Klaus Wäschle
Freitag, der 15. Mai 2009

Wie kann denn das passieren?

john-dalyVergangenen Woche sorgten die Endergebnisse bei zwei internationalen Golfturnieren für größtes Aufsehen und für Kopfschütteln. In Florida, bei The Players Championship verspielte der Wahlmünchener Alex Cejka auf der letzten Runde einen Vorsprung von fünf Schlägen, verpasste den Sieg und landete auf Rang 9.

In Italien bei der BMW Italian Open belegte John Daly aus den USA einen sensationellen Platz 2, obwohl er keinerlei Qualifikation für internationale Profiturniere besitzt und auf Einladungen angewiesen. Golfinsider ebenso wie –interessierte fragen – teilweise verständnislos – danach immer wieder: wie kann denn das passieren?

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Klaus Wäschle
Montag, der 11. August 2008

Fussball Vintage :-) Goldene Augsburger Zeiten

Haben Sie am Wochenende auch die erste Runde des DFB Pokal-Wettbewerbs verfolgt? Ich habe von Freitag bis Sonntag gekuckt, natürlich auch das Spiel des FC Bayern in Erfurt und dabei musste ich zwangsläufig an ein Spiel vor 43 Jahren denken. Auch damals gab es schon Pokalsensationen – oder beinahe. Erinnern Sie sich auch noch? Es war am 16. Januar 1965 im Augsburger Rosenaustadion als die Schwaben im Pokal den SV Schalke 04 empfingen. Klarer Favorit natürlich die Knappen mit ihren National- und Starspielern wie Hans Nowak, Friedel Rausch, Willi Schulz („Weltcup Willi“), Reinhold „Stan“ Libuda, Günther Herrmann oder Willi Koslowski. Denen standen die Schwaben Cracks Georg „Schorsch“ Mögele, Josef Mayer, Alfred Beyerle, Ferdl Schneider, Georg Schmid, Werner Sterzik, Horst Blechinger, Harry Sieber, Wolfgang Koubek, Hans Aurnhammer gegenüber – und Kurt Haseneder. Denn er war mit vier Toren der Mann dieses Spiels.

Bevor die Schalker wussten wie ihnen geschah, hatte Haseneder die Schwaben 2:0 in Führung gebracht. Koslowski und Nowak schafften den Ausgleich. Harry Sieber verwandelte einen Elfmeter und schoss sein Team mit 3:2 in Front, doch Koslowski glich in der 80. Minute aus.

Was dann passierte war unglaublich und ließ die 20.000 Besucher – es war bitter kalt, sonst wären vermutlich noch mehr gekommen – nur noch ungläubig den Kopf schütteln und jubeln. Nach zwei schnellen Toren unmittelbar nach Anpfiff der Verlängerung – 91. und 92. Minute – schossen die Schalker zwei Tore und es schien alles gelaufen. Aber alle hatten die Rechnung ohne Haseneder gemacht: Zweimal schlug er noch zu und schaffte in der 103. Minute den Ausgleich. Leider reichte es nicht für die Sensation, denn die Routine der Schalker setzte sich gegen den Kampfgeist der Schwaben durch, die sich mit 5:7 geschlagen geben mussten.

An diesem Tag war nicht Schalke der Sieger (Meister) der Herzen, wie es viele Jahre später nach der verpassten Meisterschaft gegenüber den Bayern hieß, sondern Schwaben Augsburg, für die es der Kurtl fast alleine gerichtet hätte.

Übrigens einige Jahre später – damals war aus BCA und Schwaben schon der FCA geworden – spielte eine Journalistenmannschaft gegen „Altstars“ des FCA. Die Journalisten gewannen sehr überraschend 2:1. Mein Gegenspieler hieß – Kurt Haseneder. Und er hat kein Tor geschossen!

KJW

Klaus Wäschle
Freitag, der 8. August 2008

Eröffnungsfeier? Nein danke!

Hier – pünktlich zur Eröffnung der Olymischen Spiele in Peking – der erste Beitrag von unserem Sportexperten Klaus J. Wäschle:

Eines vorweg: ich sammle Eröffnungsfeiern Olympischer Spiele. Natürlich auf Video und Sommer wie Winter. Ich kann sie mir auch immer wieder ansehen und bin dann begeistert von Ideen der Regisseure. Vom Auftritten berühmter Künstler oder dem Outfit mancher Sportler. Besonders imponierend finde ich immer noch Barcelona und Sydney.

Aber am Freitag den 8.8.08 werde ich nicht vor dem Bildschirm sitzen. Die Eröffnungsfeier der Spiele in Peking sehe ich bewusst nicht an. Ich will an dieser Stelle nicht lange in die Diskussionen über Sinn oder Unsinn der Vergabe dieser Spiele an Peking einsteigen. Die „Herren der Ringe“ des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) werden ihre Gründe gehabt haben… Aber ich will keine vorgetäuschte Fröhlichkeit und Herzlichkeit eines Systems sehen, die nach Abreise der Sportler sehr schnell wieder verschwinden dürften.

Ich habe Dr. Thomas Bach, einen der Vizepräsidenten des IOC bei einer Veranstaltung gehört und dabei auch seinen Aufruf, man möge die Diskussion über Menschenrechte in China im allgemeinen und in Tibet im Besonderen in Zusammenhang mit Olympia beenden und sich dafür endlich auf die Spiele freuen. Außerdem seien viele der Kritiker nur selbsternannte Chinakenner ohne wirklichen Ein- und Durchblick. Na bitte, freuen auf Anordnung – zumindest auf Empfehlung… Bach selbst wird sich bestimmt auf seinen besonderen, persönlichen Auftritt freuen, wenn er die Olympische Fackel ein paar Minuten durch Peking tragen darf.

Das hatte offensichtlich auch ein Mitarbeiter des Sport Informations Dienstes in Neuss: Als einer von fünf Journalisten war er von den Organisatoren für diese „ehrenvolle“ Aufgabe vorgesehen. Doch er muss darauf verzichten: Nachdem seine Berichte etwas zu positiv verfasst waren und die meisten Probleme verschwiegen, musste er vor dem Tag X wieder abreisen..

Gleich zweimal gefreut hat sich Dirk Nowitzki: zuerst, als er sich mit dem deutschen Basketball-Team für den olympischen Wettbewerb qualifiziert hat und vielleicht noch darüber, dass er die schwarz-rot-goldene Fahne zum Einmarsch tragen darf. Ihn verstehe ich, denn für einen Sportler ist die Teilnahme an Wettbewerben, die nur alle vier Jahre stattfinden nach wie vor eines der größten Ziele. Das hat Nowitzki als hoch bezahlter und erfolgreicher Profi in den USA erst nach mehreren Anläufen erreicht. Er hat Grund sich zu freuen.

Ebenso Rainer Schüttler. Der Tennis Profi aus Korbach in Hessen sprang nach dem Erreichen des Halbfinals von Wimbledon in letzter Sekunde auf den Olympiazug. Dazu musste er sich sein Startrecht erst vor Gericht erkämpfen – und gewann. Vielleicht spielt er ja wieder im Doppelwettbewerb mit Nicola Kiefer, kommt wieder in das Finale und die beiden gehen diesmal als Sieger vom Platz. Vier Jahre nach dem unvergesslichen Endspiel in Athen, das sie nach fünf Sätzen ganz knapp verloren. Ich würde mich für ihn freuen!

Für die überwiegende Zahl der Athleten gilt bei aller Professionalität immer noch die Olympische Idee: Die Teilnahme ist wichtiger als der Sieg. Denn um die insgesamt 302 Goldmedaillen in 28 Sportarten bewerben sich fast 11.000 Sportlerinnen und Sportler. Selbst wenn man berücksichtigt, dass eine Goldmedaille im Fußball, Hockey oder allen anderen Mannschaftssportarten 16 Mal oder sogar öfter vergeben wird, müssen da viele ganz zwangsläufig leer ausgehen.

Das kann nach sehr knappen Entscheidungen oder hoffnungsloser Unterlegenheit passieren. Die Ergebnislisten machen da keinen Unterschied. Angeblich ist ja der Zweitplatzierte schon der erste Verlierer. Was ich für blanken Unsinn halte, denn beispielsweise im Endlauf der acht schnellsten Männer der Welt über 100 Meter Platz 2 zu belegen ist eine Riesenleistung und ein Erfolg. Aber manchmal sind eben die Sportler selbst, mit Platz 2 nicht zufrieden und zeigen das deutlich. Und das, ebenso wie das Strahlen der Sieger und die Wettbewerbe selbst werde ich mir auch wieder ansehen. Das geht auch ohne Eröffnungsfeier.

Mein privater Verzicht wird die Einschaltquote der ARD während der Live Übertragung nicht beeinflussen. Die bunte Show werden sicher einige Millionen allein in Deutschland – auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler, die nicht persönlich nach Peking reisen?? – verfolgen. Sie werden bei Kameraschwenks aus dem Stadion heraus vermutlich mehr sehen als die Besucher vor Ort, denn die Kameras bieten unter der Smogglocke bessere Bilder als sie das Auge wahrnehmen kann. Thomas Bach wird sich auch bei größten Sichtproblemen nicht verlaufen – die Sicherheitskräfte entlang der Straße weisen ihm den Weg.

KJW