Zwei Magazine, die mir gefallen – oder – Papier, dass sich zu lesen lohnt.

brand eins & enorm!

2008 habe ich mit dem „Bloggen begonnen“ und meine Erlebnisse und Gedanken in IF-Blog.de öffentlich formuliert. Es hat mir Spaß gemacht, das zu erst mal für mich selber zu tun. Dann hab ich mich über die vielen Leser erfreut wie auch an viele Ereignisse und Kontakte, die daraus entstanden sind. Dann habe ich noch ein paar Mitautoren gesucht und gefunden, von denen freilich nicht viele geblieben sind.

Auch an meinem Kennenlernen von brand eins war IF-Blog.de schuld. Das aber weiter unten.

Ausgabe Januar 2017

Die Geschichte von brand eins beginnt offiziell im August 1999.
 2008 gab es brand eins schon im neunten Jahr. Die Vorgeschichte begann sogar drei Jahre früher – in 1996. Trotzdem kannte ich wie viele meiner Freunde brand eins in damals nicht.

Die brand eins-Geschichte selber begann wohl mit einem Interview von Jost Stollmann (1996). Jost war damals noch Chef von Compunet, die InterFace Connection GmbH gab es damals auch schon seit zwölf Jahren. Mit Jost Stollmann verbindet mich nicht nur, dass er IT-Unternehmer ist. Nein, er war wie ich Schüler von Rupert Lay.

Rupert fuhr seinerzeit privat einen roten Dreier-BMW (mit 2.0-Liter-Maschine), für einen Jesuitenpater etwas besonderes. Sein Auto sah meinen roten Dreier-BMW (mit 2.3-Liter-Maschine) zum verwechseln ähnlich. Das hat uns viel Spaß gemacht. Allerdings war Ruperts BMW kein Geschäftsauto sondern ein Geschenk (oder Leihgabe) von Jost. Und Rupert hat sich an seinem schnellen roten BMW und vor allem über dessen Herkunft sehr erfreut.

Jost Stollmann ist übrigens brand eins treu geblieben und hat dort weitere Interviews gegeben (in 2009 und 2012).
(Das frühe Interview von 1996 habe ich leider nicht gefunden. Ich würde es gerne mal lesen. Wenn jemand also einen link darauf hat oder ein PDF oder so etwas, dann würde ich mich freuen, wenn er mir die Info zusenden würde.)

Florian Prange, Unternehmer und Schatzmeister von FÖS.

brand eins jedoch habe ich durch Florian entdeckt. Dr. Florian Prange hatte damals gerade bei InterFace als Senior Consultant angefangen. Er war ein sehr feiner, junger und sozial engagierter Typ. Heute ist er sein eigener Unternehmer und Schatzmeister im Vorstand von FÖS (Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft), auch einer sehr interessanten Adresse.

Der Florian mochte meine Artikel und hat mich deshalb auf brand eins aufmerksam gemacht. Er meinte, dass meine Artikel ein wenig mehr Leser verdient hätten – und dies vielleicht über brand eins möglich wäre.

Ich kannte brand eins damals tatsächlich noch nicht, obwohl es ja schon neun Jahre auf dem Markt war. Die „Pflichtlektüre“ für Manager waren das Manager Magazin oder die Wirtschaftswoche. Beide Illustrierte waren (und sind) mir ein Graus – und brand eins war so ganz anders und viel besser.

So war ich von brand eins begeistert und habe dann so manche Ausgabe an Freunde und Geschäftspartner verschenkt. Das war immer ein großer Erfolg – viele kannten das Magazin auch nicht, waren überrascht und haben sich gefreut, ganz neue Impulse zu bekommen.

Das hat sogar geschäftlich gut getan. Einer meiner Freunde (der IF-Blog-Autor Edwin Ederle) schaffte es mit seinem Unternehmen data2impact (Feine Klitsche) sogar in eine Ausgabe. Und meine für viele Jahre regelmäßige Rezensionen zu brand eins in IF-Blog.de wurden gerne und viel gelesen.

Frau Gabriele Fischer im Vortrag für InterFace (2009)

So entstand auch der Kontakt zu Gabriele Fischer, der Gründerin von brand eins. Dieser führte zu einem großartigen Vortrag von Frau Fischer im IF-Forum.

Leider wollte Frau Fischer damals nicht als „Youtube-Toussie“ enden ( 🙂 so hat sie das selber formuliert), so dass wir auf die Video-Dokumentation ihres tollen Vortrages verzichteten.
🙂 Und so der Nachwelt etwas sehr Wichtiges verloren ging.

brand eins gibt es heute noch – und ist mittlerweile das etablierte Wirtschafts-Magazin nicht nur für Manager! Und es ist immer noch das einzige Papier, das ich in die Hand nehme …

Falsch!

Korrekt muss es heißen: War. Denn ich habe jetzt enorm gefunden. Da geht es nicht so sehr um Wirtschaft sondern mehr um Leben.

Das ging so. Am letzten Freitag vor einer Woche habe ich Peter Felixberger (übrigens gut befreundet mit Gabriele Fischer) kennen gelernt. Peter war unter anderem der Gründer von changeX.

Heute ist er Programmgeschäftsführer von Murmann Publishers. Er ist Herausgeber und verantwortlich für die Redaktion der kursbuch.edition und des Magazins enorm sowie Herausgeber von »Kursbuch auf Weltreise« (Goethe-Institut). Und macht noch manches mehr. Auch mein Freund Andreas Zeuch hat sein letztes Buch bei Murmann veröffentlicht.

Mit Peter Felixberger hatte ich an diesem Freitag ein wunderbares Gespräch. Ich habe viele Gemeinsamkeiten betreffend Werte, Erfahrungen, Interessen und Bedürfnisse zwischen uns festgestellt. So war es für mich sehr schön, ihm zu zuhören; er konnte mich für seinen Verlag und seine Produkte so richtig begeistern.

Er hat mir auch enorm vorgestellt, ein Magazin, dass als Zielmarkt die 20- bis 40-jährigen hat, nach meiner Bewertung aber auch schnell viele Anhänger bei jüngeren und älteren Lesern gefunden hat und finden wird.

Ich kann mir gut vorstellen, dass enorm schon in weniger als  zehn Jahren genauso erfolgreich wie brand eins heute ist. So wage ich  so eine kurze mini-Rezension der aktuellen Ausgabe 06 (Dezember/Januar 2016/2017).

Was begeistert mich an elan?

Es sind zwei Elemente – die Grundstimmung im Heft und die Themen.

Die Grundstimmung würde ich mit fair und achtsam bezeichnen.

Die Themen gefallen mir, weil alles was ich im Heft finde, für mich von hoher Relevanz ist. Die Struktur besteht aus AUFBRECHEN, MACHEN und LEBEN. Unter der Klammer „Jetzt erst recht“ finde ich eine gelungene Sammlung von Themen, die heute wichtig sind. enorm gibt es auch schon seit Januar 2010. Im Archiv auf der Website findet man alle Ausgaben seit 2010, auch immer mit wichtigen Themen. Allerdings sind viele Artikel – abhängig von der Ausgabe – „noch nicht freigeschaltet“. Ich finde das in Ordnung, denn gerade mit wertvollem Inhalt sollte man auch Geld verdienen. Und so gibt es trotzdem genug zu lesen.

Jetzt überlege ich mir, enorm wie damals brand eins an meine Freunde und Geschäftspartner zu verschenken. Gerade in den Abteilungen mit dem unmöglichen Namen für „Human Resource“ (HR) bei den kleinen und großen deutschen Unternehmen könnte enorm vielleicht enorm helfen, die Werte, Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter besser zu verstehen. Und das dürfte jedem Unternehmen gut tun.

Bei brand eins konnte man alle Artikel im Archiv auf der Webseite für umsonst nachlesen. Diese Zeit scheint vorbei zu sein. Allerdings finde ich viele Artikel in brand eins übers Internet – siehe auch die beiden Interviews mit Jost Stollmann. Und auch die Idee Inspiration auf der Website von brand eins gefällt mir gut.

Es lohnt übrigens, beiden Magazinen bei Twitter zu folgen:
🙂 Hier die „accounts“ @brandeins und @enorm_magazin.
Also #FF!

Kaufen und Bezahlen!

Ich meine, dass es die Fairness gebietet, ab und zu auch Papier zu kaufen. Wenn man es selber nicht lesen will, kann man es gut her schenken. Um andere Menschen zu inspirieren.

Also: Am 24. Februar geht es auf zum Kiosk, da wird die nächste Ausgabe von enorm erscheinen.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 24. Dezember 2014

brand eins im Januar (2015)

Betrachten wir heute mal die Werbung, die keiner mehr braucht!

Was macht man am Heilig Abend? Man wartet auf die Bescherung. Und liest brand eins. Und natürlich im Heft des neuen Jahres, auch wenn das Dezember Heft von 2014 noch nicht ganz ausgelesen ist. Das hat den Titel „Lass Krachen“ und hat mir nicht nur wegen des Schwerpunkts „Genuss“ viel Freude gemacht.

Um es gleich zu sagen: Das neue brand eins mit dem Titel DU und dem Schwerpunkt Selbstbestimmung hat mir sehr geholfen, die Zeit zur Bescherung zu überbrücken und so einen wertvollen Heilig Abend Nachmittag beschert. Es ist eine ganz tolle Nummer, vom redaktionellen Teil bin ich wieder mal so richtig begeistert.

brandeins 01 15

Brand eins ist wohl zu gut geworden. Und das haben auch andere gemerkt. Das mag für brand eins geschäftlich von Vorteil sein, hat aber seine Nachteile.

Zuerst ist es die Menge an Werbung, die mich überrascht. Und wenn etwas gut ist, dann schleicht sich schnell mal die Werbung rein. So wie beim Bayerischen Rundfunk im zweiten Programm (Bayern2). Immer mehr Minuten werde ich dort mit Reklame belästigt. Und überlege mir schon, diesen Sender nicht mehr anzuhören sondern mich nur noch von podcasts zu „ernähren“.

Der Bayerische Rundfunk ist doch öffentlich rechtlich finanziert. Er sollte doch zumindest bei seinen qualitativ hochwertigen Hörfunk-Programmen ohne Werbung auskommen. Da zahle ich gerne meine GEZ-Gebühren dafür.

Bei brand eins dürften es wohl andere Voraussetzungen sein als beim Bayerischen Rundfunk. Da lebt die Redaktion von der Werbung. Finde ich zwar schade, kann ich aber nicht ändern. Also schüttele ich zuerst die Beilagen aus dem Heft heraus. Seitdem ich die SZ nur noch digital lese, bin ich da nicht mehr so geübt. Es dauert, aber dann habe ich es geschafft.

Auf dem Boden liegen jetzt die Österreicher, die mich zum Schifahren holen wollen (ich weiß, wie gut Austria Tourismus bei „incoming operations“ ist). Daneben liegen die Sachsen. Die behaupten, dass die Zukunft aus Sachsen käme, was natürlich Blödsinn ist. Der „The Economist“ liegt auch da und will mich haben wie auch ein Wohlfühlfond namens ÖKOVISION, in den ich investieren soll, dies aber nicht will und nicht werde.

Es gibt aber auch Werbung, die beim Rausschütteln partout nicht raus will, weil sie eingeheftet ist. Diese heimtückische Methode wendet LEXWARE an, eine Software, die garantiert keiner braucht.

Aber auch im Heft ist mittlerweile Werbung ohne Ende drin. Uns es überrascht mich auch die von mir als massiv empfundene „Dümmlichkeit“ der Inhalte der Werbebotschaften. Geht es noch dümmer? Aber auch die Fragwürdigkeit der angepriesenen Produkte ist mehrheitlich beeindruckend.

Vorne auf zwei Seiten und auf der Rückseite sind zwei Luxusuhren-Labels vertreten, PATEK PHILLIPE und IWC Schaffhausen. Von vorne geht es weiter mit der Bethmann Bank (ABN AMRO), dann will mir RIMOWA seine schönen Koffer verkaufen. Microsoft will mich gar vom Garagentüftler zum Konzernchef machen (make it happen). Gleich danach schaut mich ein finsterer Typ von der CONSORSBANK.de an, der ein COMING OUT plant (IN JEDEM VON UNS STECKT EIN KLEINER BANKER. ZEIT FÜRS …). Occhio will mich mit perfect light versorgen, ich soll einen blauen FORD FOCUS mit Einpark-Assistent kaufen und Musik „wireless“ mit harman/kardon hören.

Kurz vor dem Schwerpunkt des Hefts soll ich dann auf vier Seiten Porsche fahren. Porsche will übrigens bei mir eine Spannung erzeugen, weil das seine Hauptaufgabe wäre (???). Gleich nach dem Porsche kommt vitra. (mit dem Punkt) und will mir einen „Soft Pad Chair EA 208“ verkaufen. Einmal umgeblättert wird es noch schlimmer, da wollen zwei Bundesministerien (Arbeit und Soziales, Wirtschaft und Energie gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit) bei uns einen Fachkräfte-Check machen. Sachen gibts!

Dabei ich bin ich erst auf Seite 40 von 162. Mir schwant Übles, aber ich gebe noch nicht auf und mache weiter mit der Suche nach Werbung.

Und ich soll schon wieder Bürostühle kaufen. Von interstuhl. Und der Stuhl heißt SILVER und ist der STUHL UNTER DEN STÜHLEN. Nach einer kleinen Erholungspause kommt die DKMS und will „KURZ LEBEN RETTEN“. Die meinen, ich sollte dringend mit meiner Firma etwas gegen Blutkrebs unternehmen. Dann kommt zwei mal Werbung für eine brand eins – Veranstaltung (gemeinsam mit TAGESSPIEGEL, die Lobby für Kinder und dm) und für eine brand eins – Publikation.

Und schon erwischt mich der Airport Düsseldorf mit „Düsseldorf Airport Advertising“, ganz gnädig als erster nur auf einer drittel Seite quer (alle Anzeigen davor waren ganz- bzw. mehrseitig). Im Folgenden finde ich noch vergleichsweise bescheidenen vertikale Drittel-Seite-Anzeigen mit PSYCHOLOGIE HEUTE und dem „branding institute – wien“.

Jetzt werde ich nicht mehr fündig, eine ganze Reihe von Seiten sind werbe-frei und bestehen nur aus Text und Fotos. Damit ist aber Schluss auf Seite 87 – das Handelsblatt will mir einen Digitalpass verkaufen (wieder ganzseitig). Wenige Seiten weiter soll ich H.O.M.E lesen, weil sie im modernen Leben zu Hause wären (wieder ganzseitig). Angelangt auf Seite 92 grüßt mich der Spiegel (ganzseitig) mit „Geschichte“ und „DIE BIBEL“ (DEM MÄCHTIGSTEM BUCH DER WELT). Und alles kann ich natürlich auch immer als APP haben. Und nur eine Seite später – wieder ganzseitig – beglückt mich SAT.1 mit „NUR DIE LIEBE ZÄHLT“. Auch das wie so oft bisher in ganz großen Buchstaben.

Endlich angekommen auf Seite 98/99 finde ich die fiese Lexware-Werbung, die eingeheftet ist und überlege mir, ob ich sie raus machen soll. Aber raus machen könnte das schöne Heft ja beschädigen, also mache ich weiter.

So komme ich zu Kleinanzeigen und Eigenwerbung. Und tatsächlich, bis 109 ist dann wieder werbefreie Zone, erst auf Seite 110 ermahnt mich die von mir tatsächliche geschätzte „Neue Züricher Zeitung“, dass es auch eine Schweizer Perspektive gibt. Nach nur einem Umblättern überfällt mich domus, „die IKONE unter den ARCHITEKTURZEITSCHRIFTEN nun auf Deutsch mit lokalen Beiträgen“. Wow!

Auf Seite 117 soll ich zum „Star der Festbeleuchtung werden“ (messe Frankfurt) und ein wenig später Stern lesen (ganzseitig). Das will ich aber nicht. Auf der Rückseite kommt auch ganzseitig ramp daher mit AUTO.KULTUR.MAGAZIN. und fragt mich, ob ich „LUST AUF AUTOKULTUR“ hätte. Auto und Kultur – das ist ja schon ein Widerspruch in sich.

Ich gebe die Durchsicht des Hefts nach Werbung immer noch nicht auf und werde für meine Hartnäckigkeit hart bestraft: Auf der nächsten Seite inseriert die Welt mit den (unsäglichen) Sprüchen „Die Welt gehört denen, die auch im Netz gegen den Strom schwimmen“ und „UND DIE WELT GEHÖRT DENEN, DIE NEU DENKEN“. Geht es noch schlimmer?

Ja – denn schon kommt ONSCREEN mit „Langeweile war gestern. Heute ist ONSCREEN.“ Aua – das tut weh! Und es kommt noch schlimmer. Denn auf Seite 138 wirbt (PRO?) 7 mit „SCHLAG DEN RAAB“ und schreit mir „WE LOVE TO ENTERTAIN YOU“ entgegen. Da gehe ich endgültig KO und schalte meinen „Werbung ignorieren – Filter“ ein.

Jetzt überlege ich mir, ob ich nicht auch bei brand eins auf die digitale Ausgabe umstellen soll. Die tolle Arbeit der Redaktion bezahle ich ja gerne. Aber soviel Dummheit auf Hochglanzpapier tut mir richtig körperlich weh, nicht nur wegen der gigantischen Verschwendung. Wirklich schade, dass die Zeitungen eine so unsinnige Indirektion brauchen, um die Menschen, die für sie arbeiten, ernähren zu können.

Und jetzt geht es ab zur Bescherung.

RMD

P.S.
Ich bitte brand eins und sein Team um Verzeihung, dass ich die Werbung in seinem Magazin so kritisch betrachte. Aber in die anderen zum Beispiel Wirtschafts-Magazine mag ich schon wegen des dort zu findenden „Journalismus“ schon gar nicht mehr rein schauen.

Roland Dürre
Sonntag, der 14. September 2014

brand eins im August und im September

Im August habe ich zuviel gearbeitet – leider ganz fremdgesteuert und dann einen langen und schönen Urlaub gemacht. Das brand eins war dabei – aber es hatte da keinen so großen Stellenwert, denn Genießen, Schwimmen, Radeln, Schlemmen – eben Lieben und Leben waren wichtiger.

Zurzeit habe ich immer noch viel zu viel Arbeit und will auch noch ein wenig Urlaub im September machen. Das brand eins des Septembers muss man aber lesen – trotz aller Last und Belastung, die man so hat. Wie immer habe ich es auch schon an ein paar Menschen ausgeliehen, um deren öffentliche Fahrten zu verschönen. Und auch die waren begeistert.

Zum Heft: Es ist eine Ausgabe mit Herz. Auf dem weißen brand eins des Septembers prangt ein großer Schriftzug.

Darf ich noch ein Stündchen, Chef?

Darunter steht dann: Wie wir lernen, die Arbeit zu lieben und als Schwerpunkt in rot und mit Herz:

Arbeit♥

Es ist mir ja fast peinlich, brand eins zu loben. Und deshalb gestehe ich hier auch, das mich das August-Heft nicht so vom Sockel gerissen hat. Aber das Septemberheft hat wieder all die Tugenden, die ich bei brand eins so mag – und bei allen anderen Hochglanz- und sonstigen Publikationen zum und um das Thema Wirtschaft nicht nur vermisse.

Die wichtigen und richtigen Themen zum Thema (Zusammen-)Arbeit werden getroffen und mancher Widersinn wird aufgezeigt. Immer wieder ich finde ketzerische bis revolutionäre Gedanken, die durchaus „etablierte Meinungen“ und bürgerlich-moralisches Selbstverständnis „Man macht das so“ deutlich in Frage stellen.

Und das ganz authentisch und weit weg von dem üblichen (und mehr als ausgelutschten) Ratsch & Tratsch. Das ist schon wohltuend.

Ende November bin ich auf dem EnjoyWorkCamp in Stuttgart. Und schlage mal der Franziska (Veranstalterin) vor, allen Teilnehmern das Brand eins des September als vorbereitenden „Reader“ zu senden.

Darf ich noch ein Stündchen, Chef – brand eins onlinestartseite_header

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 20. Juli 2014

brand eins im Juli

Zuerst mal vorweg: Ich liebe brand eins. Und freue mich über jedes Heft und schreibe deshalb auch so gerne die Rezensionen für IF-Blog. Jetzt habe ich aber gemerkt, dass meine „brand eins Artikel“ zu einem Indikator meines persönlichen Zustandes geworden sind.

🙁 Je später diese Rezension erscheint – desto mehr Stress bei mir und je früher der Artikel erscheint, desto besser ist meine private Lebens-Situation.

Zum Wirtschafts-Magazin: Die Juli-Ausgabe – die ja schon im Juni bei mir war – ist Spitze! Für mich ist dieses Heft eines der besten aller brand eins, die ich bisher gelesen habe.

brand eins Juli 2014

Das Thema wird diesmal in einem längeren Satz formuliert:

Was wäre, wenn wir die Welt neu denken?

Und der Schwerpunkt, ganz in Rot heißt Alternativen!“

Und auf dem Rückenband des Heftes – ganz verschämt neben dem Preis (8,50 € / sfr 12) – stehen noch vier Worte, die im Heft durchaus neu und in Alternativen gedacht werden:
Güterverkehr, Wirtschaftsmodelle, Demokratie und Ernährung.
Diese Liste könnte man freilich trefflich  erweitern, denke ich nur an den Begriff (Aus-)Bildung! 

Jetzt will ich bei einem so gelungenen wichtigen Heft gar nicht Kritik üben. Sondern die Redaktion um Frau Fischer vielleicht zu noch mehr Mut ermutigen. Die Forderung nach Neudenken ist wichtig und gut, und das Heft regt wunderbar zum Nachdenken an. Aber wahrscheinlich ist Nachdenken zu wenig – denn mir scheint, dass wir auf vielen Ebenen einen Turnaround brauchen. Und das klingt natürlich nicht so schön wie Nachdenken sondern eher nach Veränderung, die weh tut. Eine gute Zukunft zu bauen wird aber immer auch schmerzen, denn Innovation bedeutet auch immer Zerstörung, wenn auch hoffentlich eine kreative.

Und doch noch ein ganz kleiner Schmerz: Die Beilagen. Mir tut es immer weh – Heft schütteln und weg damit mit dem vielen edlen Hochglanz. Diesmal ist da der Abo-Auflage Inhalt ein dickes Heft oben auf dabei gewesen, das natürlich nach Öffnen der Versand-Folie gleich ungelesen zum Altpapier wandert. Das Heft ist vom „Bundesverband der Pharamzeutischen Industrie (BPI)“. Und Lobbyismus mag ich gar nicht.

Jetzt bin ich aber selber ein Unternehmer, der (leider) in seinem Leben viel zu oft vermeintlichen oder vielleicht auch gelegentlich begründeten Sachzwängen erlegen ist. Und als Kaufmann weiß ich auch, dass Geld in der Regel nicht stinkt.

Insofern ertrage ich auch die Beilagen geduldig, auch wenn der Idealist in mir meint, dass es diese nicht bräuchte und so das Paket, das ich zum Altpapier schleppe, noch ein wenig schwerer wird.

RMD

P.S.
Zum Inhalt schreibe ich nichts – selbst lesen lohnt wirklich. Aber ich bin wirklich im Stress (ganz schlecht), habe keine Zeit und hoffe, dass ich in Bälde auch wieder mehr für IF-Blog produzieren kann. Die Ideen liegen auf der Rampe – und ich habe keine Zeit sie zu vollenden.

Roland Dürre
Montag, der 2. Juni 2014

brand eins im Juni

Im brand eins geht es im Juni um „Das Maß aller Dinge“!

Ich denke mir, dass das doch nur der schnöde Mammon sein kann. Und richtig, auf dem Titellbatt findet sich ein arg zerknitterter 10-EURO-Schein und der Schwerpunkt ist das liebe „Geld“.
brandeinsJUNI2014

Im Heft kommen viele zu Wort, die etwas zum Thema Geld zu sagen haben. Zum Teil weil sie darüber forschen, weil sie es schon immer gehabt oder es sich erarbeitet haben. Oder auch weil sie es vergeben oder einsammeln.

Es geht um „alternatives Geld“ und „gebunkertes“. Natürlich geht es auch um die Boni der Banker, um die Superreichen und die ganz Armen. Um Polarisierung und Umverteilung. Um Einkommensmodelle und soziale Verträglichkeit. Um Rendite und Tipps. Um jemand, der die Börse lieben lernte, um den ganz normalen Wahnsinn im Fußball und Geldgeschichten aus der ganzen Welt.

Ich finde, dass dieses brand eins es ein wunderbares ist, ganz anders als die anderen „Wirtschaftsmagazine“. Das kann ich aktuell besonders gut beurteilen, weil ich im Mai und Juni das Manager Magazin gelesen habe.

Zu dem kam ich so:

Auch in meinem Briefkasten befindet sich viel Spam. Meistens Werbung, die eigentlich nur ärgerlich ist. So auch ein Brief, dem eine völlig sinnlose „Manager-Magazin-Plastikkarte“ im Stil einer Kreditkarte beilag. In einem sehr persönlichen Anschreiben wurde ich als erfahrener Manager (Harrharr!) um die Teilnahme an einer trivialen Umfrage gebeten. Zusätzlich wurde mir ein sehr billiges Probeabonnement bestehend aus zwei Ausgaben des Manager Magazins frei Haus angeboten.

Als Prämie für meine Bestellung wurde mir ein schon lange benötigtes und nicht so billiges Fahrradschloss versprochen. Das habe ich genutzt, weil ich mir eh genau das abgebildete Schloss kaufen wollte und irgendwie nie dazu kam. Und auch, weil mich solche Anmache frei Haus ärgert und ich dann gerne – nicht vorsätzlich aber billig in Kauf nehmend – den Anbieter solcher Werbetricks schädige. Und nehme dann auch die Last der Kündigung der Fortsetzung des Abonnements nach Erhalt der Prämie auf mich. Dafür habe ich ja eine Wiedervorlage.

🙂 Und konnte als Kollateralnutzen zu meinem neuen Fahrradschluss dann mal wieder lesen, was in solchen angeblich für jeden Manager ganz wichtigen Magazinen drinsteht. Das ist dann eine ganz andere (nicht nur journalistische) Welt als mein brand eins. Eher so „Die Bunte“ für „Manager“ und solche, die es sein wollen.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 29. April 2014

brand eins im Mai

Auf der Rückfahrt vom wunderbaren PM-Camp in Zürich im Bummel-EC mit den beiden stinkenden Diesellokomotiven nach München hatte ich viel Zeit.

Und das neue brand eins vom Mai war auch dabei. Also: 1 + 1 macht 2 – ich habe das Heft diesmal noch im Monat vor seinem Erscheinen im Zug und in einem Zug ausgelesen.

brand eins mai 2014

Der Titel ist „Wie war ich?“, es geht um die Schnittstelle zum Kunden. Also: Kunden wollen mehr und der Schwerpunkt heißt demgemäß: Im Interesse des Kunden.

Im aktuellen brand eins habe ich eine Reihe guter Artikel gefunden. Es ist diesmal kein „revolutionäres“ sondern eher nachdenkliches Heft. Ich habe es auch als den Versuch empfunden, Formen des Handels Mut zu machen. Auch solchen, die wahrscheinlich gar keine Chancen mehr haben.

So enthält es viele interessante Fallbeispiele und Geschichten zur Beziehung zwischen Unternehmen und Handel und deren Kunden. Und ich denke mir beim Lesen:

Schade, dass eine Reihe guter Ideen sich überlebt haben (Globetrotter).

Schade, dass vieles der Transformation im Handel wohl doch nur daraus zu bestehen scheint, den Kunden zu beschummeln.

Schade, dass viele sich an Theorien aufrichten, die zwar klug klingen aber langfristig nichts helfen werden.

Schade, dass manches nach ein wenig „Kundenbetrug“ klingt. Man verkauft in neuer Verpackung, ein anderer „Spirit“ soll vermittelt werden, aber unterm Strich bleibt alles beim alten.

Schade, dass viel zu oft auf der Verpackung nicht steht, was drin ist.

Schade, dass versucht wird, Erwartungen zu wecken, die sicher nicht nachhaltig sind.

Mit solchen Gedanken habe ich die Artikel gelesen. Und bin dann ganz assoziativ auf eine Reihe von Überlegungen gekommen:

Was hilft es mir, wenn mir das freundliche Schild an der defekten Rolltreppe sagt, dass der Betreiber sich bemühen will, den Schaden schnell möglichst zu beheben, ich aber weiß, dass die ehrliche Aussage heißen müsste:
„Die Störung ist gemeldet und der Prozess läuft nach seinen Regeln ab. Der Zeitpunkt der Behebung ist abhängig von vielen Faktoren, der Zeitpunkt der Behebung so nicht vorhersagbar“.

Was hilft es mir, wenn ich einen Defekt an einem Markenprodukt habe. Im zentralen „Store“ des „Labels“ mir aber nur geholfen wird, in dem man mich auf die Web-Adresse verwiesen werde.

Was hilft es mir, wenn ich meine Techno-Schuhe zum Radeln im Fach-Shop kaufen will und bereit bin, dafür mehr zu zahlen. Meine Frage wie man den Bereich für die Klickies am besten freilegen kann aber vom Verkäufer nicht zufriedenstellend beantwortet werden und ich aber weiß, dass ich die Schuhe im Internet zum halben Preis kriege.

Was hilft es mir, wenn ich im Geschäft nicht mit Paypal oder anderen modernen Zahlungsmitteln zahlen kann, dafür die Lieferung frei Haus aber erst ab einem gewissen Betrag möglich ist und dann auch noch länger dauert, als wenn ich es gleich bei Amazon kaufe?

Ich habe aber auch noch andere Sorgen:

Und wie schaffe ich es als Kunde, wenn ich keine Plastikverpackung mehr kaufen will?

Wie schaffe ich es, die gewünschte Qualität bei Nahrungsmitteln zu bekommen, wenn diese nicht mehr im Angebot ist?

Wo bekomme ich den einfachen Service z.B. für mein Fahrrad zu Fuß erreichbarer Nähe?

So könnte ich mir vorstellen, dass es in Zukunft nur noch zwei Formen des Handels geben wird:

Den übers Netz und den ganz regionalen auf Vertrauensbasis.

Und ich könnte mir gut vorstellen, dass ich dann das meiste Geld bei den lokalen Händlern und Dienstleistern ausgeben werde.

Aber wie schon oft geschrieben:

Zukunft ist nicht vorsagbar und dieses brand eins ist mal wieder eine wunderbare Basis, um ganz trefflich Zukunft diskutieren zu können.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 30. März 2014

brand eins im April

Heute ist ein schöner Frühlingssonntag. Ich bin auf dem Heimweg von Frankfurt. Dort habe ich gestern meinen Mentor Rupert Lay und viele liebe Freunde getroffen. Ein wunderschöner Vortrag, viele Erinnerungen an lang vergangene Zeiten, neue Erkenntnisse, ein schönes Abendessen, eine ruhige Nacht im ordentlichen Hotel, ein kleines Frühstück in der DB-Lounge am Hauptbahnhof in Frankfurt – was will man mehr?

Jetzt geht es zurück im EC 113. Mit einem ganz billigen Erstklasse-Ticket so auf Fernbus-Niveau. Der EC 113 hat sogar einen Kurswagen nach Zagreb. So etwas gibt es noch. Erinnerungen an den „Autoput“ werden wach. Der Zug jedoch bummelt gemütlich über Darmstadt Hbf, Bernsheim, Weinheim (Bergstr.), Heidelberg, Stuttgart, Ulm, Augsburg, Günzburg nach München Hbf.

Bummeln ist natürlich übertrieben, der Zug braucht weniger als 4 Stunden. Im EC 113  ist es ziemlich leer, kein Wunder dass die Bahn AG noch immer nicht so richtig in den schwarzen Zahlen ist. Ich genieße die Fahrt im großen Abteil und lese brand eins. Und meine Liebe zu den schönen alten Zügen erwacht wieder.

Das brand eins kommt diesmal ganz bunt daher. Auf dem Titelblatt finde ich eine Wolke mit Schlagworten, wie sie sich der normale Oldie so als Sprachschatz der jungen Generationen vorstellen könnte. Aber keine Angst, die jungen und feschen sind da schon ein Stück weiter.

Thema des Heftes ist der Appell: „Ruhe!“ Der Schwerpunkt ist folgerichtig Konzentration. Das passt zur Zugfahrt. Wenn ich mir vorstelle, ich würde jetzt im Auto von Frankfurt nach München sitzen, was ich ja unfassbarer Weise tatsächlich früher öfters so gemacht habe …

brandeins04_2014

Zum Heft. Schon bei der ersten Durchsicht habe ich wieder genau die für mich richtigen Themen gefunden:

Bitcoins
Hier treffe ich einen guten und sehr geschätzten Bekannten wieder – den Dolf. Dolf Diederichsen – damals noch Unternehmensberater – war beim selben Start-Up als Mentor tätig wie ich. Vor seinem Wirken hatte ich großen Respekt; wir haben uns wohl prima ergänzt. Der Artikel im brand eins ist der erste sachliche und ausgewogene Beitrag über Bitcoins, den ich bisher in der Presse gefunden habe – vielleicht auch dank Dolf.

Für mich ist klar, dass auch das Konstrukt „Geld“ sich radikal verändern wird. Selbst wenn die Technologie auch nur auf dem heutigen Niveau stehen bleiben würde ist das traditionelle Verständnis von Zahlungsmittel völlig überholt. Wenn die Veränderung aber nur im selben Tempo weitergeht – was ich erwarte – werden sich völlig neue und anders geregelte Abrechnungsarten durchsetzen. Ob die Bitcoins Bestand haben werden oder wieder verschwinden werden ist nach meiner Meinung völlig irrelevant – so komische Währungen wie EURO, US-Dollar oder RMB werden die kommende Transformation nicht überleben.

Fahrradanhänger
Da habe ich natürlich wieder meine spezielle Brille als nicht mehr Autofahrer auf. Ich glaube ja fest daran, dass dem Fahrrad inklusive Anhänger die Zukunft gehören und der Klassiker zur Innovation von morgen werden wird.

Die Welt der Zahlen erschüttert wie immer kollektive Konstrukte (Zahl der Häftlinge in verschiedenen Ländern …).

Wegwerfen ist billiger als spenden.
Da wird mal wieder an die bekannte und eigentlich unverständliche Tatsache erinnert, dass ein Unternehmen in Deutschland einen durchaus relevanten wirtschaftlichen Nachteil hat, wenn es Restposten an Stelle von Vernichtung an Bedürftige spendet.

Ein „utopisches Unternehmen“ in Ägypten wird gezeigt, das es eigentlich gar nicht geben dürfte (und nach meiner Einschätzung der lokalen Verhältnisse auch bald nicht mehr geben wird). Wobei Utopien ja auch klappen können – das beste Beispiel sind ja die Bauer meines Lieblingsfahrrads. Die haben in den 80igern ihre neu gegründete Fahrradmanufaktur „Utopia“ genannt, weil sie gar nicht glauben konnten, dass man mit guten Fahrrädern ein Geschäft machen kann.

Der Coup von FIAT wird schön in Zahlen beschrieben. Ein Lehrstück, wie man Verzweiflung als zweifelhaften Erfolg verkaufen kann.

Wohltuend auch der große Artikel zu Energie („was Wirtschaft treibt“), für mich die erste korrekte, neutrale und auch wirklich alle Dimensionen umfassende Zusammenfassung zu diesem leider so dumm emotionalisierten und dabei so wichtigen Thema.

Weiter habe ich auf Anhieb zwei weitere wichtige und kompetent diskutierte Themen gefunden, die mich besonders berühren: „Großraumbüro“ und „Meeting“. Hier bringt brand eins bei mir „Eulen nach Athen“, finde ich doch Großraumbüros nicht nur psychisch schädlich. Nach meiner Meinung beeinflussen sie auch die Leistung negativ. Und je mehr ich in die Welt rein höre und sie zu verstehen beginne, desto mehr erlebe ich, dass 90 % aller Meetings sinnlos und meistens sogar schädlich sind.

Irgendwie liegen brand eins und ich mal wieder auf einer Linie, was das Heft für mich aber keinesfalls uninteressant macht. Aber jetzt bin ich in Stuttgart, das ja noch einen richtigen Bahnhof hat. Und höre auf zu schreiben und lese mal in Ruhe weiter.

Ich wünsche einen schönen Sonntag!

RMD

Roland Dürre
Montag, der 10. März 2014

brand eins – Tagung

So geht Zukunft.

Konferenz-brandeins-zukunftUnter diesem Titel findet am 22. Mai 2014 in Hamburg die erste brandeins-Konferenz statt. Jetzt bin ich ja bekannt als Anhänger von Unkonferenzen wie barcamps  …

Da ich brand eins und seine Macher sehr schätze und mag, gehe ich davon aus, dass auf dieser Konferenz viel interaktiv diskutiert werden wird und mache deshalb jetzt ein wenig Werbung für die Veranstaltung.

Die folgende Einladung zu „So geht Zukunft“ kommt aus der Feder von Natalie Wöhrmann von der brand eins Wissen GmbH & Co. KG:

Sie wird Sie auf eine Welt vorbereiten, in der Kunden die Entwicklung der Wirtschaft bestimmen, Ideen zum Produktivfaktor werden und die Technik neues Denken möglich und erforderlich macht.

Was passiert, wenn Menschen Produkte nicht mehr besitzen, sondern nur noch nutzen wollen? Wie behält man den Überblick in einer sich ständig ändernden Welt? Und wie sehen darin erfolgreiche Unternehmen aus?

Das sind die Themen der brandeins-Konferenz, die Sie auf die Wirtschaft von morgen vorbereiten wird. Wir diskutieren mit prominenten Vertretern aus Theorie und Praxis neue Technologien, neue Geschäftsmodelle und neue Wege zum Erfolg.

Treffen Sie Stefan Sagmeister, einen der gefragtesten Designer der Welt; den Unternehmer und Vimeo-Gründer Zach Klein; den Risiko- und Innovationsforscher Professor Ortwin Renn und viele andere.

So geht Zukunft. Die Konferenz für alle, die Wirtschaft nicht nur begleiten, sondern gestalten wollen.

🙂 Wenn ich es schaffe, probiere ich dann doch mal wieder eine richtige Konferenz aus und bin dann am 22. Mai ebenfalls in Hamburg dabei.

Hier der Link für weitere Informationen und Ticketkauf. Ich bin gespannt, ob ich mit IF-Blog ein wenig zum Erfolg der brand eins Konferenz beitragen kann.

RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 4. März 2014

brand eins im Februar und März

Diesmal ist es passiert. Da liegt das brand eins des März im Briefkasten. Und ich hatte immer noch keine Zeit, in die Februar-Ausgabe reinzuschauen. Obwohl ich diese auf mehreren Reisen dabei hatte und der Titel so herrlich provokant ist:

Kauf-Du-Arsch

Kauf, du Arsch!

Es geht um die „Kunst der Verführung“ – aber eine andere als an die ich da zuerst denken würde, denn der Schwerpunkt ist „Werbung“. Und da denke ich sofort an Michel Serres und sein Buch „Erfindet Euch neu! – Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation. Ich habe davon berichtet, Monsieur Serres hat dort von „einer vom Marketing formatierten Gesellschaft“ gesprochen, die die Menschen gleich mitformatiert.

Ich gebe zu, so etwas „Unflätiges“ wie „Kauf, du Arsch“ habe ich noch nie auf der Titelseite des brand eins gefunden. Aber das stört mich nicht, provoziere ich doch auch ganz gerne.

Und Frau Fischer schreibt ja selbst, dass „der Titel auch intern sehr umstritten war„. Sie meint jedoch „je länger wir in das Thema eintauchten, desto passender fanden wir ihn“ und spricht von Marketing als ein „System, das ihnen (den Teilnehmern im Marketing-Spiel wie Produktmanager, Kreativagentur oder Mediaplaner) zunehmend den Atem nimmt. Und in dem Tricks, Täuschungen und die immer perfidere Daten-Jagd längst als Notwehr durchgehen.

Beim Durchblättern des Februar-Hefts fühle ich mich aber einig mit dem großen Philosophen Michel Serres und komme zum Schluss: Ich will und lasse mich und mein Leben nicht vom Marketing-System formatieren!

Aber es wartet ja schon das neue Brand eins auf mich, obwohl ich das alte noch gar nicht so richtig gelesen haben …

brandeins beobachten

Und wenn ich da so lese:

Ich will alles von Dir wissen.

Und wenn dann auch noch ein

Warum?

kommt, dann weiß ich schon, wo es lang geht (denke ich mir zumindest).

Dann sehe ich aber darunter, dass der „Schwerpunkt Beobachten“ ist. Und Beobachten ist ja etwas aktives (Ich beobachte) wie auch etwas passives (Ich werde beobachtet). Und ich bin ja immer mehr fürs „Aktive“ …

Beim Blättern durchs Heft bestätigt der erste Eindruck meine Annahme, dass Dinge passieren, die wirklich nicht so alltäglich sind. Alles ist in Bewegung, wir befinden uns in einer Zeitenwende, vergleichbar mit dem Eintauchen in die „industrielle Revolution“ vor um die 250 Jahren.

Jetzt brauche ich nur noch eins – und das ist Zeit, um das Februar und Märzheft zu lesen, bevor das Aprilheft im Briefkasten liegt. Nur irgendwie komischerweise ist mir genau dieses Gut völlig abhanden gekommen. Vielleicht, weil ich soviel beobachten muss, das ich nicht verstehe!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 22. Dezember 2013

brand eins im Januar (2014)

Gestern war es in meinem Briefkasten, das neue brand eins. Eine nette Botschaft, die mich aus 2014 erreicht hat.

Denk neu! mit dem Schwerpunkt Originalität.

brandeins2014januarNeu denken,
das gefällt mir!

So wie die ersten Sätze im Editorial von Frau Fischer. Ich zitiere:

„Spätestens seit der Koalitionsvertrag öffentlich ist, gibt es wenig Zweifel: Wir werden uns den Weg in die Zukunft selbst bahnen müssen. Das mutlose Kompendium aus Ge- und Verboten fordert den mündigen Bürger geradezu auf, sich seine Freiräume zu erkämpfen, Neuland zu erobern und zu entscheiden, was er hinnehmen will und was nicht. Und das scheint unabhängig von der aktuellen Konstellation so zu sein: Die Politik hat die Fähigkeit zum Träumen verloren und ist bestenfalls zur Verwaltung bereit.“

Soweit die Worte von Frau Fischer. Die ich teile und gerne ergänze:

Wie soll Politik träumen, wenn es sogar die Parteien aufgegeben haben, an der Bildung eines sozialen Konsens für Veränderung und Zukunft mitzuwirken? Nur fürs Verwalten brauche ich keine Politik – da reicht mir schon eine redliche Administration.

Frau Fischer schreibt weiter: “ Das ist keinesfalls resignativ gemeint.“

Auch da stimme ich ihr gerne zu. Glaube ich doch schon lange, dass es ziemlich gleichgültig ist, was die Politik so macht und redet, regelt und verregelt, subventioniert oder besteuert. Den Lauf der Dinge kümmert das nicht mehr und die Evolution folgt ihren eigenen Gesetzen. Ob in Zukunft z.B. in Deutschland noch Braunkohle verbrannt wird, entscheidet nicht die Politik. Höchsten wie viel Subventionskohle. Da laufen Entwicklungen und die ratlose Politik kann höchstens wie Loriot fragen: „Ja, wo laufen die denn hin?“. Und die Politiker dürfen verwundert zuschauen und Sonntagsparolen labern.

Frau Fischers Worte erinnern mich an den Appell „Erfindet Euch Neu!“ von Michel Serres in seinem aktuellen Büchlein „Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation“. Übrigens auch extrem lesenswert.

Aber zum Heft.

Die Reklame, die ich raus schüttele, ist diesmal interessant. Da flattert zuerst ein sehr schöner Prospekt von mymuesli heraus. Mymuesli hat jetzt einen neuen Zielmarkt, die Unternehmen! „Neues Müsli für Deutsche Unternehmen“ ist die Parole. Mit wie ich finde schrecklichen Gadgets (früher hätte ich Schnickschnack gesagt). Der Prospekt ist aber wirklich wirklich Klasse – Respekt vor dem beauftragten Marketingunternehmen. Der Sinn des Angebots von mymuesli ist mir bis heute verborgen geblieben. Würde auch gerne mal die Bilanz von mymuesli sehen. Wahrscheinlich sieht die eher nach Rote Beete denn Haferflocken aus. Aber vielleicht wird die Kreativität und Zähigkeit der Gründer wie ihre gute Öffentlichkeitsarbeit ja mal mit einem „lucky exit“ belohnt. Denn mit ein paar Millionen auf dem Konto lässt es sich nicht schlecht leben.

Neben my-muesli fällt mir auch ein gut gemachter Prospekt von Metaplan auf. Metaplan gibt es schon seit mehr als 40 Jahren, die bunten Karten und klappbaren Metaplan-Tafeln habe ich schon für die Gründung der InterFace AG vor 30 Jahren benutzt. In diesem Prospekt wird sogar der alte Habermas bemüht (redlicher Diskurs und so).

Noch ein Prospekt  fällt mir auf. Er ist von einer „NÜRNBERGER AKADEMIE für Absatzwirtschaft“. Mit dem „tollen“ Slogan Bildung braucht Neugier (?). Und dem genauso „genialen“ Untertitel: Suchen. Lernen. Gewinnen.
Möchte nicht wissen, wie lange die da gehirnt haben. Oder deren Marketing-Dienstleister. Na ja, die versuchen es halt auch. Jeder will irgendwie an Kunden ran kommen. Ist ja nicht mehr so einfach wie früher ….

Zurück zum Heft. Nachdem ich es zumindest von der „mobilen Werbung“ befreit habe, schaue ich mir die „statische“ Werbung an. Viele schöne Dinge werden da angepriesen, die ich nicht (mehr ?) brauche. Die Anzeigen wollen mir nicht nur tolle Autos und schöne Uhren schmackhaft machen. Ich entdecke viel schönes Design. Gediegenheit und Seriösität wird mir suggeriert. Die Botschaft von High-Tech und Klassik umwirbt mich und verblüffender weise finde ich erstaunlich wenig Erotik in der Werbung im brand eins. Anscheinend gilt die Regel „sex sells“ hier nicht mehr.

Und da brandeins ja wohl ganz erfolgreich ist, scheint mir die Werbung in jeder Ausgabe ein wenig mehr zu sein. Neben der  Werbung macht aber der Inhalt des Heftes auch wieder einiges her. Das fängt an bei der „Welt der Zahlen“, die ich immer gerne als erstes angucke. Der „Schwerpunkt“ überzeugt wie immer. Alles ist mit viel Liebe recherchiert, wird schön erzählt und ist charmant angerichtet. Und fast alle Artikel senden eine gute Botschaft aus oder machen nachdenklich.

Also, wer Heilig Abend noch mit Geschenken in Not ist, dem kann ich dieses brand eins nur empfehlen. Es ist ein echter Joker und dürfte sich auf vielen Gabentischen auch als kleines Geschenk positiv vom weihnachtlichen Konsumterror abheben. Viele kennen brand eins ja noch nicht und dürften so die besondere Freude haben, etwas neues zu entdecken. Und werden dann eine Zeitlang beim Lesen wohlwollend an den Schenkenden denken.

🙂 Also – brand eins ist ein sehr effizientes Weihnachtsgeschenk, das vielleicht den Lesern dann auch ein wenig zur Resilienz hift.

Und ich beende diesen Artikel mit einem Gruß an Frau Fischer und ihr wunderbares Team und sende die Wünsche nach einer frohen Weihnacht ganz besonders gen brand eins.

RMD