Roland Dürre
Donnerstag, der 22. November 2018

Auf der DOAG

Ich war mal wieder Referent.

Mein Freund Dietmar (Neugebauer) war viele Jahre (gefühlt Jahrzehnte) der Präsident der DOAG. DOAG ist die Abkürzung für Deutsche Oracle Anwender Gruppe. Jedes Jahr im November macht die DOAG in Nürnberg ihre große und legendäre Jahres Konferenz und Ausstellung.

Dank Dietmar war ich viele Jahre dort mit einem Vortrag vertreten. Vor einem Jahr wollte ich mal etwas anderes machen und habe gemeinsam mit Christian und Knud gezeigt, wie moderne Kommunikation gehen könnte (davon gibt es auch ein Video).

Mit dem Erfolg in 2017 wollte ich mein Engagement bei der DOAG beenden (man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist). Dietmar liess aber nicht locker, so haben wir beide auch 2018 (am 21. November) wieder etwas gemacht – diesmal zum Thema „funktionale Kommunikation“. Und haben zu „unserer fishbowl eingeladen“. Und es war wieder schön.

Die fishbowl wir wie folgt organisiert:

Themenauswahl

Wenn man „funktional“ kommuniziert, ist es hilfreich ein Thema zu haben. Aber wie findet man ein Thema? Unser erster Gedanke war eine „Thema-Findungs-Kommision“ ins Leben zu rufen, die die Themenauswahl durchführt. Aber das ist natürlich Blödsinn.

Die Regeln und die Intension unserer fish bowl habe ich kurz vor der Veranstaltung in meinem Kommunikationsartikel beschrieben. Wir haben uns einfach angeschaut, was denn am Morgen der fishbowl so in der Zeitung ganz oben stand bzw. im Radio als erstes berichtet wurde. Denn die Paywall – Verzeihung die Medien – haben die Aufgabe, die Nachrichten, die uns aktuell betreffen, zu liefern und sollten so eine gute Quelle sein. Dietmar und ich haben dann gemeinsam mit Dr. Marius Poersch und Wolfgang Taschner zu viert diese Themen betrachtet und vier davon ausgewählt.

Auswahl der Themen

Hier die vier Themen am 21. November, die wir in Funk und Presse gefunden hatten:

  • Wie passt #newwork in unser Leben
    (Work-Life-Balance, Motivation, Erfahrungen, wie geht’s konkret)
  • #dieselverbote Überwachung
    (Umweltschutz, Datenschutz, Überwachungsstaat, Menschenwürde)
  • Die Jugend hat #Angst vor dem Internet
    (Mobbing, süchtig werden, Verlust der Datenhoheit und des Eigentums an seinen Daten)
  • Urheberrecht
    (upload-Filter aufgrund neuer EU-Gesetze, Zugang zu Youtube als gewohnte Realitiät, Reaktion von Youtube-Management aufgrund von Bedrohung)

Wahl des Themas durch Abstimmung

Wir hatten vier Flipcharts vorbereitet mit diesen vier Themen ergänzt durch einen wichtigen Gedanken zur Abstimmung vorbereitet. Dietmar hat die Themen kurz erläutert – dann ging es auch schon zur Abstimmung über die Themen.

Jeder im Raum hatte einen roten Punkt, den er auf eines der „Plakate“ kleben durfte. Mein Thema war „Urheberschutz“, so habe ich meinen roten Punkt dorthin geklebt. Dort waren am Schluss leider (für mich) nur ganz wenige, während das #newwork-Plaket fast rot war von den vielen roten Punkten.

So hatten wir ein Thema – das die absolute Mehrzahl der an diesem Tag und an diesem Ort teilnehmenden Menschen favorisierte. Eine gute Voraussetzung für die fishbowl. Blitzschnell und durchaus selbst organisiert.

Die fishbowl

Zum Start haben die vier „Experten“ (Dietmar, Marius – der einzige wirkliche Experte, Roland und Wolfgang) auf den 6 Stühlen (aufgrund des guten Besuchs hatten wir im inneren Kreis einen Stuhle mehr als geplant aufgebaut) Platz genommen. Wir haben alle unser Statement abgegeben und dann den Dingen ihren Lauf gelassen.

Und es wurde in guter Lauf. In 45 Minuten wurde inklusive der Vorbereitung viel Kluges gesagt. Es gab wertvolle Ergebnisse, die Teilnehmer hielten sich wunderbar an die Regeln (sich kurz fassen, ausreden lassen und auf die Gedanken des Vorredners eingehen).

Das Wechseln klappte in beide Richtungen prächtig, die Abstimmung war herausragend gut. Mein Resumée auch als „normaler Teilnehmer und -geber“. war, dass ich selten in so kurzer Zeit soviel neue Gedanken, Impulse und Denkanstösse bekommen habe wie in dieser Fishbowl.

Feedback-Runde

Die  Feedback-Runde zeigte dann, dass die meisten Teilnehmer die Veranstaltung ähnlich empfunden hatten. Dietmar hat mir geschrieben, dass er noch den ganzen Abend viel Lob bekommen hätte (ich war schon wieder weiter).

Nebengedanken

Zeitlich war direkt nach uns die bei der DOAG Konferenz immer gute zentrale Keynote dran – gestern mit Lars Vollmer. Lars hatte ich noch nie persönlich getroffen und kannte ihn nur über seine Veröffentlichungen. In seiner Ansprache hat er das „Business-Theater“ beschrieben, das vielerorts statt findet. Und ich habe bei ihm viele Gedanken heraus gefiltert, die mit den Gedanken aus unserer fishbowl recht gut zusammen gepasst haben.

Und ich stelle mir die Frage: Warum machen Unternehmen nicht öfters eine fish-bowl mit ihren Mitarbeitern, um sich ihres eigenem blödsinnigem Business-Gekasperl bewußt zu werden?

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 24. Dezember 2017

Zwei Kurzvideos im DOAG.tv

Weil ich gerade öfters mal auf Videos verweise, hier ein Kurz-Interview mit mir als DOAG@Talk:

Von diesem Interview im DOAG.tv habe ich hier (in IF-Blog.de) schon mal berichtet. Aber es noch nicht verlinkt.

Wenn wir schon beim DOAG.tv sind, dann auch noch ein Interview, das Dietmar Neugebauer mit mir zum Thema Management gemacht hat. Da ging es um
„PROFIT, UMSATZ, GEWINN KANN MAN MESSEN – IMMATERIELLE WERTE ABER NICHT“:

Hier der Link zum Video.

Und auch dazu gibt es einen IF-Blog-Artikel.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 12. November 2016

Interview im DOAG-TV zur „Digitalisierung“

DOAG22016-K-A-Banner-180x180_speakerVom 15. bis zum 18. November 2016 findet die 29. Auflage der DOAG Konferenz + Ausstellung in Nürnberg statt. Ich war dabei und durfte einen Vortrag halten – und für DOAG-TV ein Interview geben. Hier die Fragen und meine Antworten:


Wann und wie begann, Ihrem Verständnis nach, eigentlich die Digitalisierung?

Digitalisierung beginnt für mich mit der “Verschriftung von Sprache”. Das hat ein paar Tausend Jahre nach dem Entstehen von Sprache begonnen, vielleicht so vor um die 5.000 Jahre. Dann kamen die Informationsträger für Schrift – wie Papyros, Papier und IT und Maschinen wie die Druckerpresse, der Bleisatz und schließlich das Internet.

Schrift wurde übrigens zuerst für die Bedürfnisse der Wirtschaft (des Handels) erfunden. Die Wirtschaft ist der Erfinder alles Dinge – nicht der Krieg. Krieg ist bestenfalls eine extreme Art von Wirtschaft – und wie ich finde, eine höchst fragwürdige und pervertierte.

Auch damals waren die Zeiten schon "digital".

Auch damals waren die Zeiten schon „digital“.

Wo stehen wir heute, und was bedeutet die Digitalisierung für das „analoge“ Wesen Mensch?

Der Mensch ist und bleibt ein analoges Wesen. Durch die “Kulturtechniken” wie Lesen und Schreiben wurde der Mensch ein wenig digital. Aber eben nie so richtig. Denn die Umsetzung von digitalen Erfahrungen in sein analoges Vorstellungsvermögen gelingt dem Menschen auch heute noch nicht so richtig. Man denke an das Geheimnis der großen Zahl. Linear ist schwer genug, quadratisch (geometrisch) wird schon sehr schwierig, logarithmisch unmöglich. Wissen Sie, können Sie sich vorstellen, was 200 Billiarden (deutsch) EURO sind (Das ist die Summe, mir der sich die Länder der EU jedes Jahr neu verschulden)?

Den Verlust der Fähigkeit im Kopf oder auf Papier zu rechnen hat schon der Taschenrechner bewirkt. Wer kann noch im Kopf oder auf Papier rechnen? Wer kann noch ohne Rechner eine Wurzel ziehen oder einen logarithmischen Wert berechnen?

Ein Blick in die Zukunft: Wohin wird uns die Digitalisierung führen?

Verblüffender Weise könnte die Digitalisierung zu eine Re-Analogisierung unseres Lebens führen. Früher habe wir digitale Daten mit dem Modem (Modulieren & Demodulieren) in analoge Signale umgewandelt und über eine Leitung gesendet. Und am anderen Ende hat das Modem wieder in digitale Daten umgewandelt. Heute wandeln wir analoge Signale (Ton und Bild) für den Transport in digitale Daten, zerhacken diese in kleine Datenpakete, leiten sie über ein Paketvermittlungsnetz, sammeln und reihen sie dann wieder auf und rekonstruieren das analoge Signal aus den digitalen Daten. (So gibt es auch kein Rauschen mehr 🙂 ).

Was wird kommen?

  • In der Kommunikation: Facilitation wird immer wichtiger. Es wird gelten: Mehr Bilder und weniger Schrift. Mehr sprechen und mehr zeichnen und weniger schreiben. Audio wird immer relevanter – auch als Teil der asynchronen Kommunikation. Podcasts und Videos werden weiter auf dem Vormarsch sein.
  • Ein „rudimentäres Analphabetentum“ wird sich weiter ausbreiten. Die Sprache wird gewinnen. Starke Metapher werden wichtig, das Bewusstsein für “restricted code” und “elobarated code”.
  • Sprach- und Gestiksteuerung wird dominant werden.

So oder anders könnte die Zukunft werden. Aber Zukunft ist halt nicht vorhersagbar.


Soweit das Interview! Einen Vortrag mit dem Titel „Digitalisierung – ein großer Irrtum“ werde ich auf der DOAG-Konferenz am Mittwoch halten. Und habe soviel spannende Themen gesammelt, dass ich gar nicht weiß was ich erzählen soll. Das macht mich aufgeregt. Aber zuerst kommt ja am Dienstag das Interview. Wenn es online ist, werde ich es natürlich auch in IF-Blog verlinken. Und da schon ganz neugierig, was ich dann tatsächlich erzählen werde.

Das Bild entstand übrigens bei meinem letzten Vortrag auf der DOAG-Konferenz in 2015.

"Zur Erinnerung an meinen Vortrag in 2015 (created by Christian Botta")

„Zur Erinnerung an meinen Vortrag in 2015 (created by Christian Botta)“.

RMD

Jetzt bin ich wieder zu Hause aus Dornbirn und im Wochenende angekommen. Es war eine starke Woche. Zuerst zwei Nächte in Nürnberg mit einem langen Tag auf der #DOAG2015 und dann Donnerstag bis Samstag ein ganz starkes PM-Camp in Dornbirn #PMCampDOR. Die beiden Hashtags verlinken übrigens auf die Tweets zu den beiden Veranstaltungen, es lohnt sich das anzusehen.

Auf der DOAG 2015 durfte ich ja letzten Mitwoch wieder einen Vortrag halten:

„Kreativer Raum – gesunder Raum!“

Hier das Bild vom Christian und meine Kurz-Skizze zum Vortrag.

"created by Christian Botta"

„created by Christian Botta“

Heute: Arbeitssituation in Unternehmen scheint oft unerfreulich, es gibt (viele) Mitarbeiter, die innerlich gekündigt haben, Gehalt wird nur noch als Schmerzensgeld empfunden. Aber zum „Love it, change it or leave ist“ reichen Mut und Kraft halt nicht mehr.

Sinnlose Besprechungen, Gefühl der Machtlosigkeit, Burnout sind das Ergebnis. Dagegen will man etwas tun, siehe auch BGM (Betriebsgesundheitsmanagement).

So ist Wandel ist allerorten, Konferenzen werden von Unkonferenzen abgelöst, ich gehe lieber auf Barcamps…

Und ich präsentiere hier die Geschichte meines Vortrages. Eine Kurzfassung musste eingereicht werden. Dann die Präsentationsunterlagen. Auch Folien sollte ich einreichen. Hatte aber kein. Weil ich immer frei spreche.

Der Christian Botta von VisualBraindump hat von meinem Vortrag ein Bildprotokoll gemacht. Danke!

Heute hätte ich den Vortrag vielleicht „Komplexität, Innovation und Burnout in Unternehmen“ benannt. Wäre ein schönerer Titel gewesen als der in den Unterlagen. Oder auch „Über das artgerechte Halten von Menschen“. Weil es im Prinzip um das selbe ging wie beim „key speaker“ Gunter Dueck.

Los ging es mit den Eindrücken für den Vortrag zu Anfang des Jahres. Da hat Dietmar Neugebauer (Präsident der DOAG) hat mich angefragt, ob ich im November wieder einen Vortrag halten auf seiner Konferenz halten würden. Das habe ich gerne gemacht. Dann kamen die Denkanstöße. Das eine war OpenInnovation bei der InterFace AG gemeinsam mit FAU Nürnberg, Lehrstuhl Prof. Möslein. Bei der Abschlussveranstaltung des Projektes ein Vortrag von Dora zu „kreativen Räumen. Anschließend konnte ich mir ein gutes Bild machen, wie Räume (und Organisationen) „aussehen“ müssen, die Innovation möglich machen – physisch wie virtuell. Sie haben wohl etwas mit Partizipation, Respekt, Augenhöhe, Kultur, Muster brechen, Freude und Glück zu tun.

Ein paar Wochen hatte ich ein Interview mit Dr. Marius Poersch. Marius ist als Psychologe leitender Arzt in einer Klinik, die auch  viele Burnout-Fälle versorgt. Er möchte nicht nur „Reparaturbetrieb“ sein, sondern erforscht auch, was Menschen und Organisationen machen können, damit burn-outs minimiert werden können. Nach seinem Vortrag konnte ich mir gut vorstellen, wie so ein „burnout-freier“ Raum aussehen müsste.

Verblüffend, aber eigentlich logisch ist das Ergebnis: Die Räume sind genau die selben. Der von Dora beschriebene „Raum“, der Innovation ermöglicht, ist genau derselbe wie der von Marius, der uns gesund erhält.

Was sind jetzt aber die Ursachen für den Frust, den wir erleben? Wir vermuten, es ist die Komplexität, die uns Angst macht und die in der Folge entstehende Bürocracy unserer Gesellschaft, die versucht eine fragwürdige Sicherheit zu geben?

Einschub:
Als Beispiel für eigenen Frust als Unternehmer (Weil bei Oracle und in Nürnberg) die Geschichte von DocuMaker und der Bundesagentur für Arbeit, Misserfolg durch unsinnige Regeln, der Oracle-Middleware-Produkt-Manager kennt das Produkt nicht, Vorhersage zu Oracles Zukunft nach Larry Ellision … Viel Frust, viel Verlust für alle. Gott sei dank für uns nicht Distress, weil der Gewinn Oystress gewesen wäre.

Annahme: Eine komplexe Welt im schnellen Wandel macht uns Schwierigkeiten. Dazu kommen die Prozesse, Regeln, Protokolle, Prozesse, die die Komplexität bewältigen sollen aber vor allem uns das Leben schwer machen.

Einschub:
Bericht vom PM-Camp Berlin (Komplex versus Kompliziert)

Da wurde auch viel abstrakt diskutiert über den Unterschied zwischen komplex und kompliziert. Nach Niels Pflaeging ist es ganz einfach: Solange es nur kompliziert ist, können uns die klassischen Methoden des Projekt Management und Lösens von Problemen helfen. Aber nicht mehr, wenn es komplex wird.

Ich meine, dass es so einfach nicht ist. Habe eine Session mit Maik Pfingsten (Blogger, PoD-Cast) gehalten und mich an der Definition von Maik für Komplexität erfreut (aus Sicht des Systemingenieurs)

x – Achse: Grad an Kompliziertheit
y – Achse: Tempo der Veränderung

Je mehr von beidem, desto „komplexer“.

Ich habe das erweitert um die
z-Achse: Maß in dem es im Projekt menschelt.

Also: Je komplizierter, dynamischer und je mehr es menschelt, desto komplexer …

Aber:
Seneca: Philosophie heißt nicht reden sondern handeln.

Also:
Was können wir tun? Wenn es sehr kompliziert wird, wenn die Dinge sich immer schneller ändern und es immer stärker menschelt?

Hier gibt es keine Kochrezepte oder Best Practice, auch keine Methoden und Techniken, nur ein paar Dinge zum Nachdenken.

Ingenieure, Software-Männer, Techniker
Euch verweise ich auf das: Agile Manifesto (2001)

Unternehmer, Manager, Führungskraft
Hans Ulrich – 8 Thesen zum Wandel im Management (1982)

Einschub:
Hans Ulrich

Hier stichwortartig die „8 Thesen zum Wandel im Management“ von Hans Ulrich mit ebensolchen Anmerkungen:

  1. Ungewissheit und Unvorsehbarkeit der Zukunft als Normalzustand akzeptieren!
    Zukunft ist halt nicht vorsehbar …
  2. Die Grenzen des Denkens weiter stecken!
    Gegen „Das geht doch nicht“ oder “Das haben wir immer schon so gemacht” sein. Die Freiheit der Gedanken nicht unterdrücken. Wissen teilen.
  3. Sich in den Kategorien “Sowohl-Als-auch” an Stelle von “Entweder-Oder” bewegen!
    Schwarz-weiß ist out, Bunt ist in.
  4. Mehrdimensional denken!
    Sittlich verantwortete Güterabwägung, Menschen können eigentlich immer nur drei Gedanken parallel behandeln.
  5. Selbstorganisation und Selbstlenkung als Gestaltungsmodell für die Unternehmung verwenden!
    Verantwortung, Subsidiarität
  6. Managen als Sinn gebende und Sinn vermittelnde Funktion auffassen!
    Neues Managementbild.
  7. Sich auf das Wesentliche konzentrieren!
    Arbeitsökonomie.
  8. Gruppendynamik ausnutzen!
    Kulturen, Symbole, Riten, Rituale …

Als Mensch:
John Izzo – 5 Dinge, die Sie vor Ihrem Tode berücksichtigen sollten

Hier empfehle ich die Lektüre der Rezension des gleichnamigen Buches.

Oder auch die Erfahrungen der Bonnie Ware:

Hier ihre 5 gelernten Dinge aus der Betreuung von Sterbenden:

  1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“
  2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“

  3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“

  4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten“

  5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“

Das sind die 5 Einsichten, die Bonnie Ware bei der Begleitung von Sterbenden gesammelt hat. Ich meine, da kann man doch auch einiges Lernen fürs Leben lernen …

Das hilft alles aber nichts, wenn Sie nicht bereit sind, zu leben. Da fehlt noch etwas.

Einschub:
Ein Mentée von mir arbeitet bei Osram: Da kriselt es eh. Ein ziemlich unsinnig anmutender Umzug vom 60igerStadion nach Garching kommt dazu. Mein Mentée lebt in Unterhaching, sein Arbeitsweg vervierfacht sich. Er spürt seine schlechte Laune.
Er kommt schlecht gelaunt zu Arbeit und schlecht gelaunt nach Hause. Dialog: Wie geht es Deinem Chef? – Der ist gut gelaunt! – Was macht er anders als Du? – Der radelt jeden Morgen von Trudering nach Garching! – Radel doch auch! – Geht nicht! – Geht nicht gibts nicht!
Dann hat er sich ein e-Bike gekauft und ist auch jeden Tag geradelt. Und seitdem kommt er gut gelaunt im Büro und wieder zu Hause an. Und fühlt sich wieder soviel besser …

Vereinfacht:

Unser Körper braucht Bewegung und frische Luft. Und Zeit in der Natur. Und das kann man ganz einfach haben – nämlich mit aktiver Mobilität im Alltag. Siehe auch AktMobCmp.

Auch Seneca hat gelehrt:
Lebe im Einklang mit der Natur.
(Seneca war ein Lehrer, der seine Schüler erfolgreich und glücklich machen wollte. Leider war das nie das priore Ziel meiner Lehrer).

Wer will sein Leben in den Griff kriegen, wenn er es nicht mal schafft, seine eigene Mobilität in den Griff zu kriegen? Und Autofahren bringt eben nicht Freiheit noch ist es eine Erfüllung unseres Lebens …. (Auch wenn es uns in einem gigantischen Brainwash von einer scheinbar übermächtigen Industrie so eingeredet wird).

Also: Wir brauchen wir eine regelmäßige und schöne Bewegung!

Aber nicht so, wie ich es nach einem Kinobesuch im Eldorada in der Sonnenstraße erlebt habe. Mit Tränen in den Augen kam ich aus dem wunderschönen Film „Die Kinder der Mme Ann“. Und stellt Euch mal vor, gegenüber im 1. Stock ist ein Fitness-Studio. Mit großen Scheiben … Und man sieht dort hell erleuchtet wie im Schaufenster Menschen, die da ihr „work out“. Nach dem Motto Work Hard, Play Hard, WORK OUT …

Für mich ist das eine grauenhafte Vorstellung. Fitness geplant wie das ganze Leben. Also, auf zum Leben ändern! Und es geht. Denn wie Seneca sagt:

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer.

RMD

P.S.:
Im Vortrag habe ich noch zwei Einschübe gebracht – über den Terrorismus und über die Flüchtlingssituation. Und kurz mögliche Ursachen für beides erwähnt, aber vor allem beschrieben, warum ich mit unserer Reaktion auf und unserem Umgang mit beiden Problemen so gar nicht zufrieden bin. Meine Gedanken diesbezüglich werde ich aber in zwei eigenen Artikeln in der nächsten Zeit ablegen.

Roland Dürre
Sonntag, der 26. Januar 2014

Interview für die DOAG

„Da findet eine Evolution statt, die kaum vorhersehbar ist …“

Die Informationstechnologie entwickelt sich schneller als je zuvor. Dr. Dietmar Neugebauer, Vorstandsvorsitzender der DOAG, und Wolfgang Taschner, Chefredakteur der DOAG News, sprachen darüber mit Roland M. Dürre, Vorsitzendem des Vorstands der Interface AG, also mit mir :-). Das ganze anlässlich der großen DOAG-Konferenz 2013 in Nürnberg.

Sie haben die Interface AG gegründet. Was ist deren Geschäftsmodell?
Gestartet im Jahr 1984 als Produkt-Unternehmen sind wir mit der professionellen Textverarbeitungs-Software HIT/CLOU innerhalb weniger Jahre zum europäischen Markführer auf UNIX-Systemen aller Hersteller geworden. Um die Jahrtausend-Wende haben wir uns zum IT-basierten und Branchen-neutralen Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen gewandelt. HIT war das UNIX-Textsystem, CLOU die ergänzende 4GL-Maschine für Textgenerierung. Schon in den ersten CLOU-Versionen gab es die Möglichkeit, SQL-Scripten einzubetten, so dass der Textautomat aus der zugewiesenen Datenbank qualifiziert lesen und bei Bedarf auch in sie schreiben konnte. In vielen Einsätzen war dies die Oracle-Datenbank.

Neben der Interface AG gibt es unter dem Dach der IF-Group noch weitere Unternehmen. Was machen diese?
Unsere Tochter-Unternehmen sind spezialisiert auf Dienstleistung im Umfeld besonderer Hersteller-Technologien wie Microsoft oder allgemeiner IT-Technologien wie Virtualisierung. Ein Unternehmen fällt aus der Rolle, es ist die IF-Localization, die Übersetzungen in alle Sprachen organisiert und interkulturelle Anpassungen durchführt.

In welchem Rahmen setzen Sie bei Ihren Kunden Produkte der Firma Oracle ein?
Fast alle unsere Kunden setzen in den geschäftskritischen Prozessen die Oracle-Datenbanken ein. Diese Datenbanken sind die Basis für IT-Anwendungen aller Art.

In welchem Bereich sehen Sie die Stärken der Oracle-Produkte, wo die Schwächen?
Mein Eindruck ist, dass die Oracle-Produkte in der Regel immer sehr gut im Wettbewerb abschneiden. Bedauerlich ist aus meiner Sicht eher, dass es gerade im Middleware-Bereich keine Übersicht über die Vielfalt der Produkte gibt. Da ist noch viel Platz für Oracle nach oben.

Wie beurteilen Sie generell die Produkt-Strategie von Oracle?
Es steht mir nicht an, die Produkt-Strategie von Oracle zu bewerten. Zumal ich gar nicht in der Lage bin, die Vielfalt ganz zu überschauen. Vielleicht wäre da eine Produkt-Landkarte sinnvoll, die alle Produkte und ihre Möglichkeiten beschreibt.

Würden Sie Ihren Kunden empfehlen, ein Komplettsystem von der Hardware bis zu den Applikationen von einem einzigen Hersteller wie Oracle einzusetzen?
Warum sollte ich nicht? Ich bin schließlich ein alter Fan von Sun-Systemen. Aber im Ernst, eine integrierte und abgestimmte Architektur hat viele Vorteile, die sich wahrscheinlich auch rechnen. Eine Abhängigkeit vom Hersteller besteht ja immer, ganz gleich ob der Anbieter Microsoft, IBM, SAP oder Oracle oder anders heißt.

Was hat Sie damals an Sun so beeindruckt?
Wir waren ja eine UNIX-Firma und ich war mir damals (fälschlicherweise) ziemlich sicher, dass Windows keine Chance im professionellen Einsatz hat. Da habe ich mich freilich gründlich geirrt. Sun war damals neu  und modern – in der grafischen Oberfläche der Sun-Workstations sah ich eine große Zukunft. Zudem waren mir die damaligen Sun-Mitarbeiter auf ihren Veranstaltungen sehr sympathisch.

Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Oracle Sun übernommen hat?
Einerseits war ich entsetzt, andererseits hatte ich die Hoffnung, dass diese Akquisition eine große Chance ist. Die große Performance der Oracle Engineered Systems sind ein gutes Beispiel dafür.

Die Interface AG setzt stark auf soziale Medien. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Persönlich nur die besten. Allerdings ist es nicht immer einfach, die Menschen und auch zentrale Abteilungen zum Mitmachen zu bewegen. Witzigerweise erfahre ich oft aus Facebook, Google+ oder Twitter, was unsere Mitarbeiter gerade so machen, auch dienstlich.

Welche Vorteile sehen Sie im Einsatz der sozialen Medien im Unternehmen?
Ich betrachte das heute als ein unbedingtes Muss. Das Management hat sich über die Jahre verändert, an die Stelle des hierarchisch aufgebauten Systems gibt es heute eine vernetzte Struktur. Bei größeren zusammenarbeitenden Gruppen sind deshalb moderne Hilfsmittel erforderlich, um beispielsweise die zahllosen Besprechungen zu vermeiden. Entscheidend ist jedoch, alle Team-Mitglieder von den Vorteilen der sozialen Medien zu überzeugen.

In welche Richtung wird sich die IT in den kommenden Jahren entwickeln?
🙂 Wenn ich das wüsste, würde ich nicht hier sitzen, sondern auf einer schönen Yacht in der Karibik und einem Glas Champagner in der Hand. Seriös: ich gehe davon aus, dass die IT ihren Weg und dies sehr schnell gehen wird. Da findet eine Evolution statt, die kaum vorhersehbar oder gar bestimmbar ist. Ich gehe aber davon aus, dass die großen Impulse nicht mehr aus Europa und auch nicht mehr so stark wie bisher aus den USA kommen werden, sondern aus Asien. In der Pionierzeit von Unix war der große Nachteil für uns deutsche Anbieter, dass der deutsche Markt so viel kleiner als der Englisch-sprechende war. Heute bestimmen China und auch immer mehr Indien, wo es lang geht.

Was erwarten Sie dabei von einem IT-Unternehmen wie Oracle?
Die Kunst wäre, die richtige Mischung und/oder Gewichtung zwischen „open“ und „proprietär“ zu schaffen. Die Märkte in der IT wandeln sich schnell und sind nicht mehr von einem Unternehmen alleine beherrschbar. So sind technologische Offenheit und strategische Transparenz wünschenswert und bestimmt langfristig auch nützlich für IT-Unternehmen.

Wie sehen Sie den Stellenwert einer Anwendergruppe wie der DOAG?
Ich habe ja eigene Siemens-Erfahrungen, als Mitarbeiter wie als Lieferant. Bei Siemens gab es die Siemens Anwender-Vereinigung. Ich war immer beeindruckt, wie dadurch sehr konstruktive Beziehungen gerade mit Großkunden und Lieferant möglich waren und welcher Nutzen für beide Seiten entstanden ist.

Welche Erfahrungen aus Ihrem langen Berufsleben können Sie an andere Unternehmer weitergeben?
Vielleicht die wichtigste: Immer fähig sein, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Und agil bleiben und dogmatische Entscheidungen und Handlungen um alles in der Welt verhindern. Ansonsten versuche ich die Regeln für modernes Management von Hans Ulrich, dem Erfinder des St. Gallener Management Modells zu beherzigen. Diese sind: Die Unvorsehbarkeit von Zukunft als Normalzustand zu akzeptieren, die Grenzen des Denkens weiter stecken, sich besser vom „sowohl als auch” als vom „entweder oder” leiten zu lassen, mehrdimensional zu denken, Selbstorganisation und Selbstlenkung als Gestaltungsmodell zu begreifen, Managen als sinngebende und sinnvermittelnde Funkton aufzufassen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Gruppendynamik auszunutzen. Beachtenswert, dass diese Regeln aus den 1980ger Jahren stammen.

Das Interview ist mittlerweile bei DOAG veröffentlicht – so poste ich es auch mal hier.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 18. März 2018

Kreative Kommunikation – Texte

Da war doch etwas, das mir viel Freude gemacht hat. Am 22. Oktober 2017. Da haben wir uns in Nürnberg getroffen um am Abend etwas Neues auszuprobieren. An diesem Mittwoch planten wir eine kleine Show. Wir wollten mit Bildern, Musik und Text jammen und so „Wichtiges kreativ kommunizieren“. Zum Abschluss des „soft tracks“ der DOAG-Jahreskonfenz. Wir, das waren Christian Botta, Knud Johanssen und meine Wenigkeit. Das Thema war „Nicht Jammern sondern Jammen„. Davon gibt es auch ein Video. Hier wie angekündigt die Texte zum Video.

Zuerst  stelle ich das Solo von ALTO – dem Altosaxophon eher im mittlern Teil vor (gesprochen von Knud Johannsen)

Also sprach ALTO – das Saxophon.

Und hier meine Texte. Zur Einstimmung habe ich ein paar Stich-Worte gestanzt (Worte, die einen Stich geben). Ich habe nur nach Worten gesucht, die mit „K“ anfangen – es ging ja um „Kreative Kommunikation“.


Kaizen (in Japan schon seit den 40igern), Kapital, Kommerz, Kommunikation, Konten, Kosten & Kasten, Konsum, Konzern, Kommerz, Kontrolle & Kooperation, Krawatte, Konstruktivismus, Kontext, Kybernetik, Kommunismus (böse), Kapitalismus (gut), Kunst (brotlos), Kohle (Basis von allem), Kohlendioxid, Knud (der mit dem Saxophon), Kinder (werden nicht mehr geschlagen),, die (Loch)-Karte leitet den Siegeszug des (K)Computers ein, Katzen und Kindergarten kommen, Kruzifix geht (?), Kirche, das Krad, den Kran, das Kraftwerk, die Kernkraft, das Kraftfahrzeug, (K70 – aber nicht als Kombi), der Kosmos, Kampf (gegen Krankheiten), Krieg ( (wird geächtet, dafür auf den Straßen), Komitees, Krimi & Kinsey(-report) – das war alles krass, kollektiv und kompliziert …


Dann ging die Zeitreise los mit Text und Musik, vom Gestern zum Heute ins Morgen – Die Sterne  ****** in meinen Texten symbolisieren immer die Beiträge von Knud und Chrisitan. Und für den, der die genannten Lieder nicht kennen sollte, habe ich immer einen Link auf ein Video zum Lied gesetzt. Natürlich findet und erkennt man von Knud auf ALTO gespielte Musik auch im Video.


Gestern


***** Yesterday (ALTO & Knud)

Ja, das Gestern.

Gestern, das war das Beginn des Anthropozän – Vorschlag zur Benennung einer neuen geochronologischen Epoche: Das Zeitalters, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. (Wikipedia).

Es fing so gut an! Strom an Stelle von Kohle, welche Erleuchtung! Elektromotor anstelle von Dampfmaschine. Wunderbar!
Fehler: Strom wird immer noch aus Kohle gemacht.

Es geht immer nur um Kohle – Zeit ist Geld.

***** Money – That`s what I want (ALTO & Knud)

Gestern, das war auch:
Das Fließband (Taylorismus – nach Henry Ford oder wie in den Schlachthöfen von Chicago) hält Einzug in die Verwaltung (Ablauf- und Aufbauorganisation). Die Kaste der Ingenieure transformiert zur Manager-Kaste. Menschen sind  Ressourcen. Stechuhren auch für die weißen Krägen.

Die Macht gehört den Männern, sie sind die Macher. Positiv: Wir haben mehr Wohlstand und weniger Hunger. Wir tanzen auf dem Eisberg.

***** Dirty Dancing (ALTO & Knud)

Ein Leben in Verschwendung. Waste und Widersinn – wie die Rettungsboote auf dem unsinkbaren Schiff Titanic.

***** Titanic (Alto & Knud)

Auf der Straße klingt es: Macht kaputt, was Euch kaputt macht!

***** Brick in the wall (ALTO & Knud)

Unsere Reise geht weiter ins Heute:


Heute


***** Löwenzahn (ALTO & Knud)

Heute heißt Erfolg “Überleben”.
Mit Freude am Leben.
Um den Mut zu erhalten.

Weil das Leben immer komplexer wird: Das geht so. Es ist an sich schon komplex genug. Dann finden wir Fehler, die komplex sind. Die Behebung der Fehler ist komplex und macht das System noch komplexer. Wir finden neue, noch komplexere Fehler. So entsteht der Kreislauf der Komplexität.

***** Solo: Christians Bergbesteigung zu einfachen, komplizierten, komplexen und gar „Forschungs-„Projekten (verbaler Beitrag) unterstützt von Heidi.

Unternehmen werden zur “Excel Managed Company”. Sie werden als Maschinen gesehen. Die Manager drehen an den Stellschrauben dieser Maschine und regeln Umsatz, Profit und Börsenwert. Es wird um die Wette geplant und gewettet ohne Ende. Das Goldene Lamm heißt Wachstum. In der Politik wird viel geredet und wenig gehandelt. Wir wissen alles und tun nichts. Sachzwänge regieren und es gibt die Frauenquote.

Trotzdem: Aufbruch und Umdenken findet allerorten und in allen Dimensionen statt. Wir haben verstanden: Nicht weil es schwer ist, trauen wir uns nicht sondern weil wir uns nicht trauen, ist es schwer!


Morgen


Wir reisen weiter ins Morgen. Was wird morgen wichtig sein?

  • Weniger ist mehr!
  • KISS (keep it simple, stupid).
  • Leadership – Menschen größer machen und nicht kleiner!
  • Zukunft gelingt nicht alleine. Vernetzen wir uns und arbeiten wir zusammen. Ko-Kreativität ist angesagt.
  • Kommunikation auf Augenhöhe!
  • Zeit schenken, inspirieren und Impulse geben.
  • Freiheit: Willens und in der Lage sein sein Leben eigenverantwortlich zu führen
  • Weisheit als menschliche Klugheit.
  • Nachhaltigkeit: Produktionszyklen mit no Waste
  • Biophilie: Handle so, dass sich eigenes und fremdes Leben in seinen vielen Dimensionen sich eher mehrt denn mindert.
  • Future is female!

Wir können die Dinge richtig machen.
Wir können die richtigen Dinge machen.

Was passiert, wenn wir die falschen Dinge richtig machen?


Dann gab es noch ein paar schöne Solos von Christian (z.B. zur Komplexität), der Knud hat immer wieder „gerapt“ und natürlich gespielt; und dann haben alle gemeinsam imagine gesummt und hey jude gesungen.

Für mich (und ich glaube auch unsere Zuhörer) war es schöne 30 Minuten unseres Lebens. Und wenn Ihr jetzt neugierig geworden seid, hier der LINK direkt zum Video. Viel Spaß und Freude beim Ansehen!

RMD

Gestern war wieder Weihnachtsfeier bei der InterFace AG. Wie immer war es ein schönes Fest – mit viel Musik, Tanz und Kommunikation. Diesmal im Rock-Café im Herzen von München.

Am Abend vorher bin ich gebeten worden, ein paar persönliche und weihnachtliche Worte zu sagen. Da habe ich mir viel Mühe gegeben, einen Beitrag formuliert und gestern Abend vorgetragen. Der Text findet sich in diesem Post dann unter dem Bild.

Inspiriert hat mich ALTO, das Saxophon von Knud Johanssen, dass uns bei unserem Auftritt am 22. Oktober 2017 bei der DOAG in Nürnberg so schön begleitet hat.

Also sprach ALTO – das Saxophon von Knud Johannsen.

Hier meine Gedanken zu  Weihnachten 2017. Ich habe den Text genannt:

FALSCH oder RICHTIG?


Es fing früh in meiner Kindheit an. Meine Erzieher wollten mich zu einem perfekten Menschen formen. Ein Musterkind sollte ich werden! Der Stolz einer jeden Mutter. Immer sollte ich brav, ehrlich, gehorsam, höflich und ordentlich frisiert sein; immer sollte ich ordentlich aufrecht stehen (“Mach keinen Buckel!”) sowie laut, deutlich und korrekt sprechen – aber nur wenn ich gefragt wurde. Und vor allem sollte ich ein guter Schüler sein.

Vieles davon ist meinen Unterdrückern misslungen, trotzdem war das für mich alles andere als angenehm. Allerdings hat mich deren Vorgabe geprägt.

So wollte ich später ein “guter” Mensch sein, ein ordentlicher Mitarbeiter, ein schneller (und fehlerfreier) Programmierer, ein liebevoller Ehemann, ein verständnisvoller Vater, ein Spitzen-Manager und später ein Super-Unternehmer.

Perfektion war mein Ding, ich wollte ein “Profi” und kein “Dilettant” sein.

Anders gesagt – ich wollte die Dinge “richtig” machen!

Dann habe ich verstanden, dass es gar nicht so wichtig ist, die Dinge “richtig” zu machen.

Viel wichtiger ist es, die “richtigen” Dinge zu machen!

Meine Begründung ist einfach:
Was passiert, wenn ich die “falschen” Dinge so ganz “richtig” mache? Das kann doch leicht in eine Katastrophe führen?

🙂 So bin ich froh, dass ich Zeit meines Lebens ein Dilettant geblieben bin. Denn dann ist und war es nicht so schlimm, wenn ich mal die falschen Dinge mache oder gemacht habe!

Wer aber weiß, was “richtig” und “falsch” ist?

Ich lebe im HEUTE. Oft weiß ich nicht, was von dem, was ich GESTERN gemacht habe, “richtig” war. Wie soll ich dann im HEUTE wissen, welche Wahrheit fürs MORGEN gilt?

Heute wird viel von TRANSFORMATION und INNOVATION geredet. Menschen leiden unter KOMPLEXITÄT (ganz gleich ob vermeintlich oder tatsächlich). Die KOMPLEXITÄT macht es nicht einfacher, zu entscheiden was “falsch” oder “richtig” ist. Ich meine, dass wir KOMPLEXITÄT nur mit PARTIZIPATION begegnen und auch nur so mit TRANSFORMATION und INNOVATION konstruktiv umgehen können.

Also:
Den “richtigen”, den guten, den schönen Weg werden wir nur gemeinsam finden. Möglichst viele müssen ihr Herz und ihre Weisheit einbringen, Wissen teilen und an einem Strang ziehen.

Zur Anregung eine kleine Anekdote:

1985 traf sich aus der Musikbranche alles, was Rang und Namen hatte, um für Afrika den Song “We are the world” aufzunehmen. An der Tür des Musikstudios war zur Ankunft all der Stars ein Zettel ausgehängt: “Please leave your ego out!”.

Wobei wir wieder bei richtig und falsch sind. Denn natürlich sollten wir die “richtigen” Teile unseres Egos so stark wie möglich einbringen. Und nur die “falschen” weglassen. 🙂

So stehe ich hier in großer Dankbarkeit und Liebe und wünsche Euch ein schönes Fest, einen guten Rutsch und ein gelingendes Jahr 2018! Thank you for everything, in love!

WE ARE THE WORLD!

Wer Lust hat, darf summen und/oder singen. Weil die Botschaft ist:

NICHT JAMMERN SONDERN JAMMEN (= GEMEINSAM)!


So wünsche ich allen Menschen und besonders denen, die in irgendeiner Art und Weise mit mir oder der InterFace AG zu tun haben, ein wunderschönes und frohes Fest, einen guten Rutsch und ein absolut gelingendes Jahr 2018!

RMD

Der 22. Oktober war für uns (Christian, Knud und mich) ein harter aber sehr schöner Tag. Am Vormittag haben wir uns in Nürnberg getroffen um am Abend etwas auszuprobieren. Wir hatten eine Idee, wir wollten „Wichtiges kreativ kommunizieren“. Einfach mal ein paar Aussagen machen, die nachhaltig hängen bleiben sollten.

Wir, das waren Christian Botta, Knud Johanssen und meine Wenigkeit. So haben wir uns in einem kleinen Appartement im Kongress-Zentrum in Nürnberg getroffen. Weil wir an diesem Mittwoch am Abend eine kleine Show machen wollten. So mussten wir noch ein wenig üben.

Im Vorfeld wir hatten uns genau dreimal kurz getroffen, unsere Idee ausgebrütet und dann den Inhalt wie die Dramaturgie gemeinsam in einem „shared document“ zur Überbrückung der Raumzeit-Schwelle entwickelt.

Ab 11:00 haben wir das „Jammen“ geübt und geprobt. Bis um 16:00 Uhr ging das so, dann haben wir durch geschnauft. Um 17:00 war es dann soweit, zum Abschluss des „soft tracks“ der DOAG-Jahreskonferenz  es ging raus auf die Bühne. Mit „Kreativer Kommunikation“.

Hier das Foto nach getaner Arbeit:

Christian,  unser „Gastgeber“ Dietmar Neugebauer, Knud und meine Wenigkeit
(von links nach rechts).

Aber vorher galt:
„Gestern, Heute und Morgen“ und vor allem
„Nicht Jammern sondern Jammen!“

Hier die Uraufführung vom 22. November 2017.

Mit und von uns: (am Stift), (mit ALTO, dem Altosaxophon, unser Rapper und Bauchredner). Und ich (  – am „Sprech“) war auch dabei!

RMD

P.S.
Hier auch noch der Link zum Video:
Und für alle, die es lieber nach lesen, werde ich im nächsten Post meine Texte veröffentlichen.

Roland Dürre
Donnerstag, der 16. Februar 2017

1985 objektorientiert – heute agil digital lean open social.

Dieses Buch habe ich im Herbst 1985 auf der Uniforum druckfrisch erworben und als erster nach München gebracht.

Vor kurzem habe ich dieses Buch wieder gefunden. Das hat mich daran erinnert, dass ich im Februar 1985 (Dallas, Texas) und 1986 (Anaheim, California) gemeinsam mit Freunden auf Uniforum-Konferenzen war. Es war großartig, die Uniforum war damals die UNIX-Konferenz in USA. Diese hatte Tausende von begeisterten Besuchern, die aus aller Welt kamen. Dort habe ich eine riesige Aufbruchstimmung erlebt.

Es gab damals auch eine kleine Sensation. Druckfrische Exemplare des ganz neuen Buches zu C++ von Bjarne Stroustrup (siehe Foto links) wurden mitten hinein die Konferenz geliefert und direkt von der Palette weg verkauft. Ich habe ein paar Exemplare erworben und mit nach Hause genommen. Das dürften die ersten Bücher zu C++ gewesen sein, die Münchner Boden erreicht haben.

Da ist mir wieder eingefallen: In den 80iger Jahren habe ich immer wieder Vorträge zu Software-Entwicklung gehalten. Ein zentrales Thema war damals der Wandel in der Programmierung, das zentrale Schlagwort immer wieder OBJEKTORIENTIERT.

Ich habe auch als Auftragsarbeit für IT-Manager diverse Vorträge zum Thema „OBJEKTORIENTIERTE Programmierung“ verfertigt. So auch für ein „hohes Tier“ der Siemens AG im UB D bei D AP (oder war das damals schon SNI?). Er hatte den Auftrag, seinem „Führungskreis“ zu erläutern, was OBJEKTORIENTIERTHEIT denn überhaupt so wäre. Der Vortrag kam laut Rückmeldung gut an – genutzt hat es freilich nichts.

🙂 Heute programmiert die ganze Welt „objektorientiert“. Für meinen Geschmack sogar einen Tick zu sehr.

Später habe ich „meine Programmierstiefel“ an die Wand gehängt und bin so etwas wie ein „Unternehmer“ geworden.

Jetzt war ich nicht mehr als Technologie-Evangelist unterwegs sondern habe über Führung und Management gesprochen. Und besonders das „smarte“ Pentagramm der Begriffe „agil“, „digital“, „lean“, „open“, „social“ und deren Zusammenhänge „gepredigt“.

So habe ich berichtet, warum Mut und Freude der Menschen in den Unternehmen eine zentrale Voraussetzung auch für den wirtschaftlichen Erfolg ist. Und begründet, wie notwendig gegenseitiger Respekt und Wertschätzung untereinander (nicht nur) im Unternehmen sind. Warum Augenhöhe und gemeinsames Teilhaben und Verantworten die Voraussetzung für Innovation sind. Und warum Menschen keine „Resourcen“ sind. Und wie man den Wandel nur agil schaffen kann.

„Pro Agil“ auf dem Podium der DOAG Jahreskonferenz in 2013.

Ich habe erklärt, warum Prozesse, Regeln  und Bürokratie die notwendige Veränderung verhindern. Welch hoher Schaden durch „Tayloristische Entwicklungen“ in der Organisation entsteht und wie viel Verschwendung (waste als Gegenteil von „lean“) eine überbordende Verwaltung und die daraus folgende Verbürokratisierung des Unternehmens verursachen. Und dass es keinen Sinn macht, sich in endlosen Besprechungen zu tummeln.

Und dass Abteilungen wie „human resource“, „customer relation ship management“, „marketing“, „legal service“ etc. den Erfolg des Unternehmens eben nicht absichern sondern eher gefährden.

Und dass die jungen und guten Leute lieber für Unternehmen arbeiten, bei denen Vertrauen das zentrale Element ihrer Kultur ist.

Das kann ich alles gut begründen. Habe ich doch selber miterlebt, wie wir Software-Entwickler einen (nach meiner Meinung wesentlichen Beitrag) zu einem neuen Verständnis von Arbeit geleistet haben, der jetzt immer mehr auch in ganz anderen Branchen um sich greift (#newwork). Und so die Welt mit verändert hat.

Ob mein Trommeln für „agil, digital, lean, open, social“ als „smartes“ Pentagramm etwas nutzt? Ich bin mir nicht sicher.

Ich habe auch den Eindruck, dass meine Zuhörer das überwiegend genauso sehen. So würde ich mich freuen, wenn wir in der Deutschen Wirtschaft nicht so viel von Industrie 4.0 sondern mehr von Unternehmenskultur sprechen würden. Ganz gleich ob 2.0 oder 5.0.

Auch die großen Bosse müssen verstehen, dass unsere Unternehmen und wir nur dann gut überleben werden, wenn wir bereit sind unsere Gewissheiten in Frage zu stellen und unsere Gewohnheiten zu ändern.

Ich verstehe ja, dass es weh tut, Hierarchien wie lieb gewonnene Pfründe und gewohnte Strukturen in Frage zu stellen. Besonders wenn man Boss ist. Aber ich bitte zu bedenken: Wir leben nicht mehr in der Welt der Fließbänder von Henry Ford und auch die hohe Zeit der Schlachthöfe von Chicago geht zu Ende.

RMD

P.S.
Den Stern habe ich aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons eingebunden.

Roland Dürre
Mittwoch, der 12. Oktober 2016

Vortrag gefällig :-) ?

Meine Wenigkeit mit Prof. Dr. Kathrin Möslein im IF-Forum.

Meine Wenigkeit mit Prof. Dr. Kathrin Möslein im IF-Forum.

Eines meiner Lebensziele ist, meine Erfahrung und das von mir akkumulierte und zum Teil sehr aufwendig erworbene Wissen zu teilen – besonders gerne mit jungen Menschen. So halte ich immer wieder Vorträge und Dialoggespräche – sowohl im klassischen Rahmen wie auch im Form von Sessions auf Barcamps und ähnlichen Veranstaltungen.

Folgende Themen habe ich zurzeit im Repertoire:


 

Zum Thema „Führung“:

Was ist das eigentlich – Führen im Unternehmen?;
Untertitel: „Menschen im Unternehmen – Kultur ist alles.“

Vor kurzem gehalten bei AMOS (Allianz) vor gut 50 internen Projekt Managern.

Zum Thema „Digitalisierung und/oder digitaler Wandel“:

Was bei der Digitalisierung gerne vergessen wird.
Untertitel: „Mögliche Auswirkungen auf Gesellschaft und Menschen.“

oder alternativ

Digitale Transformation – Paradies oder Hölle?
Untertitel: „Die schöne neue Welt aus Sicht eines Unternehmers, IT-Pioniers, Bloggers, Familienvaters und Radfahrers.“

Diesen Vortrag halte ich im November auf der DOAG-Jahreskonferenz in Nürnberg und bei einer befreundeten SW-Agentur im Rahmen von „meet-up„.

Zum Thema „SW-Entwicklung“:

„Wie wir in 1984 Scrum gemacht haben, obwohl es Scrum noch gar nicht gab.“
Untertitel: „Wie führt man ein Software-Team – Antwort: Am besten gar nicht!“

Gehalten bei ein paar kleinen SW-Unternehmen / Start-Ups.

Zum Thema „Entlohnung“:

„Wir wollen nicht arbeiten, sondern Geld verdienen!“
Untertitel: “ Wie werde ich mutig und habe Freude und Erfolg.

Vortrag für Start-Ups und Freiberufler. Gehalten auch beim PMCAMP BERLIN vor ein paar Tagen (hat richtig Spaß gemacht).


 

Diese Vorträge sind ein „Schnappschuss“ – Stand heute, den 12. Oktober 2016. Natürlich verändern sich die Vorträge inhaltlich laufend, denn die Dinge ändern sich heutzutage auch schnell.

🙂 Jetzt dürft Ihr euch etwas raus suchen. Wenn Ihr mehr wissen wollt, einfach an mich wenden.

RMD

P.S.
Meine Vorträge halte ich genau dann ohne Honorar, wenn sie einem guten Zweck dienen (Studenten, Hochschulen, Gemeinwohlökonomie und ähnliches). Wenn mich ein System beauftragt, dass sich von meiner Aktivität einen Mehrwert verspricht, dann erbitte ich ein Honorar, dass in Korrelation zum voraussichtlich geschaffenen Mehrwert steht.