Roland Dürre
Donnerstag, der 31. Oktober 2019

Der zweite große Fehler.

Vor kurzem habe ich einen schweren Architektur-Fehler in unserem gesellschaftlichen Konstrukt aufgedeckt. Es ist die juristische Gleichstellung von „natürlichen Personen“ (ein Mensch, der rechtsfähig ist) mit „juristischen Person“ (virtuelle Gebilde, wie Unternehmen mit Rechtsformen wie „GmbH“, „AG“ oder ähnlich).

Mit Gleichstellung habe ich z.B. gemeint, das alle „Personen“ (natürliche wie juristische) das selbe Recht an Eigentum haben. Dies hat zur Folge, dass Konzerne immer reicher werden und so immer weniger Menschen immer reicher und der Rest ärmer wird.

Wir brauchen da eine Reform. Besonders wenn es in Zukunft rechtsfähige Roboter geben wird wie z.B. autonome Autos, die ja tanken wollen. Die würden ja wahrscheinlich auch nicht natürlichen Personen gleich gestellt werden und sollten deshalb nur eingeschränkt rechtsfähig sein. Und das sollte so auch für „anonyme Gesellschaften“ gelten.

Heute will ich einen anderen eher „operativen“ System-Fehler beschreiben. Dazu weise ich auf die Buchbesprechung in meinem letzten Beitrag hin. Da habe ich vom Buch Sei anders, sei Du selbst von Jolly Kunjappu berichtet.

Jolly vermittelt in diesem Buch unter anderem, dass eine aufgeklärte Gesellschaft mündige Bürger braucht, die eigenverantwortlich und autonom leben wollen und sich nicht von externen Vorgaben und Dogmen steuern lassen.

Zu Begriffen wie Manipulation, Werbung und Marketing fällt mir als erstes das Internet an. Alphabet (Google) lag in 2018 beim Kriterium „Marktkapitalisierung“ weltweit an vierter Stelle. Und mit was verdient Google sein Geld? Überwiegend mit Marketing. Und was ist Marketing? Manipulation, die uns dazu bringt, nach fremden Vorgaben zu leben.

Aber nicht nur Google lebt von Marketing. Alle Unternehmen in der Liste der größten Unternehmen stecken Unsummen ins Marketing. Nur so können sie ihre beherrschende Stellung verteidigen und ausbauen. Das schlägt sich dann in den Medien und im öffentlichen Raum nieder. Gerade dort wird richtig aufgerüstet.

Es gibt auch andere Kanäle. Viele Anwendungen wie zum Beispiele Computerspiele gibt es „gratis“. Die sind aber nicht umsonst sondern zwingen den Nutzer als Gegenleistung Werbung anzuschauen. Und seine Daten abzuliefern. Damit man ihn noch besser manipulieren kann.

Auch in der Politik spielt Marketing eine große Rolle. In der Demokratie gewinnt eine Partei deutlich mehr Stimmen, wenn sie ein gutes Marketing macht. So werden Wahlen nicht von Werten und Programmen gewonnen, sondern von Marketingunternehmen und Beratern, die dem Politiker erklären, wie er sich am besten darstellen muss. Und die besten Selbst-Darsteller gewinnen. Sind diese vom falschen Flügel, werden sie als Populisten beschimpft.

Und die Bundesministerium vermarkten ihre kleinen „Erfolge“ auf großen Plakaten – auch wenn diese gar nicht so beeindruckend sind.

Zusammenfassend finde ich es tragisch, wieviel menschliche Kraft  wie Kreativität und wie viele Stunden Arbeitszeit dazu verwendet werden, um Menschen mit Glücksversprechungen zu betrügen und so zu sinnlosem Konsum verführen.

Zum Schluß eine selbst erlebte Geschichte  zum Thema Marketing:

 


In Unterhaching war viele Jahre die Europazentrale von Wrigley angesiedelt. Wrigley gehört zum Mars-Konzerns. Mars ist ein ganz Großer in der „Food-Branche. Nicht ganz so gigantisch wie Nestlé, aber auch nicht zu unterschätzen.

Vor einiger Zeit war es eine schlechte Nachricht für Unterhaching, dass die Wrigley-Zentrale nach London verlegt wurde. Dies schien wegen des drohenden Brexit eine nicht ganz schlüssige Entscheidung. Um so überraschender war es, dass Mars alle Zentralen seiner europäischen Tochterunternehmen nach London verlegte.

Durch Zufall traf ich mal einen Top Manager des Food-Konzern. Dieser konnte mich aufklären. Ich zitiere:
„In unserem Business (Anmerkung: Food) kann man nur noch margenträchtig verkaufen, wenn man das beste Marketing der Welt hat. Und die besten Marketing-Firmen Europas sitzen in London. Mit diesen müssen unsere Top Manager eng zusammen arbeiten. Und deshalb müssen sie in London sitzen“.


Ist das nicht entsetzlich? Man kann Nahrungsmittel nur noch gut verkaufen, wenn man extrem gutes Marketing dafür macht! In was für einer Welt leben wir?

Mein Reaktion:
Ich mache um Produkte, die aufwändig beworben werden, wenn irgendwie möglich einen großen Bogen. Das funktioniert ganz gut. Und wenn an den Bahnhöfen Deutschlands auf den Monster-Bildschirmen ein neuer Schokoladenriegel flimmert, dann nehme ich mir ganz fest vor, diesen nie in meinem Leben zu essen geschweige denn zu kaufen!

Weil es so schön ist:

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 30. Oktober 2019

Sei anders, sei Du selbst!

Ein Bild, das man sich lange anschauen kann.

Heute möchte ich ein besonderes Buch besprechen.

Der Autor ist mein Freund Jolly Kunjappu, den ich als meinen Bruder im Geiste kennen gelernt habe. Wir sind beide für Frieden und lehnen Feindseligkeit und Gewalt ab. Wir leben beide sehr gerne und achten die Schöpfung. Uns graut beiden vor Ideologien und dogmatischem Handeln. Wir wünschen uns Respekt. Wir wollen immer konstruktiv handeln und dabei kritsch bleiben. Es könnte sein dass wir beide Rebellen sind. …

Das Buch habe ich schon in einer frühen Fassung lesen dürfen. Ich habe schon damals keine einzige Aussage gefunden, der ich innerlich widerspreche. Jetzt ist es erschienen und ich habe es noch mal gelesen. Wow, es hat sich gemausert.

Das Buch ist eigentlich mehrer Bücher. Je nachdem wie man es liest, ist es eine Biographie. Oder ein Buch, das hilft, das eigene Leben zu gestalten. Es ist aber auch ein Buch für Führungskräfte. Oder ein Buch für Eltern. Oder Partner (z.B. in einer Beziehung). Oder für Heranwachsende, die vielleicht in der Pubertät die Welt und ihr Leben in dieser Welt nicht mehr verstehen. Oder als Vorlesebuch für Kinder, denen noch nicht die Weisheit geraubt wurde.

Zum Inhalt:
Jolly ermuntert und zeigt uns den Weg, wie wir zu uns selbst finden und unser Leben autonomer führen können. Das aber auf sehr unaufdringliche und respektvolle Art und Weise. Am eigenen Erleben schildert er, wie der Weg zum eigenverantworteten Leben gelingen kann. Dass es ein Weg ist, der oft uns nicht als leicht erscheint, für den wir jedoch reichhaltig belohnt werden.

Er erzählt von dem alten englischen Verkehrsschild
STOP – LOOK – GO!
und sieht das als Metapher für ein Leben des
ANHALTEN – BETRACHTEN – LOSGEHEN!

Er begründet, warum es Sinn macht, willens und fähig zu sein, die Entfaltung von eigenem und fremden Leben zu mehren. Und es ist das einzige mir bekannte Buch, dass nicht nur die Lösung aufzeigt, sondern auch klar macht, wie wir Menschen ganz selbstverständlich in Unfreiheit gelangen.

Und weil gerade Weihnachten ist:
Das Buch ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Auch von außen hochwertig und es kostet nur 15 €! Es liest sich spannend und macht glücklich. Es braucht nicht viel Platz und ist nicht schwer zu tragen. Und wird den meisten Menschen gefallen und nutzen.

Es gibt aber auch eine Warnung:
Es könnte sein, dass es bei sehr „konservativen“ Menschen nicht gut ankommt. Wenn sie also einen Mr. Hyde kennen, dann schenken Sie es ihm nur, wenn sie feindselige Gefühle hegen und diesen ärgern wollen.

RMD

P.S.
Wer Jolly erleben will, dem empfehle ich unser Video
FRIEDEN.

 

 

 

Roland Dürre
Mittwoch, der 23. Oktober 2019

Wasser predigen, Wein trinken.

In Bayern24 findet sich ein interessanter Artikel mit der Überschrift

E-Scooter in Bayern: Von Verkehrswende keine Spur

Zusammengefasst ist die Aussage des Artikels, dass ein mit dem E-Scooter gefahrener Kilometer grob gerechnet genauso viel Kohlendioxid und Umweltschaden verursacht wie ein mit dem Auto zurück gelegter.

Zwei K2-Scooter, nach der Jahr- tausendwende gekauft und bald 20 Jahre gerne von allen Familien- mitgliedern genutzt. Jetzt beginnen sie, den Enkeln Freude zu machen.

Ich zitiere auszugsweise Aussagen aus dem Artikel, der eine Einschätzung der Situation mit den E-Scootern nach vier Monaten widergibt:


… Ein Baustein für die Verkehrswende wird der E-Scooter nicht. Dafür fällt die Klimabilanz viel zu schlecht aus
… laut einer Studie des Mobilitätsberaters „civity“ werden die Roller vor allem für Fahrten von unter zwei Kilometern benutzt – eine Strecke, die die Befragten sonst zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt hätten
… Die Hochzeiten der Nutzung sind abends und am Wochenende – ein Hinweis, dass die Roller eher für Touristentrips und Spaßfahrten
… Eine Alternative zum Auto? Eher nicht …

… Klimasünder E-Scooter? Eher schon …
„Zum einen kann man sagen, was verbraucht die Fahrt eines E-Scooters? Das ist im Vergleich zum Auto geringer. Wenn man aber das nächtliche Einsammeln und die Produktion miteinrechnet, kann man sagen: 100 Kilometer mit dem E-Scooter verbrauchen ungefähr so viel wie mit einem benzinbetriebenen Durchschnittsauto.“ (Quelle Green City) …
Der Leihscooter hat laut Hersteller eine Lebensdauer von rund einem Jahr, auch der Akku, der – anders als beim E-Bike – fest im Roller verbaut ist. Danach muss der Akku recycled werden, die Alu-Teile des Rollers werden Ersatzteile für Reparaturen …

Fast zynisch empfinde ich die Stellungnahme der Landeshauptstadt:

Die Stadt München ist nach vier Monaten trotzdem zufrieden. Sie bekommt Nutzungsdaten von den E-Scooter-Verleihern: Gefahrene Kilometer, durchschnittliche Fahrtdauer, besonders frequentierte Gebiete. Und solche Daten sorgen vielleicht am Ende dafür, dass Fahrradwege breiter und Straßen enger werden. Dann hätte der E-Scooter seinen Beitrag zur Verkehrswende doch noch geleistet.


Und ich zweifel mal wieder an unserer Politik. Diese aktuellen E-Scooter sind doch für uns in der BRD so etwas wie ein neues Produkt. Und da hätte man doch (siehe den rot markierten Text) Zulassung des Produkts eine Vorschrift erlassen können, dass die Reperarturfreundlichkeit sicher stellt.

So wie Ralf Klagges (der Gründer meiner Lieblingsradfahr-Manufaktur Utopia) dafür sorgt, dass bei den Akkus an seinen E-Fahrräderne auch die Zellen, die Steuerung und der GMS/GPS-Teil im Akku relativ einfach getrennt ausgetauscht und repariert werden können. Das sind übrigens Akkus, die das holländische Unternehmen Van Raam herstellt aber gemeinsam mit Utopia entwickelt hat.

Aber solche simplen Gedankengänge sind für die Herren Minister und Ministerialdirigenten im Bundesverkehrs- und sonstigen Ministerien dann doch wohl zu komplex.

Und dann wird halt beteuert, dass man den Planeten schützen will. Aber wenn neue Mobilität zugelassen wird spielt das keine Rolle mehr.

So wie man angekündigt, dass die Bahn preiswerter werden und ihr Angebot erhöht werden soll aber in der Realität die Preise steigen und die Verbindungen reduziert und schlechter werden.

Und weiter Wachstum über ALLES stellt. Eine große Idiotie, die glücklicherweise immer mehr Menschen nicht mehr mitmachen wollen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 22. Oktober 2019

Ein Hauptfehler unserer Gesellschaft!?

In unserer hoch entwickelten und so zivilisierten und kultivierten Gesellschaft läuft vieles falsch.

  • Der Gegensatz von arm und reich wird immer stärker.
  • Die Hälfte des Vermögens der Welt gehört immer weniger Eigentümern, aktuell spricht man von zirka fünfundzwanzig.
  • Immer wieder werden grausame Kriege geführt.
  • Die einen verfetten, die anderen verhungern.
  • Auch in Demokratien wird der Wille der Mehrheit missachtet, wenn er der Position der Mächtigen widerspricht.
  • Der Planet geht kaputt und keinen störts.
  • und so weiter …

 
Dafür muss es doch Ursachen geben. Da fallen mir menschliche Schwächen ein. Da gönnte die Gier und der Neid dabei sein, das unbedingte „Haben Wollen“ und der Egoismus. Denen steht aber so viel Positives und Liebenswürdiges gegenüber, dass es das allein eigentlich nicht so sein kann.

Ist doch ganz einfach!

Ich habe viel darüber nachgedacht und einen massiven gesellschaftlichen Konstruktionsfehler gefunden. Es geht um die Rechtsfähigkeit. Ich zitiere die Definition aus Wikipedia:

Rechtsfähig ist, wer über Rechte und Rechtspflichten verfügt und deshalb rechtsgestaltende Handlungen vornehmen kann.

Aha! Das klingt einleuchtend. Denn das ist ja die Basis unserer Zivilisation.
Ich zitiere weiter aus Wikipedia:

Über Rechtsfähigkeit verfügen von Natur aus nur Menschen, denn sie sind Sender und Adressat der umfassten Gebote der Rechtsordnung.

Das klingt logisch.
Aber (Zitat geht weiter):

Daneben können auch Verbünde von Menschen, juristische Personen, insbesondere private Vereinigungen und öffentliche Körperschaften, von Rechtspflichten und Rechten (z. B. als Eigentümer) betroffen sein.

Das klingt sinnvoll.
Aber schon wird es kompliziert. Denn:

Wird unter „Recht“ eine Ordnung menschlichen Verhaltens verstanden,[1][2] so sind die Pflichten und Befugnisse einer juristischen Person den Menschen zuzurechnen, die in dem Verband organisiert sind, wobei die Verbandsverfassung näher bestimmt, wer welche Pflichten des Verbandes zu erfüllen hat und wer dafür zuständig ist, bestimmte Befugnisse des Verbandes auszuüben (Kompetenz).

Es gibt also natürliche und juristische Personen. Mir scheint, dass beide sehr unterschiedlich sind. Natürliche Personen sterben, ihr Lebe  hat ein natürliches Ende. Juristische Personen dagegen können ewig leben. Das ist kaufmännisch gesehen ein großer Wettbewerbsvorteil! Denn die juristischen Personen haben die selben Rechte – besonders das Eigentum – betreffend wie die natürlichen.

Das mag noch durch gehen, wenn die Menschen (Eigentümer der juristschen Person) hinter der juristischen Person noch sichtbar sind. Aber gilt das noch?

Die französische Aktiengesellschaft heißt sehr treffen „societé anonyme“. Was wird aus der juristischen Person Gesellschaft, wenn die Gesellschafter hinter der Institution nicht mehr sichtbar sind? Oder die Gesellschafter ihr Interesse an der Institution auf den „shareholder value“ reduziert haben!Oder es gar keine Gesellschafter mehr gibt, weil die Gesellschaft die Anteile an sich alle aufgekauft hat. Wenn dann noch Organe und Agenten der Gesellschaft bedingslos und kritiklos bereit sind, dem endogenen Zwecke der Institutionen zu dienen, dann kann man schnell von „anonymen juristischen Personen sprechen“, die vom Kapital gebildet werden.

Diese Überlegung könnte man weitertreiben: Was passiert wenn so eine anonyme Kapitalgesellschaft von einem Computer mit Künstlicher Intelligenz gesteuert wird?

Man sollte sich vielleicht wirklich eine Reform überlegen, die die Rechtsfähigkeit von juristischen Personen von der Rechtsfähigkeit natürlicher Personen differnziert,

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 18. Oktober 2019

Leseproben.

Vor kurzem habe ich vom Buch „Was dem Leben dient“ (RUPERT LAY LESEBUCH) berichtet.

Eigenes Bild.

Hier zitiere ich vier Texte aus dem Rupert Lay Lesebuch. Das Buch ist eine lockere Zusammenfassung,   von Definitionen, Stellungnahmen und Aussagen zu Themen, die Rupert Lay sein Leben lang bewegt haben.

Dies sind Ethik und Verantwortung, Führung und Autorität, Sprache und Kommunikation, Menschenbild und Personalität, Religion und Christentum, Wirklichkeit und Realität, die großen Systeme und Traditionen (Gesellschaft | Unternehmen | Gewerkschaften | Verbände |Kirchen | Politik), Wirtschaft und Technik.

Zu all diesem hat er konstruktiv und kritisch, oft auch revolutionär und provokativ in vielen Büchern Stellung genommen.

Im Lesebuch findet sich eine Sammlung  „best of“ zu all diesen Themen; daraus habe ich ein paar ganz kurze und längere zum Probelesen ausgesucht. Vielleicht regt das zum Weiterlesen in den Büchern an?

Redaktionelle Anmerkung:
Die zitierten Texte habe ich invers gesetzt. Alle Begriffe in den Zitaten, die mit einem Schrägstrich markiert sind wie /Begriff werden im Buch definiert


VERSCHLEIERN  (Gesellschaft)

Laut Joseph Schumpeter eine Lieblingsbeschäftigung von Politikern, seit es diesen merkwürdigen, schmarotzerischen und eigentlich völlig unnötigen Berufsstand gibt. Sie behaupten, ihr /Handeln sei uneigennützig am /Gemeinwohl orientiert, obwohl sie am Gemeinwohl nur insofern interessiert sind, sofern es ihrem Eigenwohl nicht widerspricht.

Da kann man trefflich diskutieren, aber ich fürchte, da steckt ein kräftiges Maß an Richtigkeit drin.


VF VERZÖGERUNGSFAKTOR  (Unternehmen)

Gibt an, ob die Anpassung der Unternehmensstruktur an veränderte /WEIB eher schneller oder langsamer erfolgt.

Anmerkung von mir: WEIB steht als Eselsbrücke für Werte, Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse der Menschen. Und wie schnell Unternehmen stehen bleiben können, wissen wir alle.


WENN MENSCHEN ZU AGENTEN WERDEN (Führung und Autorität)

In nicht wenigen Institutionen haben nur diejenigen Menschen eine realistische Chance, im Namen und im Auftrag der Institution zu handeln – also Führungspositionen innerhalb der Institution zu übernehmen – die nahezu kritiklos bereit sind, dem endogenen Zwecke der Institutionen zu dienen.

Ich habe in Kirche, Staat und Unternehmen nicht wenige solche uneigenützigen Diener kennen gelernt. Für den Bestand ihrer Organisation sind sie bereit, nicht nur ihr Bestes – nämlich ihr Leben, ihre  Arbeitskraft, ihr Privatleben und ihre moralischen Wertvorstellungen – zu geben, sondern auch gegen Recht und Gesetz zu verstoßen.

Quelle: Wie man sich Feinde schafft, 1994, Seite 197


DAS MITTELMAß ALS FEIND DER WEISHEIT  (Ethik und Verantwortung)

Nicht der Bösewicht ist der Schurke, sondern das Mittelmaß, wenn man die politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Dramen unserer Zeit zu betrachten oder gar aufzuzeichnen  versucht.  Schon Platons Vermutung, dass die Demokratie die Herrschaft des Mittelmaß bedeutet, hätte uns nach der Einführung demokratischer Systeme nach 1848 etwas vorsichtiger mit dieser Herrschaftsform umgehen lassen müssen. Nun, das haben wir versäumt – und so beherrschen uns in  Politik und Wirtschaft, im sozialen (etwa auch in den Gewerkschaften) und im Kulturellen (etwa in den Kirchen) das Mittelmaß.

Quelle: Weisheit für Unweise, 1998, Seite 200

 

Ich finde, dass jeder Absatz in Ruperts Lesebuch ein klares Statement ist, das inspiriert, Impulse gibt. Und zum Nachdenken anregt.

RMD

 

Und wieder schwappt eine gewaltige Welle des gefühlten Antisemitismus über das Land.

Natürlich war es wieder der „rechtsradikale Terrorismus“, der die „Allianz der Anständigen“ in ihren Grundfesten erschüttert.

Ist das so ?

Der „aktuelle“, durchgeknallte Vollidiot von Halle ist kein Terrorist, sondern ein Psychopath.   Bei der Bundeswehr ausgebildet, konnte er nicht einmal eine Synagogentür öffnen, zerschoß dafür seine eigenen Reifen und expedierte schlußendlich zwei „Volksgenossen“ zur Hölle.  Solche Idioten sind, zumal im Osten der Republik, unvermeidlich.   Interessanter wäre es da schon, zu wissen, woher der Spinner die Maschinenwaffen hat.   Sowohl der hirnlose Möchtegern-Nazi als auch der schwedische Massenmörder Anders Breivik waren begeisterte PC-Daddelspieler.   Ich bin ja gegen Verbote aller Art, aber vielleicht sollte unsere Regierung aufhören, dieses primitive Pseudogeballere auch noch als „E-Sport“ zu fördern.

Aber:   Ein solches Attentat wie das in Halle hat mit Antisemitismus nichts zu tun.  Genausowenig, wie der abendliche Besuch bei Herrn Lübcke duch einen übereifrigen Fan mit Püster einen „rechtsradikalen“ Hintergrund hat  —  jeder kann es sich heute noch auf „Youtube“ angucken:   Wenn ein Politiker einem Auditorium entgegenschleudert, „Wer nicht unser Wertesystem vertritt, der kann gehen“, der bettelt förmlich um seine Entsorgung nach Artikel 20 Grundgesetz.

 

Das große Halali auf die bösen rechten Neonazis hat einen ganz anderen Zweck:  Den Blick auf das Offensichtliche zu verstellen.

Denn der neue deutsche Antisemitismus kommt von links !

Erinnern wir uns an den Dummschmus, den Martin Walser anläßlich einer albernen Benefizveranstaltung für den deutschen Buchhandel erbrach, noch vor der Jahrtausendwende:

Die ständige Vorhaltung der Schande, die das deutsche Volk durch den Genozid auf sich geladen hat, diene nämlich nicht dazu, das Vergessen zu verhindern, sondern werde ganz bewußt instrumentalisiert, um politische Ziele zu erreichen.

Ganz großes Kino.   Und Walser bekam das erstemal seit 20 Jahren wieder einen hoch:   MARTIN WALSER AUF SEITE 1 IN BILD.   Endlich: Das gemeine Volk liest Martin Walser.   Das ist Herrn Handke trotz des Nobelpreises nicht gelungen.  Oder Thomas Bernhard.  Mit gutem Grund auch.

Schon klar, daß jeder, aber auch wirklich jeder, diesen unglaublich gefährlichen Blödsinn nachsabbelte.   ENDLICH sprach jemand laut und deutlich aus, was wohl seit Jahrzehnten in den kleingeistigen Spatzenhirnen der dummdeutschen Mehrheit gefangen war.   Der unterwürfige, feige Bundesmichel hätte sich auch nie getraut, seinen „Gefühlen“ freien Lauf zu lassen.   Weg mit der „Schande!“.

Henryk M. Broder faßte in seiner konzisen Art zusammen:

„Die Deutschen haben den Juden Auschwitz nie verziehen“.

Walsers Ausfluß bewirkte einen Dammbruch wie seinerzeit die geniale „bouncing bomb“ am Möhnesee.   Seither ist meine Scham, dem deutschen Volk anzugehören, womöglich noch größer geworden:   Der industrielle Massenmord, begangen nicht nur von einer kleinen Gruppe ideologisch verblendeter Krimineller, sondern, regelrecht freudig, von einem ganzen Volk, ist ein so bedeutendes Phänomen, daß die Narben für alle Ewigkeit offengehalten werden müssen.

Wie wichtig dies ist, zeigt die Verwandlung der „Grünen“ und „Linken“ in waschechte „Neo-Nazis“, die elementare Grundrechte anderer beschneiden, Bücher verbrennen, Mensche öffentlich denunzieren, nicht genehme Demonstationen blockieren und die Freiheit der Lehre zur Farce werden lassen.

Und keiner erkennt:  Extremismus führt nicht nach Auschwitz.   Konformismus führt dort hin.

 

Ganz kurz vor seinem Tode ist Karl Lagerfeld tatsächlich ein Satz herausgerutscht, in dem es nicht um Karl Lagerfeld ging:

„Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns doch heute noch für. Und jetzt lässt Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land.  Und damit hat Frau Merkel die AfD stark gemacht.  Das ist erbärmlich“.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

-hb

Roland Dürre
Dienstag, der 15. Oktober 2019

Melancholy in October .

In the warm country!

On Thursday, I went to the Sommerhausen Torturmtheater. It was the opening night of “All you Want” by  Mathieu Delaporte and Alexandre de la Patellière. It was a great night and we enjoyed it very much.

Afterwards, I had arranged to meet someone. He never showed. They tell me he fell sick and has to stay in bed.

On Friday, back in Neubiberg, I have a dinner appointment. It was cancelled. Due to sickness.

On Saturday, in the Neubiberg Cabaret “Platform Three“, my friend Lothar is acting as stage director because the professional who was supposed to do it has cancelled. He caught a cold.

On Sunday, I am scheduled to meet my daughter and her boyfriend. Her boyfriend is sick.

So now it has arrived – the evil autumn. And afterwards, the even more ruthless friend winter is waiting to take over. Against climate change.

And I know that, like every year, I, too, will be affected. I will catch cold and suffer from a sore throat more than once.

Why am I stupid enough to stay around? Allegedly, I have freedom to go where I want to go. Nobody forces me to stay. All I would have to do is buy a flight ticket – for instance to La Réunion. Where it is warm and I would still be staying in Europe, even in the EU. My flatrate would be valid and I could pay with Euros and enjoy life.

The French “savoir de vivre“ would really be to my liking. Since, through my taxes, I partly finance this French Paradize, I am actually even entitled to it. And I would not catch a cold. In exchange, my linguistic competence in French would retrieve its old splendour.

All I would have to do is board a flight and then stay in La Réunion for a few months. Until the sun returns to Europe. And then I could return to European Soil in a good mood in April after de-boarding a plane.

I am not going to do it because Barbara wishes to be in Munich for Christmas. With our children and grandchildren. There is no way she can be persuaded to miss it.

To be sure, I know some women who would be quite happy if their husbands were willing to spend the frosty part of their late life in warm climates with them. But those husbands would never come up with the idea.

But you cannot persuade my significant other to go abroad at Christmas. She prefers to suffer – as a just punishment – under my bad mood that was caused by a cold and a sore throat (and by the darkness and the poor weather). But she is quite willing to accept that. I have no chance. And thus, I stay at home.

Perhaps, instead of going to the airport, I should go and see a general practitioner? And maybe I should get a flu vaccination? Except that I do not really believe in such dubious methods.

I would wish to see a clean big data analysis that researches how many of those people who have been vaccinated actually catch the flu. And compare it to an analysis that finds out how many of those without a vaccination caught it. I have been looking for this kind of study intensely, but could not find it.

But probably, due to data security, such an honest study cannot even be considered. And if that is not a hindrance, then the producers of the vaccination material are opposed to it. They are more interested in the mercantile than in the medical results – and (at least so I heard), the former are quite good, thank you very much. I wonder if the same is true for the latter. Or are, perhaps, those results so bad that they would only minimize the sales?

I found a lot of online advertising for the vaccination. And they praised the fact that the new vaccine this year is against four instead of three (1) (1) pathogenes. What a gigantic progress! What a pity that the flu virus mutates with such speed and that there are so many variants.

Perhaps the flu vaccination is a little like the lottery: If, instead of processing three tables in summer, the enthusiastic lottery player will now process four tables in winter, his chances of hitting a jackpot are not really a lot better, are they? Well, those are sad ideas full of autumnal melancholy. Consequently, I am doing really poorly.

And then it gets even worse. Because I remember that the Golf Stream is weakening and might topple at any moment now. Is that good news or bad news? After all, it would mean that local winters get so uncomfortable that my dear wife will immediately be willing to migrate to La Réunion with me.

But then, this is not a hope of mine. Because if it comes to this, it will be too late. Everything at home would lie in ruins. My many wonderful Euros would not help me at all, nobody would be willing to take me in in a nice warm country. And I am not sure if I would wish to flee illegally. I would perhaps remain at home because I would prefer dying of the cold in Germany to drowning in the Mediterranean.

How bad. But now, instead of falling victim to a winter depression, I remain in my autumnal melancholy,

RMD
(Translated by EG)

Roland Dürre
Donnerstag, der 3. Oktober 2019

RUPERT LAY LESEBUCH

 

Was dem Leben dient.

 

Da steht alles drin.

Ein ganz wichtiges Buch. Das mich tief berührt. Denn es hat eine besondere Geschichte:

Zur Jahrtausendwende hat sich eine kleine Gruppe meiner Freunde im gemeinützigen Ronneburger Kreis e.V. (der mittlerweile aufgelöst wurde) zusammen getan und die vielen Definitionen von Begriffen aus dem alltäglichen Leben wie aus Wirtschaft und Gesellschaft in den Büchern wie aus dem Wirken Rupert Lays gesammelt. Das entstandene kleine Werk haben wir das  „Wörterbuch zur Ethik des Rupert Lay“ genannt und im Ronneburgerkreis veröffentlicht (siehe Bild unten).

Das war eine schöne Sammlung von wichtigen Texten. Es hat mir Spaß gemacht, es immer wieder aufzuschlagen und mich an dem einen oder anderen Artikel zu erfreuen oder sich mit diesem auseinander zu setzen.


In diesem Sommer feierte Rupert seinen 90. Geburtstag. Norbert Copray hatte die Idee, das Wirken von Rupert Lay aus diesem Anlaß mit einer besonderen Veröffentlichung zu würdigen. Es sollte ein großer Überblick der Gedanken Rupert Lays werden, in dem das freie Rumschmökern in anspruchsvollen Texten Spaß macht. Ein schweres Unterfangen, das mehr als gelungen ist.

Die Quelle für das Lesebuch (2002)

Als geeigneten Grundbaustein fand er unser „Wörterbuch“. Aber das „Wörterbuch“ hatte er nur in Papierform vorliegen. So machte es sich auf die Suche nach der digitalen Quelle. Und so fand er mich.

Die digitale Quelle war verschwunden. Aber in der digitalen Welt ist das ja kein großes Problem mehr. Mein Freund Wolfgang Groß übernahm die Aufgabe und stellte kurzer Hand ein hochwertiges digitales Exemplar vom Wörterbuch her. Und Norbert Copray und Erich Ruhl-Bady konnten loslegen.

Und sie haben etwas ganz Großartiges geschaffen. Aus dem Wörterbuch ist ein Lesebuch geworden, dass viel Klugheit, Klarheit und auch Frechheit enthält. Auf fast vierhundert Seiten finden wir ein Feuerwerk von Gedanken, mit denen sich auseinandersetzen lohnt und das richtig Spaß macht. Diese Gedanken findem wir thematisch schön geordnet. Zum Teil sind sie nur eine Zeile lang und selten länger als eine Seite. Richtig schön zum lesen.

So lohnt es sich immer, zwischendurchs ins Buch reinzuschauen. Aber Vorsicht: Man wird förmlich süchtig und bleibt dann schnell eine oder mehr Stunden hängen, und wundert sich dann um diese Jahreszeit, dass es so schnell dunkel geworden ist.

Großen Dank an Norbert Copray und seine Mitstreiter!

RMD

P.S.
Wer sich dieses Buch nicht besorgt versäumt etwas.