Chris WoodDienstag, der 2. Februar 2010
Buchbesprechung: “The Greatest Show on Earth” – „Die größte Schau der Welt“
Dies ist das vierte Buch von Richard Dawkins, das ich mit Freude gelesen habe (Das Buch ist noch nicht in Deutsch verfügbar).
“Das egoistische Gen“ macht Schluss mit der weitverbreiteten Irrmeinung, dass genetische Evolution stattfindet um Lebewesen, Rassen und/oder Arten zu entwickeln. Das Buch macht deutlich, dass (nur) Gene am Werk sind, von denen jedes dazu neigt, sich selbst so intensiv wie möglich zu vervielfältigen. Oft, aber nicht immer, „nützt“ dies dem dazugehörigen Lebewesen, der Rasse oder/und der Art
“Der blinde Uhrmacher“ erklärt, wie es, im Gegensatz zur Meinung von Fred Hoyle, möglich ist, dass solche komplexen Strukturen wie das menschliche Auge entstehen können.
“Der Gotteswahn“ zeigt, dass es keinen guten Grund gibt, an Gott zu glauben (obwohl zugegeben wird, dass Glaube möglicherweise zur Natur des Menschen gehört).
“Die größte Schau der Welt“ geht einen Schritt nach Hinten, weg von diesen schwierigen Themen, denn Dawkins musste zu seinem Leidwesen erkennen, wie wenig Leute an Evolution glauben. Die Beweise dafür, dass die Erde ein paar Milliarden Jahre alt ist und dass alle ihre Lebewesen sich allmählich im Laufe des überwiegenden Teils dieser Zeit entwickelt haben, sind erdrückend. Es gibt mehr Beweise dafür, als etwa dafür, dass die Erde keine Scheibe ist und kleiner als die Sonne ist. Ich vermute, dass mehr als die Hälfte aller naturwissenschaftlichen Erkenntnisse die Evolutionstheorie untermauern. Dawkins hebt hervor, dass das Wort „Theorie“ in zwei Bedeutungen verwendet wird. Man kann es entweder für eine Hypothese gebrauchen, oder für eine Tatsache, wie etwa die Evolutionstheorie.
Dawkins erklärt, dass Fossilienfunde nur ein kleiner Teil der Beweismenge sind und dass immer mehr „Glieder der Kette“ entdeckt werden – und es gab noch nicht einen einzigen Gegenbeweis (etwa den Fund eines eine Milliarden Jahre alten fossilen Kaninchens).
Chris WoodSamstag, der 12. September 2009
Soziale “Logik” in Deutschland
Während meiner Jahre in Deutschland, insbesondere seit ich im Ruhestand bin und mehr Zeit habe herauszufinden, wie dieser Staat funktioniert, stoße ich immer wieder auf Verrücktes in der hiesigen sozialen Logik.
Eines davon ist, dass hier Einkommen aus erhöhten Aktiengewinnen nicht besteuert werden. Natürlich würden Leute dadurch ermuntert, damit zu spekulieren, anstatt ihr Geld bei soliden Firmen anzulegen, die eine gute (aber steuerpflichtige) Dividende abwerfen. Dies änderte sich Anfang 2009, Jahrzehnte zu spät. Deutsches “Last Chance”- Investment hat vielleicht ein wenig mit dazu beigetragen, dass es zur Finanzkrise kam. Aber eigentlich möchte ich hauptsächlich Kommentare zu neueren Ereignissen abgeben.
Chris WoodMontag, der 13. Juli 2009
Versicherung und Ethik
Ich lese gerade das Buch “Die Methode des Gedankenexperiments” von meinen Freund Dr. Uli Kuehne. Es geht darin um “Gedankenexperimente“ in Physik. Er macht schnell Schluss mit der Annahme, dass Gedankenexperimente Naturgesetze beweisen könnten, aber diskutiert dann, wie sie benutzt werden können, um Theorien aufzustellen. Er erwähnt, dass solche Methoden auch in der Ethik benutzt werden (und auch im Gesetzgebungsverfahren).
Ethik ist das Ergebnis von Evolution. Man kann sehen, dass viele Lebewesen Ethik besitzen (denken Sie nur an Ameisen und Bienen). Gedankliche Prozesse, mindestens im Fall von Menschen, ändern diese Entwicklung.
Stimmen Sie doch bitte über diesen und andere Artikel ab, damit ich sehe, ob das, was ich schreibe, nicht komplette Zeitvergeudung ist.
Mir fallen drei Beispiele aus meinem eigenen Erfahrungsbereich ein zum Thema Versicherungsgesetze (und ein weiteres originelles zum Thema Vaterschaft):
Chris WoodMittwoch, der 10. Juni 2009
Beschwipster Spätpubertät
Schön, dass mein Freund Roland mich in Rolands Senf seinen Freund nennt. Er hat so viele Freunde, die wichtiger sind. Er gibt zu verstehen, dass meine Gedanken zur Phase beschwipster Spätpubertät passen. Da fühle ich mich sehr geschmeichelt. Leider fühle ich mich nach Squash oder Tennis nicht so jung. Ich bewundere die Energie und Interessen-Breite von Roland. Ich hätte gern seinen unterhaltsamen Schriftstil und die Geschwindigkeit wie er über alles, was es unter dem Himmel so gibt, schreibt. Leider bin ich zu ernst. Und ja, ich hoffe immer wieder, dass Leute mich für klug halten, (es ist zu spät, dass sie mich “sexy” finden werden). Zumindest stand in meinem letzten “Fortune Cookie”, dass ich interessant und anziehend bin.
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Chris WoodMittwoch, der 3. Juni 2009
Open Source Hardware
Seit kurzem bekomme ich regelmäßig Material von Cambridge_Computer_Lab_Ring zugesendet.
Näheres findet man unter Cambridge_University_Computer_Laboratory.
In 1949 lief dort der erste programmierbar elektronische Computer der Welt, (EDSAC). Als ich in 1964-65 als einer von 17 dort studierte, hieß es noch “Mathematics Laboratory”. Ein Art “Technologie Park” (“Silicon Fen”) ist in der nähe von Cambridge entstanden.
Im Kielwasser von “open source software”, wird auch “open source hardware” wichtig. Ohne sinnvollen Grund gelten andere geistige Eigentumsrechte für sie. Deshalb kann man nicht die gleiche Lizenz verwenden.
Jeremy Bennett hat die allgemeine Situation in “The Cambridge Computer Lab Ring” beschrieben. Im Geist von “Open Source” stellt Jeremy seinen Artikel für uns zur Verfügung. Zu finden unter www.embecosm.com/articles/ear1/open-source-hardware.pdf (in Englisch).
cw
Chris WoodMontag, der 18. Mai 2009
Chris Wood über Darwin
Republished, now in German. Thanks Evelyn!
Lamarck
Bezüglich Roland’s Artikel zu Darwin muss ich betonen wie glücklich ich darüber bin, dass Darwin im Blog zu Ehren kommt. Allerdings wird man Charles Darwin nicht gerecht, wenn man ihn “neben Lamarck” stellt. Schon vor Lamarck schwirrten etliche Evolutionstheorien herum, insbesondere auch vom Großvater von Charles, Erasmus. Mit Sicherheit wurden diese Theorien in der Lunar Society diskutiert. Es war allgemein bekannt, dass Tiere sich von Generation zu Generation ein wenig verändern. Insbesondere der Englische Landadel hatte großes Interesse daran, Hunde und Pferde, die für die Fuchsjagden gebraucht wurden, zu züchten. Frühe Geologen, insbesondere William Smith erkanten, dass die Erde viel älter ist, als in der Bibel angenommen wird und dass es zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Tierarten gab.
Chris WoodDienstag, der 12. Mai 2009
Eine weitere Nachspiel zu “Ethik Jenseits von Humanismus”
Prof. Dr. Nunner-Winkler hat mir weitere Kommentare zu meiner Philosophie “Ethics Beyond Humanism” geschickt.
Diese Posting enthält ihre Kommentare und mein Antwort darauf.
Freundlicherweise schreibt sie mir immer in Englisch. Obwohl sie in England und USA studierte, ist es nicht ganz fair dass ich, ein pedantischer Engländer, ihre Wörter so genau analysiere.
Trotzdem, lese bitte weiter :-
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Chris WoodMontag, der 27. April 2009
Ein Nachspiel zu “Ethik jenseits von Humanismus”
Hier ein ausführlicher Kommentar von Prof. Dr. Nunner-Winkler zum Artikel “Ethics Beyond Humanism” von Chris Wood und dessen Replik. Dank Evelyn ist der Dialog jetzt in Deutsch verfügbar.
Prof. Dr. Nunner-Winkler hat freundlicherweise einen Kommentar zu “Ethik jenseits von Humanismus” abgegeben. Im Folgenden ihr Kommentar und meine (Chris Woods) Antwort darauf. Das Wort “delusion” ist schwierig in Deutsch zu übersetzen. Konsistent mit der übersetzte Title von dem Dawkins-Buch, verwende ich “Wahn”, obwohl das etwa zu stark ist.
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Chris WoodDienstag, der 12. August 2008
Ethik jenseits von Humanismus
Einleitung
Schon vor langer Zeit habe ich mir vorgenommen, einen Artikel über ethische Grundprinzipien im Zusammenhang mit anderen philosophischen Fragestellungen zu schreiben. Jedes Mal, wenn ich mich für einen bestimmten Aufbau entschieden habe, kommen mir neue Gedanken und ich muss wieder umstrukturieren. Deshalb habe ich mich jetzt für eine Kurzfassung entschieden, die ich später immer noch ausbauen kann. Diese meine erste Fassung versucht Provokation zu vermeiden, weil sie einfach noch zu kurz ist, um wirkliche Provokationen gut zu erklären.
Es mag erstaunen, dass ich es wage, über ein Gebiet zu schreiben, das ich nicht einmal selbst anständig studiert habe, aber meine mathematischen Studien (z.B. Gödel’s Theorem) und mein anhaltendes Interesse an diesen und allen anderen wissenschaftlichen Themen wie Gödel, Escher, Bach macht mich mutig. Erst kürzlich habe ich einem Philosophie-Dozent meine Meinung über Wissenschaft und Philosophie gesagt, nämlich dass erstere allmählich letztere ersetzt – und er hat zugestimmt. Ehrlich gesagt wage ich mich auch deshalb an dieses Thema heran, weil das, was ich im Fernsehen und in Büchern von Philosophen und Theologen sehe und lese kommt mir immer wieder so vor, als wäre für diese Leute die Zeit im vorletzten Jahrhundert stehen geblieben. Neuere Erkenntnisse werden bei denen überhaupt nicht herangezogen. Moderne Philosophie sollte bei Darwin anfangen! Die Entwicklung der Menschheit ist ein ziemlich junges Phänomen und eng verbunden mit der Entwicklung mancher anderen Tiere. Im Augenblick stellt seine Denkfähigkeit den Menschen noch abseits gegenüber dem Rest der Welt, aber die rasche Entwicklung in den nächsten Jahrhunderten wird zeigen, dass dies nicht sehr lang so bleibt. Vor zweihundert Jahren gab es noch-angesehene Philosophen, die menschliche Gedanken so ernst nahmen, dass im Fall der Inkompatibilität dieser Gedanken mit der wahren Welt die Bereitschaft da war, die wahre Welt als nicht existent zu bezeichnen!
Bedauerlicherweise weiß ich über Darwin nur aus zweiter Hand, aber ich vertraue hier Richard Dawkins.
Gott ist Wahnsinn.
Chris WoodDonnerstag, der 19. Juni 2008
Naturwissenschaft und Management
Gefunden von Chris Wood (CB):
Ein Mann in einem Heißluftballon hat die Orientierung verloren. Er geht tiefer und sichtet eine Frau am Boden. Er sinkt noch weiter ab und ruft:
“Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen; und ich weiß nicht wo ich bin.”
Die Frau am Boden antwortet:
“Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr 10 m Höhe über Grund. Sie befinden sich auf dem 49. Grad, 28 Minuten und 11 Sekunden nördlicher Breite und 8. Grad, 28 Minuten und 58 Sekunden östlicher Länge.”
“Sie müssen Ingenieurin sein” sagt der Ballonfahrer.
“Bin ich”, antwortet die Frau, “woher wissen Sie das?”
“Nun”, sagt der Ballonfahrer, “alles was sie mir sagten ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit Ihren Informationen anfangen soll, und Fakt ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt, waren Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert.”
Die Frau antwortet: “Sie müssen im Management tätig sein.”
“Ja,” antwortet der Ballonfahrer, “aber woher wissen Sie das?”
“Nun,” sagt die Frau, “Sie wissen weder wo Sie sind, noch wohin Sie fahren. Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in Ihre jetzige Position gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können und erwarten von den Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass Sie nun in der gleichen Lage sind, wie vor unserem Treffen, aber merkwürdigerweise bin ich jetzt irgendwie schuld!“
CW




