Klaus Hnilica
Montag, der 13. August 2018

Der Klimawandel und die vertrackte Eiszeit

Carl und Gerlinde (Folge 59)

Übrigens, Gerlinde, unser Freund Kurt hat mir letzten Dienstag, als ich ihn zufällig im REWE traf, unter dem Siegel der Verschwiegenheit zugeflüstert, dass er sich trotz seines fortgeschrittenen Alters von Hannelore zu trennen beabsichtige, falls sie dieses Jahr mit der gleichen Sturheit wie in den vergangenen Jahren darauf bestünde, den nächsten Sommerurlaub wieder gemeinsam zu buchen, sagte Carl bei 28 Grad um Zweiundzwanzig Uhr abends – unmittelbar vor der Eisdiele – und wischte sich wohl zum achtzehnten Mal mit dem selben Papiertaschentuch über die Stirn.

Wobei, ergänzte er, während er Gelinde ins Innere des Salons dirigierte, der Alptraum vor allem von dem Wort ‚gemeinsam‘ ausginge, hätte der Kurt gesagt und dabei gleichzeitig mit seinem üblichen sorgenvollen Kopfgewackel 10 Packungen ‚Philadelphia‘ Quark in seinen Einkaufswagen geschichtet.

Was er nämlich letztes Jahr von Oktober bis zum Jahresende für den diesjährigen Sommerurlaub mitgemacht hätte, gehe auf keine Kuhhaut, selbst wenn diese Haut von einer voll ausgewachsenen trächtigen Milchkuh stammte, so der Kurt im gut gekühlten Lebensmittelbereich bei REWE!

Da sich aber weder Gerlinde noch Carl spontan für einen der zahlreichen leeren Tische im neongelben Licht der subtropisch aufgewärmten Eisdiele – mit weit geöffneter Front zur Straße hin – entscheiden konnten, unterbrach Carl kurz seinen Bericht über Kurts vertrauliche Trennungsoffenbarung und irrte so lange von einem Tisch zum anderen, bis sich Gerlinde im hintersten Winkel des Lokals erschöpft auf einen Stuhl fallen ließ und stöhnend kund tat: entweder hier! Oder ich breche auf der Stelle zusammen!

Carl zog zwar enttäuscht die Augenbrauen hoch, sagte dann aber, als er auch schweißtriefend Platz genommen hatte und dabei fast noch den Nachbartisch gekillt hätte, dass Kurt von 34 Reiseprospekten aus 5 verschiedenen Reisebüros gesprochen hätte, die er mit seiner Hannelore akribisch durcharbeiten hätte müssen, sowie von 18 Vorträgen in unterschiedlichen Volkshochschulen und Bibliotheken über Reisen durch Patagonien und diverse Polregionen, durch Australien und Neuseeland, über die Teilnahme an einer Wüstensafari und 3 verschiedenen Weltreisemöglichkeiten sowie über 4 Meditationsurlaube in österreichischen und griechischen Klöstern – und dies alles nur weil sich Hannelore nicht entscheiden konnte, welche Art von Urlaub sie in welcher Region der Welt wolle…

Gerlinde sagte – vor aufgeschlagener Eiskarte mit ihrem rechten, fast schon steifen Zeigefinger, auf einem Fruchtbecher mit Vanilleeis und reichlich Sahne – dass sie diese Klage von Kurt gar nicht so sehr überrasche und dass sich diese Unentschlossenheit von Hannelore mit zunehmendem Alter wohl immer markanter auspräge; irgendwie sei ihr das auch schon aufgefallen!

Da der Kellner bereits zum dritten Mal nach der Bestellung fragte, orderte Gerlinde schließlich mit drohendem Blick in Richtung Carl ihren Fruchtbecher, während Carl vor der aufgeschlagenen mehrseitigen Eiskarte wenigstens ein Mineralwasser mit Sprudel nannte, ansonsten aber noch um etwas Geduld für seine Eisbestellung bat und zu Gerlinde sagte, dass sich der Kurt im REWE ja bei diesem ‚monströsen gemeinsamen Urlaub-Auswahlverfahren‘ vor allem auch deswegen so über Hannelore ärgere, da sie als Ergebnis all dieser Quälerei nun kommenden Samstag eine 2-wöchige Urlaubsreise nach Portugal anträten, und zwar in ein Wellnesshotel an der Algarve, wo es derzeit 42 Grad im Schatten hätte und in 20 Kilometer bereits nicht enden wollende Buschbrände wüteten…

Super – stellte Gerlinde lakonisch fest und orderte bei dem verzweifelnden Kellner wenigstens einen CARLOS I, während Carl sich nunmehr wirklich ernsthaft mit der ‚eisigen Vielfalt‘ auf seiner Karte zu beschäftigten begann und, ohne einen Blick auf den wartenden Kellner zu richten, zu Gerlinde sagte, dass seine Bestellung im Grunde sehr einfach sei, da er nur drei Bällchen Eis ohne alles möchte und sich daher bloß zwischen Dunkler oder Heller Schokolade entscheiden müsse, oder zwischen Vanille, Haselnuss, Stracciatella, Erdbeere, Jogurt, Latte Macchiatto, Sahne–Kirsch, Mango, Maracuja, Zitrone, Banane, Granatapfel, Himbeere, Drachenfrucht, Bounty, Sahnegriess, Zimt, Raffaello und Sanddorn- Hollunder! Nichts leichter als das, grinste er vergnügt.

Doch da der Kellner immer noch wie eine rächende Gottheit vor ihm stand, sagte er, für alle unerwartet, dass er einen Espresso wünsche!

Doppel – oder einfach? fragte der Kellner.

Nein – oder doch eher zwei Kugeln Vanilleeis, sagte Carl.

Also Vanilleeis! tippte der Kellner in sein Gerät.

Nein – bringen Sie mir einfach genau so einen CARLOS I wie ihn Gerlinde hat.

Und als der unfähige Kellner endlich weg war, stellte Carl mit säuerlicher Miene fest, dass er Kurt erstmals wirklich bedauere: denn mit einer so unentschlossenen Partnerin wie Hannelore, würde er vermutlich jeden Tag mehrfach ausrasten, sagte er und schob zufrieden seine Eiskarte zu Gerlinde, die wortlos aufstand und ging.

Hoffentlich nur, um sich die Hände zu waschen?

KH

Roland Dürre
Samstag, der 11. August 2018

Was ich so mache #MeinLeben

Seit Jahren darf ich im „Forum Agile Verwaltung | Austausch und kollegiale Beratung“ (einer „geschlossenen Gruppe“ in Facebook) teilhaben. Das macht mir viel Freude und ich lerne dort viel. Jetzt gab es dort einen Aufruf, dass alle Mitglieder der Gruppe sich vorstellen sollen. Dabei habe ich gerne mitgemacht. Hier mein Beitrag:


 

Bei fav17! Großen Dank an Jan Fischbach, Meister der Agilität und hier mein Fotograf.

Ich fühle mich in dieser Gruppe als Gast, der an interessanten Themen schnuppern und zu hören wie lernen darf. Dabei bin ich, weil ich mal im Forum Agile Verwaltung einen Vortrag halten durfte (über die „Unvorhersehbarkeit von Zukunft“).

Zu meiner Person: Durch mein Studium der Mathematik mit Nebenfach Informatik gestartet in 1969 an der Technischen Universität München wurde ich zum Programmierer. Nach Lehrjahren bei Siemens AG und Softlab GmbH gründete ich gemeinsam mit Wolf Geldmacher Anfang der Achtziger Jahre die InterFace AG. Bei einem PM-Camp habe ich Thomas Michl kennen und schätzen gelernt.

Dank unseres Produktes CLOU/HIT haben wir (InterFace) viele Kunden aus dem Behördenbereich (Polizei und Justiz der Länder, die Bundesagentur für Arbeit, Kommunen und manche Behörden auf Bundes- und Länderebene) gewonnen und dabei Vieles gelernt.

Bei der Entwicklung von CLOU/HIT haben wir schnell verstanden, dass kundenorientierte Entwicklung von komplexen SW-Produkten „in alter Denke“ nicht mehr funktioniert und deshalb „hierarchisch organisierte Gruppen“ durch „vernetzte Teams ersetzt. Das war damals revolutionär und irrsinnig erfolgreich.

Heute bin ich nicht mehr „operativ“ tätig, sondern beschränke mich, das Erlebte (Wissen & Erfahrung ?) – vorzugsweise an junge Menschen – weiterzugeben. Das können Einzelpersonen wie Teams (start-ups) sein.

Ich versuche keine Ratschläge zu verteilen (Ratschläge sind auch Schläge) sondern beschränke mich aufs Inspirieren und Generieren von Impulsen. Und versuche, gemeinsam mit allen Beteiligten gute (die richtigen?) Fragen zu finden. Weil eine kluge Frage die Voraussetzung für eine kluge Antwort ist.

Mit dem Hauptziel, andere und besonders junge Menschen erfolgreicher und glücklicher zu machen.


Ich denke, dass diese Vorstellung mein aktuelles „Wirken“ ein wenig beschreibt.

RMD