Edwin EderleSamstag, der 24. Juli 2010
Keine Panik im IF-Forum: Frau Fischer begeistert Zuhörer
Am vergangenen Mittwoch sprach im Rahmen des IF-Forums Frau Fischer (Herausgeberin und Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazin brand eins) zu uns. Das Thema “Keine Panik! Warum es sich nicht lohnt, immer neue Krisenszenarien zu entwerfen” ist immer aktuell – wird doch in den Medien eine Krise von der nächsten abgelöst!
Frau Fischer stellte 4 Thesen zur Krise auf:
Edwin EderleSamstag, der 17. Juli 2010
Regieren by trial and error
Gestern früh hörte ich neben den Dummheiten zur Flugabgabe auch, dass das Elterngeld für Geringverdiener beschnitten werden soll. In einem Land, das zu wenig Kinder hat und in dem Kinder für viele Menschen zum Armutsrisiko werden, ist das m.E. nicht das Richtige – und so hat diese Meldung anscheinend auch einen Aufschrei nach sich gezogen. Und am Abend hörte man, dass Frau Schröder zurückrudert und Nachbesserungen plant.
Wie wird hier eigentlich regiert? Wie groß ist die Halbwertszeit einer Entscheidung? Ist es zu viel verlangt, dass man vorher nachdenkt?
Ich erwarte von Entscheidungsträgern, dass sie sich Gedanken zu den Problemen machen (oder machen lassen). Wenn man aufgrund fundierter Überlegungen zu einer Entscheidung gekommen ist, die man für richtig hält, dann sollte man dazu doch stehen. Dass die erstbesten Gegenargumente Nachbesserungen verlangen, heißt doch, dass man vorher nicht nachgedacht hat, bzw. seine Arbeit nicht richtig gemacht hat.
Oder regiert man “by trial and error”? Man posaunt unüberlegt etwas heraus und wenn es nicht ankommt, dann zieht man es zurück oder bessert nach? Dann doch lieber gleich Volksentscheidungen! Wozu bezahlen wir dann Minister, Referenten, …? Kann man nicht einen “Entwurfsgenerator” auf Zufallszahlenbasis programmieren?
Leider habe ich das Gefühl, dass unüberlegtes Agieren immer mehr den Politikstil prägt und immer mehr Entscheidungen revidiert werden müssen (nicht zuletzt weil sie verfassungswidrig sind, was in meinen Augen ein Armutszeugnis ist).
E2E
Edwin EderleFreitag, der 16. Juli 2010
Populismus oder Rechenschwäche?
Heute morgen hörte ich beim Frühstück in Bayern 3 und auf dem Weg zur Arbeit in Bayern 5 insgesamt dreimal die “Nachricht”, dass der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Döring dafür ist, dass «Fluggäste in der ersten Klasse bei der Flugticketabgabe stärker herangezogen werden als die einfachen Passagiere in der sogenannten Holzklasse». Somit würden die einfache Leute entlastet!
Eine neue soziale Großtat der FDP? Es klingt zumindest gut! Wir entlasten die kleinen auf Kosten der Großen!
Edwin EderleMittwoch, der 16. Juni 2010
Bundespräsident auf der Flucht
In Rolands Artikel über die Bodenschätze in Afghanistan lese ich zwischen den Zeilen etwas Verständnis für Herrn Köhlers Rücktritt.
Ich habe keinerlei Verständnis dafür – ganz egal, was die wirklichen Beweggründe sein mögen.
Für den Präsidenten der BRD, der Zugang zu vielen Informationen hat, für einen ehemaligen Vorsitzenden der IWF kann es nicht eine völlig überraschende Erkenntnis sein, dass es für den Einsatz in Afghanistan nicht nur einen Grund gibt. Und selbst wenn – ist das nicht ein Grund mehr, im Amt zu bleiben und dafür einzutreten, was man für richtig hält?
Als Bundespräsident hat man die Möglichkeit, unbequem und ehrlich zu sein, hat man Zugang zu Medien und kann jederzeit Stellung beziehen. Wenn man heute Abend im Fernsehen sprechen will, kann man das problemlos erreichen. Man kann nicht abgewählt werden und hat keine “Zukunft” zu verlieren, weil man nach dem höchsten Amt ohnehin kein höheres anstreben kann.
Man hat aber eine Pflicht gegenüber dem Volk. Niemand wird zu diesem Amt gezwungen, doch wenn man diese Verantwortung annimmt, wird man vom Volk bezahlt: unter anderem erhält man Wohnung, Gehalt und gute Pension bis ans Lebensende. Dafür hat man die Aufgabe, sich für dieses Land und Volk einzusetzen!
Diese Pflicht verletzt Herr Köhler – ganz egal, wie schwer und unbequem sie gerade in schwierigen Zeiten sein mag! Denn es sieht ja nicht so aus, als würde er den Weg freimachen für jemanden, der “geeigneter” ist.
E2E
Edwin EderleDonnerstag, der 29. April 2010
Autofahren 3
Um den Blog hier ausgewogen zu halten
hier mein Bekenntnis zum Autofahren:
Ich hatte letzten Mittwoch um 12:00 einen wichtigen Geschäftstermin in Stuttgart. Obwohl ich Zugfahren gar nicht mag (weil mich Verspätungen stören, weil ich Serviceorientierung bei der Bahn vermisse, weil der Zug entweder überfüllt ist oder die Leute um mich nerven,…) dachte ich an Rolands Plädoyer für den Zug und ging auf Bahn.de:
Wenn ich um 9:08 in München losfahre, bin ich um 11:47 in Stuttgart; mein Kunde ist 10 Minuten vom Bahnhof – könnte also passen – wenn der Zug keine Verspätung hat! Kann ich mich darauf verlassen? Da der Termin wichtig war, hätte ich also um 8:09 fahren müssen und wäre dann wahrscheinlich 60 Minuten in Stuttgart herumgestanden.
Edwin EderleMontag, der 19. April 2010
Flugverbot verursacht Milliardenverluste?
Immer wieder liest man von den Milliardenverlusten, die der Lufthansa durch das Flugverbot entstehen. Das hört sich zwar auf den ersten Blick nicht abwegig an, aber (wie immer) wenn ich genauer nachdenke, tun sich Zweifel auf.
Gewinn (bzw. Verlust) ist ja Umsatz minus Kosten.
Ich kann mir gut vorstellen, das im innerdeutschen Flugverkehr Umsatz verloren geht (der jetzt auf Bahn etc. abwandert), aber liest man nicht immer wieder, dass der Kurzstreckenverkehr ohnehin defizitär ist und nur als Zubringer für die Langstreckenflüge nötig ist?
Edwin EderleFreitag, der 16. April 2010
Asche stoppt den Flugverkehr
Wer hätte gedacht, dass ein “kleiner” Vulkan so einfach unseren Flugverkehr stoppt?
Eigentlich bin ich nächsten Mittwoch auf einen Flug nach USA gebucht; meine Kollegin aus London, die ich dort auch treffen sollte, sitzt in ihrem Urlaubsort in Zypern und sieht wenig Chancen, vor Donnerstag nach London zu kommen.
Und gerade hörte ich im ZDF, dass es auch sein kann, dass der Vulkan durchaus ein Jahr aktiv sein kann (wobei es unwahrscheinlich aber nicht unmöglich sei, dass er so lange Asche ausspuckt).
Ich ärgere mich kein wenig, sondern beobachte ganz fasziniert, wie uns vorgeführt wird, dass nicht wir die Natur beherrschen, sondern dass unsere Mobilität schneller eingeschränkt werden kann, als wir denken. Ist das schon ein kleiner Vorgeschmack auf die Zeit, in der wir uns mangels Öl ohnehin nur noch in der näheren Umgebung bewegen werden?
E2E
Edwin EderleFreitag, der 5. März 2010
Vortrag 2.0: Frau Prof. Dr. Kathrin M. Möslein spricht über Open Innovation
Am 2.3.2010 hielt Frau Prof. Dr. Kathrin M. Möslein im Rahmen des IF-Forums den ersten Vortrag im Jahre 2010 zum Thema
Open Innovation
Auf dem Weg zur Mitmachwissenschaft!
und legte die Latte für die folgenden Vorträge ziemlich hoch.
Nicht nur, weil dieser Vortrag als erstmals live ins Internet übertragen wurde, fällt er klar in die Rubrik “Vortrag 2.0″.
Das Plädoyer für einen anderen Wissenschaftsbetrieb war mit viel visualisierenden Folien hinterlegt und regte auf sehr unterhaltsame Weise zum Nachdenken an – ein Mitmach-Vortrag oder zumindest ein “Mit-Denk-Vortrag”!
Das zeigte sich an einer intensiven Diskussion (die sich auch durch ein ausgezeichnetes Buffet nicht stoppen lies, sondern in Kleingruppen weitergetrieben wurde). Auf eine faszinierende Weise entstand so der “rote Faden” in den Köpfen der Zuhörern, was es nicht einfach macht, den Vortrag zusammenzufassen.
Das Beispiel der “Mitmach-Wirtschaft” www.ponoko.com (wo jeder neben Kunde auch Designer, Produzent und Verkäufer sein kann) führte zu verschiedenen “Mitmach-Werkzeugen”:
Edwin EderleDonnerstag, der 4. März 2010
Johnny Cash “American VI: Ain’t No Grave”
Ein Premiere!? Die erste CD-Empfehlung im IF-Blog?
Ich habe in den letzen Tagen mehrere begeisterte Kritiken über das neue Johnny Cash-Album gelesen und habe es gestern gekauft (ganz normal im Laden – denn Amazon hätte 3 Tage gebraucht!). Die CD wurde am 26. Februar (an seinem 78. Geburtstag) veröffentlicht, steht in Amerika auf Nummer 3 der Album-Charts und erreichte in den meisten europäischen Ländern die Top 10.
Vielleicht erst einmal eine Warnung: Das Album ist nichts für Leute, die depressionsgefährdet sind. Johnny Cash hat es nach dem Tod seiner Frau und kurz vor seinem nahendem Tod in 2003 aufgenommen. Im Bewußtsein des bevorstehenden Sterbens ist das das zentrale Thema aller Lieder. Ich empfinde es als faszinierend, wie jedes Lied gleichzeitig eine tiefe Traurigkeit und doch eine Freude am Leben ausstrahlt – und das mit einer gebrochenen Stimme eines totkranken alten Mannes, der seinen Frieden mit dem bevorstehenden Tod gemacht hat.
Mein Urteil: hörenswert!
E2E
Edwin EderleDienstag, der 12. Januar 2010
Die Null ist das Problem!
Chips auf EC-Karten fehlerhaft! Deutschland in der Krise?
Gestern las ich in der Süddeutschen Zeitung, dass Frau Aigner anscheinend erkannt hat, was das Problem ist: “Spätestens seit der Jahrtausendwende kennen Software-Experten das Datumsproblem mit der Null. Deshalb ist es ein Rätsel, warum der Systemfehler bei den Chipkontrollen nicht aufgefallen ist“. Ein Zitat, das im Internet oft zu finden ist (z.B. Waz ) und anscheinend nicht dementiert wird.
Oder kann es sein, dass die “Software-Experten” zur Jahrtausendwende fälschlich annahmen, es läge an der Anzahl der Stellen und gar nicht erkannt haben, dass die Null das Problem ist?
Wahrscheinlich hat Deutschland zu wenig Minister, die die wahren Probleme sehen!
E2E





