Werner Lorbeer
Sonntag, der 14. März 2010

Mit email-Knigge gegen Knigge

Knigge, sprichwörtlich gewordener Ratgeber für gesellschaftliche korrektes Verhalten. Einflussreicher Gesellschaftsbeschreiber und Literat der Aufklärung, aber auch Antreiber der Unterwanderung der Freimaurer durch das Illiminatentum Weishaupts.

Ich wünsche mir einen “email-Knigge” der im Sinne einer ethischen Korrektheit funktioniert. Nach einem Studium von Knigge ist allerdings klar, dass dieser Name verbrannt ist, das 21. Jahrhundert muss hier noch einen neuen Namen bringen.

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Werner Lorbeer
Samstag, der 30. Januar 2010

Desert Tec #008 – Meadows Auge

Meadows AugeDie Köpfe von Dennis und Donella Meadows stecken hinter der Veröffentlichung des Club of Rome “Grenzen des Wachstums” 1972. Vom Ressourcenverbrauch pro Kopf ausgehend und dem bekannten Volumen der Ressourcen errechnet sich für jede Komponente eine Erschöpfung der Lager.

In der Zeit seither trat das “Meadows Paradox” ein: Die neu explorierten Ressourcen ergänzten die vorhandenen Läger so dass sich die prognostizierte Abnahme der Ressourcen nicht einstellte.

Wie stellt sich die Situation 2010 dar? Kann man auf das Meadows Paradox vertrauen?

CO2 Szenarium 1984
Das Bild zeigt ein eigenes Rechenergebnis, das die Umsetzung der Daten zum CO2 Kreislauf aus dem Scientific American darstellt. Es ist rückwärts validiert bis 1950, hier interessieren die Modellannahmen für die Zukunft von 1984.

Zuerst eine interessante Feststellung: Die Vorwärtsrechnung überschätzte die Entwicklung der CO2 Konzentration. Was könnte geschehen sein?

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Werner Lorbeer
Mittwoch, der 20. Januar 2010

Desert Tec #007 – CCS und der Rohstoff CO2

Muschel und Wurmröhe in JurakalkSind bionische Lösungen möglich?

Zuerst eine kleine Rechnung für Journalisten und Juristen: Wenn 381 ppm CO2 in der Atmosphäre sind und die gesamte Gasmasse des Planeten auf 5,15 10^18 t Tonnen geschätzt wird, wie viele Tonnen CO2 sind dann jetzt in der Atmosphäre?

Spaß beiseite, eigentlich wollte ich fragen, ob diese Masse ausreichen würde, die Kalkriffe der Dolomiten neu zu erzeugen.

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Werner Lorbeer
Donnerstag, der 7. Januar 2010

Desert Tec #006 – København

NDRDas Ergebnis von Kopenhagen ist ein Desaster, die USA ein ökologischer Schurkenstaat und die Industrienationen sind die Achse des Bösen, meint Christoph Lütgert. Die Politik hat kläglich versagt. Doch nicht nur die: Beim Klimaschutz versagen auch wir täglich. Unsere Nachfahren werden uns verfluchen.

So zu lesen auf Tagesschau.de, Kommentar in den NDR Tagesthemen.

Er hat wohl Recht, weil Cassandra immer Recht bekommt – irgendwann und irgendwie. Ich möchte eine etwas andere Position vorschlagen.

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Werner Lorbeer
Dienstag, der 29. Dezember 2009

Desert Tec #005 – Wie handeln?

BalanceDesertec.org definiert wohlgemut ein großes Projekt. Es ist ein sehr kapitalintensives Zivilisationsprojekt, um elektrische Leistung aus Sonnenstrahlung zu gewinnen, um sie transkontinental Mitteleuropa zur Verfügung zu stellen.

Ein verwandtes Projekt ist die Idee der baltischen HGÜ (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung), die Mitteleuropa mit Windenergie versorgen soll.

Im Moment scheitert sowohl die Einspeisung der Sonnen- wie der Windenergie an unzureichend ausgebauten Versorgungsnetzen – es ist teilweise schon so dramatisch, dass man für den Verbrauch elektrischer Leistung Geld herausbekommt, weil die Preise an der Strombörse ins Minus gerutscht sind.

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Werner Lorbeer
Sonntag, der 20. Dezember 2009

Desert Tec #003 – Paradies jetzt

ChristrosenVerständigung“Kopenhagen ist gescheitert.” Mit großer Anstrengung sollte unter dem Schirm des Slogans “2 Grad, non plus” eine globale Vereinbarung von industriepolitisch größten Ausmaßen beschlossen werden. Das Ende des Kohle- und Öl- und Erdgas-Zeitalters, ebenso revolutionär wie das Ende der Dampfmaschine. Der Treibsatz dazu ist die Angst vor der Eigendynamik des Planeten, der mit seinen Selbstregulatorien den Lebensraum des Ausufernden homo sapiens – “sapiens” -, zu beschneiden droht.

Auf der Basis historischer Erfahrungen erscheint es nicht sehr klug, die Lösung auf der Ebene der Pakte zu suchen. Pacta sunt servanda! Und wenn nicht? Langlebiger haben sich die technologischen Änderungen erwiesen – die Zeit der Windmühlen dauerte immerhin 3000 Jahre, in denen viele Reiche kamen und gingen. Mit der Folgerung: Es ist vielversprechender, neue CO2 neutrale Zivilisationstechniken zu konstruieren und ins Werk zu setzen als über Zertifikate zu verhandeln.

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Werner Lorbeer
Freitag, der 30. Oktober 2009

Desert Tec #002 – Gebt Ihnen Chips!

Monte_Carlo_CasinoNun ist die Desert Tec GmbH gegründet, 30. Oktober 2009! Insgesamt low tech. Aber eine große Herausforderung, siehe diesen link. Mein pessimistischer Freund Roland Dürre zweifelt an der Finanzierbarkeit. 400*109 € werden geschätzt. Eine Investition in Sachanlagen, die verspricht, die Stromproduktion für Europa und die arabische Welt CO2-frei zu gestalten.

Sehen wir uns, um dem Zweifler zu entgegnen, die Welt der Investitionen an. Euphemistisch wird in der Finanzwelt jeder, der kurzfristige Mittel in Fonds steckt als “Investor” bezeichnet, damit ihm nicht klar wird, dass er Spekulant, ein Spieler ist oder dass mit seiner Bonität dann gezockt wird. Hier geht es häufig nicht um Sachanlage sondern um Wetten – rien ne va plus. So auch Ackermann, der immer wieder behauptet, die Spekulationsabteilung „Investment banking“ würde Vermögen schaffen.

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Werner Lorbeer
Sonntag, der 13. September 2009

Desert Tec #001 – Sahel ‏ساحل

Map_sahelSahel, das grüne Ufer der Sahara, 6000 km quer durch Afrika. Jedes Jahr nimmt sich die Wüste zusätzliche 10 km und dehnt sich nach Süden aus

Dank der LandSats und anderer Satelliten ist unser “Overview” inzwischen ganz exakt. Aber dank der Archäologie haben wir auch einen zeitlichen Overview gewonnen, der aufzeigt, dass in den Eiszeiten der Sahararand bis an das Mittelmeer heranreicht.

Die Unsicherheit der Gegenwart über die klimatische Entwicklung hat ihren Ursprung im Entschluss der Menschheit, so etwas wie Lufthüllen-Engineering zu betreiben. Der seit 1850 dokumentierte CO2 Gehalt der Lufthülle steigt stetig und im Verlauf exponentiell, parallel zur Bevölkerungsentwicklung. Wir nähern uns im Moment den 40 ppm und werden diese Marke direkt durchstoßen. Damit verlassen wir ein CO2 Konzentrationsband in dem sich nachweislich die vergangenen 40 Mio Jahre die Erdatmosphäre bewegt hat.

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Werner Lorbeer
Montag, der 17. August 2009

Desert Tec #000 τέχνη oder ὕβρις

Britzer-muehleSeit 1990 produzieren 4 Windmühlen in Vollerwiek zusammen 2 MWatt Leistung, und das sehr konstant, weil an der Küste ein Tiefdruckgebiet das nächst ablöst und ansonsten ein stetiger Ostwind bläst.

Der erste Gedanke damals war, wie speichern die Holsteiner die Energie, die das Netz nicht aufnehmen kann? Meine Spekulationen kreisten um Pumpspeicherwerke oder  Wasserspaltanlagen. Aber … in Wirklichkeit taten die Windbauern gar nichts dazu um ihren Strom auch verwertbar zu machen!

In der Schule – ich bin Physiklehrer – hat man mit der Argumentation für solche lückenhaften technologischen Konzeptionen einen schweren Stand. Was ist, fragen die Schüler, wenn der Wind nicht weht,wenn die Sonne nicht scheint? Die Alternativen Technologien tappen in eine Glaubwürdigkeitslücke.

“New York, the city that never sleeps”, aber auch Kairo und München schlafen nicht. Wir müssen davon ausgehen, dass jede Zivilisation heute elektrische Grundlast benötigt. Mit ein bisschen Recherche ist es sicher auch möglich, diese Leistungsgröße beispielsweise für Mitteleuropa zu beziffern. Und mit einigen wenigen Rechnungen hat man, ausgehend von a) der Solarkonstanten S= 1,3 kW/m^2 und b) der Wirkungsgradformel w = (T1-T2)/T1 eine Abschätzung für den Flächenbedarf der Absorber und den Energiespeicherbedarf in GWh.

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Werner Lorbeer
Donnerstag, der 11. September 2008

Das Ende des Lehrerpults oder Computer in der Schule

Ein Blog soll aktuell sein, also wo ist der Bezug?

Der Anfang der 70er Jahre sah einen ganz merkwürdigen Ansatz der Pädagogik. Der Programmierte Unterricht war recht erfolgversprechend umgesetzt worden. Mathematik und Physik war in kleine Lernhäppchen zerlegt worden. Jedes Häppchen erhielt eine Seite als Stoffdarstellung mit anschließender Aufgabe. Auf der Rückseite stand die Lösung und so durch den ganzen Stoff. Natürlich waren die Schüler unterschiedlich schnell und auch sehr unterschiedlich bereit, sich selbst durch den Stoff zu bewegen. Aber der Erfolg reichte aus, um große Investitionen in Angriff zu nehmen. Siemens entwickelte eine eigene Programmiersprache LIDIA (Lernen im Dialog) um Lehreinheiten von Pädagogen erstellen lassen zu können. Der CUU (Computer unterstützter Unterricht) war geboren. Technologieführer weltweit war Bayern, die Zentralstelle für Programmierte Unterweisung und Computer im Unterricht wurde mit den Entwicklungsarbeiten beauftragt.

Die Vorlage der Programme waren die gedruckten programmierten Unterweisungen. Das Schüleridealbild war der „autonome Lerner“, der als Einzellerner, selbstmotiviert mit individualisierter Lerngeschwindigkeit sich den Lehrstoff erarbeiten sollte.

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