Edwin Ederle
Dienstag, der 3. September 2013

Kein Verständnis für Nichtwähler – Wahlpflicht für alle

Je näher die Wahl rückt, um so öfter hört man von Wahlmüdigkeit, Ratlosigkeit und der Frage, ob man überhaupt wählen gehen soll.

Ich habe dafür kein Verständnis dafür. Wir in Deutschland haben bittere Erfahrungen mit Diktaturen gemacht; wenn ich nach Ägypten, Syrien oder viele andere Länder schaue, wo Menschen für ihre Freiheit kämpfen, wird mir immer wieder bewußt, was für ein Glück es ist, in einer Demokratie leben zu dürfen. Und auch wenn die Demokratie vielleicht die Beste aller schlechten Regierungsformen ist, so hat man meiner Meinung nach nicht nur demokratische Rechte, sondern auch Pflichten. Und ich empfinde es als Pflicht, mich an dieser Demokratie beteiligen zu müssen und eben auch zur Wahl zugehen.

Deshalb würde ich mir eine Wahlpflicht wünschen, die deutlich macht, dass es für unsere Gesellschaft wichtig ist, dass sie von Bürgern unterstützt wird. Wahlverweigerung würde ich mit empfindlichen Geldstrafen belegen.

Es gibt die Möglichkeit der Briefwahl und keine Ausrede (vielleicht schwere Krankheit ausgenommen), sich nicht an der Wahl zu beteiligen. Natürlich geht es auch mir so, dass ich mich von den Parteien ungenügend vertreten fühle, dass ich bestenfalls versuchen würde, das kleinste Übel zu wählen oder – noch schlimmer – versuche taktisch zu wählen, um etwas zu verhindern.

Für dieses Problem würde ich den Wahlzettel explizit um eine Wahlmöglichkeit „Verweigerung“ erweitern oder aber offen anbieten einen leeren Wahlzettel abzugeben. Und dieses „Wahlergebnis“ würde ich durch eine Verkleinerung  des Abgeordnetenhauses abbilden: wenn nur 50% günstige Stimmen abgegeben werden, haben wir nur 50 % der Abgeordneten: Wenn unsere Volksvertreter befürchten müssten, ihren Job zu verlieren, dann hätten sie vielleicht plötzlich Interesse daran, Wähler zu gewinnen, die von ihnen vertreten werden wollen. Leider hat diese Idee keine Chance, denn unser Bundestag würde niemals eine Regelung akzeptieren, die ihn verkleinern oder unbedeutender machen könnte.

Mein Plädoyer an alle ist trotzdem: Geht wählen! Denn die Wahlpflicht ist  m.E. eine Selbstverständlichkeit!

E2E

Angst vor der Cloud habe ich nicht – auch nicht, dass mir dort jemand meine Daten klaut!

Wir fanden die Idee mit der Cloud sogar ganz gut – so gut, dass wir nach vielem Ärger mit unseren lokalen Exchange-Servern überlegten, unsere E-mail in die Cloud umzuziehen. Hätten wir es nur beim Überlegen belassen! Da ja Exchange ein Microsoft-Produkt ist und Office 365 von Microsoft als „Die ideale Cloud-Lösung für Ihr Unternehmen“ beworben wird, haben wir beschlossen, die Migration in die neue Welt der cloud zu wagen.Wir benötigen ja nicht viel: E-mail und Kalender – „Zugriff auf Ihre E-Mails und Kalender über Ihren Computer, das Internet und Ihr intelligentes Gerät“ verspricht Microsoft; all die anderen schönen Dinge (wie Lynx, Sharepoint, ..) die damit mit einhergehen waren uns nicht wichtig.

Und es gibt einen „Exchange Server Deployment Assistant“, der einen bei der Migration unterstützt: Es dauerte 2 Wochen, bis all unsere Postfächer automatisch in die Cloud repliziert waren (okay – es kommen dabei viele Fehlermeldungen, die einem nichts sagen, aber man muss die Migration nur immer wieder starten. Da die Fehler anscheinend zufällig sind, hat man irgendwann Kopien aller Postfächer in der Cloud). Na ja – dann schaltet man um und es funktioniert erst einmal gar nichts. Ich muß ehrlich sein – wir konnten mails verschicken, aber keine empfangen. Unser Fehler, denn nach 8 Stunden (!!!) Telefonat mit dem Support (wo ein Techniker mit einem alle Permutationen von möglichen Konfigurationseinstellungen durchgeht) hat auch das funktioniert.

Wir waren in der Cloud! Und stellten fest, dass unsere Basisanforderung „Senden und Empfangen von mails mit Anhängen“ durch dieses neue ach so tolle Produkt nicht erfüllt wird.

Wenn man mails verschickt, kommt bei manchen Empfängern manchmal statt des Anhangs eine Datei Winmail.dat an. Anscheinend kann man hosted exchange so konfigurieren, dass das nicht mehr der Fall ist, doch wie weiß keiner: Wir haben viele Anleitungen aus dem Internet probiert und viele Stunden mit dem Microsoft Support am Telefon verbracht – weg ist dieses Problem nicht.

Na ja und wenn man Mails mit bestimmten Anhängen (z.B. MDB-Dateien: Microsoft Access Datenbanken) bekommt, dann wird dieser Anhang entfernt und durch ein Textfile ersetzt, in dem steht, dass der Anhang entfernt wurde. Dies ist ein Verhalten, das man anscheinend nicht abstellen kann. Dummerweise erstellen wir viel Anwendungen mit Microsoft Access – Microsoft empfiehlt hier, die Dateien vorher mit ZIP zu packen (Stimmt: Dann gehen sie durch – wenn man aber RAR benutzt, werden sie ausgefiltert) – wie ich all meinen potentiellen Kunden vorher sagen kann, dass ich jetzt Microsoft hosted exchange benutze und sie mir deshalb keine Microsoft Datenbanken mehr schicken können, kann man mir genauso wenig erklären wie den „Sinn“ dieser Aktion.

Na ja – und wie man von der Cloud wieder wegmigriert erklärt einem auch keiner – ich verstehe ja, dass hier Microsoft keine Tools bereitstellt.

Wir bereuen diesen Schritt bitter – nicht weil ich die Cloud nicht eine gute Idee fände, sondern weil man auf Gedeih und Verderben jemanden ausgeliefert ist, dem Kundenbedürfnisse ziemlich egal sind.

E2E

Edwin Ederle
Donnerstag, der 18. Oktober 2012

Sicherheit im Amtsgericht

Nachdem vor einiger Zeit in einem Gericht in Dachau ein Staatsanwalt erschossen wurde, hat man ja beschlossen, sämtliche bayerische Gerichte mit Zugangskontrollen auszustatten.

Vorgestern durfte ich zum ersten Mal erleben, was das bedeutet. Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie professionell unsere Steuergelder eingesetzt werden.

Alle Zugänge zu den Gebäuden sind verschlossen – bis auf einen, der mit einer Schleuse wie am Flughafen ausgestattet ist. Ich mußte Jacke, Unterlagen etc. in einem Korb durch ein Röntgengerät fahren. Man bat mich, auch meine Armbanduhr abzunehmen, da „das Gerät sehr empfindlich“ sei. Trotzdem gab es bei mir einen Alarm und ein Wachtmeister kontrollierte mich. Auslöser waren die Nieten meiner Jeans.

Der Weg ins andere Gebäude war weit und verschlungen und nach dem Termin wollte ich mich auf den Rückweg machen als mich meine Bekannte auf ein „Ausgang“-Schild aufmerksam machte. Ich meinte, dass der sicher verschlossen sei, doch wir probierten es. Hier wurde anscheinend intensiv nachgedacht, wie man hohen Sicherheitsstandard gewährleisten kann: An der Tür war ein kleines Schild mit 2 Aufforderungen: Tür wieder fest zuziehen! und Keinen Unbefugten Zutritt gewähren!

Im Internet habe ich gerade gelesen, dass für Umbauten in diesem Zusammenhang 15 Millionen Euro zu Verfügung standen. Wäre nicht ein Schild am Haupteingang „Bitte keine Waffen ins Gebäude bringen!“ viel günstiger gewesen?

E2E

Edwin Ederle
Dienstag, der 27. Dezember 2011

Geschenke nicht nur zu Weihnachten

Stellen Sie sich vor, jeden Morgen stellt eine Bank 86.400 Euro auf Ihrem Konto zur Verfügung. Sie können den gesamten Betrag an einem Tag ausgeben. Allerdings können Sie nichts sparen. Was nicht ausgegeben wird, verfällt.

Aber jeden neuen Morgen eröffnet Ihnen die Bank ein neues Konto mit 86.400 Euro für den kommenden Tag. Allerdings kann die Bank das Konto jederzeit ohne Vorwarnung schließen. Sie kann sagen:

Das Spiel ist aus!

Was würden Sie tun?

Dieses Spiel ist Realität.

Jeder von uns hat ein solches Konto: das Zeit-Konto. Jeden Morgen bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren. Aber jeden Morgen füllt sich das Konto neu.

Was machen Sie mit Ihren täglichen 86.400 Sekunden?

E2E
(Als Weihnachtsgruß bekommen)

Edwin Ederle
Sonntag, der 7. August 2011

Atomkatastrophe von Fukushima – eine Medienerfindung?

Mehrmals pro Woche höre ich in den Nachrichten von der „Atomkatastrophe von Fukushima“ und ärgere mich, weil das doch wieder eine pure Erfindung der Medien ist – entweder auf der Suche nach noch mehr Aufmerksamkeit oder um uns zu manipulieren.

Was ist eine „Katastrophe“?

Es gibt eine DIN-Norm (13050), die Begriffe aus dem Rettungswesen definiert (kaum zu fassen!!!).

Wikipedia beschreibt „Katastrophe“ als „ein Schadensereignis mit einer Zerstörung der örtlichen Infrastruktur, das mit den Mitteln und Einsatzstrukturen des Rettungsdienstes alleine nicht bewältigt werden kann.

Interpol meint „A disaster is an unexpected event causing the death or injuring many people. Many different kinds of events can lead to disasters„.

Ohne die Lage im japanischen Atomkraftwerk beschönigen oder Auswirkungen auf die Welt negieren zu wollen: Katastrophe? Wohl kaum! Meines Wissens ist dort nicht ein Mensch gestorben – auch hat das Atomkraftwerk die örtliche Infrastruktur wenig zerstört.

Es gab in Japan ein Erdbeben und einen Tsunami, was zu mehr als 20.000 Toten und Hundertausenden Obdachlosen geführt – aber von denen redet niemand – denn das passt so wenig in unser Medienhysterie. Das war eine Katastrophe! Irgendwie warte ich auf den Tag, wo erklärt wird, dass das Atomkraftwerk in Fukoshima das Erdbeben ausgelöst hat.

E2E

P.S.
Das Bild wurde aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons eingebunden. Der Urheber ist KEI.KADUKI.

 

Edwin Ederle
Montag, der 25. Juli 2011

Evolution oder Schöpfung? Vortrag im IF-Forum

Mensch&Wissen(schaft) – Wie Menschen wissen schaffen!

Der zweite Vortrag im IF-Forum 2011 füllte am 20. Juli den Seminarraum der Interface AG, obwohl (oder weil?) sich das Thema überhaupt nicht technisch anhörte.

Prof. Dr. Gerhard Haszprunar (Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Direktor der Zoologischen Staatssammlung München und Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns) sprach über Evolution und Schöpfung.

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Edwin Ederle
Sonntag, der 19. Juni 2011

Vorsicht vor großen Zahlen

Fast jeden Tag höre ich in den Nachrichten oder lese in der Zeitung irgendwelche Zahlen, die schon beim ersten Nachdenken unplausibel sind. Wahrscheinlich ist Nachdenken einfach nicht mehr populär (und Nachrechnen für viele Menschen eine ernstliche Hürde) und so kann es durchgehen, dass man durch das bloße Erwähnen großer Zahlen vermeintliche Kompetenz signalisiert.

Am Wochenende werden in der SZ (Seite 2) die Kosten der zwei Regierungssitze (Berlin-Bonn) zwar nicht beziffert, aber es wird erklärt, dass die Ministerien jährlich rund 750 Millionen Tonnen Aktenmaterial hin- und herschicken.

Klingt toll – aber warum fällt dem Schreiber nicht auf, dass das völlig unmöglich ist? Wir haben 80 Mio. Einwohner, also etwa 10 Tonnen Akten pro Einwohner, die hin- und hergeschickt werden sollten.  Und die Weltpapierverbrauch 2010 ist irgendwo zwischen 400 und 500 Mio Tonnen.

So wie ich von einem Journalisten erwarte, dass er sich um korrekte Rechtschreibung bemüht, sollte er sich meiner Meinung auch mit den Zahlen auseinandersetzen, wenn er schon meint,  sich mit vermeintlicher Genauigkeit höhere Glaubwürdigkeit „erkaufen“ zu können.

E2E

 

Edwin Ederle
Montag, der 23. Mai 2011

Zensus 2011 – Hauptsache Daten

Noch in meiner Zeit als Student habe ich mir eine Wohnung gekauft, die seit über 20 Jahren vermietet ist.

Deshalb bekam ich kürzlich den Fragebogen zur „Gebäude- und Wohnungszählung“! In einem Land, wo man ohne Genehmigung keinen Baum im Garten fällen darf, verwundert es mich schon, welcher Aufwand getrieben wird, um „Gebäude“ zu zählen. Noch mehr verwundert es mich, dass es so scheint, als wäre es egal, ob man richtige oder falsche Zahlen erhält.

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Edwin Ederle
Freitag, der 1. April 2011

10% Rabatt auf E10

Die Tankstellen haben immer größere Probleme:  Deutsche Autofahrer tanken lieber Super und die Lager sind voll. Dazu kommt, dass der Wintersprit kaputt geht (siehe z.B. http://www.stern.de/wirtschaft/news/e10-winterware-nur-bis-ende-april-zu-verkaufen-1661426.html oder http://www.zeit.de/news-032011/8/iptc-bdt-20110308-333-29137348xml) und in wenigen Wochen teuer entsorgt werden müsste.

Deshalb hat die Mineralölwirtschaft in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung eine Initiative zur Förderung des Absatzes von E10-Treibstoff gegründet:

Ab heute 0:00 erhält man an allen deutschen Tankstellen 10% Rabatt auf den Kauf von E10 – wenn man an der Kasse den Rabatt-Code „E10-Winterware“ nennt! Die Kosten teilen sich Bundesregierung und Mineralölwirtschaft.

E2E

Edwin Ederle
Samstag, der 12. März 2011

Kernschmelze in Japan?

Gerade meldet das ARD, dass es wohl in Fukushima zur Kernschmelze gekommen ist.

Wenn es nicht so fürchterlich wäre, könnte man erstaunt sein. Erleben wir ja etwas, was es gar nicht geben kann! Denn Unfälle in Atomkraftwerken gibt es nur in alten, schlecht gewarteten AKWs in wenig entwickelten Ländern. Niemals in Anlagen wie unseren in Deutschland, wo es doch kaum AKWs gibt, die höhere Sicherheitsstandards haben – höchstens vielleicht in Japan?

Aber wir können beruhigt sein: Unser Umweltminister Röttgen (ja, der, der immer noch zur Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke steht) hat erklärt, dass für uns keine Gefahr besteht. „Wir gehen davon aus, dass eine Gefährdung Deutschlands praktisch ausgeschlossen werden kann“. Was heißt eigentlich „Wir gehen davon aus…“? Dass man es doch nicht ganz sicher weiß?

Ganz sicher weiß man aber, dass unsere Kraftwerke sicher sind!

Und wenn das Cäsium 137 auf’s Meer getrieben wird, dann ist das ja unproblematisch. Wenn das stimmt, würde das nicht unsere Endlagerproblem lösen? Ach – nein – wir haben ja kein Endlagerproblem.

E2E