Eilika Emmerlich
Sonntag, der 31. Oktober 2010

Wirtschaftslokomotive Deutschland – wer ist der Heizer?

„Deutschland ist wieder vorn und zieht den europäischen Wirtschaftszug“. Sagt der Bundeswirtschaftsminister stolz. Sagt die Bundeskanzlerin mit kämpferischem Zug um den Mund. Sagt der Finanzminister vorsichtig. Also fragen wir uns: Wer ist der Antreiber, wer heizt? Die innovativen Unternehmer? Die fleißigen deutschen Arbeitnehmer mit und ohne Migrationshintergrund? Mag sein.

Aber ein Blick in den Kalender belehrt mich eines anderes, vielleicht besseren. Der 1. Mai – ein Samstag. Der 3. Oktober, ein Sonntag. Das Reformationsfest – ein Sonntag. Der erste und zweite Weihnachtsfeiertag – Samstag und Sonntag. Und Sie ahnen es schon – auch Neujahr fällt auf einen Sonntag, obwohl der Tag streng genommen nicht mehr zählt. 5 Arbeitstage mehr als in anderen Jahren bedeutet ca. 2,5 Prozent höheres BIP. Bedenken wir, dass das Reformationsfest nicht mehr in allen Bundesländern gefeiert wird, bleibt noch ein beachtlicher „Rest“ von 4 Tagen = 2 Prozent.

Also Vorsicht und Demut, Herrschaften! Statt Euch selbstgefällig zu loben, solltet Ihr dem Papst Gregor XIII einen Sonderbonus (natürlich unter 500.000Euro) zahlen, indem Ihr am heutigen Reformationsfest eine Dankeskerze anzündet. Der hat nämlich 1582 mit der Bulle „inter gravissimas“ weitsichtig dafür gesorgt, dass im „Aufschwungsjahr 2010“ so viel geschuftet wird.

EEM

Als Ergänzung zu meinem Artikel über die Tauglichkeit der wirtschaftsethischen Theorien möchte ich noch einmal Peter Ulrich zu Wort kommen lassen. In seiner Abschiedsvorlesung bezeichnet der Wirtschaftsethiker in St. Gallen die „gesellschaftliche Einbettung der Marktwirtschaft als Kernproblem des 21. Jahrhunderts“.

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Eilika Emmerlich
Freitag, der 4. Dezember 2009

(political correctness)³

In der FAZ vom 2.12. lese ich, dass Kinderbanden aus dem „Kreis der Rotationseuropäer“ vermehrt im Rhein-Main-Gebiet einfallen, Wohnungen ausräumen und blitzschnell wieder verschwinden, ehe der Einbruch bemerkt wurde.

„Rotationseuropäer“ sind laut FAZ Sinti- und Roma-Familien, die ihre Kinder aus Straßburg hierher auf Klau-Tour schicken.

Ich finde, wenn man erst den politisch korrekten Begriff für die Banden hat, tut der Verlust der Wertsachen nur noch halb so weh, oder?

EEM

Neben der populärwissenschaftlichen Managementliteratur hat sich an den Universitäten das Fach „Wirtschaftsethik“ etabliert, das allerdings von den Wirtschaftswissenschaften weitgehend vernachlässigt wurde. So bieten führende Institute wie die EBS oder Fakultäten wie an den Universitäten in Mannheim und Frankfurt erst jetzt „Wirtschaftsethik“ als Pflichtkurs für zukünftige Führungskräfte der Wirtschaft an. Hier ein kurzer Überblick über eine ältere, immer noch aktuelle, und drei zeitgenössische Positionen: mehr »