Roland Dürre
Dienstag, der 28. Februar 2017

Vorurteile, Aversionen und Ressentiments bringen keinen FRIEDEN.

Der Weg zum FRIEDEN fängt bei mir selber an.

Im letzten Jahr war ich ein paar Tage im philosophischen Kolleg bei meinem Freund Klaus-Jürgen Grün. Jedes Mal habe ich viel Neues entdeckt. Ein Thema unserer philosophischen Untersuchungen war das Ressentiment.

Beim Klaus komme ich ins Nachdenken, in besonderen Gegenden ins Reflektieren.

So habe ich begonnen, über meine eigenen Ressentiments nachzudenken. Für mich sind Aversionen, Ressentiments und Vorurteile die kleinen Schwestern des Hasses. Ich möchte meine finden, damit sich nicht größer werden und sich nicht meiner weiter bemächtigen können.

Wie der Hass sind sie ein Paradox. Auch sie richten sich gegen „die Anderen“, schaden aber vor allem dem, der sie in sich beherbergt. Wie die Angst finden sie im Kopf statt und machen unglücklich und aggressiv.

Und das muss ja nicht sein. Ich mag mich nicht selber beschädigen, weil ich Vorurteile gegen Dritte habe. Das ist doch unlogisch.

So versuche ich, mir meine Aversionen und Ressentiments bewusst zu machen und zu hinterfragen. Ich weiß, dass sie auf Vorurteilen beruhen, also auf völlig blödsinnigen Annahmen. Und dass sie zu schrecklicher Vorverurteilung führen können.

Es geht ja vor allem um die eigenen Selbstverständlichkeit, in der ich lebe. Täglich finde ich in mir ein neues Vorurteil, das Feindseligkeit verursacht negative Kommunikation und ungerechtes Verhalten zur Folge hat.

Schlimmer noch, ich habe festgestellt, dass ich bei anderen Menschen genau die Eigenschaften gar nicht mag, die mich bei mir selber am meisten stören. Dann denke ich mir, dass ich zuerst mal den Fehler bei mir suchen und wenn möglich abzustellen sollte. Und danach die Welt schon oft ganz anders aussieht.

So ist es viel konstruktiver, wenn ich den Weg in Richtung FRIEDEN bei mir selber starte. So werde ich selber stärker und ziehe mich nicht selbst runter, indem ich mich über andere ärger. Weil das sinnlos wie ein Kropf ist, nichts bringt und niemanden außer mir selber schadet.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 27. Februar 2017

Ein Manifest für FRIEDEN!

🙂 Es lohnt sich immer wieder Bayern2 zu hören. Diesmal war es das Kulturjournal, das voll in mein Herz getroffen hat.

Ingeborg Bachmann: Graffito von Jef Aérosol am Musilhaus in Klagenfurt

Ein Thema in der gestrigen Sendung war Literatur und Poesie in den Nachkriegsjahren. Der letzte Beitrag war ein Gespräch mit dem Publizisten Peter Hamm, das mich sehr beeindruckt hat. Die gesamte Sendung kann man als Podcast (Kulturjournal vom 26. Februar 2017) nach hören.

Peter Hamm hat sehr eindringlich berichtet, wie er Anfang der 50iger Jahre vor dem Hintergrund der Wiederbewaffnung gelitten hat. „Die Wiederbewaffung hat für ihn krass formuliert das Ende seiner Beziehung zum neuen Staat bedeutet“, so Peter Hamm im Gespräch. Damals hat er Autorinnen wie Ingeborg Bachmann und Nelly Sachs gelesen. Uns so damals das „Manifest seiner Generation“ gefunden, das Gedicht von Ingeborg Bachmann „Alle Tage“.

Und es hat in meinem Kopf Klick gemacht. Denn dieses Gedicht war auch das Manifest unserer Jugend. Es ist ein Hilfeschrei  von Ingeborg Bachmann, der aktueller denn je ist!

 

Alle Tage

Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden. Der Held
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache
ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.

Er wird verliehen,
wenn nichts mehr geschieht,
wenn das Trommelfeuer verstummt,
wenn der Feind unsichtbar geworden ist
und der Schatten ewiger Rüstung
den Himmel bedeckt.

Er wird verliehen
für die Flucht von den Fahnen,
für die Tapferkeit vor dem Freund,
für den Verrat unwürdiger Geheimnisse
und die Nichtachtung
jeglichen Befehls.

Ingeborg Bachmann
(1952)

 

Wie ich das gelesen habe, war ich nur traurig. Und gerade die letzten sechs Zeilen verkörpern meine Sehnsucht!
Wie sehr würde ich mich freuen, wenn „Alle Tage“ auch zum Manifest der jungen Generation werden würde!

RMD

P.S.
Auf dieser Seite von lyrikline findet sich ein Audio von „Alle Tage“.
Bild und Signatur von Ingeborg Bachmann habe ich im deutschen Wikipedia gefunden.

Weitere Infos zum Gedicht:
© Piper Verlag GmbH, München 1978
Aus: Die gestundete Zeit. 1953.
Heute in: Werke Band 1
München: Piper, 1978
ISBN: 3-492-11700-7
Die Audioproduktion lyrikline ist vom Norddeutschern Rundfunk (1952). Auch sie hat mich sehr beeindruckt.

Roland Dürre
Montag, der 9. Januar 2017

FRIEDEN

FRIEDEN darf nicht zur Religion werden, weil dann wird es schnell unfriedlich werden.

Aus dem selben Grund darf es auch kein Projekt FRIEDEN geben.

Scheint ein mächtiges Symbol für Frieden zu sein. Vielleicht zu mächtig?

Ich wollte ja ein Projekt FRIEDEN starten. Für FRIEDEN bin ich mehr denn je. Aber nicht mehr als Projekt.

Ich hatte die letzten Monate zahlreiche Dialoge mit klugen und friedvollen Menschen. Die wie ich davon überzeugt sind, dass Frieden das wichtigste Gut der Menschheit ist. Und habe viel von diesen gelernt und darüber nachgedacht, was ich für FRIEDEN tun kann.

Die Zusammenfassung des aktuellen Standes meiner Gedanken könnte so sein:

Ich glaube nicht mehr, dass Frieden mit Organisationen und durch Projekte erreicht werden kann.

Vor kurzem kam eine starke Frau zu mir und sagte:
„Roland, ich bin jetzt in Rente, habe unendlich viel Zeit und möchte Dich beim Projekt FRIEDEN unterstützen!“

Ich musste ihr sagen, dass nach meinem Verständnis von FRIEDEN es kein erfolgreiches Projekt FRIEDEN geben kann:

Das Projekt kann nur sein, selbst für FRIEDEN zu leben.

Zuerst mal ganz allein und nur bei sich selber. So habe ich sie gebeten, ihr ganz eigenes „Projekt“ zu starten und so für ihren eigenen und unser allen FRIEDEN einfach nur zu leben (und arbeiten). So meine ich, dass es viele kleine Projekte Frieden geben muss, die jeder für sich und zuerst mal für sich selbst macht.

Und dass man ganz bewusst auf Koordination und Abstimmung verzichten muss. Dies ist gefährlich, führt schnell zu Manipulation und Ideologie. Und schadet wahrscheinlich mehr als es nützt.

Mein Gedanke ist also, sich eben nicht organisieren, jedoch die Sensoren weit zu öffnen und achtsam und frei – vielleicht im Schwarm mit anderen FRIEDEN-Wollenden – zu handeln. Das klingt religiös. Ich mag keine religiösen Muster.

Aber vielleicht kann FRIEDEN gelingen, wenn friedvolle Menschen ihre Überzeugungen ausschließlich für sich leben und ihre Überzeugung in eigener sittlich verantworteter Prüfung im Einklang steht mit den Werten der Menschheit (wie die Goldene Regel, Biophilie-Prinzip, Würde des Menschen ist untastbar …).

Ich meine, dass auch „friedvolle“ Menschen andere Menschen NICHT aktiv für FRIEDEN überzeugen oder missionieren dürfen. Dass FRIEDEN die Voraussetzung für alles, zu dieser Überzeugung muss jeder ganz allein kommen. Sonst wird es nicht funktionieren.

Und vor allem dürfen sie auch NICHT willens und fähig sein, sich für ihre Überzeugungen auf zu opfern und so zum Märtyrer zu werden! Weil so FRIEDEN NICHT gelingen kann. Deshalb wird keine Organisation und kein Projekt für FRIEDEN Erfolg haben und FRIEDEN bringen. Und so ist vielleicht sogar das von mir gewählte Symbol für FRIEDEN links oben kritisch zu hinterfragen.

Es ist für mich nicht einfach, meine komplexen Gedanken zu formulieren. Wenn ich ein wenig verständlich machen konnte, was mich bewegt, dann freue ich mich!

🙂 Und ich mache weiter mit der Suche nach dem eigenen FRIEDEN.

RMD

P.S.
Vielleicht ist das so ein Prozess, den wir Evolution nennen.

Roland Dürre
Sonntag, der 9. Oktober 2016

Antwort auf Sigis Brief für FRIEDEN

Alles ist richtig!

Vor kurzem durfte ich Sigis Beitrag zu FRIEDEN in IF-Blog veröffentlichen. Hier meine Antwort:

Beide Fotos sind von der Enthüllung eines Denkmals (Erinnerung an 1.Weltkrieg, Schlacht in den Vogesen).

Das Foto zeigt ein Denkmal am Altmannkopf zur Erinnerung an die Schlacht in den Vogesen im 1. Weltkrieg.

Lieber Sigi,

Deine Vorstellung von Hohenlinden 2000 wie Deine Unterstützung dieses Vereins haben mich sehr beeindruckt. Ich glaube so kann es gehen!

Als durchaus sehr kapitalistischer Manager, der durchaus mit Begriffen wie Leistung und Meritokratie, Gewinn und Verlust und vor allem Effizienz und Effektivität „gedealt“, ja sich sogar ab und zu mit „Messbarkeit“ angefreundet hat, könnte ich jetzt natürlich die „Killerfrage“ stellen:

Und was bringt das, was Du machst? Stirbt deshalb auch nur ein Mensch weniger durch Krieg oder andere willkürliche Zerstörung, wie sie z.B. heute morgen im Straßenverkehr in der Nähe von Kempten wieder statt gefunden hat?

Aber das ist die absolut falsche Frage! Auch das habe ich in den letzten für mich so wertvollen Wochen verstanden, genauso wie dass FRIEDEN eben nicht messbar ist und genau nicht mit operativem, strategischem und normativen Denken, genannt „managen“, erreicht werden kann.

Von dem menschlich so verständlichen Irrweg des erfolgreichen „Managers“ und „managen“ habe ich mich übrigens auch jenseits von FRIEDEN verabschiedet, weil es nach meiner Meinung immer nur unter optimale Ergebnisse bringt.

So ist das „Projekt FRIEDEN“ in meinem Kopf durch „HANDELN für FRIEDEN“ ersetzt worden. Im gemeinsamen Bewusstsein für FRIEDEN macht jeder das, was er für richtig und wichtig hält. So wird jeder zu einem Protagonisten für Frieden. Und die, die an das glauben, was ein oder mehrere Protagonisten machen, hilft ihm oder diesen und unterstützt ihn bzw. sie nach Kräften. Das könnte so ein Weg in Richtung „SCHWARM für FRIEDEN“ sein.

Wenn ich aber bedenke, wie große die Fortschritte schon in den wenigen letzten Monaten waren und wie viel ich dabei zu FRIEDEN gelernt habe, dann bin ich mir sicher, dass für uns alle da schon bald noch eine viel größere Klarheit entstehen wird und uns immer bessere Gedanken kommen werden.

Und in einem wichtigen Punkt sind wir uns ja wohl jetzt schon einig:

Wir wollen nicht reden sondern handeln und bei uns selber beginnen.

Ist das nicht wunderschön?

Einen wunderbaren Sonntag!

Roland

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 8. Oktober 2016

Brief für FRIEDEN

Sigi Kunz, Mensch, IT-Manager, Positivist, Aktivist.

Sigi Kunz, Mensch, IT-Manager, Positivist, Aktivist.

Sigi Kunz kenne ich jetzt schon mehr als 45 Jahren.

Ich freue mich über seine Freundschaft.

Ich schätze ihn (nicht nur) als Manager und Unternehmensführer.

Als ich ihn zu unseren Aktivitäten für FRIEDEN eingeladen habe, hat er so geantwortet und mich autorisiert, seine Botschaft zu veröffentlichen.

 

Hier ist sie:

Liebe Freunde,

es ist Zeit, dass ich mich als Neuling in dieser erlauchten Runde auch einmal zu Wort melde. Zunächst geht ein Dankeschön an Roland, dafür, dass er mich potentiell als jemanden gesehen hat, der a) Interesse an dem Thema hat und b) vielleicht einen kleinen Beitrag leisten könnte.

Als damals hartnäckiger „Kriegsdienstverweiger“ – ja so nannte man das in den Siebzigerjahren – war für mich das Wort FRIEDEN fast ausschließlich besetzt als diametraler Gegenpol zu KRIEG. FRIEDEN war zu 100% das Gegenteil von KRIEG.

Mit der Zeit wird man reifer, lernt besser zu differenzieren und entdeckt auch andere Schattierungen und Werte hinter einem abstrakten Begriff. So teile ich ganz und gar die Sicht, die Roland in seinem letzten Blogbeitrag erwähnt hat, dass nämlich FRIEDEN in einem selbst beginnt, dass man zu allererst in Frieden mit sich selbst leben (lernen) muss. Dabei ist es auch von außerordentlicher Bedeutung Wege zu finden, um in FRIEDEN mit der Natur zu leben.

Rolands Beitrag vom 1. Oktober habe ich im ersten Moment vielleicht falsch interpretiert, da ich darin eine gehörige Portion Resignation gefunden zu haben glaubte. Wahrscheinlich – ich hoffe es – habe ich mich geirrt.

Warum hoffe ich das?

In meiner Persönlichkeit überwiegt in der Regel der Optimismus. Und dennoch kämpfe ich gelegentlich innerlich mit mir in der Frage, ob die Spezies Mensch, salopp gesagt, die Kurve kriegt.

Als Verehrer von Darwin und Dawkins „glaube“ ich an die Evidenz der Evolution. Und die traurige Wahrheit, die ich dort herauslese, ist die, dass in der belebten Natur eher Unfrieden die Regel ist. Fressen und gefressen werden, Nahrungskette, Populationsregelkreise gesteuert durch das Nahrungsangebot – von wegen Brot für die Welt, usw.. Frieden funktioniert dabei jeweils nur temporär und begrenzt innerhalb definierter Gruppen.

Daher habe ich die Befürchtung, dass ein großer Teil der Menschheit gefangen ist in diesem Echo der Evolution, dass es fürs eigene Weiterkommen zielführender ist alle Konkurrenz auszuschalten und zu kämpfen, gerne auch militärisch, anstatt friedlich zusammenzuleben.

Vielleicht – und hier kommt mein Optimismus zum Tragen –  ist es aber auch so, dass die Evolution gerade an der Schwelle ist zu „entscheiden“, ob die Strategie „Kämpfen“ vielleicht der Strategie „Frieden“ unterliegen könnte.

Das könnte man vergleichen mit der „bösen“ Entropie. Vor Jahrzehnten, als Student der E-Technik, kam mir nach einer Vorlesung in Physik mal der Gedanke, dass das Leben der Feind der Entropie ist, da nur Lebewesen wirkliche Ordnung schaffen. Mit anderen Worten:

Seit dem Urknall wuchs das Chaos bis zum Auftreten der ersten Lebewesen. Seitdem versuchen diese sich gegen die Unordnung zu stemmen.

So, genug von solchen Gedanken.

Was könnte oder möchte ich beitragen zum Thema Frieden? Ich nenne hier ein Beispiel, bei dem ich seit einigen Jahren aktiv mitarbeite:

Den Verein Hohenlinden 2000

Der Verein wurde 1996 gegründet mit der Zielsetzung

Altmattkopf Denkmal (11)

  1. die Erinnerung an eine fürchterliche militärische Schlacht wach zu halten und
  2. die Erinnerung zu nutzen, um mit dem ehemaligen Feind (Frankreich) im Rahmen gemeinsamer Projekte und Aktionen für den FRIEDEN zu werben, Freundschaften zu entwickeln und zu pflegen.

 

Gérard Leser, juillet 2014

Gérard Leser 2014

Ich möchte Euch auch ein Gedicht nicht vorenthalten, das von dem französischen Historiker Gérard Leser anlässlich des Gedenktages geschrieben wurde.

Am Ende der Zeremonie trug er sein in zwei Sprachen verfasstes und zum Frieden mahnendes Gedicht vor, das auch auf einer Stele am Denkmal zu lesen ist.

 

 

 

Hier die Version in Deutsch:


 

Beide Fotos sind von der Enthüllung eines Denkmals (Erinnerung an 1.Weltkrieg, Schlacht in den Vogesen).

Beide Fotos sind von der Enthüllung eines Denkmals (Erinnerung an 1.Weltkrieg, Schlacht in den Vogesen).

Altmattkopf

Gedicht von Gérard Leser

Blick in die Weite und das große Atmen der Welt
Ruhe der Berge und der Natur
dunkelgrüner Mantel der Wälder und der Wiesen
unten Dörfer die gedeihen
die Stille die uns bewohnt
und doch
vor hundert Jahren
Staub, Krach, hunderte von Granaten die explodieren
zersplitterte Körper
Wunden die bluten
zerrissene Seelen
Kugeln die zischen
Bajonette die in der Sonne glitzern
und der Hass und der Tod die herrschen
nur noch den anderen Menschen umbringen
alle Teufel sind los
Franzosen gegen Deutsche
Deutschland gegen Frankreich

1914 Bruderkrieg

Menschen gegen Menschen
Europa brennt
und die Bevölkerung die flüchten muss
alles verlassen, alles verlieren
heimatlos
Häuser die verkohlen
Ruinen, Tränen und Elend ohne Ende

1915 Sieg und Zerstörung

Stille der Friedhöfe
das Tal durch die Front entzweit
getrennte Familien
verletzte Menschheit
öde Mauern und verwüstete Dörfer
Stacheldraht der überall blüht
tiefe Schützengraben verwunden die Erde

2015 Europa, endlich

Frieden und Versöhnung
doch
ein Denkmal zum Nachdenken
zwei Panzerschienen, zwei Armeen
ein kleiner Pfahl, die Bevölkerung die leidet
Menschheit mit Schmerz erfüllt
ein Pfeiler mit der Spitze die  am Himmel glitzert
um gemeinsam die Hoffnung zu pflegen
um das Gedächtnis zu wecken
um Brücken zu bauen
um über die Freiheit zu wachen
um die Gewalt in uns zu zähmen
um die Finsternis im Herzen nie zu vergessen
und das Leben zu ehren
Europa ist unsere gemeinsame Heimat

Gérard Leser

 


 

Damit möchte ich meinen Beitrag schließen und wünsche allen

Ein schönes Wochenende

Sigi Kunz

P.S.
Die Fotos sind von Sigi Kunz, freigegeben unter CC BY-SA 3.0.

Roland Dürre
Freitag, der 7. Oktober 2016

FRIEDEN – JA ICH WILL!

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Vor kurzem bin ich erschrocken. Ein Freund hat mir berichtet, dass er gehört hätte, dass ich aus dem Projekt FRIEDEN ausgestiegen bin. Ob das so richtig wäre?

Irgendwie habe ich mich da wohl im letzten Artikel ein wenig missverständlich ausgedrückt. Das Gegenteil ist richtig und mir wichtig!

Ich bin und bleibe FRIEDEN treu und möchte ab jetzt noch mehr für FRIEDEN tun als je zuvor.

In den letzten Wochen habe ich aber unheimlich viel dazugelernt.

So glaube ich nicht mehr an ein „Projekt FRIEDEN“. Der Begriff „Projekt“ impliziert „Managen“ und zwar im schlechtesten Sinne des Wortes. Und dazu habe ich tatsächlich NULL BOCK! Auch habe ich verstanden, dass man FRIEDEN nicht „herbei-managen“ oder einfach mal „so machen“ kann. Wie auch ein „Feldzug für FRIEDEN“ Quatsch ist. Gerne weise ich da auch auf die vielleicht zynische aber treffende Anmerkung meines Freundes Dr. Jörg Rothermel zu meinem Artikel hin:
„Da gab’s doch den Sponti-Spruch „Fighting for peace is like fucking for virginity“ …“
(Ergänzung von Dr. Jörg Rothermel auf Facebook).
 😛 Was für eine schöne Metapher aus den 60iger Jahren.

Aebby (Eberhard Huber) hat in seinem Kommentar vorgeschlagen, an Stelle von „Projekt“ den Begriff „Unternehmung“ zu verwenden. Damit kann ich gut leben, besonders wenn mit „Unternehmung FRIEDEN“ die Summe des individuellen Wirkens vieler Menschen gemeint ist, die ihr eigenes  „Unternehmen FRIEDEN“ starten und „in FRIEDEN leben“ wollen.

Das heißt, ich konzentriere mich jetzt zuerst mal mit voller Kraft auf mein eigenes Leben. Ich habe beschlossen, Negatives nicht mehr an mich heran und in mich hinein zu lassen. Denn je mehr Dinge ich mache, die mich frustrieren, desto mehr Frust sammele ich auf und mir scheint es unvermeidlich, dass der dann auch wieder aus mir heraus kommt – als irgendwie geartete Feindseligkeit, die dann anderen Menschen Frust bereitet. Und ich meine „in FRIEDEN zu leben“ heißt zu aller erst mal, nicht weiter Frust in sich aufzusammeln und diesen notgedrungen weiterzugeben.

Viele Jahrzehnte meines Lebens habe ich gemeint, dass dies nicht vermeidbar wäre. Dass man immer wieder „Kröten schlucken“ und sogar gegen seine eigenen Werte und Bedürfnisse handeln müsse, um zum Beispiel Konsens zu erzielen. Dass dies unvermeidbarer Teil meines Lebens privat wie „geschäftlich“ wäre.

Jetzt nehme ich wahr, dass ich sehr wohl vermeiden kann, Negatives in mich aufzunehmen, dass ich dann auch wieder ausspeien muss, einfach um selbst nicht Schaden zu nehmen. Auch das ist letzen Endes bei mir nur eine Frage des Mutes.

Freilich muss ich mit fest gewordenen Mustern und Gewohnheiten brechen und vieles ändern. Besonders bei mir. Meine ersten Erfahrungen auf diesem Wege sind glücklicher Weise in meiner Wahrnehmung sensationell positiv. So werde ich es weiter üben.

Das alles habe ich auch in vielen Gesprächen besonders (aber nicht nur) mit Jolly gelernt. Und es macht mich glücklich.

So ist meine alte und neue Botschaft:

Wenn Menschen in FRIEDEN leben wollen und zum Beispiel Botschaften senden wollen, die für FRIEDEN werben, dann mache ich mit. Wenn die Carmen vor hat, einen ultimativen Film „FRIEDEN“ zu drehen, dann bin ich natürlich dabei. Wie ich auch gerne mit Gudrun zusammen wirke, wenn sie auf Ihre Art und Weise FRIEDEN (vor-)lebt.

Das gilt auch für den Aebby, der in schöner Multidimensionalität so viel bewegt, wie für den Wolf, der FRIEDEN in sein großes und schönes Medien-/Internet-Werk immer wieder wesentlich einbettet und natürlich genauso für den Daniel, wenn er für FRIEDEN zeichnet. Und soweit möglich für alle, die FRIEDEN wollen, soweit es mir Freude macht und meine Kraft reicht.

Und besonders gerne lerne ich weiter in den wunderbaren und so wichtigen Dialogen mit Euch und gerade mit Jolly zum Thema FRIEDEN dazu.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 1. Oktober 2016

In FRIEDEN leben – wie ein Vogel im Schwarm …

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Warum Frieden?

Nach meinem operativen Ausstieg bei der InterFace AG Ende 2014 wollte ich meine mir verbleibende Zeit, meine Fähigkeiten und mein Netzwerk für etwas wirklich Sinnvolles einsetzen. Für FRIEDEN. Weil mir FRIEDEN seit meiner Kindheit das Wichtigste auf der Welt ist.

Seitdem habe ich viel dazu gelernt.

Ich beginne zu verstehen, wie schwierig es ist, FRIEDEN zu realisieren. Nicht weil FRIEDEN an sich unmöglich ist. Sondern weil wir, unsere Sozialisierung und unsere gesellschaftlichen Systeme von Grund auf unfriedlich sind. Und weil man FRIEDEN eben nicht mit mit unfriedlichen Leben, Denken, Werkzeugen, Methoden … erreichen kann.

Warum ist mir FRIEDEN so wichtig?

FRIEDEN ist der zentrale und höchste Wert. Davon bin ich seit meiner Jugend überzeugt. Ein Leben in FRIEDEN ist die wichtigste Rahmenbedingung und notwendige Voraussetzung für individuelles und kollektives Glück. So habe ich das „Projekt FRIEDEN“ gestartet und hier im Blog regelmäßig darüber berichtet.

Ich bin selber überrascht, wieviel ich durch dieses Projekt in wenigen Monaten gelernt habe und wie sich meine Bewertung zum Vorgehen geändert hat. Wollte ich doch ganz klassisch eine starke Organisation aufbauen, die ihre Stimme kräftig erhebt und zum Beispiel gut sichtbare Aktionen für FRIEDEN durchführt.

Was war der Plan?

Ich dachte mir, dass man dazu alles so machen muss, wie ich es halt auch als Unternehmer gelernt habe und wie es wohl Stand der Kunst ist:

Man kreiert ein Logo, verfasst gute und kurze Pitches, erstellt ein Manifest (da wollte ich mich am „agile manifesto“ als Muster orientieren), entwirft eine Satzung, schreibt einen „business plan“, kreiert ein Wertesystem, generiert konstruktive Regeln der Zusammenarbeit und formuliert eine präzise Mission. Dann sucht man sich einen überschaubaren Kreise von ähnlich Gesinnten, gründet ein Projekt und stemmt es gemeinsam.

Auf dieser Basis wollte ich ganz viele Menschen gewinnen, die das Projekt FRIEDEN unterstützen. Und dann durchstarten. Und es gab viele Ideen, was diese so entstehende Organisation für FRIEDEN tun könnte. Da war z.B. der Gedanke, nicht nur aber auch herausragende Künstler, Multiplikatoren aller Art und viele Menschen guten Willens als „Mitmacher“ (und deren Kreativität und Kraft) für das Projekt zu gewinnen.

Und z.B. einen ultimativen Film FRIEDEN zu machen. Und/oder gemeinsam mit Freunden „Social-Media-Projekte“ z.B. in Snapchat aufzusetzen. Die Idee schien so einfach: Lass uns mit vielen tollen Aktionen Menschen auf wecken und mit reißen. Und deren Ideen und Kreativität nutzen. Damit die Welt versteht, dass man sich nicht rechtfertigen muss, wenn man absolut für FRIEDEN ist.

Um diese Aktivitäten finanzieren zu können, kam ergänzend der Gedanke, ein unterstützendes Unternehmen zu gründen, dessen Hauptzweck gewesen wäre, fürs „Projekt FRIEDEN“ und seine Aktivitäten Geld zu besorgen. Die meisten GnO’s (Gemeinnützige Organisationen) nutzen solche „Geld-Lieferanten“, die sie mit Geld – gegen eine durchaus beachtliche Provision – versorgen. Diese machen es meistens mit klassischen Methoden wie Bettelbriefen, persönlicher Ansprache, Fernsehaufrufen etc. Mein Gedanke war natürlich, das Ganze der Zeit entsprechend übers Internet durchzuführen, weil das sicher effizienter und kostengünstiger gehen sollte.

So dachte ich, dass wir gemeinsam ein Schneeballsystem aufbauen und so viele kleine FRIEDENs-Feuer anzünden könnten, die sich schließlich zu einem flächendeckenden FRIEDENs-Brand vereinigen würden.

Warum geht es so nicht? 

Nach vielen Gesprächen mit Freunden – besonders mit Jolly, Carmen und Gudrun – und tiefem Nachdenken habe ich verstanden, dass es genau so nicht gehen wird. Denn der Unfrieden steckt in uns und in dem System, in dem wir leben. Welches uns sozialisiert hat und unser Denken in unfriedliche Bahnen gelenkt hat. Und immer mehr erkenne ich, dass so – übrigens ganz logischerweise – (fast) alle Dimensionen unseres gesellschaftlichen Lebens kontraproduktiv für ein friedliches (Zusammen-)Leben sind. Unser Alltag ist nicht friedlich, die Feindseligkeit sitzt tief in uns so wie auch unsere Geschichten, Sagen und Märchen eben nicht friedlich sind.

Wenn wir also FRIEDEN haben wollen, dann können wir nur bei uns selbst beginnen und uns selbst verändern. Vielleicht gelingt uns das gemeinsam ein wenig besser als alleine. Vielleicht könnten wir so weitere Menschen mit diesem Bedürfnis „infizieren“. Und wenn wir genug werden, die willens und fähig sind, in FRIEDEN zu leben, dann entwickeln wir vielleicht die Kraft des Schwarms, dem das System folgen muss.

Mit den klassischen Mittel des real existierenden Systems jedoch werden wir FRIEDEN nicht erreichen. Wie der Volksmund sagt: „Den „Beelzebub kann man nicht mit dem Teufel austreiben“.

Man könnte auch sagen, dass wir von Kindheit an auf UNFRIEDEN gebürstet worden sind und immer noch werden. Die von uns generell gelebten und genutzten (Erfolgs-)Muster sind genau die Verursacher und Förderer von Parteilichkeit und Feindbildern. Schnell entstehen so Angst, Neid und Hass und letztendlich Krieg. Mit kriegerischen Verhalten können wir jedoch keinen Frieden generieren. So wie ich auch meine, dass man Toleranz nicht durch Intoleranz erzwingen kann.

FRIEDEN kann also kein Projekt sein, denn allein der Begriff Projekt entstammt einer Denke, die überhaupt nicht friedlich ist – ich erinnere nur an Begriffe wie Plan, Ziel, Termin, Ressourcen und Budget. FRIEDEN dagegen ist ein besonders gut, dass nicht mit dem traditionellen nicht westeuropäisch/amerikanischen Denken erreicht werden kann.

Ich möchte leben!

Und ich selber will auch nicht in den klassischen Mustern weiter machen, die mich über fast mein ganzes Leben geprägt und gesteuert haben. Ich will mich nicht mehr für etwas einsetzen oder kämpfen. Ich habe auch keine Lust mehr, Menschen zu überzeugen, Pläne zu schmieden, Strukturen aufzubauen, Werkzeuge einzuführen, Organisationen zu steuern, unter entstehender systemischer Bürokratie zu leiden, ehrliches Reden und Handeln der „politischen Zielen unterzuordnen“, das Mittel zu heiligen, weil es einem Zweck dient, endlose Besprechungen zu führen, Protokolle zu schreiben und immer wieder darüber zu streiten, was eigentlich gemeint ist.

Ich mag nicht mehr „managen“!

Nein, ich habe keinen Bock mehr, mich in Gruppen bis ans Ende meiner Kraft für Konsens und fragwürdige Kompromisse einzusetzen und immer wieder zu versuchen, verschiedene Meinungen unter einen Hut zu bringen. Ich will mich nicht für FRIEDEN opfern, auch weil ich Märtyrertum als unfriedlich und gutes Beispiel für eine völlig falsche Denke empfinde.

Das von mir überlegte Vorgehen – und wenn es noch so gut gemeint war – wird uns dem FRIEDEN auch nicht einen kleinen Schritt näher bringen. Einfach weil wir in einem falschen System leben und mit den falschen Methoden dieses Systems nicht das richtige erreichen und schaffen können. So wie es kein richtiges Leben im falschen geben kann.

So meine ich, FRIEDEN bekommen wir nur, wenn er sich wie von selbst entwickeln kann. Und um das zu erreichen, muss ich bei mir selber beginnen. Wenn ich achtsam bin, bemerke ich immer wieder, wie unfriedlich ich selber noch bin. Und das laufend. Dass möchte ich ändern.

Die Idee FRIEDEN ist für mich aber nicht tot. Im Gegenteil. Auch einzelne Vorhaben möchte ich weiter vorantreiben und unterstützen. Zum Beispiel würde ich immer noch gerne einen „ultimativen Film“ zu FRIEDEN machen wollen. Vielleicht hilft’s ja!?

So denke ich heute:

Wir müssen einen Weg finden, der es FRIEDEN erlaubt, sich quasi von selbst in unserer Welt zu entwickeln. So ein Weg mag noch so utopisch erscheinen, trotzdem möchte ich ihn suchen und eine schöne Utopie aufbauen.

Vielleicht finden die Menschen über schöne Utopien gemeinsam den Weg zum FRIEDEN. Dazu müssen wir uns aber wie bei allen innovativen Dingen aus dem Gefängnis unseres Denkens befreien, in dem wir – wie mir scheint – seit Tausenden von Jahren gefangen sind.

Innovation ist immer auch kreative Zerstörung. So wird der Weg zum FRIEDEN bedeuten, dass wir vieles aufgeben müssen und verlieren werden, was tief in uns steckt und uns lieb, teuer und unverzichtbar erscheint. Auf diesem Wege werden wir viele Muster brechen müssen, die Teil von uns zu sein scheinen! Und das kann weh tun, dürfte sich aber lohnen. Ich will es auf jeden Fall versuchen.

Zusammenfassung:

Mir erscheint mittlerweile als sicher:
Mit der klassischen Denke werden wir nicht weiter kommen. Wir wollen etwas Neues und müssen neue Wege gehen. So gebe ich nicht auf und suche weiter nach einem Weg in Richtung FRIEDEN.

Wir brauchen also einen Weg zum FRIEDEN, der uns Freude bereitet und den wir auch selber gehen wollen.

Diese Gedanken haben eine neue Idee geboren. Vielleicht hilft folgende Metapher bei der Suche nach diesem Weg:
Lasst uns gesunde, kräftige und friedliche Vögel werden, die als Teil eines Schwarms in FRIEDEN leben. Und so mächtig werden, das wir die Welt in Richtung FRIEDEN bewegen können.
Ich bin mir sicher, dass wir bestimmt viele Freunde finden werden. Vielleicht ist das Basis oder Anstoß für eine neue Utopie FRIEDEN – und so ein Teil der Lösung des Rätsels, das vor uns liegt.

Jolly sagt:
Man kann nicht für FRIEDEN kämpfen – wir müssen in Frieden leben.

In FRIEDEN leben – das müssen wir kräftig üben, sonst schaffen wir es nicht. So werde ich auch nicht mehr vom Projekt FRIEDEN sprechen sondern von in FRIEDEN leben. Und weiter nach Menschen suchen, die wie ich auf der Suche nach FRIEDEN sind.

Ganz vielen Dank an die Leser dieses mir wichtigen Artikels!

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 8. September 2016

HELLO WORLD – Ein offener Brief – #FRIEDEN

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Vor kurzem hatte ich ein tolles Gespräch mit einem Menschen, den ich sehr schätze und lieb gewonnen habe. Ich will ihn für unser Projekt FRIEDEN gewinnen. Am nächsten Tag habe ich ihm geschrieben – hier meine Gedanken dazu als offenen Brief.

Lieber Freund!

im Abstand einer Nacht möchte ich mich nochmal für das Gespräch gestern bedanken.

Du hast mir die richtigen und wichtigen Fragen gestellt. Das ist ein großer Wert. Denn Lösungen findet man nur, wenn man vorher die richtigen Fragen findet.

Hier der Versuch einer zusammenfassenden Antwort auf Deine klugen Fragen zum Projekt FRIEDEN (Warum und Wie):

Für mich ist FRIEDEN die allgemeine Metapher für das Gegenteil von all dem, was nach meiner Meinung in unserer Gesellschaft schief läuft.

Weltweit (mit ganz wenigen und sehr fragwürdigen Ausnahmen) dominiert ein Wirtschafts-System, das die Menschen manipuliert. „Shareholder Value“ und die eigene Bereicherung der handelnden Akteure setzt es in ungeahnter Konsequenz über alles. Auch der Krieg dient hier als Mittel zum Zweck.

Diesem System ist das Wohlbefinden, die physische und psychische Gesundheit der Menschen und auch unser Planet völlig egal. Ich kann das für viele Branchen belegen, auch durch besondere Insights die ich aufgrund meines Netzwerkes habe.

Dazu gehören – nur als ein Beispiel – auch Diskussionen mit Vorständen eines sehr relevanten Pharmaziekonzern im Rahmen eines Forschungsprojekts. Und wenn ich dann aktuell die Bewertung der neuesten Medikamente (von 23 ist eines im grünen, wenige im orangen und über die Hälfte im roten Bereich) anschaue, dann weiß ich sehr wohl die Gründe dafür (siehe SZ von gestern).

Leider gilt das für viele (ich meine alle) Branchen – ob Gesundheit ganz allgemein, Nahrungsmittel, Energie, Finanzen (Banken und Versicherungen), Rohstoffe, Handel, Kfz, Kommunikation, Technologie … Dass die Waffenindustrie da dabei ist, ist natürlich klar.

Und dies ist (leider) keine Verschwörungstheorie sondern präzise belegbar.

Auch die EU ist leider eine sehr undemokratische Organisation (geworden?), die dominiert wird von den Interessen der Konzerne und auch letzten Endes auch von diesen gegründet wurde. So wie auch der EURO kein politisches Produkt ist sondern vor allem von „der Wirtschaft“ eingefordert wurde. Gestern hat ein Urteil des EuGH dies wieder einmal belegt (siehe die ZEIT von gestern).

Ich will aber keine Diskussion über solche Missstände lostreten. Viel mehr beschäftigen mich Begriffe wie Reform, Revolution, Veränderung, Wandel, Innovation, Evolution, Transformation. Diese Begriffe sind auch Basis meiner Vorträge, ganz gleich ob es um Digitalisierung, Führung oder Unternehmertum geht.

Das alles sind schwierige Begriffe. Innovation ist für mich „kreative Zerstörung“. Reform ist gewaltfreie Veränderung. Alle schreiben nach Reformen – nur Veränderung will man nicht. Und Veränderung beinhaltet immer Gewalt.

Ich benutze für das Projekt FRIEDEN den Begriff der Transformation. Mein Ziel ist vielleicht, ein kommunikatives Gegengewicht zu schaffen gegen all das „Unfriedliche“. Und das eben nicht auf einer „religiösen“ Ebene. Also nicht durch missionieren.

Sondern durch emotionale und rationale Anstöße zum Nachdenken. Mit der Absicht Menschen so zu inspirieren. So dass sie auf die Idee gebracht werden, eigenverantwortlich zu denken und zu handeln. Ein Schneeball-System, welches Menschen ohne Dogmen und Drogen ihre Autonomie finden lässt – das wäre schön.

Dass mein Herz heiß ist und ich deshalb gerne große Ziele vorgebe, bitte ich zu verzeihen. Zum Teil liegt es daran, weil mir in meinem Leben – zumindest in meiner Wahrnehmung – schon Erstaunliches gelungen ist, das ich selber nie für möglich gehalten hätte.

Andererseits nehme ich mich selber als eher bescheidenen Menschen wahr, der auch mit kleinen Erfolgen gut leben kann. Denn zuerst Mal ist der Weg das Ziel!

Nur: Wegschauen und nichts machen geht schon mal gar nicht.

Als Mentor unterstütze ich Menschen immer nur „homöopathisch“ und freue mich, wenn es mir gelingt andere Menschen ein wenig glücklicher und erfolgreicher zu machen. Und bin dann selber sehr zufrieden und glücklich. Das gilt auch für „meine Startups“.

Mein persönliches Hauptziel ist, in Dankbarkeit leben zu können.

Ganz liebe Grüße und lass uns in Verbindung bleiben!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 27. Juli 2016

Projekt FRIEDEN. Treffen in Ulm.

Direkt zu Füßen des ehrwürdigen Ulmer Münsters haben wir uns getroffen. Sechs gestandene Männer an einem frühen und sonnigen Nachmittag, um für Frieden zu wirken. Leider war keine Frau dabei, aber was noch nicht ist wird sicher noch werden.

Versuch eines Protokolls des ersten Treffens

Das Ulmer Münster 1887

Das Ulmer Münster 1887

19. Juli, an einem schönen Sommertag am Nachmittag vor dem Cafe unter dem Ulmer Münster. Mit dabei:
Daniel, Eberhard, Guido, Jolly, Roland, Wolf.

Nach einer Einstiegsrunde in der jeder von seiner persönlichen Motivation erzählte, haben wir in mehreren Diskussionsrunden eine erste Idee entwickelt was wir konkret angehen wollen und könnten.

Handlungsidee

Wir wollen viele Menschen erreichen und diese ermutigen sich zum Frieden zu bekennen. Das ist uns wichtiger als mit missionarischem Eifer Unfriedliche zu überzeugen.

Wir möchten die netzbasierten Medien nutzen.

In Anlehnung an die Arbeiten von Wolf möchten wir eine gewisse Interaktion ermöglichen. Die Beiträge der Einzelnen sollen zum Ganzen zusammenwirken und dennoch einen eigenen individuellen Wert behalten. Die Teilnahme ist offen und soll eine niedrige Einstiegsschwelle haben. Die Teilnahme soll aber über ein einfaches „Like“ o.Ä. hinausgehen.

Wir wollen nach dem Schneeballprinzip SEHR viele Menschen erreichen um vielleicht irgendwann eine kritische Masse zu schaffen, die eine Veränderung der Gesellschaft erwirkt.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Getragen wird diese Idee von unseren Ansichten und Überzeugungen, die zum Schluss nochmals jeder für sich in kurze Worte gefasst hat:

Ich möchte Frieden durch Neutralität und Respekt für alle Lebewesen.
Hass und Feindbilder sollen verschwinden.

Ich habe keine Feinde, Menschen haben keine Feinde. Wir schaffen uns unsere Feindbilder selbst.

Wertschätzung, Friede hat einen Wert.

Friede ist wertvoll, keine Feindbilder mehr!

Mehr Empathie!
Die offene Gesellschaft ist Voraussetzung für Friede.

Friedlich wachen, Friede wachsen lassen.

Nächste Schritte:

Weitere Mitstreiter*innen finden -> bereits begonnen
Handlungsidee konkretisieren
Logo entwerfen
Manifest erarbeiten -> siehe unten ein paar Formulierungsfragmente

Manifest-Fragmente

Friede ist wertvoll und bedarf keiner Rechtfertigung.

Friede gründet auf Wertschätzung und Respekt
Nur wer sich selbst wertschätzt kann andere wertschätzen.

Die friedlichere Lösung eines Konfliktes ist immer die bessere.

Menschen haben keine Feinde sondern Feindbilder.
Feindbilder können überwunden werden.

einfach so - #lass_deine_waffen_fallen WNH 2016 - Wolf Nkole Helzle Social Media Art

einfach so – #lass_deine_waffen_fallen WNH 2016 – Wolf Nkole Helzle Social Media Art

Mitmachen! Und das „Muster des Krieges“ brechen!

RMD

P.S.
Da wir das „Projekt FRIEDEN“ absolut transparent gestalten wollen, veröffentliche ich einfach das Protokoll von Ulm. Danke an Eberhard für die schöne Zusammenfassung.

Roland Dürre
Freitag, der 15. Juli 2016

Projekt FRIEDEN. Zwei Varianten.

Projekt FRIEDEN läuft an. Deshalb hier ein paar Gedanken dazu.
Als Impuls und Inspiration – einfach mal zum Nach- und Mitdenken.
Vielleicht sogar zum Mitmachen.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Weiße Taube auf blauem Grund, eine Variante der Friedenstaube: Seit den 1980er Jahren verbreitetes Symbol der westeuropäischen, vor allem der deutschen Friedensbewegung, entworfen im Kontext des Widerstands gegen den NATO-Doppelbeschluss.

Für einen Start ins Projekt FRIEDEN gibt es viele Wege. So beschreibe ich modellhaft hier zwei sehr unterschiedliche Varianten, wie man das Thema FRIEDEN angehen könnte.

Variante 1 – volle Kraft voraus.

Ein Weg könnte sein, als ersten Schritt ganz konservativ ein Startup zu gründen, das Geld beschafft. Wie das in der „gemeinnützigen Branche“ so üblich ist.

Dort sammelt eine ganze Reihe von sehr kommerziell orientierten Firmen meistens mit Bettelbriefen, Telefonanrufen, übers Fernsehen, durch persönliche Ansprache oder Ähnliches für gemeinnützige Unternehmen das benötigte Geld ein. Die Geldbeschaffer bekommen dafür von ihren Auftraggebern einen gewissen Prozentsatz des eingesammelten Geldes, der gar nicht so niedrig ist.

So könnte man ein Startup-Unternehmen gründen, das ausschließlich im Internet fürs Projekt FRIEDEN Geld einsammelt. Ideen wie man das machen könnte, sind genug vorhanden. Voraussetzung für so etwas wäre natürlich eine absolute Transparenz mit kompletter Offenlegung aller Zahlen.

„Projekt Frieden“ könnte dieses Geld dann für Werbung und Aktionen ausgeben. Das würde allerdings aus Projekt FRIEDEN schnell ein Kapital-orientiertes und so angreifbares „Unternehmen“ machen. Das gefällt mir mir eigentlich nicht. Deswegen würde ich das Projekt FRIEDEN lieber ohne Geld (Stichwort #nocapital) durchführen. Deshalb bevorzuge ich ein anderes Vorgehen.

Variante 2 – sanft, leise und weise.

Die Variante zwei ist, dass wir auf ganz stille Art und Weise nach Menschen suchen, die „so denken wie wir“ und diese für unser Projekt begeistern und so ein „leises und schönes“ Schneeballsystem schaffen. Natürlich suchen wir da auch Menschen, die eine „multiplikative Kraft“ haben. Das ist aber keine notwendige Voraussetzung. Im Gegenteil, alle Menschen sind gleich wertvoll und wir brauchen sie alle.

Mir gefällt daran, dass mir gerade für das Ziel FRIEDEN Werte wie Achtsamkeit, Demut, Neutralität und Rücksichtnahme von herausragender Bedeutung sind. Kapitalisierung befördert jedoch eigentlich immer die Interessen von einzelnen Menschen oder kollektiven Systemen.

Ich mag sanft, leise und weise.

So bevorzuge ich die zweite Variante, weil sie für uns die ehrlichere und vermutlich langfristig die erfolgreichere ist. Auch, weil wir diese Art von Gedanken, die ich in der ersten Variante beschrieben habe, ja als einen Teil des Übels ansehen und metapherhaft gesagt „den Beelzebub nicht mit dem Teufel“ austreiben wollen und wohl auch nicht können 🙂

Aber auch für „sanft, leise und weise“ braucht man wahrscheinlich ein paar Voraussetzungen wie ein schönes Logo und ein Manifest für FRIEDEN. Wie auch ein „Werte- und Kulturpapier“ und vielleicht ein paar einfache aber grundlegende Regeln. Und da ist natürlich professionelle Unterstützung mir sehr willkommen.

Ein möglicher Weg.

Mithilfe des „Prinzips Freundesfreunde“ könnte man ein „Schneeballsystem“ für FRIEDEN starten. Wenn das dann auf Touren käme, wäre das vielleicht ein Weg, das große Ziel zu erreichen!

RMD