Roland Dürre
Dienstag, der 28. Februar 2017

Vorurteile, Aversionen und Ressentiments bringen keinen FRIEDEN.

Der Weg zum FRIEDEN fängt bei mir selber an.

Im letzten Jahr war ich ein paar Tage im philosophischen Kolleg bei meinem Freund Klaus-Jürgen Grün. Jedes Mal habe ich viel Neues entdeckt. Ein Thema unserer philosophischen Untersuchungen war das Ressentiment.

Beim Klaus komme ich ins Nachdenken, in besonderen Gegenden ins Reflektieren.

So habe ich begonnen, über meine eigenen Ressentiments nachzudenken. Für mich sind Aversionen, Ressentiments und Vorurteile die kleinen Schwestern des Hasses. Ich möchte meine finden, damit sich nicht größer werden und sich nicht meiner weiter bemächtigen können.

Wie der Hass sind sie ein Paradox. Auch sie richten sich gegen „die Anderen“, schaden aber vor allem dem, der sie in sich beherbergt. Wie die Angst finden sie im Kopf statt und machen unglücklich und aggressiv.

Und das muss ja nicht sein. Ich mag mich nicht selber beschädigen, weil ich Vorurteile gegen Dritte habe. Das ist doch unlogisch.

So versuche ich, mir meine Aversionen und Ressentiments bewusst zu machen und zu hinterfragen. Ich weiß, dass sie auf Vorurteilen beruhen, also auf völlig blödsinnigen Annahmen. Und dass sie zu schrecklicher Vorverurteilung führen können.

Es geht ja vor allem um die eigenen Selbstverständlichkeit, in der ich lebe. Täglich finde ich in mir ein neues Vorurteil, das Feindseligkeit verursacht negative Kommunikation und ungerechtes Verhalten zur Folge hat.

Schlimmer noch, ich habe festgestellt, dass ich bei anderen Menschen genau die Eigenschaften gar nicht mag, die mich bei mir selber am meisten stören. Dann denke ich mir, dass ich zuerst mal den Fehler bei mir suchen und wenn möglich abzustellen sollte. Und danach die Welt schon oft ganz anders aussieht.

So ist es viel konstruktiver, wenn ich den Weg in Richtung FRIEDEN bei mir selber starte. So werde ich selber stärker und ziehe mich nicht selbst runter, indem ich mich über andere ärger. Weil das sinnlos wie ein Kropf ist, nichts bringt und niemanden außer mir selber schadet.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 27. Februar 2017

Ein Manifest für FRIEDEN!

🙂 Es lohnt sich immer wieder Bayern2 zu hören. Diesmal war es das Kulturjournal, das voll in mein Herz getroffen hat.

Ingeborg Bachmann: Graffito von Jef Aérosol am Musilhaus in Klagenfurt

Ein Thema in der gestrigen Sendung war Literatur und Poesie in den Nachkriegsjahren. Der letzte Beitrag war ein Gespräch mit dem Publizisten Peter Hamm, das mich sehr beeindruckt hat. Die gesamte Sendung kann man als Podcast (Kulturjournal vom 26. Februar 2017) nach hören.

Peter Hamm hat sehr eindringlich berichtet, wie er Anfang der 50iger Jahre vor dem Hintergrund der Wiederbewaffnung gelitten hat. „Die Wiederbewaffung hat für ihn krass formuliert das Ende seiner Beziehung zum neuen Staat bedeutet“, so Peter Hamm im Gespräch. Damals hat er Autorinnen wie Ingeborg Bachmann und Nelly Sachs gelesen. Uns so damals das „Manifest seiner Generation“ gefunden, das Gedicht von Ingeborg Bachmann „Alle Tage“.

Und es hat in meinem Kopf Klick gemacht. Denn dieses Gedicht war auch das Manifest unserer Jugend. Es ist ein Hilfeschrei  von Ingeborg Bachmann, der aktueller denn je ist!

 

Alle Tage

Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden. Der Held
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache
ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.

Er wird verliehen,
wenn nichts mehr geschieht,
wenn das Trommelfeuer verstummt,
wenn der Feind unsichtbar geworden ist
und der Schatten ewiger Rüstung
den Himmel bedeckt.

Er wird verliehen
für die Flucht von den Fahnen,
für die Tapferkeit vor dem Freund,
für den Verrat unwürdiger Geheimnisse
und die Nichtachtung
jeglichen Befehls.

Ingeborg Bachmann
(1952)

 

Wie ich das gelesen habe, war ich nur traurig. Und gerade die letzten sechs Zeilen verkörpern meine Sehnsucht!
Wie sehr würde ich mich freuen, wenn „Alle Tage“ auch zum Manifest der jungen Generation werden würde!

RMD

P.S.
Auf dieser Seite von lyrikline findet sich ein Audio von „Alle Tage“.
Bild und Signatur von Ingeborg Bachmann habe ich im deutschen Wikipedia gefunden.

Weitere Infos zum Gedicht:
© Piper Verlag GmbH, München 1978
Aus: Die gestundete Zeit. 1953.
Heute in: Werke Band 1
München: Piper, 1978
ISBN: 3-492-11700-7
Die Audioproduktion lyrikline ist vom Norddeutschern Rundfunk (1952). Auch sie hat mich sehr beeindruckt.

Roland Dürre
Sonntag, der 26. Februar 2017

Bitte um eine menschenwürdige Behandlung.

ERFAHREN an Stelle von ERLERNEN!

Bald ist der Fasching vorbei und das Mariechen verschwindet auf dem Speicher. Dort landen auch der Faschings-Garden Gala-Uniformen, deren Zeit im realen Leben eigentlich vorbei sein sollte (so wie das Abschreiten der Ehrenkompanie mit ihren Bajonetten durch Staatsgäste, das ich als eine lächerliche Tradition empfinde. Werden doch heute in einer digitalisierten Welt die Körper nicht mehr mit dem Bajonett sondern durch Drohnen zerstückelt. Das ist nicht zynisch gemeint sondern mit Blick auf die High-Tech-Entwicklung Realität).

An den Schulen und mittlerweile auch an den Universitäten geht am Aschermittwoch der böse Karneval jedoch weiter.

So wiederhole ich mein Credo. 

Vor allem möchte in meinem Leben viel „erfahren“ und „erleben“. Ich möchte Neues ausprobieren und Wissen, das ich benötige mir in der nötigen Tiefe „erarbeiten“. Zielloses Lernen in der klassischen Diktion ist nicht das meine.

Ich weiß, dass ich immer „Teil von“ bin und am „wir“ bewusst teilhaben möchte. Gerne übernehme ich Verantwortung für mein eigenes und das gemeinsame soziale Leben. Dazu brauche keine Motivation von außen, weder ideell noch materiell.

Wertschätzende Rückmeldung und unverzerrte Spiegelung sind mir wichtig. Benotet werden mag ich dagegen nicht, weil ich die „Metrisierung“ meines „Ichs“ ablehne. Weil ich Mensch bleiben und nicht zur Maschine werden will. Deswegen bewerte ich auch nicht andere Menschen und gebe ihnen keine Noten. Den Stolz auf gute Noten empfinde ich im übrigen ähnlich absurd wie wenn ich stolz darauf wäre, ein Deutscher zu sein.

Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der „coachen“ (im Sinne von Unterstützen und Helfen) an die Stelle von (be-)herrschen tritt. In der Kommunikation und Vernetzung frei und keine Macht bei niemand ist und selbst organisierte Netzwerke hierarchische Strukturen ablösen.

So sollten wir uns verabschieden von Begriffen wie „Lebenslanges Lernen“. Lernen ist „bäh“ und dann fürs Gelernte eine Note zu bekommen noch mehr „bääähhh“. Ich selber war ein Meister der „Wissensbulimie“ (die man besser „Wissensbetrug“ nennen sollte) und weiß von was ich rede – auch als Vater von sieben Kindern.

Es ist also nur schlüssig, dass wir unsere Kinder vom Lern- und Benotungsstress befreien müssen. So war ich positiv überrascht, dass sogar Marlies Tepe, die Vorsitzende der Gewerkschaft GEW, alle Schulnoten abschaffen will – von der Grundschule bis zum Abitur. Leider musste ich auch lesen, dass der Widerstand gegen den Vorschlag groß ist.

Ich bin dafür!

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 24. Februar 2017

GEDANKENSPLITTER: CEO oder COORDINATOR, MANAGER oder COACH …

 

Mein Dank geht an Christian&Daniel (© Visual-Braindump)

Ich liebe das agile manifesto. Da steht immer so schön A geht vor B.
Wie zum Beispiel
„Individuen und Interaktionen gehen vor Prozesse und Werkzeuge“
Will sagen:
Die Werte auf der rechten Seite (B) mögen nützlich sein, die auf der linken Seite (A) jedoch wichtiger.

Jetzt wende ich diese Diktion mal auf meine „Lieblings-Begriffe“ an und formuliere das Gegenteil (als Angebot zur Diskussion).

  • „Koordinieren des Dezentralen“ vor „zentralem Exekutieren“
    (–> Der CEO – Central Exekutive Officer wird zum Company Coordinator)
  • Coachen geht vor Managen
    (–> Hierarchien abschaffen, Manager durch Coaches ersetzen)
  • agile geht vor starr
    (–> nicht dem Plan sondern dem „gesunden Menschenverstand“ folgen)
  • Kompetenz geht vor Macht
    (–> Zukunft wird nicht mehr von der Hierarchie bestimmt)
  • lean geht vor waste
    (–> weniger Bürokratie, Adminstration und Stabsabteilungen)
  • Gemeinwohlökonomie geht vor Shareholder Value
    (–> Kunden und Mitarbeiter sind als Stakeholder wichtiger als Shareholder)
  • Selbstorganisation geht vor Kommandostrukturen
    (–> Teams legen fest wie es gemacht wird und nicht die Kaste der Manager),
  • offen (open) geht vor geheim
    (–> Freie Kommunikation an Stelle von systemischer)
  • „Unternehmerische Klarheit“ geht vor „strategischen Ideologien“
    (–> Nachvollziehbarkeit)
  • sozial geht vor asozial
    (–> Schluss mit dem Privatisieren der Erträge und Sozialisieren der Verluste)
  • digital & elektrisch geht vor analog & mechanisch
    (–> neues Arbeiten)
  • informelle Kommunikation geht vor systemischen Berichtswesen
    (–> Wissen wird befreit und geteilt)
  • „shared economy“ geht vor „individuellem Besitz“.
    (–> #newlife, „Besitz belastet“)
  • „Die Wirtschaft ist für Menschen da“ geht vor „Der Mensch ist für die Wirtschaft da“.
    (–> #newwork)
  •  ….

🙂 In der Schule habe ich gelernt, dass alles was mit „ismus“ endet, mit Vorsicht zu genießen ist. So bin ich froh, dass ich das Wort Agilismus noch nie gehört habe. Könnte mir aber vorstellen, dass ich Unternehmen kenne, deren Treiben man so bezeichnen könnte.

Ich würde da schlicht von „Veränderung als Ziel“ reden.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 23. Februar 2017

Gedankensplitter: MENSCH&FÜHRUNG

 

Mein Dank geht an Christian&Daniel (© Visual-Braindump)

Zwei Thesen

(I)
Wenn in einem Unternehmen „Hierarchische Strukturen“ dominieren ist eine Kultur des „agil, digital, lean, open, social“ nicht möglich sein. Ausnahmen wie von einem Gründer dominierte Start-Ups mag es geben, diese bestätigen jedoch nur die Regel.

(II)
Menschen fühlen sich in Sozialen Systemen wie Unternehmen genau dann wohl, wenn sie Respekt und Wertschätzung erleben und mit Mut und Freude dabei sein und Verantwortung übernehmen können. Das Gegenargument, dass dies für Menschen nicht gelten würde, die auf Gehorsam und Unselbstständigkeit dressiert worden sind, entspricht nicht meinem Menschenbild und ist deshalb für mich nicht valide.

Diese beiden Thesen verteidige ich mit Vehemenz.

Zwei Gedanken

(I)
Eine gute Regel für Unternehmer heißt
„Stelle nur Mitarbeiter ein, denen Du zutraust, dass sie in ihrem Job zumindest potentiell besser sind als Du selbst!“
An diese Regel habe ich mich bei der „InterFace Connection“ (fast) immer gehalten. Und bin damit sehr gut damit gefahren. Sie gilt auch bei Google und dürfte zum außergewöhnlichen Erfolg des Unternehmens beigetragen haben.

(II)
Wenn man Mitarbeiter hat, die (I) folgend „besser“ sind als ihre Chefs, wie kommen dann Systeme und ihre Agenten auf den Gedanken, dass Steuerung „von oben“zentrales VordenkenFestlegen, der Arbeitsteiligkeit, die Vorgabe strukturierter Abläufe (genannt Prozesse) und eine formal-systematisierte Kommunikation besser für das Unternehmen und seine Stakeholder (Mitarbeiter, Kunden, Shareholder …) sein könnte als agile Selbstorganisation der Teams und informelle Vernetzung. Besonders in einer Zeit mit schneller Veränderung!

🙂 Es gibt übrigens auch eine Methode (oder besser ein Vorgehen und oder eine Kultur) namens „Kanban„. Ich meine, dass die beiden Thesen und Gedanken für alle Branchen gelten, in denen Menschen zusammen arbeiten, ob als Software-Ingenieur oder Alten-Pflegerin. 

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 21. Februar 2017

RAUF MIT DER RÜSTUNG …

schallt es aus den USA in Richtung EUROPA …

 

 
 
 

Ich finde es schrecklich

  • Dachte ich doch bisher, weltweites Ziel ist es, weniger Kriege zu führen, weniger Menschen zu töten, weniger Elend zu produzieren und weniger Waffen zu bauen.
  • Und dass Waffen immer nur dem Geschäft der betreffenden Industrie nutzen.
  • Ich selber habe auch keinen Krieg in den letzten 50 Jahren erlebt, der ein Problem gelöst hätte. Im Gegenteil.
  • Nebeneffekt: Jetzt weiß ich, dass Griechenland (prozentual vom Bruttosozialprodukt) in der EU am meisten Geld für Rüstung ausgibt (2,4 %) und Deutschland (dank den strengen Auflagen der „Bündnis-Partner“ bei der „Wiedervereinigung“) am wenigsten (1,2 %).
  • So wie ich auch immer wieder höre, dass von allen Ländern der EU es Griechenland am schlechtesten und Deutschland am besten gehen soll.
    🙂 Honi soit qui mal y pense!

 
 
 

und hätte ein paar Fragen.

  • Warum empfiehlt EUROPA im Gegenzug denn den USA nicht einfach, die Ausgaben für den Klimaschutz zu erhöhen?
  • Wie will EUROPA selbstständiger werden, wenn es nicht vehement dem unmoralischen Anliegen der USA widerspricht sondern es wie ein braves Schaf abnickt?
  • Was sind denn die gemeinschaftlichen Werte von USA und Europa, die es zu verteidigen gilt?
    (Soll ich mal raten? Da käme nicht viel dabei heraus.)
  • Muss die NATO wirklich Manöver im Baltikum fahren und schon die nächsten in Polen planen?

Ich verstehe das alles auch deshalb nicht, weil EUROPA wie die USA (und auch der Feindstaat RUSSLAND) doch pleite sind und deren Schulden laufend weiter ansteigen. Und diese „Nationen“ so wie die ganze Welt doch ganz andere Sorge haben, über die sie sich Gedanken machen sollten.

Es ist die „Angst, die die Seele auffrisst“ und im (kollektiven) Kopf der alten Männer aus einer Welt von vorgestern wieder mal so richtig Urstand feiert. Das macht traurig.

RMD

Mobiltät der Zukunft – #agile #digital #lean #open #social

Die Mobilität der Zukunft wird wesentlich anders aussehen müssen als die heutige. Weil es offensichtlich so nicht weiter gehen kann. Das ist allen mehr oder weniger klar.

Andere Länder wie die Niederlande scheinen da auf einem guten Wege. Jedoch wir scheinen die notwendige Veränderung nicht zu schaffen. Denn Mobilität sollte in Zukunft wieder für die Menschen da sein und nicht umgekehrt. Dazu wollen wir gedanklich und aktiv einen Beitrag leisten.

Und uns vor allem überlegen, welche aktive Beiträge wir sinnvoll leisten können, damit der Wandel auch in Deutschland ein weniger schneller kommt.

Ziel
Wir wollen die Tradition des #AktMobCmp (Barcamp für aktive Mobilität im Alltag) mit einer Serie von Abendveranstaltungen beleben.

Dazu starten wir am Dienstag, 11. April 17 um 19:00. Wir sind zu Gast bei einem jungen und sehr spannenden Unternehmen, der accu:rate GmbH | Institute for Crowd Simulation | Rosental 5 | D-80331 München. Anmelden könnt Ihr Euch unter MeetUp oder direkt per E-Mail an mich.

An diesem Tag planen wir ein moderiertes „lean coffee“ mit Time-Box nach dem 3×3-Prinzip: (1) Präzisieren, (2) kooperativ verhandeln und (3) ernten). Zur Inspiration gibt es vor dem Lean Coffee drei kurze Impulse von Dr. Jessica Le Bris (GreenCity), Florian Sesser (Gründer accu:rate GmbH) und mir (Initiator #AktMobCmp).

Hier als Anregung schon vorab mal ein paar Thesen und Fragen.

Thesen

  • Agilität & Mobilität sind menschliche Bedürfnisse.
  • Die industrielle Revolution hat Agilität durch Planung und Taylorismus ersetzt.
  • Der Glaube an menschliche Allmacht aufgrund des technologische Fortschritt bröckelt.
  • Das Zeitalter von Hierarchie und Taylorismus geht zu Ende.
  • Die individuelle und motorisierte Mobilität nach heutigem Muster ist nur scheinbar agil.
  • Die Mobilität der Zukunft wird rationaler und weniger emotional sein.
  • Auch die Mobilität der Zukunft muss „agil“ werden.
  • Ohne einen wesentlichen Anteil von „Aktiver Mobilität im Alltag“ (Fortbewegung aus aus eigener Körperkraft zu Fuß, mit Fahrrad oder anderen unterstützenden Geräten) wird es nicht gehen.
  • Aktive Mobilität ist gut für den Körper
    (Wir haben nur einen Körper und müssen diesen so gut behandeln wir nur möglich)
    und
  • ermöglicht uns, unser wertvolles Gut Zeit besser einzusetzen
    (Unsere Zeit ist begrenzt, wenn sie weg ist kommt sie nicht mehr zurück).
  • ….

Fragen:

  • Warum stehen Menschen lieber im Stau an Stelle sich in frischer Luft zu bewegen?
  • Warum werden Parkplätze im öffentlichen Raum so stark subventioniert?
  • Gehören Zweitakter-Ottomotoren ganz abgeschafft?
  • Braucht wirklich jeder ein Auto?
  • Wie soll die smart City aussehen?
  • Müssen wirklich weltweit jedes Jahr weltweit mehr als eine Million Menschen im Straßenverkehr sterben und entsprechend mehr zu Krüppeln werden?
  • Wussten Sie, dass die Hälfte aller Kopfverletzungen Insassen von PKWs erleiden
    und
  • PKW-Nutzer trotzdem keinen Helm tragen müssen?
  • Was kann jeder von uns beitragen, damit Mobilität sanfter wird?

Anregungen sind will kommen. Wir wollen auch ein Ergebnis erzielen. Das könnte so gehen:

  • Wir teilen unser Wissen teilen,
  • Erfahren und Erleben neue Argumente und Situationen,
  • Gewinnen neue Erkenntnisse,
  • Formulieren unsere Gedanken klar,
  • Entwickeln Ideen zur Umsetzung
    und
  • Beginnen unsere mobile Welt neu zu gestalten.

Zielgruppe

AktMobCmp wendet sich vor allem an Menschen, die mit der aktuellen Mobilitäts-Situation und deren Folgen nicht zufrieden sind.

Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

 

Zum Vergrößern aufs Bild klicken. Gestiftet von Visual-Brainddump – Wir bedanken uns bei Christian Botta und Daniel Reinold. 

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 19. Februar 2017

DER FALL BÖHMERMANN

Von Postfaktisch, Fake News und falscher Logik.

Zu meinem letzten Artikel POSTFAKTISCH fällt mir der „Fall“ Böhmermann ein. Der mal einen (vielleicht schlechten – aber darum geht es hier nicht) Witz in Gedichtsform konstruiert hat, in dem er den logischen Regeln nicht folgend bewußt mehrfach falsche Schlüsse gezogen hat.

So ging er von der Annahme aus, dass früher Angehörige von dies ermöglichenden Berufsständen wie Hirten gelegentlich Sex mit ihren Tieren hatten.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Annahme durchaus richtig sein kann – habe ich doch im Religionsunterricht gelernt, dass die Sodomie ein besonders schlimme und leider weit verbreitete Variante von Unzucht wäre. Und so zurecht als Todsünde dann vor dem jüngsten Gericht geahndet werden würde. So ein gewichtiges Verbot macht man doch nur wenn es Gründe dafür gibt.

Dann hat er ein Gedicht geschrieben, welches suggerierte, dass ein bekannter türkischer Politiker so etwas auch mal getan haben könnte.

Böhmermann hat den Witz also konstruiert, indem er implizit bewußt überzeichnet falsche Schlüsse gezogen hat, deren Falschheit jedem klar waren, die aber lustig sein sollten. Vielleicht hätte er wie bei der Zigarettenwerbung folgenden Warnhinweis einblenden müssen.


Vorsicht falsche Logik!
Nur weil alle Menschen wie auch wir irgendwie Vorfahren hatten, die in Landwirtschaft und Viehzucht gearbeitet haben und von denen auch manche Sodomie betrieben haben könnten, sind wir nicht alle zwingend „Tierschänder“.


Sonst nichts. Trotzdem ging es dem „Kabarettisten“ ganz schön an den Kragen.

Hätte er dagegen einen belegbaren (oder auch nur auf falschen Belegen basierten Fall) beschrieben …

RMD

Roland Dürre

POSTFAKTISCH

Ein Freund hat mir vor Kurzem erzählt, dass er

keine Nachrichten des BR mehr hören und auch nicht mehr die offiziellen Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF anschauen würde. Auch die klassischen Zeitungen wie SZ oder FAZ (von BILD sprach er nicht) schätze er nicht mehr und würde auf deren Lektüre genre verzichten. Dafür schätze er die Sendungen wie die Heute-Show und die Anstalt (beide jetzt zufällig im ZDF).


Vorsicht Werbung!
Lese IF-Blog !!!


Dann lese er noch ein paar Blogs wie IF-Blog oder den vom FEFE. Das und die Lektüre des Postillon wären absolut ausreichend, damit er – ergänzt durch den gelegentlichen Besuch von Kabarettisten wie Markus Barwasser (Pelzig) – auch im Sinne von demokratischer Verantwortung informiert sei.“

Zuerst musste ich schmunzeln. Dann habe ich aber verstanden, dass da etwas Wahres dran ist. Und sogar eine Erklärung dafür gefunden:

Wenn ein Kabarettist oder Blogger Thesen und Fakten berichtet, tut er gut daran diese ausführlich zu recherchieren und zu belegen. Sonst könnte es ihm im Zeitalter der Fake-News schnell an den Kragen gehen. Dieses Problem scheint die „normale Presse“ aber noch nie gehabt zu haben.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 18. Februar 2017

Abschied von einem guten Freund.

Nachruf auf Werner Lorbeer.

Am 25. April 2016 ist mein Freund Werner Lorbeer gestorben. Von seinem Tod habe ich leider erst nach der Trauerfeier am 2. Mai erfahren, so dass ich nicht dabei sein konnte. Das schmerzt mich immer noch. Ich werde Werner nie vergessen.

Seit fast einem Jahr habe ich versucht, mich auch in IF-Blog von Werner zu verabschieden. Ich habe es nicht geschafft. Meine Erinnerung an Werner ist immer noch ganz frisch.

In den letzten Jahren vor seinem Tod haben Werner, Josef und ich uns alle paar Monate in München getroffen. Da haben wir über „Gott und die Welt“ geredet. Aber vor allem über die Zukunft. Und was wir zu einem guten Ausgang wohl beisteuern könnten. Wir waren nicht mehr so jung aber immer noch voller Pläne und Ideen, es waren immer schöne Treffen in großer Gemeinsamkeit.

Werner (in der Mitte) mit mir und Josef beim Frühschoppen im Weißbräu im Tal (2012) – aufgenommen von einer der netten Bedienungen dort.

Werner war ein sehr lebensfroher Mensch, der viel Verantwortung übernommen hat. Er war viele Jahre krank, hat seiner Krankheit getrotzt und sich für vieles eingesetzt. Und auch regelmäßig für IF-Blog geschrieben. Das war ein großes Glück für mich. Hier findet Ihr alle seine Artikel.


Werner Lorbeer war wie ich Schüler am Jakob Fugger Gymnasium. Bald nach meinem Übertritt im Jahre 1960 ins Gymnasium habe mich mich für die Schachmannschaft der Schule gemeldet und ihn dort kennen gelernt. Er war ein wenig älter als ich und für acht Jahre in der Schule wie im Schach eine Klasse höher als ich.

Schon am Gymnasium spielte er eine wichtige Rolle und wurde so auch bald zum „Schulsprecher“, bei Lehrern und Schülern gleichermaßen beliebt und von allen unterstützt. In späteren Jahren haben wir auch in der „Brücke“, der Schülerzeitung des Jakob-Fugger, mit weiteren Freunden einiges angestellt.

Ich habe ihn damals – und das ist immer so geblieben – als wahrhaftig sympathische Persönlichkeit wahr genommen. Er war eine Lichtfigur, die in ganz besonderer Art und Weise immer vorbildlich und erstaunlich weise gehandelt hat. Sein Wertesystem, das mir immer sehr nahe war, hat er konsequent gelebt. Kurz: er war ein enorm kluger Kopf voller Empathie und verfügte über eine so große menschliche Ausstrahlung.

Ich habe erlebt, wir er seine Mitmenschen immer in einer vorbildlichen Art respektiert und wertgeschätzt hat. Für mich war er ein ruhender Pol, der immer viel Nachsicht für unsere Fehler hatte. Dies ganz im Gegensatz zu mir, ich habe mich selber als Hitzkopf empfunden, der vieles falsch gemacht hat.

Werner hat mir geholfen, meine Verzweiflung die ich in jungen Jahren nur zu oft hatte, zu überwinden. Ich glaube, dass er auch mein Freund war. Meine Beziehung zu ihm war auf jeden Fall voller Freundschaft, Liebe und Wärme. Ich habe Grund zu vermuten, dass die Beziehung symmetrisch war. Darüber bin ich sehr froh.

So habe ich das Bedürfnis, hier ein paar Gedanken zu Werner und unserer Freundschaft zu formulieren. Ich weiß nämlich nicht, was Freundschaft und Liebe so wirklich sind. Ab und zu meine ich es zu fühlen, aber verstehen kann ich es nicht. Wie ich auch nicht weiß, was so wirklich „der Sinn des Lebens“ ist? In unserer Jugend haben Werner und ich häufig über solche und ähnliche Fragen diskutiert. Ich hatte immer das Gefühl, dass Werner die Fragen verstanden hätte, an denen ich zu zerbrechen drohte. Seine Hilfe war für mich essentiell.

Eine Freundin hat mir mal geschrieben:
Ich definiere Freundschaft als etwas, was ein Mensch auf diesem Planeten mit seinen biologischen Randbedingungen (Schlafen, Tag-Nacht, Biorhythmus, Winter, Sommer, geistige Kapazität, …) nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung haben kann für zwanzigtausend Menschen (bei von mir gewünschter Intensität). Nicht mal für eintausend. 

Das ist für mich eine schöne Metapher für Freundschaft. Ich meine auch, dass man im Leben nicht beliebig viele Freunde haben kann. Und Freundschaft etwas Seltenes ist. Eine Antwort ist das für mich aber auch nicht. Liebe ist ja wohl etwas anderes als Freundschaft. Vielleicht gehört aber beides eng zusammen?

Metaphern wie „bereit sein für jemanden zu sterben“ oder ähnliches machen mich eher skeptisch. Auch „Seelengleichheit“ oder „große Sympathie mit hoher Übereinstimmung bei Werten, Erwartungen, Interessen und Bedürfnissen“ bringt mich nicht so richtig weiter. „Blindes Verständnis über Zeit und Raum“ erscheint mir auch nur eine schöne Metapher. Von Rupert Lay habe ich wie von Werner vieles mir sehr Wichtiges gelernt. Rupert hat uns mal gesagt:

Toleranz ist, wenn man das „Anders Sein des Andern“ akzeptiert. Liebe jedoch bedeutet, das „Anders Sein des Andern“ zu wollen!

Diese Metapher finde ich großartig. Sie dürfte auch für Freundschaft gelten. Ihr folgend wäre Werner für mich ein absoluter Freund gewesen, weil ich sein „Anders Sein“ nicht nur für ihn sondern auch für mich wollte.

🙂 So bin ich weiter auf der Suche nach der Bedeutung von Freundschaft und Liebe und weiß immer noch nicht was das wirklich ist; die Philosophen helfen mir da auch nicht weiter 🙁

Und bin und bleibe traurig, dass mein Freund Werner von uns gegangen ist.

Hier noch zwei kurze Beiträge zum Leben von Werner aus der Augsburger Allgemeine und ein Bericht von „Pro Augsburg“ anlässlich seines Todes.  Für das Wohl unser beider Heimatstadt hat er sich immer intensiv und erfolgreich engagiert. Und manches bewirkt, über dass sich die Augsburger heute richtig freuen.

RMD

P.S.
Von Werners Krankheit habe ich schon viele Jahre gewusst. Als ich davon erfahren habe, war ich sehr niedergeschlagen und habe in IF-Blog über meinen Schmerz in einem sehr persönlichen Post geschrieben.