Roland Dürre
Samstag, der 22. April 2017

Lösung der Logelei #2

Am 12. April habe ich eine zweite Logelei in IF-Blog.de veröffentlicht.

Die Frage war:
Ist es möglich, eine quadratische Fläche bestehend aus 64 quadratischen Kacheln mit 31 Domino-Steinen (die jeweils so groß wie 2 Kacheln sind) so auszulegen, dass zwei gegenüberliegenden Ecken frei bleiben?

Lösung:
Die Aufgabe wird ganz leicht, wenn wir die Fläche bestehend aus den 64 Kacheln (gedanklich) wie ein ç einfärben.

Denn wir wissen, dass ein Dominostein – so groß wie zwei der Felder (Kacheln) – immer ein schwarzes und weißes Feld bedeckt.

Wir sehen aber auch sofort, dass die gegen über liegenden Felder dieselbe Farbe haben.

Was sagt uns diese Aufgabe?
Wenn man durch Ausprobieren an die Lösung dieses Problems herangeht, dann kann man schnell in die Irre geraten. Durch eine einfache Hilfskonstruktion (wie das Einfärben „wie ein Schachbrett“) wird die Lösung aber sofort klar.

Man muss nur darauf kommen!

RMD

P.S.
Bin in Auszeit. Dieser Artikel wurde vorher geschrieben und automatisch veröffentlicht (2 Wochen nach Aufgaben-Stellung).

Klaus Hnilica
Donnerstag, der 20. April 2017

Lanzarote oder die gestörte Urlaubswelt des Carl S.

Carl und Gerlinde (Folge 50)

Carl wusste schon immer, dass er nie und nimmer auch nur einen einzigen Tag, ja selbst nur wenige Stunden oder Minuten und Sekunden Urlaub auf den Kanarischen Inseln verbringen würde – und auf Lanzarote schon gar nicht!

Was sollte er auch in dieser pechschwarzen Lavakacke, in der absolut nichts Vernünftiges wuchs, in der aber trotzdem unentwegt neue überfütterte Touristenhorden aus Deutschland und England sich vor Entzücken krümmten, weil sich schon wieder ein zartes grünes Hälmchen nach läppischen zweihundertfünfzig Jahren aus einem erkalteten Magmahaufen vor ihren Augen gen Himmel reckte und bestimmt innerhalb der nächsten Jahrhunderte mit einer Wachstumsgeschwindigkeit von mindestens Neunzehntelmillimeter pro Jahrzehnt der Sonne entgegenraste…

Was sollte dieses Hälmchen auch anderes tun, wo es doch keinerlei Grundwasser in diesem Urlaubsparadies gab und auch der ach so Leben spendende Regen höchstens an achtzehn Tagen bestenfalls ein klitzekleines Bisschen zu tröpfeln gedachte, so dass es selbst die fünfundzwanzig Millionen Jahre alten Vulkankegel neben den Magmawüsten nur zu einem quasi hingehauchten Grünschleier auf ihren kargen Flanken gebracht hatten, da in keiner Vulkanregion der Welt jemals auf derartige Touristenmassen so wenig Regen gefallen war und weiterhin fallen wird – wie auf Lanzarote!

Nee – da wollte Carl nicht hin – nicht ums Verrecken!

Dass er dann trotzdem mit Gerlinde in einer Condor Maschine Richtung Lanzarote saß, war eher ein Versehen und wohl ausschließlich der Tatsache geschuldet, dass er nach den letzten quälenden dreiundvierzig Arbeitswochen dringend ein paar Tage Erholung von seiner Firma und von Gerlindes kanarischem Urlaubsgebrabbel benötigte, mehr war dazu nicht zu sagen! Außer, dass das von Gerlinde gebuchte Iberostar Hotel mit Meerblick auf den ersten Blick und mit einigen Abstrichen gar nicht so übel zu sein schien!

Wenngleich diese Fülle an Meer vor der Nase spätestens nach fünf Tagen schon etwas langweilig wurde, trotz dieses wirklich herrlichen Blau, das es gelegentlich zeigte – das Wasser – und dann Grau und Graublau und mit weißen Schaumkronen bestückt und natürlich in der Nacht eine pechschwarze Schwärze, wenn sich nicht gerade die komisch verdrehte Mondsichel drin spiegelte. Aber zu einer grundlegenden Aufhellung von Carls gestresster Gemütssituation trug dieses barocke Farbenspiel dennoch nicht bei, denn in letzter Konsequenz war dies alles ja doch nur Wasser, Wasser und wieder Wasser – und keine Gebirgslandschaft mit Gletschern, Schluchten und Adlerhorsten, selbst wenn Gerlinde das nicht wahr haben wollte und jedem Genörgel in Sachen Meer sofort einen  Flunsch wie eine Riesenwelle entgegenrollen ließ.

Und  was dieses besagte Meer betraf, gab es auf Lanzarote auch kein Entrinnen entlang der endlosen Promenade!

Nein das war nicht möglich!

Denn wenn sich Carl in Gerlindes Gefolge von Südwesten nach Nordosten bewegte, hatte er es auf der rechten Seite, und andersrum,  von Nordosten nach Südwesten, logischer Weise auf der linken Seite, das Meer! Und wenn er in einem der Millionen Lokale entlang dieser Promenade seinen aufwendig servierten herrlich angewärmten Brandy ‚Carlos I’ schlürfte, hatte er es nicht links oder rechts, sondern natürlich vor der Nase, und bei ‚Garnelen mit Knoblauch’ auch. Und bei Pizza mit anschließendem Cortado auch – außer – er huschte schnell einmal auf die Toilette – anders war diesem aufdringlichen Meer nicht zu entkommen…

Und natürlich umwehte dieses penetrante Meer ein immer noch penetranterer Wind, der oft ein Sturm war und vormittags eisigkalt Carls Haare nach Südosten stellte, wenn er sein Käppi vergessen hatte, und nachmittags getarnt als warmer ‚Calima’ aus dem hundertsechsundvierzig Kilometer entfernten Afrika seinen schütteren Haarschopf gen Westen föhnte und quasi als kostenlose Draufgabe noch beide Nasenlöcher mit feinstem Saharasand auffüllte. Und Gerlindes goldige Nasenlöchelchen auch.

Klar, dass das Meer auch beim mittäglichen Essen ein paar kräftig planschende Wörtchen mitzureden hatte: hatten Carl und Gerlinde nämlich nach neunzig Minuten endlich einen Tisch in Meeresnähe erkämpft, der gerade von einem gewissenhaften Kellner gesäubert und von einem anderen eingedeckt und mit Speisekarten bestückt wurde, so dass wieder ein anderer die Bestellung des ‚Cervezas’ übernehmen konnte und der nächste Kellner nach zwanzig Minuten die der Speisen, so war die Schlacht noch lange nicht geschlagen, da nämlich der plötzliche mittägliche Kellnerwechsel selbstverständlich eine vollkommene Neubestellung der gewünschten Knoblauch-Garnelen und Sardinen erforderte.

Aber was machte das schon, Carl war doch mit Gerlindchen im Urlaub und sie hatten doch diesen absolut himmlischen Blick auf ein tief blaues Meer das selbst noch am Horizont mit dem Blausein nicht aufzuhören gedachte…

Doch wenn dann endlich die bestellten Sardinen nach weiteren dreißig Minuten ankamen, deutlich später als Gerlindes brutzelnde ‚Knoblauch-Garnelen im Pfännchen’, sahen sie selbst für Gerlindes kritisches Carlchen überraschend verlockend aus. Leider auch für die gar nicht scheue Möwe auf der gefährlich nahen Promenadenbrüstung, denn schneller noch als Carl mit der Gabel an seiner ersten Sardine war, war die Möwe mit ihrem Schnabel an seiner zweiten.

Verdutzt schaute ihr Carl nach, als sie mit ihrer Beute flink auf dieses verdammte Meer hinausflog. Da Gerlinde lachend dasselbe tat, konnte er allerdings sein Missgeschick wenigstens dadurch lindern, dass er unbemerkt ihr schnell ein paar Knoblauch-Garnelen entwendete und mit ihrem Cerveza runterspülte.

Dieser Kampf ums Essen setzte sich natürlich am Abend im Speisesaal fort: hier waren es aber nicht die Möwen, die Carl und Gerlinde die noch halbvollen Teller leerten, sondern ein übereifriges Heer von fleißigen Bediensteten, die offensichtlich im Akkord entlohnt wurden, denn was sonst hätte sie veranlassen sollen, derart gewandt ihren Gästen die Teller weg zu ziehen, dass diese nicht selten ihre Gabeln versehentlich in den Tisch rammten, wenn sie nach dem letzten Fitzelchen Geschnetzeltes oder geschmorten Paprika stachen, und nicht selten wurde während eines einzigen Frühstücks dreimal der Tisch abgeräumt und neu eingedeckt und dies alles während Carl und Gerlinde unermüdlich immer neue Frühstückseier, Schälchen mit Marmelade, Butterpäckchen, Croissants, Mohnbrötchen, gebratenen Speck, Teekännchen, Kaffee und Orangensaft anschleppten!

Schlimm war das –  fast genau so schlimm, wie das verdammte Fernsehprogramm, bei dem Carl durch die elende Zeitverschiebung sämtliche Nachrichten über Donald Trump und Recep Erdogan versäumte und oft auch die Bundesliga und den ‚Tatort’, der ja schon seit Jahren praktisch für alle vernünftigen Deutschen – außer Gerlinde – statt durch Kirchgang den Sonntag markierte – was natürlich noch schlimmer war…

Aber am Schlimmsten war dieses fürchterliche Getue um diesen komischen ‚César Manrique’ auf Lanzarote! Der wohl nur in Lavablasen gehaust hatte und sich dazu sogar einen ganzen Konzertsaal für sechshundert Hörer in seine Blase implementieren ließ und eine Disco in sein unterirdisches Verließ einbaute, in der neben der Tanzfläche in einem glasklarem Wassertümpel, weiße fingernagelgroße fast blinde Albinokrebse herumkrabbelten, die sonst nur in tausenden Metern tiefen Meeren existierten, aber  hier und  jetzt in dieser Pfütze ein ganzes Leben lang auf diesen wenigen Quadratmetern Lava die dort wachsenden Algen abgrasten und das Tag um Tag, Woche um Woche, Jahr um Jahr in andauernder Finsternis – was für ein fürchterliches Leben, dachte Carl, wobei ihm bei diesem Gedanken jedes Mal ein kalter Schauer über den Rücken raste. Im Vergleich dazu war doch sein Leben mit Gerlinde – selbst hier auf Lanzarote – das reinste Geschenk des Himmels, oder nicht?

KH

Roland Dürre
Mittwoch, der 19. April 2017

Auszeit.

Auch vom Fahrrad. Auch vom Internet. Aber nicht nur.

Keine Angst – es ist noch nicht „ZEIT AUS“. Ab Morgen (Donnerstag, den 20. April) bin ich weg. Aber nicht auf der Insel. Sondern nur auf der Halbinsel.

Ich probiere etwas Neues, das ich noch nie gemacht habe und mir früher eher nicht so hätte vorstellen können: Wir wollen den Peloponnes zu Fuß durchqueren. Nur mit einem Rucksack auf dem Rücken. Der gar nicht so schwer ist und der trotzdem alles enthält, was wir brauchen. So wollen wir mehr als 250 km auf einfachen Wegen vom Norden nach Süden durch die Berglandschaft wandern. Und jeden Abend in einer schönen Taverne das Leben genießen. Ihr wisst schon – mit Tzatziki und Retsina.

Hier einer der Gründe für den Sinneswandel. Autofahren war auch für mich mal eine selbstverständliche Art der Fortbewegung. Das habe ich mir komplett abgewöhnt. Jetzt bin ich mit dem Fahrrad so verwachsen, dass ich sogar für kürzeste Strecken das Rad nehme. Es ist halt die Macht der Gewohnheit. Das finde ich gar nicht so gut.

Ich vermisse das Gehen und Laufen, dies besonders seitdem ich nicht mehr Fußball spiele. Also „Runter vom Fahrrad und wieder mehr auf die Füße!“ (Folge 2). Sozusagen als Fortsetzung meines alten Mobilitäts-Programm „Raus aus dem Auto und rauf auf’s Fahrrad!“ (Folge 1). Das möchte ich im Alltag wie auch auf unseren Reisen in Angriff nehmen.

So machen wir diesmal nicht Rad- sondern Wanderurlaub. Als Premiere wollen wir als Rucksack-Nomaden das Teilstück des Fernwanderweg E4 von Diakopto nach Gythio bezwingen. Vom 21. April bis zum 1. Mai haben wir uns dafür Zeit genommen. Am Dienstag, den 2. Mai geht es wieder von Athen nach München.

Anreise und Abreise planen wir mit Lufthansa. Vom Flughafen in Athen geht es dann gleich weiter im Zug nach Korinth und mit dem Bus weiter nach Diakopto. Dort wartet ein uns schon bekanntes Hotel auf uns und am Morgen des 21. Aprils soll es dann los gehen. Vom Ziel Gythio geht es dann am 1. Mai mit griechischen Linienbussen zurück nach Athen.

Die Talstation in Diakofto

Wahrscheinlich werden wir mit dem Wandern erst in Kalavryta starten. Auf der ersten Etappe von Diakopto nach Kalavryta (auf griechisch Οδοντωτός σιδηρόδρομος Διακοπτού – Καλαβρύτων) gibt es nämlich eine 22 km lange Schmalspurbahnstrecke, die zum Teil mit Zahnradbetrieb fährt. So sparen wir uns den Anstieg und lassen uns von der Bahn schon mal von Null auf 740 m Höhe bringen.

Kalavryta ist übrigens ein legendärer Ort. Er wird mit dem Beginn der Griechischen Revolution (1821) verbunden. Der Ort hat eine für mich sehr traurige Berühmtheit erlangt. Die 117. Jäger-Division der deutschen Wehrmacht hat dort im Dezember 1943 schnell mal Kalavryta und 25 Dörfer dem Boden gleich gemacht und mehr als 700 Menschen massakriert – einem Befehl zur „schärfsten Form der Sühnemaßnahmen“ folgend. Diesen Ort werden wir kurz besuchen, der Geschichte gedenken und uns dann auf den Weg durch den Peloponnes machen.

Damit der Rucksack leicht bleibt habe ich das Gepäck total optimiert oder besser gesagt minimiert. So werde ich im Gegensatz zu meinen Fahrradreisen auch ohne Laptop unterwegs sein. Dies erstmals seit vielen Jahren. So wird es viel Internet-Abstinenz (EU-Roaming gibt es ja auch noch nicht) und in den nächsten zwei Wochen zumindest aus meiner Feder keine neuen IF-Blog-Artikel geben.

Ich freue mich natürlich trotzdem, wenn Ihr in den IF-Blog.de reinschaut. Meine Empfehlung: Einfach mal IF-Blog zufällig lesen. Zum Beispiel im Suchfeld einen „Begriff“ eingeben und schauen, was da so alles an Artikeln raus kommt.

🙂 Immerhin enthält IF-Blog.de bis heute 3.118 Artikel, davon mehr als 2.400 von mir. Dies zu allen möglichen und unmöglichen Themen. Da sollte für jeden etwas dabei sein.

Und wenn Euch ein Artikel gefällt, dann dürft Ihr diesen gerne teilen – auf Twitter, Facebook, Google+ oder wo auch immer. Das wäre schön und freut den Wanderer ganz sehr. Und als Dankeschön denkt er auf dem Peloponnes ganz oft an Euch. Und vielleicht gibt es dann auch wieder einen Bericht.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 17. April 2017

Lösung

Vor zwei Wochen habe ich eine Logelei formuliert, die mir besonders gut gefällt und die ich als sehr schwierig empfand. Mich erreichte tatsächlich eine richtige Lösung.

Hier ist die Lösung zu dieser Aufgabe vom 3. April 2017. Den formalen Teil habe ich aus der Formulierung von Jörg – dem Gewinner – übernommen.

Die Frage war:

Wie können die Ganoven ihr Überleben sicher stellen?

Und die Lösung ist

🙂 Verblüffend einfach!

Jörg – Der Gewinner!

Die 10 Ganoven ordnen jedem von sich z.B. durch Abzählen eine eindeutige Zahl zwischen 0 und 9 zu!

Wenn ein Ganove dann die jeweils neun Bilder der anderen neun Ganoven sieht, addiert er die Zahlen auf diesen Bildern zusammen und addiert „die ihm gegebene“ Zahl auf die Summe der 9 sichtbaren Zahlen.

Dann wendet er auf das Ergebnis die Operation modulo 10 an und nennt die sich ergebende Zahl (Ziffer). Das macht jeder Ganove bei seinem Interview so.

So wird sicher gestellt, dass genau einer der Ganoven die Zahl nennt, die bei ihm auf dem Bild steht. Der Rest sagt zwar zwangsläufig die falsche Zahl – das stört aber nicht, denn es genügt ja wenn einer die Zahl „errät“, damit alle überleben.
🙂 Man soll also die Hoffnung nie aufgeben – ab und zu hilft sogar die Mathematik.

Die formale Beschreibung der Lösung (nach Dr. Rothermel).

• Gegeben sei die Anzahl der Ganoven: N
• Sei zi die dem Ganoven i gegebene (für ihn) geheime und nicht notwendigerweise eindeutige Ziffer aus der Menge {0, 1, …, N-1} von denen mindestens eine zu erraten ist.
• Sei S die Summe aller vergebenen Ziffern S = Σ zi

Die Ganoven verabreden jetzt folgendes Verfahren:

1. Jeder erhält im Vorfeld eine persönliche (und ihm bekannte) eindeutige Zahl i aus der Menge {0, 1, …, N-1} zugeteilt.

2. Bei der Befragung bildet jeder Ganove jetzt die Summe der Ziffern die er sehen kann – das ist die (eindeutige) Gesamtsumme S minus seiner (ihm unbekannten) Ziffer zi also S – zi . Das ist die einzige Information die er zur Verfügung hat.

3. Da die Ganoven nur an Zahlen im Bereich {0, 1, …, N-1} interessiert sind, verwenden sie modulo N oder die Kongruenzrelation ≡ N. Jeder Ganove ermittelt jetzt eine ganze Zahl x, derart dass folgendes gilt:
x ≡ N i – (S – zi ) oder
x = ( i – (S – zi )) mod N (I)
Mit diesem Verfahren bestimmt genau ein Ganove sein zi richtig !

Beweis:

S ist kongruent mit einer Zahl s aus der Menge {0, 1, …, N-1} oder S ≡ N s also schreibe ich (I) um:
x ≡ N i – (s – zi )
Da sich alle N i’s voneinander unterscheiden, muss eines gleich s sein, damit gilt für einen Gauner:
x ≡ N zi.
Jetzt sind sowohl x als auch zi aus der Menge {0, 1, …, N-1} damit sind sie nicht nur kongruent sondern auch gleich:
y = zi,
und das bedeutet, dieser Ganove bestimme seine Ziffer korrekt.

(Lösung und Beweis sind formuliert von Dr. Jörg Rothermel)

Jetzt empfehle ich, noch mal die Aufgabe zu lesen und ein wenig darüber nachzudenken.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 15. April 2017

Aus dem Leben eines Radfahrers – EINKAUFEN

Neue Serie, weil mir aktive Mobilität wichtig ist.

Ab und zu gehe ich einkaufen. Zum Beispiel Milch für den Kaffee. Geschmacklich hochwertiger Kaffeeschaum geht nämlich nur mit guter Frisch-Milch. Am liebsten verwende ich dazu die Milch mit 3,8 % Fettgehalt von demeter. Die gibt es in braunen Ein-Liter-Glasflaschen. Glasflasche ist mir wichtig, weil ich Produkte wie Milch im Tetrapak oder Joghurt im Plastik-Becher prinzipiell nicht mehr für mich nutze. So wie ich auch kein Bier in Dosen kaufe.

Die von mir gefragte Milch bekomme ich in meiner näheren Umgebung nur bei einem Bio-Markt namens denns, der schon vor einiger Zeit in der Putzbrunner Straße in Ottobrunn unweit meines Häuschen geöffnet hat. Das Geschäft ist Teil einer Bio-Kette selben Namens, die sich möglicherweise sehr gut darauf versteht, mit dem Label „bio“ so richtig Kohle zu machen (wenn sie sich nicht selber mit schlechtem Service in ihren Filialen im Wege steht).

Vorsicht, da ist nicht unbedingt drin was droben steht.

Der Eingang erscheint freundlich, aber das täuscht. Wenn man drin ist, kommt gleich rechts der PAYBACK-Automat. PAYBACK sind die, die gerade die „ONLINE SHOPPING GLÜCKSWOCHEN“ machen. Für mich ist PAYBACK so eine Art moderne Kundenverarschung. Und ich finde, dass „Kunden verarschen“ nicht zu „bio“ passt.

Auch meine sonstigen Erfahrungen dort passen ein wenig zu dem Spruch „Außen hui, Innen pfui“. An der Kasse warte ich immer (zu) lange, das Personal zeichnet sich nicht durch besondere Freundlichkeit aus (dies zumindest nach meinen Erfahrungen bis April 2017). Es gibt exotische Früchte – und nicht exotische zur falschen Jahreszeit. Alles ist mir zu sehr „bio, bio, bio“; insgesamt erscheint mir vieles mehr als Schein & Show.

Die meisten Kunden reisen in der Regel in großen Limousinen aus der näheren Nachbarschaft zum Einkauf an. Auch das passt für mich nicht zu „bio“. Als Metapher: Die typische Kundschaft besteht hier nicht aus dem alternativen Weltverbesserer in Birkenstock-Schlappen sondern aus der schicki-micki Edel-Mutti, die in ihrem SUV mehr nach Edel-Nutti ausschaut. Ein paar Kunden kommen aber auch – wie ich – mit dem Fahrrad.

Ein spannendes Kriterium für Kundenfreundlichkeit ist nach meiner Meinung der Umgang mit den radelnden Kunden. Es hat zumindest eine gewisse Symbolik, wenn ein einfachster Fahrradständer als Alibi im Abseits steht, dies auch nicht im überdachten Bereich, obwohl das Gebäude rund um den Laden einen breiten Überhang hat.

Der kleine Fahrradständer ist ziemlich abseits vom Eingang und im nicht überdachten Bereich (und gerade mal nicht überfüllt).

Was macht der „böse Radler“ aber wenn mal richtig viel los ist und der „Radel-Parkplatz chaotisch überfüllt ist“?

🙂 Dann stellen wir bösen Radler unsere Fahrräder auf einem Parkplatz ab  – falls einer frei ist. Warum auch nicht?

Zwei Räder von zwei Personen (wie auch von drei oder vier) brauchen auch nur einen Parkplatz so wie ein Auto (mit einer Person).

Die in der Regel hoch motorisierten Denns-Kunden verstehen dieses „bösartige“ Verhalten wahrscheinlich nicht. Allgemein ärgern sich ja viele Autofahrer über Räder auf Parkplätzen. Manche so sehr, dass sie ihren Ärger auch lautstark in einem Wortschwall kund tun – der dann je nach Naturell und Stress-Höhe des Autofahrers heftig über aggressiv bis beleidigend ausfällt.

Überstände für trockene Fahrradstellplätze gäbe es hier genug, aber die sind Wichtigerem vorbehalten.

Wenn es solchen Ärger gibt, bleibe ich höflich. Ich antworte dann dem schimpfenden Autofahrern nicht mit meinem Lieblings-Schimpfwort „Was wollen Sie eigentlich, Sie Autofahrer!“ und lasse mich auch nicht zu einem gelassen formulierten Ausspruch hinreißen wie „Da sieht man es wieder, Autofahrer sind halt wirklich nur Abschaum und Gesindel!“.

Das hätte ich früher gemacht. Ich bin aber älter und ruhiger geworden. So lächele ich dann möglichst freundlich und weise höflich darauf hin, dass „Parkplätze halt zum Parken von Fahrzeugen da sind. Und Fahrräder halt auch Fahrzeuge sind“. Auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz bin ich natürlich dann auch bereit die anfallende Gebühr zu bezahlen.

Der Ärger ist vorprogrammiert. Es wird immer mehr Räder geben, darunter auch Lastenräder. Anders wird in Zukunft das Einkaufen in den Cities nicht funktionieren. Schon jetzt tritt das Problem – keine Abstellmöglichkeiten für Fahrräder – immer häufiger auf, nicht nur bei Geschäften mit viel Kunden wie z.B. Discountern sondern allgemein im öffentlichen Raum.

Es gibt aber schon heute Geschäfte, die Radler als Kunden schätzen und ernst nehmen. Auch hier ein schönes Beispiel ganz in meiner Nähe in Neubiberg.

Beim REWE nahe des S-Bahnhofs Neubiberg sind die Fahrrad-Parkplätze direkt am Eingang und überdacht.

Der Rewe in Neubiberg hatte früher einen ganz kleinen Parkplatz für Fahrräder. Jetzt hat die Geschäftsführung reagiert und einen großen und überdachten Raum für Fahrräder gleich neben dem Eingang bereitgestellt!

Es gibt nur einen kleinen Wermutstropfen. Immer wenn im Geschäft viel los ist, dann ist der neue nicht kleine Fahrradparkplatz auch schon wieder zu klein. Man könnte sich aber da behelfen, indem man die Räder auch in zweiter Reihe parkt (mit einem Durchgang zwischen den beiden Reihen). Für die „Benutzer“ wäre es einfacher, wenn eine Markierung am Boden die zweite Reihe suggerieren würde. Ein Gedanke quasi als Verbesserungsvorschlag. Denn eigentlich braucht man zum Einkaufen keinen Fahrrad-Ständer, wichtiger ist die markierte Freifläche, die man als Radler dann diszipliniert nutzen sollte.

Die Fahrradfreundlichkeit ist hier symptomatisch für den Service. Wenn ich im Rewe in Neubiberg bin, dann fällt mir jedes Mal positiv auf, wie gepflegt der Laden auch innen und wie freundlich und hilfsbereit die Mitarbeiter dort sind. Anscheinend gibt es eine Korrelation zwischen „Fahrrad-Freundlichkeit“ und „gutem Service für die Kunden“? Und wahrscheinlich zahlt sich Fahrrad-Freundlichkeit für die Geschäfte immer mehr aus! Weil es immer mehr  Radfahrer gibt, die mehr Geld haben als so manche Autofahrer – und sehr viel Wert auf Qualität legen.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 13. April 2017

IT-Treff – Nostalgie 1999 – Es war der Wahnsinn!

Im IF-Blog in den Dokumenten findet sich ein ganz besonderes Schmankerl. Das war dort lange Zeit ganz unten tief versteckt.

Es ist eine Satire auf die New Economy – ein Theaterstück mit dem Titel

Sind wir noch zu retten?

Norbert Weinberger und ich haben es geschrieben. Die Idee kam uns auf einem gemeinsamen Flug von München via Zürich nach Neu-Dehli mit Swiss Air.

Swiss Air war ein mühsam ausgehandelter Kompromiss: Mein Freund und Partner Norbert flog aus Prinzip immer Business Class mit Lufthansa und ich genauso meinen Prinzipien treu immer in der Economy. Da wir gemeinsam fliegen wollten, haben wir uns dann auf Swiss Air in der Business Class geeinigt, weil das damals preislich so ziemlich in der Mitte lag. Der Grund für den Flug war übrigens die offizielle Eröffnung unseres gemeinsamen indischen Tochterunternehmen „AMPERSAND limited“. Damals wuchsen die Bäume schon wieder in den Himmel.

Die Business Class des Swiss-Fliegers von Zürich nach Neu-Dehli war komplett leer. Swiss Air war damals noch eine unabhängige Airline und machte heftig Verlust – das hat die freundliche Besatzung aber nicht gestört. Der Service war exzellent; wir wurden richtig verwöhnt. Während des ganzen Fluges wurden uns von charmanten Schweizer Stewardessen Champagner serviert. Auch das hat uns beschwingt. So haben wir im Flieger auch gleich das Grob-Konzept des Stückes entwickelt.

Das Stück haben wir Monate später gemeinsam mit Unternehmerfreunden am 29. Juni 1999 vor weit mehr als 500 Zuschauern beim IT-Treff 99 im überfüllten Schlachthof zu München uraufgeführt. Es war eine Riesengaudi, das Publikum hat getobt. Für uns – die Darsteller – war es der Wahnsinn. Und dazu noch wunderschöner Ausblick auf die Ereignisse zur Jahrtausendwende.

Wie kam es zum IT-Treff? Mitte der 90iger Jahre war es nicht immer so ganz einfach für IT-Unternehmen in Deutschland. Die Stimmung war da gar nicht so gut. Deshalb wollten ein paar mutige IT-Unternehmer*Innen etwas tun, um die Stimmung zu verbessern. Das waren wir Muschka Utpadel-Domdey,  Alfred Bauer, Hans Nagel, Dr. Christian Roth, Markus Winkler und eben der Norbert und ich. Unser Idee war sozusagen „Feiern gegen die Krise“. So haben wir den IT-Treff  gegründet. und die ganze Münchner IT-Szene eingeladen. Und siehe da – alle kamen.

Stars wie Gerhard Polt und Django Asül sind bei uns aufgetreten und haben ihr Programm für uns um IT-spezifische Themen erweitert. Die Bayerische Regierung war immer dabei – an die originellen Grußadressen von Staatssekretär Hans Spitzner kann ich immer noch gut erinnern. Es gab immer heiße Musik – mit der George Greene Hotline Band haben wir im Schlachthof sogar eine eigene CD produziert, die man auch heute noch gerne hört.

Und die Branche hat wieder getanzt. Das war 1996, 1997 und 1998. 1999 war der letzte IT-Treff – und da haben wir (die Veranstalter) das Kabarett selber gemacht. Hier ist unsere IT-Treff Satire (1734) „Sind wir noch zu retten?“ – zum Lesen oder Nachspielen.

Weil sie so schön ist und ein so großer Erfolg war, habe ich für kleine und große Theater eine Prämie ausgesetzt, wenn die das Stück spielen. Es gibt sozusagen eine „negative Aufführungsgebühr“ (Tantieme), kostet also keine 10 % der Brutto-Einnahmen oder so sondern es gibt etwas drauf. Das Stück ist kurz aber sehr prägnant Stück – auch als Vorspiel für etwas anderes wie eine Feier geeignet.


 

Hier der Flyer zum IT-Treff 1999 von außen

und von innen

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 12. April 2017

Noch eine Logelei!

Da meine letzte Logelei ein paar Menschen viel Freude gemacht (und andere zur Verzweiflung gebracht) hat, hier noch eine. Die ist allerdings

Eigentlich ganz einfach!

Ein Hausbesitzer hat eine quadratische Terrasse, die mit 64 einfachen quadratischen „Kacheln“ (jede 30 cm x 30 cm groß) gepflastert ist. Er möchte diese mit 31 (schon besorgten) Dominosteinen auslegen (doppelt so groß wie die Kacheln – also zwei mal so lang wie breit, das heißt 60 cm x 30 cm groß) auslegen.

Sein besonderer Wunsch ist, dass die zwei gegenüberliegenden Ecken frei bleiben. Da soll jeweils eine quadratische Kachel mit einem besonderen Symbol hinkommen, von denen er sich auch schon zwei besorgt hat (genauso so groß wie die ursprünglichen, also auch mit den Maßen 30 cm x 30 cm). Natürlich dürfen die Dominosteine aus ästhetischen Gründen nicht halbiert werden.

Diesen Auftrag übergibt er einem Handwerker. Der freut sich über den Auftrag und macht sich an die Arbeit. Er lässt ein Eckfeld frei und beginnt mit dem Verlegen der Dominosteine.

Nun die Aufgabe:

  1. Bekommt der Handwerker das hin?
  2. Wenn ja, wie?
    oder
    Wenn nein, warum nicht?

In zwei Wochen werde ich die Lösung veröffentlichen – und bis dahin freue ich mich auf viele E-Mails mit der Lösung!

Tipp: Ich habe auch eine quadratische Terrasse 🙂

Diese Aufgabe hat mir 1968 der Werner während eines langweiligen Fußball-Spiels im Rosenau-Stadion gestellt. Er war fünf Jahre älter als ich und hat schon an der TUM Mathematik studiert. Ich war da noch im Jakob-Fugger-Gymnasium. Leider weiß ich auch für diese Logelei keine Quelle.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 10. April 2017

Jolly am 8. Juli im Literaturhaus München.

Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus. Er muss ihn nur finden.

Das Mensch sein ist nicht immer einfach. Gerade in Frieden zu leben fällt oft schwer. Im Glück zu leben ist vielleicht noch schwieriger. Das muss alles geübt werden. Vor allem gilt: Wir müssen bei uns selbst anfangen. Es geht für jeden von uns immer zuerst mal um das MICH, also um das DICH.

So müssen wir lernen, uns selber wert zu schätzen und zu lieben. Und vor allem selber friedlicher zu werden. Für uns selbst die Verantwortung übernehmen (ICH) und das mit diese der Verantwortung für das soziale Miteinander (WIR) zusammen bringen. Und so unsere persönliche „Anleitung zum Glücklichsein“ zu entwickeln.

Mein Freund Jolly bringt es auf den Punkt: Wir müssen unseren Rhythmus finden. Jeder seinen eigenen. Am Samstag, den 8. Juli wird er zeigen, wie das geht!

Wie immer freue ich mich, wenn ich beim Auftritt von Jolly viele Freunde treffe. Aber dran denken – das Literaturhaus hat nicht so viele Plätze.

Also besorgt Euch die Tickets rechtzeitig. Ich unterstütze dabei gerne.

RMD

P.S.
Am Donnerstag, den 28. April 2016 hat Jolly bei mir in Unterhaching für FRIEDEN gewirkt. Wir durften ihn filmen, hier ist sein Performance-Vortrag in voller Länge!

Ich empfehle, das Video gemeinsam mit Freunden bei einem schönen Glas Rotwein zu genießen. Und verspreche, dass die 60 Minuten ein sehr gutes Zeit-Investment sind. Und es anschließend viel Gesprächsstoff gibt.

Eugenie Wirz mit Christian Mendoza (Jungunternehmer aus Polen) auf UTUM-Hackathon (2016)

Bei meiner Arbeit – oder soll ich besser sagen bei meinem Hobby – als Mentor unter anderem für UTUM (UnternehmerTUM) und TUM (TU München) habe ich eine ganze Reihe von jungen Menschen eine Zeitlang auf ihrem Lebensweg begleiten dürfen und dabei auch viele sympathische Menschen kennengelernt, die sich beruflich wie sozial mit unheimlich viel Idealismus gerade für junge Menschen (auch in Not) und Start-Ups engagieren.

Besonders gerne habe ich mit Eugenie Wirz (ihre Freunde dürfen sie Jenna nennen) zusammen gearbeitet. Kennengelernt habe ich Jenna vor ein paar Jahren, da hat sie noch das Mentoring-Programm von TUM betreut und sich außergewöhnlich für „ihre“ Mentées eingesetzt.

Seit einem Jahr hat sie eine neue Aufgabe bei UnternehmerTUM im europäischen Rahmen übernommen und das Programm „Erasmus for Young Entrepreneurs“ erarbeitet. Das bringt viele Ideen und frische Perspektiven in die Welt von UTUM. Im Magazin TUMcampus 4 | 16 auf Seite 12 findet sich ein „special“ dazu unter dem Titel „Von erfolgreichen Unternehmern lernen“. Das Exist-Gründerprogramm ist auch unterstützend dabei.

In der Wirtschaftswoche finden wir einen Artikel, der beschreibt wie „man im Ausland das Gründen lernt“. Weitere Beispiele für erfolgreiche Projekte gibt es hier hier

Als Begleiter so mancher Startups gerade mit sehr jungen Gründern habe ich verstanden, dass in vielen Fällen genau dieses Programm ein wichtiges Kapitel beim Schreiben des eigenen Unternehmer-Drehbuchs sein kann. Deshalb habe ich diesen Post für Jenna und ihr Programm „Erasmus for Young Entrepreneurs“ sehr gerne geschrieben. Also, wenn Ihr jungen Gründer kennt, dann gebt ihnen diese Information weiter!

Und wer zum Projekt Fragen hat, der darf sich per E-Mail an Jenna wenden.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 5. April 2017

IT Oberland BarCamp am 12. Mai 2017 in Holzkirchen!

Das BarCamp zur digitalen Transformation und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen

Damals dachte der Autor noch in Hardware 🙂

Momentan schlägt das „buzzword“ DIGITALISIERUNG hohe Wellen. Es gibt ein Zentrum-Digitalisierung.Bayern (ZD.B) und in den bayrischen Ländern entstehen geförderte Digitalisierungs-Zentren.

Nur Digitalisierung war doch gestern. Das war damals, als die Uhren, Tachometer und Thermometer plötzlich eine digitale Anzeige bekamen. Das war vielleicht 1985, als Apple 2 und MacIntosh fröhlich Urstand feierten und die deutschen Informatiker in ihrer Industrie-Nostalgie mit BS2000 und ähnlichem noch viel Geld verdienten.

Internet und Google sind mittlerweile ein alter Hut. Von selbst lernenden Systemen haben wir schon vor ein paar Jahrzehnten geträumt – in unserer Euphorie zu KI (künstliche Intelligenz). Die modernen unter uns haben schon 1980 die KI dann AI (artificial intelligence) genannt, weil wir wussten, dass es damit in Deutschland nichts wird. Damals haben wir von Lisp und Prolog geträumt. Jetzt kommen die denkenden Systeme und lernen schnell von selbst – in Bereichen wie Übersetzung oder Verkehr – weil die Hardware halt so leistungsfähig ist, dass es zu funktionieren beginnt. Auch ohne Lisp und Prolog.

Immer noch passiert viel Neues. Dies in einem oft nicht mehr nachvollziehbarem Tempo. Und es scheint erst jetzt so richtig los zu gehen. Eine unvorstellbare Welle von Produkten rollt auf uns zu, die die Welt nochmals radikal verändern werden. Viele Gesetze und Regeln werden in Zukunft nicht mehr funktionieren. Da stellen sich viele Fragen:

  • Heute wird viel über „das selbst fahrende Auto“ diskutiert. Aber ist das nicht nur die Spitze des Eisbergs einer Veränderung des Lebens? Und wird schon viel früher viel mehr sich merklich und unmerklich verändern?
  • Leben wir nicht im Zeitalter der Sensorik, die eine völlig neue Verbindung und Interaktion von „Informatik“ zur Welt schafft? Und es bald nicht mehr um die Mensch-Maschine-Schnittstelle gehen wird sondern um die „Welt-Maschine-Schnittstelle“.
  • Ist Datenschutz wirklich sinnvoll machbar? Oder nur so eine Chimäre der ewig gestrigen? Was bedeutet das für unsere Gesellschaft?
  • Welche technischen Elemente brauchen „Smart Solutions“ in einer modernen IoT-Architektur? Was heißt „smart“ überhaupt – und was verstehen wir tatsächlich unter IoT?
  • Wie ist denn das mit den Regeln für Roboter (selbst fahrende Autos)? Was sagt die „Ethik-Kommission“ der Bundesregierung dazu?
  • Wie gehen wir mit Kampfrobotern und Drohnen um? Was bedeutet das für Krieg und Frieden?
  • Müssen wir nicht viele Elemente unserer gesellschaftlichen Ordnung als Folge der technischen Entwicklung umdenken oder gar neu definieren?
  • Was bedeutet das für unseren gesellschaftlichen Rahmen? Wird Politik Gestalterin des Selbigen bleiben oder haben das schon Maschinen übernommen?

Solche und weitere Fragen werden auf dem Oberland BarCamp in Holzkirchen offen, redlich und achtsam diskutiert werden – wie das auf Barcamps meistens so üblich ist.

Deshalb habe ich mich zum BarCamp zur digitalen Transformation und ihren gesellschaftlichen AuswirkungenOberland BarCamp genannt – angemeldet. Es wird am 12. Mai in der RSC Factory – Trainings- und Coachingzentrum für Digital Business & Innovation in Holzkirchen stattfinden.

Und ich freue mich schon darauf, dort viele Freunde wieder zu sehen!

RMD

P.S.
Das Oberland barcamp wird über Meetup organisiert. Wenn Ihr Euch da anmeldet und mit diskutiert, macht das dem Veranstalter das Leben ein wenig einfacher!