Ulf D. Posé
Freitag, der 8. Mai 2009

Neuer Beitrag von Ulf Posé in Dokumente – POLITPOKER

Ulf Posé hat uns geschrieben:

udpHallo und guten Tag,

in Krisen ist es lohnenswert, sich mit Informationen zu versorgen. Dadurch ist es etwas leichter, Hysterie und Angst oder gar Panik begegnen zu können.

Zu aktuellen Krise möchte ich Ihnen gern meinen Artikel über Ethik in Wirtschaft und Politik empfehlen.

Viel Spaß bei der Lektüre.

Ihr Ulf D. Posé

Und hier ist der Artikel – Sie finden seinen neuen Beitrag auf unserer Seite Dokumente und direkt hier Posé - Politpoker (167) zum runterladen und lesen.

Ein großes Dankeschön wieder mal an Ulf Posé!

RMD

Die Ereignisse der letzten Monate, die in den letzten Wochen Panik, Hysterie und Angst in der Finanzwirtschaft ausgelöst haben, animieren immer mehr Menschen zu der Aussage: „Manager sind gierig, korrupt und völlig abgehoben, ohne Anstand, Moral und Sittlichkeit. Brauchen wir also eine neue Moral in Wirtschaft und Politik? Die Antwort ist einfach: nein, wir benötigen keine neue Moral in Wirtschaft und Politik. Was wir benötigen, ist nur mehr Bereitschaft, sich an Moral und Ethik auch zu halten. Was wir allerdings auch benötigen, ist mehr Kompetenz in Sachen Ethik und Moral.

Denn es sieht nicht gut aus. Schon 2004 hielten laut einer Umfrage des Emnid Instituts für das world Economic Forum 70 Prozent der Deutschen Konzernchefs für unehrlich und stuften das Verhalten als unethisch ein. 80 Prozent der Deutschen halten Konzernchefs für zu mächtig.

Im Vergleich dazu halten nur 22 Prozent der Franzosen deren Wirtschaftsführer für unehrlich. Bei den Engländern sind es 42 Prozent, bei dem Amerikanern 37 Prozent, in Japan 47 Prozent. Wir schießen also den Vogel ab.

Nach einer Untersuchung von Ulich/Lunau/Weber von 1998 besteht zwar in Unternehmen eine stärkere Sensibilisierung für den Sinn und die Notwendigkeit ethisch gerechtfertigten Handelns, eine konsequente Umsetzung in einzelne, Ethik sichernde Maßnahmen steht aber auf breiter Front noch aus. Das betrifft mögliche Instrumente, wie Moralbilanzen, Ethik-Kommissionen oder Moralbeauftragte, Sanktionsrepertoires oder umfassende Ethik-Trainings.

Der sorglose Umgang mit Ethik wird sich wahrscheinlich erst dann nachhaltig ändern, wenn Unternehmen klar wird, dass für 70 % aller europäischen Kunden das soziale Engagement eines Unternehmens die Kaufentscheidung beeinflusst.

Nur fachliche Qualifikation reicht nicht.

mehr »

Ulf D. Posé
Freitag, der 28. November 2008

Gegen die semantischen Verbrechen, für eine neue Redlichkeit

Schon Aristoteles empfahl, Menschen in zwei Kategorien zu unterteilen: in Redliche und Unredliche. Redlich war für ihn derjenige, der noch wusste, worüber er sprach. Das bedeutete, der redliche Mensch sprach von den Dingen selbst, nicht nur von den Gefühlen, die er hatte, wenn er an eine Sache dachte. Der redliche Mensch gibt erst einmal das Wesen einer Sache an, bevor er in Gefühlen schwelgt. Der redliche Mensch unterscheidet Wissen von Meinen.

Beobachten wir heute Menschen in Politik, Wirtschaft, Kultur, erleben wir nicht selten, dass sie sich hemmungslos mit den Abfallprodukten ihrer Großhirnrinde prostituieren. Sie äußern sich zu ihren Gefühlen, und behaupten gleichzeitig von der Sache selbst zu reden. Zur Sache selbst sagen sie aber nichts. Nicht wenige Politiker, Wirtschaftsführer, Kulturpäpste scheinen nach dem Motto zu handeln: „Was stört mich Wissen, wenn ich doch schon eine Meinung habe?“

Wieso ist dies möglich, ohne das es uns genügend bewusst wird? Spätestens seit 1903 George Edward Moore seinen Emotivismus in der Ethik entwickelte, haben wir uns einer Ethik der Neigungen verschrieben. Es ist seit Moore ethisch gut, wenn Menschen sich bei dem was sie tun, gut fühlen. Nicht Wenigen reicht das, anstatt sich zu fragen, ob dass, was sie tun auch gut ist. Dieser emotionale Brei trägt einen Großteil der Verantwortung für die Unredlichkeit im Sprechen und Handeln. Der zweite Aspekt ist der Hang zu einer Gesinnungsethik. Wenn meine Gesinnung eine redliche ist, dann fragen sich viele Menschen nicht mehr, ob sie diese Gesinnung auch an eine entsprechende Handlungskompetenz koppeln. So kommt es zu einer unsäglichen Paarung von gutem Gewissen und Inkompetenz. Ich richte Unheil an und fühle mich auch noch gut dabei. Dann haben wir drittens eine das Gewissen beruhigende Betroffenheitskultur entwickelt. Bei Lichterketten mitzumachen erscheint uns sinnvoller, als etwas konkret zu unternehmen. Manche Menschen rührt das Elend in Afrika mehr, als das Elend nebenan. So leiden wir unter Fernstenliebe; die Nächstenliebe ist auf der Strecke geblieben. Das scheinen mir die grundsätzlichen, generellen Merkmale einer neuen Unredlichkeit zu sein.

Auf der Strecke geblieben sind dabei die Bedeutungen unserer gesellschaftlich wichtigen Begriffe. Ob Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Leistungsprinzip, Freiheit, all diese Begriffe lösen Gefühle aus, die keineswegs durch Kenntnis der tatsächlichen Bedeutungen dieser Wörter gedeckt ist. Die wichtigsten Begriffe unserer Gesellschaft werden so nicht mehr auf ihre semantische, sondern nur noch auf ihre emotionale Bedeutung hin untersucht. Daraus folgen semantische Verbrechen und inkompetente Handlungen, und es fällt kaum noch auf. Lassen Sie mich dies an einigen Wortbeispielen unserer Gesellschaft erläutern.

mehr »

Benötigen wir eine neue Moral in Wirtschaft und Politik?

Die Ereignisse der letzten Monate, die in den letzten Wochen Panik, Hysterie und Angst in der Finanzwirtschaft ausgelöst haben, animieren immer mehr Menschen zu der Aussage: „Manager sind gierig, korrupt und völlig abgehoben, ohne Anstand, Moral und Sittlichkeit. Brauchen wir also eine neue Moral in Wirtschaft und Politik? Die Antwort ist einfach: nein, wir benötigen keine neue Moral in Wirtschaft und Politik. Was wir benötigen, ist nur mehr Bereitschaft, sich an Moral und Ethik auch zu halten. Was wir allerdings auch benötigen, ist mehr Kompetenz in Sachen Ethik und Moral.

Denn es sieht nicht gut aus. Schon 2004 hielten laut einer Umfrage des Emnid Instituts für das World Economic Forum 70 Prozent der Deutschen Konzernchefs für unehrlich und stuften das Verhalten als unethisch ein. 80 Prozent der Deutschen halten Konzernchefs für zu mächtig.

Im Vergleich dazu halten nur 22 Prozent der Franzosen deren Wirtschaftsführer für unehrlich. Bei den Engländern sind es 42 Prozent, bei dem Amerikanern 37 Prozent, in Japan 47 Prozent. Wir schießen also den Vogel ab.

Nach einer Untersuchung von Ulich/Lunau/Weber von 1998 besteht zwar in Unternehmen eine stärkere Sensibilisierung für den Sinn und die Notwendigkeit ethisch gerechtfertigten Handelns, eine konsequente Umsetzung in einzelne, Ethik sichernde Maßnahmen steht aber auf breiter Front noch aus. Das betrifft mögliche Instrumente, wie Moralbilanzen, Ethik-Kommissionen oder Moralbeauftragte, Sanktionsrepertoires oder umfassende Ethik-Trainings.

Der sorglose Umgang mit Ethik wird sich wahrscheinlich erst dann nachhaltig ändern, wenn Unternehmen klar wird, dass für 70 % aller europäischen Kunden das soziale Engagement eines Unternehmens die Kaufentscheidung beeinflusst.

Nur fachliche Qualifikation reicht nicht.

Ein hilfreicher Schritt dazu beginnt bereits bei der Personalauswahl. Wer macht in einem Unternehmen Karriere? Manager werden überwiegend nach fachlicher Qualifikation ausgesucht. Ich fordere hier ein Umdenken. Neben der fachlichen Qualifikation ist unbedingt die soziale und ethische Qualifikation zu berücksichtigen. Soziale Qualifikation meint, ein Vertrauensklima herstellen zu können. Ethische Qualifikation bedeutet, kompetent in der Lage zu sein, ein Wertesystem zu implementieren, das nicht nur auf Hochglanzbroschüren gedruckt wird, sondern vorgelebt wird. Ethische Qualifikation bedeutet für mich auch, entscheidungskompetent zu sein. Wenn ich mir allerdings anschaue, wie viele meetings erforderlich sind, und wie viel Zeit investiert wird, um Entscheidungen zu fällen, die sich dann als falsch herausstellen, wird mir manchmal Angst und bange. Dabei ist es eigentlich nicht so schwer, zu sinnvollen Entscheidungen zu kommen. Die griechische und römische Dialketik hat dazu alle Methoden entwickelt, die man nur konsequent lernen und anwenden sollte.

Damit wäre mein Artikel eigentlich schon beendet, wenn es denn so einfach wäre. Aber wir sind alle Kinder dieser Gesellschaft. Auch Wirtschaftsführer und Politiker sind Kinder dieser Gesellschaft. Leider steht es damit nicht immer zum Besten.

Es ist erst wenige Wochen her, da haben CDU und SPD noch aufeinander eingedroschen.

mehr »

Ulf D. Posé
Dienstag, der 14. Oktober 2008

Die neue Redlichkeit

Spätestens seit der Spruch: „Jeder denkt nur an sich, damit ist ja an alle gedacht“ seine erfolgreiche Runde macht, ist es in unserer Kultur mit der Redlichkeit vorbei. Erziehung findet oft nicht mehr in Familien, eher vor dem Fernseher statt. Die Delegation an die Kindergärten oder an die Lehrer in Schulen funktioniert nicht, da hier Erziehung eher verweigert wird. So bleiben die Unternehmen als Kaderschmieden übrig. Und was lernen wir da? Sei opportunistisch, wenn du Karriere machen willst, schau auf den berühmten shareholder value. Kapitalmehrung scheint das einzig Wichtige zu sein. Die Globalisierung fordert von uns, nur noch zu schauen, wo die besten Produktionsbedingungen herrschen, wo die besten rahmenpolitischen Voraussetzungen sind, und wo wir über die Umwelt besonders billig verfügen können. Die Geburtenrate ist in diesem Jahr zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik geringer als 1946. Kinder sind zum zu teuren Kostenfaktor geworden.

Was ist los? Wir reden von gesellschaftlicher, unternehmerischer Verantwortung und es ist keiner da, der bereit ist, sie persönlich wahrzunehmen. Wir wundern uns, dass es möglich ist, mit einem Vollzeitjob weniger zu verdienen, als jemand, der nicht arbeitet.

Eine neue Unredlichkeit macht sich breit. Früher wussten Menschen noch, dass sie sich unredlich waren, wenn sie sich unredlich benahmen, sie hatten zumindest ein schlechtes Gewissen. Heute erleben wir eine neue Form der Unredlichkeit, in der Menschen sich völlig daneben benehmen mit dem Gefühl, redlich zu sein.

Das Wesen der neuen Unredlichkeit ist es also, unredlich zu sein, ohne es zu bemerken. Dagegen sollten wir, müssen wir etwas tun. Wir müssen wieder Bewusstsein entwickeln für das, was unredlich ist und wir benötigen ein Bewusstsein dafür, was zukünftig redlich ist.

mehr »

Ulf D. Posé
Montag, der 29. September 2008

NEID und NEID-Gesellschaft

Soziale Gerechtigkeit – ein Treppenwitz!!

Einer meiner Freunde fährt einen Aston Martin. Rund 89.000,00 Euro hat er gekostet. „Und“, fragte ich ihn, „macht es dir Spaß, den Wagen zu fahren?“ „Ja schon, nur bei meinen Kunden kann ich mich damit nicht sehen lassen. Dann meinen sie, ich fahre den Wagen von deren Geld.“

Eigentlich hat mein Freund ja recht. Es ist das Geld seiner Kunden. Nur hat er es nicht für seinen Wagen bekommen, sondern für seine außergewöhnlichen und nutzenstiftenden Anregungen und Ratschläge.

Als Marius Müller-Westernhagen einmal wegen seines Geldes angefeindet wurde, da meinte er: „Ich habe mein Geld doch nicht gestohlen!“

Wenn ich manchmal über die Höhe meiner Steuerabgaben im Bekanntenkreis stöhne, höre ich nur: „Ich wollte, ich müsste soviel Steuern zahlen wie du.“ Bis heute hat mich noch nie jemand zu meinen Steuerleistungen beglückwünscht. Keiner hat jemals gesagt: „Mensch Ulf, finde ich klasse, dass du dem Staat soviel Geld gibst.“ Manchmal habe ich das Gefühl, Besitz muss versteckt werden. Warum aber ist das nur so? mehr »

Ulf D. Posé
Donnerstag, der 18. September 2008

Glänzende Geschäfte reichen nicht!

Massenentlassungen trotz hoher Gewinne. Wo Wirtschaft unredlich wird!

Wir sollen uns nicht daran gewöhnen, wenn Vorstandsvorsitzende Stellenabbau und steigende Gewinne in einem Atemzug verkünden. meint unser Autor Ulf D. Posé. Er schaut immer wieder in die Hochglanzbroschüren der Unternehmenswerte und untersucht ihre Leitlinien. Er stellt fest:Theorie und Praxis liegen Lichtjahre auseinander. Immer mehr Menschen werden von Unternehmen nur noch als “human ressource” betrachtet. Die Logik der sozialen Marktwirtschaft aber lautet anders: Je größer der wirtschaftliche Erfolg, desto mehr kann und muss ein Unternehmen tun, um das soziale Miteinander zu optimieren. Hier das Fazit von Ulf Posé, dem Präsident des Ethikverband der Deutschen Wirtschaft (EVW), einem eingetragenen Verein mit 17.500 Mitgliedern (Stand: März 2008).

Wir müssen zwei Dinge auseinanderhalten: Zu verurteilen ist nicht, dass Unternehmen Gewinne machen oder nach solchen streben. Zu kritisieren ist hingegen, unter welchen Umständen manche Unternehmen ihre Gewinne erwirtschaften. Vor allem dann, wenn sie trotz hoher Gewinne Menschen “freisetzen”. Bei hervorragenden Gewinnen, die weit über den Erwartungen liegen, und Eigenkapitalrenditen, die den Branchendurchschnitt weit übersteigen, gleichzeitig Stellenabbau zu betreiben, ist in höchstem Maße unredlich und zeugt von einer Haltung, die den ökonomischen Erfolg absolut setzt. Überdies noch zu behaupten, dies geschehe zur Sicherung des Unternehmensbestandes, ist genauso unredlich, wenn dieser Bestand de facto gar nicht gefährdet ist. mehr »

Ulf D. Posé
Samstag, der 23. August 2008

Medien und Ethik!?

Ist der Ruf erst ruiniert …

… quatscht man völlig ungeniert!

Viele wollen in die Medien, viele Medien wollen die Sensation. Die Folge: Viele betrachten sich als Sensation. Unsinn, sagt unser Autor Ulf D. Posé. Er plädiert für eine neue Medienethik. Sie soll für Manager genauso wie für Journalisten gelten. Im Mittelpunkt stehen wieder mehr Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Selbstverantwortung. Leider bleibt dies im harten Mainstream häufig auf der Strecke. Das mediale Hinrichtungsgeschäft macht Henker und Delinquent austauschbar. Manager lügen, Journalisten manipulieren. Und das Publikum steht herum und plappert den Lug und Trug nach.

Verwechsle niemals Öffentlichkeitsarbeit mit Werbung!!

Fangen wir mal ganz von vorne an. Unter Öffentlichkeitsarbeit versteht man ein Instrument, das Vertrauen, Sympathie, ein noch besseres Image aufbauen und erhalten will. Das sollte man nicht mit Werbung verwechseln. Werbung verfolgt absatzpolitischen Interessen. Hier geht es darum, Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen, höhere Marktanteile und/oder Erträge zu erzielen. Schon hier zeigt sich, dass Öffentlichkeitsarbeit häufig missbraucht wird, um Werbung zu betreiben. Das Problem dabei: Wer unter falscher Flagge segelt, sollte sich nicht wundern, wenn er unglaubwürdig wirkt.
Sinn effizienter Öffentlichkeitsarbeit kann es nur sein, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen und durch gezielte Aktionen die guten Beziehungen des Unternehmens zur Öffentlichkeit auf Dauer zu bewahren. Hierfür unabdingbar notwendig ist das Wissen über den glaubwürdigen, authentischen Umgang mit Medien.

mehr »

Ulf D. Posé
Freitag, der 1. August 2008

Marx Dir das!

Schon Aristoteles meinte: „Der redliche Mensch unterscheidet sich vom unredlichen Menschen dadurch, dass der redliche Mensch sagen kann, worüber er spricht.“ Also reden wir einmal Tacheles.

„Leistung muss sich wieder lohnen“, „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“, „Wir sind eine Leistungsgesellschaft!“ Das sind alles Sprichwörter, Aussagen, Formulierungen, die unser Denken vernebeln, den Kern nicht mehr treffen und zu aberwitzigen Vorurteilen und Forderungen führen. Und sie sind in hohem Maße unredlich.

Ich möchte nämlich nicht für meine Leistungen bezahlt werden, ich will nicht gleiches Geld für gleiche Arbeit, und für mich soll sich Leistung überhaupt nicht lohnen!

Wir sind schon lange soweit, unseren Lohn nicht mehr für das beziehen zu wollen, was tatsächlich Grundlage unserer Entlohnung ist; und ich befürchte, es ruiniert unseren Staat, das Volkswohl, die Unternehmen. Es liegt nur an einem einzigen Umstand: wir sind im Sinne des Aristoteles unredlich geworden. Wir wissen nicht mehr, was wichtige Begriffe unserer Gesellschaft bedeuten. Wir haben Gefühle zu bestimmten Begriffen, und diese dominieren dann unser Handeln.

Lassen sie es mich an dem Begriff des Leistungsprinzips deutlich machen. Das Leistungsprinzip kennen wir; es ist eine tragende Säule unserer Wirtschaft. Gleichzeitig ist das Leistungsprinzip der Ruin unserer Wirtschaft. Ich gebe es zu, ich bin ein vehementer Gegner des Leistungsprinzips. Bevor Sie sich jetzt aufregen, lassen Sie es mich erklären.

mehr »

Ulf D. Posé
Samstag, der 12. Juli 2008

Der Untergang der Demokratie – ein Übergang?

Willkommen in Deutschland! Wenn Sie hierher einreisen, verlassen Sie den Boden der Demokratie! Sie betreten ein Land voller Anarchie, ein Land im Taumel allgemeiner Unordnung. Hier regiert der Zufall, gemeinsame Ziele gibt es nicht mehr. Jeder denkt nur an sich. Diejenigen, die Forderungen stellen, sind die Könige, und diejenigen, die diesen Forderungen nachgeben, sind die Narren. Die Freiheit wird von jedem missbraucht. Kein Wunder, dass sich das Volk zunehmend den politischen Parteien und Wahlen verweigert. Die Menschen helfen sich selbst. Und erobern ein Stück Basisdemokratie zurück. Direkt und nicht mehr über unglaubwürdige Entscheidungswege.

Woher kommt wohl die Wahlmüdigkeit?

Die einen freut´s, die anderen wundern sich, doch keiner ist wirklich überrascht: Die großen Parteien werden immer weniger gewählt. Momentan gewinnen die Rechtsaußen und Linksaußen dazu. Darüber regen sich viele auf. Gleichzeitig feiern die großen Parteien ihren Wahlerfolg. Die SPD hat ab und zu das schlechteste Ergebnis aller Zeiten und kommentiert das als gutes Ergebnis. Wenn die CDU erdrutschartige Verluste hinnehmen muss, ist sie begeistert. Na denn: herzlichen Glückwunsch!! Ja denken sie denn, der Wähler glaubt diesen Blödsinn? Nur noch etwa die Hälfte der Wahlberechtigten geht überhaupt zur Urne. Das gilt nicht nur bei uns. Genau genommen haben beispielsweise maximal 25 % der amerikanischen wahlberechtigten Bevölkerung den amerikanischen Präsidenten George W. Bush gewählt.

Noch 1918 meinte der Staatsekretär Robert Lansing, dass mit dem Sieg der Demokratie es keine Kriege mehr geben würde. Seine Begründung: Demokratie sei doch eine Volksherrschaft. Und da alle Völker äußerst friedfertig seien, würden sie konsequenterweise auch jeden Krieg vermeiden. Offensichtlich haben weder George W. Bush, noch die Nato, noch Herr Scharping, noch Herr Fischer, noch Herr Scharon, noch die Hamas noch…, noch… noch… von Herrn Lansing etwas gehört. Dabei ist diese Entwicklung ganz klar, auch einsichtig, wenn man sich um die Hintergründe kümmert.

Also von vorne: Wir haben drei Möglichkeiten: entweder herrscht Diktatur oder Anarchie und dazwischen die Demokratie. Diktatur hatten wir schon. Als Alternative haben wir die Demokratie gewählt. Demokratie ist nichts anderes, als dem Versuch der Diktatur oder Anarchie zu entgehen. Allerdings ein Versuch, der niemals dafür vorgesehen war, lange anzuhalten.

mehr »