Hans Bonfigt
Mittwoch, der 6. Juni 2018

Digital, bekloppt, banal

Wenn das Herz stockt, Folge # 1337 :

Hallo, ich bin John

Ich bin WiFi-Architect in einer Behörde, mit Fokus auf Schulen und kommunale Einrichtungen in Nordrhein-Westfahlen, Deutschland. Zuvor habe ich als Integrator für Software-Lösungen von Spielberg und als Netzwerk-Architekt für Kunden im Mittelstand gearbeitet. Anfangs war ich Active-Directory und Firewall-Administrator in einer der größten, europäischen Bankunternehmen.

[…]

Für mich ist WiFi für unsere Schulen eine Möglichkeit, unsere Zukunft ein wenig besser zu gestalten. Ich möchte Kindern und Lehrern die Möglichkeit geben, diesen wunderbaren Planeten zu entdecken. Es steckt also auch ein bisschen Idealismus in meiner Arbeit. Ich bin dem lieben Gott dankbar, dass ich diesen Job machen darf.

 

 

Ich bin in Düsseldorf auf die Welt gekommen, habe die erste Hälfte meines Lebens in Meerbusch Osterath verbracht und die zweite Hälfte in Krefeld Königshof.

Na gut, er kommt aus Düsseldorf.  Das gibt mildernde Umstände.

Unser John möchte unseren Schülern und Lehrern ein Mittel an die Hand geben, das diese erstmals in die Lage versetzt, die Welt zu entdecken.  Mir bleibt bei einer solcherart unbeabsichtigt zu Schau gestellten Borniertheit glatt die Spucke weg.

(p * V) / (T * m) = R

Das wäre ein Ansatz, die Welt zu entdecken.

Und die Aufgabe einer Schule wäre es, Menschen zu zeigen, was hinter dieser Gleichung steht und was man damit alles anstellen kann.  Man kann die Gleichung auffassen als Definition der spezifischen Wärmekapazität in J/(Kg*K) (Druck * Volumen ergibt ja Energie).  Sie ist aber auch die Verknüpfung entscheidender Teile der Lebenswerke von Boyle-Mariotte, Gay-Lussac und Ludwig Boltzmann.

Alle drei haben die Grundidee des Arztes Robert Mayer zum ersten Hauptsatz der Thermodynamik weiterentwickelt:  „Energie geht nicht verloren“.  Der hört sich trivial an, aber er hat unser Verständnis unserer Welt erst ermöglicht.  Und über den zweiten Hauptsatz und dessen universelle Relevanz streiten sich bis heute die Gelehrten:  „In einem geschlossenen adiabaten System kann die Entropie nicht geringer werden“.

Die Schule ist nicht dazu da, den Menschen die Welt möglichst einfach und mundgerecht vorzukauen und zu „präsentieren“, sondern dazu, ihnen das Rüstzeug an die Hand zu geben, die Welt auf eigene Faust zu entdecken.

Und dazu braucht man ganz bestimmt kein „WLAN“ oder einen „Computer“.  Ganz im Gegenteil, die Initative „Schulen ans Netz“ kann neben dem Islam als größter Bildungsfeind betrachtet werden.

Hierzu:  Gehirnforscher Prof. Manfred Spitzer

Natürlich gab es haufenweise Verrisse hierzu, allen voran der Sueddeutsche Beobachter und, subtiler, eine Replik von Dieter Kempf, dem Mann also, der die DATEV in eine digitale Sackgasse gefahren hat.

Es gibt nichts peinlicheres als den deutschen Bildungsbürger.  Ich kann mich erinnern, als ich etwa 1976 während des stinklangweiligen, nervtötenden Geographieunterrichts ein Assemblerprogramm schrieb; man tat das früher auf Formularen in A4 quer, und obendrauf stand fett „KIENZLE  Assembler 2200“ — es fiel also durchaus auf, daß ich mich nicht mit einer Landkarte beschäftigte.   „Sag‘ ‚mal Bonfigt“, so störte mich unvermittelt der zweitlangweiligste Pauker des Gymnasiums, „wie willst Du eigentlich später Dein Geld verdienen ?  Doch nicht mit dieser brotlosen Kunst ?“.   Naja, ich war nicht nett damals und entgegnete, „Naja, wie man es nimmt.  Mehr als ein Geographielehrer verdiene ich jetzt schon, aber ich wüßte nicht, wie ich mit den paar Kröten einen angenehmen Lebensunterhalt bestreiten sollte“.  Das war dumm und arrogant, aber genau so dumm war es, Menschen, die sich mit so etwas „exotischem“ wie Computer beschäftigten, als unnütze Spinner zu bezeichnen.  Auch die „Klassenkameraden“ hatten keine Ahnung, was man mit so einem Ding alles anstellen könnte — was daran lag, daß es gottseidank noch keine Hobbycomputer gab.  Dieser widerliche Commodore-Brotkasten befiel die Welt erst in den Achtzigern.

Hätte ich damals meinen Mitschülern empfohlen, sich einen Computer anzuschaffen — alle hätten mir einen Vogel gezeigt (taten die getauften Heiden sowieso, ich war der notorische Klassenspinner).  Wenn ich heute sage, „kein Kind braucht einen Computer für seine persönliche Entwicklung“, dann bin ich wieder der Idiot.  Früher war ich ein perverses Schwein, wenn ich sagte, man solle die Schwulen doch in Ruhe lassen, solange sie nicht andere belästigen, heute bin ich ein Rassist/Faschist, wenn ich sage, daß mich öffentlich zur Schau gestellte Homosexualität anekelt.

Zeitgeist ist Kleingeist !

Und je dümmer ein Mensch, desto mehr orientiert er sich an diesem.  Ob das 13jährige Girlie, der widerwärtige Sexualstraftäter oder der peinlichste Schwätzer der Republik  —  alle tragen ein „IPhone“ mit sich herum — wohl wissend, daß sie sich damit freiwillig ihrer informationellen Selbstbestimmung begeben.  Und keinem fällt das auf !

Aber wehe, wehe, jemand vertritt eine Meinung, die dem Mahlstrom der „Allianz der Anständigen“ zuwiderläuft !

Nun ist der oben zitierte „John Lose“ ein ganz netter, hilfsbereiter Kerl.  Und er gehört zu der verlesenen Handvoll von Menschen, die sich wirklich mit Microsoft-Produkten auskennen.

Schlimmer schon steht es mit Digitalproll „Sascha Lobo“, dessen albernen roten Haarschopf eine hochintelligente Informatikerin mit einem einzigen Satz erklärte:  „Stell‘ Dir vor, der hätte ganz normale Haare, dann träte seine Visage anstatt seiner Frisur in den Vordergrund“.  Und genau so albern wie die Frisur des dauerjünglierenden Digitaldebattanten ist dessen schwachsinniges Geseiere vom digitalen Entwicklungsland Deutschland.

Es hat sich viel getan im sogenannten „Breitbandausbau“ und ein „DSL 6000“ mit 6 MBit/s im Down- und 1,2 MBit/s im Upstream sollte für jeden Privatanwender dicke ausreichen.  Hier jetzt herumzuheulen von wegen „gebrochener Versprechungen“ ist Klagen auf allerhöchstem Niveau.  Wenn der Arsch einen Film anschauen will, dann soll er den Fernseher anschalten, dazu ist der nämlich da.  Besondere Ansprüche hat er nicht, es reicht „Eine schrecklich nette Familie“.   Den Dreck muß man nicht qua Unicast über das teure Netz prügeln, dafür gibt es direktabstrahlende Satelliten.

„Es kommt“, so sekundiert mir meine Schwester gern, „nicht darauf an, wie stark oder woher der Wind bläst, sondern wie man die Segel setzt.  Und wenn ich nicht weiß, wo ich hinwill, ist jeder Weg der richtige.  Erst die Standort- und Zieldefinition ermöglichen es mir, einen Kurs zu bestimmen.  Und dann erst beschäftige ich mich mit Wind und Strömung“.  Das weiß nicht nur jeder erfahrene Segler.  Der einzig merkbefreite ist der Möchtegern-Informatiker, der feststellt, daß der von ihm fabrizierte Multimediaschrott immer langsamer läuft und meint, er könnte sein Problem mit immer unmäßigerem Ressourcenverbrauch lösen.

Diese krampfhaften Versuche zeigen die Idiotie der sogenannten „Digitalisierung“.   Und hier habe ich, mehr zufällig, einen interessanten Artikel eines Jugoslaven gefunden und ihn unkommentiert eingestellt.  Das fand Roland unpassend, insbesondere dehalb, weil er argwöhnte, es handele sich um einen recht einfältigen Menschen mit gefährlichem Halbwissen.   Dazu muß man wissen:  Hier schreibt ein Jugoslave.  Die gibt es, soweit mir bekannt, in zwei Ausfertigungen:  Die dummen glauben an Allah, die gerissenen glauben an sich, ihr dickes Auto und ihre dicken Eier.   Der „Kollege“ Jerko ist klar der Gruppe 2 zugehörig und hält sich für einen „hochqualifizierten Spezialisten“, weil er DATEV-Programme auf Windows-PCs installieren kann und auch schon einmal eine „LAN-LAN-Kopplung“ gemacht hat, etwas, das ein Fachmann in der Regel meidet wie der Teufel das Weihwasser.  Er definiert sich nur über Marken, die er trägt oder fährt und läßt keine Gelegenheit aus, mit seinem Reichtum zu prahlen.  Machen Sie sich selbst ein Bild.

Aber diesem Mann fehlen auch die deutschen Scheuklappen und aufgrund seines schlichten Gemütes denkt er erfrischend geradeaus und kommt zu erschreckend richtigen Schlußfolgerungen, etwa zu vergleichen mit denen des kleinen Oskar Matzerath.

So stellt er ganz offen die „Digitalisierung“ als Allheilmittel infrage, indem er feststellt, daß eine „vollanaloge“ MP 5 von Heckler & Koch bis zu 300 Asylanträge pro Minute bearbeiten kann.   Ohne Zweit- und Drittinstanz beim Bundesverfassungs- oder -verwaltungsgericht.  Bevor hier wieder das Theater losgeht:  Man muß soetwas als Fingerzeig verstehen und nicht 1:1 umsetzen.  Aber zum Beispiel die Verbringung aller kriminellen Asylbetrüger auf die Kerguelen-Inseln wäre eine praktische Option.

Nun schreibt mir dieser Mann im bereits zitierten Artikel,

http://www.jerkos-welt.com/schluss-mit-dem-digitalisierungsgeschwaetz-hoert-endlich-auf-uns-zu-verarschen/,

wirklich aus der schwarzen Seele.  Das liegt zum einen daran, daß auch ich ein einfältiger Mensch bin.  Meine Frau und meine „Ex“ kennen sich gut und rätseln noch bis heute, „ist er ein ‚vielschichtiger‘ Mensch oder nicht ?“, aber je mehr ich ihr versichere, ich sei einfach und ehrlich gestrickt, desto mehr zweifeln sie.  Ich bezeichne meinen Intellekt als „schlicht“ und sehe in Schlichtheit seit jeher auch eine gewisse Schönheit.

Unter diesem Aspekt:  Lesen Sie den oben verlinkten Artikel, wenn Sie meinen,

  • daß man mit Geld nicht unsere Bildungsmisere lösen kann
  • daß vermeintliches „Expertenwissen“ oft nichts anderes ist als „Mausklick nach Anleitung“
  • daß nicht die mangelnde „Bandbreite“, sondern die Dummheit der Internetnutzer das Problem darstellen

Und lasen Sie es sich von einem wirklichen „Digital Native“ sagen:  Der Mann hat recht.

-hb

Hans Bonfigt
Sonntag, der 3. Juni 2018

„Digitalisierung“ konzis und umfassend erklärt

Der Herausgeber hat zu Recht gerüffelt.  Einfach nur einen Link abzukippen (siehe Kommentare) läuft dem Gedanken eines Weblogs zuwider.

Daher:

Hier die Überarbeitung !

 

With my compliments to the chef at Brauereigasthof Aying.

-hb

Hans Bonfigt
Samstag, der 26. Mai 2018

Moderne Zeiten

Bekenntnisse eines ewiggestrigen Rassisten

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht. Aber mir gehen schale Witzchen über den BER auf die Nerven.
Ein schwuler Bürgermeister, eine peinliche Truppe SED-Aktivisten und ein heruntergekommener Restbestand „Sozialdemokraten“ haben sich an einem Flughafenrojekt versucht.  Das MUSSTE schiefgehen.

Nun könnte man sagen, „Berlin ist halt nun einmal Berlin, hier haben kriminelle Veruntreuung von Steuergeldern und schwachsinnige Verordnugen, die stets das Gegenteil dessen bewirken, was beabsichtigt ist, eine jahrzehntealte Tradition“.

Doch aus der Sicht eines Experten für Datenverarbeitung muß ich leider immer wieder feststellen:

BER ist überall. Sogar im schönen Bayern.

Denn junge, unerfahrene Menschen basteln sich Umgebungen zusammen, die immer komplexer werden und selbst von guten Administratoren nicht mehr beherrscht werden können. Gleichzeitig wird der verspielte Klapperatismus immer schwerfälliger und undeterministischer in seiner Antwortszeit — gleichzeitig erhöht sich die Anfälligkeit gegen Angriffe erheblich.
Was ist da eigentlich passiert ?

1. Was der Bauer nicht kennt…

Von Larry Ellison stammt das schöne Bonmot, „Ich würde meinen Kindern eher Drogen geben als DOS“.
Wohl wahr. Aber auch an unseren höheren Schulen werden unsere Kinder ausschließlich mit der kranken, kaputten PC-Architektur konfrontiert – privat sowieso.
Die Folge: Später, im Beruf, setzen unsere „alternativlosen“ Jungspunde das einzige System ein, was sie kennen. Und das ist ein Kretin aus kaputter Hardware und vermurkster Software.
– Das führt zwangsweise zu einer „Monokultur“ mit allen damit verbundenen Nachteilen,
– insbesondere einer fatalen Störanfälligkeit.
– Sinnvolle Alternativen verschwinden vom Markt,
– fatale Abhängigleiten entstehen.
Spätestens seit „Spectre“ und „Meltdown“ muß eigentlich jedermann klar sein: INTEL-basierte Systeme sind außer für Daddelspiele zu nichts zu gebrauchen. Ihr Einsatz ist grob fahrlässig.
„Windows“ und „Office“ telephonieren etwa 20 Mal „nach Hause“, wenn man nur ein einziges „Word“-Dokument öffnet. Über die fatalen Lücken in „Microsoft Outlook“ zu berichten, wäre müßig.
Solche Systeme professionell zur Verarbeitung personenbezogener Daten zu nutzen, ist schlichtweg illegal – das weiß auch die Bundesregierung.  Doch wo kein Kläger, da kein Richter.
Im Transportwesen haben wir die unterschiedlichsten Systeme zur Wahl, aus gutem Grund: Denn ob Kreuzfahrtschiff, Motorrad, A380, Traktor, Schnellzug oder Tieflader: Sie haben alle ihre spezielle Eignung. Bloß in der „IT“ – da arbeitet alles mit den über die Jahre immer wieder marginal aufgerüsteten DOS-Kisten. Ja, selbst die modernsten „Server“, in Wirklichkeit aufgebohrte PCs, booten noch mit „DOS“ – Bordmitteln.
Das war füher anders: Man hatte die „Mainframes“ für hochverfügbare, hochsichere und hochzuverlässige Massendatenverarbeitung, typischerweise im Verbund mit einer Datenbank. Programmiert wurden diese in Sprachen, die einen Programmierer nicht überfordern und es vor allen Dingen ermöglichen, daß mehrere Programmierer konfliktfrei an einem Programm oder Projekt arbeiten können.
Die Bedienung und Dateneingabe erfolgt ergonomisch OHNE Maus, man benötigt unterdessen eine gewisse Einarbeitungszeit. Allerdings ist man nach dieser um Größenordnungen schneller als ein Mausschubser.

Es gab integrierte „Mini-Computer“ für kleinere bis mittelgroße Unternehmen.

Es gab leistungsfähige technische Rechner für Prozeßsimulation, Konstruktion, Bild- und Tonbearbeitung. Diese Systeme verfügten, weitaus früher als beispielsweise Apple oder Microsoft, über eine professionelle Graphik, die bis heute unerreicht ist: Denn das X-Window – System unter UNIX verteilt Programmhaltung, Programmausführung und graphische Benutzerschnittstellen auf unterschiedliche Systeme. So können hunderte Anwender einen Hochleistungsrechner gemeinsam und gleichzeitig nutzen!
Nur zum Vergleich: Unter „Windows“ gibt es so etwas nicht und deshalb will die Münchner Stadtverwaltung wieder einen Intensiv-Oatienten „nach gängigen Standards“ unter jeden Sachbearbeiterschreibtisch stellen.

Es gab spezielle Rechner zum Steuern von Maschinen und Anlagen, die neben erweiterten physikalischen Bedingungen nuch dem Umstand Rechnung trugen, daß spezielle Hardwarefunktionen benötigt wurden, beispielsweise hochauflösende Timer, Pulsweitenmodulatoren, D/A – Wandler etc..

Tja, und es gibt den „PC“ zur Bespaßung „moderner“ Konsumenten: Papi guckt sich Pornos an, der Sohnemann erfreut sich mit dem neuesten „EGO-Shooter“ und knallt Feinde ab, die Tochter postet kompromittierende Bilder ihrer aktuellen Todfeindin auf „Facebook“ und Mami kann jetzt endlich im „Wiki“ nachgucken, was ein „Narrativ“ ist, man will ja schließlich mitreden können.
Der PC bietet also für jeden etwas — und ist damit genau so effektiv und hilfreich wie ein „Schweizer Taschenmesser“: Kann alles, aber nix ansatzweise richtig.
Der PC aber hat uns dominiert. Das blanke Mittelmaß hat uns dominiert.

2. Nicht der Bösewicht ist der Schurke, sondern das Mittelmaß

Der Manager Hans-Jürgen Esser, für mich über Jahrzehnte ein väterlicher Ratgeber, fuhr einmal vor etwa 25 Jahren mit mir als Beifahrer zufällig hinter seinem Chef her.  Hier trafen zwei Fahrstile aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten, und so entspann sich folgender Monolog:
„Ah, sehen Sie: Das ist unser Hansi. Also, un-glaublich! Sehen Sie bloß, wie er um die Kurve schlabbert … und hier: Er ordnet sich gar nicht ein, fährt einfach in der Mitte, und so entscheidungsschwach wie auf der Straße ist er auch in seinem Job: Bloß niemendem wehtun, immer schön die goldene Mitte … Hansi ist kein Unternehmer, er ist ein UNTERLASSER !
Der könnte nie mein Freund sein. Und das sage ich Ihnen, mit schlechten Menschen kann ich gut umgehen, verdammtnochmal, ich bin ja selber schlecht, mit guten Menschen ja sowieso, ABER JENEN, DIE GANZ LEISE SCHLEICHEN, DEN MUSST DU AUS DEM WEGE WEICHEN.
Warten Sie, [fährt auf gefühlt 25 cm auf], GLEICH SCHIEBE ICH IHN AN !“
Ich muß dazu sagen, der Chef war immer frendlich zu mir, fand nie ein böses oder ein gutes Wort für mich oder irgendeinen anderen, war stets indifferent. Man muß ihm allerdings zugutehalten, daß er seinem schärfsten Kritiker die operative Leitung seines Unternehmens überließ. Und das gelang jenem mit Glanzbravour. Denn H.J. Esser war das Gegenteil der Mittelmäßigkeit.

Damit der Roland nicht der einzige hier bleibt, der Rupert Lay zitiert:

 Nicht der Bösewacht ist der Schurke, sondern das Mittelmaß, wenn 
 man die politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Dramen
 unserer Zeit betrachtet oder gar aufzuzeichnen versucht. Schon 
 Platons Vermutung, daß die Demokratie die Herrschaft des Mittelmaßes
 bedeute, hätte uns nach der Einführung demokratischer Systeme 
 in Europa nach 1948 etwas vorsichtiger mit dieser Herrschaftsform 
 umgehen lassen müssen. Nun, das haben wir verabsäumt - und so 
 beherrschen uns in Politik und Wirtschaft, im Sozialen (etwa den
 Gewerkschaften) und im Kulturellen (etwa den Kirchen) das Mittelmaß.
 Wie aber mag es dazu kommen, daß in demokratisch organisierten Sy-
 stemen die Herrschaft des Mittelmaßes tendenziell wenigstens unaus-
 weichlich ist ? Es handelt sich hier wieder einmal um die normative
 Kraft des Faktischen. Und das Faktische demokratischer Systeme ist
 der Kompromiß. Kompromißbildungen sind aber nun einmal die Konflikt-
 lösungsstrategien des Mittelmaßes. 

Quelle: Rupert Lay, Weisheit für Unweise (Hervorhebung von mir)

Lay indes ist ganz und gar kein Antidemokrat, aber Lay verachtet Demokratismus.

Warum ?

Demokratie – Demokratismus – Demokratur – Diktatur.

Die Diktatur des Mittelmaßes nennt sich übrigens heute „Shitstorm“.

Im Rahmen eines Fernsehinterviews wurde der geniale österreichische Verbrecher Udo Proksch einmal gefragt, „Herr Proksch, wenn Sie einen Herzenswunsch frei hätten – was würden Sie bei einer Fee bestellen ?“ — und jener antwortete, ohne auch nur eine halbe Sekunde nachzudenken:
Allen mittelmäßigen Österreichern die Krätze an den Hals !

Heiko Mittelmaaß diene als Warnung, wie fatal sich Mittelmäßigkeit in der Politik auswirken kann – bei der Konzeption technischer Systeme unterdessen sind faule Kompromisse, und nichts anderes ist das Ergebnis des Mittelmaßes, fatal und führen schnurstracks zu BER.

3. „Best Practice“

Früher hat man sich Gedanken gemacht, „optimiere ich hinsichlich Leistung, Stabilität, Ressourcenverbrauch, Modularität, Salierbarkeit“, um wichtige Entwicklugsziele zu benennen.  Und in der Tat ergaben sich höchst unterschiedliche Entwürfe. Die Kunst war, mögliche Zielkonflikte zu vermeiden oder — na, wie heißt das heute im Idiotensprech? „mitigieren“.

Heute interessiert das niemanden mehr. Es wird das gemacht, was alle anderen Idioten auch machen.  Statt „Best Effort“ ist heute die „Best Practice“ das Gebot der Stunde.

4. Wirrtualisierung

Die Entwicklung eines Kindes im Mutterleib dauert bekanntlich neun Monate. Wenn man diese Zeit verkürzen will, ist es evident sinnlos, gleich 9 Frauen zu schwängern. Man erhält zwar „statistisch“ pro Monat ein Kind, aber jedes Kind benötigt minimal neun Monate.

Um einen schwachbrüstigen „PC“ im Servergewand also zu beschleunigen, ist das „Clustering“ vieler Einzelserver womöglich nicht dazu geeignet, einen Prozeß zu verbessern. Klar, wird man entgegnen können, „viele Teilprozesse können heutzutage parallelisiert werden“, aber dummerweise gibt es immer wieder Punkte, an denen Teilprozesse aufeinander warten müssen – allerspätstens dann, wenn auf eine gemeinsam genutzte Ressource schreibend zugegriffen wird.

Die Wirklichkeit unterdessen ist grausamer und schlimmer:

„Clustering“ geht aus administrativen Gründen fast immer einher mit „Virtualisierung“.

Heutzutage entfällt der Hauptteil der Ein- und Ausgabelast eines Servers so gut wie immer auf die Netzwerkschnittstellen. Eine „virtuelle“ Netzwerkschnittstelle kann man jedoch nicht in einen „echten“ Switch stecken. Es muß also mindestens ein „virtueller Switch“her. Der „virtuelle Switch“ simuliert einen „echten“ Switch unter Zuhilfenahme einer Wald- und Wiesen – Universal-CPU. Und so kommt es, daß die „virtuellen Switches“ in Superclustern eines Servicerechenzentrums deutlich langsamer sind als absolut billige Amateurgeräte aus dem Aldi !  Denn schon die billigsten Konsumentengeräte verfügen über Hardwareunterstützung und können alle Ports simultan bedienen !

Apropos Hardwareunterstützung: „Virtuelle“ Netzwerkkarten entlasten den TCP/IP – Stack nicht von zeitaufwendigen Operationen.
Jedes Datenpaket muß, wieder von einer Wald- und Wiesen-CPU, aufwendig mehrfach ineinander verschachtelt, verpackt werden. Nun werden Sie sagen, „dann opfere ich halt zwei CPUs dafür“. Die CPUs aber arbeiten im Hauptspeicher und invalidieren („trashen“) den Cache, wodurch ALLE anderen Prozesse ausgebremst werden. Hinzu kommen, für den Profi, pro Paket in jede Richtung DREI Kernel/Userspace – Übergänge. Und jeder kostet nicht nur CPU-Zeit, sodern verlangsamt ein System durch (bei Taskwechsel notwendige) Locking-Mechanismen.
Aus technischen Gründen mußte ich am letzten Wochenende einen „virtuellen“ Server mit viel Netzlast durch einen „realen“ Server ersetzen. Es war ein Notfall; wir mußten das nehmen, was wir kriegen konnten — und das war ein schedderiger, alter „Windows 95“- PC mit Originalhardware. Eine zweite Netzwerkkarte mit stolzen 100 MBit/s war auch schnell gefunden und der Transfer auf eine gammelige IDE-Platte klappte ebenfalls prima.
Ich hatte die größte Befürchtung, eine erbärmliche Performance abzuliefern, aber am Montagmorgen kam eine Dame zu mir: „Was haben Sie gemacht ? SO SCHNELL lief unser Frontoffice-System noch nie !
Der zuvor eingesetzte Server war ein HP DL380 Gen.6, mithin also ein veritables Schwergewicht in der PC-Welt, mit allem, was die „Entwicklung“ zu bieten hatte.  Die Virtualisierung aber degradierte das System zu einer peinlich-lahmen Ente, die von einem „Pentium 5“ mit 512 MB Hauptspeicher gnadenlos deklassiert wurde.   Wohlgemerkt: Mit der gleichen Software, dem gleichen Betriebssystem und den gleichen Einsatzbedingungen.
Eigentlich wußte ich immer schon, daß Wirrtualisierung im allgemeinen und „VMWare“, die Küchenschabe unter den Virtualisierungs-lösungen im speziellen, ausgemachte Performancebremsen sind — daß es aber so schlimm steht, das hätte ich nicht geahnt.
Aber auch ich habe mich in Sachen Performance zusehr an Mittelmäßigkeit gewöhnt.

5. Besen, Besen, sei’s gewesen …

Miese Leistung ist ja heutzutage „Standard“. Aber mit der „Virtualisierung“ kauft man sich einen Verwaltungsaufwand ein, der einem buchstäblich den Atem raubt:

Jeder normal denkende Mensch würde ja erwarten, daß man ein System von außen direkt administrieren kann — aber weit gefehlt bei Platzhirschen wie „VMWare“ und IBM.

Ich gehe einmal auf die abstruseste, hirnverbrannteste Variante ein, die IBM sich nicht schämt, seinen Benutzern zuzumuten:

– Zur Steuerung eines aktuellen IBM POWER – Servers ist jetzt eine alberne „Hardware Management Console“ notwendig, ein unzuverlässiger Havarist auf der Basis von „Nürnberger Windows“ („SuSE“). Diese besticht vor allem dadurch, daß sie gerne einmal ungefragt und unerwartet die NUMA-Konfiguration des verwalteten Rechners durcheinanderwürfelt, was allerdings nicht weiter schlimm ist, denn die Idioten, die eine „HMC“ benutzen, sind generell merkbefreit.

– Aber: Neuerdings braucht man ZWEI DAVON, und, dreimal dürfen Sie raten, die installiert man dann: RICHTIG, auf einer „VMWare“ – Wirrtualisierungsumgebung.

– Nur: Auf diese Verwaltungsumgebung kann man nicht zugreifen, es braucht noch ein „Windows 10“ mit „Flash“ und allen Multimedia – Uappetitlichkeiten an Bord, um via „Vschmier“ – Konsole auf den Server zuzugreifen, der wiederum das Verwaltungsprogramm beherbergt, das den eigentlichen Serer verwalten soll, der die einzelnen Serverinstanzen verwaltet.

Wir reden also von einer Verwaltung der Verwaltungsinstanz der Verwaltung einer Verwaltung. Ein größerer Schwachsinn ist für mich bislang nicht denkbar gewesen.
Es sind mindestens fünf(!) unterschiedliche Betriebssysteme beteiligt, mindestens zwei unterschiedliche Rechnerarchitekturen und unzählige Netzwerkschnittstellen.

Wer so etwas bei einem Kunden produktiv installiert, ist für mich ein krimineller Idiot.

6. Des Kaisers neue Kleider …

Der typische „IT-Admin“ ist in seiner Mittelmäßigkeit gefangen wie ein Insekt im Bernstein. Er läßt sich jeden, aber auch wirklich JEDEN Schwachsinn als „innovatives Feature“ andrehen. Und traut sich nicht, STOP! zu sagen, um nicht vor seinen Kollegen als unwissend dazustehen. So kommt es, daß alle mit ihrer primären Arbeitsumgebung hoffnungslos überfordert sind und die Kernaufgabe der Abteilung darin besteht, sich Begründungen für das jeweils aktuelle Versagen im eigenen Projekt auszudenken – zugegebenermaßen keine leichte Aufgabe, das.

Man soll ja eine Betrachtung immer mit einem positiven Aspekt abschließen — kein Problem für mich, bitteseher:  Die modernen IT-Lakaien, durch faule Kompromisse kompromittiert,  durch „soziale Medien“ in Watte gepackt, ohne Ziel, ohne Verantwortung, ohne Achtung vor den Leistungen anderer und schon gar nicht vor der eigenen —

erst im Formulieren ihres eigenen Unvermögens sind sie dann ganz große Klasse !

-hb

Hans Bonfigt
Sonntag, der 31. Dezember 2017

Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann

Und wieder einmal stehen wir unmittelbar vor einem neuen Jahr.

In den vergangenen 12 Monaten hatten wir, meine Frau und das Team, mit dem wir geschäftlich unterwegs sind, eine harte Zeit mit vielen und teileweise unerwarteten Rückschlägen zu kämpfen.  Aber wir sind gestärkt aus der Situation hervorgegangen.  Und wir freuen uns, daß wir die Weichen zu Anfang dieses Jahres richtig gelegt haben.   Und unbeirrt auf Kurs geblieben sind. Viele andere Teams wären unter den Belastungen auseinandergebrochen.  Und daher wäre es für mich völlig falsch, im Zorn zurückzublicken.

Auch der vorsichtige Blick in die Zukunft läßt eine positive Prognose zu.

Bloß die momentane Situation des Staates, in dem wir leben, macht mir zum ersten Mal im Leben Angst und Bange.

Wir gehen nicht daran kaputt, daß wir fast täglich mit bestialischen Verbrechen konfrontiert werden, die typischerweise mit dem Frauenbild islamisch geprägter Immigranten zusammenhängen.  So grausam die Taten sind, so einfach lassen sie sich erklären — Frauen sind keine Menschen, sondern Eigentum und man kann damit machen, was man will.   Das sollte uns jetzt allerdings nicht überraschen, denn es ist noch nicht einmal 100 Jahre her, daß ein „ganz normaler deutscher Familienvater“ morgens seine Töchter liebevoll streichelte und mittags gleichaltrigen Mädchen, die freilich das Pech hatten, jüdische „Untermenschen“ zu sein, den Bauch aufschlitzte und sich daran erfreute.  Die heldenhafte „Deutsche Wehrmacht“ warf über London Teddybären mit einer eingebauten Sprengladung ab, die so ausgelegt war, daß sie das Kind, das diesen Teddy finden sollte, nicht töten, sondern „nur“ schwer verletzen würde.  Man war sich wohl bewußt, daß der „Erzfeind“ deutlich mehr moralische Integrität hatte als die selbsternannte „Herrenrasse“ und ging davon aus, daß die Engländer alles daran setzen würden, das Kind zu retten, auch zulasten der Versorgung der kämpfenden Truppe.

Wenn wir als Deutsche wenige Jahrzehnte später wieder einmal mit dem Zeigefinger herumspazieren und den jungen Abenteurern dozieren, „das macht man aber nicht“, machen wir uns lächerlich.

Und leider:  Wie viele widerwärtige Verbrechen geschehen tagtäglich selbst im schönen Bayern ?  Von „anständigen Deutschen“ begangen ?

Wir gehen auch nicht daran kaputt, daß wir zu viele Schwätzer und Pseudowissenschaftler hochgepäppelt haben, ob die nun „Aneta Kahane“ heißen oder „Aydan Özoguz“.  Die uns erklären wollen, „das ist alles gar nicht so“.  Wir haben seit 30 Jahren Dampfplauderer und Krampfhennen an den höchsten Stellen.

Wir gehen schon eher daran kaputt, daß die „normale“ Bevölkerung merkt:  Wirtschaftswachstum schön und gut, aber die Lebenshaltung wird von Jahr zu Jahr teurer.  Überall Kontrollen, an vielen öffentlichen Orten Ausgehverbote und Beschränkungen, fast in jeder Stadt „Schutzpoller“, welche effektiv die Rettungswagen behindern.  An die unglaublich albernen und peinlichen Flughafenkontrollen habe ich mich immer noch nicht gewöhnt.  Aufstockung des „Bundesnachrichtendienstes“ mit Milliardensummen, vernetzte Videoüberwachung überall,

Fear makes the wolf look bigger

aber vor allen Dingen die ewigen gebetsmühlenartigen Beteuerungen, „Ihr seid hier sicher“.  Will man, kann man in einem solchen Land „gut und gerne leben“ ?  Der SPD-Bürgermeister der Kleinstadt Kandel, wo eine junge Frau islamisch „geschächtet“ wurde, betonte sofort:  „Unsere Gedanken sollten bei der Familie sein.  Wir haben mit jungen ‚Geflüchteten‘ so gute Erfahrungen gemacht und sollten jetzt nicht an Abschiebungen denken“.  Auf die Rückfrage eines Reporters, ob der Herr Bürgermeister denn schon einmal die Familie besucht habe:  Tja, da sei er noch nicht dazu gekommen.

Das ist so zynisch, daß es selbst einem jahrzehntelangen SPD-Stammwähler zu doof ist.   Und die Stimmung wird im Land umso schneller kippen, je mehr Soziologen und sonstige Schwätzer das Gegenteil vom Offensichtlichen predigen.

Und wie auf einmal eine furchtbare Gewalt entsteht und wohin sie führen kann, das wissen wir Deutsche wohl am besten.

 

Ganz sicher aber gehen wir daran kaputt, daß seit einigen Jahren kein Diskurs mehr möglich ist.  Ein Hochschullehrer äußert privat, unsere Gesellschaft schulde den Immigranten nichts, denn sie seien für ihre Situation selbst verantwortlich und nähmen uns benötigte Ressourcen weg.

Und dieser Mann wird seither systematisch ausgegrenzt und verfolgt.  Weil er sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hat.   Leider stimmt diese Meinung nicht mit der der selbsternannten „Allianz der Anständigen“ überein.  Und schon ist er ein „Rassist“, „Faschist“, „Nazi“.

Viele seiner Studenten boykottieren nicht nur die Vorlesungen, sondern sabotieren sie.  Ich habe sogar ein bißchen Verständnis für die jungen Leute, weil sie offenbar diese und andere Äußerungen des Professors „extrapolieren“ und im Ergebnis etwas sehen, das an die „nationalsozialistische“ Sicht erinnert und gleichzeitig dieses Bild auf den Professor zurückprojizieren.  Ich habe aber kein Verständnis dafür, daß, wenn der Professor anbietet, über seine Positionen zu diskutieren, dieser dann abgewiesen wird mit den Worten „Wir wollen Faschisten keine Bühne bieten“.

Und wieder zeigt sich:  Die „Antifa“ ist dreimal so schlimm wie der vorgebliche „Faschist“.  Denn Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.  Das sollte man, auch wenn man eine Gesamtschule besucht hat, eigentlich wissen, bevor man beginnt, ausgerechnet die Iura zu studieren.

Aber die oberste Dienstherrin von Professor Rauscher, Sachsens „Wissenschaftministerin“ Eva-Maria Stange, stellt sich doch bestimmt schützend vor ihren Professor ?   ‚Mal sehen:

Sachsens Hochschulen sind weltoffen und international. Die ausländerfeindliche Meinung von Rauscher kritisiere ich scharf.“

Tja, wo nun genau die Äußerungen des Professors „ausländerfeindlich“ sein sollen — das ist wohl wieder eine windige Projektion auf das faule Ei der zeitgemäßen Gesinnung.

Wie soll man diese Äußerung  richtig übersetzen ?  Ich versuch’s ‚mal:

„Sachsens Hochschulen haben unmittelbar hintereinander zwei antidemokratischen Terrorregimes gedient und sich stets und erfolgreich um deren Machterhalt und um die Unterdrückung differenzierter Meinungen verdient gemacht.  Edgar Froese verließ unsere Universität in den sechziger Jahren mit der Bemerkung: ‚Der Staub der Universitäten liegt wie ein Leichentuch über der Wahrheit‘.  So peinlich, eklig und frech wie unsere ‚Pegida‘ auf der Straße, so feige, opportunistisch und hinterhältig ist unsere Kaderschmiede des Konformismus.  Wir können kein Hochdeutsch.  Aber außer Sächsich jede Menge anderer Widerwärtigkeiten“.

Ich glaube, das trifft es am besten.

Die Geigenvirtuosin Anne-Sophie Mutter erklärte in einem Interview, wenn man nicht allerspätestens mit dem fünften Lebensjahr anfange, Geige zu spielen, sei „das Rennen schon gelaufen“, gemeint war, daß man nur dann die virtuose Fertigkeit des Geigespielens erlernen könne, wenn man ‚von Anfang an‘ damit begonnen habe.

So ungefähr ist das aber auch mit der Demokratie.  Aus einer ehemaligen FDJ-Sekretärin machen fünf Jahre Nachwendezeit keine Demokratin, da ist unsere Bundeskanzlerin ein besonders widerliches Beispiel.

 

Die „Bundeskanzlerin“ ist hoffentlich bald Geschichte.  Aber wirklich Angst habe ich, wenn junge Leute wieder in Reih‘ und Glied marschieren — egal ob in der „Pegida“ oder im „ASta“.

 

Auf daß uns der Bürgerkrieg 2018 verschonen möge  —  am besten ohne Merkel!

 

Allen denen, denen unser Grundgesetz mit seinen Artikeln 1, 2 und 5 zusagt, ein gutes neues Jahr!

-hb

Hans Bonfigt
Donnerstag, der 19. Oktober 2017

Hell’s Angels

Es war wieder einmal soweit.

Der Rechtsstaat konnte es nicht mehr hinnehmen, „dass Parallelgesellschaften wuchern, in denen seine Autorität und das Gewaltmonopol missachtet werden“.  Laut „Spiegel online“ wurden mehr als 700 Polizisten, darunter auch Spezialeinheiten, mobilisiert, um in Privatwohnungen (!) das am letzten Mittwoch ergangene Verbot gegen den Motorradclub „durchzusetzen“.

Leider war die Aktion wohl nicht von Erfolg gekrönt:

„Es wurden bei der illegalen Durchsuchung von 50 Wohnungen ‚Kutten‘, Schußwaffen, Bargeld und Motorräder sichergestellt“.

Nun muß man kein Kenner der Hell’s Angels sein, um sofort zu sehen, daß die im Spiegel-Artikel von den Bütteln präsentierten Kleidungsstücke mit den ‚offiziellen‘ Kutten der Hell’s Angels nichts zu tun haben, man kann diese sogar in diversen Läden kaufen und selbstverständlich auch öffentlich tragen.

An Waffen hat man ganze zwei Stück gefunden, und die waren mit hoher Wahrscheinlichkeit angemeldet.

Und Motorräder hat man „sichergestellt“, weil diese ja bestimmt zum Vereinsvermögen gehören.

Es ist zwar bekannt, daß Mitglieder der Hell’s Angels auch schon einmal vom Verein einen Kredit bekommen für die Anschaffung eines eigenen Motorrades, aber daß dem Verein irgendwelche Motorräder gehören, ist doch eher unwahrscheinlich.

Keine Sprengstoff, keine Folterwerkzeuge, so gut wie keine Waffen:

Das einzige, was bei dieser völlig unverhältnismäßigen Aktion unter die Räder kam, das allerdings mit einer Gründlchkeit, die man von NRW sonst nicht kennt, war der Rechtsstaat.

 

Ich persönlich hatte nie Interesse an Motorrädern und schon gar nicht an den knatternden Zweizylindern aus Milwaukee, auch wenn sie in einem speziellen Fall („Revolution“) in Weissach konstruiert wurden. Da muß man irgendwie dafür geboren sein. Ich bin es nicht.

Aber ich kenne drei Hell’s Angels – Mitglieder flüchtig. Alle drei gehen unterschiedlichen Berufen nach (Ingenieur, Elektriker, Spediteur), sind „ganz normale“ Menschen — eigentlich sind sie aber das Gegenteil. Mit Menschen wie Altmeier, Schulz oder Künast wollte ich nicht längere Zeit in einem Raum sein, mit den drei „Angels“ hätte ich da kein Problem.

Es klingt bei den Regeln der Hell’s Angels eine Menge Sozialromantik mit, die man vielleicht auch als ’naiv‘ abstempeln kann.  Ich persönlich bin der Meinung, daß Loyalität und Freundschaft ganz wichtige Dinge sind, die zu pflegen es sich lohnt. Es gibt neben dem „MC Hell’s Angels“ andere Clubs, beispielsweise den „KC Römisch-Katholische Kirche“, der ebenfalls Freundschaft und Loyalität einfordert, allerdings zu einem ziemlich abstrakten „Gott“. In der letzten Zeit tat sich dieser Club vor allen Dingen durch massiven sexuellen Kindsmißbrauch hervor, aber das ist nur die Spitze des Eisberges gegen die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die sich der Verein in der Vergangenheit hat zuschulden kommen lassen.  Untereinander ist die Führung ziemlich zerstritten, man sehe sich nur das zutiefst unchristliche Verhalten der Bischöfe gegen den Kollegen Mixa an. Also: Wenn ich mich entscheiden müßte zwischen „MC Hell“ oder „KC Kath“, ich wüßte aber schon ganz genau, bei wem ich mich um eine Mitgliedschaft bewerben würde.

Während der „KC Römisch-Katholische Kirche“ öffentlich gefördert wird und in jedem Dorf seine machterhaltenden Klingelspiele veranstalten darf, ist der „MC Hell’s Angels“ geächtet und wird immer wieder rechtswidrig durch unseren korrumpierten Staat verfolgt.

Betrachten wir doch einmal einen besonders krassen Fall, auch auf die Gefahr hin, daß wir uns wieder einmal schämen müssen, Deutsche zu sein:

 

Das Steintorviertel in Hannover war jahrelang von kriminellen Albanern dominiert, das ganze Viertel war nichts anderes als eine „wuchernde Parallelgesellschaft“, gegen die NRW so energisch und erfolgreich vorgegangen ist. Die Hannoveraner Sektion der Hell’s Angels unter der Führung von Frank Hanebuth übernahm vor etwa 15 Jahren die Geschäfte des Viertels  —  und es war Ruhe. Es gab auch kaum Probleme zwischen Polizei und Hell’s Angels. Leben und Leben lassen.

Das hätte auch so weitergehen können. Nur kam es im Frühjahr 2010 irgenwie anders. Ein Jungstaatsanwalt bekam wohl bei seiner Partnerin keinen mehr hoch und wollte ihr wohl anderweitig zeigen, was für ein toller Hecht er war: Anstatt ein Mitglied der „Hell’s Angels“ einfach nur in einer Routinesache vorzuladen oder auf der Arbeitsstelle zu besuchen (der Mann ist  – oh Wunder –  kein Bordellbesitzer, sondern geht einer ganz normalen Tätigkeit als Konditor nach), wurde mit martialischem Trara ein Hausbesuch mit bewaffnetem Sondereinsatzkommando morgens um 04:00 vorgenommen. Man hatte es nicht nötig, sich als „Polizei“ anzumelden und war im Begriff, die Haustür gewaltsam zu öffnen.

Der so Überfallene ging davon aus, eine Abordnung des rivalisierenden Clubs „Bandidos“ hätte noch eine Rechnung offen.  Die Türöffnung wollte er nicht abwarten und schoß mit seiner  – zugelassenen –  Waffe durch die Tür. Dadurch wurde ein Polizist getötet, leider nicht der „Staatsanwalt“, der diese Farce angeordnet hatte. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt:  Plötzlich konnten sich die Beamten dann doch als „Polizei“ vorstellen, der Besuchte klärte den Irrtum auf, warf seine Waffe durch ein Fenster und stellte sich. Der Mann hat in einer lebensgefährlichen Situation einen klaren Kopf behalten und sich um Deeskalation bemüht. Eine klare charakterliche Bewährung.

Das Opfer von Staats- und Polizeiwillkür wurde in zwei Instanzen wegen Totschlags verurteilt. Jeder Laie kennt unterdessen den Begriff der „putativen Notwehr“, jeder klar denkende Mensch wäre zum gleichen Urteil gekommen wie der Bundesgerichtshof:  Freispruch.

Wie kaputt und korrupt muß unsere Justiz sein, in zwei Verfahren einen Bürger, der zu nachtschlafender Zeit überfallen wird, zu acht Jahren Gefängnis zu verurteilen?  Gegen den Staatsanwalt, der für den Tod des Beamten verantwortlich ist, wurde nicht einmal ermittelt.

 

So weit, so schlecht. Seit den ungeheuerlichen Rechtsbeugungen, begangen 2010 durch die damalige Generalbundesanwältin Monika Harms, sind wir wohl auch alle ziemlich abgestumpft. Doch diese Geschichte endet nicht hier. Sie fängt hier erst richtig an:

 

Von einem „Korpsgeist“ bei der Polizei kann man kaum reden. Kameradendiebstähle, Diskriminierung und allerlei Delikte sind an der Tagesordnung. Das Benehmen der Damen und Herren in diversen Hotels ist legendär, die Verwüstungen sind nicht einmal durch eine alkoholisierte Schülergruppe der „Jungen Union“ zu toppen.

Aber zwei Dinge sind bei der Polizei unermeßlich: Der Kleingeist und der Reflex zur Rudelverteidigung. Die „Gewerkschaft der Polizei“ übte sich, wie immer und wie immer in widerwärtiger Art und Weise, in Urteilskritik. Und fortan fühlte sich jeder Dorfpolizist berufen, etwas gegen die bösen „Hell’s Angels“ unternehmen zu müssen  —  es ist ja so einfach und schön, mit der Masse zu marschieren, das hatte 1938 bei der „Reichskristallnacht“ auch so schön geklappt.

Infolge der bundesweiten Polarisierung kam es zu den absurdesten Einsätzen: Ein Sonderkommando der bekannten „GSG 9“ seilte sich in James-Bond – Manier vom Hubschrauber ab, erschoß einen gefährlichen Welpen, räumte die Bude auf den Kopf und fand … nichts. Man hatte irgendeinen kleinen Feigling genötigt, gegen die „Hell’s Angels“ auszusagen, dieser ergriff seine Chance, alle möglichen Geschichten zu erzählen — die sich allesamt als reine Phantasie entpuppten. Trotzdem wurde seitens der Justiz eine Lagerhalle abgerissen, um mit Leichenspürhunden ein angeblich ermordetes Opfer zu finden.  Selbstverständlich wurde der Besitzerin der Halle der angerichtete Schaden nicht ersetzt. Am Ende der Ermittlungen stand eine einzige, riesengroße Blamage.

Hauptverlierer:  Der ehemalige Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland und der Steuerzahler.

Seither haben die Clubverbote und Razzien aber nicht abgenommen. Und erfolgreich waren sie nie.

Den Landesregierungen geht es angeblich um den Schutz der Bevölkerung vor Kriminalität.Was für eine dreiste Lüge dies ist, zeigt, wie wenig der vorgebliche Rechtsstaat gegen die Kriminalität islamistischer Invasoren zu tun bereit ist.

Die Landesregierungen werfen den „Hell’s Angels“ Hehlerei im großen Stil vor. Gleichzeitig prahlt NRW-Justizminister Walter Borjans mit dem Ankauf gestohlener Daten von Besitzern Schweizer Konten. Es geht um richtig viel Geld. Mag sein, daß der eine oder andere „Hell’s Angel“ schon einmal mit einer geklauten Armbanduhr gedealt hat — aber was ist das gegen fortgesetzten Rechtsbruch seitens einer demokratisch gewählten Regierung ?

Für die EDV-Experten hier:  Mit dem Ankauf von „Zero Day Exploits“ begeht die Bundesrepublik Deutschland wieder fortgesetzte Rechtsbrüche — und fördert sozusagen das Wachstum eines kriminellen Marktes.  Zum Schaden seiner Bürger.

 

Aber all das ist nicht mehr das Schlimmste, denn die Bundesrepublik Deutschland, so wie und so lange ich sie kenne, war schon immer kaputt.  Hinter verschlossenen Türen soll Horst Herold einmal gesagt haben, daß, im Gegensatz zu den Mitgliedern der Bundesregierung, die RAF aus moralisch orientierten Menschen bestehe.  Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Das wirklich Schlimmste ist das Versagen der Massenmedien.

  • Hell’s Angels sind grundsätzlich kriminell
  • Islamisten sind grundsätzlich nicht verantwortlich für ihre Taten
  • Rechtsbeugung durch Regierungen und Behörden dienen unserem Schutz
  • In der „AfD“ sind ausschließlich Nazis
  • Die „Linke“ steht für Gerechtigkeit

und so weiter, und so fort.  Niemand mehr erlaubt sich, gemäß dem römischen Rechtsgrundsatz, „audiatur et altera pars“, einmal einen anderen Standpunkt einzunehmen.  Es gibt einen wackelpuddingartigen „Allgemeinkonsens“ der selbsternannten „Allianz der Anständigen“. Jeder Schreiberling, der überleben will, hält vorher ersteinmal einen Finger in die Luft, um zu wissen, woher der Wind weht.

 

Eine Zeit lang habe ich ihn ja nicht gemocht, aber mittlerweile danke ich Joachim Steinhöfel für seine erfrischenden und brillanten Analysen.  Eine seiner Quintessenzen:  „Dies Auslandspresse ist für Deutschland mittlerweile das, was das Westfernsehen für die DDR war“.

Und schließen möchte ich mit einem Zitat, dessen Urheber ich gerade nicht herausfinden kann:

Es ist schon schlimm genug, unter der Diktatur der Unanständigen zu leben —  aber Gott schütze uns vor der Diktatur der Anständigen !“

-hb

Hans Bonfigt
Freitag, der 22. September 2017

Krampfhennenreport #1: VerbraucherschützerInnen

Da fragt der geschätzte Chris Wood nach, sinngemäß, „Mit welcher Motivation schreiben Sie im iF-Blog?“.

Nun ja, vor längerer Zeit habe ich hier ein Zitat von Rupert Lay gelesen, „wir leben in der Zeit des unverantworteten Geschwätzes“. Das ist deswegen so relevant und in seinen Auswirkungen schlimm, weil Internet-Medien das „unverantwortete Geschwätz“ annähernd mit Lichtgeschwindigkeit verbreiten.

Schlimmer noch: Weil ein Schwätzer vom anderen abschreibt und gleichzeitig eigenen Unsinn ergänzt, potenziert sich der Schwachsinn.

In lockerer Folge möchte ich einige Beispiele für inkompetenten Dünnschiß aufzeigen, der eine ursprüngliche gute Absicht übel pervertiert und gleichzeitig Verwirrung stiftet, damit Betrug und Mißwirtschaft schön im Nebel bleiben.

Gleichzeitig behandle ich nur Themen, von denen ich etwas verstehe, sprich: Mit denen ich mich seit mindestens 20 Jahren beruflich befasse.

Beginnen wir mit dem Verbraucherschutz.

„Die einzige Kamera, die ‚was taucht“, mit diesem Slogan bewarb Minolta einst eine wasserfeste Hobbykamera. Der Verbraucherschützer wollte den armen Konsumenten vor dem bösen Hersteller schützen und klagte: „Beim flüchtigen Lesen hat der Verbraucher den Eindruck, daß alle anderen Kameras nichts taugen würden“. Nee, schon klar. Eine Spaß-Knipse für 49,90 taugt als einzige etwas, die Leica M6 ist Sondermüll. Da muß unbedingt ein Gerichtsverfahren publikumswirksam ausgefochten werden. Das Gericht erkannte nicht, durch welchen Kakao es da gezogen wurde und gab den Krampfhennen auch noch recht.

Auf der anderen Seite ärgere ich mich im Supermarkt immer wieder darüber, daß bei Batterien nie eine Kapazität draufsteht. Bei Zucker, Bier, Haferflocken oder auch bei Akkus: Der Inhalt in Gramm, Liter oder Ampèrestunden steht drauf. Bloß nicht bei Batterieen. Wie soll ich da eine Preis / Leistungsabschätzung treffen? Den Verbraucherschutz interessiert das einen feuchten Kehricht, dafür werden Lobbyisten schon gesorgt haben.

Wie Krampfhennen vom Verbraucherschutz lächerliche Randprobleme aufblasen und damit von den wirklich üblen Umständen ablenken, sehen wir besonders gut am Beispiel von Lina Ehrig:

Hier werden Sie gerettet!

Und sie bringt auch gleich die ganz großen Skandale mit, denn, „Das deutsche Erfolgsrezept zum einfachen Wechsel von Telefon- und Internetanbietern hängt am seidenen Faden„, au weia! Die schlimme Folge:  „EU erschwert Telefonanbieterwechsel – für immer Telekom?“ …

Sehen wir uns doch einmal die skandalösen Verschlechterungen an:

Beim Wechsel eines Telephonanbieters muß dieser nicht innerhalb eines Tages, sondern am nächsten Werktag vollzogen sein. Unsere Telekom braucht für den „Wechsel“ von ISDN zu VoIP auch schon mal 14 Tage. Beim geschäftlich alleinig genutzten Anschluß einer Hamburger Werbeagentur, wohlgemerkt. Eine ähnliche Katastrophe hatten wir kürzlich bei einer Hausverwaltungsgesellschaft, die auch tagelang unerreichbar war.

Für die Privatperson, die ja grundsätzlich kein Mobiltelephon hat, ist das eine Katastrophe! Und die lieben Kleinen können eventuell einen oder zwei Tage keinen „Bushido-Rap“ „streamen“! Ein unersetzlicher Verlust für die kindliche Entwicklung!

„Die Vertragslaufzeit beginnt von neuem“. Die Dame hat Jura studiert, wohlgemerkt. Wieso, zum Teufel, sollte bei einem neuen Vertrag die Vertragslaufzeit nicht neu beginnen? Was glaubt Frau Juristin eigentlich, wie hoch teilweise die Kosten sind für die Anlage beispielsweise eines neuen Kabelanschlusses? Irgendwie muß ein Provider doch seine Investition absichern.

Das war’s auch schon, was die Juristin auf der Erbse bemängelt und die Conclusio kann sich sehen lassen: „Jetzt nimmt [die Bundesregierung] die Aushöhlung der Verbraucherrechte und Absenkung des Schutzniveaus billigend in Kauf„.

Bereits die Formulierung entlarvt das unterirdische Gaga-Niveau: Man kann etwas billigen, dann ist man damit einverstanden und zufrieden. Man kann etwas in Kauf nehmen, dann ist man nicht damit einverstanden und schon gar nicht zufrieden, sondern toleriert es, um in einer anderen Sache einen Nutzen zu erlangen. Man kann aber ganz sicherlich nicht etwas „billigend in Kauf nehmen“, das ist eine contradictio in adiecto. Naja, iustitia non calculat und Fermat ist lange tot.

Kommen wir zur Wahrheit

Es verschlechtert sich nichts durch einen neuen EU-Kodex, denn unsere Bundesregierung hat in Zusammenarbeit mit der Telekom das Pessimum bereits erreicht.

Denn weil die Telekom wettbewerbswidrig jeden privat genutzten Internetzugang mit einem Telephonieangebot bündelt, kann sich kein Verbraucher wirklich frei für einen alternativen Anbieter entscheiden. Täte er das, beispielsweise für einen seriösen, kompetenten Provider wie QSC oder Sipgate, dann läge die zwangsweise „gebündelte“ Telephonie brach, es müßte also doppelt gezahlt werden. Gleichzeitig sitzt die Telekom auf der Rufnummer wie die Glucke auf dem Ei, in der Regel muß man sich die Rufnummer „freiklagen“. Das tut aber kaum jemand. „Gebündelte“ Angebote sind aber selbst dann wettbewerbswidrig, wenn ein Hersteller ein Zusatzprodukt verschenkt, siehe beispielsweise die EU-Auseinandersetzungen um die kostenlose Beigabe des „Internet Explorers“ zu „Microsoft Windows“.

Hier hat der Verbraucherschutz auf der ganzen Linie erbärmlich versagt! Er muß sich vorwerfen lassen, entweder brunzdumm zu sein oder aber umfassend von Lobbyisten geschmiert.

Die Bundesregierung hat, während die Bundeskanzlerin die Bevölkerung dreist belog, dafür gesorgt, daß die Netzneutralität auf der letzten Meile gekippt wurde. Wenn man sich als Anbieter bestimmten Telekom-Angeboten anschließt, belastet die Telekom beim Datentransfer auf Mobilgeräte das gebuchte Volumenbudget nicht. Damit werden diese Anbieter unangemessen bevorzugt und die „kleinen“ haben wieder keine Chance. Die Holländer haben das vorausgesehen und solche gefährlichen Blockaden gesetzlich verhindert — nur, leider:  Aufgrund der neuen EU-Richtlinie, die unter der Ägide „Oettinger“ auf Wunsch der „Kanzlerin“ entstand, müssen die Niederlande dieses urdemokratische Gesetz, welches ein wichtiger Garant für Informationsfreiheit ist, zurücknehmen.  Dank der, wie sagt Roland immer, „ComEUcon“.

Mit der Nebelkerze „Vectoring“ hat die Bundesnetzagentur übrigens die Konservierung der teilweise 100 Jahre alten sog. „Hauptkabel“ zementiert und damit die Netzanbindung „in der Fläche“ um Jahrzehnte zurückgeworfen. Soviel zum unsäglich albernen Schlagwort „Digitalisierung“.

Fassen wir zusammen: Vielfach überbezahlte Juristinnen der „Verbraucherschutzberatung“ spüren einen lebensgefährlichen Kratzer am Knie auf und übersehen dabei den Krebstumor und die Lungenentzündung. Und keinem fällt auf, daß man besser keine Juristen als Arzt beschäftigen sollte.

(hb)

Hans Bonfigt
Montag, der 11. September 2017

Autobahn 2.0: Der neugrüne Rassismus – Hully Gully

Franz-Josef Strauß war nicht zimperlich in seiner Wortwahl, insbesondere wenn es um charmante, prägnante Charakterisierungen seiner Kolleginnen und Kollegen ging.  Hildchen Hamm-Brücher erinnerte sich vor längerer Zeit, wie stolz sie einmal gewesen sei, als der bayerische Metro-Goldwyn-Mayer – Löwe sie als „Kampfhenne“ bezeichnet habe.  Nur leider:  Von Kampf war keine Rede, Strauß prägte für sie die Kategorie der politischen Krampfhenne.

Als junger Mensch habe ich darüber gelacht, spätestens nachdem sich Frau Hamm-Brücher der unsäglich unmoralischen und undemokratischen „Wende“ der FDP mit allen persönlichen Konsequenzen widersetzte, nahm ich sie genau so ernst wie Marion Gräfin Dönhoff oder Ingeborg Bachmann.  Ich lese gern weibliche Autorinnen, wenn sie ihre Sprache so gut beherrschen wie Vera Lengsfeld.  Oder wenn sie sich einigermaßen treu bleiben wie Jutta Ditfurth.

Leider sind mittlerweile starke, intelligente Frauen mit eigenen, interessanten Ansichten in der Minderheit.  Im gleichgeschalteten Blätterwald besetzen die Krampfhennen die Meinungskolumnen.  Wenn sie nicht jeden Monat ein paar tausend Zeilen ‚raushauen, müssen sie zum Amt und mit Hartz IV „aufstocken“.  Und man darf sich natürlich auch nicht bei den Kollegen blamieren und schert daher nicht aus der selbsternannten „Allianz der Anständigen“ aus.  Etwas Vernünftiges haben die Krapfhennen nicht gelernt und disqualifizieren sich damit für jeden nützlichen Beruf  –  zur Kranführerin, Raumpflegerin oder zur Hure wären sie sich zu fein.   Gottseidank gibt es ja Trump, die „AfD“ und den scheinbar überall sprießenden „Rassismus“ !  Da kann man sich in tausenden Zeilen dran abarbeiten, es traut sich ja doch keiner, das Gesülze kritisch zu hinterfragen …

Und hier jetzt, zur allgemeinen Erbauung, der bisherige Höhepunkt des begriffsinflatorischen Krampfhennen – Schwachsinns:

Rocky Balbea“ denkt nämlich nicht nur „über das Klischee des triebgesteuerten Mannes im Film“ oder „über Männerfreundschaften und der Angst vor Homosexualität“ nach (das sind schließlich Themen, worüber frau richtig fundiert berichten kann), nein, „Rocky Balbea“ bemerkt den systemimmanenten Alltagsrassismus in unserer alltäglichen Technik.  Kinofilme beispielsweise werden so abgestimmt, daß sie „Weiße“ optimal abbilden und Neger schon fast zwangsweise unterbelichten.   Schlimmer noch:  Die Graukarten, von manchen Filmherstellern verteilt, entsprechen mit 18% Sättigung etwa der Pigmentierung „weißer“ Gesichtshaut.  Und, nicht zu vergessen:  „18“, wenn man die Zahlen als Orgnungszahlen auffaßt und alphabetisch substituiert, ergibt „AH“, also ganz klar Adolf Hitler !  Jede Graukarte ist also ein negerfeindliches Führerporträt !

Womit wir wieder bei Bertrand Russell wären:  Die Verfeinerung von Belichtungsautomatiken bewirkt nur dann etwas, wenn auch der Verstand des Photographen befördert wird.  Ein intelligenter Photograph wird zunächst einmal messen, ob der Belichtungsspielraum seines Films mit seinem Motiv zurechtkommt.  Wenn jedoch eine grüne Bewußtseinstante einfach einen schwarzbefrackten Neger neben der viktorianisch-weißen Braut im ebenso weißen Hochzeitskleid „knipst“, dann ist in der Regel die Braut zu hell und der Bräutigam zu dunkel.   Weil der Film (oder auch der Kamerasensor) einen wesentlich geringeren Belichtungsumfang (nicht:  Belichtungsspielraum) hat als das menschliche Auge.  Und auch dann, wenn der Photograph über ein Profimodell mit einem Belichtungsumfang von 16 Blenden hat:  Irgendwo wird er sein Bild veröffentlichen wollen – und Photopapier hat, wie etwa auch ein Farbumkehrfilm, einen Belichtungsumfang von gerade einmal fünf Blenden.

Der Rest ist banal – wenn man kein*e unterbelichte*r Grüne*r ist und weiß, was eine Blende ist.  Und vielleicht ein bißchen Prozentrechnung beherrscht:

Blende 1,0 –> 100% Lichteifall,  1,4 –> 50%,  2,0 –> 25%,  2,8 –>12,5%,  4,0 –> 6,25%,  5,6 –> 3,125%

Das waren jetzt 5 Blenden Differenz.  Wählen wir die genaue Mitte von 2 1/2 Blenden, auf daß sich der gleiche Abstand zu „absolut dunkel“ bis „maximal hell“ ergibt, dann ergäbe das einen Faktor von 2^2,5 .   100 % geteilt durch 2 hoch 2,5 sind, richtig gerundet, 18 %.   Heil Hitler !

Ich frage mich nur, was erwarten diese selbsternannten Rassismusjäger eigentlich ?   Wenn ein Neger schwarz ist (schon der Begriff ist abgeleitet aus dem lateinischen ’niger‘, was nix anderes als ’schwarz‘ resp. ‚dunkel‘ bedeutet), wie soll er denn dann auf einem Kinofilm erscheinen ?   Hellgrau ?  Kann man ja machen, mit einer „Dunkelgraukarte“ von vielleicht 40% Sättigung.  Bloß ist dann der komplette Rest überbelichtet, sodaß man, wegen des Gradientenverlaufs, viele wichtige Details gar nicht mehr sieht.   Moment ‚mal:   Vielleicht ist das die Lösung:  Möglichst wenig sehen, nur das „reflektieren“, was die zugedröhnte Wohlstandsbirne an gequirlter Scheiße selber hervorgebracht hat.  Kein Wunder, daß die Krampfhennen irgendwann nur noch „braun“ sehen.

Gefährlich wird es dann, wenn ‚reguläre‘ Tageszeitungen wie „Die Welt“, „Der Tagesspiegel“ und andere jeden Schwachsinn willig aufgreifen und unreflektiert und gebetsmühlenartig wiederholen.

Entsorgen ?  Aber gerne doch !

Also, ich wäre ja sehr für ein Krampfhennen – Entsorgungsprogramm.   „Entsorgen“ in dem Sinne, daß wir uns keine Sorgen mehr machen müssen, daß die Verdauungsrückstände der Schwarmintelligenz irgendwelche Schäden anrichten.  Indem beispielsweise Frau Özoguz beim Aldi Regale einräumt anstatt völlig verpeilte „Leitlinien“ zu formulieren.  Ich frage mich, wieviele anständige Arbeiter nötig sind, um mit ihrer Hände Arbeit beispielsweise eine Frau Özoguz am kacken zu halten.

Gesine Schwan, Margot Käßmann und Katja Göring-Eckhardt nicht vergessen bei der Entsorgung.   Vielleicht in eine Art „Dschungelcamp“.  Da müssen sie dann arbeiten, an der Fleischtheke, als Maurer*in am Bau (einen kleinen Vorgeschmack eröffnet dieses Video) oder als Krankenschwester.

Und die schlimmste aller Strafen mitschicken:  Heiko Maas!

Andererseits:  Das verstieße dann wohl gegen die Genfer Konvention.

(hb)

p.s.:
Viel besser bringt es Hadmut Danisch auf den Punkt,
http://www.danisch.de/blog/2017/08/31/unterbelichtet-wenn-journalisten-sogar-fuer-fotografie-zu-daemlich-sind/
und  —  Gipfel der Ironie:  Auch hier holen Kommentatoren „ihren“ Adolf aus der Kiste.

Hans Bonfigt
Montag, der 7. August 2017

Hans im Glück, Version 2017

Wunder dauern etwas länger…

Dr. Ing. Karl Steffens ist seit vielen Jahrzehnten tot. Ich habe ihn nie kennengelernt. Aber aus einer Haushaltsentrümpelung fiel mir seine Diplomarbeit in die Hände. Sie war als Buch gebunden, datierte auf 1930 und beschäftigte sich u.a. mit dem thermischen Wirkungsgrad von Wärmekraftmaschinen. Steffens konstatierte, daß man unter optimalen Bedingungen bei Dieselkraftmaschinen etwa 30 % Wirkungsgrad erreichen konnte.

Heute sind wir bei etwa 40%. Thermisch, wohlgemerkt.

Jetzt nehmen wir noch die mechanischen Verluste dazu, welche entstehen durch Getriebe (unbedingt notwendig ist ein 12-Gang – Automatikgetriebe, es geht gar nicht anders!), Gelenkwellen, Differential und Reifen — wenn wir dafür nochmal 20 Prozent veranschlagen, sind wir bei 32% Gesamtwirkungsgrad.

Unsere Autos werden immer fetter und degenerierter. Roland hat seine Erlebnisse mit „SUV“s ja bereits berichtet, in Deisenhofen bei Oberhaching habe ich jahrelang das immer wieder verblüffende Trauerspiel „Jungmutti parkt Mercedes GL ein“ erleben dürfen, von ständig wechselnden Darsteller*innen.
Mittlerweile hat der unglaublich spießige „GL“ natürlich einen „Einparkassistenten“, neben Massagevorrichtung, Multimedia-Bespaßung, Getränkekühlschrank… Ein Schwimmbad habe ich noch nicht darin vorgefunden, aber ich bin auch nur zweimal zweimal mitgefahren und konnte daher gar nicht alles erkunden.
Das Gewicht von Antrieb und „Luxuskomponenten“ beträgt mittlerweile eine Tonne. Und die muß beispielsweise in der Stadt in ständigem Wechsel beschleunigt und verzögert werden.
So landen wir bei etwa 20 Prozent.

Nun muß der Kraftstoff ja irgendwo herkommen, die Aufbereitung in Raffinerien, der Transport und die Lagerung sowie die Abgabe an Endverbraucher ist auch nicht umsonst zu haben. Wenn ich einen Liter Normalbenzin tanke, dann habe ich schon vorher einen Liter verbraucht.

Der Gesamtwirkungsgrad beträgt also märchenhaft niedrige zehn Prozent! Das entspricht dem Wirkungsgrad einer Dampflok!

Nun sehen wir uns einmal ein „Elektroauto“ an.
Wo kommt der Strom eigentlich her? Gehen wir, der besseren Vergleichbarkeit halber, von einem Kohlekraftwerk aus.
Die erreichen einen Wirkungsgrad von etwa 40%, Förderung, Transport der Steinkohle und Verkokung fordern aber auch nochmal ihren Tribut, sodaß wir maximal von 30% ausgehen können.

Aber davon ist die elektrische Energie noch lange nicht da, wo sie gebraucht wird. Auf dem Transportweg verlieren wir in etwa 30 Prozent durch die Hysterese-, Leitungs- und Wirbelstromverluste in den Transformatoren, die die elektrische Energie passieren muß.
Auch schon für den Leerlauf des Stromnetzes muß man anteilige Kosten ansetzen.

Beim Auto kommen jetzt also 21% an.
Aber die Energie ist noch nicht im Akkumulator. Und auch noch nicht wieder draußen. Und bis das so ist, haben Ladeelektronik, Akkus und Steuerung weitere 30% verbracht.

Das macht dann 14%.

Davon ist das E-Auto aber noch keinen einzigen Meter gefahren.
Wenn wir dann ein „E-Auto“ bewegen, dann erreichen der E-Motor und der vereinfachte Antriebsstrang jeweils 80%, resultierend in 64%. Das ist die Zahl, mit der die „Politische Klasse“ hausieren geht. Und jetzt sind wir ehrlich, multiplizieren mit den 14% von vorhin und erreichen einen Gesamtwirkungsgrad von 9%.

Tja, könnte man sagen, dann haben wir ja Gleichstand: Das Auto mit Verbrennungsmotor 10%, das E-Auto 9%.

Es kommen aber zwei unangenehme Dinge dazu:
Einmal die Heizung. Die haut beim E-Auto so richtig rein und beim Verbrennungsmotor wird die Wärme gratis mitgeliefert.
Hinzu kommt aber noch das gigantische Gewicht der Akkumulatoren, die voll genau so schwer sind wie leer.
Das permanente „Übergewicht“ und die Heizung in der Hälfte der Betriebszeit fressen nochmal 40% der Nutzenergie.

Damit sind wir dann bei fünf Prozent.

Im Ergebnis ist das E-Auto also eine größere Dreckschleuder als der schmutzigste Diesel.

 

Anstatt also auf ein von vornherein totes Pferd zu setzen, könnte die Politik mit Leichtigkeit:

  • unsauberen Fahrzeugen die Betriebszulassung entziehen. Dann nämlich hätten die Nutzer einen Schaden, den sie gerichtlich geltend machen könnten!
  • die Voraussetzungen für umweltfreundliche Fahrzeuge zu schaffen: Maximal 750 Kg Leergewicht für eine Limousine, maximal 75KW. Damit fallen dann automatisch alle dekadenten Extras raus.
  • Platzbeschränkung verfügen! Eine Mutti mit Kind braucht keinen „SUV“. Klare Beschränkung des Parkraums.

Tja, und so könnten sich Ergebnisse einstellen.

-hb

Hans Bonfigt
Freitag, der 21. Juli 2017

The Power and the Glory

Als kleiner Junge fand ich Mädchenspielsachen doof – mit einer Ausnahme: Das „Ministeck“ – Spiel meiner Schwester Susanne.

Die Rasterung fand ich so sensationell: Man konnte in eine große äquidistante Lochrasterplatte verschieden farbige Steckknöpfe drücken und so beliebige Geometrieen erzeugen.

Der Clou: War der Betrachtungsabstand groß genug, dann sah man das Raster nicht, die Kanten, auch wenn sie winklig waren, sahen geradlinig aus. Kreise, obwohl im Raster angenähert, wirkten rund.

Natürlich (also: natürlich für die 60er Jahre) erklärte mir mein Vater auch, wie ein Fernsehbild aufgebaut war: Nämlich als Raster.

Im Bildbeispiel sieht man ein vermittels einer Nipkow-Scheibe erzeugtes „Fernsehbild“.

Der Gedanke, man könne alle Dinge dieser Welt in einen (dreidimensionalen) Raster beschreiben, sofern man nur die Rasterdistanz klein genug machte, faszinierte mich.

Vielleicht etwas zu früh las ich zu jener Zeit Karl-Alois Schenzingers „Atom“, und ja, es fängt damit an, daß Griechen in der Antike darüber diskutieren, ob es ein ‚atomos‘, ein „Unteilbares“ gebe, eine Art gemeinsames Grundmaß. Und die Bewegung eines Pfeils, so wurde nahegelegt, könne man auch betrachten als die Summe fortgesetzter einzelner Status, verschoben um eine oder mehrere dieser „Elementarmaße“.

In der Schule hatten wir erst Brüche, die meiner „Rastertheorie“ nicht widersprachen, dann gab es auf einmal Pi, aber man legte uns zunächst nahe, die Zahl als 22/7 anzunähern. Auch die Sache mit den Quadratwurzeln fand ich spannend, schon allein wegen des praktischen Nutzwertes. Daß diese meine kleine heile Welt ins Wanken bringen würden, kam mir nicht in den Sinn.

Meine kleine Welt war einfach und berechenbar.
Bis zu jener Mathematikstunde.

Mathematiklehrer Günter Skwirblies wollte von uns wissen, wie man denn eine Rechenvorschrift formulieren könnte, um die Quadratwurzel einer beliebigen Zahl zu berechnen.

Eigentlich fing es ganz ruhig und „rasterhaft“ an, einer der beiden Cracks im Kurs schlug vor:
„Legen wir doch einfach ein sinnvolles Intervall fest, innerhalb dessen sich das Ergebnis befinden muß, die initiale Annahme für das Ergebnis sei dann der Mittelwert der Intervallgrenzen.
Um das Ergebnis für die Wurzel aus 16 zu ermitteln, nehmen wir also Null als linke und die 16 als rechte Grenze und bilden den Mittelwert 8. Den quadrieren wir zur Probe – hui, 64 ist größer als 16, also halbieren wir das Intervall und nehmen die 8 als rechte Grenze:
Mittelwert rechts – links ist 4, 4 x 4 = 16 —> Heureka, paßt schon beim 2. Versuch!
Jetzt mit 100:
x1 = 50, 50×50 > 100, neues Intervall [0 50].
x2 = 25, 25×25 > 100, neues Intervall [0 25].
x3 = 12,5, 12,5×12,5 > 100, neues Intervall [0 12.5].
x4 = 6,25, 6,25×6,25 < 100, neues Intervall [6,25 12,5].
x5 = 9,375, 9,375×9,375 < 100, neues Intervall [9,375 12,5].
x6 = 10,9375, 10,9375×10,9375 > 100, neues Intervall [9,375 10,9375]
x7 = 10,15625, 10,15625×10,15625 > 100, neues Intervall [9,375 10,15625]
x8 = 9,76525, …

Wir nähern uns also mit der Genauigkeit I/2, I/4, I/8, I/16, I/32 … denn wir halbieren mit jedem Schritt unsere „Streuung“.

Und für mich war klar: Jeder der bislang ermittelten Quotienten war ein ganzes Vielfaches meines bisher als „irgendwie“ existent geglaubten „Rastermaßes“. Als Lerngruppe fanden wir die Leistung unseres Mitschülers Oliver Hierlein auch beträchtlich!
Eine schöne Rechenvorschrift, und ich konnte mir vorstellen, daß diese ganz modernen, soeben herausgekommen Tischrechner mit Wurzelfunktion genau so arbeiten würden.

The Kick Inside

Im Gegensatz zu uns war der Lehrer aber nicht zufrieden.
„Ihr müßt das Sichtbare umdenken, um ins Mögliche vorzustoßen“.

Und er malte an die Tafel,

gesucht:       sqrt(a) = x

äquivalent:   a = x²

wenn            a = x² ,

dann             a / x   =   x .

Und da spürte ich den Dammbruch. Es durchfuhr mich wie eine Art Schock, wie wenn man man eine Sekunde zu spät bemerkt, daß man ein wertvolles Gepäckstück im gerade anfahrenden Zug liegen gelassen hat:
Wäre x das genaue Ergebnis, würde die Gleichung stimmen.
Wäre das x auf der linken Seite zu klein, wäre es auf der rechten zu groß.
Wäre x auf der linken Seite viel zu klein, wäre es auf der rechten Seite viel zu groß.

Man würde also mit einem beliebigen Wert beginnen können und schon durch die Division auf der linken Seite einen „Komplementär“-Wert erhalten. Der eine zu klein, der andere zu groß, das schreit nach einem arithmetischen Mittel!

Also, once again, with feeling:

Start mit x=50 (viel zu groß),
100/50 = 2; Mittelwert 26
100/26= 3,846, Mittelwert 14,923
100/14,923 = 6,71, Mittelwert 10,812
Die vierte Näherung lag schon bei 10,03 !
Das war aber nicht alles.
Dieses schnelle, „zweierpotenz-unabhängige“ Konvergieren der Iteration ließ mich spüren, „es gibt da wohl noch etwas außerhalb einen auch noch so feinen Rasters“.

Die Kraft und die Herrlichkeit

Die Etappen der vergangenen 90 Minuten wurden dann noch einmal von einer Mitschülerin wiederholt, „Intervallschachtelung versus schnell konvergierenden Algorithmus“ und, pragmatisch wie Frauen nun einmal sind, fand sie die Intervallschachtelung viel nützlicher, weil universeller. Das brachte mich in Rage und ich sagte, „Das eine ist das Schleppnetz der Phantasielosen — aber das andere ist die Kraft und die Herrlichkeit“. Das tat ich auch in Anspielung auf das Buch von Graham Greene, welches wir im Deutschunterricht unlängst gelesen hatten.
„Die Kraft und die Herrlichkeit“ – vor der Klasse gab das ein fürchterliches Gelächter und mir war der emotionale Ausbruch sehr peinlich.
Aber geschämt habe ich mich nicht dafür. Denn ich habe damals instinktiv gespürt, was für eine unglaubliche Macht hinter einem einzigen Algorithmus stecken kann.

Um die Sache zu einem Ende zu bringen:
Meinem Vater trotzte ich einen programmierbaren Taschenrechner ab. Und ich wollte keinen Müll von Texas Instruments. Und tatsächlich kaufte mir mein Vater, dem es zu dieser Zeit wirtschaftlich wirklich nicht gut ging, einen HP19C.

Jugendliebe mit 14:  Hewlett-Packard 19C von 1974

Erst heute kann ich ermessen, was das heißt, Mitte der siebziger Jahre für eines von zwei Kindern 948 Mark auszugeben — das wären heute 4.000,– Euro. Ich bin ihm dafür sehr dankbar, er spürte, daß er mir in Mathematik nicht mehr, wie bisher, weiterhelfen konnte und ließ mich meiner Wege ziehen – aber nicht, ohne mir Rüstzeug und viel Liebe mit auf den Weg zu geben.

Diesen Taschenrechner besitze ich noch heute und selbstverständlich funktioniert er auch noch. Und die ‚ENTER‘ – Taste hat immer noch die charakteristische, präzise Haptik wie 1974.

Das Finden von Algorithmen ist mein Beruf geworden. Es tut mir leid, dem (von mir außerordentlich geschätzten) Chris Wood sagen zu müssen, daß, im Gegensatz zu seiner kürzlich geäußerten Ansicht, ich gar keine Lust habe, irgendwelchen Mist hergelaufener ‚Game&Graphics‘ – Hanseln zu optimieren.
„Arbeiten“ an Videospielen oder gar an „Tabellenkalkulationen“ halte ich eines Mannes für unwürdig.

Eben weil der programmierbare Taschenrechner so langsam und so begrenzt war, war ich auf Algorithmen angewiesen, die möglichst effizient waren. Und deren Entwurf kann man lernen.

Sparsamkeit ist keine Dagobertianische Neurose.
Sparsamkeit ist die Mutter der Effizienz.

Und der Vater der Effizienz ist die Strategie. Mann kann nicht mit „Power“ oder Geschwindigkeit das wettmachen, was man bei der Bestimmung der Richtung versaut hat.

Und aus diesem Grunde brauchen wir genau kein Internet an Schulen, kein „WLAN“ und keine Superrechner. Wir brauchen etwas anderes: Neulich sah ich eine Dame namens „Gesche Jost“, „Internetbotschafterin“ der Bundesregierung. „Oh Gott, noch so eine Yoga-Bewußtseinstante“, denke ich mir und will den Fernseher abschalten — aber weit gefehlt: Die Dame stellte einen universellen Einplatinenrechner vor, den „Calliope“.

Abgeguckt hat man dieses Gerät vom BBC Micro:BIT, aber hey, besser gut abgeschaut als grün selbst erfunden.
Es handelt sich in beiden Fällen um ein System, mit dessen Prozessor man direkt kommunizieren kann und der gnadenlos genau das ausführt, was man ihm eingibt. Man kann mit solchen Geräten spielerisch begreifen, wie so ein Computer „gestrickt“ ist und gleichzeitig viele Probleme lösen. Das ganze zu einem phantastisch günstigen Preis!
DAS ist Lehrmaterial zum Anfassen, das regt die Phantasie an – ganz im Gegensatz zum verschwulten „Ipad“, bei dem alles darauf abgestellt ist, einen dummen, unmündigen, charakterlosen Opportunisten zu sedieren.  Wenn ich mir die „Produkte“ von Apple ansehe, dann muß ich immer an „The Wall“ von Pink Floyd denken, „I have become comfortably numb“.

Wir brauchen mehr von diesen einfachen, effizienten Werkzeugen, anhand derer Pädagogen nachvollziehbar zeigen können, wie schwachsinnig „JAVA“ ist. Und es gibt dieses Gerätchen nicht nicht nur in Blau, für Jungs, sondern auch in Rosa, für Mädchen!

Als die Formeln laufen lernten

Doch so ein kleines von-Neumann – Maschinchen ist nie Selbstzweck. Es macht eine Summenformel lebendig, es läßt Iterationen konvergieren – oder eben nicht. Man kann alle Zwischenergebnisse ansehen und das Maschinchen auch anweisen, unter ganz bestimmten Bedingungen zu stoppen.
Sicher:
Viele Aspekte der Computertechnik kann man in der „Wikiblödia“ nachschlagen, aber das ersetzt NIEMALS eigene Erfahrungen!
Wenn ich, um Zeit zu sparen, irgendetwas aus der „Wikipedia“ verwende, dann ist der Pfusch schon vorprogrammiert, weil ich etwas umsetze, das ich nicht verstanden habe.

Die Freude und das Glücksgefühl, wenn ein selbsterstelltes Programm funktioniert, wenn eine selbstentwickelte Schaltung zum Leben erwacht, sind einzigartig. Was tun mir die ganzen „Geisteswissenschaftler“ leid, da arbeiten sie teilweise jahrelang an einer Dissertation und nachher werden sie niemals, niemals wissen, ob sie mit ihren Vermutungen richtig lagen.   Gut, bei vielen kann man das ja auch als Gnade betrachten.

Was von den Vätern Du ererbt,  erwirb‘ es, um es zu besitzen

Wenn wir einmal junge Musikerinnen betrachten, nehmen wir jetzt einmal Alice Sara Ott, Julia Fischer oder Sophie Pacini: Das sind drei junge Frauen, die als kleine Kinder von intelligenten, liebevollen Eltern individuell gefördert wurden. Es sind aber auch Menschen, die eigene Wege gegangen sind, Frau Fischer ist legendär für ihre Dispute mit diversen Dirigenten und Sophie Pacinis Chopin – Interpretationen sind, ähmmm, außergewöhnlich.
Aber die Waldsteinsonate spielt sie bereits jetzt, in jugendlichem Alter, authentischer als ihre berühmte Mentorin Marta Argerich. Das bestimmt auch deswegen, weil sie Barockmusik im allgemeinen und Beethoven im speziellen umfassend studiert hat.

Aber bei all ihrer Virtuosität sind alle drei jungen Frauen fröhliche, aufgeschlossene und humorvolle Menschen geblieben.

Wenn man sich freut, solche Menschen zu seinen Zeitgenossen zu zählen, dann sollte der Dank auch ein kleines bißchen an die Eltern gehen. Denn die Erziehung der Kinder wird vor allen Dingen von diesen wahrgenommen. Und ein Kind kostet viel, viel Geld.

Wenn man sich dagegen ansieht, wie in anderen „Kulturräumen“ Kinder quasi am Fließband produziert und dann weitestgehend sich selbst überlassen werden, dann ahnt man, woher das unmöglich dreiste, intolerante und fremdbestimmte Handeln der „unbehandelten Rohdiamanten“ herrührt.

Und das macht mich richtig traurig: „Kinder kommen nicht auf andere Leute“, pflegten in meiner Kindheit viele Älteren zu sagen und meinten damit: „Asoziale Eltern, asoziale Kinder“. Dagegen habe ich vierzig Jahre opponiert. Vehement opponiert. Und warum opponiert man besonders vehement? Weil man sich vor allem selbst von der Unwahrheit überzeugen will. Die Unwahrheit ist laut, die Wahrheit ist leise.  Die Traurigkeit auch.

Die Geschichte mit dem Algorithmus will ich noch weitererzählen und um einige historische Informationen ergänzen. Der beschriebene, schnell konvergierende Algorithmus entstammt aus einem Lehrbuch des bekannten Heron von Alexandria, war aber wohl schon weitaus früher bekannt.

Isaac Newton fand später einen allgemeinen Algorithmus zur Lösung von beliebigen Gleichungen von der Form f(x) = 0 .
Das Verfahren ist ebeno genial wie einleuchtend:
Auch hier wird ein initialer Wert bestimmt. Die nächste Näherung ist der Schnittpunkt der Tangente an die Funktion durch den Punkt (x|f(x)) mit der x-Achse. Diese „geometrisch“ hergeleitete Näherung wäre rechnerisch x – f(x) / f'(x).
Im Falle von f(x) = x² – a , also unserer ursprünglichen Aufgabenstellung, erhalten wir für x(neu):

x – (x²-a) / 2x =
x – x/2 + a/2x =
1/2x + 1/2 a/x =

1/2 (x + a/x) .

Und damit erhalten wir exakt die gleiche Rechenvorschrift, wie sie Heron vor etwa 2.000 Jahren formuliert hat!

Die Angelegenheit mit der ersten Ableitung, dem Differenzenquotienten und dem cleveren Trick, dessen Nenner gegen Null konvergieren zu lassen, überzeugte mich als Heranwachsenden schließlich doch, daß es eine Welt geben mußte jenseits des idealisierten „Ministeck“ meiner Schwester.

Und wieder war es der Taschenrechner, der mich bei meinen Erkundungen in diese Welt begleitete. Ich habe von dem kleinen Gerät sofort profitiert und tue es noch heute.

Aber so nobel dieses Geschenk auch war, so viele Algorithmen ich in der Folge auf dem Gerät implementierte:

Am Anfang war Mathematiklehrer Günter Skwirblies mit seinem Satz, „Ihr müßt das Sichtbare umdenken, um ins Mögliche vorzustoßen“.

-hb,
in Dankbarkeit.

Hans Bonfigt
Montag, der 10. Juli 2017

Digitale Dekadenz und degenerative Demenz

Überraschend muß ich zum Kunden.  In der schönen neuen Mobilwelt kein Problem:  Die Bahnfahrkarte kann ich mit dem Browser meines Mobiltelephons bestellen.

Seit heute nicht mehr.  „Ihr Browser wird nicht mehr unterstützt“, nee, schon klar, ist ja auch schon zwei Jahre alt.   „Sie können aber mit unserer APP die Bestellung tätigen“.   Wenn ich das Wort „APP“ bloß höre, brodelt mir die Magensäure.   Was ist das für ein Schwachsinn ?   Warum muß ich für Allerweltsaufgaben anfällige Spezialprogramme haben, wo es ein Internet-Browser genau so tut ?  Das Schlimmste:  Die meisten „App“s bekommt man nur für das verschwiemelte „Android“ oder das Insignium des technischen Analphabeten, das „Iphone“.  Nun bin ich weder Masochist noch schwul und so kommt ein solcher Mist einfach nicht für mich infrage.   Aber ich probiere dennoch einmal, mit meinem (QNX-) Blackberry die „App“ zu installieren.

Also öffne ich den Blackberry-Paketmanager.   Und finde die „App“.  Alles easy, nicht wahr ?   Schnell auf „Installieren“ gedrückt und schon …

… poppt ein Fenster auf:   „Diese Anwendung muß über den ‚Amazon Store‘ installiert werden“.  Ich will aber kein „Amazon Kunde“ werden !  Immerhin meine Frau hat ein Kundenkonto dort, und so eine fliegende Geschlechtumwandlung ist heutzutage ja hip.   Um überhaupt auf den Amazon-Shop zugreifen zu können, muß ich erstmal 500 MB (kein Witz!) Updates installieren.

Danach kann es endlich losgehen:   Amazon möchte Zugriff auf:

  • Bilder, Musik und Dokumente meines Telephons,
  • meinen Standort,
  • meine Kamera,
  • mein Telephon
  • das Mikrophon

naja, wer das bestätigt, dem sollte das aktive Wahlrecht auf Lebenszeit entzogen werden.

Also:  Es geht nicht, im Zug darf ich, „weil die digitalen Möglichkeiten ja so vielfältig sind“, 12 Euro Zuschlag zahlen.

Später lese ich:   Die „Bahn-App“ kann zwar Fahrscheine buchen und anzeigen, aber nicht mehr für ein hoffnungslos veraltetes Gerät wie meines.

Während dumme Schwätzer immer über „Digitale Barrierefreiheit“ diskutieren, bauen unsere servilen, proaktiven IT-Psychopathen jeden Tag immer mehr Barrieren auf.

 

Als ich beim Kunden ankomme, ist dieser ziemlich sauer:

„Da, sehen Sie!  Meine Leute können praktisch nicht mit dem Internetbrowser arbeiten!“.   Und tatsächlich:  Wenn man mit dem Scrollrad eine Seite schiebt, egal welche, dann dauert ein einzelner Zeilensprung etwa drei Sekunden.  Einmal schwungvoll am Rad gedreht und man kann in Ruhe einen Kaffee trinken gehen.

Was war passiert ?   Ein Sicherheitsupdate installierte auch die neue Superversion des „firefox“ – Browsers.   Und wenn die gerade einmal 16jährigen Pickelgesichter ihre Phantasieen ausgelebt haben, bleibt kein Auge trocken:  Manchmal kann man nicht mehr drucken, weil das Standard-Unix-Druckprotokoll nicht mehr unterstützt wird, manchmal nerven neumodische Sicherheitsfenster, die Eingaben unmöglich machen.  Aber jetzt haben die Spinner den Vogel abgeschossen:   In ihrer grenzenlosen Selbstüberschätzung haben sie auch das Font Rendering übernommen.   Sie basteln also die Seite zusammen und geben sie als monolithische Graphik aus.

Dumm nur:  Eine der wirklichen Stärken des UNIX – Betriebssystems liegt darin, daß Programmausführung und -visualisierung auf komplett unterschiedlichen Maschinen laufen können.   Und das ist gut so, denn es ermöglicht zentrale Programmausführung und zentrale Programmpflege.  Intelligente Unternehmen statten nicht jeden Arbeitsplatz mit einem komletten Rechner aus, für den Lizenzen anfallen, für den Sicherheitsupdates gefahren werden müssen etc. pp..  Gut, die Stadt München will jetzt genau in diese Sackgasse, aber ich sprach ja auch von intelligenten Unternehmen.

Also:  Meine Kunden haben in der Regel genau einen Internetbrowser, welcher auf einem Server im Serverraum läuft.   Bedient wird in den Büros über kleine Terminals.   Der Clou dabei:  Die Hauptarbeit der graphischen Aufbereitung erfolgt anhand einer vom Server geschickten „Aufgabenliste“ auf den Arbeitsplatzrechnern.  Das entlastet den Server ungemein, selbst ein schwachbrüstiger INTEL-Server kann leicht 500 Mitarbeiter bedienen.  Gleichzeitig wird der Datentransfer dramatisch begrenzt, die Anweisung, „Mach den Schirm hellblau und schreibe ‚Reiters neue Perspektive‘ drauf“, bedarf etwa 150 Bytes.  Eine direkte Ausgabe auf dem Bildschirm verquast sinnlos 6.220.800 Bytes, die ebenso sinnlos über das Netzwerk geschickt werden müssen.  Solange das Netzwerk lokal ist, kann man vielleicht damit leben – aber wehe, man sitzt „in der Cloud“, der vielgepriesenen.

Die juvenilen Pickelgesichter haben zwar den multikulturellen Regenbogen in der fauligen Matschbirne, aber je müheloser sie mit ihren Daddel-Gadgets weltweit Kontakt aufnehmen können, desto schneller schrumpft ihr geistiger Tellerrand.  Es paßt nur noch eine Pizza drauf, denn sie backen nur kleine Brötchen.  Zu denken brauchen auch nicht mehr, denn das tut ja „Sascha Lobo“ für sie.   Und weil sie nur ihr mit „Stickern“ verklebtes Notebook sehen, das ihre Welt ist, machen sie ganz en passant einen der größten Vorteile, die UNIX zu bieten hat, kaputt.  Auch deswegen, weil sie UNIX oder Linux nie wirklich verstanden haben.

 

Im Wittgensteinschen Sinne begrenzt die Sprache den kognitiven Horizont des Menschen, bei der Linux – Daddelcommunity hat der prollige PC die Bedeutung der Sprache eingenommen.   Graphik-Frickler wie die „Firefox“-Truppe muß man ja nicht ernst nehmen, kommen wir zu den richtig gefährlichen Revisionisten:

Lennart Poettering: Der größte juvenile Welt-verbesserer seit „Kremlflieger“ Matthias Rust

Hier kann man nicht mehr von Schadenspotential reden, denn der Schaden ist bereits angerichtet.   Schon als Kleinkind war Lennart begeistert, was für ein schöner, monolithisch zusammengekleisterter Kotzbrocken „Windows“ ist und „engagierte“ sich in der „Gnome-Community“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Linux zu einem unbrauchbaren, überladenen Havaristen zu transformieren, auf daß dem Benutzer die gleiche „Desktop-Experience“ widerfahre wie unter „Windows“.

Dabei wirkte sich aber eines störend aus:  Die völlige Trennung von Hardware, Kernel, Bibliotheken und Programmen.   Und klein-Lennart hatte eine Idee, wie er das würde ändern können — indem er das System an der Wurzel befallen würde, durch Redefinition der Mutter aller UNIX-Prozesse, nämlich des Prozesses 1.  Der startet und überwacht alle folgenden Prozesse.

Nun ist es mir weitgehend egal, was Jungprogrammierer in die Tastatur erbrechen und ich habe die Angelegenheit ignoriert.  Bis eines schönen Tages nach Stromausfall ein Kundenserver nicht mehr hochkam.  Das /usr – Dateisystem war korrumpiert und wollte repariert werden.  „In einer Viertelstunde sitzt Du wieder im Zug“, denke ich mir noch, starte den Server in den ‚rescue mode‘, will den check anwerfen  —  und muß feststellen, daß das /usr – Dateisystem bereits in Verwendung ist !!.   What-the-fuck ?

Da rufe ich doch gleich einmal den Marc Haber an und erfahre:  Ja, weil uns der Lennart so viele schöne neue Funktionen beschert hat, kommt er mit der minimalen ‚root‘ – Umgebung nicht mehr aus.  Und deswegen muß er das komplette /usr anhängen.  Er will aber auch alsbald /var assimilieren“.

Tja, und bald haben wir dann, wie unter „Windows“, einen großen Pott.  Zu retten wäre das von Poettering befallene System wohl nicht, wenn es nicht so chice Werkzeuge wie http://grml.org/ gäbe.  In diesem Falle war die Reparatur noch einfach, aber es gibt, auch in der täglichen Praxis, durchaus Fälle, in denen ‚rustikale‘ externe Methoden nicht mehr funktionieren.

Aber es kommt noch knüppeldick:  Klein-Lennart möchte nämlich auch noch den Boot-Loader integrieren, und da hat er auch schon das passende Produkt gefunden:  den Bootloader „GUMMIBOOT“.  „Gummiboot“.  Wie lustig, etwas für die ganz, ganz 13337en unter uns, die die Doppeldeutigkeit „Boot“ und „boot“ erkennen.  Das ist Heidegger, wenn nicht sogar Baudrillard oder Michel Foucault !

Denn „der Bootloader muß mit dem Betriebssystem kommunizieren“, ah ja.   Vielleicht liest Lennart irgenwann einmal nach, wieso ein Bootloader eigentlich „bootstrap loader“ heißt und was es damit auf sich hat.

Nicht verzagen, wir sind noch lange nicht fertig:   Auch der Linux-Kernel muß Teil werden von Lennarts kleiner Welt.   Nur zu blöd, daß die Kernel-Entwickler den kleinen Pupser völlig unverständlicherweise so ganz und gar nicht ausstehen können.  Aber denen hat er es jetzt gegeben:  Er bezeichnete die Entwickler-Ecke als „sick place“ und Linus Thorvalds dachte schon laut über eine Code-Sperre nach.  Der Kelch eines von Poettering verseuchten Linux-Kernels ist wohl vorerst an uns vorbeigegangen.

Nun dachte ich mir, „deinstalliere doch einfach diesen ’systemd‘ und Du hast Deine Ruhe“.   Aber weit gefehlt, das klappt nicht mehr.   Denn klein-Lennart stellt auch neue Standardschnittstellen für die Anwendungssoftware bereit, beispielsweise die Protokollierungs-Schnittstelle und diverse Abstraktionslayer.  Die Maintainer diverser Distributionen haben jede Menge Anwendungsprogramme entsprechend angepaßt.  Und so wird der verschöngeistigte, pubertäre Mist urplötzlich unverzichtbar.

Eine „Innovation“, so notwendig und so bescheuert wie die Rechtschreibreform.

 

Das Übel dabei ist:

Es wird nichts besser, sondern immer komplexer, aufgeplusterter und aufgedunsener.

Aber das allerschlimmste:

Alle machen kritiklos mit.

 

 

-hb