Werner Lorbeer
Mittwoch, der 16. September 2015

OECD Messung widerlegt den Landrat

geometrie„96 Prozent der befragten Schüler haben danach einen Computer zu Hause, 72 Prozent gebrauchen diese Technik in der Schule. In Deutschland nutzen Schüler aus bessergestellten Schichten das Internet mehr zur Informationsbeschaffung als sozial benachteiligte Jugendliche. Dort dienen Computer, um Videos zu schauen, online zu spielen oder zu chatten.“

Nicht dass das unerwartet wäre. Aber es unterstreicht einige pädagogische Hypothesen und vernichtet einige andere. Das Bild zeigt Schülerinnen in einer bilingualen Situation beim Lösen einer Geometrieaufgabe. Das Ergebnis ist echter Kompetenzzuwachs in geistiger Konzentration, Problemlösen, empathischem Zuhören und hin und wieder Erprobung der Eigenschaften eines Geometrieobjekts oder einer Geometrieoperation. Geredet haben sie dabei nicht viel. Aber: Alles aus der Kategorie „Kommunikation“, wenn man an Kompetenz orientierte Formulierungen liebt.

Zu den pädagogischen Hypothesen:

  • – Die Investition in Computer in der Schule führt weder zu besserem Lernerfolg der Schüler noch zu mehr Lernerfolg. Das ist schade für den Landrat aus dem reicheren Landkreis, es ist widerlegt.
  • Der Umgang mit dem Computer und den Netzen für nicht zu zu den gewünschten Kompetenzen im wissenschaftlich-technischen Bereich. Das ist saurer Wein für alle, die das Leben in den sozialen Netzen als Unterrichtsziel verkaufen wollen, die das Rechieren in den pädagogischen Himmel heben und nicht das Verstehen des Gefundenen.
  • Der Bildungsabstand von gleich begabten Kindern ändert sich durch Computereinsatz, Softwareeinsatz, – nicht (wird tendenziell größer). Es ist vielmehr Fleiß und Frustrationstoleranz, die diese Chance setzen.

Es sollte das Ende der Technologie Illusion für das wirkliche erfahrungsbasierte Lernen genutzt werden, um mit den Kindern und Jugendlichen am gewünschten Gegenstand zu lernen wie z.B. Bienenzucht, Kochen, Gärtnern, Robotik …

Ich denke, das würde vielen Freude bereiten.

wl

Werner Lorbeer
Samstag, der 22. August 2015

Mythen über Unterricht

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Schule als variable Sozialform

Aktueller Streit in BW! Es geht politisch bewährt um die Schulform. Und natürlich auch immer um den Quotienten Lehrer/Schüler und die Inklusion.

Erschütternd aus meiner Sicht ist die mangelnde Kenntnis der Streitenden über die empirische Forschungsliteratur.

Es bleibt festzuhalten, dass Einzelunterricht oder das Unterrichten weniger eine Kunstform ist, die literarisch studierbar im 18. und 19. Jahrhundert völlig gescheitert ist.

Dass der gut untersuchte autonome Lerner zu starker Differenzierung im sachstrukturellen Entwicklungsstand führt ist ebenfalls bekannt. Dass die Gruppengröße im wesentlichen durch die Disziplin in der Lernergruppe beschränkt ist, dies aber den Erfolg keineswegs beschränkt, zeigen uns die PISA Studien aus.

Jauchs Shows sind kein Abbild der aktuellen Sozialformen in der Schule. Diese ist gekennzeichnet durch sehr variable Sozialformen, auch wenn das in den Bildungsredaktionen kaum bekannt ist. Das Bild zeigt eine Routinesituation aus dem Holbein-Gymnasium Augsburg, das Ende einer Projektunterrichtsphase.

Was aber nicht heißt, dass es immer so weiter gehen konnte. Vielmehr hatte diese Klasse auch das Recht auf eine systematische Darstellung der Physik; denn Wissen hat eine Struktur um die im Laufe von vielen Jahrzehnten hart gerungen worden ist. Je begabter das Kind, um so erfolgreicher wird es die Wissensstruktur auf weitere Probleme anwenden.

Wir wissen aus der empirischen Forschung übrigens auch, dass die spezifischen Lehrerbegabungen den Unterichtserfolg ganz entscheidend beeinflussen. „Erfolg“ ist in der pädagogischen Forschung immer multidimensional zu verstehen – soziale Wirkungen, akademische Wirkungen, Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes etc.

Nicht jeder Lehrer hat von seiner Persönlichkeitsstruktur her gleiche Chancen. Und seine Wirkungen werden auch nicht auf jeden Schüler gleich sein. Es gibt zahlreich „trait-treatment interaction“-Forschungen, die das belegen. So gesehen, ist der Baden-Württemberg-Streit überflüssig, weil in keiner Weise dem Erfahrungsschatz der pädagogischen Praxis oder gar der pädagogischen Forschung verpflichtet.

Eine letzte Bemerkung zum Lehrer:
Wer sich durch Kinder „gestresst“ fühlt und sich „dem burn out“ nähert, der muss prüfen, ob seine Persönlichkeit geeignet ist, „Erzieher“ zu sein. Kinder haben das tägliche Recht auf einen „freundlichen, entspannten Lehrer“ (Hefendehl-Hebecker) und sie bieten dem Lehrer an, jeden Tag neu zu starten.

Wo bitte, gibt es in der Erwachsenen-Welt solche Chancen?

wl

Werner Lorbeer
Samstag, der 1. August 2015

Energiewende is Germanys Hobbyhorse

FAZ Kohle beliebt_2015-08-01_0001Zugegeben ein wenig polemisch die Überschrift. Auch zugegeben, dass wir „anfangen“ müssen. Darunter verstehe ich allerdings mehr als die Freude über Windräder und Fotovoltaik-Platten oder Schwarmkraftwerke.

Der Rechenstift und der Zahlenvergleich zum unscheinbaren Artikel in der FAZ vom 30.7. zeigt, dass die Erneuerbaren Energien der BRD im Vergleich zum Weltenergieverbrauch in Kohle nur einen Anteil von weniger als 0,00002  %  (2 mal 10 hoch -5 Prozent) ausmachen.

Unsere Energiewende ist im globalen Energie-Vergleich eine technische Spielwiese, eine Art lukratives Hobbyhorse, das viel zu langsam vorankommt und viel zu teuer ist für den Einsatz in der Breite.

Indien, China, Afrika, Amerika, Australien werden sich das Recht ihre Kohle zu verwenden nicht nehmen lassen. Es kommt entscheidend darauf an, zivilisatorische und technische Prozesse zu implementieren, die Lebensstandard und CO2-Ausstoß entkoppeln. Gefragt ist global gesehen die kostengünstige, bezahlbare Lösung. Denn die sehr schlechte Nachricht stand in derselben Ausgabe der FAZ:

Die Weltbevölkerung wächst weiter und zwar schneller als gedacht.

FAZ Weltbevölkerung_2015-08-01_0002Achtung Meinung:
Es lohnt sich wieder einmal über die Relation von Investition/CO2-Einsparung nachzudenken. Es gibt ganz bestimmt im Sinne des CO2 Effizienz-Quotienten bessere Prozesse als die von uns im Rahmen des EEG politisch favorisierten Wege. Wir erinnern uns vielleicht an die Filter für Staub, NOx, SOx und auch CO2? Schnell, effizient, billig! Oder an die mögliche Grünbindung von CO2 durch geeigneten Acker- und Waldbau, die gleichzeitig Afrika und Südamerika nutzen würde.

Ich würde lieber eine EEG-Umlage bezahlen, die den Missbrauch der Atmosphäre als Schüttkippe der menschlichen Zivilisation endlich beendet und international als Energie-Entwicklungshilfe zur Verfügung steht, als weiter die Deutschen Wind- und Solarbarone zu füttern.

wl

Werner Lorbeer
Mittwoch, der 28. Mai 2014

Vom Bock zum Gärtner der den Bock erklärt …

Aus der Telekom-Werbeseite

Aus der Telekom-Werbeseite

Die EZB warnt vor DAX 10.000 … und ist durch zinsfreies Geld die Ursache ihrer Warnung.

Das ist was für Gutjahr und Rangi Yogeschwar für die korrekte journalistische Darstellung. Es ist höchste die Zeit für eine Ideologie-Kritik an der Geldpolitik der EZB (und das ist keine „Kapitalismuskritik“ im Stil des 19. Jahrhunderts).

Wenn im €-Währungsbereich zu wenig investiert wird, dann ist die Ursache nicht das teure Geld, es ist jetzt schon so billig. Schon Karl Schiller wusste ohne Simulationsrechnung: „Man kann die Pferde zur Tränke führen, aber saufen müssen sie schon selber“.

Ein wirklicher EU-Bankenskandal ist, dass nach wie vor Staatsanleihen nicht mit Eigenkapital unterlegt werden müssen. Ein weiterer Skandal ist natürlich, dass Schattenbanken überhaupt nicht durch Eigenkapitalhinterlegungen reglementiert werden. Und dass durch Derivate Schuldscheinmengen produziert werden, die jederzeit bei Handelsunterbrechungen vom Spieltisch auf den Tisch der Volkswirtschaft der Güter hereinbrechen können.

Meine Forderung ist: „Gebt den Spielern Chips = Kräftige Regulierung des Derivatemarkts“. Sie müssen sich dann zur Auszahlung an der Casino Kasse drängeln und dann verdient wenigstens die staatlich regulierte Spielbank und wir können die Tische jederzeit schließen. Ackermann (Deutsche Bank) irrte fundamental als er äußerte, dass substanzlose Kapitalströme Vermögen schaffen.

Der völkerrechtswidrige Bruch der Lissabon-Verträge „no bail out“, muss repariert werden. Das mindeste wäre eine Austrittsklausel im Vertrag aus dem €. Der Austritt kann freiwillig oder durch Vertragsbruch erzwungen indiziert werden. So wie es jetzt ist, dass durch Niedrigzins Renten, Lebensversicherer, Sparbücher rasiert werden, kann es nicht weiter gehen.

Oder man stellt sich der Verantwortung: „Scheitert der € dann scheitert Europa“ jedenfalls ist so genial formuliert, dass die meisten Journalisten die Formel heute noch herbeten, obwohl der Propagandaspruch keine 2 Minuten der Analyse stand hält.

Aber so ist sie halt die modische Medien-Ideologie (Die jüngste Fehlleistung der Redaktionen: „EU-Kritisch == europafeindlich“). Die Rückkopplungsmechanismen sind schwierig zu erklären und wenn man die selbst gesetzte Rückkopplung beklagt, wie heute die EZB, dann muss man als Bock als Gärtner maskiert gehen. Anonymus lässt grüßen.

wl

Werner Lorbeer
Sonntag, der 12. Mai 2013

Auf den Lehrer kommt es an!

Dr. Werner LorbeerWir wissen doch vermeintlich ganz gewiss:

„Je höher die Bildungsausgaben, desto besser die Bildung.“

„Je kleiner die Klasse, desto größer ist der Lernerfolg.“

„Je mehr Computer im Unterricht, desto moderner ist die Bildung.“

Und:

„Deutschland ist bei den Bildungsausgaben ganz weit hinten.“

Vier Thesen, die unsere Bildungselite in den Redaktionsstuben begeistert vertritt und in jeder Anmoderation wiederholt. Je „Prechtiger*“ die Hypothese, desto besser.

Leider sind alle vier Hypothesen empirisch widerlegt. Bayern gibt weniger Geld je Schüler als Berlin aus und hat mehr Erfolg, die Mathematikleistung ist unabhängig von der Klassengröße, der Computereffekt auf das Lernen verschwindet unter all den anderen einflussreichen Variablen und schließlich liegt die BRD in den Bildungsausgaben im Mittelfeld.

Gerade letzteres ziehe ich sogar in Zweifel; denn es ist eine OECD Studie, die das feststellt. Dazu muss man wissen, dass Bemühungen privater Bildungsträger wie Handwerks- und Industriebetriebe sowie ihrer Kammern von diesen Pariser Herren und Damen noch nicht einmal zur Kenntnis genommen werden. Ja, ihre Statistiken verwechseln den deutschen „Meister“ mit dem englischsprachigen „Master“ und setzen ihn in den Statistiken gleich.

Wo ist nun etwas nachzulesen, wenn man sich der Lehr-/Lernwirlichkeit in Wahlkampfzeiten annähern möchte?

Da habe ich eine Literaturempfehlung:

„Auf den Lehrer kommt es an“ Autor Rainer Werner, Studienrat am John-Lennon-Gymnasium Berlin.

Es ist wohl kein Wunder, dass man kritische Schriften am ehesten aus Berlin und Bremen erhält; denn dort wüten die Ideologen am grimmigsten.

wl

*) „Prechtiger“ ist eine Anspielung auf den Fernsehphilosophen Richard David Precht, der ja auch mal bei Jauch war, um seine hoch fliegenden Reformideen für die Schule zu bewerben. Am Ende blieb davon nicht viel.

Werner Lorbeer
Donnerstag, der 28. März 2013

Staatsbankrott: Was ist so üblich?

Man ist überrascht, was alles überrascht!

Wer Geld in eine Bank einlegt, ist Gläubiger der Bank! Keineswegs sichert die Bank „mein Geld“. Lediglich bis zu 100.000 € ist es versichert, der Rest ist bei jeder Pleite Gegenstand des Konkursverfahrens. Natürlich ist das Kapital der Eigner perdu und auch jenes von denen, die der Bank „Papiere“, die von ihr besichert sind, abgekauft haben, wie Bankanleihen oder Derivate etc.

Unheilvoll aber auch nicht überraschend: Wenn die Staaten zahlungsunfähig sind, dann auch die Banken. Weil große Teile der Staatsschulden von den Banken mit den Einlagen ihrer Kunden gekauft wurden. Oder sollten die Banken auf die Staatsfinanzierung verzichten? Private Gläubiger können sich ihrer Schulden jedenfalls nur innerhalb der Rechtsordnung entledigen, damit sind die Schulden der Privaten sicherer, was sich in den letzten Jahren am Anleihemarkt auch wider spiegelt.

Aber wie sollten die enormen Sparkapitalien investiert werden, die die Bürger anhäufen, wenn nicht über Staat und Gebietskörperschaften? Natürlich könnten die Bürger in Sachkapital investieren, aber gerade in Deutschland ist das seltener als im Rest von Europa. Wir haben beispielsweise weniger Wohnungseigentum als die Bürger von Zypern. Es kommt also – von der Altersvorsorge bis zum Ausbildungssparen – vor allem darauf an, die Staaten bei guter Bonität zu halten, um eine wichtige Eigenschaft des Geldes, Aufbewahrung von Wert, zu organisieren.

Wenn ein Staat mehr Geld ausgibt als er per Steuern, Abgaben, Zölle etc. von den Bürgern erhält, reduziert er seine Bonität. Aber er hat die Möglichkeit, auf die Vermögen der Bürger zuzugreifen, weil wir Demokraten alle Rechte an den Souverän abgegeben haben.

Was sind die Möglichkeiten des Staates, um nach der Zahlungsunfähigkeit des Staates ( = niemand ist bereit ihm weiteres Kapital zu geben) wieder zu einer Grundlage für die Einführung einer neuen Währung zu kommen?

Hier eine Liste von Folterinstrumenten, sicherlich unvollständig:

  1. Währungsschnitt im Tauschverhältnis
  2. Zwangshypothek auf Immobilien
  3. Zwangsanleihe für alle Bankguthaben und Depots
  4. Devisenbewirtschaftung
  5. Geldersatz durch Berechtigungskarten
  6. Verbot der Haltung von Gold
  7. Vermögenssteuer
  8. Zwangsenteignung von Vermögen
  9. Erbschaftssteuer
  10. Rückfall von Grund-und Boden an den Staat
  11. Steuererhöhungen, Abgabeerhöhungen aller Art
  12. Inflationierung
  13. Schuldenschnitt durch Weigerung der Rückzahlung von Staatsanleihen

Eine beachtliche Liste!

wl

Werner Lorbeer
Dienstag, der 5. März 2013

John von Neumann – elegant aber überfordert?

BKA Virus hat übernommen, Eigentum entzogen.

Die Daten sind das Programm!? So genial, so gefährlich.

Kurz zur Erfahrung: Bei laufendem AVIRA professionel übernahm der BKA Virus das Kommando. Ich konnte life erleben, wie die Windows registry umgeschrieben wurde und dann kam die übliche Aufforderung des Virus … 100 € oder kein Zugriff mehr.

Wie kann das sein?

Was ist überhaupt die Bedingung dafür, dass eine Zeichenkette, genannt Virus, auf meinem PC zum Status „ausführbar“ kommt? Ich wage die These, dass die Ursache letztlich ist, dass Programm und Daten ununterscheidbar sind, weil sie gleichen Status haben. Ich gehe zurück und komme bei den Turing-Bändern an, die dann die Vorlage der von Neumann Prinzipien zur Konstruktion des Computers wurden.

Ich vermute, dass hier der Schrott seinen Ursprung hat. Wenn jeder String durch einen Interpreter als Programmcode aufgewertet werden kann, dann ist eben allem Tür und Tor geöffnet. Insbesondere wird dem Besitzer durch die Netz-Kriminellen mit ein paar Textzeilen, denen ein wahnsinniger Interpreter das Recht zur Ausführung zubilligt, das Recht am Eigentum entzogen.

Betrachtet man die Technik der Patches (Flicken) und der Patchworker (Flickschuster) über die letzten Jahre, dann muss man feststellen, dass sie die Zivilisation „at risk“ stellen. Aber sie können nicht anders, weil die Maschinen, auf denen sie arbeiten müssen, durch ihre flache Datenlogik keine anderen Lösungen zulassen.

Wenn man bitten dürfte, dann wünscht man sich Post-von-Neumann Maschinen, die dem User den Besitz seiner Eigentumsrechte am PC garantieren können. Vermutlich sind diese Maschinen-Prinzipien schon vorhanden, wenn nicht, bei mir lagern die Blaupausen.

wl

Werner Lorbeer
Donnerstag, der 3. Januar 2013

Desert Tec #20: Subventionistas – 2015 ist Schluss!

Quelle FAZ vom 2.1.2013

Das Ausbauziel für Solarenergie ist Ende 2015 erreicht, dann ist Schluss mit der Subvention. Kann sein auch früher, denn inzwischen sind nicht mehr Häuslebauer sondern internationale Pensionsfonds am Werke. Diese werden vom staats- zum risikoscheuen Infrastrukturfinanzier.

Land auf, Land ab werden Stadtwerke gegründet mit der Spekulation auf sicheren Ertrag, also könnte es noch schneller gehen.

Noch kurz zu Deserttec, immerhin der Namensgeber meines Blogs, auch wenn ich daraus wohl bedacht „desert tec“ mit Bedeutungswandel gemacht habe:

Hier ist die Intention, Solarenergie grundlastfähig zu machen durch Energiezwischenlagerung in heißen Solen. Immer noch ein sehr solider zukunftsweisender Ansatz. Letztlich wohl auch billig, wenn man die ganzen Schattenkraftwerke und Netzausbauten kalkulatorisch richtig einlastet.

Amüsant ist Peter Altmeier zu sehen, wie er als Verwaltungsbürokrat getrieben vom schmunzelnden Trittin das zu organisieren versucht, was 20 Jahre EEG angerichtet haben. Es ist so ein bisschen wie Hase und Igel, weil ein guter Ideologe wie Trittin mit seinen Sprechwolken wohl überall gleichzeitig sein kann.

Seit 1992 läuft auch mein Consulting in den Betrieben: Macht euch durch Investitionen unabhängig vom Netz, ihr werdet die Auflagen nicht bezahlen können und wollen. Die Versorger sind dem nötigen Contracting inzwischen sehr aufgeschlossen.

Nicht ganz schlimm kommt es für viele wohl aber die meisten, denn die Politik hat eine Ausnahmeregelung erfunden, die ca. 2000 Betriebe von den Umlagen befreit (Die Politik glaubt immer häufiger, sie könne durch Regulierung und nicht durch Regeln den Markt gestalten).

Ich bleibe übrigens bei meinem Rat und erweitere ihn noch: Turnvereine, Wohnviertel, Industrieviertel … alle sollten das öffentliche Netz meiden; denn dort sitzen die Wohlmeinenden, die Nachfolger Fidels, viva la revolucion, zahlen sollen die andern.

Was ist das Sympathische, schließlich ist das mein erster Blog 2013? Ich spüre an vielen Stellen den Willen zur Autarkie und die ist unumgehbar verknüpft mit dem Willen zur Selbstverantwortung. Das meine ich, ist rundum positiv!

Happy New Year an alle Leser des IF-Blog und einen lieben Dank an meine Freunde.

wl

Werner Lorbeer
Mittwoch, der 21. November 2012

Desert Tec #19: Solar, Immobilien, Ehe – Riestern

Heute wieder ein Gespräch mit Freunden, die an der Währungsstabilität verzweifeln. Eine Funktion des Geldes ist der Transport von Werten in die Zukunft – und die ist inzwischen „griechisch“.

Kluge Leute haben das schon lange erkannt und für sich den Solar-Riester erfunden. Der Gutständer ist dabei der deutsche Michel direkt, nicht über den Umweg der politischen Verteilungstöpfe. 20 Jahre Rentengarantie für das eingesetzte Kapital und kein Staat kann mit einem Federstrich sich seiner Schulden entledigen, wie es die Griechen schon vormachen.

Allerdings meine ich, man sollte bloß mit 10 Jahren unbedrängten Einnahmen rechnen und dann auch mit Kürzungen laufender Verträge. Der soziale Druck wird eben zunehmen, ganz im Sinne eines Augsburger Unternehmers gedacht: „Ich kann doch nicht mit dem Dach verdienen und die Leute die drunter arbeiten das bezahlen lassen.“

Immobilien sollte man natürlich ohne den Riester kaufen, weil sie sonst wirklich immobil sind und nicht einmal gegen eine altengerechte Wohnung in der 3. Lebensphase getauscht werden können.

Aber das wirklich Beste ist das Ehe-Riestern. „Investitionen“ in die gemeinsame Zukunft mit Kindern, Wanderungen, Spieleabende, gemeinsame Sorgen und Kinobesuche, eigene Verantwortung tragen und sich auch tragen lassen – Ethik, kein Angstgold im Tresor, kein Katzengold im Rohstoffmarkt.

Zeit für den Partner, Zeit die eigne Entwicklung zu beobachten und die Beobachtung der anderen zu verarbeiten.

Ich habe ein kleines Meditationsbuch geschrieben: „Dehnung der Zeit“. Ich meine das ist der eigentliche Sinn des Riesterns: die Zeit, die man sowieso hat, mit achtsam geführten Leben füllen.

wl

Werner Lorbeer
Freitag, der 21. September 2012

Die Verwüstung durch das EEG: Desert Tec #18

Mehr als 240 Tarife für Einspeisung von Solarstrom (Quelle Handelsblatt). Finanzzusagen an Investoren im Solarbereich kumuliert über 20 Jahre im Zig-Milliarden Bereich. Strom einspeisen zu fixen Preisen darf wer mag, was nach der volkswirtschaftlichen Preislehre zu einem Überangebot führen muss. Gleichzeitig werden die günstigen Einspeiser aus dem Markt gedrängt und müssen nun ebenfalls subventioniert werden.

Der Strom wird so teuer, dass über soziale Kompensationszahlungen nachgedacht werden muss. Ein Markteingriff folgt auf den anderen, wir sind in der verzweifelten Lage der zentralen Planwirtschaft ohne die Glaskugel des Allwissenden zu haben.

Gleichzeitig mit diesem planwirtschaftlichem Eingriff wird der technologische Fortschritt auf Eis gelegt – die vielen Pleiten in der Solarindustrie erzählen uns diese Geschichte.

Gibt es eine Chance für die Solartechnologie. Ich meine „ja“, sie heißt ganz einfach: Ende der Subvention, Wiederherstellung einer Marktordnung.

Ist damit die Solartechnologie am Ende? Keineswegs! Die Entwicklung zeigt, dass sich Solarenergie auf der Basis von Foliendruck herstellen lässt. OLED Technologie in der Stromerzeugung. Ich schätze die aktuellen Herstellungskosten auf etwa 15% der Herstellung von Si-basierten Solarzellen.

Die folienbasierte drucktechnische Herstellung von Solarstromerzeugern wird sich in ganz anderer Art bei der Konstruktion von Häusern und ihrer autarken Energieversorgung einsetzen lassen.

http://www.solarserver.de/solarmagazin/solar-report_0807.html ist eine gute Quelle zum Nachlesen der Entwicklung auf diesem rasant sich entwickelnden technologischen Sektor. Wir werden künftig also in der Lage sein, Solarflächen zu weben, dann zu bedrucken und an geeigneten Flächen zu installieren. Und das zu vielleicht 10% der heutigen Kosten. Für die Planwirtschaftler unter uns Anlass für ein neues Gesetz:

Jeder Bürger muss eine bestimmte Menge Strom aus dem Netz beziehen, damit das EEG nicht scheitert, oder?

wl