Roland Dürre
Samstag, der 13. April 2019

Politik zum Jammern!

Es ist zum Haare ausraufen.

Werden wir es schaffen ???!!!

Die Politik befasst sich (erfolgreich) nur noch mit Dingen, die dem Machterhalt der herrschenden Klasse dienen. Das letzte Beispiel war die Gefährdung wenn nicht gar Zerstörung des Internets durch die „Urheberrechtsreform“. Sie konzentriert sich auf die Wahrung des Besitzstandes der herrschenden Klasse. Wie alle Politik in der „BRD“.

Wäre es nicht wichtiger, den Planeten zu retten?

Die wichtigen Themen wie die Sanierung des Planeten überlässt die Politik der Strasse. Und ignoriert das Problem, weil sie im Denken des letzten Jahrhunderts gefangen ist. Ihre Werte sind „Wachstum und Wohlstand über alles – auch der Welt“ und „Besitzstandwahrung als das deutsche Grundrecht“.

Weise weisse Kinder sollen den Mund halten und die Zerstörung des Planeten den Profis überlassen.

Wenn die Kinder mutig für eine neue Welt streiken – dann erfrechen sich die alten weißen Männer auch noch, diese barsch aufzuforden, den Mund zu halten und dieses Thema „doch bitte den Profis zu überlassen“. Also genau denen, die es seit mindestens 50 Jahren besser wissen sollten und aus Egoismus ignoriert haben. So abgedroschen dies sein mag, so traurig ist das alles.

Lobby-Control und Reduktion der Anzahl der Abgeordneten im Bundestags scheitern.

Die Politik versagt aber auch bei „kleinen“ aber wichtigen Aufgaben, besonders wenn sie am traditionellem Denken und an alten Strukturen rüttelt. So wurde das Lobby-Register sabotiert und dringend notwendige Veränderungen wie z.B. die Reduktion der ausufernden Anzahl von Bundestagsabgeordneten von der Tagesordnung  – „weil unlösbar“ – gestrichen. Auch die Definition von Regeln wie man E-Roller sinnvoll in den Verkehr integriert, ist so schwierig. Und wird den Bußgeld- und Straftaten-Katalog bestimmt wieder kräftig erweitern. Damit die Schwarzfahrer nicht mehr so allein in ihren Zellen sitzen.

Enteignung ist bei uns ein legitimes Mittel der Politik.

Enteignung wird wie selbstverständlich genutzt, wenn es um die Interessen der Großen oder behelfsweise der Allgemeinheit geht. Die Logik dahinter ist: Arbeitsplätze sind immer im Interesse der Allgemeinheit. Ganz gleich, ob es in der Rüstung, um die Produktion von Flugzeugen geht oder den Braunkohle-Tagabbau durchsetzt.

Diese Arbeitsplätze sind aber nur dann heilig, wenn sie Profit bringen. Wenn nicht, dann kommen die auch heute noch ganz schnell in die Slowakei (wie jetzt wieder in Augsburg).

G MAFIA enteignen? Gerne.

Will man Konzerne enteignen, dann gibt es zustimmendes Gemurmel beim CDU-Abgeordneten, insofern es gegen das moderne Feindbild G MAFIA geht. Die „digitalen“ Konzerne der G MAFIA sind Google, Microsoft, Apple, Facebook, IBM und Amazon.

Wobei da auch bei letzterem (Amazon) so mancher Konsum-Abgeordneter zurückzieht. Weil wer soll uns dann unsere vielen Päckchen bringen, die wir als Konsumisten unbedingt innerhalb 24 Stunden brauchen? Das berühmte internationale Logistik-Unternehmen DB (Deutsche Bahn) wird das trotz seines teueren schlanken Logos garantiert nicht schnell und pünktlich schaffen.

Immobilien Konzerne enteignen? Auf keinen Fall!

Wenn wir aber über die „Enteignung“ von Immobilien-Konzernen nur gesprochen wird, die Hunderttausende von Immobilien „der öffentlichen Hand“ systematisch über ihre Lobbyisten abgeschwindelt haben, dann geht ein Schrei des Entsetzen besonders durch die „christlichen Parteien“. Das sind die, die schon im Namen und in der Abkürzung fremdes Urheberrecht nutzen. Denn der Trump, das klammheimliche Idol der Konservativen (Bayern First), ist doch auch durch seine Immobilien-Spekulationen zum Milliardär, Volksheld und US-Präsident geworden. Wie kann man solche Immobilienspekulanten enteignen wollen? Wahrscheinlich ist das auch gegen den gesunden Menschenverstand? Wie soll man denn bei einer „Enteignung“ die Zwischen-durch-Eigentümer für die gewaltige Wertsteigerung der von der öffentlichen Hand günstig erworbenen Immobilien entschädigen? Gar nicht? Das geht doch nicht. Und anders wird es doch viel zu teuer.

„Transgender-Toiletten“ sind wichtiger als „Lobby-Control“.

Die wichtigen Themen aktuell und der letzten Monate bei uns sind „Zwangsimpfen“ und „Organentnahme als Default“. Und „Werbeverbote für Abtreibungen“. Getoppt wurde das ganze durch „Transgender-Toiletten“. Haben wir keine anderen Probleme?

Der MIV (Motorisierte Individual Verkehr) regiert die Welt.

Autos gehen vor Menschen. Seit Jahrzehnten. Ich verstehe das schon lange nicht mehr. Für mich heißt „individuell“ in der Mobilität, dass ich mich aktiv bewege (zu Fuß oder mit dem Fahrrad). Auch befördere ich mein Individuum gerne mit Bahn und Bus. Aber dass mein Individuum einer mächtigen, gefährlichen und tonnenschweren Maschine in einem komplexen System Verkehr mit seinen chaotischen Verhältnissen „dienen“ soll und ich so zum omnipotenten Bediener werde und mit der Maschine mein scheinbar jetzt omnipotentes Ego pflegen soll, das verstehe ich nicht.

Betrachten wir den notwendigen Wandel bei der Mobilität.

Urbane Gesellschaft (smart city) und das Automobil passen nicht zusammen.

Autos stinken und vernichten Menschen. Sie machen Lärm und das Leben unwürdig. Trotzdem gilt weiter „Freie Fahrt für freie Bürger“ und „Platz fürs Auto“. Und das Tempo-Limit ist und bleibt ein „NOGO“. Weil es gegen den gesunden Menschenverstand ist (auch schon ganz schön abgedroschen).

Fliegen und Schiff-Fahren ist eine unserer angenehmen aber unsäglichen Gepflogenheiten.

Beides zerstört unseren Planeten in ganz besonderem Maß. Ganz gleich ob es nur für den eigenen Spaß oder für die heilige Globalisierung stattfindet.

Ohne Fliegen und Welthandel gehen Globalisierung und Welthandel nicht.

Wir müssen beides reduzieren. Und vielleicht auch weniger global denken. „All business is local“ heißt es. Das sollte auch für die Politik gelten. Dann brauchen wir auch keine Armee für die Welt und müssten hierzulande keine Minen für den Weltfrieden produzieren und exportieren.
Und dass bei uns der Fleisch-Konsum fällt, der Export desselbigen jedoch explodiert ist doch auch nicht normal.

Wenn ziemlich viele Boeing-Maschinen auf dem Boden bleiben müssen, weil sie dem Profit geschuldet unteroptimale Fluggeräte sind, merkt man dies am Flugangebot gar nicht. Weil wir viele Flieger haben, die in der Wüste stehen und darauf warten, endlich mal wieder fliegen zu dürfen.

Wenn man halbwegs gerade ausdenkt, müsste uns klar sein, dass die Flugzeugindustrie nicht auf alle Ewigkeit soviel Flieger bauen kann, wie sie heute ausstößt. Man müsste  sich darauf einstellen und planen, weniger Flugzeuge herzustellen.

Weil wir das nicht wollen, subventionieren wir am Flughafen München das eh schon steuerfreie Kerosin. Und fliegen auch innerhalb Deutschlands immer mehr.

So steigt der Kurs von Airbus. Wie immer noch bei den Automobil-Konzernen.

Weil auch hier weiter das Diktat des Wachstums gilt. Auch wenn Millionen neue Autos auf Parkplätzen stehen. Und unsere Arbeitsplätze immer ein heiliges Killer-Argument sind. Obwohl wir auch hier gelernt haben, dass der Wandel nicht aufzuhalten ist. Wieviel Branchen sind aus Deutschland verschwunden? Innovation ist und bleibt „kreative Zerstörung“.

Unsere Demokratie ist zerstört.

Die Suche nach der Ursache für die Zerstörung der Demokratie ist überfällig. Wir müssen sie dringend reformieren. Da fällt mir auch einiges dazu ein. Aber auchd as stört die Besitzstandswahrung und ist so „politisch unkorrekt“. Weil es die bestehende Machtverhältnisse in Frage stellt.

Ein Symptom für die Vernichtung von Demokratie fällt mir aber ein. Es heißt Grindel. Er steht für mich für die aktuelle Generation nicht nur von CDU-Abgeordneten. Mit CDU zum ZDF und in den Bundestag der BRD – dann an die Spitze des DFB. Da kann man sich auch Fragen, wie kann der DFB so blöd sein, einen CDU-Bundestagsabgeordneten an seine Spitze zu wähen? Was in einem solchen Fall passiert, ist doch absehbar.

Wieso haben die mir besonders unsympathischen Parteien eigentlich eine Abkürzung, die aus drei Buchstaben besteht (CDU, CSU, SPD, FDP …)? Mag ich deshalb keine Abkürzungen aus drei Buchstaben mehr? Die Systemagenten aus Politik und Wirtschaft sind mir schon lange suspekt und unangenehm.

Ich vermute, dass das soziale Umfeld in den Parteien die Menschen verdirbt. Gerade die Drei-Buchstaben-Parteien ziehen nur noch eine besondere Art von Menschen an. Dort wird man nur noch Mitglied, weil man sich von der Mitgliedschaft persönliche Vorteile erhofft. Und im Kampf an die Spitze der Partei wird muss man man zum A……..-Methoden behrrschen.

Die Grindelisierung der Politiker.

So scheint mir die Meta-Ursache für unsere Dilemma in der Politik klar:
Das System der „Oligarchie der Parteien“ im Verband mit dem „Diktat der Konzerne“ hat bewirkt, dass die Politik von den Menschen betrieben wird, die eine negative Selektion (Auswahl) der Gesellschaft sind und zusätzlich noch negativ sozialisiert worden sind. Der lange Weg vom Eintritt in die Jugendorganisation an die Parteispitze und in den Bundestag gelingt erfolgreich nur mit eigenartigen und mir sehr unsympathischen Methoden. Und das prägt.

RMD

P.S.
Diesen Artikel habe ich für meine Enkel geschrieben. Damit sie mal wissen, dass es auch alte weiße Männer gab, die gegen den Quatsch waren, den alte weiße Männer gemacht haben.

Roland Dürre
Mittwoch, der 3. Oktober 2018

DIESEL

Selfie zu: „Ich verstehe das nicht.“

Seit Tagen ist das Hauptthema in Medien und Nachrichten „der Diesel“. Das frustriert mich, gäbe es doch gesellschaftlich so viel Wichtigeres zu lösen. Ich verstehe nur noch Bahnhof.

Es ist doch so einfach:

Wenn ich ein schlechtes Produkt kaufe, dann habe ich einen Schaden. Wenn ich dabei betrogen worden bin, kann ich versuchen, den betrügerischen Verkäufer dafür in Haftung zu nehmen.

Das sollte der Rechtsstaat mir garantieren. Wenn dieser nicht mehr funktioniert, weil die Konzerne zu mächtig geworden sind, dann habe ich halt Pech gehabt.

Das gilt wohl so ziemlich für alle Güter, ob Lebensmittel oder Produkte und auch Dienstleistungen – und sollte auch für Autos gelten.

Ich verstehe so vieles mehr nicht!

Warum kommt eigentlich keiner auf die Idee, gerade bei der aktuellen Diesel-Diskussion einfach die Subventionierung der Dieselsteuer abzuschaffen? Wenn der Diesel so schlecht ist? Immer sind es 22 Eurocent pro Liter an Subvention (Diesel wird in Deutschland mit 22 Eurocent weniger besteuert als Benzin), die unsere „Geiz ist geil“-Gesellschaft nach Dieselfahrzeugen gieren lässt. Obwohl der „Diesel“ in der Regel teurer ist, aber rechnen ist halt gerade im Zustand der Gier nicht so einfach.

Dass der Gierige ab und zu auch mal Pech hat, ist doch normal und kein nationaler Notstand. Das meine ich ganz ohne Schadenfreude.

Ich verstehe auch nicht, dass keiner mehr auf die Idee kommt, endlich ein Tempolimit einzurichten. Auf Autobahnen und Landstraßen würde dieses wesentlich Kraftstoff (und viele menschliche Leben) einsparen. Und in den Städten ist doch schon lange klar, dass „Tempo 30“ die Regelgeschwindigkeit sein sollte. Und die „50“ oder „60“ die Ausnahme.

Ich verstehe auch nicht, warum der Diesel so ein Thema ist. De facto geht es doch (hoffentlich bald) allen Verbrennungsmotoren im individuellen Verkehr (und wie ich hoffe nicht nur beim KFZ und Moped, sondern auch beim Rasenmäher und Laubbläser) an den Kragen.

Es geht doch heute nicht mehr darum ob ich einen SUV mit Diesel- oder Benzinmotor fahre, sondern ob man überhaupt noch Auto fährt. Weil es a) die Klimakatastrophe wohl doch gibt und b) ich nicht immer die Abgase in meinen Lungen haben will. Dazu muss ich gar nicht in München auf der Rosenheimer Strasse zur Stoßzeit radeln, da reicht es mir schon auf der Putzbrunner Straße in Ottobrunn am Sonntag Morgen auf der Fahrt zum Bäcker!

Ich verstehe auch nicht, dass das Kerosin für die Flugzeuge wie das Schweröl für die Schiffe genauso besteuert wird wie Benzin, wissen wir doch, dass weniger geflogen werden muss. Wie auch dass immer noch mehr Startbahnen gebaut werden sollen. Und dass wir immer noch Braunkohle (Hambacher Forst) verbrennen wollen und den alternativen Energien das Leben unnötig schwer machen.

Wie ich auch nicht verstehe, dass wir heute den Tag der deutschen Einheit feiern. Sollten wir für die Zukunft den heutigen Tag nicht besser nutzen und an einem anständigem Europa der Regionen arbeiten, in dem die Menschen in Zuversicht und Mut leben können.

Ich verstehe zurzeit Vieles nicht. Nicht nur bei der Mobilität hat uns der Wahnsinn umzingelt. Ist es schon zu spät für unseren Planeten (Permafrost). Fast neige ich zur Resignation?

RMD

Klaus Hnilica
Donnerstag, der 8. Februar 2018

Mitarbeitermotivation und der virtuelle Slip der Bardame

Carl und Gerlinde (Folge 57)

Irgendwie begann dieses Jahr 2018 seltsam!

Kaum hatte Carl die beschämende Kritik Gerlindes beim letzten Saunaabend, wegen seiner fülligen Figur einigermaßen verdaut, kam sein Chef, Bernie, mit so einem blöden Anliegen, dass Carl  den köstlichen Kaffee seiner Sekretärin Bettina beinahe wieder ausgekotzt hätte.

Und das ausgerechnet an einem Tag, an dem endlich die Sonne schien und Carl noch dachte, dass dies der erste schöne Arbeitstag in diesem beschissenen Winter werden könnte. Doch der Anruf von Dr. Osterkorn um 9 Uhr 17,  mit dem er ihn eiligst zu sich bat, genügte, um ihn von dieser Illusion zu befreien!

Mein lieber Carl, du erinnerst dich doch sicher noch, sagte Bernie, schleimig wie eine Weinbergschnecke, an die wunderbar motivierende Rede von unserem Kaufmännischen GF, Dr. Schäufele, anlässlich des Aufrufes unserer Kanzlerin zur Bewältigung der Flüchtlingskrise vor drei Jahren. Bei der bildlich gesprochen, kein Auge trocken blieb!

Meins blieb trocken, knurrte Carl.

Entschuldige bitte, was bin ich nur für ein miserabler Gastgeber, Carl! Was darf ich dir denn anbieten?

Ein Wasser, bitte…

Okay Wasser, sagte Bernie, sprang auf und gab die Bitte an seine Sekretärin weiter.

Also wie gesagt, diese Rede damals, war einmalig gewesen, wiederholte Bernie geistesabwesend.

Ist denn das damals angesprochene Programm für die Einbindung von Flüchtlingen bei TRIGA auch realisiert worden? fragte Carl.

Ehrlich gesagt, darüber bin ich nicht informiert, aber lassen wir das, denn momentan geht es bei uns, wie du ja weißt, wirklich ums ‚Eingemachte’.

So schlimm? fragte Carl besorgt.

Ja so schlimm! Und deswegen möchte Dr. Schäufele kommende Woche bei der Betriebsversammlung in einem Statement an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht nur den Ernst der Lage schildern, sondern auch zu noch größerer Leistungsbereitschaft aufrufen.

Na – bravo!

Nix  – bravo, Carl, denn Dr. Schäufele will bei dieser Rede nicht nur den Startschuss für die Reorganisation unseres Hauses geben, dabei finanzielle Einschnitte ankündigen, sondern in einem Aufwasch auch gleich die neue Firmenstrategie verkünden.

Etwa die, die diese fürchterlichen Berater – Fuzzy’s Ende 2017 mit uns durchgesprochen haben? schnauzte Carl entsetzt.

Rede bitte nicht so despektierlich über das von Dr. Schäufele empfohlene  Beratungsunternehmen ‚KLARSICHT’ auf das er so stolz ist, sagte Dr. Osterkorn mahnend.

Okay – ich nehm alles zurück, Bernie.

Gut, Carl – aber da sind wir schon beim Punkt. Dr. Schäufele hat mich nämlich gebeten, auf Grundlage der ‚KLARSICHT – Unterlagen’ ein Redekonzept auszuarbeiten! Da ich aber, wie du ja vielleicht weißt, ab morgen für ein paar Tage in der Schweiz Schifahren möchte und schon gebucht habe, wollte ich dich bitten mir dabei unter die Arme zu greifen…

Beim Schifahren?

Ha – ha- du Spaßvogel – natürlich bei der Ausarbeitung des Konzeptes. Dies umso mehr, als ja niemand so gut wie du unser Geschäft, unsere Möglichkeiten, sowie die Ausarbeitung der Firma KLARSICHT kennt.

Welch eine Ehre!

Ja –  und diese Ehrerweisung dauert genau bis nächsten Dienstag um dieselbe Zeit. Da will die Kaufmännische GF nämlich das fertige Redemanuskript auf dem Tisch haben!

Das heißt, ich hab grad mal zwei Arbeitstage Zeit…

Vergiss nicht die Nacht dazwischen, lieber Carl!

Toll – sagte Carl, griff nach dem gelben KLARSICHT – Ordner und schlich mit einem hingehauchten – schönen Urlaub, Bernie – davon.

Was Carls Sekretärin Bettina, dann Dr. Schäufeles Sekretärin nach zwei Tagen übergab, war fast exakt, was Bernie und der Berater KLARSICHT wollten, denn es hieß da:

  „Global gesehen steht das gesamte Trikotagengeschäft vor einer Revolution! Die Globalisierung im Wäschebereich ist omnipräsent und nicht mehr wegzudiskutieren. Die Digitalisierung macht selbst vor der Unterhose nicht halt. Trotzdem sind in der Zukunft, neben dem ‚virtuellen Slip für die Bardame’ und der ‚intelligenten Unterhose vom Kleinkind bis zum Greis’, vor allem Kostensenkungen das Gebot der Stunde.

Aber Innovationen im ‚Bereich Unterwäsche’ werden dennoch zur Überlebensfrage. Und das für einen Kunden, der immer anspruchsvoller und immer mehr im Mittelpunkt stehen wird. Er und der Unterhosen tragende Mitarbeiter sind unser größtes Gut!

Exzellenz darf nicht nur unsere Herzen regieren, sondern muss uns auch unten rum warm halten –  insbesondere an kalten Wintertagen! Die es trotz Klimaerwärmung immer wieder geben wird!

Für TRIGA bedeutet das, dass wir auf jeden Fall wachsen müssen! Nicht nur als Firma, sondern auch unseren Unterhosen müssen wir entwachsen, da nur so der permanente Neukauf sichergestellt ist. Das sind wir den Investoren schuldig! Wir müssen das Gebot der Stunde annehmen und die Nummer eins im Trikotagengeschäft werden. Schließlich  haben wir die besten und saugfähigsten Unterhosen, Unterhemden und Dessous. Und das fähigste Personal in Unterhosen!

Der Markt ist da, werte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und die Kunden haben viel Geld. Unsere Chancen sind gewaltig, denn die Unterleiber der Menschheit wollen von unseren Unterhosen umschmeichelt werden.

 Auf keinen Fall dürfen wir aus Angst vor dieser riesigen Aufgabe uns in die eigenen Hosen machen. Das sind wir den Unterhosen und unserem Konzern Board schuldig!

Denn ein kurzer Blick zurück zeigt ja, dass TRIGA das letzte Jahr nur  begrenzt gemeistert hat! Und das obwohl wir alle heroisch gekämpft haben. Aber der große Erfolg blieb aus. Dies trotz größtem Druck von oben!! Dafür danken wir allen Managern. Und türlich auch allen unermüdlichen Mitarbeitern. Die wir ja auch haben. Selbst wenn das Ziel verfehlt wurde.

Auf jeden Fall akzeptieren wir dieses Jahr nur den ‚Fast Start’!

Einen ‚Fast Start’ ohne jede Anfangsprügelei um die neuen Zielvorgaben, die deutlich angehoben werden müssen: denn wir wollen dieses Jahr nicht, wie sonst immer, das verschlampte erste Quartal aufholen müssen.

Das ist inakzeptabel und nervt!

Mit Sicherheit wird dieses Jahr, falls die Ergebnisse nicht den erwarteten Verlauf  zeigen sollten, das gesamte TRIGA – Management in Meetings und Einzelgesprächen der Belegschaft so lange helfen, bis die vorgegeben Ziele erreicht werden!! Denn verlieren Sie bitte nie aus dem Auge, dass jede über der Zielvorgabe hinaus produzierte Unterhose – eine Unterhose mehr ist!

Doch trotz der im letzten Jahr nicht erreichten Ziele, wollen wir jedem einzelnen Mitarbeiter bei TRIGA dafür danken, dass er sich nicht zu schade war mitzuhelfen! Und wir ehren alle Innovatoren, die uns ein Stück weit  unsere Zukunftskraft vor Augen geführt und gezeigt haben, dass Höchstleistungen möglich sind –  wenn wir sie nur wollen: Erfolg ist kein Geheimnis sondern eine Charakterhaltung!

Drum werte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen lautet unser diesjähriges Motto für TRIGA: Wir machen nicht in die Hosen, sondern unsere Hausaufgaben!

Dazu wünsche ich Ihnen im Namen der Konzernleitung und des gesamten TRIGA – Managements eine glückliche Hand und viel Erfolg!“

Da Carl anschließend mit Gerlinde nach Teneriffa geflogen war, hatte er keine Rückmeldung mehr bekommen, wie sein Konzeptvorschlag aufgenommen worden war.

Sicher gut, denn es war ja bis auf Kleinigkeiten, exakt das ‚Gedöns‘ der KLARSICHT – Berater! So wie Dr. Osterkorn es gewünscht – und Carl es verstanden hatte. Und die kleinen versteckten, sachlichen Boshaftigkeiten fielen dem Kaufmann  Dr. Schäufele bestimmt nicht auf…

KH

Hans Bonfigt
Freitag, der 22. September 2017

Krampfhennenreport #1: VerbraucherschützerInnen

Da fragt der geschätzte Chris Wood nach, sinngemäß, „Mit welcher Motivation schreiben Sie im iF-Blog?“.

Nun ja, vor längerer Zeit habe ich hier ein Zitat von Rupert Lay gelesen, „wir leben in der Zeit des unverantworteten Geschwätzes“. Das ist deswegen so relevant und in seinen Auswirkungen schlimm, weil Internet-Medien das „unverantwortete Geschwätz“ annähernd mit Lichtgeschwindigkeit verbreiten.

Schlimmer noch: Weil ein Schwätzer vom anderen abschreibt und gleichzeitig eigenen Unsinn ergänzt, potenziert sich der Schwachsinn.

In lockerer Folge möchte ich einige Beispiele für inkompetenten Dünnschiß aufzeigen, der eine ursprüngliche gute Absicht übel pervertiert und gleichzeitig Verwirrung stiftet, damit Betrug und Mißwirtschaft schön im Nebel bleiben.

Gleichzeitig behandle ich nur Themen, von denen ich etwas verstehe, sprich: Mit denen ich mich seit mindestens 20 Jahren beruflich befasse.

Beginnen wir mit dem Verbraucherschutz.

„Die einzige Kamera, die ‚was taucht“, mit diesem Slogan bewarb Minolta einst eine wasserfeste Hobbykamera. Der Verbraucherschützer wollte den armen Konsumenten vor dem bösen Hersteller schützen und klagte: „Beim flüchtigen Lesen hat der Verbraucher den Eindruck, daß alle anderen Kameras nichts taugen würden“. Nee, schon klar. Eine Spaß-Knipse für 49,90 taugt als einzige etwas, die Leica M6 ist Sondermüll. Da muß unbedingt ein Gerichtsverfahren publikumswirksam ausgefochten werden. Das Gericht erkannte nicht, durch welchen Kakao es da gezogen wurde und gab den Krampfhennen auch noch recht.

Auf der anderen Seite ärgere ich mich im Supermarkt immer wieder darüber, daß bei Batterien nie eine Kapazität draufsteht. Bei Zucker, Bier, Haferflocken oder auch bei Akkus: Der Inhalt in Gramm, Liter oder Ampèrestunden steht drauf. Bloß nicht bei Batterieen. Wie soll ich da eine Preis / Leistungsabschätzung treffen? Den Verbraucherschutz interessiert das einen feuchten Kehricht, dafür werden Lobbyisten schon gesorgt haben.

Wie Krampfhennen vom Verbraucherschutz lächerliche Randprobleme aufblasen und damit von den wirklich üblen Umständen ablenken, sehen wir besonders gut am Beispiel von Lina Ehrig:

Hier werden Sie gerettet!

Und sie bringt auch gleich die ganz großen Skandale mit, denn, „Das deutsche Erfolgsrezept zum einfachen Wechsel von Telefon- und Internetanbietern hängt am seidenen Faden„, au weia! Die schlimme Folge:  „EU erschwert Telefonanbieterwechsel – für immer Telekom?“ …

Sehen wir uns doch einmal die skandalösen Verschlechterungen an:

Beim Wechsel eines Telephonanbieters muß dieser nicht innerhalb eines Tages, sondern am nächsten Werktag vollzogen sein. Unsere Telekom braucht für den „Wechsel“ von ISDN zu VoIP auch schon mal 14 Tage. Beim geschäftlich alleinig genutzten Anschluß einer Hamburger Werbeagentur, wohlgemerkt. Eine ähnliche Katastrophe hatten wir kürzlich bei einer Hausverwaltungsgesellschaft, die auch tagelang unerreichbar war.

Für die Privatperson, die ja grundsätzlich kein Mobiltelephon hat, ist das eine Katastrophe! Und die lieben Kleinen können eventuell einen oder zwei Tage keinen „Bushido-Rap“ „streamen“! Ein unersetzlicher Verlust für die kindliche Entwicklung!

„Die Vertragslaufzeit beginnt von neuem“. Die Dame hat Jura studiert, wohlgemerkt. Wieso, zum Teufel, sollte bei einem neuen Vertrag die Vertragslaufzeit nicht neu beginnen? Was glaubt Frau Juristin eigentlich, wie hoch teilweise die Kosten sind für die Anlage beispielsweise eines neuen Kabelanschlusses? Irgendwie muß ein Provider doch seine Investition absichern.

Das war’s auch schon, was die Juristin auf der Erbse bemängelt und die Conclusio kann sich sehen lassen: „Jetzt nimmt [die Bundesregierung] die Aushöhlung der Verbraucherrechte und Absenkung des Schutzniveaus billigend in Kauf„.

Bereits die Formulierung entlarvt das unterirdische Gaga-Niveau: Man kann etwas billigen, dann ist man damit einverstanden und zufrieden. Man kann etwas in Kauf nehmen, dann ist man nicht damit einverstanden und schon gar nicht zufrieden, sondern toleriert es, um in einer anderen Sache einen Nutzen zu erlangen. Man kann aber ganz sicherlich nicht etwas „billigend in Kauf nehmen“, das ist eine contradictio in adiecto. Naja, iustitia non calculat und Fermat ist lange tot.

Kommen wir zur Wahrheit

Es verschlechtert sich nichts durch einen neuen EU-Kodex, denn unsere Bundesregierung hat in Zusammenarbeit mit der Telekom das Pessimum bereits erreicht.

Denn weil die Telekom wettbewerbswidrig jeden privat genutzten Internetzugang mit einem Telephonieangebot bündelt, kann sich kein Verbraucher wirklich frei für einen alternativen Anbieter entscheiden. Täte er das, beispielsweise für einen seriösen, kompetenten Provider wie QSC oder Sipgate, dann läge die zwangsweise „gebündelte“ Telephonie brach, es müßte also doppelt gezahlt werden. Gleichzeitig sitzt die Telekom auf der Rufnummer wie die Glucke auf dem Ei, in der Regel muß man sich die Rufnummer „freiklagen“. Das tut aber kaum jemand. „Gebündelte“ Angebote sind aber selbst dann wettbewerbswidrig, wenn ein Hersteller ein Zusatzprodukt verschenkt, siehe beispielsweise die EU-Auseinandersetzungen um die kostenlose Beigabe des „Internet Explorers“ zu „Microsoft Windows“.

Hier hat der Verbraucherschutz auf der ganzen Linie erbärmlich versagt! Er muß sich vorwerfen lassen, entweder brunzdumm zu sein oder aber umfassend von Lobbyisten geschmiert.

Die Bundesregierung hat, während die Bundeskanzlerin die Bevölkerung dreist belog, dafür gesorgt, daß die Netzneutralität auf der letzten Meile gekippt wurde. Wenn man sich als Anbieter bestimmten Telekom-Angeboten anschließt, belastet die Telekom beim Datentransfer auf Mobilgeräte das gebuchte Volumenbudget nicht. Damit werden diese Anbieter unangemessen bevorzugt und die „kleinen“ haben wieder keine Chance. Die Holländer haben das vorausgesehen und solche gefährlichen Blockaden gesetzlich verhindert — nur, leider:  Aufgrund der neuen EU-Richtlinie, die unter der Ägide „Oettinger“ auf Wunsch der „Kanzlerin“ entstand, müssen die Niederlande dieses urdemokratische Gesetz, welches ein wichtiger Garant für Informationsfreiheit ist, zurücknehmen.  Dank der, wie sagt Roland immer, „ComEUcon“.

Mit der Nebelkerze „Vectoring“ hat die Bundesnetzagentur übrigens die Konservierung der teilweise 100 Jahre alten sog. „Hauptkabel“ zementiert und damit die Netzanbindung „in der Fläche“ um Jahrzehnte zurückgeworfen. Soviel zum unsäglich albernen Schlagwort „Digitalisierung“.

Fassen wir zusammen: Vielfach überbezahlte Juristinnen der „Verbraucherschutzberatung“ spüren einen lebensgefährlichen Kratzer am Knie auf und übersehen dabei den Krebstumor und die Lungenentzündung. Und keinem fällt auf, daß man besser keine Juristen als Arzt beschäftigen sollte.

(hb)

Hans Bonfigt
Montag, der 22. Mai 2017

Wut essen Seele auf…

Lieber Roland,

bin gerade auf Heimfahrt von der Uni Bremen, eine sehr schöne, rein technische Veranstaltung mit netten Austauschstudenten aus Cádiz – die Jungs hätten Ihnen gut gefallen.

Nun will ich gerade, positiv beinflußt und beschwingt, einen netten Nachruf auf einen wirklichen Universalgelehrten schreiben, von dem ich seit meinem 16. Lebensjahr eigentlich alles lese, was ich in die Hände bekomme: Prof. Dr. Joachim Kaiser. Einmal aus der Sicht eines Rezipienten.

 

Aber ich mache den Fehler und öffne den „Spiegel online“:

„Ursula von der Leyen läßt Bild von Kurt von Hammerstein-Equord an der BW-Uni abhängen“
Diese Dumpfbratze ist so peinlich, daß es weh tut.

„Niederländisches Gesetz zur Netzneutralität verstößt gegen EU-Recht“
Danke, Herr Ex-Digitalkommissar Oettinger. Und allen Schwaben die Krätze an den Hals!‎

„Alle Münchner sind in der Verantwortung, neue Moscheen zu schaffen“
Ja, spinnen denn die? Gerade in München gibt es eindeutig zu viele Gotteshäuser – die man sich hinsichtlich Brandschutz und neuen EU-Bauvorschriften einmal ganz genau angucken sollte!

„Jan Böhmermann liest Briefe von Dennis Yüksel“
Kann jemand diesen widerlichen Jammerlappen nicht in den Kofferraum stecken und zu seinem Kumpel in die Türkei bringen? Erdogan freut sich schon.‎

 

Also jetzt ‚mal im Ernst:
Jede einzelne Schlagzeile, ibs. die mit Kurt von Hammerstein, hätte gereicht, mir den Tag zu vermiesen — aber vier solche Klopper?

 

Also ehrlich, der Typ in „Falling Down“ wird mir immer sympathischer.

-hb

Roland Dürre
Samstag, der 15. April 2017

Aus dem Leben eines Radfahrers – EINKAUFEN

Neue Serie, weil mir aktive Mobilität wichtig ist.

Ab und zu gehe ich einkaufen. Zum Beispiel Milch für den Kaffee. Geschmacklich hochwertiger Kaffeeschaum geht nämlich nur mit guter Frisch-Milch. Am liebsten verwende ich dazu die Milch mit 3,8 % Fettgehalt von demeter. Die gibt es in braunen Ein-Liter-Glasflaschen. Glasflasche ist mir wichtig, weil ich Produkte wie Milch im Tetrapak oder Joghurt im Plastik-Becher prinzipiell nicht mehr für mich nutze. So wie ich auch kein Bier in Dosen kaufe.

Die von mir gefragte Milch bekomme ich in meiner näheren Umgebung nur bei einem Bio-Markt namens denns, der schon vor einiger Zeit in der Putzbrunner Straße in Ottobrunn unweit meines Häuschen geöffnet hat. Das Geschäft ist Teil einer Bio-Kette selben Namens, die sich möglicherweise sehr gut darauf versteht, mit dem Label „bio“ so richtig Kohle zu machen (wenn sie sich nicht selber mit schlechtem Service in ihren Filialen im Wege steht).

Vorsicht, da ist nicht unbedingt drin was droben steht.

Der Eingang erscheint freundlich, aber das täuscht. Wenn man drin ist, kommt gleich rechts der PAYBACK-Automat. PAYBACK sind die, die gerade die „ONLINE SHOPPING GLÜCKSWOCHEN“ machen. Für mich ist PAYBACK so eine Art moderne Kundenverarschung. Und ich finde, dass „Kunden verarschen“ nicht zu „bio“ passt.

Auch meine sonstigen Erfahrungen dort passen ein wenig zu dem Spruch „Außen hui, Innen pfui“. An der Kasse warte ich immer (zu) lange, das Personal zeichnet sich nicht durch besondere Freundlichkeit aus (dies zumindest nach meinen Erfahrungen bis April 2017). Es gibt exotische Früchte – und nicht exotische zur falschen Jahreszeit. Alles ist mir zu sehr „bio, bio, bio“; insgesamt erscheint mir vieles mehr als Schein & Show.

Die meisten Kunden reisen in der Regel in großen Limousinen aus der näheren Nachbarschaft zum Einkauf an. Auch das passt für mich nicht zu „bio“. Als Metapher: Die typische Kundschaft besteht hier nicht aus dem alternativen Weltverbesserer in Birkenstock-Schlappen sondern aus der schicki-micki Edel-Mutti, die in ihrem SUV mehr nach Edel-Nutti ausschaut. Ein paar Kunden kommen aber auch – wie ich – mit dem Fahrrad.

Ein spannendes Kriterium für Kundenfreundlichkeit ist nach meiner Meinung der Umgang mit den radelnden Kunden. Es hat zumindest eine gewisse Symbolik, wenn ein einfachster Fahrradständer als Alibi im Abseits steht, dies auch nicht im überdachten Bereich, obwohl das Gebäude rund um den Laden einen breiten Überhang hat.

Der kleine Fahrradständer ist ziemlich abseits vom Eingang und im nicht überdachten Bereich (und gerade mal nicht überfüllt).

Was macht der „böse Radler“ aber wenn mal richtig viel los ist und der „Radel-Parkplatz chaotisch überfüllt ist“?

🙂 Dann stellen wir bösen Radler unsere Fahrräder auf einem Parkplatz ab  – falls einer frei ist. Warum auch nicht?

Zwei Räder von zwei Personen (wie auch von drei oder vier) brauchen auch nur einen Parkplatz so wie ein Auto (mit einer Person).

Die in der Regel hoch motorisierten Denns-Kunden verstehen dieses „bösartige“ Verhalten wahrscheinlich nicht. Allgemein ärgern sich ja viele Autofahrer über Räder auf Parkplätzen. Manche so sehr, dass sie ihren Ärger auch lautstark in einem Wortschwall kund tun – der dann je nach Naturell und Stress-Höhe des Autofahrers heftig über aggressiv bis beleidigend ausfällt.

Überstände für trockene Fahrradstellplätze gäbe es hier genug, aber die sind Wichtigerem vorbehalten.

Wenn es solchen Ärger gibt, bleibe ich höflich. Ich antworte dann dem schimpfenden Autofahrern nicht mit meinem Lieblings-Schimpfwort „Was wollen Sie eigentlich, Sie Autofahrer!“ und lasse mich auch nicht zu einem gelassen formulierten Ausspruch hinreißen wie „Da sieht man es wieder, Autofahrer sind halt wirklich nur Abschaum und Gesindel!“.

Das hätte ich früher gemacht. Ich bin aber älter und ruhiger geworden. So lächele ich dann möglichst freundlich und weise höflich darauf hin, dass „Parkplätze halt zum Parken von Fahrzeugen da sind. Und Fahrräder halt auch Fahrzeuge sind“. Auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz bin ich natürlich dann auch bereit die anfallende Gebühr zu bezahlen.

Der Ärger ist vorprogrammiert. Es wird immer mehr Räder geben, darunter auch Lastenräder. Anders wird in Zukunft das Einkaufen in den Cities nicht funktionieren. Schon jetzt tritt das Problem – keine Abstellmöglichkeiten für Fahrräder – immer häufiger auf, nicht nur bei Geschäften mit viel Kunden wie z.B. Discountern sondern allgemein im öffentlichen Raum.

Es gibt aber schon heute Geschäfte, die Radler als Kunden schätzen und ernst nehmen. Auch hier ein schönes Beispiel ganz in meiner Nähe in Neubiberg.

Beim REWE nahe des S-Bahnhofs Neubiberg sind die Fahrrad-Parkplätze direkt am Eingang und überdacht.

Der Rewe in Neubiberg hatte früher einen ganz kleinen Parkplatz für Fahrräder. Jetzt hat die Geschäftsführung reagiert und einen großen und überdachten Raum für Fahrräder gleich neben dem Eingang bereitgestellt!

Es gibt nur einen kleinen Wermutstropfen. Immer wenn im Geschäft viel los ist, dann ist der neue nicht kleine Fahrradparkplatz auch schon wieder zu klein. Man könnte sich aber da behelfen, indem man die Räder auch in zweiter Reihe parkt (mit einem Durchgang zwischen den beiden Reihen). Für die „Benutzer“ wäre es einfacher, wenn eine Markierung am Boden die zweite Reihe suggerieren würde. Ein Gedanke quasi als Verbesserungsvorschlag. Denn eigentlich braucht man zum Einkaufen keinen Fahrrad-Ständer, wichtiger ist die markierte Freifläche, die man als Radler dann diszipliniert nutzen sollte.

Die Fahrradfreundlichkeit ist hier symptomatisch für den Service. Wenn ich im Rewe in Neubiberg bin, dann fällt mir jedes Mal positiv auf, wie gepflegt der Laden auch innen und wie freundlich und hilfsbereit die Mitarbeiter dort sind. Anscheinend gibt es eine Korrelation zwischen „Fahrrad-Freundlichkeit“ und „gutem Service für die Kunden“? Und wahrscheinlich zahlt sich Fahrrad-Freundlichkeit für die Geschäfte immer mehr aus! Weil es immer mehr  Radfahrer gibt, die mehr Geld haben als so manche Autofahrer – und sehr viel Wert auf Qualität legen.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 2. März 2017

Mein Freund der Marder.

Mein Feind ist wieder da!

 

Hermelin (Mustela erminea) im Sommerfell.

Ab meinem 18. Lebensjahr fahre ich Auto. Und hatte über all die vielen Jahre einen Todfeind: Den vom Gesetz geschützten Marder.

Wie oft wollte ich mein Auto anlassen – und es ging nicht. Weil dieses Vieh irgendein Kabel durchgebissen hatte.

Das hat mich über die Jahre ganz schön viel Geld gekostet. Und was habe ich alles gemacht! Jeden Abend Gitter unters Auto gelegt (und am Morgen wieder weggeräumt), diversen Voodoo-Zauber angewendet und es genauso erfolglos mit HighTech probiert und kleine Boxen mit Ultraschall-Geräten ins Auto eingebaut. Wirklich, ich habe alles versucht um meinen Feind vom Auto fernzuhalten.

Hier ein Steinmarder. Weil das obere Bild einen Wiesel aus der Familie der Marder zeigt.

Jetzt habe ich es geschafft. Ich habe kein Auto mehr. Und spare ganz schön viel Geld. Und habe auch nicht mehr das Problem, dass ich morgens verzweifelt bin, weil das Auto nicht anspringen will.

Ab und zu habe ich einen Platten am Fahrrad, wenn ich weg radeln will. Das ist nicht schlimm – dann nehme ich halt ein anderes Fahrrad, ich habe ja mehrere. Und schuld ist da auch nicht der Marder, sondern meistens ein Glassplitter, ein scharfes Split-Teil oder ein Metallteil.

So habe ich mich mit dem Marder versöhnt. Dachte ich zumindest!

Und was passiert gestern? Am Morgen meldet meine Heizanlage, dass die Solaranlage für Warmwasser am Dach eine Störung hat. Der Monteur hat dann gesagt, dass der Schaden nicht unter den Wartungsvertrag fällt, weil er von einem Marder verursacht wurde. Das würde öfters vorkommen. Und ich müsse löhnen.

🙂 Er ist wieder da …

RMD

P.S.
Beide Bilder sind aus Wikipedia.
Das schöne Bild des Wiesels (oben) ist aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons. Urheber ist James Lindsey, die Quelle ist
http://popgen.unimaas.nl/~jlindsey/commanster.html
Das Bild vom Steinmarder (Martes foina) ist von Atirador.

Roland Dürre
Sonntag, der 29. Januar 2017

Demokratische Schmerzen.

Mein Über-Ich drängt, ja zwingt mich, mich an allen Wahlen zu beteiligen, ob Gemeinde, Land, Bund oder Europa. Es sagt mir, dass ich sonst die Demokratie gefährde, die mir ein wichtiges Gut ist. Ich entdecke aber immer mehr, dass „etwas faul im Staate ist“. Es ist aber nicht die Demokratie, die stinkt, sondern das System dahinter.

Eine der Gründe dafür dürfte die „Oligarchie der Parteien“ (nach Karl Jaspers) sein, die (fast) ganz Europa in Geißelhaft genommen hat. Immer mehr kommen wir in den „Genuss“ der Früchte dieser Entwicklung, die in den letzten Jahrzehnten immer stärker wird.

Weiter stört mich, dass es einen übermächtigen Einfluss von Kräften auf Gesellschaft und Politik gibt, die man gemeinhin Lobbyisten nennt. Der Lobbyismus ist zum Teil des Systems geworden und beherrscht und beschädigt das Gemeinwesen – oft scheinbar nach belieben. Immer wieder erlebe ich, dass die so geschaffenen realen (und oft nicht transparenten) Machtstrukturen brachial die Bemühungen und Erfolge von engagierten Gruppen und Menschen hinwegfegen. Der dadurch entstehende Schaden an Mensch und Zukunft wird vorsätzlich ignoriert, weil es den Mächtigen oft nur um Geld und Macht geht.

Zusätzlich gibt es einen historischen (Geburts-)Fehler. In den meisten mir bekannten demokratischen Systemen wählt man (fast) immer – direkt oder indirekt – einen Chef. Die Wahl bestimmt, wer „an die Macht kommt“. Das kann eine Kaste oder eine Einzelperson sein. Ich mag die Macht aber nicht an Systeme und auch nicht an Einzelwesen abgeben. Weil das nicht mehr zeitgemäß ist.

Niels Pflaeging hat vor kurzem eine Frage getwittert:

„Jede #Führung muss geteilt werden!“
Oder
„Ist #Führung ein kollektives, ein soziales Phänomen, das immer präsent ist in sozialen Gruppen?“

Ich hätte vielleicht in diesen Sätzen #Führung durch den Begriff #Macht ausgetauscht. Aber gleich ob Führung oder Macht, ich mag den ersten Satz und halte die zweite Aussage für überholt.

Das mag früher so gewesen sein, aber ein solches Bild passt nicht mehr in eine Welt, die von Anteilnahme, Achtsamkeit, Demokratie, Freiheit, Gleichheit,  Respekt, Teilhabe, Wertschätzung …geprägt sein und vor allem von (Menschen-)Freundlichkeit an Stelle von Feindseligkeit leben sollte.

Unternehmen und alle anderen sozialen Systemen brauchen keine starken Führer. Das meine ich nicht erst seit Trump. Ich mag keine Mächtigen, gleich ob man sie Präsidenten oder Bundeskanzler nennt. Machtzentren und Machtkämpfe halte ich für unter optimal. Persönlich stoßen sie mich ab, ich habe keinen Bock mehr zu so etwas. Aber auch das Handlungs-Muster der „Mutter Theresa“ (totale Hingabe für andere) ist mir suspekt wie auch Menschen, die sich als Märtyrer für gesellschaftliche, politische oder andere Ziele aufopfern.

Nicht nur in politischen Systemen wünsche ich mir an der Spitze Koordinatoren, die organisieren und vernetzen. Der gesellschaftliche Konsens zu den zentralen Themen muss gemeinsam erarbeitet werden und wir (als der Souverän) müssen die Möglichkeit haben, über die gut vorbereiteten Alternativen und Entscheidungen dann letzten Endes abzustimmen.

Das mag Zukunft sein. Heute bleibe ich aber in der in diesem Punkt noch unerfreulichen Gegenwart und beschreibe meine „demokratischen Schmerzen“, die in den letzten Wochen nochmal zugenommen haben. Eigentlich wollte ich ein paar Persiflagen in der „Ich-Form“ schreiben, in der sich Politiker vorstellen. Anfangen wollte ich mit dem SPD-Spitzen-Politiker Sigmar Gabriel. In etwa so:

„Mein Name ist Sigmar Gabriel. Ich bin 57 Jahre alt. Bis vor kurzem war ich Wirtschaftsminister. Wie ich das geschafft habe ist mir bis heute ein Rätsel geblieben. War ich mein Leben lang doch nur in der Erwachsenen-Bildung bei der Gewerkschaft nahen Unternehmen und vor allem als politischer Funktionär tätig. Und mit diesem CV bin ich Wirtschaftsminster der mächtigen BRD geworden! Und Vize-Kanzler! Erstaunlich, aber der Erfolg spricht doch wirklich für mich. Jetzt wird behauptet, ich könnte als Spitzenkandidat die SPD nicht in den Wahlkampf führen. Ja, meine Partei, diese Undankbare, haben mich geschasst, weil mich angeblich die Menschen in Deutschland nicht so positiv wahr nehmen. Obwohl ich doch so erfolgreich war und die deutsche Wirtschaft boomt wie nie. Und es Arbeitslose eigentlich ja gar nicht mehr gibt. Aber ich kenne mich aus mit Intrigieren und Machtspielen. Und immer kannst Du halt nicht gewinnen. Das macht mir aber nichts – Deutschland ist eh zu klein für mich geworden. Und in Europa kannst Du eh mehr werden, schau da mal den Genossen Schulz an, den Hundling. Dann rette ich mal die Welt und werde jetzt mal schnell Außenminister der BRD. Das ist doch ein toller Job für einen Vollblut-Politiker wie mich. Wollte ich doch auch schon länger ein wenig weniger arbeiten, immerhin werde ich noch mal Vater (dass muss man in meinen Alter auch erst mal schaffen). Den Außenminister mache ich doch mit links und ein bisschen durch die Welt reisen wollte ich auch schon immer. Tut doch gut, wenn das Baby dann schreit und ich unterwegs sein kann …“

Ich breche meine Persiflage hier ab, weil ich es nicht richtig und ein wenig gemein finde, solche Sachen im Namen einer fremden Personzu schreiben, auch wenn das ja eine verbreitete Form von „Satire“ und Kabarett ist. Meine Schmerzen gehen davon auch nicht weg, denn diese haben viele Quellen. Heute berichte ausschließlich von meinen SPD-Schmerzen, die nur ein kleiner Teil meines demokratischen Schmerzes sind. Ich verstehe einfach immer weniger, was bei der SPD passiert.

Es beginnt mit dem Amt des Bundespräsidenten. Im Gymnasium habe ich gelernt, dass es ein Ziel der Väter des Grundgesetzes war, dass der Bundespräsident aus der Mitte des Volkes kommen und deshalb besser kein Politiker sein sollte. Da habe ich wohl in der Schule – wie so oft – etwas falsch verstanden. Denn im Grundgesetz lese ich den Artikel 55 (Unvereinbarkeiten) nach. Dort steht:


(1) Der Bundespräsident darf weder der Regierung noch einer gesetzgebenden Körperschaft des Bundes oder eines Landes angehören.

(2) Der Bundespräsident darf kein anderes besoldetes Amt, kein Gewerbe und keinen Beruf ausüben und weder der Leitung noch dem Aufsichtsrate eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens angehören.


Die Sätze im Grundgesetz sind ja eindeutig in der Gegenwart geschrieben. Mein Lehrer hat also unrecht gehabt und der Herr Frank-Walter Steinmeier darf tatsächlich direkt aus dem Ministeramt ins Schloss Bellevue und Villa Hammerschmidt ziehen.

Walter Steinmeier kenne ich persönlich nicht. Trotzdem ist er ein Mensch, vor dem ich aufgrund seines Auftretens und Handelns viel Respekt habe. Aber auch er hat sein Arbeitsleben im Elfenbeinturm der Politik verbracht und dort seine Karriere geschnitzt. Er war dabei sehr erfolgreich und wurde mit dem Ministerposten als hohes politisches Amt belohnt.vWahrscheinlich war er für viele Menschen der letzte prominente Sympathie-Träger der SPD.

Jetzt wird er einfach so mir nichts dir nichts durch (geheime?) Parteiabsprachen Bundespräsident. Die Strippenzieherei geht weiter. Den durch dieses Manöver frei werdende Posten des Außenministers übernimmt einfach der nicht so beliebte Wirtschaftsminister. Seine Nachfolgerin – Brigitte Zypries – ist eine Übergangskandidatin und bezeichnet sich selber als Übergangs-Ministerin. Das alles passiert in politisch nicht ganz so einfachen Zeiten. Zum besten des deutschen Volkes?

Der neue Außenminister Sigmar Gabriel wurde von seiner Partei als Vorsitzender nicht mehr geduldet und wegen seiner Unbeliebtheit auch nicht als Kanzlerkandidat aufgestellt. Er musste also weg. Vor dem Mikrophon erzählt er, dass er als werdender Vater ein wenig kürzer treten will. Und fliegt am Tage nach seiner Amtsübernahme dann sofort nach Paris, um sich mit den dortigen Auslaufmodellen zu treffen. Aber ob beliebt oder unbeliebt, das politische Rampenlicht ist halt im Ausland noch schöner.

Es geht aber noch weiter. Die neue Hoffnung der SPD ist ein Mann, der mir vor allem wegen seiner politischen Unauffälligkeit aber auch als umtriebiger „Meister der Seilschaftspflege“ aufgefallen ist. Seit 1994 lässt er es sich im Europa-Parlament gut gehen. Davor und überlappend (1987 bis 1998) war Schulz Bürgermeister von Würselen (Nordrhein-Westfalen). In 2012 hat er es geschafft; dank Proporz und geheimer Absprache wird er der Präsident des Europäischen Parlaments.

Weil er mir so unauffällig erschien, habe ich mal in Wikipedia nachgeschaut. Jetzt bitte ich jeden, der sich immer noch überlegt die SPD zu wählen, bei Gelegenheit den Lebenslauf von Martin Schulz in Wikipedia nachzulesen. Da kann man erahnen, wie man durch Partei-Zugehörigkeit und -politik mit einfachen Tricks Karriere machen kann. Ein Beispiel, dass in der SPD interne Politik für die Karriere wichtiger ist als der Einsatz für die Sozialdemokratie.

Für mich ist Herr Schulz ein „Gabriel im Quadrat“. Da kommt wieder der Schmerz: Für mich ist Europa soviel mehr als EURO und EU. Der neue SPD-Spitzenmann erscheint mir als Symbol und Metapher des schlechten Zustand einer EU, die von Nationalstaaten und wirtschaftlichen Interessen dominiert und von kleinen Ländern boykottiert wird. In den Werten ist sie uneins, politisch zerrissen, mega-bürokratisiert und über-reguliert. Eigentlich wollen alle raus, nur trauen sie es nicht. Die von vielen als unverzichtbar beschworene EU gefährdet die Vision eines menschenfreundlichen und demokratischen Europas der Regionen. Aber vielleicht haben da EU und SPD etwas gemeinsam, die SPD scheint ja die Sozialdemokratie genauso vergessen zu haben wie die Politiker in EU die Menschen in Europa.

Martin Schulz soll jetzt der Retter der SPD werden, einer Partei die wir als Hoffnungsträger für eine Erneuerung der Demokratie gut gebrauchen könnten. Ob er mit seinen Methoden die SPD retten kann, bezweifle ich. Dass er die Sozialdemokratie aber nicht neu beleben wird, da bin ich mir ziemlich sicher.

Auch dass die USA auf den Trump gekommen sind und ganz andere Sorgen haben, das hilft mir nicht weiter. So werden meine Schmerzen nicht weniger.

RMD

Die Winderhitzer der Völklinger Hütte.

„Die Winderhitzer der Völklinger Hütte. Auch Vintage.“

Obwohl ich E-Mail für Technik von vorgestern halte, habe ich natürlich noch ein paar E-Mail-Adressen. Da kommt viel Belangloses und Mist an.

Meine Aufgabe besteht dann vor allem darin, diese E-Mails zu löschen und meine „Kommunikations-Partner“ zu bitten, doch modernere Kommunikationsformen zu nutzen.

Heute musste ich aber mal wieder so richtig Schmunzeln. Da kam eine E-Mail von einem lieben und langjährigen Freund, den ich auch fachlich für sehr kompetent halte.

Der hat – an ganz viele Menschen (all@XYZ.de) – geschrieben:


Hi,

könnt ihr uns alle bitte mit dieser für mich vollkommen sinnfreien Diskussion in Ruhe lassen!!!!!

Ich habe meine Meinung zu Mail-Verteilern und interner Mail auch in der Umfrage zu den neuen Kommunikationsformen von mir gegeben.

Das ist ein typisches Beispiel dafür, warum E-Mail unternehmens-intern Blödsinn ist und die E-Mail-Verteiler insbesondere sofort abgeschafft werden sollten.

Mit Absicht an all!


🙂 Bei der „sinnfreien Diskussion“ ging es übrigens um das Problem mit „Akkus von I-Phones“ und deren Umtausch.

Ich habe dann geantwortet:


Deine E-Mail lässt mich schmunzeln. ?

Bin ich doch genau Deiner Meinung – nur noch radikaler. E-Mail ist kein generelles Kommunikationsmittel mehr sondern ein völlig veraltetes, das man selbstverständlich in modernen Unternehmen nicht mehr nutzen sollte.

E-Mails an Dritte sollte man nur noch senden, wenn es einen Anlass gibt, für den man in vergangenen Zeiten tatsächlich einen Brief geschrieben, ein Telegramm aufgegeben (!) oder eine Telefonzelle aufgesucht hätte.

Alles andere sollte man mit Werkzeugen erledigen, die dem Zweck adäquat sind.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!


Ja – ich mag E-Mails auch nicht. Oft sind sie mit einem Riesen-Footer ausgestattet, der dann noch künstlich mit viel Quatsch und völlig uninteressanten Hinweisen werblicher Art oder blödsinnigen juristischen Belehrungen verlängert ist.

Ich hasse die E-Mail-Dialoge, die mit jedem Dialogschritt eine immer länger werdende neue Inkarnation der Mail verursachen. Denn mit jeder Antwort entsteht eine E-Mail, wo dasselbe alles noch mal drinsteht ergänzt um die letzte Antwort. In der Ur-Zeit des Internets gab es Versuche, die E-Mail-Kommunikation ein wenig erfreulicher zu gestalten. Da gab es z.B. eine gute Regel, die man tofu nannte. Leider wurde „tofu“ aber nur von wenigen angewendet und ist so gescheitert.

Da Kommunikation erfolgt in der Regel als „Thread“ (Faden).  Spätestens seit dies im Chat perfekt möglich ist, ist E-Mail in vielen Fällen verzichtbar. Im „peer2peer“-Thread sehe ich immer sofort was in der letzten Zeit so alles ausgetauscht wurde. Das gilt auch für Menschen, mit denen ich ganz selten kommuniziere und ist da besonders wertvoll. Threads sind auch gut geeignet, wenn mehr als zwei Menschen gemeinsam kommunizieren wollen. Bei E-Mail führt es dann sofort zur katastrophalen Fluten bedingt durch „cc“ und „bcc“.

Dazu kommt, dass ich alltäglich gerne mit Bildern, Sprachnotizen (Audios) oder kleinen Filmen (Videos) kommuniziere. Wie umständlich ist das bei E-Mail für Sender und Absender? Man schaue sich einfach an, wie bbm, wechat, whatsapp, der „messenger“ von FB oder Skype, die „dm“ (direct message) von Twitter usw.  funktionieren. Von Snapchat, dem System mit der modernsten und einfachsten „Benutzer-Oberfläche“ möchte ich hier gar nicht reden.

Noch besser als chat-Systeme eignen sich „communities“ für die geordnete Kommunikation auch in größeren Teams/Gruppen. Im Internet gibt es viele „communities“ z.B. in Google+, die zeigen, wie es geht. Und wie man mit ganz einfachen Maßnahmen innerhalb einer „Organisation“ vortrefflich und trotzdem sehr strukturiert und hocheffizient kommunizieren kann. Und so auf den E-Mail-Blödsinn verzichtet und nicht dauernd die Nicht-Interessierten oder -Beteiligten voll mit Spam voll schüttet!

Im übrigen:

Auch Telefonieren ist OUT. Ich nutze das Telefon nur noch nach terminlicher Absprache, wenn es etwas Wichtiges zu erledigen gibt und ich mit einem Mitmenschen mit voller Aufmerksamkeit darüber sprechen will. So setze ich das Telefon im Auto oder in öffentlichen Räumen wie Zügen nicht mehr ein. Und auch für Wichtiges nutze ich Telefonie nur dann, wenn Bildtelephonie (Hangout, Facetime, Skype, Cisco, Citrix …) nicht möglich ist, weil mein Gesprächspartner das gute alte Telefon bevorzugt.

🙁 Nur zur Erinnerung. Die Funktion „Telefonieren“ ist auf dem Smartphone auch nur eine App für synchrone Sprach-Kommunikation, die es möglich macht, Verbindung mit Adressen aufzunehmen, die aus „Telefon-Nummern“ (Ziffern) bestehen und mit „voice-over-IP“ ein Telefonat emuliert.

Also:
Wenn mich jemand anruft und ich mich melde mit
„Wer stört denn jetzt schon wieder?“,
dann bitte ich, dies mir nicht übel zunehmen.

Ich bin weiter für jeden erreichbar, der mich braucht: Hier meine physikalische Telefonadresse 0049 171 4850115 (leider sind die symbolischen schon lange aus der Mode gekommen). Aber bitte wirklich nur anrufen, wenn es wirklich wichtig und ganz dringend ist!

Sonst bitte ich zu überlegen, ob es nicht genügt, mir eine asynchrone „(Sprach-)Botschaft“ über einen der Chatter die ich benutze zu senden oder falls es auf ein bestimmtes Thema bezogen ist, diese Nachricht in der entsprechenden Community zu hinterlegen.

RMD

Klaus Hnilica
Freitag, der 28. Oktober 2016

Eilmeldung – Aus der Anstalt – Spiegelteufel enttarnt!

+Hubert Spiegel berichtete Donnerstag um 11.50 Uhr in der vollbesetzten ‚Anstaltskantine’ über die eigenartigen Umstände, die zur Entlarvung des geheimnisumwitterten ‚Spiegelteufels’ geführt haben. Er begann etwas ungelenk mit den Worten:

img270„Wissen Sie, ich persönlich bin kein Insasse dieser ‚Anstalt’! Aber meine Mama schon! Vor fünf Jahren ist sie auf eigenes Betreiben hier eingeliefert worden! Sie werden es nicht glauben, aber ihr schmeckte die Nudelsuppe in dieser ‚Anstaltskantine’ so gut, dass sie nirgends wo anders mehr hin wollte. Ist schon verrückt, gell?

Na – und ich besuch sie halt jetzt so oft ich kann. Aber immer hat man ja auch keine Zeit! Schließlich müssen wir alle ziemlich ‚hackeln’! Denn wir haben ja alle keinen Geldscheißer daheim…

Aber davon abgesehen – auch wenn das jetzt vielleicht ein bissel komisch klingt  – gehör’ ich nicht zu den Bekloppten hier in der ‚Anstalt’!

Obwohl in der Früh um Sechs – muss ich ehrlich sagen – wenn ich in meinem Bad vor dem Spiegel stehe und mir diese ‚Watschenpappen’ anschau’, die mir da entgegengrinst, bin ich mir oft nicht mehr so sicher, ob ich, der Hubert Spiegel, nicht doch auch zu den Depperten gehör’!

Und auch nicht – ob der, der mir da so blöd entgegen grinst, ich bin? Oder nicht ein ganz anderer? Ein ‚Spanner’ vielleicht? Oder sogar einer von diesen  ‚Stalkern’, wie die Amis sagen…

Kennen Sie das auch, dass so ein ‚Watschenpapperter’ Sie jeden Tag bis ins Badezimmer verfolgt? Bis vor den Spiegel? Das Einzige was mir da hilft ist, dass ich einfach die Zunge raus strecke!

So!!!  Ja – so richtig lang meinen Schlecker raushängen lass’ …

Wenn der andere mir dann nämlich auch seinen Schlecker zeigt, dann weiß ich wenigstens, dass der genau so ein Blödel ist wie ich und ich mir keinen Kopf machen muss, wenn er bei mir im Bad herumlungert – soll er doch!

Schlau, gell?

Na ja, man hat halt so seine Tricks ausgetüftelt über die Jahre – schließlich ist man ja nicht ganz kaputt im Hirn! Sicherheitshalber mach’ ich dann aber schon öfters auch noch einen ‚Ohrwascheltest’!

Kennen Sie den? Der ist nämlich gar nicht so ohne…

Was glauben Sie wie lange dieser ‚Watschentyp’ in meinem Bad gebraucht hat, bis der den begriffen hat und mich überzeugen hat können, dass er wirklich kein schlimmer Finger ist, der mir an die Wäsche will! Das kann ich nämlich überhaupt nicht leiden: diese Schwuchteln fürcht’ ich wie der Teufel das Weihwasser!

Jedenfalls war es am Anfang immer so, dass wenn ich bei dem Ohrwascheltest meinen Schlecker rausgestreckt hab’ – und der ‚Watschenpapperte’ auch – und ich mir dann mit der rechten Hand ans rechte Ohrwaschel gegriffen hab’, weil ich wissen wollt’, was der andere jetzt macht – dann hat dieser ‚Teufel’ sich jedes Mal exakt mit der linken Hand ans linke Ohrwaschel gegriffen… Genau andersrum als ich? Können Sie sich das vorstellen? Und das jedes Mal…

Anfangs bin ich fast verrückt geworden! Ich konnt’ einfach nicht glauben, dass dieser ‚blöde Teufel’ es nicht schafft, so was Einfaches nach zu machen, sondern immer genau das Gegenteil machen muss? Das konnt’ ich echt nicht glauben…

Und ehrlich – ich hab’ mich dann nur an der heraushängenden Zunge orientiert, um sicher zu gehen, dass das wirklich nur der mir bekannte Blödel ist…

Aber einfach war das nicht!

Weil das Hinterfotzige an dem Saukerl war nämlich, dass der sich manchmal schon mit seiner rechten Pratzen auf sein rechtes Ohrwaschel gegriffen hat!

Ja – das hat er schon gemacht! Aber wissen Sie, wann er das gemacht hat? Nämlich genau dann, wenn ich mit meiner linken Hand auf mein linkes Ohrwaschel gegriffen hab’ – ausgerechnet dann hat er es mit der rechten Hand gemacht dieser Saukerl – aber sonst nicht! Nicht ums verrecken…

Und das um Sechs in der Früh und jeden Tag – außer am Sonntag, weil ich mich da nicht wasch’ und gar nicht ins Bad geh’! Da mach ich mich nämlich eh in der Kirche nass –  mit dem Weihwasser!

Also – wer bei so einem Affenzirkus jeden Tag, nicht selbst blöd im Hirn wird, der ist entweder schon komplett vertrottelt, oder bei dem geht – entschuldigen Sie wenn ich das so drastisch sag’ – sowieso alles am Arsch vorbei!

Aber bei mir geht natürlich nichts vorbei, wie Sie sich denken können? Wer bin ich denn? Ich bin doch nicht meine Mama?

Ja – bei meiner Mama, hätte dieser ‚Teufel’ im Badezimmer natürlich ewig so weiter machen können, die hätte sich nicht gewehrt; die hat sich ja immer schon von jedem komischen Schmähführer einwickeln und ausnutzen lassen.

Aber mit mir ging das natürlich nicht! Dazu bin ich doch viel zu abgedreht…

Wissen Sie, wie ich letzten Dienstag diesen Saukerl dann überlistet hab’?

Um Sechs in der Früh! In meinem Bad! Ich wette das erraten Sie nie und nimmer, obwohl es eigentlich total logisch ist, wenn man’s genau nimmt!

Weil – als ich letzten Dienstag –  wieder vor dieser grinsenden ‚Watschenpappen’ gestanden bin – mit einem heraushängenden Schlecker bis zu den Brustwarzen – und dieser Teufel auch seinen Lappen raushängen hat lassen – da bin ich – abgedreht wie ich bin – erst auch wieder ganz langsam mit meiner rechten Hand zum rechten Ohrwaschel gegangen – aber als der andere dann wie immer nur blöd gegrinst hat und mit seiner linken Pratzen zum linken Ohrwaschel greifen wollt’ – da hab ich wie der Blitz meine linke Hand nachgezogen – so dass dieser Armleuchter mir gegenüber gar nichts Anderes tun konnte, als sich auch an sein rechtes Ohrwaschel zu greifen – genau wie er es immer gemacht hat…

Und ich hätte mir wirklich gewünscht, liebe Leut’,  dass Sie das blöde Gesicht sehen hätten können, was mir dieser Trottel mit seiner heraushängenden Zunge da  plötzlich entgegen gehalten hat – so mit beiden Pratzen an beiden Ohrwascheln – und zwar haargenau wie ich – und nichts mehr links! rechts! und so…

Für mich war das wie ein Befreiungsschlag auf’n Kopf kann ich Ihnen sagen!

Denn auf einmal ist mir aufgegangen – dass dieser ‚watschenpapperte Arsch’ mich die ganze Zeit nur abgetäuscht hat, mit seinem ‚Links – Rechts Dradiwaberl’ – und dass der in Wirklichkeit ja gar kein anderer war! Nein absolut nicht! Sondern, dass der eh immer nur ich war! Ja ich, ich, ich – mit mir – und niemand anderem.

Können Sie sich das vorstellen?

Und was glauben Sie, wie wir dann alle zwei gelacht haben, wie wir da draufgekommen sind! Wir haben uns gekringelt vor Lachen – alle zwei – und haben uns richtig abgehauen und überhaupt nimmer eingekriegt…ein Wahnsinn war das – echt!

Und jetzt werden Sie sicher auch versteh’n, warum ich heute da bin!

Ich muss das nämlich unbedingt meiner Mama erzählen – unbedingt! Auch wenn sie wieder meckern wird, weil sie vorher noch ihre Nudelsuppe essen will!

Aber sie muss einfach wissen, dass in meinem Badezimmer niemals ein Fremder gewesen ist – überhaupt nie! Sondern immer nur ich – und das sogar mit mir…

Drum nichts für ungut und Servus alle miteinander – aber ich muss jetzt zu ihr! Sie braucht mich!“

KH

PS: Über dieses Ereignis berichtet der Autor (in Wiener Dialekt) im Rahmen der diesjährigen Halloween-Veranstaltung der ‚Autorengruppe ZwanzigZehn’ im Olof Palme Haus in Hanau.