Markus Seidt
Dienstag, der 16. März 2010

Notizen aus Vietnam #7 – Kündigungen

Liebe Freunde,

die Vietnamesen haben ihr Neujahrsfest groß gefeiert. Sie haben viel Geld dafür ausgegeben, mit Recht, sie haben ein Jahr lang hart gearbeitet, besonders die Bauern, die ihren kleinen Grund und Boden bewirtschaften, und ihre Produkte so billig verkaufen müssen, dass sie nicht in der Lage sind, ihren Kinder eine richtige Schulausbildung zu finanzieren oder, wenn sie krank sind, eine ordentliche Behandlung zu bezahlen.

Währen der Feiertage lief mein Handy heiß, ich war fast immer online, weil die Kinder mit mir einfach sprechen wollen, sie  fühlten sich einsam und allein, sie möchten einfach nur reden ….

Nur leider bin ich für Telefon Seesorge nicht ausgebildet, so versuchte ich Trost zu spenden so gut ich konnte.

Wir haben 2 Wohnungskündigungen bekommen in Ha Noi und müssen eine Notlösung für die Kinder finden.

Es sind 32 Kinder, die meisten sind Mädchen, sie arbeiten als Schneiderinnen, ohne Festlohn, sondern nach Stückzahl. Es war immer schwer für die Mädchen allein schon wegen ihrer körperlichen Behinderungen die Aufträge rechtzeitig zu liefern.

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Markus Seidt
Donnerstag, der 25. Februar 2010

Notizen aus Vietnam #6 – Bauen Sie ein Haus mit uns

haus-heuteDas kleine Haus in der Provinz Nam Dinh hat 50 qm, es war eine Autowerkstatt. Bischof Peter hat das Haus für  7  behinderte Mädchen gekauft und renoviert – es war eine Notlösung  für die Mädchen.

Anfangs haben die Kinder nichts verdient, weil keines von ihnen eine Ausbildung hat. Ihre Familien können für sie nicht sorgen, mit ihren körperlichen Behinderungen sind sie praktisch nicht fähig zu arbeiten und niemand will sie haben. Ihr Anblick erschreckt viele Menschen.

Das kleine Haus ist kaputt im Sinn des Wortes. Die Pläne für den Neubbau sind fertig. Etwa die Hälfte der Gesamtkosten von etwa 40.000 € steht schon bereit. Bitte helfen Sie uns dabei, die Restsumme aufzubringen.

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Markus Seidt
Mittwoch, der 20. Januar 2010

Notizen aus Vietnam #5 – Tếtfest

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Dekoration zum Tetfest (Quelle: Wikipedia)

Xuan oder Frühling ist Tếtfest, die Festlichkeit des Jahres in Vietnam, ähnlich wichtig wie in Europa das Weihnachtsfest. Die Feste und Zeremonien richten sich nach wie vor nach dem Mondkalender. Und das Tếtfest markiert den ersten Tag des neuen Mondjahres und zugleich den Beginn des Frühlings.

Schon die Vorbereitungen zum Fest sind ein Fest für sich. Verwandte kommen aus der ganzen Welt nach Vietnam, um Ihre Familien zu besuchen. Neue Kleider werden angeschafft und besondere Speisen zubereitet. Die Straßen ertrinken zur Tếtfeier in einem Meer aus glücksbringenden Zweigen und Blüten.

Das Tếtfest selbst dauert drei Tage. Dieses Jahr fällt das Tếtfest auf den 14. Februar und begrüßt das Jahr des Tigers.

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Markus Seidt
Samstag, der 26. Dezember 2009

Notizen aus Vietnam #4 – Weihnachtsbrief von Francis Van Hoi

bac HoiLiebe Freunde,

ich habe in der letzten Woche mehr geweint als gelacht. Mein Leben hier hat mich mehr verändert als ich erwartet hätte. Es gibt hier heute genau so viel Elend wie in Zeiten des Krieges, obwohl dieser schon vor mehr als 30 Jahren zur Ende ging. Im Namen der Behinderten bedanke ich mich bei Ihnen für Ihre Hilfe. Möge Gott Ihnen Frieden und Gesundheit schenken.

Die Kinder haben wirklich kein Glück gehabt, seit sie in diese Welt gekommen sind. In einem sehr armen Land wie Vietnam ist ihr Unglück umso größer – so groß, dass sie dringend Ihre Hilfe brauchen. mehr »

Markus Seidt
Dienstag, der 15. Dezember 2009

Notizen aus Vietnam #3 – Regen der Vernichtung

1Von Januar 1965 bis April 1970 ging über Vietnam ein Regen der Vernichtung nieder. Man spricht von ca. 45 Millionen Liter des Herbizids Agent Orange, die zur Entlaubung eingesetzt wurden. Sie enthielten etwa 300 kg Tetrachlordibenzodioxin (zum Vergleich: beim Sevesounglück waren es ca. 1,5 kg des Dioxins).

Francis Van Hoi schilderte es so: “Wenige Hundert Meter hinter unserem Haus begann dichter Regenwald in dem wir als Kinder oft spielten. Eines Morgens hatten die Bäume plötzlich alle Blätter verloren. Wir gingen tiefer in den (ehemaligen) Wald als je zuvor, holten Holz für das Feuer und Fische aus bisher unentdeckten Wasserstellen. Wir waren froh, einmal wieder genug Brennmaterial und Nahrung zu finden …”

Heute kämpfen in Vietnam über 1 Million behinderte Kinder und Jugendliche mit den Folgen des Giftes.

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Markus Seidt
Dienstag, der 8. Dezember 2009

Notizen aus Vietnam #2 – Ein ethisch korrekter Fischsaucen-Deal

Martin copyKennen Sie Phú Quốc? Die größte Insel Vietnams liegt südwestlich des Festlands im Golf von Thailand. Die Ausweisung großer Teile als Nationalpark macht das bisher kaum bekannte Eiland zunehmend für den Tourismus attraktiv. An einigen Stellen dürfte es jedoch für europäische Nasen etwas strenger riechen. Der Grund dafür ist Nước mắm. Das ist die vietnamesische Bezeichnung für Fischsauce, der grundlegenden Würzsauce der vietnamesischen, thailändischen und koreanischen Küche. Und nicht wenige, darunter auch Francis Van Hoi, sind der Meinung, dass aus Phú Quốc einige der beste Fischsaucen weltweit kommen. Dies kommt nun auch seinem Hilfsprojekt für behinderte Kinder und Straßenkinder zugute.

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ausb1995 gründete Francis Van Hoi ein Berufsbildungszentrum in Ba Thong, Hoc Mon, in der Nähe von Saigon. Angegliedert an eine Mission der Salesianer Don Boscos – bei denen er vor gut 40 Jahren zu Schule ging – erhalten dort pro Semester zunächst 10, mittlerweile 20 bis 30 Straßenkinder eine Ausbildung in einfachen handwerklichen Berufen. 2 bis 6 Monate, die die Jugendlichen soweit bringen sollen, zuhause den eigenen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Unterkunft, Essen und Ausbildung kosten auch in Vietnam und trotz der Unterstützung der Salesianer Geld.

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Markus Seidt
Dienstag, der 24. November 2009

Das Web, der Wok und Hilfe für Agent Orange Kinder

vh

Roland möchte einen Artikel von mir, in dem ich mich vorstelle. Das fällt mir schwer, sehe ich mich doch in erster Linie als Ghostwriter für Francis Van Hoi. Eine Tätigkeit allerdings, die auf verschiedenen, technischen Themengebieten mittlerweile einen beträchtlichen Teil meiner Arbeit ausmacht.

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