wenig gedauert, bis wir an Bord kamen, obwohl auch der „Check in“ recht gut mit vielen Schaltern organisiert war. Aber wie schon berichtet, die gute Nachricht: Das Gepäck stand da schon vor der Kabinentür.

Die Reise beginnt!

Am 9. Dezember sind wir angekommen. Der 10. Dezember war ein Seetag auf dem Wege nach Jamaika. Das war schon mal gut zum Erholen vom Flug. Die Ankunft im Hafen von Ocho Rios war am Morgen des 11. Dezember.

11. Dezember – Ocho Rios – Jamaika – – ZU FUSS
Ankunft um 7:00 / Abfahrt 20:00

Es ist der erste Landtag auf unserer Reise und ich bin das erste Mal in Jamaika, dem Lande Bob Marleys!

Eine der Attraktionen von Ocho Rios sind die Dunn’s River Falls. Das sind „Wasserfälle“, auf denen sich das Wasser auf einem „plateau-artigen“ Gefälle nach unten bewegt. Da kann man unten vom Meer zirka 50 Höhenmeter durch die Fluten wieder nach oben klettern. Das sieht gewaltig aus – und auch viel gefährlicher als es ist. Das Süßwasser ist angenehm warm, so dass das Ganze ein schöner Spaß ist. Die seichten Stellen findet man leicht und kommt so auch gut ohne Führer zurecht.

Die Barbara in den Dunn’s River Waterfalls auf dem Wege nach oben!

Auf dem Schiff gibt es jeden Tag (auch auf Papier) ein „Tagesprogramm“ und außer an den Seetagen eine „Hafeninformation“. Die enthält nützliche Infos und eine Karte des Hafen. Auf der sehen wir, dass es von unserem Anlegepunkt  in Ocho Rios zu den Dunn’s River Falls wohl gar nicht so weit ist. Die Entfernung vom Schiff dorthin schätzen wir so auf 5 bis 10 km.

Also machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Es ist ein bisschen wolkig, das ist natürlich gut für unsere Dezember-Blässe. Immer wieder regnet es zwischendurch, der Regen ist aber warm und stört uns nicht. Er ist eher eine wohltuende Erfrischung. Ab und zu stellen wir uns unter und haben die ersten Kontakte mit den Menschen, die hier leben.

Für uns Touristen kostet der Eintritt zu den Dunn’s River Falls 20 USD pro Person. 🙂 Eine Ermäßigung für Rentner gibt es nicht. Viele  einheimische Familien mit zahlreichen Kindern stehen auch an den Kassen an. Die Vorfreude steht ihnen schon in den Gesichtern. Sie zahlen die Hälfte. Der vom Schiff organisierte Ausflug zu den Wasserfällen hätte um die 50 USD gekostet, dann aber ohne Spaziergang dafür mit Bus und Führer.

Am frühen Nachmittag sind wir wieder auf dem Schiff, es waren dann vielleicht zusammen gut 15 Kilometer. Ist schon mal nicht schlecht. Am Nachmittag geht es dann nochmal raus ins „Dorf“. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, es ist ja Sonntag, der 3. Advent. Mein Ziel ist, mir ein Bob Marley T-Shirt zu kaufen. Und in der Tat, wegen des Sonntags haben viele Geschäfte geschlossen, es gibt aber noch genug offene Läden.

Bob Marley wird hier wirklich verehrt. Er ist der Nationalheld Jamaikas. T-Shirts sind allgemein richtig billig, nur der Bob Marley kostet seinen Preis. Wir besuchen eine Reihe von Geschäften und finden ein offizielles T-Shirt, das mir sehr gut gefällt. Allerdings kostet es je nach Geschäft zwischen 36 und 20 USD. Im Gegensatz dazu gibt es die „normalen“ T-Shirts für 5 und (deutlich) weniger US-Dollar. Die Verkäufer wehren sich, das Bob Marley Shirt unter magische 18 USD zu verkaufen. Mir scheint, dass ein billigerer Verkauf des Nationalhelden ein Sakrileg wäre.

Im Dunklen legen wir ab und weiter geht es entlang der Küste von Jamaika nach Montego Bay (Mo Bay). Und in meiner „Suite“ ist ein schönes rotes Original-T-Shirt von Bob Marley. Das ziehe ich dann an Silvester daheim an.

12. Dezember – Montego Bay – Jamaika – – ZU FUSS, Taxi
Ankunft um 7:00 / Abfahrt 22:00; privat unterwegs

So sehen die Weihnachtsbäume in Jamaika aus. Dieser hier wird gerade im Zentrum von Montega Bay aufgestellt.

In Montego Bay war übrigens der zweite Wechseltag dieser Route. Das bedeutet, dass ungefähr 1.000 Menschen  das Schiff  verlassen und 1.000 neue kommen werden … Davon bekommen wir aber nichts mit. Denn wir wollen ja wieder aufs Land.

Die Karte in der „Hafeninformation“ zeigt uns, dass der Weg ins Zentrum so um die 7 km sein dürfte. Zu Fuß erscheint die Entfernung also durchaus machbar.

Also starteten wir, zuerst den Southern Cros Blvd, dann nach links den Howard Cooke Hwy. Diesmal gibt es wenig Wolken und Schatten, trotzdem sind wir nach gut einer Stunde am Montega Bay Market.

Wir amüsieren uns in Mo Bay ziemlich lange. Der Rückweg erscheint uns ein wenig länger und wir denken auf halber Strecke daran, für den Rest vielleicht doch ein Taxi zu nehmen. Da fragt uns ein Taxifahrer, der am Straßenrand steht, ob er uns zum Schiff bringen darf. Umsonst, weil er dann in den Taxibereich des Hafens darf. Dort gibt es nämlich wirklich gute Preise zu erzielen. Wir werden noch lernen, dass die Taxis vom Schiff im Hafen zu den diversen Zielen immer ein Mehrfaches von dem kosten, was üblich ist. Wir sind doch ein wenig ermattet und nehmen das verlockende Angebot an.

Am späten Abend geht es dann weiter in Richtung Mexiko. Zwischen Mo Bay und Cozumel liegt allerdings noch der zweite Seetag am 13. Dezember.

14. Dezember – San Miguel/Cozumel – Mexiko – – AUF DEM FAHRRAD
Ankunft um 6:30 / Abfahrt 20:00; privat unterwegs

Cozumel ist eine der östlichen Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán vorgelagerte Insel. Ziemlich früh verlassen wir das Schiff und strolchen erst mal in Richtung Innenstadt des kleinen Orts San Miguel. Der Weg sieht auf der Hafeninformation deutlich kürzer aus als es der nach Montega Bay war (und ist es auch). Trotzdem erzählen uns gefühlt um die 100 Taxifahrer, dass der Weg zu Fuß viel zu weit wäre.

Bis in die Innenstadt kommen wir allerdings nicht, weil wir  auf der rechten Seite stadteinwärts neben einem Motorradverleih (ausschließlich mit der Marke Harley-Davidson) einen Fahrradverleih entdecken. Der schließt zwar um 16:00 (es wird dann ja bald dunkel), aber da es früher Vormittag ist bleibt uns noch genug Zeit.

Im Angebot sind ganz einfache Räder zu 10 USD – nur mit Rücktrittbremse, ohne Schaltung und ohne ergänzende Handbremse. Für 15 USD gibt es dann so eine Art Trekking-Rad, mit Schaltung und Freilauf. Dann stehen noch ein paar elektrisch unterstützte „Fatboys“ herum, die man für 20 USD haben kann. Die Preise gelten jeweils für ein Rad und einen Tag.

Die elektrischen Fatboys auszuprobieren, das würde mir gefallen. Die Vermieter warnen uns jedoch, dass deren Akkus gerade geladen werden und noch lange nicht voll wären. Da ich mich nur mit Rücktritt ein wenig „ungewohnt“ fühle, nehmen wir zwei „Trecking-Räder“ für zusammen 30 USD.

Eine schöne lange Radfahrt führt uns an die Nordstrände der Insel Cozumel vor Mexiko.

Die Räder sind gut geölt, die Reifen fest aufgepumpt. Bei meinem Rad hat das Tretlager einen Schaden und knackst, trotzdem ist der Spaß am Radeln groß.

Zuerst fahren wir weiter hinein nach San Miguel. Dort gucken wir uns ein paar Geschäfte an.  Auch hier gibt es viele Schmuckgeschäfte, spezialisiert auf Diamanten. Die werden uns die ganze Reise verfolgen.

Dann geht es am Fahrrad-Geschäft vorbei zurück nach Norden, wieder am Schiff vorbei eine Straße entlang der Ostküste nach Norden. Wie Perlen, aber in angemessenen Abstand von ein paar 100 Metern bis zu auch mal ein bis zwei Kilometer, fahren wir an nobel und teuer anmutenden Hotelanlagen vorbei. Es geht ziemlich weit am Meer entlang und macht richtig Spaß – dann kommen Hunger und Durst auf. Wir kehren um, fahren wieder am Schiff vorbei zum Fahrradverleih, geben die Räder zurück und gehen den guten Kilometer zurück zum Schiff. Es war ein toller Tag. Am Abend geht es weiter nach Belize.

Fast vergessen:
🙂 In Cozumel, kurz nach dem Radverleih, besuchen wir eine kleine Bar in einer Nebenstraße  und haben dort „freies WLAN“. Gegen zwei Kaffee und eine Flasche Wasser zu drei mal drei USD durften wir inx Netz und konnten so unsere E-Mails lesen und schreiben, Chats beantworten, SZ runter laden und erledigen, was halt sonst noch so ansteht.

15. Dezember – Belize City – Belize – – BUS, BOOT, ZU FUSS
Ankunft um 9:00 / Abfahrt 20:00; organisierter Ausflug

Belize City hat wohl keinen Hafen, der für so große Schiffe wie die MeinSchiff 4 anfahrbar ist. Es ist auf dieser einzige Landbesuch, bei dem das Schiff nicht in einem Hafen anlegt sondern das Schiff ziemlich weit draußen ankert. Es muss also „tendern“. Normalerweise werden dazu  die eigenen Rettungsboote zu Wasser gelassen und pendeln dann zwischen Schiff und Festland hin und her. In Belize gibt es einen eigenen Tenderdienst, der diese Aufgabe übernimmt. Dawir uns einen organisierten Ausflug geleistet haben, der früh weggeht, dürfen wir schon mit dem zweiten „Tender“ ans Festland.

Unser Ausflug scheint sehr beliebt zu sein, es werden zwei Busse gebraucht. Alle wollen das Erbe der Mayas sehen. Wir sind zu früh, die Busse sind noch nicht da. So warten wir in im Hafengebäude. Ich fühle mich so ein wenig wie früher in der Grundschule – in Zweierreihen stehen uns warten. Dann kommt unser Bus und wir werden nach Tower Hill gebracht. Hier gibt es auch endlich mal „lokales Futter“ – Hühnchen mit eingelegten Zwiebeln an einem leckeren Gemüse. Dazu die übliche „Hochzeit“ – sprich Reis mit schwarzen Bohnen. Die „Hochzeit“ kenne ich von unserer Radtour in Cuba vor zwei Jahren, da ich keinen Reis mag verzichte ich darauf. Aber der Rest ist wirklich gut – einfach aber lecker.

Gesättigt steigen wir in kleine aber sehr schnelle Boote um, die uns nach Laimanai bringen sollen. Wir steigen als Letzte ein und sitzen so ganz hinten. Die Boote rasen in einem Affenzahn nach Laimanai, wir sehen nur links und rechts die Wasserfontänen. Auf der Rückfahrt werden wir das besser machen.

Endlich bei den Maya-Tempeln in Lamanai.

So wird es dann. Auf der Rückseite sitzen wir ganz vorne. Und haben eine wunderbare Sicht. Das Boot kommt uns auch nicht mehr ganz so irre schnell vor.

Die Maya-Stadt Laimanai war wirklich sehr beeindruckend. Aber auf der Rückfahrt kommt es zu kleinen Problemen. Zuerst muss unser Kapitän einem liegen gebliebenen Boot helfen. Und dann kommt der Bus in einen Megastau.

So wird es 19:30 Uhr, Ende des Landganges. Für einen Bummel durch Belize City ist keine Zeit mehr. Wir können nur das berichten, was wir vom Bus so gesehen haben. Belize hat auf uns sehr britisch gewirkt, nicht nur wegen des Linksverkehrs, den wir von Jamaika her ja schon gut kennen.

Kaum sind wir auf dem Schiff, dann legt es auch schon ab. Zwar nicht ganz so pünktlich wie sonst, sondern ein wenig nach 20:00 ab. Es musste noch auf eine ein wenig verspätet andere Ausflugs-Gruppe warten. Auf geht es nach Honduras.

16. Dezember – Roatán – Honduras – – ZU FUSS, Taxi
Ankunft um 9:00 / Abfahrt 20:00; privat unterwegs

Der Blick vom Schiff – in Richtung West Bays, da wo wir hin wollen.

Roatán ist eine Insel und liegt eine halbe Schiffstunde vor dem Festland Honduras. Wir wollen heute zu den „Westbays“. Weil da der Strand so schön sein soll. Und wenn möglich, mal wieder radeln.

Wir gehen also zuerst mal in die kleine Stadt östlich vom Hafen und fragen dann Einheimische, wo man Räder mieten könnte. Die Antwort: Hier nirgendwo, aber es könnte sein, dass es auf der Nord-Seite der Insel, also hinter den Bergen auf der anderen Seite, einen Fahrradverleih gäbe. Da könnten wir mit dem Taxi hinfahren.

Das ist aber nicht der Sinn der Sache. Dann versuchen wir raus zu bekommen, wie weit es bis zu den „Westbays“ ist. Wir kriegen unterschiedliche Angaben und einigen uns auf die Zahl sieben. Allerdings in Meilen. Also gehen wir dann mal los. Und entdecken vorher noch im Ort einen besonderen Platz. Es ist eine kleine Parkanlage mit Bänken, die wohl den Freunden Honduras aus Taiwan gewidmet ist. Hier gibt es recht gutes öffentliches WLAN. Das zweite Mal auf der Reise sind wir im Netz und laden alles runter, was wir brauchen.

Dann marschieren wir los. Zurück zum Schiff, am Schiff vorbei in Richtung der „Westbays“. Es regnet immer wieder. Zuerst stellen wir uns bei Schauern unter die Palmen am Straßenrand. Da das nicht viel nutzt , laufen wir schließlich auch bei Regen weiter. Der Regen ist ja schön warm.

Immer wieder halten Taxis an und bieten uns unsere Dienste an. Und warnen uns, dass der Weg zu den „Westbays“ ganz schön weit und sehr beschwerlich wäre. Dann haben wir die Hälfte geschafft. Wir machen Pause und gehen in eine Bar. Und trinken ein paar Fläschen Salva Vida, eines der lokalen Biere von Honduras. Und genießen auf einem Steg die mittelamerikanische Sonne. If paradise is half as nice …

Bisher ging die Straße schön flach die Südküste entlang. Es war ein schöner Weg. Jetzt müssen wir ins Land abbiegen. Wir überlegen uns, ob wir umkehren sollen. Oder bis ans Ziel gehen und uns von einem Taxi heimbringen lassen.

Es regnet wieder. Ziemlich heftig. Bisher sind wir immer wieder „getrocknet“, bis der nächste Regenschauer kam. Das funktioniert nicht mehr. Der Regen hat endgültig die Kleider komplett durchnässt, der Weg führt jetzt in die Berge. Der Blick wird immer schöner – der Weg immer steiler. Zuerst geht es nur hoch, dann plötzlich immer auf und ab. Ganz oft. Und wenn wir nach einem kräftigen Abstieg denken, jetzt geht es endlich wieder runter ans Meer, kommt die nächste Steigung.

Unterwegs kommen wir an einer Reihe von Touristik-Attraktionen vorbei. Mehrere „Flying Dogs“, „Cool Runnings“, ein Monkey-Park und ähnliches sollen den Wanderer locken. Allerdings sieht alles geschlossen aus – vielleicht auch wegen des Regen.

Wir schaffen es und kommen an den schönen Stränden der Westbays an. Die sind sicher sehr schön, aber voller Liegestühle. Im Wasser davor liegt ein Boot neben den anderen. Ein wenig ernüchternd. Aber was soll es, wir haben es geschafft und unser Ziel erreicht.

Es war ein anstrengender Spaziergang. Wir sind jetzt wirklich durch und durch nass. Und finden ein Taxi. Es bringt uns für 10 USD heim zum großen Schiff. Im Taxi frieren wir. Also: Klimaanlage aus, Fenster auf und schon geht es wieder. Was für ein toller Tag!

Durch und durch nass, ein wenig erschöpft aber sehr glücklich, angekommen am Strand der West Bays in Roatán in Honduras.

Soweit mal die erste Woche! Im nächsten Post berichte ich dann die zweite Woche vom 17. bis zum 23. Dezember dran. Die dann mit einem Seetag beginnt.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 27. Dezember 2016

Cyber-Weihnacht.

Klaus Hnilica (KH), der Erschaffer von
„Carl & Gerlinde“, schreibt ja öfters im IF-Blog.

Von ihm haben mich in der Karibik ganz besondere Weihnachts-Grüße erreicht.

Dann habe ich ihn gefragt, ob ich sein Gedicht veröffentlichen darf?
Und Klaus hat ja gesagt.

Hier ist es!


 

Unsere erste Cyber-Weihnacht ?!?

Moritz, Stella und Agathe,
ja selbst Oma sagt, ich warte,
bis Sonja endlich, wie sich’s ziemt,
den Weihnachtsbaum hat „hingebeamt“
in 3-D, als Hologramm,
wo früher stand der echte „Baam“,
natürlich gleich mit Wunderkerzen,
da kann Oma noch so scherzen!
Schließlich steh’n nach Opas Wille
auch alle da mit Cyber-Brille,
nur der Simon, völlig ohne:
navigiert die Christkind-Drohne,
die – die Oma hat gewettet –
sich natürlich arg verspätet,
so dass am Esstisch gleich daneben
„real augmented“ sie erleben,
wie – und dies nicht virtuell –
das Weihnachtsgansel auskühlt schnell,
trotz Cyber-Engel, die da hektisch
Wärme fächeln hin zum Ecktisch,
bis endlich über’n Zaun aus Tuja
die Drohne kommt mit Halleluja
und der Simon „smartphonmäßig“
reinlenkt sie durch’s Haustor lässig!
Kein Wunder, dass sie dämlich schaut
und mit Propellern um sich haut.
Doch gleich nach Opas Glock’ Gebimmel
lispelt sie, sie käm’ vom Himmel,
brächt’, damit sich niemand kränke,
vom Christkind direkt die Geschenke!
Und als sie dann noch ziemlich schnell
auftürmt alles virtuell,
ruft selbst Markus, das sei cool,
und Anne fällt beinah vom Stuhl,
da Klein-Agathe gut gelaunt
schon mal aufkreischt arg erstaunt,
als die Gans grad währenddesssen
am Weihnachtstisch wird aufgegessen.
Nur die Drohne lässt das kalt,
sie schwirrt fort zum Weihnachtswald…

Ein fröhliches Fest wünschen
Brigitte, Klaus und die ganze Sippschaft


RMD

Im letzten Post habe ich begonnen unter dem Titel Unterwegs in Mittelamerika über meine letzte Reise durch die Karibik zu berichten. Eine der für mich schönen Überraschungen war es, dass ich dort drei Staaten gefunden habe, die keine staatliche Vernichtungsmaschinerie haben, auch Armee oder Militär genannt.

Kurzer Ausflug mit einem Ausflugsboot durch den Panama-Kanal in den Pazifik. Ganz klein am Horizont die Puente de las Américas, eröffnet am 12. Oktober 1962, mit 61 Metern Durchfahrtshöhe immer noch zu niedrig für manche Ozeanriesen.

In der Tat ist einer meiner Träume, in einem Land zu leben, dass bewusst auf eine Armee und die dazu gehörende Elemente wie Waffenindustrie, Wehrpflicht und/oder Söldnertum usw. verzichtet. In einem Land ohne Kriegs- oder Verteidigungsministerium und ohne Soldaten, die Maschinen bedienen und deren Aufgabe es ist, Menschen zu zerfetzen und Städte zu zerstören.

Ich finde es ja immer noch schade, dass die Adenauer-Administration gleich nach dem 2. Weltkrieg gezielt und heimlich auf eine Wiederbewaffnung hin gearbeitet hat, obwohl der Deutsche Bundestag in seiner ersten außenpolitischen Debatte am 24. und 25. November 1949 eine nationale Wiederbewaffnung abgelehnt hat. Siehe dazu auch den Artikel zur Himmeroder Denkschrift (und da besonders den Teilartikel zur Himmeroder Expertengruppe).


Zitat dazu aus Wikipedia:

Adenauer hatte im Mai 1950 unter größter Geheimhaltung eine Dienststelle unter Leitung seines militärischen Beraters, General Gerhard Graf von Schwerin, einrichten lassen. Sie trug die Bezeichnung Zentrale für Heimatdienst (ZfH) und wurde beauftragt, ehemalige Generalstabsoffiziere, Generale und Admirale der drei Wehrmachtsteile auszuwählen, die als „unbelastet“ galten und von denen einige im weitesten Sinne dem militärischen Widerstand gegen Hitler zuzurechnen waren. Aus ihnen sollte ein Gremium deutscher Experten für militärische Expertengespräche mit den Alliierten entstehen. Sie sollten auch gegenüber alliierten Verhandlungspartnern auftreten können. Trotzdem ist an der Auswahl einzelner Teilnehmer heftige Kritik geübt worden.


Am 25. April 1953 war Adenauer dann am Ziel und die Wiederbewaffnung der BRD war beschlossene Sache. Wahrscheinlich auch als Reaktion darauf wurde am 18. Januar 1956 in der DDR die Nationale Volksarmee (NVA) gegründet.

Aber zurück nach Mittelamerika:

In Belize bei den Mayas 🙂

Von Belize wusste ich schon, dass das Land keine Armee hat. Überrascht war ich aber doch  dass dies auch für Costa Rica und Panama gilt. Bei einer Diskussion brachte ich schon vor längerem Belize als Beispiel für ein Land ohne Armee. Damals haben meine Gesprächspartner dieses Beispiel damit demontiert, dass Belize ja nur eine (verkappte) Kolonie der USA wäre.

Insofern habe ich mir vorgenommen, mit den Leuten vor Ort über das Thema #NoArmy und Vormacht der USA zu reden. Und ich war überrascht, wie sehr alle meine Gesprächspartner in diesen drei Ländern das Nichtvorhandensein einer Armee als etwas sehr Positives empfunden haben.

Trotzdem konnte ich mir als Möglichkeit vorstellen, dass der CIA diese Länder reagiert. Die Menschen dort aber, die ich gesprochen haben, haben das bestritten. Sie haben immer einen sehr unabhängigen demokratischen Eindruck gemacht, betont dass ihr Land mit allen anderen Ländern in Mittelamerika wie auch in der restlichen Welt in Frieden leben würden.

Auch wirtschaftlich ist mir keine amerikanische Dominanz aufgefallen. Die Autos, Busse und Lkws waren wie überall aus Asien und der EURO wurde genauso gerne genommen wie der USD.

Das war Teil eines organisierten und wunderschönen Ausfluges zum Veragua-Rainforest bei der Abfahrt zum Puma-Wasserfall Forschungszentrum in Costa Rica

Besonders gut hat uns in Costa Rica unsere Führerin bei unserem Ausflug von vom Puerto Limón die Situation erklären können. Sie ist 1981 bei einer Urlaubsreise in Costa Rica hängen geblieben. Heute lebt sie als junge Großmutter mit großer Familie und arbeitet unter anderem in gemeinnützigen Gruppen, die einen sanften Tourismus unterstützen wollen, der das Geld der Touristen auch in die richtigen Hände bringt.

Aber auch in Belize war es spannend. Hier war habe ich wahrgenommen, dass noch sehr viel britischer Kolonismus lebt. Belize war auch das einzige Land auf unserer Reise gewesen, in dem die Autos links gefahren sind. In Panama habe ich einen richtigen gesunden National-Stolz wahrgenommen. Zumindest gefühlt waren die Menschen und das Land alles andere als von den USA gesteuert.

Aber selbst, wenn es dem nicht so wäre, mir persönlich wäre es immer noch lieber ein wenig von den Amis kolonisiert zu werden und dafür keine Armee haben zu müssen.

So sind die drei Länder für mich wieder zu validen Bespielen geworden, dass es ohne Armee auch geht und wahrscheinlich viel besser als mit. Und so ist für mich die Puente de las Américas zu einem Symbol der Hoffnung für eine friedliche Zukunft ohne Waffen geworden.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 26. Dezember 2016

Unterwegs in Mittelamerika

Als „Alien“ unterwegs auf einem großen Schiff.

Seit Heilig Abend sind wir wieder zurück von unserer Seereise und haben schon wieder zwei wundervolle Tage in der „Heimat“ verbracht. Die Reise schwingt noch nach – jetzt reflektiere ich die vielen Erlebnisse von vierzehn sehr intensiven Tagen.

In den vergangenen zwei Wochen haben wir acht Länder besucht. Von La Romana in der Dominikanischen Republik ging es nach Jamaika, dann nach Mexico, Belize, Honduras, Costa Rica, Panama, Kolumbien und wieder zurück über Santo Domingo nach La Romana.

Es war wie erhofft und erwartet angenehm warm in der Karibik. Öfters hatten wir willkommene Wolken, so gab es keinen Sonnenbrand, obwohl wir eigentlich immer an der frischen Luft waren. In der restlichen Zeit haben sich Sonne und Regen haben sich mit Vorteil für Sonne abgewechselt.  Ab und zu war es recht windig.

Die Nacht war fast dreizehn Stunden lang und recht dunkel, so dass es immer genug Zeit gab, sich aus zu schlafen. Bei offener Balkontour haben wir über die Nacht das Rauschen des Wassers genossen. Gut elf Stunden am Tag war es dann so richtig hell – genug Zeit zum intensiven Leben.

Zwar war es eine typische „all inclusive“ Reise auf einem Riesenschiff mit über 2.000 Reisenden. Es gab viel Animation in diversen großen und kleinen Bühnen. Wie oft bei Kreuzfahrten wurde versucht, den Passagieren eine mondäne Welt des Luxus zu suggerieren.

Wir haben die  Schiffsreise für uns ein wenig anders definiert und sie nicht so organisiert wie die große Mehrheit unserer Mitreisenden. So waren wir immer im Freien, haben nicht ein einziges Mal in den großen und kleinen Restaurants unten im Schiff gespeist sondern immer in zwei kleinen Biergarten-ähnlichen Freiluft-Restaurants.

Und fast schon wie selbstverständlich waren wir auch bei keiner der vielen Shows dabei, die viele unserer Mitreisenden tatsächlich begeistert haben. So war es tatsächlich ein einfacher Urlaub ganz allein für Barbara und mich.

Als privater „Kreuzfahrer“ unterwegs in Roatán (Honduras).

Tagsüber waren wir in sechs Ländern jeweils einen Tag, in Jamaika und der Dominikanischen Republik waren es zwei Tage in verschiedenen Orten. Abhängig von der Situation waren wir an sechs von zehn Tagen ganz individuell und privat zu Fuß und einmal mit gemieteten Fahrrädern unterwegs, viermal haben wir das Angebot von Ausflügen genutzt. Nachts waren wir immer auf dem Meer unterwegs wie auch an den vier Seetagen, an denen wir die Seele baumeln lassen und das Erlebte verdauen konnten.

Zwei Schiffs-Giganten treffen sich in Cozumel (Mexiko).

In den nächsten Tagen werde ich in lockerer Reihenfolge berichten, was mir so durch den Kopf ging. Zum Beispiel, dass wir tatsächlich in drei Ländern waren, die keine Armee haben und wie froh und stolz die Menschen dort mehrheitlich über diese Tatsache waren.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 24. Dezember 2016

Frohe Weihnacht

Happy X-Mas from Jamaica!

Der Christbaum in Montego Bay wird gerade aufgestellt.

Roland Dürre
Donnerstag, der 8. Dezember 2016

Auf Wiedersehen bis nach Weihnachten!

Und eine Frohe Weihnacht!

Das war vor zwei Jahren auf Floßfahrt in China. Ab morgen heißt es dann Karibik.

Zwar fühle ich mich nicht
„Reif für die Insel“!!!

Trotzdem bin ich jetzt erst mal weg. Heilig Abend komme ich zurück und treffe unsere Kinder und Enkel – soweit sie in München sind.

So wie es ausschaut, werde ich bis dahin keine E-Mails lesen. Meine vielen Chat-Dialoge werden ruhen und auch sonst werde ich wohl nur ganz selten im Internet sein.

In den nächsten gut zwei Wochen werde ich versuchen, nur für die Barbara und mich da zu sein. Viele Tausend Meilen weg vom „Sweet Home“ werde ich alle Nachrichten, die aus der Welt kommen einfach mal ignorieren. Und werde in dieser Zeit auch nichts im IF-Blog veröffentlichen (wenn dann höchstens einer meiner Freunde oder vielleicht mein Bot.

Das normale Leben beginnt dann für mich wieder am Abend des 1. Weihnachtsfeiertag. Da bin ich wie seit langem jedes jahr im Lustspielhaus zu München beim Willy Michl (Es lohnt sich, auf den Link zu klicken). Da werde ich dann auch „Stille Nacht, heilige Nacht“ grölen, dem ewigen ISARFLIMMERN lauschen und mich freuen, dass die Tage wieder länger werden.

Eine große Freude für mich wäre, wenn ich am 25. Dezember am Abend ein paar Freunde im Lustspielhaus beim Willy treffen könnten und wir vor dem Konzert und in der Pause ein wenig „Ratsch und Tratsch“ machen könnten!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 7. Dezember 2016

Abgesagt: #AktMobCmp findet in 2017 nicht statt!

actmobcmp_100-300x86#AktMobCmp 2017 – geplant für den 5. und 6. Januar 2017 in Unterhaching – wird abgesagt. Die Gründe dafür sind:

In 2016 hatten wir knapp 30 Teilnehmer. Obwohl das ein bisschen wenig für ein ordentliches Barcamp ist, war das letzte #AktMobCmp eine gelungene Veranstaltung. Für 2017 haben wir auf an die 50 Teilnehmer gehofft.

Der Grund für die Absage ist einfach: Bisher haben wir so wenig Anmeldungen, dass wir von deutlich weniger Teilnehmern ausgehen müssen als es beim letzten waren. Und ein zweitägiges Barcamp mit wenig Besuchern rechtfertigt den nicht unbedeutenden Aufwand nicht.

Die Absage für 2017 soll aber nicht heißen, dass ich und wir resignieren oder aufgeben. Gerne würde ich es für 2018 wieder versuchen. Die Notwendigkeit, dass Menschen, die für eine bessere Mobilität eintreten, sich über die Institutionen, Vereine und Interessengruppen hinweg vernetzen, ist nach wie vor gegeben. Und es gibt so viele spannende Themen rund um „zukünftige Mobilität“.

In 2017 Themen wollen wir solche Themen gemeinsam mit „Aktiver Mobilität im Alltag“ allgemein in Abendveranstaltungen behandeln. Dazu gibt es schon gute Ideen, die wir mit Partnern realisieren wollen.

Auf viele gute AktMob-Veranstaltungen in 2017

Auf viele gute AktMob-Veranstaltungen in 2017

Zu den Veranstaltungen werden wir zentral in „MeetUp“ einladen und sie über weitere Kanäle kommunizieren. Vielleicht finden wir so genug Teilnehmer für einen zweiten Anlauf des AktMobCmp in 2017, es könnte ja sein, dass die mangelnde Teilnehmerzahl am Termin liegt (Urlaub und Feiertag).

Bei all den Menschen, die gerne zum AktMobCmp 2017 in Unterhaching gekommen wären, möchte ich mich für die Absage entschuldigen und sie bitten, gerade deswegen die Abendveranstaltungen in 2017 zu unterstützen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 6. Dezember 2016

Bald darf ich den Bundeskanzler wählen …

Falsch, eigentlich wähle ich ja eine Partei, …

Hier mit Klaus Hofeditz bei der Strategie Klausur 2016 von PM-Camp.org in Berlin.

Hier mit Klaus Hofeditz bei der Strategie Klausur 2016 von PM-Camp.org in Berlin.

… die dann gemeinsam mit anderen den Kanzler aus mauschelt. Und vielleicht wird dann der Spitzenkandidat der Partei, die die meisten Stimmen bekommen hat, auch Kanzler. Muss aber nicht so sein.

Für die Bundestagswahl im nächsten Jahr tut sich ein Hoffnungsschimmer für mein Über-Ich „Dumusstwählen“ auf. Mein Über-Ich sagt mir nämlich, dass ich als Demokrat zur Wahl gehen muss. Mein Gewissen untersagt mir aber, die „normalen“ Parteien zu wählen. So habe ich ein Dilemma.

Aber es gibt Hoffnung: Serdar Somuncu wird für „Die PARTEI“ als Bundeskanzler kandidieren. So habe ich mal geprüft, ob er eine valide Alternative ist. Und kam dabei auf den Gedanken, ob ich mich nicht einfach selber zur Wahl stellen und so um das Amt des Kanzlers bewerben soll.

🙂 Denn wenn ich kandidiere, dann weiß ich ja, wenn ich wählen muss! Jetzt bin ich mal zynisch: So schwierig ist es gar nicht Bundeskanzler zu werden. Wahrscheinlich ist es einfacher als jemals zuvor. Der Trump hat’s ja auch zum Präsidenten geschafft. Und Populismus kann ich auch. Besser als mancher denkt. 🙂

Allerdings: Ich habe überhaupt keine Lust in meinem Alter von 66 Jahren mich noch mal in solch eine Tretmühle zu begeben. Und die fast schon greisen Kandidaten, die alle auf jung machen (nicht nur im US-Wahlkampf), sind mir eh ein Graus.

Also:

Kein Bundeskanzler Roland Dürre. Aber vielleicht doch Serdar Somuncu? Immerhin mag er Woody Allen und Bert Brecht. So unrecht kann er dann doch gar nicht sein. Dass er Türke ist, stört mich auch nicht. Ich mag Menschen aus anderen Kulturkreisen.

Wahrscheinlich kann er den Kanzler auch besser als ich. Habe ich doch viel zu viel „morbide Freude am Untergang pervertierter Systeme“.

RMD

Von Stand-by-Jobs, Facilitation und Fahrerlosen U-Bahnen. Und vom Uli.

Vor kurzem habe ich Ulrich Sendler kennen gelernt. Uli ist „Unabhängiger Technologieanalyst“ und Musiker. Er schreibt Bücher (die sogar ins chinesische übersetzt werden und dort hohe Auflagen haben), hält Vorträge (so wie ich ihn erlebt hatte dürften die sehr kompetent aber auch unterhaltsam sein) und ist als Berater und Moderator unterwegs. Bei unserem Treffen hat er mir erzählt, dass er demnächst in Gütersloh eine „keynote“ zum Thema „Automated Society“ halten wird. Irgendwie erscheint das mir die logische Entwicklung unserer „Self-Service-Society“. Ich bestelle den Dienst im Internet und die Lieferung erfolgt oder Dienstleistung erfolgt dann automatisch.

„Automated Society“ und „Self-Service-Society“ sind für mich auch „buzz words“, die gerne als Merkmale unserer „neuen digitalisierten Gesellschaft“ in unserem „post-faktischen Alltag“ genannt werden.

Sie haben bei mir gleich ein paar Assoziationen und Gedanken ausgelöst:

Technologie hat das Ziel, dem Menschen Leben und Arbeit einfacher zu machen. Dafür gibt es auch ein schönes und heute oft verwendete buzz word:
Facilitation!
Im englischen Wikipedia wird das Wort zurzeit so definiert:
Facilitation is any activity that makes tasks for others easy, or tasks that are assisted.

Im alltäglichen Leben hat das dazu geführt, dass die Arbeit von uns Menschen durch viele technologisch Errungenschaften erleichtert wird. Das kann auch dazu führen, dass wir gar nichts mehr zu tun haben.

Denken wir an einen Piloten der Lufthansa. Die sind zurzeit wegen ihrer Streikleidenschaft öfters in der Presse. Der arme Pilot darf auf einem Langstreckenflug wie in die Karibik wohl nur noch 10 Minuten – beim Einleiten und Durchführen von Start und Landung. Den Rest schaut er zu, wie der Flieger so vor sich hin fliegt. Der arme Pilot darf seine Langweile auch nicht mit Computer-Spielen vertreiben. Alkohol wird ihm auch verboten sein wie bestimmt auch der Damenbesuch im Cockpitz.B. durch eine Stewardess. Was übrige bleibt ist dann Langeweile.

Wecker1Ich nenne solche Berufe „Stand-by-Jobs“. Da ich als Programmierer tätig war ist das für mich, wie wenn ich dem Computer 8 Stunden beim Programmieren zu schauen muss und dann in fünf Minuten kurz überprüfe, ob das entstandene Programm den Vorgaben entspricht. Ich stelle mir so einen Job eher grausam vor. Kann gut sein, dass so ein Stand-by-Job depressiv macht.

Vor ein paar Jahrzehnten hatte ich nach einem Job-Wechsel beim neuen Arbeitgeber gut zwei Wochen nichts zu tun. Von Morgens bis Abends saß ich im Büro, langweilte mich und versuchte verzweifelt mich sinnvoll zu beschäftigen. Und die Zeiger der Uhr schienen so richtig dahin zu schleichen.

So unglücklich wie damals war ich nie in meinem Arbeitsleben.

Münchner U-Bahnhof Dietlindenstraße (U6) - Urheber: FloSch - Eigenes Werk unter CC BY 2.5 (2005)

Münchner U-Bahnhof Dietlindenstraße (U6) – Eigenes Werk von FloSch, unter CC BY  2.5 veröffentlicht in Wikipedia (2005)

Die Stadtwerke München (SWM) betreiben unter anderem das Münchner U-Bahn-System. Die SWM sind intelligente Arbeitgeber, die wissen, dass Menschen „Stand-by-Arbeit“ nicht mögen. U-Bahnfahrer ist auch zum „Stand-by-Job“ geworden. Die Stadtwerke wollen glückliche U-Bahnfahrer haben, die ihren Job motiviert erfüllen. Vor kurzem habe ich gelernt, dass ein U-Bahnfahrer an jeder Haltestelle aussteigen muss um die Befüllung des Zuges zu kontrollieren und dann wenn diese erfolgreich erfolgt, die Abfahrt frei geben darf. Das ist seine wesentliche Aufgabe.

Die Maßnahme dient der Sicherheit am Bahnsteig. Vor allem aber dient sie dem Fahrer, denn so wird sein Job wieder verantwortungsvoller, abwechslungsreicher und er hat sogar ein wenig Bewegung. Das tut Seele und Körper gut.

Nur, die U-Bahnen in Nürnberg fahren seit Jahren ohne Zugführer. Und die in Lyon schon seit Jahrzehnten. Und in beiden Fällen scheint das System sehr gut zu funktionieren, sogar besser als mit Fahrer.

Die Schlussfolgerungen überlasse ich meinen Lesern.

RMD

P.S.
Gestern bin im mit dem Bus 210 des MVG von Neuperlach Bahnhof nach Ottobrunn, Haltestelle Jahnstr. gefahren. Der Fahrer saß ziemlich abgegrenzt vorne in seinem dunklen Kabäuschen. Der Kontakt vom Fahrzeug zu den Menschen war automatisiert, die Anzeige und die Ansage der Haltestellen. Der Fahrer ist nur noch der Lenker, er hält an, wenn er Menschen an der Haltestelle sieht oder ein Fahrgast auf den Knopf drückt. An diesem Abend hatte ich Glück, der Fahrer ist sehr vernünftig gefahren und hat auf starkes Beschleunigen und heftiges Bremsen verzichtet. Das war mir angenehm. Es gibt aber auch Fahrer, bei denen geht es so richtig rund. Dann hat so ein selbstfahrender Bus schon auch seinen Vorteil… Technisch sollte es ja heutzutage möglich sein.