Folgende „Weihnachtsgrüße“ haben mich erreicht, und zwar von einem Menschen, der mir gut bekannt und betreffend Mobilität ein wirklich kompetenter Experte ist. Ich bedanke mich bei ihm dafür ganz herzlich!


Hallo zusammen,

ein paar aktuelle Zahlen über die Anzahl und Antriebsart der in München zugelassenen Pkw und Lkw:

2017
PKW – Bestand Nov
Benzin 427.894
Diesel 287.869
Elektro 2.177
LKW/Sonst.Kfz Nov
Benzin 4.831
Diesel 49.770
Elektro 155

Es sind insbesonders zu viele Pkw und diese haben die falsche Antriebsart – die Lkw sowieso.

Von einer Verkehrswende o. ä. ist man also noch (ziemlich) weit entfernt…

Schöne Bescherung!


Das hat mich zum Nachrechnen gebracht!

Die Summe der PKW’s  ist leicht durch Addition zu ermitteln. Ich komme dann auf insgesamt 717.940 – ohne die LKW’s! Und es scheinen noch mehr zu werden.

Jetzt gehe ich mal davon aus, dass ein Auto beim „engen Parken“ im Schnitt in der Länge mindestens 5 Meter benötigt. Die Multiplikation von 717.940 (Anzahl der Autos) mal 5 Meter (Länge des Autos mit ein wenig Abstand zum nächsten) ergibt 3.589.700 Meter. Das bedeutet, dass alle Autos München in Reihe aufgestellt (mit wenig Zwischenraum) nur zum Parken eine Straße mit einer Länge von 3.590 km brauchen!

Laut Wikipedia umfasst München eine Fläche von

310,7 km2

Und diese Fläche wird nicht mehr, alles Unterkellern ist sicher keine Lösung. Auch „Eingemeinden“ würde diesem Fall auch nicht helfen.

Ich rechne mal modellhaft weiter. Wäre München ein Quadrat, dann hätte dieses Quadrat eine Seitenlänge von 17,6 km!!!

Jetzt dividiere ich die Länge der benötigten Straße (3.590 km) durch die 17,6 km Seitenlänge. Das Ergebnis ist dann: Wir brauchen in unserem Quadrat-München auf 17,6 km 204 parallele  Straßen, nur um die Autos zu parken! Das heißt alle 86 Meter muss eine Parkspur für die Autos da sein. Die Zahl ist brutto, da ja diese Parkspuren eine gewisse Breite haben muss.

Ist das nicht grauenhafte Vorstellung? München ist zwar kein Quadrat sondern ein zerfranztes Gebilde. Das ändert aber nichts am Prinzip. So sollte uns unsere kleine Musterrechnung schon ein wenig beunruhigen sollte. Was für eine irrsinnige Verschwendung von wertvollem Grund und welche Zerstörung von Lebensraum!

Eine andere Betrachtung finde ich genauso schlimm:

Wenn ich mir überlege, dass es Autos mit einem Gewicht unter einer Tonne kaum mehr gibt und ich als durchschnittliches Gewicht pro Auto 1,25 Tonne annehme, so haben wir im schönen München 897.425  Tonnen Sondermüll herumstehen haben. Das ist 9 mal das Gewicht der Golden Gate Bridge. Wenn der Sondermüll in Bewegung gerät – dann stinkt er und generiert Schmutz, erzeugt Lärm und mach so Menschen macht. Weiter verletzt und tötet er Menschen und raubt ihnen nicht zuletzt die für sie so wichtige Bewegung – mit weiteren entsprechenden nicht nur gesundheitlichen Folgen.

Und aus eigener Erleben weiß ich, dass man bei genauem hinsehen und ein wenig guten Willen Autos nur in ganz wenigen Fällen wirklich braucht und man fast alles ohne Auto auch nicht schlechter organisieren kann.

Man muss nur bereit sein wenig vermeintliche Bequemlichkeit aufgeben und bereit sein, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen. Und die schrecklichen (1,4 Millionen Verkehrstote pro Jahr, Zerstörung unserer Welt, Verursachung von gesundheitlichen Schäden durch Dreck und Lärm, Schaden der eigenen Gesundheit durch Aufgabe von Bewegung und Begebung in Stress) für uns alle wie die Nutzer selber schädlichen Folgen nicht mehr billigend in Kauf nehmen.

Es geht also nur darum, ein paar unteroptimale und schädliche Gewohnheiten aufgeben, die uns sowieso nur scheinbar einen Nutzen bringen. Wer dazu nicht bereit ist, dem ist nicht zu helfen.

Daraus folgt die Frage:

Sind Autofahrer Abschaum und Gesindel? Oder nur dumm? Oder beides?

Diese aggressive Aussage ist meiner Verzweiflung geschuldet. Der Satz missfällt mir selber, weil solch pauschales Verurteilen gar nicht meins ist. Aber vielleicht ist sie inhaltlich gar nicht so ganz falsch und vielleicht geht es angesichts des Auto-Wahnsinns nicht anders, als wie Knecht Ruprecht den Knüppel aus dem Sack herauszuholen?

Für mich ist diese Böse Frage ein guter Grund (weil ich eben kein Abschaum und Gesindel und auch nicht dumm sein will), dass ich mich nur noch in ein Auto setze, wenn es sehr gute und wichtige dafür Gründe gibt, ja fast gezwungen werde.

Das kommt bei mir vielleicht zehn mal im Jahr der Fall – mit abnehmender Tendenz. Dabei bin ich „mobiler“ als je zuvor und kann das mit meinem Google-Tracking-Profil belegen.

Und ich fühle bei meiner neuen aktiven Mobilität so richtig sauwohl und bin effizienter denn je zuvor. Die Zeit zum Autofahren habe ich wirklich nicht mehr.

In diesem Sinne auch von mir

😉 Schöne Bescherung!

RMD

P.S.
Gerade habe ich von der gleichen Quelle (von dem oben erwähnten Experten) eine zweite ergänzende E-Mail erhalten. Ich zitiere auch sie:


„wenn man jetzt noch die geringe Anzahl der Car-Sharing-Fahrzeuge (deutlich unter 2000, genaue Zahl ermittle ich gerade) berücksichtigt sowie die Tatsache, dass es in den nächsten 5-10 Jahren bei weiter steigenden Einwohnerzahlen kaum zusätzliche Schieneninfrastruktur für den Öffentlichen Verkehr in München geben wird, dann kann man sich unschwer vorstellen, dass es in den vorhandenen Verkehrsmitteln des Öffentlichen Verkehrs sowie auf den Radwegen noch enger und dichter zugehen wird als heute schon!

Die verschwindend geringe Anzahl der E-Fahrzeuge wird auch in den nächsten Jahren nicht zu einer Abnahme der Schadstoff- und Lärmbelastung im Münchner Hauptverkehrsstraßennetz beitragen (können)!

Bleibt demnach nur die Förderung der aktiven Mobilität (Gehen und Radfahren), des öffentlichen Verkehrs (kurzfristig: Busbeschleunigung und -bevorrechtigung) sowie der Ansatz an den Antrieben der Kraftfahrzeuge (Pkw, Lkw, Busse, Motorräder, Mopeds, Baumaschinen etc.)“.


Ich kann mich beim E-Mail-Sender nur noch mal bedanken und all seinen Aussagen zustimmen. Nur bei dem Radverkehr bin ich ein wenig anderer Meinung: Wir – die Radfahrer – müssen uns die Straße von den Autofahrern zurück erkämpfen! Notfalls ohne gesetzliche Unterstützung und mit ein wenig Nachdruck.

Vor allem werden wir mit AktMobCmp weitermachen, motivierter den je!

Gestiftet von VisualBrainddump (Christian Botta & Daniel Reinold) Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

Gestern war wieder Weihnachtsfeier bei der InterFace AG. Wie immer war es ein schönes Fest – mit viel Musik, Tanz und Kommunikation. Diesmal im Rock-Café im Herzen von München.

Am Abend vorher bin ich gebeten worden, ein paar persönliche und weihnachtliche Worte zu sagen. Da habe ich mir viel Mühe gegeben, einen Beitrag formuliert und gestern Abend vorgetragen. Der Text findet sich in diesem Post dann unter dem Bild.

Inspiriert hat mich ALTO, das Saxophon von Knud Johanssen, dass uns bei unserem Auftritt am 22. Oktober 2017 bei der DOAG in Nürnberg so schön begleitet hat.

Also sprach ALTO – das Saxophon von Knud Johannsen.

Hier meine Gedanken zu  Weihnachten 2017. Ich habe den Text genannt:

FALSCH oder RICHTIG?


Es fing früh in meiner Kindheit an. Meine Erzieher wollten mich zu einem perfekten Menschen formen. Ein Musterkind sollte ich werden! Der Stolz einer jeden Mutter. Immer sollte ich brav, ehrlich, gehorsam, höflich und ordentlich frisiert sein; immer sollte ich ordentlich aufrecht stehen (“Mach keinen Buckel!”) sowie laut, deutlich und korrekt sprechen – aber nur wenn ich gefragt wurde. Und vor allem sollte ich ein guter Schüler sein.

Vieles davon ist meinen Unterdrückern misslungen, trotzdem war das für mich alles andere als angenehm. Allerdings hat mich deren Vorgabe geprägt.

So wollte ich später ein “guter” Mensch sein, ein ordentlicher Mitarbeiter, ein schneller (und fehlerfreier) Programmierer, ein liebevoller Ehemann, ein verständnisvoller Vater, ein Spitzen-Manager und später ein Super-Unternehmer.

Perfektion war mein Ding, ich wollte ein “Profi” und kein “Dilettant” sein.

Anders gesagt – ich wollte die Dinge “richtig” machen!

Dann habe ich verstanden, dass es gar nicht so wichtig ist, die Dinge “richtig” zu machen.

Viel wichtiger ist es, die “richtigen” Dinge zu machen!

Meine Begründung ist einfach:
Was passiert, wenn ich die “falschen” Dinge so ganz “richtig” mache? Das kann doch leicht in eine Katastrophe führen?

🙂 So bin ich froh, dass ich Zeit meines Lebens ein Dilettant geblieben bin. Denn dann ist und war es nicht so schlimm, wenn ich mal die falschen Dinge mache oder gemacht habe!

Wer aber weiß, was “richtig” und “falsch” ist?

Ich lebe im HEUTE. Oft weiß ich nicht, was von dem, was ich GESTERN gemacht habe, “richtig” war. Wie soll ich dann im HEUTE wissen, welche Wahrheit fürs MORGEN gilt?

Heute wird viel von TRANSFORMATION und INNOVATION geredet. Menschen leiden unter KOMPLEXITÄT (ganz gleich ob vermeintlich oder tatsächlich). Die KOMPLEXITÄT macht es nicht einfacher, zu entscheiden was “falsch” oder “richtig” ist. Ich meine, dass wir KOMPLEXITÄT nur mit PARTIZIPATION begegnen und auch nur so mit TRANSFORMATION und INNOVATION konstruktiv umgehen können.

Also:
Den “richtigen”, den guten, den schönen Weg werden wir nur gemeinsam finden. Möglichst viele müssen ihr Herz und ihre Weisheit einbringen, Wissen teilen und an einem Strang ziehen.

Zur Anregung eine kleine Anekdote:

1985 traf sich aus der Musikbranche alles, was Rang und Namen hatte, um für Afrika den Song “We are the world” aufzunehmen. An der Tür des Musikstudios war zur Ankunft all der Stars ein Zettel ausgehängt: “Please leave your ego out!”.

Wobei wir wieder bei richtig und falsch sind. Denn natürlich sollten wir die “richtigen” Teile unseres Egos so stark wie möglich einbringen. Und nur die “falschen” weglassen. 🙂

So stehe ich hier in großer Dankbarkeit und Liebe und wünsche Euch ein schönes Fest, einen guten Rutsch und ein gelingendes Jahr 2018! Thank you for everything, in love!

WE ARE THE WORLD!

Wer Lust hat, darf summen und/oder singen. Weil die Botschaft ist:

NICHT JAMMERN SONDERN JAMMEN (= GEMEINSAM)!


So wünsche ich allen Menschen und besonders denen, die in irgendeiner Art und Weise mit mir oder der InterFace AG zu tun haben, ein wunderschönes und frohes Fest, einen guten Rutsch und ein absolut gelingendes Jahr 2018!

RMD

Der 22. Oktober war für uns (Christian, Knud und mich) ein harter aber sehr schöner Tag. Am Vormittag haben wir uns in Nürnberg getroffen um am Abend etwas auszuprobieren. Wir hatten eine Idee, wir wollten „Wichtiges kreativ kommunizieren“. Einfach mal ein paar Aussagen machen, die nachhaltig hängen bleiben sollten.

Wir, das waren Christian Botta, Knud Johanssen und meine Wenigkeit. So haben wir uns in einem kleinen Appartement im Kongress-Zentrum in Nürnberg getroffen. Weil wir an diesem Mittwoch am Abend eine kleine Show machen wollten. So mussten wir noch ein wenig üben.

Im Vorfeld wir hatten uns genau dreimal kurz getroffen, unsere Idee ausgebrütet und dann den Inhalt wie die Dramaturgie gemeinsam in einem „shared document“ zur Überbrückung der Raumzeit-Schwelle entwickelt.

Ab 11:00 haben wir das „Jammen“ geübt und geprobt. Bis um 16:00 Uhr ging das so, dann haben wir durch geschnauft. Um 17:00 war es dann soweit, zum Abschluss des „soft tracks“ der DOAG-Jahreskonferenz  es ging raus auf die Bühne. Mit „Kreativer Kommunikation“.

Hier das Foto nach getaner Arbeit:

Christian,  unser „Gastgeber“ Dietmar Neugebauer, Knud und meine Wenigkeit
(von links nach rechts).

Aber vorher galt:
„Gestern, Heute und Morgen“ und vor allem
„Nicht Jammern sondern Jammen!“

Hier die Uraufführung vom 22. November 2017.

Mit und von uns: (am Stift), (mit ALTO, dem Altosaxophon, unser Rapper und Bauchredner). Und ich (  – am „Sprech“) war auch dabei!

RMD

P.S.
Hier auch noch der Link zum Video:
Und für alle, die es lieber nach lesen, werde ich im nächsten Post meine Texte veröffentlichen.

 

Weihnachten naht!!!

 

Was wäre
Weihnachten ohne Musik?
Musik ohne Gesang?
Gesang ohne Chor?
Und der Chor ohne das Weihnachts-Oratorium?

Die Arcis-Solisten mag ich besonders, nicht nur weil da Evelyn (EG) mit singt. Bei einigen Aufführungen durfte ich dabei sein – und es war immer großartig.

Und auch diesmal wieder: Dank Evelyn gibt es für IF-Blog-Leser, die sich am Konzert erfreuen wollen, einen kleinen Vorteil. Bei Interesse einfach eine E-Mail an mich mit dem Stichwort „Arcis-Vocalisten“ senden.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 26. November 2017

Mein erstes elektrisches Fahrrad – ein Lastenrad.

Im Frühjahr dieses Jahr hat die Elektro-Mobilität in unserem Haushalt Einzug gehalten.

Mit einem Lastenrad für die Einkäufe und die Enkel.

Wir haben uns für ein CARGO-Rad von i:SY entschieden. Das  „Traditions-Unternehmen Hermann Hartje KG aus Hoya/Weser“ stellt das Rad in Deutschland her.

Unser Lastenrad ist vom Typ „long john“ – ein langgestrecktes „Cargo“ mit nur zwei Rädern. Die andere Alternative wäre ein „Christiania“ gewesen. Das hat vorne zwei Räder,  also insgesamt drei. Da kann man vor der Ampel sogar auf dem Rad sitzen bleiben. Der Name kommt von „christiania bikes“ – er wird als Begriff für alle Räder diese Bauart verwendet, auch ungenauer Weise für die von anderen Unternehmen.

Die Lastenräder von der Art „long john“ gibt es von ihren Herstellern. Meistens in verschiedenen Größen, das heißt, dass verschieden lange Ladeflächen (und damit auch Räder) angeboten werden. Auch der Hersteller unseres Rades bereitet gerade ein längeres Modell vor. Für unseren jetzt nur  3-Personen kleinen Haushalt und die Enkel reicht das kürzeste Modell jedoch völlig. Für ganz schwere oder sperrige Lasten habe ich ja noch meinen Anhänger (korrekter gesagt: meine Anhänger. Es sind ja drei … 🙂 ).

Unser Lastenrad nennt sich „i:SY eCAR:GO“. Es wurde uns von unserem Stamm-Händler (Dully’s BIKESTATION) in Ottobrunn sehr stark empfohlen hat. Wir haben es ausgewählt, weil es ein sehr bewegliches, ja fast sportliches Lastenrad ist. So klappt auch die Durchfahrt von Schikanen damit meistens sehr gut.

Ich verzichte hier auf die Maße und technischen Daten, die findet Ihr unter den Links. Wir haben auch den Aufbau vorne, wie auf dem Bild oben abgebildet (das Bild kommt auch von der ISY-Website ).

Die Alternative zur Transporte ist ein einfaches Ladebrett, häufig aus geriffeltem Blech. Der Aufbau (eine Holzbox mit Klappsitz und Kindergurten) war für uns wichtig, weil auf der (einklappbaren) Kindersitzbank zwei Kinder gemütlich nebeneinander Platz finden.

Das war auch ein wichtiger Grund für den Kauf des Lastenrads, immerhin müssen wir als Großeltern ab und zu mal die Kinder vom Kinder abholen. Und die haben halt am meisten Spaß, wenn sie vorne im Freien sitzen dürfen, den Wind in den Haaren spüren und wissen, dass der „Opa“ oder die „Oma“ gleich dahinter sitzen.

Das Rad gibt es auch ohne elektrische Unterstützung. Die Fahreigenschaften sind auch ohne Strom ausgezeichnet. Es ist halt schwerer als ein normales Rad, im flachen München ist das aber kein Problem und ist die nicht-elektrische Variante hier völlig ausreichend. Aber wenn man beim Familien-Ausflug mit den anderen (jüngeren) Familien-Mitgliedern und ihren schnellen Rädern mithalten will, dann ist die e-Bike-Version schon hilfreich, besonders wenn es z.B. nach Osten in Richtung Alpen geht.

Unser eCAR:GO ist motorisiert mit einem GoSwissDrive. Es ist ein Heckantrieb, das scheint mir für ein Lastenfahrrad optimal. Der Antrieb bei e-Bikes ist ja so etwas wie eine Glaubenssache. Die einen schwören auf den Heckantrieb, viele nutzen den Mittelantrieb und ich bin eigentlich von allen drei Antriebsarten begeistert, gerade auch vom Frontantrieb meines Reiserades, einem London von Utopia.

Aber dazu später – wie ich auch den Unterschieden bei den Antrieben einen eigenen Artikel widmen werde. In meinem Stall steht mittlerweile ja alles – das Lastenrad mit Heckantrieb, das Conway-Mountain-Bike mit Mittelantrieb und das Reiserad mit einem traumhaften Frontantrieb.

Den GoSwissDrive von unserem Lastenrad habe ich natürlich auch ausführlich gegoogelt. Er wird bei sehr edlen (und dementsprechend teuren) Rädern angeboten. Von Heckantrieb zu sprechen ist unpräzise. Eigentlich hat ein e-Bike immer ein komplettes elektrisches System. Die Komponenten sind Sensoren, Kabel, das Steuergerät, der Akku, der Antriebsmotor und schließlich auch das Ladeteil.

Leider (auch aufgrund von EU-Vorschriften) ist jedes System „elektrisch“ anders. Und ich kann mit dem Ladegerät des einen Systems nicht die Batterie eines anderen Systems laden. Ich meine, dass das Unsinn ist, weil man Standards definieren und die Sicherheitsprobleme auch anders lösen hätte können. Aber das ist halt die EU-Regelwut, bei der technischer Verstand und Entwicklung oft aber auch gar keine Rolle spielt. Sondern eher die Interessen großer Hersteller. Und die sich am Schluss dann doch selber schaden mit ihrem Interesse an proprietären Lösungen.

Beim GoSwissDrive besticht unter anderem der Magnet-Stecker, mit dem der Akku mit dem Ladegerät bzw. am Rad mit dem Motor verbunden wird. Das kennen wir ja bei uns in der IT vor allem von unseren Apples und da war ich auch vom magnetischen Ladestecker begeistert. Ist zwar nur eine Kleinigkeit – aber eine sehr angenehme.

Mir gefällt die kurze Ladezeit der Batterie, die einfache und übersichtliche Steuerung und Anzeige des Antriebes am Rad und natürlich ganz besonders die totale Laufruhe des Motors und  perfekt angepasste Unterstützung in den verschiedenen Stärken. Gemeinsam und Dank der Shimano Acera 9-Gangman Schaltung merkt man kaum den Antrieb nie unangenehm, hat eine tolle Trittfrequenz – und ist plötzlich viel schneller, vor allem bergauf.  Eine Schiebehilfe ist natürlich auch dabei.

Ein Vorteil des GoSwissDrive ist, dass er „rekuperiert“. Das heißt, der Antrieb kann beim Berg ab Fahren Energie zurück gewinnen, dies einstellbar in mehreren Leveln. Das bringt nicht unbedingt viel Energie, obwohl man nach längerer Bergfahrt auch ab und zu mal ganz froh ist, wenn der Akku sich wieder ein wenig füllt, damit man dann für die letzte Auffahrt vor dem Ziel wieder ein bisschen Kraft im Akku hat.

Für mich ist wichtiger, dass die Rekuperation wie eine Motorbremse wirkt und man man weniger stark bremsen muss. So werden Bremsen und Hände geschont. Toll ist auch der Nabendynamo vorne – er ermöglicht auch bei Nacht und ohne Akku mit bestem Licht zu fahren.

Unser Lastenrad hat nur einen Akku, der an der Rückwand des Transportkastens von oben eingesteckt wird. Das geht ganz einfach – genauso wie die Abnahme. Dann kommt der Magnet-Stecker ran und fertig. An der Rückwand auf der anderen Seite wäre ist auch noch Platz und die Halterung für einen zweiten Akku, bei unserer Nutzung im flachen München ist das völlig unnötig, denn die Reichweite – besonders bei schonender Fahrt – geht locker deutlich über 100 km.

Das dürfte anders sein, wenn man im hügeligen Land wohnt und das Rad ganztägig professionell nutzt. Aber dann gibt es mit zwei Akkus garantiert auch kein Problem. Und wenn der eine Akku leer ist, steckt man einfach den Magnetstecker von dem einen auf den anderen und schon geht es weiter.

Die Barbara hat dann unser Lastenrad noch mit einer von ihr professionell angepassten und hand-genähten Plane versehen, so dass wir auch im Regen unsere Ware im Trockenen transportieren können. Die praktische Nutzung hat gezeigt, dass gerade zum Einkaufen (neben dem Kinder transportieren) das Lastenrad in seiner Beliebtheit ganz nach vorne geschoben hat. Es ist einfach zu schön, die erbeuteten Güter einfach einzuladen und dann direkt an der Haustür abzuliefern. Und auf die Idee, mit dem Auto einkaufen zu gehen, kommt man wirklich nicht mehr. Ist viel zu kompliziert.

Ja, ich finde es schade, dass wir in unserer Zeit als Eltern so etwas nicht hatten. Dafür freut es die Enkel umso mehr!

RMD

Roland Dürre

Lieber böser Trieb.

Mein Weg. Im Wind. Auf schmaler Spur. Auf gefährlicher Strecke. Durchhalten!

Ich schreibe ja zurzeit öfters über Sex. Und elektrische Fahrräder. Heute wieder über Sex.

Mir geht es nicht um den Sex an sich. Vielmehr bin ich betroffen, wie sehr gerade bei diesem Thema geheuchelt und moralisiert wird. Und wie sich die Menschen dabei selbst betrügen, wohl weil sie Angst vor ihren Trieben und ihren unbewussten Wünschen haben.

Ich meine, dass wir besser leben könnten, wenn wir unser eigenes Leben und das der „Anderen“ nicht unnötigerweise mit Tabus und Moral kaputt machen würden.

Wenn ich in meinen Artikeln zurzeit Muster breche, dann möchte ich niemand verletzten oder beleidigen, sondern nur ein wenig zum Nachdenken und Überprüfen der eigenen Gewissheiten anregen.


Bei meinem „meetoo-Artikel“ habe ich neben viel Zustimmung auch Gegenwind bekommen. Positiv zusammen gefasst wurden mir im wesentlichen zwei Aussagen entgegen gehalten:

(1) „Auch Männer sollten in der Lage sein, was auch immer sie gerade treiben, sich zu beherrschen.“

und

(2) „Wir müssen – ganz gleich in welcher Situation wir uns befinden – immer ausreichend Respekt vor anderen Menschen und deren Recht auf Selbstbestimmung haben“!

Das klingt beides gut. Und danach versuche ich sogar zu leben. Und ich meine, beides sollte für alle Menschen und alle Geschlechter gelten, nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen.
(Einschub: Im übrigen haben wir ja neuerdings drei Geschlechter. Bei der Sexualität hat das Bit jetzt drei Werte – Informatik-Insider.)

Aber sehen wir uns mal (1) genau an: Was heißt das „auch Männer“? So wie Frauen? Oder Kinder? Oder unsere Haustiere? Oder Autofahrer*Innen! Wer sollte eigentlich nicht in der Lage sein, sich zu beherrschen?

Wenn ich (2) gründlich und langsam lese, dann denke ich mir als erstes „Wow, was für ein schöner Satz!“. Aber ist das nicht eine Utopie oder schlimmer nur so eine Floskel? Wie ist die Realität, die uns sozialisiert hat und in der wir unsere Kinder sozialisieren? In meinem Leben habe ich zu oft das Gegenteil von Aussage (2) erlebt. Wie schön wäre es gewesen, wenn andere Menschen mein Recht auf Selbstbestimmung respektiert hätten! Besonders meine „Erziehungsberechtigten“!

Gibt es überhaupt ein Gesetz, dass unsere Selbstbestimmung schützt? Ich fürchte nicht. Kann ich das Recht zur Selbstbestimmung aus der Garantie meiner Würde ableiten? Freiheit heißt doch auch „das eigene Leben eigenverantwortlich leben“? Und wird das nicht beliebig eingeschränkt, mit der „genial-fiesen“ Begründung mich schützen zu wollen. Vor mich selber!

😉 Ich kenne nur, die Selbstbestimmung über meine Daten … Und das auch eher nur als Gesetz (weil diese Selbstbestimmung in meiner Bewertung sowieso Blödsinn ist).

Meine „Selbstbestimmung“ wurde laufend durch Mächtigere und Mächtigeres weggefegt. Ich könnte hier eine schier unendlich lange Liste von Lebenserfahrungen aus Elternhaus, Schule, Bundeswehr, Studium, Erwerbsleben, in Sondersituationen wie z.B. im Straßenverkehr und dem „gemeinen“ täglichen Alltag berichten und damit Seiten füllen.

Das betrifft aber nicht nur mich. Nahezu pausenlos erlebe ich sogar im „öffentlichen Bereich“, wie Menschen die Selbstbestimmung anderer überhaupt nicht respektieren. Und dies in allen Dimensionen des Zusammen-Lebens. Und die harmloseste Form ist da noch „Moralisieren“, das schnell zum „Mobbing“ wird.

Trotzdem versuche ich (2) zu leben. Wie auch (1). Mit (1) ist es aber auch nicht so ganz einfach. Ist es wirklich „gut“ für mich, wenn ich mich immer beherrsche? Und wieso soll ich Menschen ächten, verfolgen und bestrafen, nur weil sie sich trauen, was ich mich nicht traue. Zum Beispiel wenn sie sich die Freiheit nehmen, einem anderen Menschen zurück zu melden, dass sie ihn schön finden. Was ich mich aus Angst vor „Sexismus“ dies nicht traue. Soll ich sie verurteilen, weil ich sie um ihren Mut und ihre Freiheit beneide? Und mich ärgern, wenn diese auf „ihre Unverschämtheit“ dann auch noch eine positive Reaktion bekommen!

Und was das Moralisieren betrifft, da zitiere ich ausnahmsweise und sinngemäß – anders geht das ja eh nicht – das neue Testament)
Der, der frei von Schuld, möge den ersten Stein werfen!

Wir dürfen doch nie vergessen, dass „Mensch“ (wir alle) halt letzten Endes nur ein ab und zu mehr und ab und zu weniger sympathisches „Säugetier“ ist. Ab und zu voller Feindseligkeit und dann wieder von größter (Menschen-)Freundlichkeit! Ein Säugetier, dass zwar über so etwas wie ein „moralisches“ Kleinhirn verfügt, das aber halt nur das „kleine Hirn“ ist?

Wie würdigt der Bayer seinen Franz-Josef (Strauß) : „Ein Hund war er schon!“.

Und dass Mensch einredet, wie klug, stark und frei er doch wäre. Obwohl die ganzen relevanten Erinnerungen und Erfahrungen im Unterbewusstsein gespeichert sind.An so viel Information (fast alle die wir haben) kommen wir eben nicht „bewusst“ hin. Das Unterbewusstsein fällt und bereitet de facto die Entscheidungen vor. Wir sind nicht die „edle, göttliche Rasse“, ohne Fleisch und nur aus Geist, die sich absolut vom Tier unterscheidet. So sollten wir auch nicht versuchen, so tun als ob oder gar so werden zu wollen.

Wir haben eben keinen unbeeinflussten und bewussten Willen. So sind wir auch nur recht bedingt und dann sehr konstruiert schuldfähig. Diese (naturwissenschaftlich der modernen Gehirnforschung folgend) sehr wahrscheinliche Realität wird nicht gerne gehört, und ruft bei vielen (den meisten) Menschen in der Regel Entsetzen und eine heftige Gegenreaktion aus. Daraus folgt aber auch, dass z.B. eine „Haftstrafe“ für  falschen (sozial-schädliches) Verhalten nicht mehr als Strafe verstanden wird sondern als Maßnahme, die die Absicht hat, dass sich dies nicht wiederholen kann.

Ich frage mich: Macht es Sinn und ist es legitim (im Sinne von ehrlich), wenn ich mich moralisch über die „Täter“ oder pauschal gar über „Täterkategorien“ erhebe und diese verurteile? Was bringt es sozial, wenn ich oder wir uns an Hexenjagden beteiligen und auch z.B. juristische Güter wie das der Verjährung in so einem Fall einfach ignorieren?

These (1) – nicht beherrschen können – wird ja immer besonders Männern unterstellt. Ich bin ein Mann und kenne die „Triebsituation“ von Frauen nicht. Es gibt Frauen, die mir berichtet haben, dass sie auch „trieb-ähnliche“ Situationen haben. Das glaube ich ihnen, denn es passt zu meinen persönlichen Erfahrungen. Der Trieb ist Teil des Mensch-Seins (oder Tier-Seins 🙂 ?). Freilich kann die Intensität je nach Sozialisierung und mag sein auch genetischer Veranlagung mehr oder weniger stark sein kann. Vielleicht bis zur Null-Menge.

Und sicher kann man sich selber betrügen, in dem man den eigenen Trieb einfach wegschiebt. Vielleicht in manchen Fällen sogar erfolgreich. Oder sehr schadbringend. Da muss ich an den rechtschaffenen aber latent homosexuellen Bürger im Stück „Orpheus steigt herab“ von Tennessee Williams denken. Der „Schwule“ hasst und auf das schlimmste verfolgt. Wohl auch weil er insgeheim fühlt, dass er selber „schwul“ ist – was aber im Spießbürger-Milieu der ruhigen und wohlgeordneten Südstaaten-Kleinstadt schon gar nicht geht! Ein Fremder kommt – und die Hexenjagd geht los. Ein Stück, dessen Aufführung ich in den Kammerspielen gesehen habe und das mir richtig „Seelenqualen“ verursacht hat.

Wie das im Gehirn das alles so genau funktioniert, ist noch nicht komplett erforscht und ich weiß es natürlich auch nicht. Ich vermute aber, dass letztendlich derjenige, der Schwule hasst und tot schlägt, weil er selber schwul ist oder sein könnte, maximal unglücklich ist. Wie so oft wenn Täter und Opfer eins sind.

An Diskussionen wie sie gerade zum Sexismus geführt werden, stört mich besonders, dass es es immer Kategorien sind, die an den Pranger gestellt werden. Zum Beispiel allein erziehende Mütter. Vor denen habe ich so richtig Respekt.

Ich kenne Menschen, die genau diese disqualifizieren. Wenn nicht gleich als Nutten, so zumindest weil sie leichtfertig schwanger geworden sind. Ihr Kleinhirn hätte doch auf den Trieb aufgepasst müssen. Das weiß doch heute jeder, wie man schwanger wird. Wie heißt das Gedicht der Physik-Lehrerin zum Merken der Worte konkav und konvex?
Ist das Mädchen brav, bleibt der Bauch konkav, hat es aber Sex, wird dieser konvex.

Andere – besonders „tugendhafte“ – Moralisten meinen, die „unfreiwilligen“ Mütter hätten halt Nein-Sagen sollen! Also hätte sie versagt im Sinne von (1): „Auch Frauen sollten durchaus in der Lage sein, was auch immer sie gerade treiben, sich zu beherrschen.“
Und dann gibt es die ganz konsequenten Moralisten (halt mit einer anderen Moral):
„Die sind doch selber schuld, sie hätten doch abtreiben können!“.

Natürlich hat Schwangerschaft mit Sex zu tun und verändert das Leben einer Frau gewichtig. Es gibt Frauen, die haben „brav verhütet“ und sind trotzdem schwanger geworden. Zum Beispiel weil sie ein Produkt wie die „Kupferspirale“ verwendet haben, die schon in ihrer Produktbeschreibung (siehe Pearl-Index) als unzuverlässig beschrieben ist (und natürlich von Männern für Frauen entwickelt wurde).

Andere sind schwanger geworden, weil sie für elf Minuten“schwach“ geworden sind. Für sie alle war das dann ein großes Erschrecken. Warum eigentlich?

Manche haben „ihren Fehler“ korrigiert und abgetrieben. Oft unterstützt und ermuntert von ihrer sozialen Umwelt. Auch da meine ich, dass niemand das Recht hat, diese Frauen moralisch zu verurteilen. Auch nicht, die an der Zeugung beteiligten Männer, weil sie ihren Trieb nicht beherrschen konnten – auch wieder im Sinne von Regel (1)?

Ich gestehe, die Versuchung ist groß, eine moralische Forderung aufzustellen wie „Man muss Nein sagen können“. Gleich, ob es um Sex oder Korruption geht. Nur wie oben schon geschrieben „Wer wirft den ersten Stein„? Wäre es nicht besser, wir würden keine Steine schmeißen sondern allen Menschen Respekt entgegen bringen und nicht immer einfach so moralisch herum zu verurteilen?

Es war ja noch mal schlimmer. Ich erinnere mich an Zeiten, das war es als Frau unmoralisch, einen Orgasmus zu haben. Denn Sex war der göttliche Auftrag zur Vermehrung und nicht zur Gewinnung von Lust. Die Frau, die Spaß am Sex hatte, galt als Hure. Und wie auch schon mal von mir geschrieben, haben die Männer „die Hure“ gesucht, die möglichst gleichzeitig „die Heilige“ sein sollte.

Armes dummes in diesem Fall männliches Kleinhirn!

Um es nochmal zu wiederholen: Gewalt gegen alle Mitmenschen ist ein absolutes #nogo. Ganz gleich zu welchem Zweck. Da gibt es keine Beschönigung. Hier noch eine abschließende Provokation – aber nicht so gemeint sondern nur als Inspiration und Impuls zum Nachdenken:

Gewalt und Anwendung von Macht im Kontext von Trieben wird angeprangert und leidenschaftlich verfolgt.
Soweit OK!
Brutalste Gewalt, die sich gegen Menschen richtet, wird toleriert, gefordert, dekoriert und aktiv unterstützt oder organisiert. Von den selben Menschen und der selben Gesellschaft!
Überhaupt nicht OK!

RMD

P.S.
Verhütung ist bei uns ja ganz selbstverständlich Frauensache. Das empfinde ich als ziemlich respektlos gegen FRAU. Das ist auch so eine Facette der Moral unserer Gesellschaft, die ich als Sexismus bezeichnen würde.

Roland Dürre
Sonntag, der 19. November 2017

Der Weg als Metapher für unser Leben.

Bei jetzt schon vier Hochzeiten meiner Kinder durfte ich die Hochzeitsrede halten. Bei der Vorbereitung dieser Ansprache gebe ich mir immer (sehr) viel Mühe und versuche wichtige Gedanken zu formulieren.

Da sind gerne Gedanken dabei, von denen ich weiß, dass sie mir selber viel geholfen haben. Die es lohnen könnte, sie auch andere Menschen weiterzugeben. Besonders an das Hochzeits-Paar und an möglichst viele andere Menschen.

Deshalb veröffentliche ich auch hier ein paar zentrale Gedanken aus meiner letzten Hochzeitsrede. Auch weil heute Sonntag ist. 


Der Weg als Metapher für unser Leben. 

Der Weg des Lebens beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. Unser wertvollstes Gut auf diesem Wege ist die Zeit, die wir auf diesem Wege verbringen. Die Zeit ist deshalb so wertvoll, weil sie nie zurück kommt. Wenn man Freundschaft oder Geld verliert, kann dieses zurück kommen, nicht so die Zeit.

Am Beginn unseres Weges steht die Geburt.

Wir tauchen in der Welt auf und befinden uns in einer Gemeinschaft. Wir treffen Menschen, die uns auf diesem Wege begleiteten, die wir nicht kennen. Wir haben sie uns nicht heraus gesucht. In der Regel ist das unsere Familie.

Wege finden zusammen und trennen sich.

Wachsen wir heran, treffen wir auf unseren Wege weitere Menschen, die einen Strecke  gemeinsam mit uns zurücklegen: Die Kindergärtnerin, der Lehrer, unsere ersten Freunde ….

So gehen wir unseren Weg, auf manchen Teilstrecken gemeinsam mit mehr und mal mit weniger Menschen. Neue Gesichter kommen hinzu, viele Wege trennen sich für eine längere Zeit oder auch für immer.

Wir sind „Sammler und Jäger“.

Auf diesem Lebensweg sammeln wir „Spielzeuge“ aller Art, an denen wir uns ergötzen und/oder die uns „wehtun“. Diese Spielzeuge kommen oft aus der Vergangenheit. Es können Erinnerungen, Enttäuschungen, Niederlagen, Verletzungen … sein.

Andere weisen in die Zukunft und machen uns das Leben genauso schwer. Da möchte ich Lebensträume, Hoffnungen, Ängste, Erwartungen, Projektionen … benennen.

Wir besitzen nicht sondern werden besessen.

So wird unserer Lebens-Rucksack, den wir auf unserem Wege mit uns schleppen, immer größer und schwerer. Er und sein Inhalt werden zu unserem Lebens-Ballast, an dem wir schwer tragen.

Eines Tages heiraten wir. Wir feiern Hochzeit.

„Hochzeit“ ist für mich die bewusste Entscheidung – ein abgelegtes Kommitment  – den eigenen Lebensweg mit einem Menschen in einer besonderen Art und Weise gemeinsam zu gehen. Ein gegenseitiges „Komm mit mit mir!“

Es beginnt etwas Neues. So ist eine Hochzeit bestimmt kein schlechter Zeitpunkt, gemeinsam die Rucksäcke zu leeren oder noch besser, sie am Wegrande stehen zu lassen.

Legt Eure Rucksäcke ab!

Denn: Das Leben findet im jetzt und heute statt. Wenn aber Vergangenheit und Zukunft unser Denken und Handeln bestimmen, dann leben wir nicht!

Deshalb geht meine Bitte an das Brautpaar, heute auch darüber nachzudenken, ob und wie Ihr den heutigen Tag dazu nutzen wollt (und könnt), Euch vom Gerümpel der Vergangenheit für die Zukunft frei zu machen. Also:

Damit Ihr jeden Tag Eures Lebens immer mehr in wachsender Freude und mit zunehmenden Mut verbringen könnt!


Einen Teil der hier niedergelegten Gedanken verdanke ich unter anderem dem Buch Ein Tag mit der Liebe von Moshen Charifi, das ich zur Lektüre nur empfehlen kann. Charifi berichtet in diesem Buch in einer wunderbaren achtsamen und „gewaltfreien“ Sprache von einem Dialog von LIEBE und VERLIEBTHEIT, der auf einem gemeinsamen Spaziergang stattfindet.


Für Katherina und Martin entworfen für den 27. Oktober 2017. Und für alle Menschen auf dieser Welt. In Liebe!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 15. November 2017

Die Zukunft des Planeten

🙂 Heute geht es mal nicht über elektrische Fahrräder oder Sex sondern um Politik.

Das Wappen von Jamaika

Jamaika

Zurzeit richten sich die Augen vieler Menschen in Deutschland auf das Land des Bob Marley. Es geht um Jamaika, was natürlich nur ein albernes Wortspiel ist. Die „Koalitionsverhandlungen“ in Berlin stehen im Mittelpunkt. Wir sprechen von „Jamaika“ – weil die zum Wappen gehörige Fahne die Farben der beteiligten Parteien (schwarz, gelb, grün) enthält.

Ich muss gestehen, meine Hoffnung in diesen Verhandlungen beruhte auf den Grünen.

Aber was machen die Grünen?

Sie fuhren mit vielleicht richtigen Forderungen nach Berlin, die aber verhandlungs-technisch mit Sicherheit erfolglos sein werden (und auch schon waren), nämlich mit der Forderung nach Abschaltung des Verbrennungsmotors zum Jahre 2030 (1) und von Kohlekraftwerken (2). Vor allem (1) klingt schon arg utopisch. Wir brauchen auch keine allgemeinen Ziele, sondern konkrete Maßnahmen.

Strom muss Kohle ablösen, nicht verbrauchen!

Zu (2) nehme ich nicht Stellung. Denn es ist doch evident, dass wir nur mit Elektrizität das „verfinsternde“ Zeitalter der Verbrennung von fossilen Energien beenden müssen. Die Ablösung von Kohle durch Strom kann aber nicht heißen, dass die Hälfte des Stroms weltweit aus Kohle produziert wird. Das muss Vergangenheit sein (und wird es auch bald werden). Viel spannender finde ich aber (1).

Das Outo ist out!

Jedem muss aber auch klar sein, dass eine „individuelle Mobilität“ basierend auf Strom nicht eins-zu eins so sein kann und wird wie viele von uns das Outo (so geschrieben weil es „out“ ist) nutzen. So wie auch „autonom fahrende Autos“ nicht so fahren werden wie MANN und FRAU es heute tun.

2030 ist bald!

Bis dahin sind es nur noch 12 Jahre – also gerade so lang wie früher mal ein Auto gehalten hat. Insofern wäre die Forderung der Grünen für Jamaika ganz einfach gewesen.

Den Ausstieg vorbereiten!

Dazu gehört ganz schnell die Einführung eines Tempolimits – wegen mir auch gerne schrittweise zum Üben – aber mit dem klaren Endziel noch vor 2020 von maximal Tempo 30 km/h in geschlossenen Ortschaften, 70 km/h auf „Landstrassen“ und 100 km/h auf Autobahnen. Und genauso schrittweise mit einer wirklich relevanten und wirklich drastischen Erhöhung der Besteuerung fossiler Treibstoffe (inklusive Kerosin für Fliegen). Wenn man dann auch noch endlich die gigantische Subvention der „Geschäftswagen“ (zumindest den dominierenden Missbrauch eingeschränken würde), dann hätte das ganze Hand und Fuß!

Schlank und effizient!

Das wäre eine schlanke und effiziente Lösung, die Hoffnung auf eine „sanfte Landung“ machen würde. Damit könnte man sich auch viel Quatsch wie Maut etc. sparen. Nur: leider ist das unpopulär. Und die Grünen wollen, vielleicht aus guten Gründen, eben nicht unpopulär sein. Wobei ich persönlich ja meine, dass Unpopularität eher Wähler bringt denn vergrault

Investitionen in die Zukunft

Und die Einnahmen aus diesen Geldern darf man dann eben nicht für weitere neue Autobahnkreuze in zwei Ebenen mit bis zu 10 Spuren ausgeben, die heute ja konkret als Folge des stattfindenen Ausbaus der Autobahnen auf noch mehr Spuren notwendig erscheinen sondern in den Aufbau und des öffentlichen Verkehrs natürlich in die „Energie-Wende“ – die ja eigentlich nur noch heißt vom Atom- und Kohlestrom. Denn ich meine, dass wir da ansonsten ja schon auf einem guten Wege sind.

RMD

Als „Sex-App“ auf Blockchain-Basis realisiert. Mit tollen Features!

Blödes Alter: Schon gequält von Pubertät und noch ohne Sex-Kontrakt.

Trendsetter USA.

Da gibt es „god own’s country“. Dessen Regierung sich immer noch als Weltpolizei sieht – obwohl sie schon lange nicht mehr die Nummer 1 in der Welt sind. Schon lange haben sie jeden Anspruch auf „moralische Führerschaft“ verloren (wenn es so etwas überhaupt geben kann).

In diesem Land knallt fast jede Woche ein Amoktäter (der übrigens meistens männlich ist) ein Dutzend Menschen ab. Einfach so. Obwohl (oder eher weil) dieses Land schon immer eine wahnsinnige Lust am Bestrafen und an Rache entwickelt. Deshalb sind auch die Gefängnisse dort so voll wie wohl fast nirgends auf der Welt. Gut gefüllt besonders mit schwarzen Männern.

Dieses Land hat jetzt in großem Stil dem „Sexismus“ den Kampf angesagt. Und so passieren da tolle Dinge wie das Herausschneiden von Schauspielern aus Filmen. Die Sexismus-Welle rollt durch die Welt, der Vorwurf geht massiv an viele Männer, „sexistisch“ gehandelt zu haben oder zu handeln.

Sexuelle Gewalt in auf Macht basierten Systemen.

Auch im Europäischen Parlament zeigen Frauen den Männern (die aber an solchen Parlamentssitzungen gar teilnehmen) die „#MeToo“-Schilder. Weil auch im Parlament wie in Hollywood Frauen (überwiegend, aber auch Männer) sexistisch angemacht, unter Druck gesetzt oder rein gelegt und so zu sexuellen Handlungen korrumpiert oder gepresst und sogar vergewaltigt wurden und werden. Da soll noch einer sagen, EU-Parlament und Hollywood hätten nichts gemein.

Sexuelle Gewalt im öffentlichen Bereich.

Gleichzeitig höre ich, dass sexuelle Gewalt nicht nur auf der Straße und den Plätzen (vorzugsweise vor Bahnhöfen), in Umfeld religiöser und weltliche Institutionen dieser Welt sondern besonders oft im häuslichen Umfeld, in der Familie und in der Ehe ausgeübt werden würde.

Sexuelle Gewalt im Haushalt.

Der Vorwurf ist, dass in der Ehe sich gerade „Mann“ häufig mit Gewalt „sein vermeintliches Recht“ holt. Wenn dem so ist, dann muss man doch etwas auch von staatlicher Seite machen. Was liegt näher, als dass man den inner-ehelichen Sex in einem eigenen Vertrag, sozusagen in einem „Ehe-Vertrag II“ regelt. So wie im „Ehe-Vertrag I“ das vorhandene Vermögen und der Zugewinn während der Ehe geregelt wird.

In einem ergänzenden Ehevertrag wird die Sache mit dem Sex geregelt (wie jetzt schon im Sado-Maso-Umfeld).

Ein Bericht in der „Zeit“ bestätigt die Richtigkeit dieses Gedankens. Dort lese ich, dass in Fernseh-Serien über SadoMaso-Praktiken berichtet wird (die so gesellschaftlich hoffähig werden würden). Ich lese weiter, dass in diesem Bereich Paare oder Gruppen gemeinsam vor der Ausübung solcher sexueller Sado-Maso-Interaktionen schriftlich in einem „Letter-of-Intent“ vereinbaren, welche Praktiken erwünscht sind, ab wann es grenzwertig wird und ab wann die rote Linie, die nicht überschritten werden dürfe, erreicht wird.

Ein alter Witz zur Problemlösung.

Zu solchen Protokollen fällt mir ein Witz aus meiner Schulzeit ein, den wir uns als 14-Jährige erzählt haben. Ich nenne ihn mal „Nähmaschine“. Der Witz berichtet von einem älteren Paar, das sich auf folgendes geeinigt hat:


Ein Ehepaar hat ein vertrauensvolles Protokoll entworfen, das sich in ihrer Ehe seit Jahrzehnten bewährt hat. Dazu haben sie den Begriff „Nähmaschine“ als Codewort für „den Wunsch nach einer sexuellen Interaktion“ definiert . Damals (wie auch heute) hat man sich nämlich nicht getraut, die Dinge beim Namen zu nennen.

Das ging dann so: Wenn einer der Partner sich Sex wünschte, durfte er  „Nähmaschine“ sagen.Der Partner konnte das Angebot annehmen oder ablehnen. Und der andere Partner hatte auch die Ablehnung ohne Frust und Vorwurf zu respektieren. So war die Vereinbarung.

Das Paar lebte viele Jahrzehnte glücklich und in gegenseitiger Wertschätzung zusammen. Allerdings wurde „Nähmaschine“ im Laufe der Jahre seltener.

Eines Abends raffte sich der schon ältere Ehemann auf und sagte zu seiner geliebten Frau das magische Wort „Nähmaschine“. Seine auch nicht mehr ganz junge Ehefrau war müde und lehnte ab. Nach einiger Zeit entschied sie sich aber um und sagte ihrerseits zu ihrem Manne „Nähmaschine“. Der beschied ihr dann traurig: „Schade, die wenigen Stiche habe ich schon von Hand genäht.“


Das in diesem Witz beschriebene einfache Protokoll (Anfrage – Annahme oder Ablehnung) ist natürlich für moderne Ansprüche zu einfach. Wir leben ja im Zeitalter der Regelwut und wollen alles präzise festschreiben.

Ehevertrag II für verheiratete Paare.

Ein guter Ehevertrag II zur Regelung der sexuellen Transaktionen innerhalb der Ehe, der den heutigen Ansprüchen genügt, wäre sicher ein wenig komplexer. Ähnlich wie eine Patientenverfügung. Da muss man schon vieles bedenken und klar festlegen. Die zahlreichen Details, die berücksichtigt werden müssen, möchte ich hier nicht zu detailliert ausführen. Auch wie man auf Verstöße des Partners reagieren muss, um den Widerspruch auch juristisch klar genug zu dokumentieren. Aber findige und sex-erfahrene Juristen könnten da sicher wunderbare und seitenlange Entwürfe liefern.

Jetzt findet in der modernen Zeit Sex nicht nur zwischen Ehepartnern sondern vermehrt im freien Leben statt. Auch das muss doch geregelt werden! Man kann doch nicht einfach Sex machen ohne vorher folgende Fragen zu klären: Was ist erwünscht und was nicht? Was ist erlaubt und was nicht? Wie signalisiert man Widerspruch? Wer ist schuld, wenn es aus dem Ruder läuft? …

Kann ein verantwortungsvoller Staat da wirklich wegschauen und eine so starke Rechtsunsicherheit zulassen? Muss man die Menschen da nicht vor sich selber schützen? Man denke nur an ungerechtfertigte Anschuldigungen, die vom Beschuldigten nicht widerlegt werden können? Die aber seine Existenzen ruinieren.

Eine App für freien Verkehr außerhalb der Ehe.

In diesem Fall würde sich eine „App“ anbieten. Da ja die Sexualpartner anonym bleiben wollen und es um „peer2peer“-Vereinbarungen geht (ein man-in-the-middle wäre bei diesem Thema sicher höchst unerwünscht), müsste diese IT-gestützte Lösung auf Blockchain-Technologie (wie Bitcoin) basieren.

Solch eine App hat viele Vorteile. Da sie über die „Sex-Profile“ beider Partner verfügt, kann sie schnell einen klaren Vertragsentwurf vorbereiten; die Partner könnten dann mit einem Klick den von beiden (oder auch mehreren) Partnern erwünschten Durchschnitt an sexuellen Varianten festlegen und kontraktieren.

Tolle Features!

Zusätzlich könnte diese App aber noch einiges an Mehrwert bieten. Sie würde nicht nur Vertragssicherheit in einer verunsicherten Sex-Welt herstellen, sondern könnte zusätzlich das Drehbuch (vergleichbar mit einem Kochrezept) für die geplante sexuelle Interaktion um Empfehlungen erweitern, die von z.B. anderen Sex-Partnern mit ähnlichen Profilen bevorzugt werden. Oder auch Anregungen aus Werken wie dem Kamasutra quasi als Verbesserungsvorschläge einbauen und anschließend ein Zufriedenheits-Feedback  bei beiden Partnern abzufragen. Und den Kontrakt dementsprechend erweitern.

Man darf das Kündigen nicht vergessen!

Ganz wichtig bei dieser App ist natürlich, dass der Sex-Kontrakt zum Ende der Beziehung auch ordentlich aufgekündigt bzw. einvernehmlich aufgelöst wird. Wahrscheinlich wäre es für die Benutzer am freundlichsten, solche Verträge immer nur befristet (ein bis maximal fünf Jahre) mit Verlängerungsoption abzuschließen. Vor Ablauf des Vertrages würde eine integrierte Retrospektive erfolgen und den Partnern eine Veränderungsunterstützung für eine Verlängerung (Change Management) angeboten werden.

Integration der Funktionalität in Single-Börse.

Die Funktionalität könnte auch integriert werden in die Software von Partner-Findungs-Portalen oder Apps (wie Münchner-Single oder Tinder), so dass dann der ganze Prozess (life cycle management) vom Kennenlernen bis zur Trennung integriert aus einer Hand angeboten werden kann. Falsch gewünscht mit automatischem Wandel zum Ehevertrag 2.

Erhöhung der Rechtssicherheit durch präzise Dokumentation.

Was für eine wunderschöne neue Sex-Welt würde uns solch ein technischer Fortschritt doch bringen! Und noch besser: Durch eine laufende Dokumentation des tatsächlichen Geschehens während einer stattfindenden sexuellen Interaktion durch das Smart-Phone per Video könnte weitere Rechtssicherheit geschaffen werden und das Video als neutrales Beweismittel genutzt werden, wenn z.B. der eine oder andere Partner gegen die vorher geschaffene Vereinbarung verstoßt. Natürlich würde diese Beweismittel  wie die ganze App auf das strengste dem Datenschutz unterliegen und nach gemeinsamer Einverständniserklärung der Partner gelöscht werden.

Bei Google gibt’s das alles schon fürs normale Leben.

Alle, die das nicht ernst nehmen, was ich hier geschrieben habe, möchte ich darauf hinweisen, dass es in vielen Dimensionen im Netz schon genauso läuft. Die, die es ernst nehmen, möchte ich trösten. Dieser Artikel soll eher zynisch sein. Und wenn es mal so eine App gibt, dann kann man es ja mal ausprobieren, muss es aber nicht.

Ernsthaft meine ich allerdings, dass es keine Lösung zu Beherrschung von Sexismus gibt. Das einzige was hilft, ist eine gewaltfreie Kommunikation auf Augenhöhe zwischen den Menschen allgemein und selbstredend auch zwischen Mann und Frau. Und einen fairen und achtsamen Umgang miteinander basierend auf gegenseitigem Respekt und Hochachtung.

Ich möchte auch nicht verheimlichen, dass mich diese aktuelle Welle von kollektiver Heuchelei zum Thema Sexismus abschreckt. Leider muss man sie ernst nehmen – zu sehr erinnert mich manches an die Hexenjagd vergangener Epochen. Letzten Ende ist geht es wie immer um den Einsatz von Macht zur Befriedung der eigenen Gier, sei diese sexuell, materiell oder anders geartet.

Im Mann-Frau-Sex-Modell geht das in beide Richtungen:
Mann setzt Macht ein, um Sex zu kriegen. Frau setzt Sex ein, um Macht zu kriegen.

Das Streben von Macht nach mehr Macht wird man kaum durch Gesetze und Bestrafung lösen können. Geht der Mächtige doch davon aus, dass er das Gesetz beugen kann. Bedauerlich finde ich, dass trotz Aufklärung auch heute noch wohl kaum soviel geheuchelt wird wie wenn es um Sex geht.

Meine nächsten Artikel zum Thema „SEX“
werden dann wieder weniger zynisch als dieser und noch ernsthafter sein. Themen, die ich behandeln möchte, habe ich genug. Hier eine kleine Vorschau:

  • Wie kann es sein, dass Frau gesellschaftlich den „schwarzen Peter“ bei der Verhütung bekommen hat? Die Unfruchtbarkeit quasi als gesellschaftliche Verpflichtung! Und die Gesellschaft feiert das dann auch noch „als Befreiung der Frau“! Ist das nicht auch eine Form von Vergewaltigung? Und was hat das für Folgen?
  • Angeregt durch die aktuelle Sexismus-Welle habe ich nachgedacht, inwieweit ich Sexismus und Einsatz von Macht bei der InterFace Connection GmbH / InterFace AG, dem von mir gegründeten Unternehmen, erlebt habe. Und wie ich selber damit umgegangen bin. Das Ergebnis werde ich als Teil meines Unternehmertagebuches hier im Blog berichten.
  • Mir ist auch aufgefallen, dass es zwischen Sexismus und Korruption interessante Parallelen gibt. Die sexuelle Bereicherung des eigenen Lebens durch Macht unterscheidet sich gar nicht so sehr von der materiellen Bereicherung durch Macht. Die Verlockungen sind zahlreich. Man kann ihnen erliegen – muss es aber nicht. Auch in einem der nächsten Artikel.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 11. November 2017

Strom im Fahrrad.

Die Zeit vergeht schnell. Noch vor einem Jahr stand ich der Elektro-Mobilität per Fahrrad eher skeptisch gegenüber. Zumindest in München. Denn hier ist ja alles (mit Ausnahme an den Ufern der Isar) so richtig flach.

Mein e-Bike London von Utopia auf seiner ersten Bahnreise im
IC 2304 von München nach Naumburg mit Ziel Magdeburg.

Jetzt stehen bei uns im Haushalt 4 (in Zahlen vier) Elektro-Fahrräder. Und ich bin begeistert von der elektrischen Unterstützung beim Fahrrad.

War das Fahrrad an sich schon eine geniale Kombination von Mensch und Mechanik, so verbindet das e-Bike diese aufregende Kombination noch mit einem Motor. Das e-Bike realisiert so eine einzigartige Symbiose von Mensch und Maschine. Die ist so toll, dass mir die Lust am Auto jetzt endgültig vergangen ist. Was ist Autofahren doch für eine erbärmliche Art der Fortbewegung im Vergleich zum Radeln.

Ein wichtiger Grund fürs Radeln war mir immer die Bewegung. Ein bisschen war meine Sorge, dass diese körperliche Ertüchtigung beim e-Bike zu kurz kommen könnte. Das ist aber nicht so. Nach einer längeren Tour mit einem e-Bike bin ich genauso – aber doch anders – erschöpft als ich es mit konventionellen Rädern bin. Wenn ich mich nach „elektrischen“ 50 Kilometern hinsetze, möchte ich am liebsten gleich weiter fahren. Und merke dann erst nach ein paar Minuten der Ruhe, wie anstrengend es doch war.

Das Geheimnis löst sich einfach. Ich fahre mit dem e-Bike eine wesentlich höhere Trittfrequenz. Das geht locker und schont die Gelenke. Mein Schnitt ist in der Regel um ein zirka Drittel höher als „ohne Strom“. D.h. ich habe zwar die Unterstützung aus der Batterie – aber bin wesentlich schneller. Und habe oft den Eindruck, dass ich körperlich genauso viel oder mehr leiste wie vorher. Und die Kraft aus dem Akku vor allem die höhere Geschwindigkeit erlaubt – ich aber dann gar nicht weniger tue als ohne elektrischen Antrieb.

Strecken bis so um die 10 km fahre ich nur mit meinen konventionellen Rädern. Die wesentlich höhere Trittfrequenz, die ich mir beim Fahren mit e-Bikes angewöhnt habe, behalte ich dann bei. Und bin ganz überraschend jetzt auch mit meinen schönen alten Rädern schneller als früher. Was ich auch toll finde.

Alle meine elektrischen Fahrräder sind echte e-Bikes, d.h. Räder, bei denen die Elektronik nur elektrische Unterstützung liefert, wenn der Radler selber tritt. Und ab 25 km/h dann abschaltet. Und das reicht mir völlig. Mit meinen e-Bikes fahre ich im Sparmodus („economy“) ganz locker einen Schnitt von 18 km. Das heißt für 9 km brauche ich eine halbe Stunde. Und damit kommt man als Radler in München ganz schön weit. Z.B. von mir in Neubiberg zum Isartor. Oder vom Marienplatz nach Riem. München wird so richtig klein. Und alle Vorteile des Fahrrades wie unkompliziertes Parken am Ziel usw. bleiben am e-Bike erhalten.

Wenn ich es eilig habe, geht auch ein Schnitt von mehr als 20 km. Dazu muss ich einfach ein höheres Programm einlegen. Das heißt, ich fahre 10 km in einer halben Stunde. Und mit dem e-Bike sind wie mit dem Bike die Entfernungen in München meistens deutlich kürzer als mit dem Auto.

Insofern sind die sogenannten S-Pedelec für mich kein Thema. Der Geschwindigkeitsbereich bis und um die 25 km/h ist mir angenehm und für meine Fahrten völlig ausreichend. Da fühle ich mich sehr wohl und sicher – schneller brauche ich es es wirklich nicht.

Eine meiner Sorgen, waren die Reichweite und das „Handling“. Beides ist kein Thema. Es ist erstaunlich, wie viel Entfernungskilometer und Höhenmeter die modernen Akkus schaffen. Und das „Handling“ ist verblüffend einfach. Darüber berichte ich aber mehr und detailliert, wenn ich die drei Rad-Typen vorstelle, die in unserem Haushalt laufen.

Das ganze fing mit einem Lastenrad (e-Cargo) an. Dann kamen zwei „elektrische Mountainbikes“ dazu. Und am Schluss ein wunderbares Reiserad. Alle drei Fahrrad-Typen stelle ich in den nächsten Wochen in IF-Blog vor. Sie haben alle eine unterschiedliche Technologie und ihre Besonderheiten. Und ich liebe alle drei.

RMD