Roland Dürre
Freitag, der 3. September 2010

Nochmal Multikulti

Vor kurzem habe ich zynisch die exotische Farbenpracht der deutschen Fahne als neues Symbol nicht mehr für einen vergangenen Nationalstaat sondern für ein neues Multikulti-Deutschland vorgeschlagen.

Detlev hat mir widersprochen und auf die Gefahren einer falschen “Multi-Kulti-Romantik” aufmerksam gemacht.

Deshalb versuche ich die in meinem Artikel versteckten Gedanken einfach mal ganz linear aufzulisten.

Ich glaube

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Roland Dürre
Donnerstag, der 2. September 2010

Strandläufer

Am Strand vor mir ist nicht mehr viel los. Die Griechen haben ihr Sommerexil am Meer aufgegeben, nur noch wenige Menschen genießen die immer noch heiße Spätsommersonne der lakonischen Bucht.

Hier ist alles wie vor 10 Jahren. Das macht einen Teil des besonderen Reizes des Ortes aus. Etwas ist in diesem Jahr aber trotzdem anders: Regelmäßig laufen afrikanische Verkäufer über den Strand. Es ist ein wenig Kenia in Griechenland.

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Hier meine Tweets der letzten Woche zum Thema

Bloggen und Twitter, Weisheiten und Regeln:

100826 Da ist Hopf und Malz verloren – gibt es auch beim Twittern und Bloggen. #Twitter #Bloggen

100827 Daheim bin ich König – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen

100828 Das Amt lehrt den Mann – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen

100829 Das Bessere ist ein Feind des Guten – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen

100830 Das beste Deutsch ist, das von Herzen geht – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen

100831 Das Böse glaubt man gern – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen

100901 Das Halbe ist oft besser als das Ganze – gilt auch für twittern und bloggen. #Twitter #Bloggen

Jeden Tag kommt ein neuer Tweet dazu. Siehe unter Twitter und “follow” RolandDuerre!

Viel Spaß beim Folgen!

RMD

P.S.
Es gibt übrigens auch Twitpic. Da stelle ich zurzeit immer wieder Bilder von Mani (Peloponnes, Griechenland) ein.

Roland Dürre
Mittwoch, der 1. September 2010

Kriterien fürs Zelten

Ich zelte gerne. Kann mir auch vorstellen, unter nicht immer so schönen Voraussetzungen wie hier im Zelt zu leben. Habe ich auch 18 Monate (unfreiwillig) gemacht.

Da waren wir in allen Jahreszeiten regelmäßig mit dem Zelt im Gelände unterwegs. In Deutschland!

Wenn ich aber jetzt wie im Urlaub zelte, dann bin ich ein Genuss-Zeltler.

Und dann müssen folgende Kriterien gegeben sein:

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In der Süddeutschen vom 28./29 August 2010 unter ESSAY auf der Seite V2/3 lese ich einen Artikel von Norbert Bolz:

Jeder ist seines Clickes Schmied!
Warum uns mit der Privatheit in der Internet-Gesellschaft auch die bürgerliche Freiheit abhanden kommt.

Auf so etwas stürze ich mich natürlich und lese diesen Artikel. Allein schon das schöne Wortspiel mit “seines Glückes Schmied”.

Und bin entsetzt. Ich finde nur intellektuelles Geblödel. Nach der Lektüre des Artikels weiß ich noch weniger als vorher, was denn Privatheit ist (in Wikipedia steht der Begriff übrigens auch nicht, man findet ihn aber indirekt unter privat).

Im Artikel finde ich dagegen Schlüsse, wie dass der Verlust der Privatheit die bürgerliche Freiheit bedroht oder dass Ein Angriff auf den Geheimniszustand stattfindet, der wiederum für die bürgerliche Privatsphäre wesentlich wäre. Oder dass Aus Bürokratie Software wird, die unser Verhalten kontrolliert.

Auch fehlen die so oft gehörten und kritischen Aussagen zum Neuromarketing nicht, wie Amazon es betreiben würde.
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Wieder so ein paar Gedanken, wie sie mir im Urlaub durch den Kopf gehen …

Die Vereinten Nationen werfen den großen Konzernen der Welt beim Umweltschutz schwere Versäumnisse vor. „Das natürliche Kapital der Welt wird im großen Stil vernichtet“, warnte UN-Umweltchef Achim Steiner im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Die Vereinten Nationen beziffern die Umweltschäden, die allein die 3000 größten Unternehmen der Welt durch den Missbrauch natürlicher Ressourcen, durch Verschmutzung von Luft oder Gewässern sowie das Aussterben von Arten verantworten, dem Bericht zufolge auf 1,7 Billionen Euro (Quelle SZ)

Zwar finde ich es absurd, solche Schäden in Geld zu rechnen. Währungen sind virtuell und volatil. Die Zahl müsste ja ganz von allein jeden Tag höher werden, aus Gründen der Inflation wie auch aufgrund der permanenten Fortsetzung der Zerstörung.

Aber zumindest ist so eine Zahl mal eine Basis. Der Artikel vom Juli 2010 hat mich angeregt, ein wenig herum zu rechnen, was uns da pro Kopf so treffen könnte.

Denn die Unternehmen schädigen die Umwelt ja nicht aus Selbstzweck oder purer Lust und Laune, sondern in unserem Auftrag. Wir erwarten, dass sie uns möglichst preiswert mit Produkten und Dienstleistungen versorgen. Das die Konzerne dabei ihren Profit maximieren, muss man ihnen in dem von uns verantworteten System zugestehen. Und von diesem Profit profitieren letzten Endes auch wieder wir als Shareholder.

Die wahren Profiteure sind also nicht die Konzerne, sondern wir. Über den Schaden schimpfen wir zwar, nehmen ihn aber zumindest billigend in Kauf.

Aber jetzt zur Rechnung:

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Roland Dürre
Montag, der 30. August 2010

Müll

Seit einer Woche fast zelte ich jetzt in Griechenland. Und es ist verblüffend, wie nett die Menschen sind und wie gesund das Essen hier schmeckt. Überall ist gute Laune und alles ist vom Feinsten.

Kann natürlich sein, dass ich deshalb die Sonnenseite von Griechenland erlebe, weil ich weit weg vom zentralen Athen/Piräus bin. Wir sind 15 km südlich von Gythio.

Gythio war der Hafen Spartas und ist die lokale Metropole, hat aber auch nur knapp 5.000 Einwohner. Die nächste größere “Stadt” dürfte Sparta sein, das aber mit seinen weniger als 15.000 (Stadt) bzw. 20.000 (Landkreis) Einwohnern nach unseren Maßstäben auch in  die Rubrik “Kleinstadt”fällt. Sowohl Ottobrunn wie Unterhaching haben zum Beispiel mehr Einwohner.

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Heute Nacht im Zelt wurde ich neun mal geweckt. Zwischen 3 und 4 in der früh. Durch eine Reihe von SMS, die mich eigentlich am Samstag Nachmittag hätten erreichen sollen. Und das ging so:

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Es muss nicht immer so weiter gehen!

Jetzt dürfte es schon daheim in meinem Briefkasten liegen, das brand eins vom September. Ich bin aber in Griechenland – und diesmal bringt es mir niemand. Dabei hätte ich doch hier so schön Zeit zum Lesen.

Das kleine Gythio, Endpunkt der in Malmö beginnenden Europastraße 65 mit 7.000 Einwohner und einem internationalen Hafen, in dem Yachten aus vielen Ländern anlegen, hat einen gut sortierten Zeitungsladen. Da gibt es auch viele deutschsprachige Zeitungen wie die Süddeutsche, die Frankfurter – für Liebhaber auch die Züricher – und Magazine wie den Spiegel oder den Stern.

Aber kein brand eins. Deshalb kann ich auch keine Rezension schreiben.

So nutze ich ein Gut, dass immer schon wichtig war … mehr »

Urlaub ist gleich Lesen. Nach dem “Pinguin-Prinzip” (Kotter) und den “”Die kreativen Zerstörern der deutschen Wirtschaft” bin ich jetzt bei der “Trilogie des laufenden Schwachsinns” gelandet. Geschrieben wohl Ende der Sechziger wurde es zum Kultbuch der Siebziger.

Das ist ein dickes und schweres Taschenbuch aus dem damaligen Kultverlag 2001, dass drei Bände umfasst: “Die Vollidioten”,  “Geht in Ordnung – sowieso — genau —” und “Die Mätresse des Bischofs”. Und dann noch die “Erläuterungen zur Roman-Trilogie”.

Das Buch ist gar nicht so einfach zu lesen. Aber es macht ungeheuren Spaß. mehr »