Roland Dürre
Sonntag, der 13. August 2017

Mein erstes „Coming Out“

Heute als „Wort zum Sonntag“!

Es wird wirklich Zeit, Muster und Tabus zu brechen. So beginne ich jetzt damit. Auch im IF-Blog. Zuerst Mal im Kleinen und ganz sanft … Aber es kann ja noch werden.

Zu meiner Vorstellung: Ich bin ein männliches Säugetier. Von der Art „Mensch“. Menschen sind Nachkommen der Menschenartigen, die sich mal aus irgendwelchen Affen entwickelt haben. Die man – für mich unverständlicher Weise – im Gegensatz zu den so klugen und schönen Elefanten, Rindern oder Schweinen auch als „Primaten“ bezeichnet.

Männliche Säugetiere haben ein Geschlechtsteil. So auch ich. Ein männliches Geschlechtsteil hat viele Nachteile. Einer der vielleicht sogar harmloseren ist das Ewige „Wohin damit?“.

Selfie unter schwierigen Bedingungen – aber garantiert ohne Unterhose!

So hat „homo sapiens“ die Unterhose erfunden. Und die Unterwäsche-Industrie gegründet, die jetzt mit Unterhosen richtig gut Kohle verdient. Bekleidung wurde zu einer moralischen Sache („das gehört sich so“ oder „so geht das nicht“). So entstand unter anderem die Moral, die besagt, dass man (besonders Mann) ohne Unterhose nicht herum laufen darf.

Nur – Unterhosen engen ein. Allerdings engen Hosen noch mehr ein. Und dann kann es ohne Unterhose auch mal weh tun. Man denke nur an die Lederhose. Mit Unterhose kann es übrigens auch ab und zu weh tun.

Für die männlichen Menschen entstand eine besondere Unterhosen-Tragepflicht. Frauen trugen Röcke. Bei den Damen war „ohne Unterhose“ schon eher möglich. Bei ihnen ging das als erotische Frechheit durch, was bei den Herren undenkbar war.

So habe ich mindestens 50 Jahre brav meine Unterhose getragen und wenn möglich täglich gewechselt.

Vor vielleicht zehn Jahren habe ich in Indien das Ganzkörperkleid für Männer entdeckt. Könnte sein, dass man es Kaftan nennt. Davon habe ich mir zwei erworben (einen grünen und einen blauen) und diese gerne besonders im Sommer an Stelle des Bademantels genutzt. Und schnell verstanden, dass man unter so einem Kaftan keine Unterhose tragen muss. Und habe plötzlich ein völlig neues Wohlgefühl erlebt. Jetzt ist alles so frei – und zentriert.

Hans Söllner beim Sinnflut-Festival in Erding, 2004, hier noch mit Hose.
(dkeppner@freenet.de)
GNU Free Documentation License, aus Wikipedia

Da ich feige bin, gehe ich mit meinem Kaftan nur ganz selten ohne Unterhose in die Öffentlichkeit. Auch weil ich naiver Weise dachte, dass ich der einzige Mann bin, der gerne ohne Unterhose rumläuft.

So wie wir Männer halt sind. Weil wir immer denken, wir wären der Mittelpunkt dieser Welt und kämen nur als einzigster auf die guten Ideen. Aber dem ist nicht so.

Denn dann kam das Bayern-Sound-Festival, bei dem ich dabei sein durfte. Und da spielte der Söllner Hans. Er trat im Rock auf. Und betonte, dass er „garantiert unterhosenfrei“ sei.

Der Hans hatte noch weitere gute Argumente für den Rock ohne Unterhose. Er meinte, dass er es denen einfacher machen möchte, die ihn nur noch „am Arsch lecken“ könnten. Und dass diese rapide immer mehr werden würden.

Mir geht es ähnlich: Auch bei mir werden die, die „mich am Arsch lecken können“ immer mehr. Besonders dann, wenn sie vergessen, dass sie auch nur Säugetiere und nicht als Systemagenten geboren worden sind. Und sich dann auch noch so richtig „aufmanteln“ und selber als ganz tolle Helden empfinden. Dann können sie mich wirklich …

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 10. August 2017

Digitalisierung – Expertengespräch bei InterFace.

Oft hilft der Zufall. Man muss nur die Voraussetzungen schaffen. So geht es immer wieder im Leben. Hier die Geschichte, wie der „IF-Expertentalk” zum Thema „Digitale Transformation“ bei der InterFace AG am 14. Juli 2017 zustande kam.

Dazu muss man wissen, dass mein lieber  IT-Kollege und „Schafkopf-Freund“ Lothar ein langjähriges Mitglied der SPD ist und über viele Jahre der Vorsitzende des Vorstands des SPD-Ortsverein Neubiberg war. In dieser Funktion hatte er mich vor ein paar Jahren eingeladen, einen Vortrag über „Neue Wirtschaft“ (oder so ähnlich) für seine Genossen bei einer SPD-Veranstaltung zu halten.

Das habe ich gerne gemacht, bin ich doch viel unterwegs und versuche die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass Fortschritt zwar wichtig ist, aber man sehr verantwortlich mit diesem umgehen müsse. Um das zu belegen zitiere ich häufig den großen Bertrand Russell:

Jeder Zuwachs an Technik bedingt, wenn damit ein Zuwachs und nicht eine Schmälerung des menschlichen Glücks verbunden sein soll, einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit.

Ein Zitat, dass uns alle ein wenig achtsamer und kritisch nachdenklicher machen sollte.


So berichtete mir Lothar beim Karten spielen, dass Thorsten Schäfer-Gümbel (der stellvertretende SPD-Vorsitzende) am Freitag den 14. Juli im Landkreis wäre und zwischen 16:00 und 17:45 der Gast der Landkreis-SPD wäre. Der Gast würde sich „eine Veranstaltung in oder in der Nähe von Unterhaching“ wünschen, dies mit wenig organisatorischen Aufwand.

Und der neue SPD-Vorstand des Ortsvereins wolle für Thorsten Schäfer-Gümbel gerne die Besichtigung eines modernen Betriebes in Unterhaching organisieren, gerne mit einem Bezug zur „Digitalisierung“. Dabei würde er (wegen meines Vortrages vor Jahren bei der SPD) an mich und die Interface AG denken.

Ich habe mich ja aus dem operativen Geschäft der InterFace AG zurückgezogen und versuche als „freundlicher Aufsichtsrat“ das Unternehmen weiter zu begleiten und zu unterstützen. So habe ich den Besuch einer Delegation der SPD im „Headquarter der InterFace AG in Unterhaching natürlich sehr gerne ermöglicht. Auch weil so etwas ein Teil der gesellschaftlichen Verantwortung eines Unternehmens ist.

Und wie es der Zufall so wollte war genau an diesem 14. Juli von 15:00 und 18:00 die quartalsmäßige Sitzung des Aufsichtsrates der InterFace AG geplant. Das heißt an diesem Tage waren meine beiden geschätzten Kolleg*Innen im Aufsichtsrat Dr. Professor Kathrin Möslein (stellvertretende Vorsitzende) und Manfred Broy (Vorsitzender) im Hause.

Und wer könnte besser etwas zur Digitalisierung in Bayern und Deutschland sagen als Manfred Broy, nicht nur weil er der Gründer des Zentrum-Digitalisierung.Bayern (ZD.B)ist. So war es naheliegend, den Vorsitzenden unseres Aufsichtsrates zu bitten, die Aufsichtsratssitzung für die Dauer des Besuchs der SPD-Delegation zu unterbrechen und an einem Expertentalk „Digitalisierung“ mit Bela Bach und Herrn Schäfer-Gümbel teil zunehmen.

Nach dem Expertentalk haben wir dann die Aufsichtsratssitzung wieder aufgenommen und unsere Besucher haben das IF-Lab besucht. Das Video, in dem diese ihren Eindruck vom Besuch wiedergeben, hat mich dann auch sehr beeindruckt; wenn möglich werde ich zeitnah die Eindrücke unserer Gäste dann hier auch veröffentlichen bzw. auf das Interview verlinken.

Hier aber schon mal das Video zum „IF-Expertentalk” zum Thema „Digitale Transformation“ in voller Länge, der am 14. Juli 2017 in Unterhaching bei der InterFace AG statt fand. Dabei waren die Bundestagskandidatin der SPD im Wahlkreis München Land, Bela Bach, der SPD Bundes-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel, Prof. Dr. Dr. hc Manfred Broy (Gründungspräsident des Zentrums Digitalisierung.Bayern) und Paul Schuster, Vorstandssprecher der InterFace AG. Der Experten-Talk wurde übrigen ganz großartig moderiert von Bela Bach, die mir gesagt hat, dass sie so etwas noch nie gemacht hätte!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 9. August 2017

Vielfalt – Beitrag zur Blogparade des PM-Camp Berlin 2017

Gemalt von Christian und Daniel auf dem letzten PM Camp in Dornbirn. (©Visual-Braindump 2016)

Als einer der Mitstarter der PM-Camp-Bewegung verfolge ich die Entwicklung und Ereignisse rund um das PM-Camp auch nach dem Ende des Ur-PM-Camps in Dornbirn weiterhin. Obwohl mir das Thema „Projekt Management“ nicht mehr am Herzen legt.

Ich gehe davon aus, dass es in ein paar Jahren den Zertifikaten zum Projekt Management genauso ergehen wird wie dem Führerschein:
🙂 Weise Menschen werden beides zu ihrem Glück nicht mehr brauchen.

Beim PM-Camp Berlin war ich immer ganz besonders gerne und oft dabei. Das nächste findet vom 7. bis 9. September 2017 statt. Ich mag Berlin als Stadt der VIELFALT, so wie ich das Orga-Team dort ganz besonders  mag und schätze. Und wenn Heiko zur Blogparade
„VIELFALT – in Projekten und darüber hinaus …“
auf ruft bin ich natürlich sofort dabei.

Zur Inspiration habe ich den Beitrag zur „VIELFALT“ von Dr. Eberhard Huber heute morgen ganz schnell gelesen (Eberhard hat gemeinsam mit Dr. Jens Hoffmann, Dr. Marcus Rainer, Dr. Stefan Hagen und meiner Wenigkeit den PM-Camp-Gedanken formuliert und gemeinsam mit weiteren Frauen und Männern vorangetrieben).

PM Camp Berlin 2017 und die Vielfalt


Begriffe: BLAU und ROT sind wie KOMPLEX und KOMPLIZIERT nur als Methapher erträglich.


Das Denken und Diskutieren in „BLAU“ und „ROT“ mag hilfreich sein, wenn diese Begriffe als Metapher akzeptiert werden. Aber auch wirklich nur dann. Die intellektuellen Definitionen und das wissenschaftliche Getue sind mir wie die scheinbar so rationalen Debatten in Social Media ein Graus.

Gleiches gilt für den Disput um die spannende aber völlig sinnlose Frage, was eigentlich der Unterschied zwischen „KOMPLEX“ und „KOMPLIZIERT“ ist?! Da will MENSCH wieder etwas lösen, was eben nicht lösbar ist.

Roland Dürre
Samstag, der 5. August 2017

Über Theater, Staat und Kirche …

Am Donnerstag, den 3. August war im Torturmtheater zu Sommerhausen Premiere. Aktuell wird ein Stück von Philipp Löhle gespielt mit dem Titel „Der Wind macht das Fähnchen“.

Vier SchauspielerInnen spielen diesmal auf der kleinen Bühne des Torturmtheaters. Es sind Judith Riehl, Nadia Schwienbacher, Christian Buse und David Lindermeier. Bei der Premiere dabei waren auch Oliver Zimmer als Regisseur und natürlich die großartige Angelika Relin, ohne die es das alles nicht geben würde.


Zu Gast im Torturmtheater in Sommerhausen.


Und Barbara und ich durften bei der Premiere dabei sein! Und haben eine besondere Aufführung sehr genossen. Es war ein unwiederbringlicher Abend, über den ich mich einfach nur gefreut habe.

Ihr dürft das Stück auf keinen Fall versäumen. Es läuft (nur!) noch bis zum 30. September, also schon jetzt den Ausflug nach Sommerhausen planen! Hier die Ankündigung des Stücks.


„Das ist sie, mein ganzer Stolz“ – die Familie. Ein Experiment für Mutige?
Neunzehnhundertungerade, als die Welt noch in Ordnung war, beginnt diese Geschichte. Vater, Mutter, Sohn und Tochter lächeln im Zeitraffer in die Kamera für Schnappschüsse am Frühstückstisch oder im Italienurlaub. Doch das Kleinbürgeridyll ist trügerisch, denn sobald es schwierig wird gibt es keinen Zusammenhalt mehr, kein Einstehen für den anderen. Auch Familie ist von ökonomischen Hochs und Tiefs abhängig. Alles fällt auseinander wenn der Papa das Potential des neumodischen „Internetz“ falsch einschätzt und konsequent seine Stelle kündigt – und ausgerechnet diese Konsequenz gibt er dem Sohn im Augenblick der Wahrheit mit auf seinen Lebensweg. 
Auf Krise und Trennung folgen Wiedervereinigung und neue Familienporträts in scheinbarer Eintracht, doch die Idylle hat Risse bekommen, unkittbare.


Schon von dem letzten Stück „Eine Sommernacht“ war ich begeistert. Diesmal war es noch schöner – wenn das überhaupt möglich ist. Im Torturmtheater zu Sommerhausen gibt es immer großartiges Theater, „Das Fähnchen“ ist eine spannende Komödie mit viel Witz und Hintergedanken!


Es war ein wunderschöner Theaterabend.


Ein schöner Abschluss eines wunderbaren Tages, den wir auf dem Fahrrad verbracht hatten. Nach zirka hundert Kilometern schöner Radfahrt auf dem Weg von Klingenberg nach Sommerhausen entlang des Mains mit ein paar Abkürzungen durch sanfte Hügel kamen wir in Sommerhausen am späten Nachmittag an. So konnten wir uns noch frisch machen und ein wenig „relaxen“ und trafen dann ein halbes Stündchen vor Beginn der Aufführung im Torturmtheater ein.

Da genossen wir das immer wieder beeindruckende Theater-Foyer und freuten uns auf die Vorstellung. Nicht ganz unfreiwillig belauschte ich dabei eine Unterhaltung (lauschen war so gar nicht nötig) zwischen einem Herrn mittleren Alters (vielleicht so zwischen vierzig und fünfzig) und einem älteren Paar (eher zwischen sechzig und siebzig, wobei die Dame nichts sagte sondern nur ihren Ehemann strafend ansah). Also für mich „so ein kleines Privattheater vor dem richtigen Theater“!


Ein wenig Theater vor dem Theater.


Das bestand aus einem kleinem Streitgespräch, in dem der jüngere immer wieder lautstark seine Entrüstung über das Treiben der Kirche und deren besonderen Rechte, die wohl nicht mehr zeitgemäß wären Ausdruck gab. Der andere versuchte dann mit ein wenig leiserer Stimme die Kirche zu verteidigen.

Der jüngere kritisierte so die Kirchensteuer als Folge eines Konkordates, das wohl aus den 30iger Jahren des letzten Jahrhundert stamme und mit den Nazis ausgehandelt worden wäre. Die Tatsache, dass führende Manager der Kirche wie Kardinäle und Bischöfe auf der Gehaltsliste des Staates stehen würden, ärgere ihn.

Der andere wies dann darauf hin, dass die Kirche ja viel Soziales und Gutes tun würde und das diesen Preis wert wäre. Dann meinte der Ältere, dass die evangelische Kirche besser als die katholische wäre. Der Jüngere konterte sofort mit einem Beispiel, wie sich die evangelische Kirche ziemlich skrupellos an der Diakonie bereichern würde. Und so ging das weiter.

Schließlich beklagte der Jüngere die drei Stunden Religionsunterricht pro Woche, die die Kinder indoktrinieren würde. Der ältere verteidigte dies mit der Behauptung, dass die Schule ja eben nicht nur die Aufgabe hätte, Wissen zu vermitteln, sondern auch Werte. Das war nicht so das ganz hohe Niveau, lauter viel gehörte alte Argumente und nichts Neues. Also nicht so aufregend. Auch das mit dem Werte vermitteln nicht.

(Ist doch meinen Gedanken folgend auch die Aufgabe der Wissensvermittlung nicht zuletzt die Wertebildung. Aber in solche Gespräche mische ich mich schon lange nicht mehr ein.)

So dachte ich über meine  Erfahrungen mit der Kirche nach. Ich musste an meinen Lehrer und Freund Rupert Lay denken. Von ihm habe ich so viel gelernt, vor allem dass ich mich selber wertschätzen und ernst nehmen muss. Und ein autonomer Mensch bleiben soll, der sich nicht leichtfertig beeinflussen lässt.


Der Jesuit Rupert Lay.


Rupert Lebensziel war es, für die Ärmsten der Armen da zu sein. Das waren aber für ihn nicht nur Obdachlose und aus der Gesellschaft ausgestoßene Menschen. Gerade Top-Manager gehörten für ihn in diese Kategorie. Damit dürfte es auch seine Richtigkeit haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in keiner anderen Berufsgruppe (vielleicht Pfarrer ausgenommen) so viel Verrückte gibt wie bei den Vorständen der deutschen und internationalen Konzerne. Verzeihung, mit „Verrückte“ meine ich Menschen, die an massiven psychischen Erkrankungen und Störungen leiden.

Rupert Lay kümmerte sich vorzugsweise um die gesund gebliebenen Manager. Die „kranken“ wurden im Proseminar ausgesiebt, in die Fortgeschrittenen-Seminare ließ er sie nicht rein. Weil sie da wahrscheinlich nur gestört und nichts verstanden hätte.

Die wirklich teuren Teilnahmegebühren für die  Seminare des Rupert Lays gingen wie alle Honorare an seinen Orden, das waren die Jesuiten. Und weil Rupert Lay sein Wirken im Allgemeinen als Seelsorge darstellte, ging auch das Finanzamt leer aus. Denn für Einnahmen aus Seelsorge wird keine Steuer bezahlt. Das hat manchen der tüchtigen Finanzbeamten in Hessen sehr gegrämt, aber irgendwie kam das Finanzamt damals gegen die Macht der Kirchen nicht an.


Heinrich Henckel von Donnersmark – Künstlername Augustinus – und Rupert Lay.


Ich musste auch an Pater Augustinus denken, der mit bürgerlichen Namen Heinrich Henckel von Donnersmark hieß, der ein Freiherr war. Ich kannte auch ihn und schätzte in ebenso. Obwohl Rupert Lay Jesuiten und Augustinus Prämonstratenser-Chorherr war. Aber beide waren die Protagonisten für Ethik in der Wirtschaft. Das hat mir gefallen. Sie waren wichtigen Berater der Spitzen der deutschen Industrie und Politik. Und haben sich als hervorragende Redner und Management-Trainer haben sie sich einen Namen gemacht.

Rupert Lay war dem System Kirche gegenüber deutlich kritischer als der „brave“ Augustinus. Deshalb haben wir (der Ronneburger Kreis) beide zu einem Streitgespräch nach Frankfurt eingeladen. Und waren überrascht, dass dies uns dann viel zu harmonisch war, denn beide gaben sich eigentlich immer nur gegenseitig Recht.

Für mich war Augustinus der beste Redner, den ich kannte. Ich erinnere mich gut an einen Vortrag in Wiesbaden, den er in den 90iger Jahren für ICL hielt – damals ein relevanter IT-Hersteller aus Großbritannien. Da hatte er sich als Manager des „Unternehmens Katholische Kirche“ vorgestellt und seine Aufgabe als „Lobbyist das mächtigste und älteste Unternehmen der Welt“ beschrieben. Das war ganz feine Selbstironie.


Kirchen reden von Frieden und Liebe.


Allerdings hat mir der Vortrag auch zu einer Selbsterkenntnis verholfen, die ich bis heute nur bestätigt sehe. Die Kirche ist ein Unternehmen, dass sich Friede und Liebe auf ihren Schild schreibt. Quasi als Marketing. Seit über 2000 Jahre macht sie das. Diese lange Zeit hat sie gut davon gelebt und ist dabei so richtig reich und wohl auch mächtig geworden. Ich finde es unendlich traurig, dass sie es in diesen 2000 Jahren nicht geschafft (und wohl auch gar nicht gewollt) hat, die Welt ein wenig fried- und liebevoller zu machen. Im Gegenteil, sie und ihre Mitwettbewerber im Markt bewirken bis heute oft das Gegenteil von Friede und Liebe, nämlich Krieg und Hass.

So ist mir spätestens damals klar geworden, dass ich mit so einem System wie Kirche nichts zu tun haben will. Und rede auch gar nicht mehr darüber.

So wie ich die CDU/CSU nicht mehr wähle, weil sie die Wiederbewaffnung der BRD durchgesetzt haben. Gleiches gilt für die SPD und die Grünen. Diese Parteien werde ich mehr wählen, weil sie ein wichtiges Tabu gebrochen haben und die Bundeswehr für Kampfeinsätze ins Ausland entsandt haben.

Eigentlich ist alles ganz einfach.

RMD

P.S.
Und wer mit dem Zug nach Sommerhausen fahren will, der sucht am besten nach dem Zielort Winterhausen. Von Bahnhof in Winterhausen ist es nur ein Kilometer zu Fuß zum Theater.

Roland Dürre
Mittwoch, der 26. Juli 2017

Wirtschaft sollte doch für die Menschen da sein?!

Unterhaching beherbergt einen tollen Fussball-Verein, eine Reihe von IT-Unternehmen wie auch die InterFace AG und sogar Weltfirmen. Zu einer von diesen gehört Wrigley.

Ich erzähle mal, was ich in den letzten Wochen so gehört habe. Ich habe die Geschichte nicht recherchiert, es könnte aber gut sein, dass es stimmt, was so als Bericht und Gerücht durch die Gegend wabert.

Sicher ist es die Spielvereinigung Unterhaching, die den Bekanntheitsgrad von Unterhaching über die Grenzen Deutschlands hinaus beträchtlich erhöht hat.

Neben Fußball gibt es in Unterhaching auch Volleyball, Turnen und manche erfolgreiche Sportart mehr – und einiges an weiteren interessanten Unternehmen, ein wunderschönes Freibad und vieles schöne mehr.

So erfreut sich auch die Gemeinde Unterhaching auch daran, dass das namhafte Welt-Unternehmen Wrigley seine Europa-Zentrale seinen Sitz hat. Und das muss demnächst wohl heißen „hatte“.


Die großen Konzerne streben nach Macht. Für diesen Zweck übernehmen sie gerne andere Konzerne.


Mag sein, dass Mars mit Erlösen in 2016 von 35 Milliarden US-Dollar eher im Schatten von Nestlé (Umsatz 2015 war 88,8 Milliarden CHF) steht. Umso mehr arbeitet Mars daran, den großen Rivalen einzuholen.

Gerade bereiten sie die Übernahme des Tierklinikbetreibers VCA Inc. (Veterinary Centres of America) vor. Inklusive Schulden will Mars 9,1 Milliarden US-Dollar ausgeben! Damit soll das Geschäftsfeld Tiergesundheit weiter verstärkt werden. Ich empfinde das als Wahnsinn und fehlgeleiteten Spätkapitalismus. Was der amerikanische Nahrungsmittel-Gigant mit der Übernahme vorhat, das kann ich mir nur zu gut (besser schlecht) ausmalen.


Nahrungs-Mittel-Hersteller investiert in Tierklink. Bestraft sei, wer hier Böses denkt.


Schon in 2008 wurde Wrigley von Mars übernommen. Die Europa-Zentrale verblieb zuerst mal in Unterhaching. Ein weiterer wichtiger europäischer Standort von Mars liegt wohl in Viersen bei Düsseldorf.

Jetzt will Mars eine Reihe seiner zentralen Aktivitäten in London konzentrieren. Eine Folge wird sein, dass Menschen von Unterhaching und Viersen nach London umziehen müssen. Manchen Unterhachingern mag das weh tun – für andere wird es eine spannende Herausforderung sein.

Aber das ist halt so in einer globalen Welt und Wirtschaft, die ja die meisten Menschen mögen zu scheinen und zumindest mit ihrem Konsum-Verhalten unterstützen.

Das ist aber nicht das Thema dieses Artikels. Was mich bestürzt, ist die Begründung für den Umzug nach London.


Große Konzerne gehen davon aus, dass in Zukunft die Qualität des Marketing der zentrale Erfolgsschlüssel im Wettbewerb ist.


Dieser erscheint dem Konzern nützlich, ja notwendig, weil er davon ausgeht, dass im Markt der LEBENS-MITTEL nur das Unternehmen sich behaupten wird und vielleicht sogar zulegen kann, das das beste MARKETING macht. Und in den Kreisen des Top-Managements geht man davon aus, dass die effizienten und effektiven Marketing-Firmen halt in London sitzen. So wird deren Nähe gesucht – und man geht nach Great Britain. Trotz Brexit und so, der nach meiner Meinung ja auch mehr so ein Operetten-Ding ist.

LEBENS-MITTEL-Konzerne sind zuerst Mal auf Umsatz und Ergebnis (Profit) getrimmt. Und da ist – in der Wahrnehmung der Konzerne – das MARKETING der entscheidende Erfolgsfaktor. Alles andere wie Qualität der Nahrungsmittel und die Folgen für die Gesundheit spielt nur eine untergeordnete Rolle.


Wirtschaft sollte für die Menschen da sein, nicht die Menschen sind für die Wirtschaft!


Wichtig ist den Konzernen nur eines – die Menschen müssen das billig produzierte Massennahrungsmittel kaufen und zwar für einen möglichst hohen Preis. Damit es der Masse schmeckt, wird es möglichst „convenient“ gemacht und verführerisch dargestellt. Mit opportunen Aroma-Stoffen angereichert wird „the taste of the world“ generiert und durchgesetzt. „Billig“ geht vor Qualität, Aufmachung und Verpackung vor Inhalt, Einfalt vor Vielfalt, Masse vor Klasse, Haltbarkeit vor Frische, logistische Eignung vor Geschmack …

Und so gibt es eine starke LOBBY, die dem Gesetzgeber in Europa und BRD untersagt, dass dieser zum Beispiel eine klare Kennzeichung für gesundheitlich schädliche Produkte einführt.

Und was machen die Menschen? Gar nichts. Sie glauben dem Marketing und kaufen wie Lemminge die Produkte von Mars, Nestlé und Co. Leider auch in Unterhaching.

RMD

 

Roland Dürre
Donnerstag, der 20. Juli 2017

Ein Tag mit der Liebe …

Genau vor einem Monat bin ich 67 Jahre alt geworden. Ich hab nur wenig Geschenke bekommen, weil meine Freunde akzeptieren, dass ich schon alles besitze und nichts mehr brauche. Und für sinnlose Gimmicks so gar nichts übrig hab. Dafür bin ich ihnen dankbar.

🙂 Glücklicherweise macht der eine oder andere dann doch mal eine Ausnahme und bricht diese Regel. Auch diesen Menschen bin ich sehr dankbar. So hat mir der Paul das Buch geschenkt:

Ein Tag mit der Liebe von Moshen Charifi 

Das war gut, denn oft habe ich den Eindruck, dass ich in diese Welt hinein mit vielen Augen geboren wurde. Mit diesen Augen habe ich so vieles gesehen und erlebt.

Leider schlossen sich im Laufe meines Lebens immer mehr meiner Augen, sei es bedingt durch meine Sozialisierung im Elternhaus, in der Schule oder warum auch immer.

Seitdem ich älter werde, habe ich den Eindruck, dass das Leben einen Teil meiner Augen wieder geöffnet hat, ein Prozess, den man vielleicht auch „Lernen“ nennen könnte. Und so glaube ich, dass „Lernen“ ein wenig auch als Synonym für „Leben“ steht.

Um es kurz zu machen, ich habe besagtes Buch erst zur Hälfte gelesen und nehme wahr, dass die Lektüre mir wieder „eine ganze Reihe meiner verschlossenen Augen geöffnet hat“. Und mich so wieder ein wenig glücklicher gemacht hat.

Der Inhalt des Buches ist ganz banal und hat es aber so richtig in sich.

So machen sich an einem wunderschönen Sommertag „LIEBE“ und „VERLIEBTHEIT“ zu einem Spaziergang auf. „Verliebtheit“ möchte von „LIEBE“ lernen und „LIEBE“ – die früher auch mal „VERLIEBTHEIT“ war, teilt ihr Wissen gerne mit „Verliebtheit“.

Auf ihrer Wanderung durch den wunderschönen Sommer führen die beiden einen Dialog, in dem es um Liebe geht. Die erfahrene „LIEBE“ unterstützt „VERLIEBTHEIT“ auf ihrer Suche danach.

Dieser Dialog wird zu einer einzigen wunderschönen und großen Metapher, die mir geholfen hat, ein wenig ruhiger und glücklicher zu leben.

🙂 Fast hätte ich geschrieben, ein wenig mehr zur Liebe zu finden. Dieser Anspruch ist mir aber zu mächtig und ich weiß noch nicht, ob ich schon so weit bin (oder jemals so weit sein werde).

Der Dialog zwischen „LIEBE“ und „VERLIEBTHEIT“ ist nur so gespickt von kleinen aber wunderbaren Erkenntnissen. So entschuldigt „Verliebtheit“ eine ihrer Schwächen damit, dass sie „nicht ihr Gesicht verlieren will“.

Die Antwort von „LIEBE““ – jetzt in meinen Worten – jedoch ist, dass man „das Gesicht nicht verlieren kann, sondern nur die Maske, die es maskiert“. In der Tat habe ich viele Masken, und bin immer wieder froh, wenn es mir gelingt eine davon „zu verlieren.

Das ist aber nur ein Beispiel von sehr vielen schönen Erkenntnissen, die Teil der Metapher sind.

Auffällig und besonders schön ist für mich die besondere Qualität des Dialogs zwischen „VERLIEBTHEIT“ und „LIEBE“. Es ist ein Musterbeispiel für eine friedvolle Kommunikation. Selten habe ich so schön erlebt und verstanden, was gewaltfreie Kommunikation sein könnte.

Es hat mich berührt, wie „LIEBE“ immer wieder versucht, ihre Erfahrung und ihr Wissen in nicht „belehrender“ Form an „Verliebtheit“ weiter zu geben. Ohne jede Form von Überheblichkeit oder Anmaßung. Wie es „LIEBE“ gelingt, auf „VERLIEBTHEIT“ einzugehen. Und absolut vermeidet, mit ihrer Überlegenheit „VERLIEBTHEIT“ zu verletzen und so kleiner zu machen.

Und genauso schön ist es, wie „VERLIEBTHEIT“ darauf eingeht, wohlüberlegt antwortet und kluge Fragen stellt. Und „LIEBE“ präzise auf diese Fragen eingeht.

Selten habe ich so –  ohne jede theoretische Belehrung – verstanden, was Achtsamkeit in der Kommunikation bedeutet.

Jetzt werde ich es dem Paul nach machen und dieses Buch auch ein paar Menschen schenken.

RMD

P.S.
Schade finde ich nur, dass ich den Autor – Moshen Charifi – nie kennen lernen durfte. Aber wer weiß, vielleicht passiert das auch noch einmal!

Roland Dürre
Mittwoch, der 12. Juli 2017

Warum wir Christophine brauchen! (I)

Am 21. Juni bin ich nach Marbach gefahren, der „Schiller-Stadt“. In Freiberg am Neckar habe ich übernachtet und am 22. Juni ganz in der Früh ging es weiter nach Marbach. Ein Freund aus alten Tagen – Thomas Kleiner – hat mich an diesen Tagen sehr freundlich begleitet. Dank ihm habe ich mich mit Lorenz Obleser und Ruth Martinelli und knapp 20 Kindern zwischen 6 und 10 Jahren getroffen. Denn ich habe tatsächlich einen Vormittag lang in der freien Schule „Christophine“ in Marbach die „Schulbank“ gedrückt. Das ist natürlich falsch formuliert, denn in der Christophine drückt keiner die Schulbank. Aber ich habe an diesem Vormittag etwas so Schönes und Großartiges erlebt, dass mir die Tränen kamen.

Ich habe erlebt, wie

SCHULE

sein kann, so dass sie allen Spaß macht! Sogar den Kindern und den Lehrern!

Aber zuerst die „Bad News“:

Ich bin schon länger ein wenig traurig. Meine Enkel sind wunderbare und ziemlich weise kleine Menschen. Aber in mehr oder weniger Jahren kommen sie in die Schule. Und dann ist Schluss mit lustig. Ich wüsste auch nicht, wie ich sie vor diesem Schicksal bewahren kann, das die meisten Kinder in Deutschland mit Vollendung ihres sechsten Lebensjahres heim sucht.

Denn Schule – wie ich sie selbst in Erinnerung habe und bei der Begleitung meiner sieben Kindern erlebt habe – ist grauenhaft. Nicht nur in Deutschland und vielen Ländern Europas ist Schule sehr rückständig und wirklich schlimm, sondern mit wenigen Ausnahmen weltweit so z.B. auch und gerade in Asien.

Schule, so wie sie heute ist, verkorkst unsere Kindern, so wie sie uns verkorkst hat. Das beschädigt unsere Gesellschaft und schadet unserer Zukunft. Viele Menschen erholen sich erst im Erwachsenen-Alter Schritt für Schritt von Schule, manche schaffen das nie.

Im folgenden berichte ich, was ich am klassischen Schulsystem so schlimm finde und begründe, warum wir das ändern müssen, wenn wir gesellschaftlichen Fortschritt wie Frieden und mehr Gerechtigkeit erlangen wollen.


Der Bildungsalltag in Deutschland (und wohl weltweit) ist mehr als traurig! #Fakt


Bildung in unserem System bedeutet „dressiertes und autoritäres Lernen in einem quasi-militärischem Format“. Wissens-Bulimie ist angesagt. Das beginnt schon in der Grundschule. So schlimm wie zu den Zeiten des berühmten aber unsäglichen deutschen Pädagogen Dr. Moritz Schreber ist es glücklicherweise nicht mehr.

Roland mit Schultüte.

Aber immer noch wird dressiert. Den Kindern wird „Disziplin“ beigebracht. Sie müssen sitzen und dürfen sich nicht entfalten. Den Kindern wird im Stunden-Takt vorgegeben, was sie machen müssen. Selbstorganisation und -bestimmung sind ausgeschlossen. Wo kämen wir denn da hin, wenn die Kinder so Lernen und Üben würden, wie sie es wollen?

Agil, schlank oder transparent sind in den Schulen Fremdworte. Es gibt eine klare Hierarchie Lehrer-Kinder, die im übrigen immer weniger funktioniert. Schule entgleist so auch immer öfters. Dann sind die Kinder schuld und die mangelnde Sozialisierung wird als Grund genannt. Den „schwarzen Peter“ bekommen die Eltern zugeschoben. Weil sie bei der „Erziehung“ versagt haben. Das mag auch ab und zu stimmen, in den meisten Fällen ist dem aber nicht so und die Eltern leiden gemeinsam mit ihren Kindern unter der Schule.


In der Schule ist Leistung die absolute Maxime, schlimmer oft als im echten Leben. #brutal


Die Leistungsgesellschaft wird schon mal vorbeugend geübt. Es wird geprüft, benotet und bewertet, was das Zeug hält. In der Grundschule geht es um den Übertritt ins Gymnasium. Der klappt nur, wenn das Kind sich dem System Schule anpasst und unterwirft. Das ordnende Prinzip der Schule ist ganz klar hierarchisch. Das Zauberwort ist Autorität, man lernt zu folgen.

Die Kinder erfahren, dass man alles zu Lernende wie das Vorgehen dazu mehr oder weniger kritiklos zu akzeptieren hat. Und links und rechts des Bildungsweges sehen wir dann die Opfer.


Wenn Schule nicht funktioniert, dann geben Lehrer und Gesellschaft den Eltern die Schuld. #Frechheit


Weil die versäumt haben ihren Kindern Respekt beizubringen. Vor den Lehrern. Wie schon geschrieben, das trifft ab und zu wirklich zu, aber in der Regel eben nicht.

Damit die Kinder in dieser miserablen Situation den „Übertritt“ schaffen, gibt es ein Heer von meist schwarz arbeitenden Nachhilfe-Lehrern, die in den wenigen verbleibenden freien Stunden der Kinder diese dann zusätzlich traktieren und so – meistens mit viel Tränen – mehr oder weniger erfolgreich über die Noten-Schwelle zum Gymnasiums schieben.

Ich war auch ein „respektloses Kind“. Und habe oft das mir Gesagte angezweifelt und das auch artikuliert. Und wurde dafür immer wieder bestraft. Weil der Lehrer immer Recht hat. In der Schule herrscht kollektiver Gehorsam. Ein Befehl ist eben ein Befehl, dem man folgen muss. So ging es auch mir.


Mein kindliches „Anders sein“ wurde mir öfters sehr vorwurfsvoll zurück gemeldet. Dabei wollte ich nur „Ich sein“. #traurig


Im späteren Leben habe ich dann den Spieß umgedreht. Meine „schlechten Eigenschaften“, für die ich ja auch bestraft wurde, habe ich dann intellektuell trickreich gerechtfertigt als positive Werte wie „Zivilcourage“ und „konstruktiven Ungehorsam“, die mich auszeichnen.

Aber das Schulsystem basiert halt auf Unterordnung. Es gibt eine Ordnung. Die muss es geben, weil Menschen Ordnung brauchen. Die ist aber nicht für die Schüler da sondern für das System und somit gegen die Schüler. Denn nur so können System und Lehrer die Schüler in einer Klasse gleich schalten (meint Schule). Von Acht bis Neun müssen alle rechnen, von Neun bis Zehn ist Lesen angesagt. Von Zehn bis Elf dann Leibesertüchtigung und von Elf bis Zwölf Schreiben. Und von Zwölf bis Eins kommt die Religionskunde. In der Schule muss man die meiste Zeit sitzen und sich „brav“ benehmen. Wenn nicht, dann hagelt es Strafen.

Das alles mit der Begründung, dass es anders nicht gehen würde und nur so Lernen effizient realisiert werden könne. Was eine große Lüge ist!


Die Ganztagsschule macht es noch schlimmer. Die uns so wichtigen freien Nachmittage fürs Spielen, Denken, Erleben und „Leben üben“ gibt es nicht mehr. #nogo


Jetzt kommt die Ganztags-Schule. Kinder werden immer öfters auch noch zum Mittagessen transportiert und mit „convenient food“ gleich geschaltet. Die Schulen ähneln Kasernen und sind keine Stätten der Entfaltung und der offenen Begegnung auf Augenhöhe.

Schulen werden nach militärischem Vorbild organisiert und betrieben; die kleinen Menschen werden verwaltet, ihr Stellenwert entspricht dem von Rekruten in der Grundausbildung der vergangenen Wehrpflicht-Zeit. Die neuen Gebäude der mir bekannten Gymnasien (korrekter Bildungs-Fabriken oder -Kasernen) in Neubiberg, Ottobrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn strahlen dies auch architektonisch aus.

Es gibt lange Gänge mit vielen Türen, die wie Schläuche zu den vielen Klassenzimmer führen. Die Fenster kann man oft nicht öffnen und die Klima-Anlage produziert schlechte Luft, so dass die „Lehrkräfte“ über Kopfschmerzen klagen. Die Anmutung dieser Bildungsfabriken erinnert eher an Kasernen als an einen freiem Ort, an dem man lernt und sich ins Leben einübt. Und da diese Bauten billigst gebaut sind (bei der Ausschreibung ist der Preis das wesentliche Kriterium, so dass in der Regel der billigste Anbieter gewinnt), bemerkt man schon nach kurzer Zeit den Verfall.

Dafür wächst der administrative Overhead. So wird Bildung immer teurer – aber beim „Endkunden Kind“ kommt davon nicht viel an.


Jedes soziale System braucht eine Ordnung. Kinder wie Erwachsene suchen Halt. Die Ordnung der Schule sollte für die Kinder und nicht gegen sie sein. #Prinzip


In der Schule gibt kein Eingehen auf die großartige Vielfältigkeit der kleinen Menschen. Aus Gründen der Effizienz und der beschränkten Mittel ist dies schon gar nicht möglich und auch nicht gewollt. Es wird normiert und vermessen, zertifiziert und benotet. Leistung wird gelehrt,

Kurz: Man wird indoktriniert, damit man funktioniert. Denn die Gesellschaft braucht brave Konsumenten. Autonomie und Kritikfähigkeit sind nicht erwünscht.

Ab und zu gibt es dann einen Trost: Denn die Lehrerin ist wirklich nett. Aber die „netten“ Lehrerinnen sind selten. Auch weil das Hauptkriterium bei der „Vergabe“ der knappen Stelle die Noten der Bewerberinnen sind. Die Kandidaten mit den besten Noten sind aber meistens nicht die besten Lehrer (Pädagogen).

Viele Lehrer, die so eine „staatliche“ Anstellung feiern dürfen, die „netten“ und auch „die nicht so netten“, kapitulieren früher oder später vor einem Bildungssystem, dass sich entpersonalisiert hat. Die anderen verdingen sich bei Privatschulen, werden Taxifahrer oder geben Nachhilfeunterricht.


Man sollte auch Kinder so behandeln als ob sie Menschen wären! Macht man aber nicht! #Wahnsinn


Diese Aussage (allerdings von keinem Lehrer sondern einem Unternehmer, der nicht „Kinder“ sondern „Mitarbeiter“ gesagt hat) habe ich wirklich mal so wörtlich gehört. Das war ja wohl nur ein Versprecher. Dennoch vermute ich, dass der, dem das passiert ist, im tiefsten Inneren auch so dachte und fühlte. Und der eine oder andere Lehrer, den ich kenne, spricht so von seinem „Job“, dass ich ihm diesen Versprecher auch zutraue. Arbeitnehmer haben Gewerkschaften. Es gibt ein Arbeitszeitgesetz. Für Schüler gilt das aber nicht – die haben keine Lobby. Nur ein Beispiel von vielen …

Kinder haben auch keine Lobby. Man denke nur an die Feindseligkeit von braven und satten Bürgern, wenn es um Kinderlärm in der Nähe ihrer Immobile geht. Wehe es soll in ihrer Nähe ein Kindergarten oder ein Spielplatz gebaut werden. Wütende Anliegerproteste wegen eines neuen Kindergarten habe ich selber in Riemerling (Waldparkstr.) erlebt. Da ging es aber nicht so sehr gegen die SUV-Muttis, die neuen Verkehr generieren, sondern um den Lärm, den Kinder machen.

Aber jetzt zu den Unternehmen.


Unternehmen wissen, dass Motivation nachhaltig nur intrinsisch geht. Schule praktiziert vor allem extrinsische Muster. #passt-nicht


Heute wollen alle, ob Allianz oder Siemens, das Arbeitsleben verändern. #newwork ist angesagt, die Unternehmen wollen so innovativer und kreativer zu werden. Einer der Protagonisten dieser Bewegung ist Thomas Sattelberger, der Saulus/Paulus der #newwork-Bewegung. Er „promotet“ sich wie kein zweiter und eilt mit seiner Heilsbotschaft durch die Lande. Nach seiner Konzern-Karriere ist er vor allem durch „Augenhöhe, der Film“ bekannt geworden.

Jetzt zieht er durch die Lande und kritisiert die Zustände in den heimischen Unternehmen. Zurecht. Aber nicht die in den Schulen. Sein Lebenswerk möchte er mit einem Sitz im Bundestag krönen – und zwar für die FDP (Passt das zusammen, die Kombination von FDP und #newwork?). Ich würde mich freuen, wenn Herr Sattelberger sich im Bundestag dann für agile und menschliche Schulen einsetzen würde. Aber auch da fehlt mir der Glaube.

So wollen die meisten Unternehmen, agiler, schlanker und transparenter werden. Das predigen zumindest die KollegInnen von HR (Human Resource – auch so ein hässlicher Begriff der aktuellen „Arbeitwelt“). Sie suchen innovative Mitarbeiter, die kreativ sind, damit ihre Unternehmen die auch durch Digitalisierung angesagte Transition zu schaffen.

Bei HR spricht man viel von Augenhöhe, #newwork, intrinsify.me, demokratisches Unternehmen, Gemeinwohl-Ökonomie, „shared mobility“ & „shared economy“ und vieles solches mehr. Man schwärmt von vernetzten und selbstorganisierte Teams, von einer neuer Unternehmenskultur und Wertegemeinschaften. Letztere sind auch in der Politik der Renner. Es gibt noch viele mehr von Schlagworten dieses Typs in der neuen Welt der alten Unternehmen.

Nur wie soll das funktionieren, wenn der Nachwuchs schon in der Schule auf das Gegenteil gepolt wird?


Unternehmen wollen agile, kritische und kreative Menschen. Genau das treiben die Schulen den jungen Menschen aus? #Fail


Nur von #newschool, von Selbstorganisation in der Schule, von demokratischen Klassen, von Unterricht auf Augenhöhe und ähnlichem, davon redet keiner. Das ist in Deutschland zumindest unerwünscht, ein großes Tabu!

Durch Europa geistern Begriffe wie #home-schooling, #un-schooling #no-schooling. Sie finden immer mehr Anhänger. Es gibt immer mehr Menschen, die ihre Kinder selber „schulen“ (siehe dazu auch das Video des Vortrags, den Bruno Gantenbein für mich gehalten hat).

In der Schweiz und manchen Ländern der EU ist Home-Schooling ein etablierter und von der Administration unterstützter Prozess. Deutschland ist das einzige Land in der EU, in dem Home-Schooling verboten ist! Denn hierzulande hat man von alternativen Schulen und Denken noch mehr Angst wie der Teufel vom Weihwasser.

Aber vielleicht ist das gut so. Denn so entsteht ein großer Druck auf Eltern. Unschooling geht noch. Wenn Menschen keine Chance haben, auszuweichen, dann finden sie auch Lösungen.


Vielleicht haben wir bald überdurchschnittlich viele eigene und freie Schulen in unserem Land? #Hoffnung


So könnte es sein, dass die Bereitschaft, etwas zu ändern, in Deutschland stärker wächst als in anderen Ländern, die das Ventil „Home-Schooling“ haben.

Roland ohne Schultüte.

Aber zurück zu den Unternehmen. Wie wollen die Mitarbeiter finden, die agil, kreativ, offen … sind, wenn genau das dem Nachwuchs in den Schulen mehr oder weniger ausgetrieben wird?

Denn Kinder werden in der Schulen als Material betrachtet, dass formatiert werde muss. Input sind neugierige freie Wesen. Heraus kommen dann als Output kleine „Professionels“. Die funktionieren, wie man meint, dass dies eine folgsame und leicht steuerbare Gesellschaft braucht. Also werden sie zuerst mal fleißige Arbeiter, tapfere Konsumenten und brave Bürger,  deren erste Pflicht es ist, mit allem einverstanden zu sein, was von oben verkündet wird.


Wir rufen nach Eliten, die unsere massiven Probleme lösen, beschränken uns aber aufs Mittelmaß und schimpfen auf den Populismus. Und fördern das Mittelmaß in den Schulen. #Widerspruch


Warum müssen die Kinder schon so früh kapieren, dass „das Leben kein Pony-Hof ist“ und sie dem „Leistungsprinzip“ unterliegen, wenn sie „etwas werden wollen“. Das sie genauso den Sachzwängen folgen müssen wie ihre Eltern und die anderen Erwachsenen?

Sie werden vermessen und benotet. Immer gilt es, besser zu sein als die anderen. Erfolg ist alles. Es geht darum, die nächste Stufe einer meist nicht sinngebenden Karriere zu schaffen. Mit welchen Mitteln auch immer.

Emotionalität, Erotik, das Leben, die Liebe, die Fähigkeit Konflikte zu lösen und zuhören können, was Glück sein, was Leben bedeuten und wie man besser Sterben könnte … – all das spielt keine Rolle im Lehrplan. Priorität hat, dass das Kind eine „professionelle Resource“ für den Kampf an der Wirtschaftsfront wird.

Und lernt, dass es Wohlstand und Sicherheit wie die Teilnahme am der Gesellschaft so wichtigem Wachstum nur dann gibt, wenn man die eigene Meinung besser nicht sagt und noch besser auch nicht denkt.

Die frustrierten und verunsicherten Kinder gehen dann aus Trotz und Protest zum Beispiel ins Tattoo-Studie, weil sie dort endlich mal etwas Beständiges bekommen. Oder machen anderen Unsinn. Als letzte Ersatzhandlung vor der Aufgabe des eigenen Lebens …


Gute Unternehmer (Führungskräfte, Manager …) machen Ihre Mitarbeiter größer und nicht täglich kleiner. #Weisheit


Ich liebe das Prinzip des „biophilen Handelns“. Das heißt (jetzt in meiner Wiedergabe):

Handele stets so, dass Dein Handeln das Leben Deiner Mitmenschen in seinen vielen Dimensionen eher mehren denn mindern kann.

Vielleicht noch einfacher zu leben als die Biophilie-Maxime ist die Goldene Regel

„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“

oder in der negativen Fassung als gereimtes Sprichwort

„Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“


„Biophile Maxime des Handelns“ und die „Goldene Regel“? Warum nutzen wir das nicht für unserer Kinder? #Gute-Frage


Die Kinder werden von klein auf viel zu oft kleiner und nicht größer gemacht. Nicht nur von den Lehrern – sondern auch von den Eltern. Immer wieder erlebe ich, wie Kinder von ihren Eltern massivst belehrt werden, was richtig und was falsch ist. Zeternde Mütter schimpfen ihre Kinder für ganz normales Verhalten. Es wird dümmlich moralisiert und indoktriniert. Was sich gehört und was sich nicht gehört! Was man tut und was man nicht tut. Was geht und was nicht geht. Was man sehen/hören darf und was man auf keinen Fall sehen/hören darf. Was schlecht ist und was gut ist.

Für was man in die Hölle kommt und für was man in den Himmel kommt. Und wenn das Kind mit 6 Jahren in die Schule kommt, geht es so weiter, nur ein wenig professioneller.


Was kleine Menschen wollen und was sie nicht wollen, das interessiert keinen. #schlimm


In der Schule wird man formatiert und zwar in jene Form gebracht – die in unserem aktuellen Bild des guten Erwachsenen entspricht. Kinder müssen in unsere Welt passen. Sie lernen im Verkehr zu überleben. Sie werden zu jungen Konsumenten, die sich über Äußeres und Besitz definieren. Sie müssen funktionieren, dürfen aber nicht sein und machen, was sie selber wollen.

In der Schule geht es dominant um „Vernunft“, die Ratio und der IQ stehen im Vordergrund. Es geht darum, Verständnis für die vielen Absurditäten unseres Lebens zu entwickeln, das Absurde als selbstverständlich hinzunehmen und so ein Teil des Absurden zu werden.

Das soziale Leben und wie auch das Gemeinwohl spielen nur eine geringe Rolle. Emotionen und Erotik, Liebe und Freundschaft, wird nicht geübt wie auch nicht die Fähigkeit des „Konflikte-Lösen“. Denn unsere Systeme basieren auf Leistung, Unterwerfung, Anpassung. Sie leben von der Austauschbarkeit, der Gleichförmigkeit, der (monetären) Metrisierung und davon, dass die Bürger wie Lemminge den gesellschaftlichen Vorgaben blind folgen. Kritikfähigkeit und Autonomie im Sein, Denken und Handeln stören da nur.


Nur wenn wir die Kinder anders sozialisieren, werden wir die latente Feinseligkeit in uns Menschen reduzieren. #Zukunft


Die alten Rollenspiele sind auch in der Schule nicht tot zu kriegen. Die Jungen müssen immer noch kleine Helden“ sein und dürfen nicht weinen. Von den Mädchen wird erwartet, dass sie demütig und duldsam sind. Gefühle dürfen heute beide Geschlechter zeigen, nur nicht im Berufsleben.


Willst du erfolgreich sein, dann musst du Mrs. oder Mr. Pokerface werden! #Karriere-Regel


Emotionen darf man nicht zu sehr an sich heran lassen, das gilt als schädliche und störende Schwäche. Du musst stark sein und darfst nie deine Schwäche zeigen. So bekommt das Herz Eisenringe. Zuneigung darf besser nicht gezeigt werden, die universelle Liebe zur Schöpfung gilt als Spinnerei. Haltung als äußere Schale wird anerzogen, aber leider nicht als großer innerer Wert vermittelt.

Mit so einer dümmlichen Sozialisierung unseres Nachwuchs werden wir die Volkskrankheit Alexithymie nie eindämmen! Vor kurzem hat ein Mann in meinem Alter in meiner Nähe geweint, wie er mir vom Tode seiner Enkelin bei der Geburt erzählt hat. Ich weiß nicht, ob ich das noch könnte. Wenn ich aber einen kitschigen Film anschaue, dann kommen mir die Tränen. Ist das nicht schrecklich?

Wie viele von uns fürchte ich, dass ich von „Emotionen aus zweiter Hand“ abhängig bin, zweifelsfrei ein Ergebnis meiner frühen und langjährigen Erziehung. So übe ich bewußt, mich wieder für echte Emotionen  zu öffnen. Das ist mit 67 Jahren nicht einfach.


Der Mensch ist die Krönung der Schöpfung! Aber er muss in die Welt hinein gepasst werden. #Erziehung


Ich bin froh, dass die Welt sich wandelt – zumindest in den mir bekannten entwickelten und privilegierten Gesellschaften. Mir scheint, dass immer mehr Menschen sich nach neuen „sozialen Erfolgs-Mustern“ sehnen. Die sind auch bitter notwendig, denn genau die alten Muster haben großes Unheil über den Planeten gebracht.

Nur in den Schulen hat sich das bisher nicht herumgesprochen. Und an den Universitäten wird die Situation auch immer schlimmer. Es gibt #newwork zuhauf aber keine relevante Bewegung #newschool. Zahlreiche Menschen aus der Bildungsindustrie (aktive Lehrer und Bildungs-Bürokratie-Verwalter) haben mir berichtet, dass es seit vielen Jahren immer schlimmer wird.


Schule muss für die Kinder da sein. Nicht die Kinder für die Schule! #Grundprinzip


Lehrpläne und Vorgaben der Kultusministerien machen es jedes Jahr ein wenig schwieriger, den kleinen Menschen gerecht zu werden. Dazu kommt eine wachsende und ausufernde Administration, die die Zeit auffrisst, die für die Schüler da sein wollte. So wird das System auch immer teurer und ineffizienter.


Soweit die schlechte Nachricht. Aber jetzt die gute Nachricht. #positiv


In meinem folgenden Artikel werde ich berichten, wie die Bürger sich wehren und ganz neue Dinge begründen. Denn es gibt sie tatsächlich, die Christophine.

Aber dazu mehr in meinem Artikel „Christophine 2“, der hoffentlich bald an dieser Stelle erscheinen wird. Da werde ich eine Schule beschreiben, die mich vom Leitbild und der praktischen Arbeit überzeugt hat. Und die beweist, dass es auch anders geht – und dies sehr gut.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 5. Juli 2017

Von Waffen und Autos

Am 13. Juli treffen wir uns wieder im Rahmen von „AktMobCmp“ und träumen von friedlicher und aktiver Mobilität. Aus diesem Anlass eine Polemik gegen Autos und Waffen, die allerdings gar keine Polemik ist. Wenn es nicht so traurig wäre dann wär’s schon wieder lustig.

VORSICHT – Mit Autos kenne ich mich gut aus! „Mein Porsche (von Distler) und ich!“

Jedes Jahr ergießen sich weitere Millionen Autos über den Planeten. Die meisten gehen zum „Kunden“, also auf einen Parkplatz unter einer Laterne oder sie müssen in eine Garage. Viele kommen aber gleich auf eine Halde. Zigtausendfach stehen sie dann in irgendwelchen Wüsten sauber aufgereiht herum (siehe Beispiele in Youtube). Zighundertfach finden wir Autos in unserer kleinen Welt auf den Halden kleiner und großer „Gebrauchtwagenhändler“, die es dutzendfach an allen größeren und kleineren Ausfallstraßen unserer kleineren wie größeren Städte gibt.

Aber auch die „zugelassenen“ Autos werden nur gelegentlich benutzt und stehen meistens herum, oft sehr dumm im Wege des nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmers. Sie benötigen Unmengen von betonierten Flächen und rauben den Menschen den Platz zum Leben. Das finde ich gar nicht gut. Nur, wenn diese Autos alle dauernd fahren würden, dann wär’s eine unvorstellbare Katastrophe. Das Leben würde unsäglich werden. Also ist es besser, dass sie herumstehen.


Es macht einfach keinen Sinn, dass die Welt von einer Milliarde von „Kraftfahrzeugen“ zu geparkt und überrollt wird und es wahrscheinlich so viel Autositze wie Menschen gibt.


Das muss sich ändern – denn das hält der Planet nicht aus. Nur, Geld regiert die Welt – und mit Autos kann man so richtig Geld machen. Denn Autos sind halt so gut fürs Ego des Konsumentenmenschen unserer „modernen und entwickelten Gesellschaft“. Dafür zahlt man gerne.

VORSICHT – Mit Waffen kenne ich mich auch aus – ob Pistole und Gewehr, Maschinenpistole und -gewehr, Panzerfaust usw. 

Bei den Waffen ist es ähnlich. Auch da wird jedes Jahr eine schier unvorstellbare Menge produziert. Ich weiß wirklich nicht, ob die Welt in der Summe mehr Geld für Autos oder für Waffen ausgibt. Beides dürften unvorstellbare Summen sein. Wahrscheinlich ist Autos bauen immer noch besser als Waffen herstellen.

Auch Waffen sind zuerst mal Statussymbole, wohl noch schlimmere als Autos. Was die Pistole und das Gewehr manchem kleinen Mann ist, das ist die Interkontinental-Rakete dem Mächtigen. Und alle rüsten auf. Der kleine Mann sogar in Bayern, weil das Land so unsicher wird. Die Polizei, weil der kleine Mann immer gewalttätiger wird. Und die Nato und ihre Feinde, weil die Weltlage immer gefährlicher wird.

Waffen wie Autos sind aber nicht nur gut fürs Ego. Auch mit Waffen kann man so richtig Profit machen. Glücklicherweise werden Waffen – im Gegensatz oder ähnlich wie bei Autos (?) – überwiegend auf Vorrat produziert. Das macht geschäftlich auf Dauer keinen Sinn, denn irgendwann mal müssen sie auch eingesetzt werden. Dafür braucht man Kriege. Und immer wenn irgendwo mit großem Aufwand Frieden geschaffen wird, macht man halt woanders einen kleinen Krieg. Das ist auch gar nicht so aufwändig. Und man darf das Feuer des Krieges nie ausgehen lassen, sonst könnte schnell Schluss mit dem Geschäft sein! Und das darf nicht sein!

Glücklicherweise (für uns) finden die Kriege der Regel immer in einem Teil der Welt statt, der weit weg von uns ist. Denn wir finden den Krieg ganz schlimm. Bei uns in Europa hat man den Krieg zum Tabu erklärt. Zwar verdienen wir gutes Geld damit – aber die Ergebnisse wollen wir es bei uns nicht haben. Das macht aber nichts, sind wir doch eine Export-Nation. Und so exportieren wir halt auch Krieg.

Zuhause bei uns aber rasten wir schon bei ein wenig Terror (= Krieg) aus. Das geht doch gar nicht! Haben wir doch schon genug Opfer als Folge der Kriege, die wir permanent auf den Autobahnen und Straßen der Republik führen. Das schafft schon genug Leid und Entsetzen. Also brauchen wir bei uns keine Kriege und machen diese immer möglichst weit weg von unseren Grenzen. Und bekämpfen dort auch besonders gerne den Terror. Weil der ja sonst zu uns kommt. Vielleicht kommt er aber gerade dann zu uns, wenn wir ihn in seiner Heimat bekämpfen?


Aber wehe, die Waffen, die wir bauen, werden alle eingesetzt. Überall, auch bei uns. Dann passiert das, was man Weltkrieg nennt. Und es wäre Schluss mit lustig und Klappe zu. Für uns alle.


Die Autos spielen schon „Weltkrieg“. Sie morden weltweit im Jahr deutlich mehr als eine Million Menschen (Berichtet werden 1,25 Millionen Toten im Jahr und ein zweistellig Mehrfaches an ernsthaft Verletzten. Allein in Deutschland wurden 396 666 Verkehrs­teilnehmer im Jahr 2016  verletzt).

Das dürfte mehr sein als es zurzeit alle Waffen zusammen im Jahr schaffen – selbst wenn wir die „normalen“ zivilen Waffenopfer (wie in den Straßen und Häusern der USA), die von terroristischen Anschläge verursachten und die in „gerechten Kriegen“ für oder gegen irgendwelche „Hirnverbranntheiten“ geopferten Opfer summieren. Es ist einfach alles ein Wahnsinn, an dem wir alle gemeinsam tapfer mitwirken.


Absurditäten gibt es sowohl bei Waffen wie bei Autos! Und wenn es nicht so schlimm wäre könnte man darüber lachen.


So gibt es eine ganz moderne Kanone auf einem ganz modernen Schiff. Wir dürfen raten, welchem „Nicht-Schurken-Staat“ beides gehört. Die Kanone darf aber gar nicht benutzt werden, weil jeder Schuss läppische 800.000 US-Dollar kostet. Und dann ist es besonders peinlich, wenn das dazugehörige Schiff im Panama-Kanal stecken bleibt. Das war die Zumwalt (2016).

Aber irgendwann muss die Kanone der Zumwalt doch mal eingesetzt werden. Ich kenne mich mit der Marine nicht so aus (ich war ja bei der Luftwaffe), aber vielleicht lohnt sich ein so teurer Schuss ja um später mal einen chinesischen Flugzeugträger abzuschießen. Die sollen ja ganz emsig eine ganze Reihe davon bauen. Da muss dann aber der erste Schuss sitzen …

Auch die MOAB hieß übrigens ursprünglich nicht „mother of all bombs“ – so einen zynischen Namen würde das Pentagon doch keiner Bombe geben – sondern „Massive Ordnance Air Blast“. Auch dieses Gerät musste halt auch irgendwann mal abgeworfen werden. Und weil man es nicht besser wusste, hat man es halt über Pakistan gemacht. Weil sich so ein armes Land ja nicht wehren kann und dies ja eh von den Taliban befreit werden muss.

So hat man – angeblich – mit der MOAB einen großen unterirdischen militärischen Komplex der Taliban zerstört. Und weil man die „Zivil-Bevölkerung“ bei diesem Abwurf optimal geschützt hat, wusste man schon kurz nach dem Abwurf ganz genau die Anzahl der getöteten Taliban-Bösewichte. Ach wie herrlich absurd.

Bei den Autos sehe ich die Absurditäten jeden Tag auf den Strassen Münchens. Die heißen dann unter anderem SUVs und haben gelegentlich mehr Pferdestärken als Lkws und Busse. Und blasen mir ihre Abgase ins Gesicht und in die Lunge, so wie früher der Raucher am Nachbartisch beim Pizza-Essen im Italienischen Restaurant.


Ein Freund hat gefordert, dass man die Abgase zuerst durch das Innere des Autos leiten solle bevor man sie nach außen entlässt. Eine Forderung die ich als Fußgänger oder Radler in der Rosenheimer Straße in München nur unterstützen kann.


Beim Auto gibt es eine neue Entwicklung. Denn auch die nicht sonderlich gebildeten Terroristen haben erkannt, wie gut sie Autos zur Ausübung ihres Gewerbes einsetzen können. Das Auto als die BOAB (best of all bombs). Weil es so einfach zu benutzen ist. Und die „Terroristen“ nutzen es immer häufiger. Warum soll man sich die Mühe machen, eine Bombe zu bauen, wenn man eh sterben will? Dann setzt man sich doch besser ans Steuer eines Kfz und gibt Vollgas. Freie Fahrt für freie Bürger.

Und die Kommunen beginnen, ihre Plätze und Fußgängerzonen mit Pollern zu schützen. Man sollte in Unternehmen investieren, die Poller bauen.

Ich schließe meinen Artikel und zitiere aktuelle Zahlen für Deutschland aus der Straßenkriegsberichtserstattung des statistischen Bundesamtes.


WIESBADEN – 239 Menschen kamen im April 2017 bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren das acht Verkehrstote oder 3,2 % weniger als im April 2016. Die Zahl der Verletzten ging um 12,0 % auf circa 28 300 gegenüber dem Vorjahresmonat zurück.

Von Januar bis April 2017 wurden 867 Verkehrstote gezählt, das waren nahezu genauso viele wie im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2016 (865 Getötete). Rund 105 600 Menschen wurden in den ersten vier Monaten 2017 auf Deutschlands Straßen verletzt, ein Rückgang um 2,9 % gegenüber Januar bis April 2016. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle ist gesunken. In den ersten vier Monaten 2017 erfasste die Polizei 790 400 Straßenverkehrsunfälle, 1,4 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Darunter waren 81 300 Unfälle mit Personen­schaden (– 2,7 %) und 709 000 Unfälle mit ausschließlich Sachschaden (– 1,2 %).

Im April 2017 kamen 239 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben (-3,2% / -8 Tote z VJ), 28300 wurden verletzt.


Immerhin schreiben sie, dass die Zahlen gesunken sind. Das obwohl die akkumulierte Vier-Monats-Zahl der Toten gestiegen ist! Aber was sind schon zwei Verkehrstote mehr? Der Trend zeigt übrigens, dass die Zahlen der Verkehrstoten in Deutschland wieder steigen. Und ich höre in Deutschland keinen Ruf nach VISION ZERO wie in Schweden. Es ist eine Schande!

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 25. Juni 2017

#AktMobCmp – 13. Juli 2017

Für den Abend des  13. Juli 2017 habe ich ein #AktMobCmp-Treffen vorgeschlagen.

Gedanken zur Vorbereitung!

MÖGLICHE THEMEN

Folgende Themenkreise und/oder Thesen würden mich interessieren.


Warum fährt man überhaupt noch Auto? Hat man da Vorteile? Oder ist das alles nur ein großer Selbstbetrug? Als manipuliertes Lobby-Opfer?

  • Vor ein paar Tagen bin ich mal in ein paar Stunden um den Starnberger See geradelt. Es ging zuerst mit der S-Bahn von Neubiberg nach Starnberg. Dann sind wir rund um den See gefahren und von Starnberg wieder mit S-Bahn zurück. Es war ein wunderschöner Sommertag, alles ging hervorragend. Aber am See, da war so „auto-mäßig“ absolut die Hölle los. Alle Parkplätze waren voll, es ging nichts mehr. Und es gab Stress ohne Ende – bei den Autofahrern.
  • Ich bin ziemlich mobil. Innerhalb München sowieso. Aber auch innerhalb Deutschland, Europas und gelegentlich auch in der Welt. Und immer geht es ohne Auto. Der Verzicht auf Autos als Mobilitäts-Werkzeug hat nur Vorteile, unter dem Strich geht es einem viel besser ohne Auto!

So könnten wir die Frage bearbeiten:
Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit eine Autofahrt Sinn macht, d.h. wesentliche Vorteile gegenüber alternative Mobilität bringt?


Wieso trauen sich Menschen eigentlich noch mit dem Auto zu fahren? Und nehmen dabei entweder ohne nach zu denken oder in arroganter Selbstherrlichkeit beliebig nicht nur „soziale Schäden“ bei dritten und sich selber in Kauf?

Oder:
Passt die folgende Metapher? Autofahren nicht nur in der Stadt ist doch  mit dem Rauchen in öffentlichen Räumen zu vergleichen? Wenn ich durch die Gegend radele, blasen Autos mir ihre Abgase ins Gesicht wie mir früher der Raucher am Esstisch gegenüber.

  • Als Führer eines Autos gehen wir bewusst das Risiko ein, andere Menschen zu verletzen oder zu töten. Und das passiert immer noch viel zu häufig.
  • Wenn wir Auto fahren, produzieren wir Abgase, die andere Menschen schädigen, die mit dem Auto gar nichts zu tun haben wollen.
  • Autos erzeugen Lärm, der die Lebensqualität unseres Wohnraums in den Städten wie auf dem Land enorm reduziert.
  • Autos verursachen für die Insassen und besonders dem Fahrer ziemlichen Distress.
  • Autofahren raubt den Menschen die Bewegung und macht sie dick.

Vielleicht nicht so ganz scherzhaft war ein Tweet, den ich gelesen habe: Man sollte die Abgase des Auspuffs erst mal durchs Innere des Wagens leiten, bevor sie nach außen entsorgt werden dürfen.

Hier stelle ich mir keine „moralische“ Diskussion vor sondern eine ganz schlichte und konstruktive Güterabwägung.


Die Genialität von Pedelecs (E-Bike)!

  • Die Kombination von Körper und Maschine
  • Für rationale und effiziente Mobilität und Logistik sind E-Maschinen perfekt.
  • Gerade im unteren Geschwindigkeitsbereich und für schlanke Mobiltität sind Elektrofahrzeuge eine hervorragende Alternative.

Könnten wir nicht 90 % unser innerstädtischen individuellen und durch logistisch notwendigen Mobilität mit E-Bikes und angemessenen Elektrofahrzeugen (Skooter, Lieferautos, Großraumtaxis als Teil des öffentlichen Verkehrs …) besser, billiger, gesünder, schöner und effizienter bewältigen?

(Mir ist klar, dass individuell die Elektromobilität – sprich das E-Auto – keine Lösung ist. Allein die Umweltschäden und der Kohlendioxid-Ausstoß, die die Herstellung einer Groß-Batterie wie für einen Tesla bedeutet oder auch schon für einen e-UP verursacht, zeigen dass dies keine Lösung für schnelle und weite Kommunikation sein wird.)

Könnte es sein, dass die Ursache für den massiven Wechsel vom Fahrrad zum Auto im Nachkriegs-Deutschland einfach die vielen und so mühsamen Steigungen waren? Und dass seit dem E-Bike das schlechte Wetter das letzte Argument gegen das Radeln ist? Und dass das ganz gut lösbar ist (und Teil des Menschseins ist)?

Und geht es im Bereich der „Hochleistungs-Mobilität“ – Mittel- und Langstrecken schnell überbrücken zu können – eigentlich nicht um „shared economy“ sondern um „shared mobility“? Und ist diese nicht schon längst erfunden und kann freilich noch beliebig verbessert werden?


Zum Format bzw. der Methode für unser nächstes Treffen:

Wie wäre es diesmal mit einer praktischen Übung in Fahnenbildung? Alle diese Themen könnten wir mit der Technologie der Fahnenbildung bearbeiten. Die Fahnenbildung (ars construendi vexilla, die Kunst Fahnen zu verbinden) ist eine dialektische Technik zum Erarbeiten von vernünftigen Übereinstimmungen (rationaler Konsens) in Gruppen. Und die kann, besser muss man wunderbar agil und auf Augenhöhe gestalten!


Was meint Ihr? Was würdet Ihr bevorzugen? Welches Thema, welche Methode. Habt Ihr bessere Ideen und/oder Ergänzungen? Soll ich das geplante Meeting organisieren und einladen?

Dann würde ich in der Region München einen Raum für den 13. Juli suchen, das Programm ausarbeiten und Termin und Programm in Meet-Up und auf der AktMobCmp-Seite veröffentlichen.

Oder sollen wir es sein lassen, weil es eh sinnlos ist? Und weil wir eh keine Chance auf ein besseres Leben ohne Abgase und Lärm haben? Weil die Auto-Lobby die Welt regiert?

Dann würde ich den Termin absagen und vielleicht auch AktMobCmp beenden.

RMD

Gestiftet von Visual BrainDump (Christian Botta & Daniel Reinold). Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

Roland Dürre
Mittwoch, der 7. Juni 2017

Einfach mal ein paar Fragen.

Roland mit Schultüte

Wie ich jung war, hatte ich nur wenig Fragen.

Und war oft traurig.

Die Fragen sind mehr geworden.

Antworten wird schwieriger.

Je älter ich werde, desto mehr bekomme ich Gefallen und Freude am Leben.

Und suche nicht mehr nach Antworten.

Weil ich immer weniger verstehe.

Die Fragen aber bleiben …

  • Warum hassen wir? Wissen wir doch, dass der Hass den Hassenden zerfrisst, der Gehasste jedoch wunderbar mit dem Hass leben kann?
  • Warum sind wir gierig aber nicht zufrieden? Wissen wir doch, dass die Gier uns unglücklich, die Zufriedenheit aber glücklich macht.
  • Warum machen so viele Menschen genau das, was sie nicht machen wollen?
  • Warum können Lobbyisten und Marketing-Manager die Menschen so leicht manipulieren?
  • Warum lassen wir uns so gerne fremd steuern?
  • Warum handeln wir gegen unseren Körper, unseren Verstand und unser Herz?
  • Warum handeln wir nicht nach dem Prinzip “Erst geben, dann nehmen” sondern nach “Auge um Auge, Zahn um Zahn”?
  • Warum darf uns Arbeit nicht Spaß machen”?
  • Warum schreien wir nach einer Ordnung, die uns unterdrückt?
  • Warum glauben wir, dass wir selber mit Regelverzicht verantwortungsvoll umgehen könnten, nur die anderen leider nicht?
  • Warum sind wir bereit für ein wenig Sicherheit viel Freiheit aufzugeben?
  • Warum sind wir nicht bereit, im Jetzt zu leben und zerstören das Jetzt durch das Denken ans übermorgen?
  • Warum genießen wir nicht unser Glück und zerstören es durch die Furcht vor kommendes Unglück?
  • Warum machen wir Pläne für Fälle, die eh nicht eintreten werden.
  • Warum haben wir Ängste, von der wir wissen, dass sie doch nur in unserem Kopf stattfinden.
  • Warum zerstören wir Körper von Menschen, die unsere eigenen sein könnten?
  • Warum machen wir sogar unsere Kinder kleiner als sie sind wohl wissend dass wir selber nicht klein gemacht werden wollen?
  • Warum kaufen wir Joghurtbecher, obwohl wir wissen, dass Plastik die Welt zerstört?
  • Warum fahren wir Auto, wohl wissend, dass Autofahren uns träge macht?
  • Warum sind wir nicht in der Lage als schlecht erkannte Gewohnheiten aufzugeben?
  • Warum rechtfertigen wir Falsches gegen eigenes besseres Wissen?
  • Warum machen wir Krieg, obwohl wir wissen dass Kriege in der Regel keine Lösung sind?
  • Warum führen wir Krieg in anderen Ländern, obwohl Krieg bei uns zum Undenkbaren geworden ist?
  • Warum machen wir Terrorismus groß, obwohl wir ihn verabscheuen?
  • Warum ruinieren wir unseren Planeten, obwohl wir nur einen haben?
  • Warum geben wir unserem Körper nicht das, was er braucht: Genug Schlaf und Bewegung, gesunde Ernährung?
  • Warum haben wir Angst, unseren Körper lustvoll erleben?
  • Warum aasen wir mit Zeit, obwohl wir wissen, dass Zeit ein Gut ist, dass nie mehr wiederkommt?
  • Warum denken wir nicht, obwohl wir ein Gehirn haben?
  • Warum halten wir uns für die Krone der Schöpfung?
  • Warum halten wir unsere Gewissheiten und unsere Überzeugungen für Wahrheiten?
  • Warum machen wir aus Naturwelt eine Kulturwelt, ersetzen Naturrauschen wie das Tosen des Meeres durch das Kulturrauschen der lauten Mega-City?
  • Warum glauben wir an Wachstum als Lösung obwohl wir wissen, dass “weniger mehr ist”?
  • Warum erwarten wir, dass man uns in unserer Not hilft, helfen aber anderen nicht wenn sie in Not sind?
  • Warum vergiften wir ohne Not die Luft, die wir täglich atmen wollen?
  • Warum sehnen wir uns nach Geborgenheit und lieben die Einsamkeit?
  • Was ist soziales Miteinander?
  • Was ist Liebe?
  • Wie lösen wir den Spagat zwischen “individuell und kollektiv”?

Wahrscheinlich sind es viel zu viele Fragen.

Wenn ich aber noch mal 20 Minuten mehr nachdenke, dann finde ich noch mehr solche Fragen.

Beantworten kann ich sie immer noch nicht.

Jetzt würde mich aber interessieren, welche Fragen Ihr so habt? Und welche meiner Fragen Euch auch wichtig sind?

Oder habt Ihr gar Antworten!?

Danke!

RMD