Marc BornerDonnerstag, der 4. März 2010
Volks-Wahnsinn
Volks-Computer, Volks-DSL, Volks-Fahrrad, Volks-Joghurt, Volks-Kamera, Volks-Laufschuh, Volks-Navi, Volks-Notebook, Volks-Seat, Volks-Waschmaschine, Volks-Winterreifen, Volks-Zahnbürste etc. etc. etc.

Anscheinend alles was „das Volk“ begehrt.
Sind Ihnen auch schon einmal beim Einkaufen Volks-Produkte begegnet? Haben Sie vielleicht gar über deren besondere Qualität und außergewöhnlichen Eigenschaften gelesen?
Marc BornerDienstag, der 1. Dezember 2009
Open Space
Harrison Owen gilt gemeinhin als der Entdecker von Open Space. Offener Raum. Oder die Aufforderung Raum zu öffnen. Geboren wurde Open Space, so beschreibt er es, dadurch, dass Owen zu einer von ihm geleiteten Tagung einmal zu wenig Zeit hatte, um sich angemessen vorzubereiten. Er machte also aus einer Not eine Tugend und formulierte ein offenes Programm, bei dem jeder teilnehmen durfte, der sich wirklich interessierte, der mit anderen gleichberechtigt und gleichbefähigt seine Anliegen zur Sprache brachte und dieses anschließend in Arbeitsgruppen eigenständig erarbeiteten konnte.
Marc BornerSamstag, der 28. November 2009
Glücklich leben
Ich musste ein wenig suchen, bis ich die Stelle wiederfand, die mich ursprünglich zur Philosophie brachte und wie es der Zufall wollte auch mit Medienberichten der letzten Wochen zu tun hat. Ein wenig aus dem Lateinunterricht. Ein wenig Seneca: „Glücklich leben, mein Bruder Gallio, wollen alle; aber wenn es darum geht, zu durchschauen, was es ist, das ein glückliches Leben bewirkt, dann ist ihr Blick betrübt“.
So beginnt Seneca seine Briefe an Lucilius. Vor allem bewegte mich Senecas Geschichte des Telesphoros von Rhodos. Dieser hatte es gewagt, seinen alten Freund und Herrscher Lysimachos zu erzürnen und soweit ich mich erinnere, gewagt seiner Tochter den Hof zu machen. Lysimachos fand dies alles andere als lustig und lies seinen alten Freund gefangen setzen, ihn in einem Käfig öffentlich ausstellen und nach und nach verstümmeln. Im Unrat und ohne Augen, Ohren und Nase war Telesphoros gezwungen umherzukrabbeln wie ein Tier.
Marc BornerSamstag, der 17. Oktober 2009
eigentlich
Im Wort „eigentlich“ steckt eine seltsame Magie. Magie, das ist der Glaube, etwas durch die eigene Willenskraft entgegen jeder naturwissenschaftlichen Erklärung beeinflussen zu können.
Mit „eigentlich“ wollen wir ausdrücken, wie Dinge oder Ereignisse zu sein haben. In diesem Sinne wird „eigentlich“ moralisch. Etwas ist nicht einfach nur, sondern soll auch in einer bestimmten Weise sein. Wenn wir „eigentlich“ benutzen, betreiben wir Magie. Ein gewohnter Zustand wird durch das Wort herbeigewünscht.
„Eigentlich“ ist ein konservativer Zauber. Con-servare. Er-halten. Be-wahren. Wir bewahren Dinge oder Ereignisse, die sich für unser Leben bewährt haben aus eigenen oder gesellschaftlichen Gründen.
Dass wir so handeln, ist klar, denn unser Gehirn ist im Grunde oder eigentlich faul. Neues zu denken kostet mehr Energie. Und unser Gehirn arbeitet, wie auch der Rest unseres Körpers, möglichst energieeffizient.
„Eigentlich“ ist also eigentlich Ausdruck einer Denkfaulheit. Jene mag ihren Sinn haben. Wir sollten jedoch vorsichtig sein, wenn Menschen dieses Wort allzu häufig benutzen.
mb
Marc Borner
Was haben Obama und Arafat gemeinsam?
Einen großen Aufschrei gab es in letzter Zeit: Der US-amerikanische Präsident Barak Obama hat den Friedensnobelpreis bekommen!
Skandal meinten einige. Toll andere. Persönlich sehe ich die ganze Sache äußert positiv. Eine Frage beschäftigte mich allerdings schon seit ich die Bekanntmachung gelesen hatte: Was haben wohl Barak Obama und der palästinensische Freiheitskämpfer Jassir Arafat gemeinsam?
Wie komme ich zu der Frage? Es war das Jahr 2000. Jassir Arafat bekam wie auch Shimon Peres und Jitzhak Rabin den Friedensnobelpreis verliehen.
Viele mögen sich noch daran erinnern: Die Presse und Nachrichten reagierten im Allgemeinen mit großer Verwunderung. Und so tat es sicherlich der ein oder andere von uns auch. Wie konnte es sein, dass Personen, die in sehr viele Kriege und Konflikte verwickelt waren, die insgesamt auch als alles andere als friedenswillig galten, einen Friedensnobelpreis bekamen? Jassir Arafat soll als bekannteste dieser Trias hier als Beispiel dienen.
Marc BornerFreitag, der 16. Oktober 2009
Hallo! :)
Hallo zusammen!
Ich bin Marc. Der freundlichen Einladung von Roland Dürre folgend, werde ich mich nun auch hier im IF-Blog beteiligen.
Von meiner Ausbildung her habe ich, unterstützt von der deutschen Studienstiftung, Philosophie, Biochemie, Psychologie und Neurologie in Frankfurt, Darmstadt und Los Angeles studiert. Momentan promoviere ich in Berlin zum Thema Selbstbewusstsein.
Am Herzen liegt mir besonders das Philosophieren mit Kindern und das Nützlich-machen von Philosophie für Alltag und Praxis.
Den Rest meiner Vor- und Misslieben werde ich dann nach und nach im Blog kenntlich machen.
Bis bald!
Marc
(MB)






