Marc Borner
Montag, der 28. März 2011

Bild in Schwarz

Es ist der 28. März 2011, ein Tag nach den großen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Zum ersten Mal wird es einen grünen Ministerpräsidenten geben und das nach 58 Jahren ungebrochener Dauerregierung der CDU. Winfried Kretschmann hat dem Erfolg ein Gesicht gegeben. Klar, dass dies im „Volksblatt“ mit vier Buchstaben für Unmut sorgt – sogar für Trauer. Als ich heute deren Internetpräsenz angeklickt hatte, erschlug mich der zunächst fröhlich klingende Titel „Grüne strahlen!“

Wunderbar! Könnte man denken, denn auch die Bildzeitung müsste anerkennen, dass es im Südwesten zu einem politischen Dammbruch gekommen war. Nicht liess sich der Sachverhalt eventuell noch weg reden, wie es in der causa zu Guttenberg versucht wurde, denn dieses Mal hatte das Volk entschieden und gewählt. Das muss die selbsternannten Vertreter von „Volkes Stimme“ ins Mark und Bein treffen, denn das Volk hatte nicht so entschieden, wie es die Bild-Zeitung erwartet hatte. Ich möchte daher die Darstellung der Internetpräsenz von Bild.de als eine Art Kunstwerk sehen und eine Bildinterpretation wagen.

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Marc Borner
Donnerstag, der 17. Februar 2011

Summa cum stupiditate

Welche Vorbildfunktion nehmen Ministerinnen und Minister unseres Bundes ein? Sind sie einfach nur gewählte Vertreter, die dann tun und lassen können, was sie wollen, oder nehmen sie nicht vielmehr auch eine repräsentative Funktion ein?

Man kann in den letzten Tagen davon ausgehen, dass die Welt ein wenig verkehrt ist. Herr Franz Josef Wagner rät in der beliebtesten und größten deutschen Zeitung (BILD vom 17.02.2011) sogar zu einem: „Scheiß auf den Doktor.“ Interessant. Wahrscheinlich eine Vorbildfunktion.

Aber es kommt noch besser, denn manche Personen fangen sogar an zu behaupten, dass ein Plagiat nicht immer gleich einem Plagiat ist, sondern ein Plagiat nur dadurch zu einem solchen werde, wenn dahinter eine „Täuschungsabsicht“ steckt.

künstlich

Ich zitiere (FAZ vom 17.02.2011):
„Maßgeblich für die Folgen eines wissenschaftlichen Plagiats ist, ob eine Täuschungsabsicht dahinter steht. „Sie müssen schlechte Wissenschaft und Täuschung auseinanderhalten“, sagte der Sprecher des Ombudsmanns für die Wissenschaft, der Bonner Jurist Prof. Wolfgang Löwer, der Nachrichtenagentur dpa. Auch Löwer warnte vor Vorverurteilungen Guttenbergs. „Es ist eine genuin universitätsrechtliche Frage, die die Fakultät beantworten muss.“

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Marc Borner
Dienstag, der 7. Dezember 2010

Wiedereröffnet – Open Space 2010

Vor etwas mehr als einem Jahr (am 04. Dezember 2009) hatten wir uns bei InterFace schon einmal zusammengefunden zu einem Open Space mit dem Thema „Zukunft InterFace – Champions im Verbund (!/?)“. Jetzt setzen wir bei InterFace dies mit einem 2. Open Space fort. Hier die Einladung unseres Moderators Marc Borner an alle Mitarbeiter der InterFace AG und IF Group:

Vieles ist seit dem Dezember 2009 schon geschehen. Manches andere wurde noch nicht angegangen. So ist es Zeit für eine Zwischenbilanz und Fortsetzung.

Wir werden am kommenden Freitag, dem 10. Dezember 2010 in den Räumen der InterFace AG Gelegenheit haben, dort weitermachen zu können, wo wir im letzten Jahr aufgehört hatten.

Das Thema des diesjährigen Open Space wird sein

Kommunizieren – Entfalten – Gestalten!

Da nicht alle im letzten Jahr dabei gewesen sind, möchte ich besonders diejenigen, welche noch nie an einem Open Space teilgenommen haben, einladen, sich auf eine völlig neue Form der Konferenz einzulassen.

Wer kennt es nicht? Die oft gehörten Aussagen wie: „Die besten Gespräche ergaben sich in den Kaffeepausen.“

Open Space möchte die Atmosphäre der positiven Gespräche in den Kaffeepausen herkömmlicher Tagungsordnungen aufgreifen und zum Programm machen.

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Marc Borner
Donnerstag, der 4. März 2010

Volks-Wahnsinn

Volks-Computer, Volks-DSL, Volks-Fahrrad, Volks-Joghurt, Volks-Kamera, Volks-Laufschuh, Volks-Navi, Volks-Notebook, Volks-Seat, Volks-Waschmaschine, Volks-Winterreifen, Volks-Zahnbürste etc. etc. etc.

Volks-Wahnsinn

Anscheinend alles was „das Volk“ begehrt.

Sind Ihnen auch schon einmal beim Einkaufen Volks-Produkte begegnet? Haben Sie vielleicht gar über deren besondere Qualität und außergewöhnlichen Eigenschaften gelesen?

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Marc Borner
Dienstag, der 1. Dezember 2009

Open Space

Harrison Owen gilt gemeinhin als der Entdecker von Open Space. Offener Raum. Oder die Aufforderung Raum zu öffnen. Geboren wurde Open Space, so beschreibt er es, dadurch, dass Owen zu einer von ihm geleiteten Tagung einmal zu wenig Zeit hatte, um sich angemessen vorzubereiten. Er machte also aus einer Not eine Tugend und formulierte ein offenes Programm, bei dem jeder teilnehmen durfte, der sich wirklich interessierte, der mit anderen gleichberechtigt und gleichbefähigt seine Anliegen zur Sprache brachte und dieses anschließend in Arbeitsgruppen eigenständig erarbeiteten konnte.

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Marc Borner
Samstag, der 28. November 2009

Glücklich leben

Ich musste ein wenig suchen, bis ich die Stelle wiederfand, die mich ursprünglich zur Philosophie brachte und wie es der Zufall wollte auch mit Medienberichten der letzten Wochen zu tun hat. Ein wenig aus dem Lateinunterricht. Ein wenig Seneca: „Glücklich leben, mein Bruder Gallio, wollen alle; aber wenn es darum geht, zu durchschauen, was es ist, das ein glückliches Leben bewirkt, dann ist ihr Blick betrübt“.

So beginnt Seneca seine Briefe an Lucilius. Vor allem bewegte mich Senecas Geschichte des Telesphoros von Rhodos. Dieser hatte es gewagt, seinen alten Freund und Herrscher Lysimachos zu erzürnen und soweit ich mich erinnere, gewagt seiner Tochter den Hof zu machen. Lysimachos fand dies alles andere als lustig und lies seinen alten Freund gefangen setzen, ihn in einem Käfig öffentlich ausstellen und nach und nach verstümmeln. Im Unrat und ohne Augen, Ohren und Nase war Telesphoros gezwungen umherzukrabbeln wie ein Tier.

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Marc Borner
Samstag, der 17. Oktober 2009

eigentlich

Im Wort „eigentlich“ steckt eine seltsame Magie. Magie, das ist der Glaube, etwas durch die eigene Willenskraft entgegen jeder naturwissenschaftlichen Erklärung beeinflussen zu können.

Mit „eigentlich“ wollen wir ausdrücken, wie Dinge oder Ereignisse zu sein haben. In diesem Sinne wird „eigentlich“ moralisch. Etwas ist nicht einfach nur, sondern soll auch in einer bestimmten Weise sein. Wenn wir „eigentlich“ benutzen, betreiben wir Magie. Ein gewohnter Zustand wird durch das Wort herbeigewünscht.

„Eigentlich“ ist ein konservativer Zauber. Con-servare. Er-halten. Be-wahren. Wir bewahren Dinge oder Ereignisse, die sich für unser Leben bewährt haben aus eigenen oder gesellschaftlichen Gründen.

Dass wir so handeln, ist klar, denn unser Gehirn ist im Grunde oder eigentlich faul. Neues zu denken kostet mehr Energie. Und unser Gehirn arbeitet, wie auch der Rest unseres Körpers, möglichst energieeffizient.

„Eigentlich“ ist also eigentlich Ausdruck einer Denkfaulheit. Jene mag ihren Sinn haben. Wir sollten jedoch vorsichtig sein, wenn Menschen dieses Wort allzu häufig benutzen.

mb

Einen großen Aufschrei gab es in letzter Zeit: Der US-amerikanische Präsident Barak Obama hat den Friedensnobelpreis bekommen! bo Skandal meinten einige. Toll andere. Persönlich sehe ich die ganze Sache äußert positiv. Eine Frage beschäftigte mich allerdings schon seit ich die Bekanntmachung gelesen hatte: Was haben wohl Barak Obama und der palästinensische Freiheitskämpfer Jassir Arafat gemeinsam?

Wie komme ich zu der Frage? Es war das Jahr 2000. Jassir Arafat bekam wie auch Shimon Peres und Jitzhak Rabin den Friedensnobelpreis verliehen. ja Viele mögen sich noch daran erinnern: Die Presse und Nachrichten reagierten im Allgemeinen mit großer Verwunderung. Und so tat es sicherlich der ein oder andere von uns auch. Wie konnte es sein, dass Personen, die in sehr viele Kriege und Konflikte verwickelt waren, die insgesamt auch als alles andere als friedenswillig galten, einen Friedensnobelpreis bekamen? Jassir Arafat soll als bekannteste dieser Trias hier als Beispiel dienen.

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Marc Borner
Freitag, der 16. Oktober 2009

Hallo! :)

Hallo zusammen!

Marc BornerIch bin Marc. Der freundlichen Einladung von Roland Dürre folgend, werde ich mich nun auch hier im IF-Blog beteiligen.

Von meiner Ausbildung her habe ich, unterstützt von der deutschen Studienstiftung, Philosophie, Biochemie, Psychologie und Neurologie in Frankfurt, Darmstadt und Los Angeles studiert. Momentan promoviere ich in Berlin zum Thema Selbstbewusstsein.

Am Herzen liegt mir besonders das Philosophieren mit Kindern und das Nützlich-machen von Philosophie für Alltag und Praxis.

Den Rest meiner Vor- und Misslieben werde ich dann nach und nach im Blog kenntlich machen.

Bis bald!

Marc
(MB)