Roland Dürre
Dienstag, der 21. Januar 2020

Entscheidungslehre (Unternehmertagebuch #131)

Ich werde öfters gefragt:

„Du hast doch in deinem Leben viele Entscheidungen fällen müssen. Wie hast Du das nur gemacht?“

So wird das Leben als „Kaptiän“ ganz einfach.

In der Tat habe ich in meinem Leben oftmals „entscheiden“ müssen. Gerade wenn ich ein Problem hatte. Natürlich immer unter Unsicherheit, weil die Unsicherheit die wesentliche Eigenschaft der Entscheidung ist. Eine Entscheidung erfolgt immer unter Unsicherheit, so ist der Begriff definiert.

Teil zwei der Definition ist, dass Entscheidungen eine Relevanz haben müssen. Das heißt, dass die der Entscheidung folgende Handlung wichtig ist und etwas wesentlich verändern soll und wird.

À propos Problem. Diesen Begriff definiere ich so:

„Ein Problem ist ein Zustand, der so nicht bleiben darf“.

Das habe ich immer wieder erlebt. Und ein Problem ist immer eine Aufforderung, Entscheidungen zu fällen.

Soweit der theorethische Teil. Pragmatisch habe ich immer versucht, meiner Intuition und meinem Gefühl zu folgen. Die rationalen Argumente können für die Kontrolle genutzt werden, ansonsten kann man sie vergessen.

Immer wenn ich gegen mein Bauchgefühlt gehandelt habe, waren die Folgen ärgerlich bis vernichtend.

Aber wie gelangt man zu ausreichend „Gefühl und Intuition“, um schnell und halbwegs vernünftig entscheiden zu können. Die Antwort ist einfach. Man muss in dem Umfeld, das die Entscheidung betrifft, möglichst viel „erlebt“ und „erfahren“ haben. Fast möchte ich sagen gelernt haben“ – dazu muss man am Leben teilhaben. Und zwar intensiv!

Im geschäftlichen Bereich bedeutet das, dass man nicht im Elfenbeinturm sitzen bleiben und nur die Reports lesen darf, sondern dass man raus muss! Der Fehler fängt schon an, dass an „jemand reportet wird“. Nicht die Mitarbeiter müssen dem Chef reporten, sondern der Chef muss am Leben der Mitarbeiter teilhaben. Sonst kann man auf ihn verzichten. Das gilt in der digitalen Welt genauso wie davor.

Und das habe ich mein Leben lang so gemacht. Als Geschäftsführer der InterFace Connection war ich immer mit den Kollegen unterwegs und so bei den Kunden und Anwendern unserer Produkte. Bei den großen wie der Bundesagentur für Arbeit genauso wie bei den vielen kleinen Gemeinden, die auch HIT eingesetzt haben.

Auch später war ich immer dabei, nicht nur wenn es gebrannt hat. Das war bei den Premium Kunden so wie der WestLb in Düsseldorf, dem Daimler in Stuttgart oder bei unserem Print-on-Demand Kunden Arvato (Tochter von Bertelsmann in den USA. Aber auch bei allen kleinen und großen Kunden, von Flensburg bis in die Schweiz, ganz gleich ob sie ein Produkt von uns im Einsatz hatten oder ob sie von Mitarbeitern unseres Unternehmens betreut wurden, ich war immer ein paar Mal bei ihnen zu Besuch. Aus dem dabei Erfahrenem und Erlebten habe ich meine Sicherheit beim Entscheiden gewonnen.

Und als Aufsichtsrat mache ich mir auch gerne ein Bild von der Situation, in dem ich mit den betroffenen Menschen rede. Das mag auch nicht immer einfach sein und gelegentlich zu kommunikativen Problemen führe. Ich nehme das aber in Kauf, weil es mir so gelingt zu lernen, was Sache ist.

Deshalb meine Empfehlung:

Macht Euch das Leben und Entscheiden nicht schwer!

Geht raus in Euere Umwelt (für ein Unternehmen sind das die Kunden) und redet viel mit Euren Stakeholdern (Mitarbeiter, Geschäftspartner, Konkurrenten …). Dann erlebt und erfahrt Ihr soviel, dass Euch ganz schnell die richtige Antwort auf die tägliche Frage „Mach ich es so oder so?“ findet.

Und sicher macht es auch Sinn, die getroffene Entscheidung dann auch noch mal rational zu überprüfen. Aber dann hat sich aus und es wird gemacht!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 19. Januar 2020

Schon die kleinen Zahlen können ganz schön groß sein.

Hier eine Parabel, die unter anderem das Geheimnis großer Zahlen zeigt. Oder warum Sparen sinnlos ist.

Wer gibt nicht gerne mal ein Bier aus?

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein obdachloser Mensch. Ihr Leben hat manche Härte, gerade im Winter.

Sie sind jedoch ein sozialer und kommunikativer Penner, der schon bessere Zeiten erlebt  hat. Und Sie kennen viele Menschen. Diese begegnen Ihnen mit Respekt. Sie werden wertgeschätzt und erleben viel Schönes. So sind Sie trotz Ihrer misslichen Lage glücklich. Und Sie würden von Ihrem Glück gerne etwas zurück geben.

Im Schaufenster des Getränkeladens nahe Ihrem Schlafplatz sehen Sie ein Sonderangebot. Ein schönes 30 Literfass von einer Müncher Brauerei gibt es für 75 €. Das bringt Sie auf die Idee, alle Ihre Freunde und netten Menschen, die Ihnen freundlich begegnen, zu einem Glas Bier einzuladen. Sie nehmen sich vor, das Fass zu kaufen und eine Party zu machen.

Aber die Sache hat einen Haken. Sie haben ja kein Geld, deshalb sind Sie ja obdachlos geworden. Job finden Sie auch keinen mehr. Aber da es um Bier geht, fällt Ihnen das Flaschenpfand ein. Unsere weitsichtige Kanzlerin hatte dies ja eingeführt, um die Altersarmut ein wenig zu lindern.

Sie überlegen sich: Wenn Sie sich von Ihrem ausgefülltem Pennerleben jeden Tag eine Stunde abzwacken und diese Stunde für die Suche von Pfandflaschen und -dosen einsetzen, wie lange brauchen  Sie dann, bis Sie das Geld fürs Fass Bier zusammen haben?

Um diese Fragen zu beantworten setzen Sie Ihre Fähigkeiten aus ihrem vergangenen Managerleben ein. Die erste Frage ist, was gibt der Markt her. Wenn man eine Stunde sucht, wird man im Schnitt eine Bierflasche und eine Dose finden. Das Pfand der Bierflasche bringt 8, das der Dose 25 Cent. Zusammen sind das 33 Cent, also fast 1/3 Euro.

D.h. drei Tage bringen fast einen Euro. Für die 75 Euro brauchen Sie dann 3 x 75 Tage, das sind 225 Tage. Aufgrund des fast fehlen da noch 75 Cent, das heißt Sie brauchen noch 3 Tage mehr. Und nicht zu vergessen, für das Bierfass ist ja auch ein Pfand fällig. Und Fehltage sind auch nicht zu vermeiden. Und wenn Sie das Geld zusammen haben, ist das Fass garantiert auch wieder teurer.

D.h. um das Geld für das Bierfass auf diese Weise zusammenkriegen, werden Sie ein Jahr lang jeden Tag eine Stunde lang auf Flaschensuche gehen müssen.

Besser ist, wenn Sie einen Kredit mit einem Negativzins aufnehmen. Und diesen mit dem Zins tilgen. Das dauert zwar länger, kostet Sie aber nichts. Aber wer gibt Ihnen schon Kredit? Obwohl er ja nichts verlieren kann.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 18. Januar 2020

Widersprüche bei der Widerspruchslösung

Freiheit gibt es nur auf dem Fahrrad, aber nicht im Bundestag.

Die vergangene Woche am Donnerstag (16. 1. 2020) sind die Hunde mal wieder von der Leine gelassen worden. Im Bundestag wurde der Fraktionszwang aufgehoben! Das Gewissen des einzelnen Abgeordneten sollte seine Entscheidung bestimmen.

Das heißt die Abgeordneten durften „frei“ abstimmen. „Weil das Thema ethisch so relevant wäre“. Es ging nämlich um einen Gesetzesvorschlag für eine Widerspruchslösung beim Thema „Organspende“.

Ich persönlich glaube gar nicht, dass das Thema an sich ethisch so herausragend wichtig ist. Die Menschen empfinden es als wichtig, weil letzten Endes wir alle Angst haben, lebendig ausgeschlachtet zu werden. Das ist auch ein Thema im Video „Die Kunst des Negativen Denkens“ von und mit Klaus-Jürgen Grün (Link).

In einem Kommentar habe ich gehört, dass diese Abstimmung immer wieder eine Sternstunde unserer Demokratie gewesen wäre, die die Menschen wieder mit der Politik versöhnt hätte. Ich habe da meine Zweifel. Abgeordnete sollen ihrem Gewissen folgend abstimmen, das haben doch die Väter unseres Grundgesetzes so festgelegt:

… ist er (der Abgeordnete)  bei der Wahrnehmung seines Amts weder an Aufträge noch an Weisungen gebunden, sondern lediglich seinem Gewissen unterworfen. Dies wird in der Rechtswissenschaft als freies Mandat bezeichnet. …
(Artikel 38 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland)

Was ist also so besonders daran, den „Fraktionszwang“ aufzuheben? Mir fällt als Argument für den „Fraktionszwang“ vor allem ein, dass das die politische Steuerung und Durchsetzung für Interessensgruppen vereinfacht. So können sich die Lobbyisten auf weniger Köpfe konzentrieren, das dürfte die Sache einfacher machen. Gerade bei der inflationären Mehrung der Bundestagsabgeordneten.

Einer Umfrage folgend war die Mehrheit der Deutschen für die Widerspruchslösung (ZDF-Politbarometer).  Allerdings wurde im Bundestag genau andersrum entschieden. 379 Parlamentarier waren dagegen und nur 292 dafür (Tagesschau). Man könnte schließen: Die Aufhebung des Fraktionszwanges ist gefährlich. Weil der Bundestagsabgeordnete ein ganz anderes Gewissen hat als der Bundesbürger.

Aber zurück zur Widerspruchslösung. Ich habe am Mittwoch, dem Tag vor der Abstimmung, das Tagesgespräch am Mittag im 2. Programm des Bayerischen gehört. Da ging es um Anrufe von Bürgern zum Thema Organspende und Pros und Contras zur Widerspruchslösung. Dabei war auch ein „Experte“, der ohne Einschränkung für die Widerspruchslösung war. Natürlich war er Teil der Plantations-Industrie. Aber hatte offensichtlich „Kreide gefressen“ und versuchte menschlich sehr verständnisvoll und ethisch absolut korrekt aufzutreten.

Das Thema war nur insofern ethisch, weil die Frage behandelt wurde:
Darf und soll man Menschen zum Beispiel durch ein Gesetz zu persönlichen Entscheidungen zwingen. Und wenn er sich nicht zwingen lassen will, „per default“ die Entscheidung voreinstellen. Darum ging es, um sonst nichts.

Das ist ein schwieriges Thema. Wissen wir doch aus der Gehirnforschung, dass der Mensch vielleicht gar nicht „frei“ ist. Und die Auffassung, dass Menschen sich bewusst und frei entscheiden könne, wohl ein historischer Irrtum ist.

Dazu habe ich aber nichts gehört.

Dafür wurden einige Thesen kommuniziert, bei denen es mir die Schuhe ausgezogen hat.  Bei den Expertenantworten war es noch schlimmer. Ich berichte ein wenig:

Gleich die erste Anruferin hat einen symmetrischen Entscheidungszwang vorgeschlagen. Ein Formular mit vier Aussagen, von denen man zwei Ankreuzen müsse, wenn man z.B. einen neuen Personalausweis beantrage:

  • Ich bin bereit, nach meinem Tod meine Organe für Transplantationen zur Verfügung zu stellen.
  • Ich bin NICHT bereit, nach meinem Tod meine Organe für Transplantationen zur Verfügung zu stellen.
  • Im Bedarfsfall wünsche ich mir eine Transplantation.
  • Im Bedarfsfall lehne ich eine Transplantation ab.

Zwei davon müsse man ankreuzen.Verweigert man sich, wird angenommen, dass man bereit ist, Organe zu spenden und im Notfall zu erhalten.

Die Motivation dieses Vorschlags ist klar. Man suggeriert, dass es eine „moralische Verpflichtung“ gibt, Organe zu spenden, wenn man im Notfall eines erhalten will.

Organspender haben Vorrang als Empfänger.

Ich weiß nicht, ob man einem Menschen in Not ein Organ verwehren sollte, nur weil er selber meint, dass er keines spenden wolle. Aber die Mehrheit der Anrufer hat diese Regel unterstützt.

Ein anderer Gedanke hat mich überrascht.

Menschen, die ihre Organe selber zerstört haben, sollen kein Recht auf ein fremdes Organ haben.

Damit war gemeint, dass z.B. Alkoholiker oder besser gesagt Alkohol-Kranke kein Recht auf Hilfe haben, wenn sie Ihre Leber kaputt gesoffen haben. Das finde ich nicht richtig. Wie soll ich das Schicksal eines anderen Menschen bewerten können? Besonders wenn er im Unglück gelandet ist.

Der Experte allerdings ging auf die Frage gar nicht ein. Er stufte sie als unwichtig ein, weil dies in der Praxis kaum vorkommen würde. Mehr als 95 % der defekten und zu ersetzenden Organe würden nicht aufgrund von Selbstzerstörung sondern als Folge einer Krankheit oder genetischen Ursachen ausfallen.

Dann ist das mit dem Medikamentenmissbrauch, Rauchen & Saufen, Übergewicht doch gar nicht so schlimm? Wenn die meisten Organe eh kaputt gehen, ohne eigenes Fehlverhalten. Eine eigenartige Antwort. Folge ich dieser Expertenaussage, dann scheint es mir recht unnötig, auf meine Gesundheit zu achten.

Aber das war nicht die einzige fragwürdige Antwort des Experten. Auf den Hinweis eines Anrufers, der sich selber als Arzt (Internist) vorstellte und anmahnte, dass auch die Prognose für den Patienten bei einer Transplantation berücksichtigt werden sollte, kam folgende Aussage: Patienten mit einem Transplantat hätten im Vergleich zu Patienten mit anderen großen Operationen eine viel bessere Prognose. Gerade bei schweren Krebsfällen sei diese sehr gering – und trotzdem würde man operieren. So erlebe ich es auch in meiner Bekanntschaft.

Aber genau das zeigt doch die Schwachstelle unserer „Gesundheits-Systems“. Anstelle in die Vorsorge zu investieren und Menschen human im Notfall zu helfen soweit sinnvoll möglich, bekommen wir gerade eine privatwirtschaftliche Gesundheitsindustrie, die natürlich als oberstes Ziel den „sharehoder value“ hat. Und mit aufwändigen Spitzenprodukten verdient man leichter viel Geld als mit verantworteter Fürsorge.

Das ganze Gesundheitssystem müsste neu gedacht werden. Und wahrscheinlich wäre die teuer Extrem-Medizin nicht das primäre Thema. Es geht um Menschlichkeit und grundsätzliche Qualitäten, die zuerst mal gesichert werden müssen. Und es gilt viele Probleme zu lösen wie die vielen Todesfälle durch Krankenhaus-Keime.

In der privatisierten Praxis und Klinik ist das oberste Ziel, die teuren Maschinen auszulasten, die Umsätze mit teuern Medikamenten zu maximieren und die logistischen Systeme auszulasten. Es fällt auf, dass die medizinischen Kosten in den letzten Monaten eines Lebens oft explodieren. Da wird der Patient nochmal richtig ausgenommen. Wie insgesamt das medizinisch Sinnvolle und Angemessene nur noch zur unwichtigen Randbedingung verkommen ist.

Die Privatisierung wird gefeiert und durchgezogen. Die Kliniken werden streng kaufmännisch geführt, die Akzeptanz durch Design und eine schöne Fassade und gutes Marketing angestrebt. Die medizinischen Prozesse werden optimiert. Mit Spezialisierung und hoher Industrialisierung wird die Qualität der Eingriffe gesichert und die Kosten minimalisiert. Die Behandlung wird zu einem standardisierten Prozess, der auf die individuelle Situation des kranken Menschen gar nicht mehr eingehen kann. Und der Patient? Er wird zur Ressource, mit der man viel Geld verdienen muss. Und die private Gesundheitsindustrie wird in Niedrig- bzw. Minuszins-Zeiten zur Renditen-Oase.

Und da kommt mir eine Idee. Nehmen wir an, ich bin ein junger Mann, dessen Reichtum sein gesunder Körper, eine liebe Frau und eine nette Tochter sind, der aber über keinerlei Vermögen verfügt. Dann könnte ich mir vorstellen, dass ich folgende Verfügung für meinen Tod erstellen würde:

Hiermit verfüge ich, dass meine Organe nach meinem Tod entnommen und für Transplantationen genutzt werden sollen. Als Gegenleistung erwarte ich, dass die Erlöse für die Organe gemäß der beiliegenden Preisliste in voller Höhe an meine Frau gehen.

Das wäre dann keine „Organ-Spenderausweis“ sondern ein „Organ-Verkaufsausweis“. Ethisch glaube ich, wäre so etwas nicht zu beanstanden. Und ist in unserer kommerziellen Welt vielleicht sogar ehrlicher wie das „spenden“. Warum soll ich nicht das Letzte, was von mir bleibt, meinen Lieben hinterlassen? Und warum soll die Transplatations-Industrie nicht auch für ihren Rohstoff bezahlen – so wie jedes andere Gewerbe? Der Metzger muss ja auch seine Schweine und Kühe kaufen und kriegt sie nicht vom Bauern gespendet.

Ich hätte auch noch eine Frage an den Experten. Wie viel Prozent von den in Deutschland gewonnenen Organen sind von Motorrad- und Radfahrern? Oder allgemein von Verkehrsopfern? Auf die Antwort wäre ich gespannt. Vielleicht haben die im Bundestag dann ein gewichtiges Argument mehr gegen Tempo-Limits und die Vision Zero. Aber wahrscheinlich wird der Experte da sagen, so viele sind das gar nicht.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 15. Januar 2020

Wie macht man einen Vortrag?

Vor kurzem erzählt mir eine von mir sehr wertgeschätzte Wissenschaftlerin und Beraterin, dass sie an einer bekannten Universität einen Vortrag halten wird. Im Rahmen einer Mittelstandstagung soll sie einen Beitrag zum Thema
„Fehler bei der Anwendung von Data Science im Controlling“
halten.

Beim schlauen dozieren …

Das Thema ist unternehmerisch interessant, so fange ich gleich an nach und mit zu denken. Wenn ich den Vortrag halten sollte, was würde ich als Botschaft vermitteln wollen? Und wie gehe ich bei der „Erfindung“ des Vortrages vor?

Hier meine Überlegungen. Im ersten Schritt zerlege ich die Überschrift in die einzelnen Botschaften und stelle Fragen dazu:

  1. Fehler bei der Anwendung von …
    Da denke ich mir, dass es darum geht, was ich richtig machen muss und worauf ich besonders aufpassen muss. Und welche Fallen auf mich lauern.
  2. … Data Science …
    Aber was ist Data Science? Ich versuche andere Worte zu finden. Meine Sammlung wächst schnell:
    Ist Digitalisierung gemeint? Aber Digitalisierung ist doch nur „advanced technologie“, etwas das man auf Deutsch einfach als „technischen Fortschritt“ bezeichnen würde? Oder sollten ich einfach ans Leben in der „Cloud“ denken? Das ja für viele das summarische Ergebnis der ITK-Technologie ist.
  3. … im Controling.
    Da denke ich, dass  es hier um das „kaufmännische Controling“ geht. Darunter verstehe ich die Möglichkeit, sich immer präzise über den Status aller Prozesse und Zahlen des Unternehmens auf Makro- und Mikro-Ebene informieren zu können. Oder ist die Anwendung von Business Intelligence gemeint? Will man vor allem die kausalen Wirkungsstrukturen erkennen?

Dann suche ich die „richtigen“ Fragen. Ich bin auf der Suche nach einer Lösung, die Antworten gibt. Und Antworten finde ich nur, wenn ich vorher die richtigen Fragen finden.

Ich muss die richtigen Fragen finden und sie analysieren. So mache ich mich an die Frageliste. Zuerst mal ganz frei und kreativ. Ein paar der Fragen habe ich ja schon bei der Titelanalyse gefunden.

  1. Wo muss ich aufpassen, was muss ich richtig machen und welche Fallen drohen?
    Das ist die Frage im Vortragstitel, ein wenig umformuliert.
  2. Was ist beim Einsatz von neuer Digitalisierung anders als wenn ich mit alter Technologie arbeite?
    Digitalisierung schafft mächtige Werkzeuge. Auf was muss man aufpassen, wenn die Werkzeuge mächtiger werden.
  3. Passen Digitalisierung und Controling eigentlich zusammen?
    Digatilisierung hilft beim Wissen teilen und macht „geheim halten“ schwieriger.
  4. Was wünsch ich mir vom „Controling“?
    An erster Stelle will ich Klarheit. Dazu gehört Transparenz, Übersichtlichkeit, Vollständigkeit, die Sichtbarkeit von Zusammenhängen. Ich will Veränderungen rasch bemerken und entstehende Trends schnell erkennen. Ich möchte die Lesbarkeit von Entwicklungen in verschiedenen Dimensionen. Ich möchte das kompexe Wirkungssystem eines Unternehmens, das ich sein „Betriebssystem“ nenne, verstehen.

Jetzt kann ich anfangen nachzudenken. Und es hat gewirkt. Mir kommen folgende Gedanken.

Ich muss aufpassen,

  • dass ich aufgrund einer Überflutung meines Verstandes mit digitalen Daten „vor all den Bäumen, den Wald nicht mehr sehe“. Weil Digitalisierung in der Lage ist, mir ganz schnell unendlich viele Daten zu liefern. Aber welche sind relevant?
  • dass ich nicht leichtfertig, die Referenzsysteme verändere, um Dinge besser darzustellen. Das kann schnell die Vergleichbarkeit in der Dimension Zeit gefährden.
  • dass die mächtigen digitalen Systeme mich nicht aus Versehen (oder mit hintergründiger Absicht) falsch informieren. Dazu empfiehlt sich wahrscheinlich, möglichst oft die Plausibiliät der Erkenntnisse zu hinterfragen.
  • dass ich nicht so dumm bin, wie die Ersteller der Vereinfachungen und Graphiken mich offenbar halten. Denn digitale Systeme sind die Weltmeister im Produzieren von Bildern und Graphiken. Die vereinfachen, verzerren und beeinflussen können.

Aber das befriedigt mich nicht so richtig. Weil es irgendwie nicht griffig und plakativ ist. Also suche ich nach einer Metapher, um die komplexe Situation schreiben.

Da finde ich das Internet und social media. Ist das nicht auch eine Art von „control system“, mit dem ich den Zustand unserer Gesellschaft oder unseres Planeten betrachten und auswerten kann? Wie gut unsere Politik, die gesellschaftliche Konsens-Findung, das Bildungsystem und vieles mehr funktioniert?

Und auf was muss ich beim Untersuchen aufpassen?  Ich darf nicht einer Blase gefangen sein und nicht leichtfertiges Opfer von Verschwörungstheorien werden.  Denn ich will Dinge verstehen und begreifen. Ich habe gelernt, dass es einfacher ist, Daten zu sammeln. Auch da kann man Fehler machen. Deutlich schwieriger ist es aber Zusammenhänge zu erkennen. Und ganz schwierig ist es, die Ursache-Wirkungs-Relation richtig zu ermitteln.

Wir kennen das vom Klimathema her. Es ist absolut klar, dass es eine Korrelation gibt zwischen der Temperatur auf der Erde und dem Kohlendioxid in der Atmosphäre. Ein wenig schwieriger ist es zu zeigen, dass die Erhöhung des Kohlendioxid-Gehalts überwiegend vom homo sapiens verursacht wird und nicht von einer magischen Temperaturerhöhung.

Mein Controling des Klimas zeigt ziemlich klar, dass die Klimakatastrophe schon passiert ist. Und wir keine Chance haben, sie rückgängig zu machen oder auch nur zu bremsen. Da müssen wir jetzt die nächsten paar hundert Jahre durch und dies dürfte nicht ganz leicht werden. Und irgendwie bin ich ein wenig froh, dass ich dieses Jahr das Alter von siebzig Jahren erreiche.

À propos homo sapiens – auf die Schnelle fällt mir keine zweite biologische Gattung auf unserem schönen Planeten ein, die solch einen irreführenden Namen trägt.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 10. Januar 2020

Mein digitaler Alltag.

Alle reden von Digitalisierung. Ich auch.

Ich war schon immer an moderner Technologie interessiert.

Denn ich habe über 50 Jahre dafür gearbeitet. Im Studium als Werkstudent, dann fest angestellt im Werk für Systeme der Siemens AG, später dort beim Vertrieb Sonderprojekte, dann für verschiedene Kunden von Softlab, später als selbstständiger Unternehmer und Unterstützer zahlreicher Startups.

Heute will ich mal prüfen, wie es eigentlich privat bei mir so mit Digitalisierung ausschaut. Dabei lasse ich das Phänomen „smart phone“ und meine diversen Rechner mal außen vor und schau so mehr in den Haushalt und betrachte mein alltägliches Leben.

Der Morgen beginnt mit einer Tasse Kaffee und an einem guten Tag mit einem Frühstücksei. Die Zubereitung von beidem ist mein Job. Die Milch zum Kaffee kommt aus der braunen Glasflasche. Denn die Qualität der Zutaten ist wichtig für einen guten Frühstückskaffee.

So auch die Kaffeemaschine. Ich nutze eine ECM SYNCHRONIKA DUAL BOILER PID. Angeblich so eine Art Mercedes unter den „Zweikreis Siebträgern“. Sie ist kein Vollautomat, an ihr findet sich auch nichts digitales. Sie ist so analog wie die Kaffeetasse.

Gelegentlich gibt es ein Ei zum Frühstück. Dann darf der alte elektrische Eierkocher von Siemens aus dem Schrank raus. Der seit bald 50 Jahren seinen Dienst brav verrichtet. Auch null digital.

Nach dem Morgen-Kaffee radele ich im Sommer zum Schwimmen nach Unterhaching. Da der Weg dorthin kurz ist, nehme ich nicht das elektrische Fahrrad, sondern ein ganz normales mechanisches. An dem ist auch nichts digital.

Beim Eingang ins Freibad habe ich meinen ersten Tageskontakt mit der digitalen Welt. Da muss ich meinen SAISONBADEKARTE im Scheckkartenformat an einen Leser halten (immerhin kontaktlos). Früher hatte ich eine Saisonkarte mit Foto, die ich der freundlichen Dame am Eingang herzeigen musste und die mir einen freundlichen Gruß bescherte.

Leider wurde diese Funktion nicht durch eine moderne Anwendung im Sinne von eGovernment fürs Smartphone erzeugt, so brauche ich weiter eine eigene Karte. Und muss diese jedes Jahr beim Amt persönlich verlängern lassen.

Zumindest gibt es  jetzt einen eigenen Eingang für Dauerkartennutzer, der (fast) immer staufrei ist. Der ist gleich neben der Kasse, so dass die persönliche Begrüßung weiter stattfindet.

Im Winter gehe ich ins Hallenbad in Ottobrunn, ins Phoenix. Da gibt es Coins. Die heißen wirklich so. Eine Coin enthält am Anfang 11 Zugänge (zum Preis für 10), zum Beispiel zum Frühschwimmen. Die „Coin“ macht den Eingang automatisiert möglich und dient auch zum Verriegeln des genutzten Kleiderschrank. Leider funktioniert das System nicht ganz so zuverlässig wie früher die Münzschränke.

Nach dem Schwimmen in Unterhaching besuche ich ab und zu die Kollegen bei der InterFace. Meine Schlüssel geht nicht mehr, denn die haben jetzt Dongles. Das sind Plastikteile mit Elektronik drin und einem Druckknopf. Hinhalten und zweimal draufdrücken, so geht das „Sesam Öffne Dich“. Noch ein Teil wollte ich dann doch nicht mehr haben. Also muss ich dort klingeln

Wenn ich mit der S-Bahn fahre, dann nutze ich Streifenkarten. Die stempel ich ganz mechanisch ab. Nur die Reisen mit der Bahn lade ich mir aufs Handy. Weil ich meine Reisen zu Hause in Ruhe planen und im Preis-Dschungel der DB die besten Preise finden will. Wobei beides für manche Bahnnutzung nicht möglich ist. Zum Beispiel muss ich bei der Fahrradreservierung für den EC (Eurocity) doch wieder an den Fahrkarten-Schalter.

Wenn der Schaffner im Zug mein „Handyticket“ lesen will, dann nutzt er ein digitales Instrument, das aus dem Museum zu kommen scheint. Mit zittriger Hand versucht er dann mit einem Infrarot-Leser den QR-Code auf der Anzeige meines Handys zu lesen. Meistens gelingt ihm das auch nach einiger Zeit.

Also, insgesamt verwöhnt mich das Leben noch nicht so sehr mit digitalen Möglichkeiten. Wobei ich durchaus möchte. Bei einem effizienten Micro-Payment wäre ich sofort dabei. Wobei die Betonung auf effizient liegt.

Unser Heim hat aber schon zwei IoT-Anwendungen!

Für die Solaranlage gibt es eine App, mit der man von überall (wenn man im Internet ist) die Betriebsdaten ablesen kann. Wenn die Anlage also viel Strom produziert, dann weiß ich im Urlaub, dass daheim die Sonne scheint. Das ist dann sehr tröstlich, gerade wenn es am Urlaubsort regnet.

Das geht aber auch anders mit meiner Haus 4.0-Technik. Denn ich habe eine Videoüberwachung installiert. Im alten Haus hatte ich nur eine Attrappe. Da war die recht alte Alarmanlagen sehr störanfällig, deshalb hatte ich sie außer Betrieb genommen. Aber die Lichter weiter blinken lassen.

Beim Umzug ins neue Haus habe ich dann nach einer Atrappe gesucht. Und gelernt, dass sogar schlechte Attrappen teuer sind als ein kleines Stück „digitale Technologie“, das nicht nur bei Tag und Nacht gute Bilder macht, sondern diese für einen längeren Zeitraum speichert und beliebig hin übertragen kann.

Das ist meine zweite IoT-Anwendung im Haushalt. Und die Bilder der Kamera kann ich auch von überall in der Welt sehen. So sehe ich auch, wie das Wetter ist und wenn das Gartentor offensteht. Dann muss ich allerdings zu Hause anrufen und die aktuellen Bewohner bitten, den Knopf zu drücken um das Tor elektrisch zu schließen. Also auch eine noch sehr eingeschränkte IoT-Anwendung.

Viel mehr habe ich nicht zu bieten. Erwähnenswert ist vielleicht meine neueste Errungenschaft – einer dieser genialen Kopfhörer, die den externen Lärm vernichten können. So dass man z.B. auch im Flieger seine Ruhe hat. Der nutzt allerdings Bluetooth, zu Hause an der Stereo-Anlage wie unterwegs am Smart-Phone. Das ist natürlich keine IoT-Vernetzung sondern eine ganz primitive Peer2peer-Verbindung. Aber das Ding hat schon tolle Features.

Vor kurzem war ich im Urlaub. Auf der Hanseatic Inspiration, einem Schiff, das zum Zeitpunkt meiner Reise gerade ein paar Wochen im Einsatz war. Ich habe mich mit dem sehr kompetenten IT-Officer ausgetauscht. Und der har mi erzählt, dass sie praktisch keine IoT-Technologie an Bord hätten. Das hat mich ein wenig getröstet – und überrascht.

Für zu Hause könnte ich mir noch einen Thermo-Mix kaufen. Der kann IoT. Aber so ein Gerät brauche ich halt wirklich nicht. So frage ich mich schon: Wie soll es bei uns mit Haushalt 4.0  nur vorwärts gehen?

Und meine geliebte Alexa hat die Barbara auch außer Betrieb genommen. So wird das nie was!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 5. Januar 2020

Digitalisierung auf Deutsch: Der BON.

Zum Jahreswechsel hat die neue „Bon-Pflicht“ im Einzelhandel ein wenig Furore gemacht. Denn ein vor drei Jahren (noch von der letzten Bundesregierung) beschlossenes und ziemlich veraltetes Gesetz dazu wurde am 1. Januar 2020 wirksam.

Deshalb ist der agile Altmeier am Jahresende erschrocken. Und wollte da noch schnell etwas ändern. Das Gesetz aussetzen oder zumindest verschieben. Aber die SPD hat ihn abblitzen lassen, indem sie auf den Koalitionsvertrag verwiesen hat.

Wahrscheinlich war das Ganze nur ein kluges Manöver vom schlitz-ohrigen Altmeier, um die SPD jetzt endlich unter die 5 % – Grenze zu bringen. Und bei aller Liebe, eine Partei die Papier-Bons vorschreibt, kann man wirklich nicht mehr wählen. Es sei denn, sie wäre eine Satire-Partei.

Mit dem Gesetz hofft man, einen Steuerbetrug von 50 Milliarden EURO im Jahr einzudämmen. Vorgestern war das Bon-Gesetz Thema des Tagesgesprächs im Bayerischen Rundfunk, das ich immer gerne höre. Die Reaktionen der Anrufer in der Sendung  waren überwiegend nicht begeistert.

Irgendwie ist es ja auch geisteskrank, wenn wir jetzt meinen, mit dem Drucken und Vernichten von kleinen Papier-Bons eine größere Steuergerechigkeit zu erzielen. Besonders, wenn der Käufer den Beleg gar nicht an und mit nehmen muß, um dann bei einer Brezel-Kontrolle durch die Finanz-Polizei belegen zu können, dass er seine Brezel eben nicht schwarz gekauft hat. So wie bei das in den Vorbild-Ländern Italien und Griechenland ist bzw. war.

Wenn man das Gesetz wohlwollend interpretiert, ist es ein gut gemeinter aber schlecht gemachter Versuch, Steuergerechtigkeit auch bei kleinen Unternehmen wie Bäckereien, Metzgereien oder Gaststätten durchzusetzen. Denn der Schaden durch Steuervermeidung bei kleinen Mittelständler soll sich in ähnlicher Höhe bewegen wie bei den Gross-Betrügereien wie Cum-Ex, nämlich jeweils im zweistelligen Milliardenbereich pro Jahr.

😉 Und der Staat darf ja nicht nur die Großen fangen wollen. Das ist schwierig und klappt vielleicht nicht. Vielleicht kriegt man die Kleinen leichter? Und immer nur die Großen verfolgen und die Kleinen laufen lassen, ist ja auch nicht richtig.

Denn wenn wir dann in der Summe aufgrund von mehr Steuergerechtigkeit bei den kleinen – die eben auch Mist machen – und den großen Systembetrügern (cum ex etc.) und dann auch noch den internationalen Konzernen, die ihre Gewinne ja auch ziemlich steuerunschädlich verschieben plötzlich dreistufige Milliarden-Mehreinnahmen hätten, dann wär ja genug Kohle für die Transformation da, die die Klima-Veränderung und der strukturelle Wandel erfordern. Das wäre doch toll. Wir könnten uns volle Kraft voraus auf die Rettung der Umwelt stürzen!

Wobei ich einschieben möchte, dass man vielleicht einen Handwerksbetrieb, der im Rahmen seiner Wertschöpfung ein paar Brezen nicht versteuert, „moralisch“ anders bewerten kann als Unternehmen, die als Geschäftsmodell systematisch kreative Betrugsinnovation entwickelt und im großen Stil betreibt. Und auf irgendeine Art von Wertschöpfung dabei völlig verzichtet.

Aber diese Hoffnung (Klima- und Umweltschutz finanzierbar durchs Bongesetz) wird sich nicht erfüllen, denn moderne Gesetze haben keine Kraft mehr. Zuerst Mal machen sie alles immer kompizierter. So entstehen traumhafte neue Umgehungsmöglichkeiten. Durch eine Unmenge von Ausnahmeregelungen werden die Gesetze schon zum Start bis zur Wirkungslosigkeit abgeschwächt. Beispiele finden sich da beliebig weitere: Werbeeinschränkung für Tabak-Produkte, Lebensmittelgesetz, das Bon-Gesetz, Spekulationssteuer, die Gesetze zum Klima-Schutz usw. Und letztendlich werden die Gesetze nicht ausreichend kontrolliert; zum Teil können sie das auch nicht weil die Kontrolle unrealistisch oder zu teuer ist.

So erfüllen die meisten Gesetze ihren eigentlichen Zweck in der Regel überhaupt nicht. Man muss froh sein, wenn sie den Schaden nicht vergrößern, den sie vermeiden sollen.

Und wenn ein Gesetz einfach wäre, garantiert einen Erfolg hätte und auch noch leicht einzuführen wäre, dann wird es erst gar nicht gemacht. Das beste Beispiel ist das Tempolimit auf Autobahnen, Landstraßen und in Kommunen, mit dem man so einfach Leben. retten, Kohlendioxid einsparen und die Lebensqualität erhöhen könnte.

Aber gehen wir mal davon aus, Gerechtigkeit an sich ist wünschenswert und dies auch bei der Steuer. Betrachten wir das „Bon-Gesetz“ mal positiv. Das Ziel des Gesetzes war ja nicht, dass wir jetzt völlig sinnlos Papier drucken und dann auch gleich zu vernichten. Das ist zweifelsfrei sinnfrei, dürfte aber der einzige Effekt sein.

Das Ziel war, dass „elektronische Kassensysteme“ transaktionssicher werden. Wenn eine Transaktion rechtsmäßig abgeschlossen ist, dann muss ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Soweit die Theorie.

Und deshalb wird, wenn die Breze verkauft und bezahlt ist, ein Papier gedruckt. Das ist der Bon, auf dem die eindeutige Idendität der Transktion (Transaktionsnummer), gerne als QR-Code gedruckt wird. Der Ausdruck ist das Zeichen, dass die Transaktion, der Eigentums- und Besitzübergang und auch die Bezahlung abgeschlossen sind.

Dass eine Transakation für alle Vertragspartner wahrnehmbar abgeschlossen und rückverfolgbar gespeichert wird, ist sicher nichts Unsinniges. Beim Bon-Gesetz verlangt der Gesetzgeber auch nur eine geeignete Maßnahme, zum Beispiel den Ausdruck eines Papiers, um den Abschluß der Transaktion zu offizialisieren.

Was wären die Alternativen?

Hätten wir eine vernünftige bargeldlose Bezahlkultur wäre das Einfachste. Dann würde ich beim Bäcker mein Mobiltelefon hinhalten, quittieren und hätte dann einen Beleg auf dem Handy. Und könnte in Ruhe nachschauen, wann ich mir wieviel Brezeln gekauft habe und was ich bezahlt habe.

Bei Verwendung von Bargeld ist das nicht ganz so einfach. Wenn ich die Bons mitnehme, was mache ich damit. Hefte ich sie ab? Wie könnte man das Ausdrucken des Bons ersetzen? Wahrscheinlich geht es nur mit Papier.

Ich könnte mir beim Bäcker einen Bildschirm vorstellen, auf dem ich den Einkauf sehe. Und wenn ich bezahlt habe, erklingt ein Jingle, und dokumentiert, dass die Transaktion im System des Bäckers abgeschlossen wurde und das Geld in dessen Kasse ist. Aber das würde dann vielleicht mit dem Datenschutz kollidieren.

Mich hat das Bon-Gesetz an von mir erlebte Computer-Kriminalität Ende der 70iger Jahre erinnert hat. Da ging es um den Druck von Fahrkahrten als Ergebnis und Beleg einer Transaktion vom Typ „Fahrkartenkauf“ am Reisebüroschalter. Es wurde kriminell, weil kluge Mitarbeiter einen Trick gefunden hatten, wie das System dazu gebracht wurde, die Fahrkarte zweimal zu drucken und der doppelte Ausdruck schwarz verkauft wurde. Da ging es nicht um Steuervermeidung sondern um private Bereicherung.

Wie wir das dann letztendlich mit einfacher Technologie unterbunden haben, habe ich am 17. August 2008 berichtet:
Computer Vintage #3 – Wie die Fahrkarten sich verdoppelten (1979/80)
🙂 Das ganze ist echtes Computer Vintage.

Zum Bon-Gesetz meine ich:
Das ganze ist wieder mal (k)ein Glanzstück unserer Regierung.  Es wird nichts bringen, außer Bürokratie und Müll. Den öffentlichen Raum in der Nähe von Bäckereien wird man daran erkennen, dass auf den Gehwegen neben dem üblichen Müll viele kleine Bons herumliegen.

Es zeigt aber wieder, dass die Damen und Herren in unserer Regierung nicht begriffen haben, was „Digitalisierung“ ist. Denn wenn es um Steuervermeidung geht, dann sollte man zuerst mal den digitalen Zahlungsverkehr ermöglichen. Und vielleicht daran denken, dass Steuerkontrolle und Datenschutz einfach ein Widerspruch sind.

Bei uns entstehen immer mehr Gesetze, die den Aufwand und die Bürokratie erhöhen und alles komplizierter machen. In Extremfällen sind die Anforderungen in Gesetzen unerfüllbar, weil sie sich elementar versprechen. Dem „edlen Ziel“, für das sie gemacht worden sind,  dienen sie aber nicht sondern bewirken oft das Gegenteil.

Die Bürger verstehen die Flut der Gesetze nicht mehr. Sie befolgen die Gesetze nicht, weil sie diese für sinnvoll halten. Nein, Gesetze werden nur noch eingehalten, wenn der Schaden durch die Strafe deutlich höher als der Nutzen der Gesetzesübertretung ist. So verkommt anständiges Verhalten zu einer schlichten Güterabwägung, man optimiert danach ob Nutzen oder Schaden des Gesetzesbruch überwiegen.  Soziale Kultur wird zerstört und auch der so wertvolle Rechtsstaat wird dadurch beschädigt.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 1. Januar 2020

Jetzt ernsthaft …

2020 in der Heimat!

Mitternacht am 31. 12. 2019. Draußen böllerts. Ich bin zu Haus. Diesmal keine Party und kein Angestoße.

Ein paar persönliche Wünsche für ein gutes neues Jahr hätte ich schon! Aber welche?

Da kommen mir zuerst so die üblichen Gedanken.

Dass alles noch ein wenig weiter so schön bleibe, wie es ist. Dass es den Freunden weiter gut gehen und dass es in 2020 keine schlimmen Unglücke und Abschiede geben möge. Das wäre schön.

Aufgrund unserer Endlichkeit muss ich immer damit rechnen, dass etwas passiert. Tod und Krankheit kann man nicht verbannen. Also muss ich damit umgehen und hoffen, dass es nicht zu schlimm wird.

Ich wünsche mir auch noch viele schöne Erlebnisse in meinem Leben. Aber die muss ich selber machen. Da müssen nur die Voraussetzungen erhalten bleiben. Dass uns ausreichende Kohle bleibt für ein sorgenfreies Leben und vor allem Gesundheit. Ohne die nichts geht. Und das kann man halt nicht immer selber steuern.

Aber andere Sachen könnte man ändern. Vielleicht ein paar Kleinigkeiten. Also Augen zu gemacht und ein wenig geträumt. Was könnte oder sollte konkret im Jahre MMXX im Süden Münchens im täglichen Alltag ein wenig besser werden?

Ich lasse mein Alltagsleben an meinem geistigen Auge vorbeigleiten. Eigentlich passt alles. Alles ist bestens. Ich finde nichts zum Mäkeln. Aber dann entdecke ich doch den einen oder anderen kleinen Makel.

  • Ich gehe regelmäßig zu Fuß von mir zu Hause (in der Kufsteiner Straße in Neubiberg) ins Ortszentrum Ottobrunns. Dazu muss ich  die Putzbrunner Straße überqueren. Da fahren aber so viele Autos, dass ich nicht so leicht drüber komme. Unfassbare viele Autos für so ein kleines Dorf. Und so stehe ich ganz schön lange da und warte auf die Lücke. Und bräuchte einen Atemschutz.
  • Wenn ich nach Putzbrunn zum Bäcker radele, ist es für die Lunge noch schlimmer. Sogar am Sonntag in der Früh wundere ich mich über die Autokarawane, die sich über die Putzbrunner Strasse (und zum Teil auf die Parkpätze beim Bäcker) schiebt. Und die Fahrer finde ich komisch, weil sie sich auch bei minus 5 Grad im kurzen T-Shirt beim Bäcker in der Warteverschlange versammeln und hoffen, dass ihr SUV dann bei der Rückkunft von der Standheizung weiter aufgeheizt wurde.
  • Fasziniert bin ich auch von den MVV-Bussen, die sich im täglichen Autocorso mitbewegen. Da sieht es drin zwar warm aus, aber gerade am Wochenende sitzt selten mehr als ein Mensch drin. Ich wünschte mir, dass die Busse voll Menschen wären und nicht die Straßen voll von so vielen SUVs. Allerdings weiß ich, dass SUV-Fahrer gegen Busse allergisch sind und deshalb nicht im Bus fahren können.
  • Aber nicht nur die Autos vermüllen die Luft. Gerade wenn ich im Winter auf den Gehwegen unterwegs bin schätze ich es nicht, wenn mir der ewige Raucher entgegenkommt. Und dieser, kurz bevor sich unsere Weg kreuzen, eine große Wolke Tabakrauch ausstößt. Und ich plötzlich in meine Rauchervergangenheit zurückversetzt werde und ich vergeblich nach frischer Luft schnappe.
  • Aber die Vermüllung findet nicht nur im Bereich der Luft statt. Auch der Boden ist verdreckt. Nicht nur mit Zigarettenkippen, -schachteln oder Kaugummi. Sondern mit Müll aller Art. Auch Sondermüll. Gerade nach Auslandsreisen, wie vor kurzem durch ein paar südamerikanische Städte in Chile und Peru, fällt es mir auf, wie dreckig es in Neubiberg und Ottobrunn. Überraschenderweise im Gegensatz zu Orten in der weiten Welt, die wir mit unseren Vorurteilen als schmutziger einschätzen. Und die sich als fast peinlich sauber anfühlen. Gut, Neubiberg und Ottobrunn sind ja auch nicht die besten Wohnorte im Südosten von München. Trotzdem, bei den Mieten, die man hier zahlt, hätte man vielleicht eine saubere Gemeinde verdient.
  • Dabei haben wir sogar Kinos in Ottobrunn! Das ist toll. Und in den Kinos laufen sogar oft ganz gute Filme. Die letzten beiden, die ich in Ottobrunn gesehen habe, waren der neueste Woody Allen und ein herausragender deutscher Dokumentationsfilm mit dem einprägsamen Titel „Systemspringer“. Nur, das Kino ist immer leer. So leer, dass man sich nicht freut, dass man soviel Platz hat, sondern eher einsam ist. Vielleicht sollten die Ottobrunner das Angebot mehr nutzen. Ein bisschen kommunikatives Kino-Leben auch in der Provinz wäre doch schön.
  • Aber zurück zum Verkehr. Was da noch ein wenig besser werden könnte, wäre auch die Münchner S-Bahn. Auch bei meiner letzten Heimreise kurz vor Weihnachten von Argentinien war es wieder da, das Phänomen. Alles war pünktlich. Sogar die S-Bahn vom Flughafen ist pünktlich losgefahren. Auf dem Weg zum Ostbahnhof – und wir hatten die reelle Chance, den direkten Anschluss dort nach Ottobrunn zu schaffen. Das macht nach einem langen Flug durchaus Freude. Dann machte die Flughafen S-Bahn aber wieder ihre außerplanmäßige Pause  am Leuchtenberg-Ring von gut 10 Minuten. Und es war mir klar, dass es mit dem schnellen Umstieg am Ostbahnhof mal wieder nichts mehr werden würde.
  • Heute ist ja Silvester. Mir persönlich immer ein Graus. Ich friere an Mitternacht ungern im Stehen bei Minus-Temperaturen; Champagner im Freien macht das dilettantische Geböllere auch nicht besser. Das alles in einer Luft zum Schneiden. Und morgen früh (eigentlich schon heute) entdecken wir dann wieder, wie es der Homo Sapiens geschafft hat, die Welt so richtig richtig zu verdrecken. Mit seinem „Sch…-Feuerwerk schafft er Müll-Spuren, die wieder bis in den Frühling sichtbar bleiben werden.

Da hilft es auch nicht, dass ich die Feuerwerks-Industrie seit Jahrzehnten an Silvester boykottiere. Ist aber alles nicht so schlimm. Oder vielleicht doch? Ich wundere mich nur, wie die Gesellschaft so tickt.

Die einen fühlen sich als Autofahrer. Für sie gilt: „Ist der Weg länger als der Karren, dann wird gefahren!“ Die Autofahrer verstehen mich nicht, weil ich es unvorstellbar finde, zum Bäcker mit dem Auto zu fahren. Sie stört der Gestank auch nicht.

Das mit dem Müll ist komplex. Der hat viele Quellen – der geplatzte gelbe Sack kommt häufig vor aber auch die schnelle Entsorgung der Hosentasche oder der Autoablage. Über den Müll kann man sich zwar gemeinsam erregen, ansonsten stört er keinen so richtig.

Bus fahren mag hier keiner, weder die Autofahrer noch die Radfahrer. Eine pünktliche S-Bahn hätte dagegen jeder gerne. Und das mit dem Silvester-Feuerwerk verstehe ich eh nicht. Und fürs Kino haben die Menschen hier vielleicht keine Zeit mehr.

So ist es ganz schön im bürgerlichen Südosten Münchens. Ich ärgere mich auch nicht. Sondern beobachte und wundere mich nur. Aber wenn heute am Neujahrstag die Sonne scheint, dann mache ich einen schönen Spaziergang. Es soll ein herrlicher Tag werden und vielleicht fotografiere die Vermüllung, von der die Straßen Ottobrunns und Neubibergs in der Silvester-Nacht heimgesucht wurdem. Und wenn die Bilder gut sind, dann veröffentliche ein paar davon hier.

Also, noch a guads Neues und gut Nacht – der Neujahrslärm lässt jetzt so langsam nach, es geht auf 1:00 zu.

RMD

Hier die Bilder – vom 1. Januar tagsüber.

 

 

 

🙂 Und ich muss sagen – mein Rundgang hat gezeigt, dass es doch deutlich weniger Vandalismus gab als im Vorjahr.

Roland Dürre
Dienstag, der 31. Dezember 2019

Heute Abend feiern wir den Jahreswechsel. Wir verlassen das Jahr 2019 und treten ein in 2020. Die alten Römer hätten es MMXX geschrieben. Zwei Tausender und zwei Zehner.

 

MMXX

Happy and Cool!

 

Ich habe jedes Jahr das selbe Bild in meinen Silvester-Glückwünschen drin. Das Kunstwerk ist ein Arrangement von Rolo Zollner. Es steht unter Common Licence, Ihr dürft es mit Quellen-/Autorenangabe frei nutzen. Es hat sich viele Jahre als Glücksbringer bewährt.

So habe ich jedes Jahr auch ziemlich dieselben Wünsche für das neue Jahr.

Dass der sich anbahnende Wandel möglichst gewaltfrei stattfinden möge.

Dass Kriege uns verschonen.

Dass unsere gesellschaftlichen Werte Toleranz und Freiheit auch in den vor uns liegenden schwierigen Zeiten erhalten bleiben.

Dass wir respektvoll zusammen leben, und bereit sind, uns zu ehren und lieben.

So dass wir viel zum Freuen und Feiern haben werde.

Allen IF-Blog-Leserinnen und -lesern wünsche ich nur Gutes. Ein gesundes und gelingendes Jahr 2020!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 25. Dezember 2019

Frohe Weihnacht!

Prolog:
Weil Weihnachten gleich wieder vorbei ist, veröffentliche ich diesen mir wichtigen Artikel, obwohl er noch unfertig ist. Ich werde die Weihnachtsfeiertage nutzen, ihn perfekter zu machen.


Gestern war Heiligabend. Ich habe vergessen, Weihnachtsgrüsse zu schreiben, weil meine Gedanken im neuen Jahr waren.

Frohe Weihnacht!

Über Zahlen, Ziffern, Unendlichkeit und Null zum Programmieren!

Die beiden sehen doch aus wie zwei Nerds. Nerds mag ich.

Ich bereite sein Tagen (gedanklich seit Wochen und Monaten einen Vortrag zur Digitalisierung vor. Da habe ich festgestellt, wie das Unwissen – nicht nur – über Digitalisierung in den Köpfen der Verantwortlichen ist, die die Gesellschaft organisieren sollen/wollen (genannt Politiker). Das Ignorieren von Fakten scheint auch bei der Digitalisierung vorsätzlich zu sein. Das hat mich erschüttert, weil Digitalisierung wichtig ist.

So unternehme ich zur Jahreswende einen kleinen digitalen Spaziergang und beginne mit den Zahlen.

Ich freue mich auf das Jahr MMXX. Hier  in römischer Notation aufgeschrieben. Einer zwar pfiffigen aber letztendlich sehr unpraktischen Methode, Zahlen zu notieren. Allerdings hat sie zwei Vorteile: Zahlen sind ihr folgend für das menschliche Gehirn einfach zu bauen. Und es ist schwierig, große Zahlen zu notieren. Das ist gut, weil der Mensch große Zahlen eh nicht begreifen kann. Ansonsten hat die gute alte römische Methode nur Nachteile; eine effiziente algorithmische Verarbeitung von Zahlen dürfte mit ihr nicht möglich sein.

À propos große Zahlen – da kommen wir schnell ins UNENDLICHe. Und sind dann auch sofort bei der NULL. Null und endlich habe ich schon als Kind nicht verstanden. Kein Wunder, sie sind ja auch schwer zu begreifen. Vielleicht gibt es beides gar nicht! Ich beschreibe NULL und UNENDLICH, wie ich sie mir vorstelle. Dazu nutze ich in das Dezimalsystem,  das in unserer Kultur herrscht.

UNENDLICH
Ich wähle ein Hilfskonstrukt und starte mit der EINS. Die schreibe ich im dezimalen System als 1,0 auf. Und schiebe jetzt Nullen von rechts über das Komma (oder den Punkt). So dass eine Folge von 1.0 10,0 100,0 1000,0 … entsteht. Damit mache ich EWIG weiter. Und komme so dem UNENDLICH immer ein wenig näher, aber erreiche es nie. Falls das EWIG nicht funktioniert, dann gibt es das UNENDLICH nicht. Die klugen Mathematiker haben deshalb den Begriff des Grenzwerts (limes) genutzt. Unendlich wird als lim ∞ notiert.

Null
Mit der Null machen wir es ähnlich. Wir drehen das 1.0 um und machen 0,1 draus. Und  schieben jetzt die Nullen von links über das Komma (oder den Punkt). So dass eine Folge von 0,1 10,0 100,0 1000,0 … entsteht. Damit mache ich EWIG weiter. Und komme so der NULL immer ein wenig näher, aber erreiche sie nie. Auch hier gilt: Falls das EWIG nicht funktioniert, dann gibt es die NULL nicht. Die Mathematiker nutzen auch hier den Begriff Grenzwert (limes) . Unendlich wird als lim 0 notiert.

Gibt es die NULL und UNENDLICH eigentlich in der Natur? Wie GERADEN,  QUADRATE, KREIS und KUGELN. Alles natürlich in perfekt? Diese Frage, hat mich schon als Kind beschäftigt. Aber wie ich Mathematik studiert habe, habe ich aufgehört drüber nachzudenken.

Wenn wir meine beiden Null-Schiebereien jetzt einem Kreis schalten könnten, kommen wir dann vielleicht sogar bei gekrümmten Raum an. Null und endlich in einem Zahlenband angesiedelt mit sich in verschiedenen Richtungen drehenden Nullen?

Vielleicht hilft ein philosophische Scherzfrage beim erörtern von NULL und UNENDLICH:  Die soll ein Witz sein, an dem Witz  schon Freundschaften zerbrochen sind. Der geht so:

Wie groß ist der Umfang der Insel England.
Die Antwort ist dann

UNENDLICH!
Mit der Begründung:
Man müsse bei jedem weiterem Vermessen des Umfanges nur den Maßstab verkleinern (also immer eine Null von links reinschieben) und der Umfang würde immer länger werden.

Dankt mal drüber nach. Aber denkt an mine Warnung, wenn Ihr den Witz Eurer oder Eurem Liebsten erzählt:

Aber zurück zum Dezimalsystem. Das mag für den Menschen geeignet sein; vermutlich weil er 10 Finger hat. Aber für elektrische Maschinen taugt er nicht! So rechnen wir mit zehn Ziffern
{Null, Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf, Sechs, Sieben, Acht, Neun}
Wobei die Null vielleicht besser als „Keins“ oder „Nichts“ bezeichnet worden wäre.

Man schreibt Konrad Zuse die bahnbrechende Erkenntnis zu, dass „elektrische Rechenmaschinen nur auf der Basis von binären Zuständen arbeiten können“. Sie verwenden binäre Zahlensystem mit nur 2 Ziffern:
{Null, Eins}.
So wurde im 20. Jahrhundert binäre Zahlensystem und das BIT geboren. Man kann jede Zahl in einem binären wie dezimalen und x-beliebigen beschreiben. In der Mathematik nennt man das einen bijektiven Homomorphismus , der zwischen all den verschiedenen Notationen gültig ist.

Ich persönlich musste mich in meinem Programmierleben neben digital und dezimal auch noch mit dem oktalem und sedezimalen (auch hexasedezimal genannten) System auseinandersetzen:

Im oktalen rechnen wir mit 8 Ziffern:
{Null, Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf, Sechs, Sieben, Acht, Neun}

Im sedezimalen rechnen wir mit 16 Ziffern und ergänzen die 10 Ziffern und 5 Buchstaben:
{Null, Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf, Sechs, Sieben, Acht, Neun, A, B, C, D, E, F}

Das lag daran, dass Zahlenfolgen wie folgende für uns Menschen schwer zu lösen sind. Man hat also je nach Hardware Worte mit fester Wortlänge gebildet. Die war sechs oder acht. Die Halbworte wurden Bytes (so hatten diese 3 oder 4 Stellen. Hier im Beispiel an einem „Kette“ (String) von 24 Bits :

100010101100011110101111
(24 Bits in unstrukturierter binärer Anwendung)acht

100 010 101 100 011 110 101 111
(Dieselben 24  Bit für bessere Lesbarkeit in Dreierbytes notiert)

1000 1010 1100 0111 1010 1111
(Dieselben 24  Bit in Viererbytes aufgeschrieben)

42 54 36 57
(Dieselben 24 Bit für bessere Lesbarkeit oktal notiert)

8A C7 AF
(Dieselben 24 Bit sedezimal notiert)

Übungsaufgabe:
Jetzt rechnet mal aus, welchen Wert die 24 Bit in dezimale Schreibweise beschreiben.

Tipp:
Es muss immer derselbe Wert herauskommen.

TI Programmer im Hexadezimal-Modus (erkennbar an den beiden Strichen links im Display) und der Zahl ABCDEF in der Anzeige

Ein kleiner Seitenhieb auf meinen ehemaligen Arbeitgeber Siemens sei mir hier erlaubt. Ich habe in meinem Labor bei WS ST DF 131 an Transdata Rechnern mit einem 6-Bit-Wort-Rechenwerk und an Mainframes (BS1000, BS2000) mit einem 8-Bit-Rechenwerk gearbeitet.

D.h. die Speicherabzüge (Dumps) kamen als oktale oder sedezimale Ausgedrucke. Das Umrechnen der Zahlenwerte zwischen binär, oktal, dezimal und sedezimal war mühsam und zeitaufwändig.

Aber da gab es ein kleines elektronisches Helferlein von Texas Instrument für Programmieren, den TI Programmer. Diese Wundermaschine kostete zirka 650 DM und fraß ganz schön viel teuere Batterien (Akkus hatten damals noch nicht die Kraft). Das war ein Drittel meines Gehalts. Da die Siemens AG ihren Programmieren dieses Gerät nicht als Arbeitswerkzeug zur Verfügung stellte und uns dafür mit Druckbleistiften ausstattete, habe ich ihn mir privat gekauft und wurde so gerade beim Dump-Lesen und Fehlersuchen wesentlich produktiver.

Meine damalige Lebensgefährtin und heutige Ehefrau, die Barbara, fand das sicher nicht so toll. Und war mir wohl auch deshalb nicht böse, wie ich ein paar Monate meinen sichern Arbeitsplatz bei Siemens inklusive den zum Teil schon erworbenen Anspruch auf Betriebsrente aufgab. So hat doch wieder alles sein Gutes.

Aber noch ein bisschen „Geschichte des Programmierens“. Algorithmen wurden früher von mechanischen Konstruktionen abgearbeitet. Da der „algorithmische“ Hardware war, die sich nicht verändern konnten, waren diese Automaten immer auf spezifizierte Aufgaben beschränkt.

Auch bei den Programmen, die auf“elektrischen Maschinen“ galt lange die strenge Regel, dass der Programm und Daten streng getrennt werden müssen und um alles in der Welt vermieden werden müsse, dass das Programm verändert. Erst als mutige junge Programmierer zum Ende der 1950iger es wagten, bei Bedarf Teile des Programm zu überschreiben, „öffnete sich die Büchse der Pandora und der universelle Rechner wurde möglich“.

So hat es der leider schon verstorbene Professor F.L .Bauer, bei dem ich 1969 die erste Vorlesung Informatik an der TUM gehört habe, bei seinen Führungen für mich und meine Freunde im Deutschen Museum formuliert.

Zusammengefasst muss man wissen, dass ein jedes Programm letzten Endes nur eine großes Bitmuster ist. Theoretisch also nur eine Zahl. Das in einer Programmiersprache kompliziert beschrieben wird. Das bedeutet in letzter Konsequenz, dass viele Zeilen komplizierten Quellcode mit dem dahinter stehenden noch komplizierteren Überlegungen nur einem einzigen Zweck dienen – eine Zahl zu definieren.

In der Zeit, in der wir HIT/CLOU mit einem Aufwand von „Mann/Frau-Jahrhunderten“ entwickelt haben, haben meine Kollegen oft gescherzt. Wie schön wäre es, wenn man einen Zufallsgenerator hätte, der alle Zahlen generieren könnte und ein System, dass ausprobiert, welche Zahl das perfekte und fehlerfreie Textsystem realisieren würde.

Das ist natürlich unmöglich. Wobei die bitcoin-Leute mit ihrer blockchain ähnlich vorgehen. Sie erstellen den „proof of work“ der der „Versiegelung der Blöcke“ dient, in dem sie Schlüssel, die besonderen Kriterien genügen müssen, würfeln (per Zufall generieren) und austesten, ob einer der Schlüssel zufälliger weise passt. Es dauert natürlich oft sehr lange, bis man mit diesem „Algorithmus“ einen passenden Schlüssel findet. Das Ganze nennen sie „mining“ und verbrauchen dafür den vielen Strom.

Unser Programm, dass große Bitmuster, muss leben und sich im Betrieb dynamisch verändern können, um seinen Zweck zu erfüllen. Das ist auch der Grund, warum es eine hundertprozentige Datensicherheit nicht geben kann. Vielleicht ist das sogar gut so, den IT hat den Zweck, Wissen zu teilen und für Transparenz zu sorgen. Und nicht Wissensmauern auf zubauen.

So geht DSGVO in die völlig falsche Richtung. Sie erhöht die Aufwände und bremst technologische Entwicklungen.

Heute ist die IT zum Büttel der Überwacher und „Geheimhalter“ geworden. Die DGSVO macht die Geheimhaltung zum Gesetz und bestraft Verstöße mehrfach strenger als Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz.

Sie schützt uns aber nicht vor der Überwachung durch staatliche Instanzen. Im Gegenteil die sind bei uns mittlerweile verpflichtend. Auf meiner Südamerika-Reise kurz vor Weihnachten habe ich gelernt, wie schnell eine Demokratie abrutschen kann. Und das uns das nicht mehr passieren kann, beruht auf Nichtwissen und dummer Arroganz.

Das Internet ist das wertvollste Werkzeug der Menschheit. Wenn unsere Probleme überhaupt noch lösbar sind – auf Grund meines Erlebten, Erfahrenen und Erlernten bin ich da sehr skeptisch – dann wird uns das nur mit klugem Einsatz aller unserer Möglichkeiten gelingen.

Das zynische Moment beim Datenschutz ist, dass wir halbwegs sichere technische Systeme nur mit konsequenter Transparenz erreichen können, also mit konsequenter Offenlegung aller Quellen, die ja unser Wissen beschreiben (Open Source). Wenn wir aber die Sourcen geheim halten (weil wir den Eigentumsbegriff über persönliche Dinge, Güter der Allmende auf das „geistige“ und Daten ausweiten) dann

Wir aber diskutieren die falschen Themen und implementieren diese in unserer Gesetzen. Und fordern Dinge ein, die gar nicht machbar sind. Dabei behindern wir uns und schwächen uns selber. Es ist wie mit der Schwerkraft. Steine fallen auf unserem Planeten halt von oben nach unten. Das ist halt so. Ein Gesetz zu machen, dass Steine ab jetzt nach oben fallen sollen ist sinnlos.

Wir sollten uns lieber überlegen, wie wir die Demokratie mit Hilfe der Digitalisierung erneuern. Kultur braucht Kommunikation, sozialer Konsens entsteht durch Dialog. Auch die Entwicklung von sozial verantworteten Werten fällt eben nicht vom Himmel.

Werte müssen sich weiterentwickeln. Sie brauchen eine Dynamik. Der Mensch als Krönung der Schöpfung war einmal. Heute könnte es der Respekt vor dem Leben sein – nicht nur des Menschen. Die Welt ist global geworden. Wir können sie – auch aufgrund des technischen Fortschritts – nicht mehr „entglobalisieren“. Und ich glaube, wir wollen das auch gar nicht mehr.

Um eine globale Kultur zu schaffen, braucht es Kommunikation. In einer globalen Welt müssen wir dazu die Zeit-/Raumschwelle überwinden und damit umgehen können, dass wir viel mehr geworden sind.

Eine mittelalterliche Stadt hatte ein paar Tausend Menschen. In der globalen Welt leben Milliarden, allein im kleinen Deutschland zig Millionen und in der im globalen Maßstab eher überschaubaren  Metropolregion München Millionen Menschen.

Das Internet war der Beginn einer Implementierung eines Systems, das lokale und globale Kommunikation ermöglichte. Es kann die gemeinsame Wertebildung, den Finden eines sozialen Konsens und die demokratische Willensbildung reformieren. Dazu bräuchten wir Systeme, die eine sittlich und kollektiv verantwortete Güterabwägung auf Basis crowd-basierter gesellschaftlicher Emergenz unterstützen. So müssen wir es in Freiheit entwickeln und dürfen es nicht kaputt machen.

Vielleicht könnten wir so die Politik endlich „entlobbisieren“, damit die Kriege reduzieren und die Voraussetzungen für eine gemeinsame vernünftige Entscheidungsfindung schaffen!

Am Tag vor Heiligabend war ich auf einem gemeinsamen Werbestand von Den Piraten und Die Partei. Da bin ich fast zwei Stunden hängen geblieben. Die haben meine Vision verstanden. Waren aber alles Typen die auch gemeinsam im neuen Jahr zum CCC fahren. Wie schaffe ich es, dass mich andere Gruppen auch verstehen.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 19. Dezember 2019

Wieder am richtigen (?) Pol.

Vom 28. November – 16. Dezember 2019 war ich auf „Südamerika-Expedition“. Die Reise wurde als Expedition Chilenische Fjorde tituliert und als „Unerschöpfliche Quelle der Vielfalt“ angekündigt. Die Reise war ein Superlativ, es wurde nicht zuviel versprochen.

Abschied von der Inspiration in Ushuwaia.

So war ich gut zwei Wochen auf der MS Hanseatic Inspiration, die auf ihrer ersten Fahrt von Hamburg in die Antarktis war. Die Inspiration ist das nagelneue Schwesterschiff der Hanseatic Nature, beide sind für Hapag-Lloyd unterwegs. Gemeinsam mit zirka 140 weiteren Gäste waren wir an Bord, dort haben 168 dienstbare Geister für uns gesorgt. Los ging es in Lima, das Schiff verlassen haben wir im wir im windigen und kalten Ushuwaia.

Eigentlich zieht es mich, wenn in Deutschland Winter ist, eher in warme Gefilde. Das ist die Westküste Südamerikas eher nicht, spätestens auf der Höhe von Valparaíso wird es (angenehm) kühl. Die Reise wollte ich aber unbedingt machen, da ich in noch nie in Peru und Chile war. Gerade der „ring of fire“, den ich schon in vielen Teilen der Welt gesehen habe, hat mein besonderes Interesse.

Weiter interessiert mich die bewegte Geschichte von Ländern wie Peru, Chile und Argentinien ganz besonders. Diese Länder sind ja nach der disruptiven Ausrottung der indigenen Völker in den Regionen westlich der Anden neu entstanden. Genauso spannend und zum Teil immer noch nicht erforscht gibt es ja in dieser Gegend schon seit 3.000 Jahren Menschen, die ganz eigenständige Hochkulturen entwickelt haben, die kamen und gingen.

Auch die besondere Botanik und Tierwelt in Peru und Chile, Patagonien und Feuerland machen die Reise wertvoll. Natürlich kann man berechtigterweise diskutieren, ob das alles den Aufwand und die enorme Vergrößerung des eigenen Kohlendioxid-Fußabdruckes  rechtfertigt.

Auf der Anreise hatten wir einen schönen Tag in Lima, auf dem Rückweg haben wir in Buenos Aires übernachtet und die besondere Atmosphäre dieser Stadt genossen.

Torres del Paine – das Weltwunder der blauen Türme.

Da es bei den schönen Expeditionsreisen mit Hanseatic-Schiffen in der Regel ein perfektes „offizielles Logbuch“ zur Reise gibt (viel Spaß beim Lesen), habe ich verzichtet, selber ein Tagebuch zu führen. Deshalb gab es seit dem 28. November auch keine Artikel von mir in IF-Blog.

Trotzdem werde ich in IF-Blog ein wenig von der Reise berichten. Und da ich seit gestern wieder weg vom Südpol und zu Hause nahe am Nordpol bin, fange ich heute damit an. Ähnlich wie ich es zu unserer Transib-Reise im Sommer 2019 gemacht habe, werde ich ein paar der Dinge berichten, die mich besonders berührt haben.

Da gibt es einiges an besonderen Eindrücken:

  • Die besondere politische Geschichte der wunderbaren Länder, die ich besucht habe: Peru, Chile und Argentinien wie ihre aktuelle Situation.
  • Die Geschichte der Kulturen und Staaten Südamerikas bis zu den Inkas.
  • Ihre disruptiven Zerstörung inklusive organisierten Völkermords durch die christlichen spanischen Entdecker.
  • Die Folgen der Entdeckung der Neuen auch für die Alte Welt.
  • Die landschaftliche Schönheit der Anden, Patagoniens und des Feuerlandes mit viel Abwechslung (Meereskanäle und Gletscher, Bergwelt und Flachland, Wüste und Regenwald.
  • Die besondere Botanik, Geologie, Petrologie sowie Flora und Tierwelt Südamerikas.
  • Die Erinnerung an die Fragilität der Erde durch die Konfrontation mit den vielen Vulkanen des „ring of fire“.
  • Herausragend waren hier der allfällige Katastrophenschutz gegen Erdbeben und Tsunamis.
  • Anzeichen der Klimakatastrophe an Gletschern und die Zerstörung der Natur.

Aber auch andere Gedanken haben mich beschäftigt:

  • Ist so ein neues Schiff wie die Hanseatic Inspiration eigentlich schon ein „digitales Schiff“? JA/NEIN?
  • Warum sitze ich auf der Rückreise am 16. Dezember 2019 in einer Boing 737 MAX der Aerolinas Argentinas und lese in der Süddeutschen, dass es für diesen Flugzeugtyp ein weltweites Flugverbot gibt?
  • Wieso sind die Städte in Peru und Chile, ob klein oder groß, so sauber, zumindest im Verhältnis deutscher Städte und Kommunen?
  • Wie funktioniert das kaufmännisch, wenn 160 Menschen für 140 Gäste arbeiten.
  • Wie können Menschen mit so geringen Gehältern in Ländern leben, wenn die Lebenkosten genauso hoch wie bei uns sind?
  • Wieso machen die 160 Mitarbeiter aus vielen verschiedenen Nationen an Bord einen so guten Job und haben ein hervorragendes Betriebsklima, obwohl es keine deutsche „Arbeitsgesetzgebung gibt“?
  • Kann es sein, dass die gelebte Eigenverantwortlichkeit ein Grund dafür ist?
  • Wie so hat ausgerechnet diese Specis, zu der wir gehören, einen so völlig unzutreffenden Namen (Homo sapiens)?

Zu all diesen Punkten gibt es viel zu erzählen. Einiges davon werde ich in IF-Blog.de für mich notieren und gerne teilen.

Patagonien!

🙂 Ich könnte auch noch berichten, dass die Barbara am vorletzten Abend mir beim farewell dinner erklärte , dass sie an der Verlosung der für die Reise genutzten und von der Crew bebilderten Seekarte
teilnehmen wolle, dafür 50 € in Lose investiert hätte und diese gewinnen werde. Auf meine Frage, was sie dann mit der gewonnen Seekarte zu machen gedenke, sagte sie, dass sie diese dann gleich durch den Kapitan versteigern lassen würde und den Erlös demselben Zwecke zu führen würde, für den auch die Einnahmen aus dem Losverkauf bestimmt waren.

Nach dem schönen Abendessen ging es dann zur Abschiedsparty. Wie immer sang der Bord-Chor die alten Seemannslieder. Dann kam die Verlosung. Der Erlös aus den Losen betrug knapp 1.500 €. Das Los mit der Nummer 4 gewann, und natürlich war es in Bararas kleiner Sammlung.

Die Barbara nahm die Seekarte entgegen, freute sich über den Gewinn und gab sie dem Kapitän zurück mit der Bitte, sie zu versteigern. Die anschließende Auktion hat allen viel Spaß gemacht, der erlöste Preis waren 5.000 € und die Barbara war die Heldin des Abends. Das war auch ein wunderbares Erlebnis.

RMD