Roland Dürre
Mittwoch, der 3. Oktober 2018

DIESEL

Selfie zu: „Ich verstehe das nicht.“

Seit Tagen ist das Hauptthema in Medien und Nachrichten „der Diesel“. Das frustriert mich, gäbe es doch gesellschaftlich so viel Wichtigeres zu lösen. Ich verstehe nur noch Bahnhof.

Es ist doch so einfach:

Wenn ich ein schlechtes Produkt kaufe, dann habe ich einen Schaden. Wenn ich dabei betrogen worden bin, kann ich versuchen, den betrügerischen Verkäufer dafür in Haftung zu nehmen.

Das sollte der Rechtsstaat mir garantieren. Wenn dieser nicht mehr funktioniert, weil die Konzerne zu mächtig geworden sind, dann habe ich halt Pech gehabt.

Das gilt wohl so ziemlich für alle Güter, ob Lebensmittel oder Produkte und auch Dienstleistungen – und sollte auch für Autos gelten.

Ich verstehe so vieles mehr nicht!

Warum kommt eigentlich keiner auf die Idee, gerade bei der aktuellen Diesel-Diskussion einfach die Subventionierung der Dieselsteuer abzuschaffen? Wenn der Diesel so schlecht ist? Immer sind es 22 Eurocent pro Liter an Subvention (Diesel wird in Deutschland mit 22 Eurocent weniger besteuert als Benzin), die unsere „Geiz ist geil“-Gesellschaft nach Dieselfahrzeugen gieren lässt. Obwohl der „Diesel“ in der Regel teurer ist, aber rechnen ist halt gerade im Zustand der Gier nicht so einfach.

Dass der Gierige ab und zu auch mal Pech hat, ist doch normal und kein nationaler Notstand. Das meine ich ganz ohne Schadenfreude.

Ich verstehe auch nicht, dass keiner mehr auf die Idee kommt, endlich ein Tempolimit einzurichten. Auf Autobahnen und Landstraßen würde dieses wesentlich Kraftstoff (und viele menschliche Leben) einsparen. Und in den Städten ist doch schon lange klar, dass „Tempo 30“ die Regelgeschwindigkeit sein sollte. Und die „50“ oder „60“ die Ausnahme.

Ich verstehe auch nicht, warum der Diesel so ein Thema ist. De facto geht es doch (hoffentlich bald) allen Verbrennungsmotoren im individuellen Verkehr (und wie ich hoffe nicht nur beim KFZ und Moped, sondern auch beim Rasenmäher und Laubbläser) an den Kragen.

Es geht doch heute nicht mehr darum ob ich einen SUV mit Diesel- oder Benzinmotor fahre, sondern ob man überhaupt noch Auto fährt. Weil es a) die Klimakatastrophe wohl doch gibt und b) ich nicht immer die Abgase in meinen Lungen haben will. Dazu muss ich gar nicht in München auf der Rosenheimer Strasse zur Stoßzeit radeln, da reicht es mir schon auf der Putzbrunner Straße in Ottobrunn am Sonntag Morgen auf der Fahrt zum Bäcker!

Ich verstehe auch nicht, dass das Kerosin für die Flugzeuge wie das Schweröl für die Schiffe genauso besteuert wird wie Benzin, wissen wir doch, dass weniger geflogen werden muss. Wie auch dass immer noch mehr Startbahnen gebaut werden sollen. Und dass wir immer noch Braunkohle (Hambacher Forst) verbrennen wollen und den alternativen Energien das Leben unnötig schwer machen.

Wie ich auch nicht verstehe, dass wir heute den Tag der deutschen Einheit feiern. Sollten wir für die Zukunft den heutigen Tag nicht besser nutzen und an einem anständigem Europa der Regionen arbeiten, in dem die Menschen in Zuversicht und Mut leben können.

Ich verstehe zurzeit Vieles nicht. Nicht nur bei der Mobilität hat uns der Wahnsinn umzingelt. Ist es schon zu spät für unseren Planeten (Permafrost). Fast neige ich zur Resignation?

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 28. April 2018

Lärmverschmutzung – im Wachstum!

Wer glaubt denn noch ans Wachstum? Ich nicht mehr. Beim Lärm zum Beispiel nervt mich Wachstum nur noch.

Aus der Zeit, in der ich noch Autofahrer war – mit meinem roten BMW und meiner hübschen Barbara. Man beachte den popeligen Golf daneben! Bäh!


Zuerst erzähl ich mal, was mir in meiner Wahrnehmung von meinen Erziehern als Kind so vermittelt wurde.


Den gemerkten Rückmeldungen meiner Eltern folgend habe ich als Kind (fast) alles falsch gemacht. Ich habe gelärmt, oft war das nur Teil des Spiels, das wurde aber so nicht verstanden. Laut (und lustig) sein, das ging gar nicht. Ich wurde zur absoluten Rücksichtnahme verpflichtet.  Weil man andere Menschen – besonders die Erwachsenen – nicht stören darf. Und ihnen auch nicht zur Last fallen darf. Besonders nicht durch kindgerechtes also falsches Verhalten. So hieß es immer: BENIMM DICH!

Lärm machen war in der Tat etwas ganz Schlimmes. Nachts ging das sowieso nicht. Das galt aber auch für tagsüber. Denn unsere Nachbarn hatten regelmäßig Nachtdienst. Denn wir lebten in einem Wohnblock nur für Eisenbahner. Und müde Eisenbahner müssen ausschlafen, damit sie für den nächsten Nachtdienst fit sind.

Auch sollte ich Hochdeutsch – dies immer sehr deutlich – sprechen. Ich sollte immer sauber und adrett sein, musste auch beim schönsten Hochsommerwetter Schuhe tragen und natürlich waren meine Haare extrem kurz (schmutzige Kinder ohne Schuhe mit langen Haaren waren doch Zigeuner-Kinder)!

Als deutsches Kind sollte ich immer die Wahrheit sagen und eine gerade und aufrechte Körper-Haltung einhalten. Erwachsene musste ich als Erster freundlich grüßen, reden durfte ich nur wenn ich gefragt wurde. Beim Sprechen hatte ich diesen in die Augen zu schauen. Natürlich sollte ich mich auch in allem anderem absolut korrekt verhalten. Später war das Nyltest-Hemd angesagt und eine amerikanische Jeans ein NOGO!

Da ich nur selten das Musterkind aus dem Bilderbuch war (und sein wollte), habe ich viel gemuffelt und getrotzt. Das war dann gar nicht gut für mich – denn so war ich häufig der böse Unfolgsame. Das Böse musste natürlich bestraft werden. So hagelte es öfters körperliche Züchtigungen, Zimmerarreste, Straf- und Zwangsarbeiten. Ausgehverbote wie auch Entzug von vermeintlichen Vergünstigungen wie Verbote aller Art für Dinge wie Fußball spielen, Raus dürfen, Radio hören … (Fernseher hatte wir erst recht spät) waren an der Tagesordnung. Meinen Freunden ging es damals überwiegend mehr oder weniger ähnlich. Viele von uns haben sich sehr ungerecht behandelt gefühlt – mit dem Vertrauensverhältnis zu unseren Eltern ging es schnell bergab. So war das oft in den 50igern.


Gewirkt hat sie – diese Erziehung. Bis heute! So lässt mich mein Überich auch heute noch oft zusammen zucken. Sobald ich zum Beispiel (zu) laut bin oder mich schlecht benehme, hebt das Überich seinen strengen Zeigefinger und ermahnt mich!

Aus heutiger Sicht hat das auch Vorteile. Schon seit längerem plagt mich das schlechte Gewissen, wenn ich mich auch nur ans Steuer eines Autos setze. Ich mag nicht mehr lärmend durch die Gegend düsen. So nutze ich – als Fahrer wie als Mitfahrer – nur noch in ganz seltenen Fällen das Autos. In meiner späten Trotzphase zwischen 40 und 50 habe ich einen C1 (Motorroller mit Dach von BMW) gefahren. Mein Überich und die Barbara haben mich geschimpft, weil das Teil einen schrecklichen Lärm gemacht hat. So habe ich ihn halt verkauft. Darüber bin ich heute so richtig froh.


Letzten Montag habe ich den Tag des Bieres in der Forschung gefeiert. Wir haben über die Zerstörung der Welt und die Verherrlichung des Wachstum gesprochen. Typische Stammtischgespräche, wie Mann sie halt gerne in passender Runde bei einem (oder mehreren) hellen Bockbier „Sankt Jacobus“ führt.


Ein Freund in dieser Runde hat erzählt, dass er in seinem Garten kein ruhige Minute mehr hat. Zwar liegt sein Haus in sicher einer der besseren Wohngegenden im nahen Umkreis des Münchner Südostens, aber es lärme Tag und Nacht. Immer brumme die Autobahn (ziemlich laut obwohl eigentlich weit weg), die SUVs würden mit ihren fetten Allwetterreifen durch die „Tempo 30-Zonen“ lärmen und die Motorräder ihr Benzin-Lied röhren. Am Himmel würden Flieger dröhnen und der Hubschrauber lut ratternd übers Dach seinen Fang von der Autobahn ins Krankenhaus nach Harlaching bringen.

Ich kenne das. Kleine Sonderfahrzeuge versuchen bei uns im Frühling laut den Splitt zu entfernen, den genauso laute Streufahrzeuge im Winter verteilt haben. Die Dieselfahrzeuge der vielen Paket-Dienste – die ja alle mit eigenen Fahrzeugen kommen – rattern immer durch irgendeine der Nachbargassen, um die vielen im Internet-bestellten Kleinigkeiten mit aufwändiger Verpackung als große Pakete auszuliefern. Motorsportler feiern auch in der Nacht den Sound ihres PS-starken Boliden mit Sport-Auspuff.

Früh am Morgen, wenn die Nacht gerade dabei ist sich zu beruhigen, kommen Straßenkehr-Maschine und Müllabfuhr. Die werden fließend von Rasenmähern und Bau-Maschinen abgelöst. Am Bau wird immer früh gestartet – und irgendeine Baustelle gibt es immer im Viertel. Da bekommt man dann das ganze Paket an lauten Maschinen ab, von der Pressluftmaschine über die Fliesen-Säge bis hin zum einfachen Hammer. Und ist die Villa auch noch so flach, ohne einen lärmenden Hochkran geht es nicht mehr. In den Lärm mischen sich Laub-Bläser ein, die mittlerweile nicht mehr nur im Herbst ihr Unwesen treiben.


Mir geht es also ähnlich wie meinem Freund. Ich leide unter dem Lärm. Ich schlafe gerne mit offenem Fenster, aber das ist bei uns zu Hause nicht mehr möglich (obwohl „sehr ruhig gelegen“). Zu oft wache ich dann wegen Störgeräuschen auf. Am liebsten würde ich umziehen, aber ich finde keine Alternative.

Vor kurzem habe ich am Ostsee-Strand mit offenem Fenster geschlafen. Es war wunderschön. Aber es war am Samstag, in der Nacht vom Sonntag auf Montag ging das Gedröhne dann beizeiten los. Und vorbei war es mit gesunden Nachtruhe.

Dabei könnten wir alle ganz anders leben. Nur mit ein wenig guten Willen. Es wäre auch billiger und gesünder. Ohne Autos und dem ganzen Wohlstandsmüll. Aber schon höre ich das Credo“ „Ohne Auto geht es doch nicht“. Das stimmt natürlich nicht. Man lebt besser ohne, aber ist es halt so gewöhnt.


Mit dem Lärm wird es immer schlimmer und die Unachtsamkeiten mehren sich. Wir wohnen in Neubiberg in der Kufsteiner Strasse. Uns gegenüber stand bis vor zwei Jahren ein gemütliches altes Haus mit „Charakter“ und einem überdurchschnittlich großem Grundstück. In diesem Haus lebte ein altes Paar. Der mir sympathische Herr sorgte für seine pflegebedürftige Frau. Wie der rüstige Mann überraschend verstarb kam seine Frau ins Pflegeheim. Das wunderschöne Haus wurde schnell verkauft und zeitnah abgerissen. Auf dem Grundstück wurden im Rekordtempo zwei „Villen“ gebaut. Ein Vorgang, der im Rahmen der „Verdichtung“ des Münchner Umland häufig vorkommt.

Vor ein paar Tagen komme ich mit dem Fahrrad vom Einkaufen heim. Und höre einen ungewohnten Brumm. Ich wundere mich und suche nach der Quelle. Und finde sie. Kurz hinter dem Zaun einer der beiden neuen Villen steht fest gemauert in der Erden ein futuristisch aussehendes Gerät. Das vor sich hin lärmt.

Ich weiß nicht, ob das Teil heizt oder kühlt oder beides macht. Vielleicht soll es nur Energie sparen. Das mache ich bei unserem Anwesen geräuschlos mit Solarstrom und -warmwasser. Die neue Villa hat so etwas nicht. Dafür hat sie ein Schwimmbad im Freien. Das den eh nicht so großen Garten völlig verschwinden lässt. Vielleicht brummt das Gerät für das Schwimmbad? Weiß ich’s? Ist mir auch gleichgültig.

Glücklicherweise geht der Brumm nicht ganz bis zu unserem Haus. Wir haben ein Hammergrundstück mit einer Zufahrt von zirka 50 Metern. Dreißig Meter vor unserem Haus höre ich den Brumm nicht mehr. Ich atme auf. Glück gehabt. Und denke mir gut so. Weil auch bei mir das St.-Florians-Prinzip gilt:
Heiliger Sankt Florian / Verschon’ mein Haus / Zünd’ and’re an!“
Auf englisch heißt das übrigens Nimby als Akronym für
„Not in my backyard“
🙂 Man sieht, das „by“ von Nimby hat nichts mit Bayern zu tun.


Am Nachmittag des „Tages des Bieres“ bin ich in den Münchner Osten zu einem Workshop geradelt. Meine Teilnehmer beklagten sich über die Hitze. Wir sind im April. Und der eine oder andere meint, dass er sich jetzt doch bald eine Klima-Anlage anschaffen müsse. Wegen der Klimakatastrophe. Quasi wollen sie den Teufel mit dem Belzebub austreiben.


Mit Schrecken denke ich an vergangene Reisen in südliche Gefilden. Da hatte ich ein wunderbares Hotelzimmer in der schönsten Gegend der Welt – in wunderschön ruhiger Lage. Nur die Klima-Anlagen rechts und links von, über und unter uns haben ihre Lieder gesungen. Für mich ist das eine „harmlose“ Form von Hölle. Die richtige Hölle kommt erst in ein oder zwei Generationen – und zwar von uns selber verursacht. Die Götter WACHSTUM, GIER, EGOISMUS und TRÄGHEIT haben ihre Opfer gefordert: Den Ausstoß von gigantisch viel Kohlendioxid, die Zerstörung der Meere, die Vermüllung der Welt, die Vergiftung der Umwelt, mit all dem haben wir unsere Lebensgrundlagen zerstört. Wir sind unserem christlichen Auftrag „Macht Euch die Welt untertan!“ gefolgt – jetzt bekommen wir ganz unchristlich die Quittung.

Und so gesehen ist das bisschen Lärm ja geschenkt! Obwohl mein Überich ermahnt mich übrigens auch, keine Produkte zu kaufen und nutzen, die unnötig verpackt sind, also keine Dosen und keine Getränke in Plastikflaschen oder 2Go-Bechern zu nutzen. Tetrapaks sind für mein Überich total out wie auch Kosmetika (weil es eine einfache Seife genauso tut). Ich soll nicht zu viel Fleisch zu essen und allgemein versuchen #nowaste zu leben und auch vor zu leben!

Danke, liebes Überich. So habe ich mich mit Dir angefreundet und verbündet. Wobei das alles nicht so einfach ist wie es klingt und sein könnte. Wir werden es nur gemeinsam schaffen.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 1. April 2018

April, April, April.

So könnte man den den 1. April auch sehen.

Schon als Kind habe ich Aprilstreiche gemocht. Welche Freude war es, am 1. April die kleine Schwester „in den April“ zu schicken.

Später als Heranwachsender fand ich Aprilscherze immer interessant. Und habe in der Augsburger Allgemeinen jeden 1. April am Morgen als erstes nach den Aprilscherzen gesucht. Und oft welche gefunden, die gar keine waren.

Natürlich durften dann in meinem späteren Leben auch in IF-Blog.de die Aprilscherze nicht fehlen. In einem Jahr hatten wir sogar Drei.

2018 habe ich schon früh im Jahr über einen guten Scherz für heute sinniert. Leider ist mir keiner eingefallen. Vielleicht auch, weil es mittlerweile täglich so viel Meldungen gibt, die besser als (schlechter) April-Scherz durchgehen sollten.

Heute Morgen war die alte Neugierde auf die Aprilscherze da. Und einen habe ich gefunden, der mir wirklich gut gefallen hat.


Fahrradstadt Münster

Pressemitteilung:
Wir, die IG Fahrradstadt Münster, haben nach den jüngsten Ereignissen in unserer Stadt eingesehen, dass die Bretter die zu bohren sind, um wirklich Fahrradstadt zu werden, sehr dick sind. Wir haben uns deshalb in einem internen Mehrheitsbeschluss dazu entschieden, weiterhin nicht mehr dieses Ziel zu verfolgen.

Stattdessen werden wir uns dem bereits sehr gelungenen Weiterausbau der Autofreundlichkeit in Münster widmen. Die vielversprechenden Entwicklungen der Vergangenheit zeigen uns, dass sich hier mit weitaus weniger Aufwand erheblich bessere Erfolge erreichen lassen.

Wir bieten hiermit dem ADAC und dem ACV Automobil-Club Verkehr unsere volle Unterstützung in ihren Projekten für autofreundliche Städte an. Das vielversprechende Ablehnen von Fahrverboten, vor allem bei unseren Vorbildern z.B. in Stuttgart, lässt uns jetzt für unser höchstes Ziel „Freie Fahrt für freie Bürger“ kämpfen.

Dafür stehen wir mit unserem Namen!

Mit freundlichen Grüßen
Die IG Autostadt.ms

(In Kürze werden unsere Social Media Domains natürlich geändert, Facebook und Twitter benötigen für Namensänderungen allerdings eine gewisse Zeit, wir hoffen dies schnellstmöglich abschließen zu können.)

Westfälische Nachrichten
Münstersche Zeitung
WDR Lokalzeit Münsterland
ANTENNE MÜNSTER
Radio Q
Münstersche Volkszeitung
Die Wiedertäufe


Der gefällt mir richtig gut. Vielleicht, weil ein klein wenig immer die klammheimliche Sorge da ist, dass es kein Aprilscherz sondern eine wahre Aussage ist. Aber auch, weil das was in Münster als April-Scherz durchgeht in München Strategie ist.

Und nicht nur in München, sondern auch in „meiner Heimat-Gemeinde“ Neubiberg. Immer noch wird dort wesentlich Geld für öffentliche PKW-Stellplätze im Ortszentrum ausgegeben. Im ganzen Landkreis werden mit hohem Aufwand Parkmöglichkeiten auf, unter und über der Erde geschaffen, Sportbauten scheitern letztendlich an den Stellplätzen und in ganz Bayern werden täglich Naturflächen, die in Fußballfelder gemessen werden können, für Parkplätze an Schulen, Friedhöfen, Bahnhöfen … mal schnell zu betoniert.

Und wenn es dann noch einen Ort des Widerstands gegen den Autowahnsinn gibt, wie Oberhaching dies zu sein schien, so stellt der Leser bei der Lektüre seiner Zeitung fest, dass diese Bastion auch schon mittlerweile geschliffen wurde.

Aber dieses Mal gibt es ja am 1. April ja für alle Ostereier umsonst! Und Haching gewinnt heute Nachmittag gegen Rostock.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 1. Januar 2018

2018: Vorrang fürs Fahrrad

Mein Vorsatz für 2018: Positiv zu denken und zu handeln. Vor allem im IF-Blog Mut und Freude zu machen. Damit wir uns nicht runterziehen und kleiner machen – wollen wir doch stärker werden. So fang ich gleich mal mit einem guten Beispiel an!

Hier eine Neujahres-E-Mail, die mich motiviert hat.

Sie zeigt, dass es durchaus Gemeinden gibt, die verstanden haben, um was es geht. Ich veröffentliche sie mal so wie sie mich erreicht hat.


Hallo zusammen,

auch im neuen Jahr soll bzw. muss der Radverkehr in unseren Gemeinden weiter gefördert werden, wenn mehr Menschen vom Auto auf das Rad umsteigen bzw. gar nicht erst ins Auto einsteigen sollen. Dafür bietet das vom Umwelt- und Verkehrsausschuss der Gemeinde Oberhaching am 28. 11. 17 verabschiedete Aktionsprogramm zur Förderung des Radverkehrs zahlreiche Beispiele, die ich hier kurz stichpunktartig auflisten möchte:

1. Infrastrukturmaßnahmen

  • Fertigstellung und Beschilderung der Lücke des Geh- und Radweges vor Oberbiberg (Bau noch 2017 erfolgt)
  • Planung und Bau der schnellen Radverbindung M.-Süd von Sauerlach über Deisenhofen/Oberhaching und Taufkirchen sowie Unterhaching nach München
    (Federführung und Koordination durch das Landratsamt München (LRA München), Realisierungshorizont 2018/19)
  • Planung eines Geh- und Radweges entlang der M11 von Oberhaching in Richtung Osten nach Lanzenhaar (Planungsauftrag an das Staatliche Bauamt erfolgt, federf. Begleitung durch das LRA München)
  • Roteinfärbung der Furt Im Loh/Further Weg hinter der Sportschule Oberhaching
    Begrenzung auf Tempo 70 auf der Alten Oberbiberger Straße Richtung Ödenpullach (erfolgt) sowie Markierung von weißen Straßenbegrenzungslinien
    Einführung des MVG-Rades an folgenden Standorten im Gemeindegebiet Oberhaching:
    Bhf Deisenhofen, Bhf Furth, Gewerbegebiet (Raiffeisenalle/Schmidweg), Hubertusplatz/Weißbräu, Kirchplatz Oberhaching, Rathaus, Freibad, Kugleralm
    Prüfung von Fahrradheckträgern an MVV-Buslinien (Pilotvorhaben an ausgewählten Buslinien im Landkreis München, Federführung LRA)
  • Ausbau von Fahrradabstellanlagen (Bhf Deisenhofen, Schützenhaus, Friedhof, Beachvolleyballanlage, Gymnasium, Bushaltestellen im Ort)
  • Änderung der Fahrradabstellplatzsatzung im Hinblick auf die Aufnahme von Stellplatz für Lastenfahrräder bei Neubau und Änderung baulicher Anlagen

2. Information

  • Regelmäßige Art. zum Radverkehr im monatliche Mitteilungsblatt der Gemeinde (Kybergnachrichten), das kostenlos an alle Haushalte verteilt wird
  • Aktualisierung der Homepage der Gemeinde Oberhaching zum Radverkehr (Einstellung von Lieblingsradtouren sowie Information zu Themenradwegen)
  • Hinweise auf die Beschilderung der Radfahrverbindungen und Erneuerung der Hinweistafel zum RadlRing München am Leitenweg/Schlagerberg

3. Öffentlichkeitsarbeit

  • Sattelfest beim Bahnhofstraßenfest (So 8. 7. 18) mit ADFC
  • Auftaktveranstaltung zum Stadtradeln an der Kugler Alm mit Landrat Göbel (ggf. Hinweis auf Baubeginn Schnelle Radfahrverbindung München-Süd, siehe Ziffer 1)
  • Rote Karte Aktion zur Beseit. länger abgestellter Räder (mehr als 4 Wochen) an den S-Bahnstationen und im Gemeindegebiet
  • Unterstützung der Aktion autofrei zur (Grund-)Schule
  • Prüfung der Vorschläge zum Radverkehr vom Unternehmensstammtisch (Jobräder, E-Ladesäulen)
  • Zweitägiges Seminar der Fahrradakademie zur Förderung des Radverkehrs in Klein- und Mittelstädten im Juni in Oberhaching
  • Hauptbereisung der Gemeinde Oberhaching zur Prüfung der Fahrradfreundlichkeit durch die AG fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK)

4. Service

  • Rad(-beleuchtungs)-Check im Herbst vor der Bibliothek durch Green-City
  • Prüfung der Anregungen des Gewerbeverbandes Oberhaching (Online-Kaufhaus mit Lastenradauslieferung, E-Bike-Verleih, Lastenradtest, Servicestationen für Fahrräder bei Banken und Geschäften)
  • Vermehrte Nutzung von Diensträdern bei der Gemendeverwaltung, Schulen und Kindergärten
  • Prüfung des Fahrradleasings für Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung

Für die Durchführung der Maßnahmen und Aktionen stellt die Gemeinde Oberhaching rund 120.000 € für 2018 zur Verfügung. Die 2017 im Rahmen der Vorheruntersuchung der schnellen Radverbindung erhobenen Zählungen des Radverkehrs im Gemeindegebiet sollen 2023 wiederholt werden um festzustellen, wie sich der Radverkehr durch die realisierten Maßnahmen entwickelt hat. Zielsetzung ist es, den Radverkehr in diesem Zeitraum um 10 % zu steigern.

Nach meiner Auffassung ist es notwendig, dass Maßnahmen und Aktionen dieser Art auch in anderen Gemeinden beschlossen, finanziert und durchgeführt werden, um dem Radverkehr im Landkreis München und darüber hinaus weiteren Schub zu verleihen. Die Auflistung soll dazu dienen, Maßnahmen und Aktionen auch in anderen Gemeinden des Landkreises vorzuschlagen bzw. als Basis für weitergehende Maßnahmen zu verwenden.

In diesem Sinne wünsche ich allseits viel Erfolg bei der Förderung des Radverkehrs im neuen Jahr!

Freundliche Grüße und alles Gute 2018


Das ist doch zumindest mal ein guter Beginn und geht in die richtige Richtung. Auch wenn ich mir persönlich noch einiges mehr wünschen würde.

Besonders würde ich mich freuen, wenn ich in den Gemeinden Neubiberg (dort wohne ich) und Ottobrunn (dort bewege ich mich überwiegend) etwas von solchen oder ähnlichen Programmen hören würde.

Also: Auf geht’s im Münchner Südosten!

Gestiftet von VisualBrainddump (Christian Botta & Daniel Reinold)Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 27. Dezember 2017

Der „Mercedes Benz“ unter meinen E-Bikes!

Heute komme ich zu meinem dritten elektrischen Fahrrad – meinem London von Utopia. Neben normalen Fahrrädern (mit normal meine ich die ohne elektrischen Antrieb, die ich abwechselnd auch immer sehr gerne nutze), fahre ich „elektrisch“ ja noch unser Familien-eCargo (unseren „VW-Bus“) und mein elektrisches Mountain-Bike (meinen „Jeep“). Jetzt steht in meinem Schuppen noch ein elektrisches Langstrecken- und Reiserad von Utopia, über das ich heute berichte!

So sieht das elektrische London auf der Website von Utopia aus.

Links ist das London mit seinem besonderen Rahmen abgebildet. Bei mir zu Hause steht fast das gleiche. Ich habe es erst im Herbst bekommen und trotzdem hat es schon weit über 2.000 Kilometer auf dem Buckel.

Das liegt auch daran, weil ich dank des elektrischen Antriebes jetzt auch längere Strecken mit dem Fahrrad fahre, auf denen ich früher den öffentlichen Verkehr bevorzugt hätte (die kurzen Strecken so bis einfach 10 km fahre ich in München natürlich nicht elektrisch …).

Gern nehme ich jetzt das „elektrische“ Fahrrad an Stelle vom „öffentlichen“ Verkehrsmittel, wenn das Ziel weiter weg und/oder die Heimfahrt am späten Abend ist. So war ich vor kurzem (Mitte Dezember) für einen Abendvortrag an der TUM in Garching. Ohne eBike hätte ich die S- und U-Bahn von Neubiberg nach Garching genutzt, da das mit dem Fahrrad eine einfache Strecke von doch gut 30 km ist und mir das früher ein wenig zu weit war.

Nach Rückankunft hatte ich tatsächlich „entspannte“ 65 km auf dem Tacho. Besonders auf der nächtlichen Heimfahrt so ab 20:30 von Garching war es schon sehr angenehm, dass ich den Weg ins 70 Meter höher gelegene und gut 30 km entfernte Neubiberg mit elektrischer Unterstützung rollen konnte.

Aber zurück zu meinem London von Utopia. Das besondere an diesem Fahrrad ist, dass es einen Frontantrieb hat. Utopia ist der einzige mir bekannte deutsche Hersteller, der elektrische Fahrräder mit viel Komfort und hoher Zuladung mit einem hochwertigem Frontantrieb herstellt.

Der Frontantrieb ist ein wenig in Verruf geraten, weil diese Technologie oft bei Billig(st)rädern zum Einsatz kommt. Die solchen Rädern zugesagten Nachteile treffen bei meinem London überhaupt nicht zu. Im Gegenteil.

Auf dem Bild links kann man gut den Frontantrieb VR1F meines Londons sehen. Nach bald 3.000 km schwöre ich auf den Frontantrieb. Gerade im „glitschigen“ und „matschigen“ Spätherbst ist es fantastisch, wie gut der Frontantrieb auch auf schwierigen Pfaden die Spur hält.

Wenn meine Mitradler auf schweren Pfaden stecken geblieben sind oder aufgegeben haben, zog der Frontmotor mein Rad geradeaus weiter. Das macht er auch im „Schiebemodus“, der ja eigentlich beim Frontantrieb „Ziehmodus“ heißen müsste.

Der Motor VR1F ist ein Antrieb mit permanenterregter Synchronmaschine (DirectDrive ohne Getriebe), der im Vorderrad integriert ist. 90% des Stroms, der vom Akku zum Motor geht, wird zur Fortbewegung so über das Vorderrad auf die Straße gebracht. Das Hinterrad wird weiterhin von der Körperkraft angetrieben, bei meinem Rad unter Nutzung der bewährten Rohloff-14-Gang-Nabenschaltung. Komfortabler geht es kaum.

Das Fahrrad wird so zu einem „Fahrzeug mit Allradantrieb“, und dies mit optimaler Gewichtsverteilung (vorne der Motor, hinten die Rohloff), das geht mit einem Motor im Hinterrad (Heckantrieb) wie bei unserem eCargo natürlich nicht. Im Gegensatz zum Mittelmotor gibt es auch keine Verluste durch Getriebe oder durch Weitergabe der Kraft über die Kette ans Hinterrad.

Das Rad ist absolut leise. Von der Elektrik hört man nichts. Für die Steuerung des Motors gibt es zurzeit sieben verschiedene Fahrprogramme, die den Fahrer perfekt unterstützen. Die Rohloff schaltet butterweich – und ich schalte sie häufig, um in optimaler Trittfrequenz bleiben zu können, was beim e-Bike viel einfacher möglich ist als bei einem Rad ohne zusätzlichen Vortrieb.

Ich habe kompetente Mitarbeiter von Dully’s BIKESTATION – die führen die Marke Utopia leider nicht  – mit meinem Rad Probe fahren lassen – und auch die waren von diesem Antrieb sehr angetan. So kann ich Antrieb und Motor (wie das ganze Fahrrad) wirklich guten Gewissens weiter empfehlen.

Auf der Einfahrt kurz vor der Ausfahrt.

Von der Seite kann man gut den wunderschönen klassischen Kreuzrahmen des London, der in Aalten (Niederlande) bei einer kleinen Manufaktur gefertigt wird und den Akku auf der linken Seite sehen. Der zweite Akku auf der rechten Seite ist symmetrisch angebracht. Zwei Akkus finde ich genial, weil ich so nie in Stress komme. Wird die Tour weiter als geplant oder habe ich mehr Strom verbraucht als erwartet und ist so ein Akku leer, dann lege ich einen Schalter an der Steuerung um und weiter geht es mit dem vollen Akku.

Zur (elektronischen) Steuerung:
Die Steuerung ist mit einer App verbunden. Die App erkennt das Fahrrad und enthält alle relevanten Daten. Über das App kann immer schnell ein anderes Fahrprogramm geladen bzw. aktiviert werden. So kann das Handy als übersichtliches Anzeigegerät am Lenker genutzt werden – man kann so auf einen eigenen Tacho oder ein GPS-System verzichten.

Zur Reichweite:
Hier gilt ähnliches, wie ich schon im Mountain-Bike-Artikel geschrieben habe: Die Reichweite ist von vielen Faktoren abhängig. Wie ist das Höhen-Profil der Strecke? Welches Programm fahre ich? Welche Trittfrequenz schaffe ich? Habe ich Gegen- oder Rückenwind? Wie schwer ist das Gelände? Wie „Strom sparend“ fahre ich? Wie schwer bin ich und mein Gepäck? Und ähnliches.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen gehe ich davon aus, dass ich auch unter schwierigen Verhältnissen mit den beiden Akkus immer mehr als 100 km schaffen werde. Tagestouren um die 150 km werden mit Sicherheit im Normalfall kein Problem sein.

Ich habe auch festgestellt,  dass ich jetzt mit einem deutlich höheren Durchschnittsgeschwindigkeit fahre als mit meinem guten alten Roadster (auch von Utopia) ohne Strom. In der Stadt bin ich (trotz vieler Ampeln) bei der gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeit elektrisch um nahezu 50 % schneller, d.h. ich schaffe auch längere Strecken in 2/3 der früher benötigten Zeit.

Das macht richtig Lust auf viele schöne Touren in 2018 durch Deutschland, Österreich, Italien, vielleicht auch Frankreich und weitere Länder!

RMD

Nachtrag:
Ein Nachteil am Frontantrieb könnte sein, dass ich vorne ins Vorderrad keinen Nabendynamo einbauen kann. Das ist bei Heck- oder Mittelmotorantrieb natürlich möglich und findet man dort auch öfters – siehe bei unserem Cargo. Es hat den Vorteil, dass ich ohne Batterien am Fahrrad ein auch Nachts voll verkehrstaugliches Fahrrad habe. Beim Frontantrieb müsste ich mir. wenn ich nachts ohne Batterien unterwegs sein will, einen batterie- oder akku-versorgten zweiten Beleuchtungssatz hin klemmen.

🙂 Ich habe ja versprochen, mehr über Sex und elektrische Fahrräder zu schreiben. Deshalb erzähle ich heute meine Erfahrungen mit meinem eWMe 627 von CONWAY.

Von unserem eCargo habe ich ja schon berichtet. Nicht nur, dass beim Einkaufen das Auto plötzlich aber auch gar keine Alternative mehr ist, auch für die Enkel und Freizeit-Aktivitäten ist das Cargo zum beliebtesten Fahrzeug der ganzen Familie geworden. Und mich hat unser eCargo auf den „elektrischen Geschmack“ gebracht.

Mein E-Enduro mit 160-mm-Fahrwerk, das Conway eWME 627 als zweites E-Bike in der Familie.

Früher war ich oft mit dem Mountain Bike in den Bergen. Bergauf war ich nie der Schnellste. Die letzten Jahre bin ich natürlich auch nicht schneller geworden.

Insofern wurde das doch sehr geliebte Radeln in den Bergen zu zweit oder in kleinen Gruppen schwieriger. Meine jüngeren und sportlicheren Begleiter mussten immer ziemlich lange auf den Gipfeln warten, bis ich dann auch angeschoben kam. Das ging nicht nur mir auf die Nerven.

Dann stand der Sommer vor der Tür – und damit das jährliche Radeln in den Bergen des Peloponnes (in der Gegend von Gythio und Mani). So entschloss ich mich bei unserem Stamm-Händler (Dully’s BIKESTATION) ein elektrisches Mountain-Bike Probe zu fahren.

Um es kurz zu machen: Ich war begeistert. So habe ich mir eins gekauft und jetzt macht mir das Mountain-Biken wieder so richtig Spaß. 2017 in Griechenland bin ich dann gleich das Doppelte an Kilometern (und auch Höhenmetern) geradelt wie in den Jahren davor.

Zum Rad und zur Technik:
Mein eCargo hat ja einen Heckmotor (GoSwissDrive), eine einfache Kettenschaltung und im Vorderrad einen Nabendynamo. Heckantrieb finde ich für ein Cargo ideal, die Kette wird nicht übermäßig belastet und dank des Nabendynamos ist es auch nachts uneingeschränkt gebrauchstüchtig, auch wenn die Batterie leer oder nicht dabei ist.

Bei meinem Mountain-Bike ist es anderes. Es hat einen Mittelmotor von Shimano an der Kurbel.  SHIMANO STEPS MTB ist ein System von E-Bike-Komponenten (Motor, Batterie, Steuerung, Reichweitenrechner …), das extra fürs Mountain-Biking entwickelt worden. Die selben Räder gibt es auch mit Bosch-Technologie, bei der Probefahrt gefiel mir aber das Shimano-System wegen einer verzögerungsfreien Unterstützung und der Abstimmung besser.

Das Herz des Steps-System ist genau wie bei Bosch der Mittelmotor. Er wie 2,8 kg und ist wo wohl einer der leichtesten Motoren auf dem Markt. Der Mittelmotor sitzt in Kurbel, im Gegensatz zum Hinter- oder Vorderradantrieb ist es kein „direct-drive“ sondern verfügt über ein Getriebe. Man kann auch gut „ohne Strom“ fahren, der Motor bremst nicht, man hat nur das höhere Gewicht aufgrund von Motor und der Elektrik.

Das dürfte auch der Grund sein, dass Mittelmotoren immer ein leicht „schabendes Geräusch machen. Relativ leise sind da wohl nur der Motor von Impulse und Brose, alle anderen Motoren (neben Bosch gibt es mittlerweile viele Anbieter, besonders aus Asien) sind wesentlich lauter als „direct-drive“-Antriebe, die man wirklich nicht hört. Man hat auch immer ein leichtes „Ruckeln“, wenn der Motor sich zur Unterstützung einschaltet, ganz im Gegensatz zu den „direct-drives“ im Hinter- oder Vorderrad.

Trotzdem meine ich, dass der Mittelmotor der richtige Antrieb für Mountain-Bikes ist. Das Gewicht von Motor und Batterie sitzt sehr nahe an der Kurbel. Das ist in steilem Gelände bergab wie bergauf durchaus ein Vorteil.

Die meisten elektrischen Mountain-Bikes verfügen über eine einfache Kettenschaltung (ein Zahnrad vorne und ziemlich viele Ritzel hinten), bei meinem Conway ist es die mechanische Shimano XT.  Ein Nachteil könnte sein, dass beim Mittelmotor die gesamte Kraft (Mensch und Motor) auf die Kette und die Schaltung gehen, beim Mountain-Bike ist das nach meiner Meinung aber auch zu vernachlässigen, da muss man eh Kette und Ritzel öfters austauschen.

Reichweite

Immer wieder werde ich gefragt: „Wie weit fährst Du mit einer Akkuladung?“. Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Natürlich hängt die Reichweite von Parametern ab wie der Steigung, die die Strecke für den Radler vorhält. Lange Aufstiege am Stück brauchen mehr Strom als wenn es hoch und runter geht. Wichtig ist die Trittfrequenz des Radlers (wenn ich mich richtig erinnere sollte man da deutlich über 60  je Minute fahren). Und natürlich den Modus, den man wählt.

Bei STEPS gibt es drei Fahrstärken: ECO, TRAIL und BOOST. Wenn man Strom spart und ECO fährt und bei Abfahrten den Motor ausstellt (STEP kann ja aufgrund des Pinzips „Mittelmotor“ nicht rekuperieren, also macht es den Antrieb abzuschalten und wenn man nicht tritt gibt es natürlich auch NULL motorenbedingten Widerstand) dann ist die Reichweite in der Regel über 100 km, also dreistellig.

Im Modus TRAIL würde ich sagen, dass dann um die 70 km mit 700 Höhenmetern eigentlich immer gut gehen. Wenn ich dagegen auf BOOST gehe und das Fahrrad den Berg so richtig raufpeitsche, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass nach 20 km der Saft zu Ende sein kann. Das ist mir noch nie passiert, wahrscheinlich wäre das dann auch mehr so eine Gaudi-Fahrt.

Bei Reiserädern würde ich den Mittelmotor nicht empfehlen, aber dazu dann mehr bei der Beschreibung meines Utopia Londons.

Mir bereitet mein e-Mountain-Bike viel Freude. Bergab muss ich nicht mehr so rasen wie früher (ich wollte immer ein wenig der Zeit bergab reinholen, die ich bergauf verloren hatte). Und vor allem, die „elektrischen“ Tages-Touren sind (zeitlich) kürzer geworden – so muss ich nicht mehr so früh aufstehen und komme auch nicht so spät heim wie früher. Wenn früher immer „der ganze Sonntag“ weg war, so bleibt jetzt noch Zeit über für andere Interessen.

Auf den Touren mit Barbara musste jetzt ich lange am Berg aus sie warten. Auch in Griechenland. Ich mit Strom, die Barbara ohne Strom. Die Verhältnisse hatten sich umgekehrt.

Barbaras elektrischer Bergesel, der 327 von Conway.

Dann hat sie sich auch ein 327 von Conway gekauft und jetzt haben wir gemeinsam einen großen Spaß! Die Tagesausflüge in die bayerischen Alpen zeitlich überschaubar und nicht mehr durch so lange Aufstiegszeiten belastet wie früher. Und ich freue mich schon so richtig auf den Frühling und bin mir sicher, dass wir in 2018 ziemlich viel in den Alpen unterwegs sein werden. Und freue mich schon so richtig auf die zwei Rad- / Schwimm-Wochen Ende August / Anfang September auf dem Peloponnes!

Beim nächsten Mal berichte ich dann über mein Utopia London mit Frontantrieb, das für mich das absolut perfekte Reise- und Alltagsrad ist. Wenn ich das eCargo mit einem VW-Transporter vergleiche, dann entspricht das eBike eher einem Jeep und mein London wäre dann so etwas wie die Mercedes-Limousine der S-Klasse.

Über „meinen Mercedes“ (von Utopia) berichte ich dann in meinem nächsten Artikel zu eBikes.

RMD

P.S.
Die beiden Bilder sind von der „Conway-Website“, auf die ich öfters verlinkt habe.

Folgende „Weihnachtsgrüße“ haben mich erreicht, und zwar von einem Menschen, der mir gut bekannt und betreffend Mobilität ein wirklich kompetenter Experte ist. Ich bedanke mich bei ihm dafür ganz herzlich!


Hallo zusammen,

ein paar aktuelle Zahlen über die Anzahl und Antriebsart der in München zugelassenen Pkw und Lkw:

2017
PKW – Bestand Nov
Benzin 427.894
Diesel 287.869
Elektro 2.177
LKW/Sonst.Kfz Nov
Benzin 4.831
Diesel 49.770
Elektro 155

Es sind insbesonders zu viele Pkw und diese haben die falsche Antriebsart – die Lkw sowieso.

Von einer Verkehrswende o. ä. ist man also noch (ziemlich) weit entfernt…

Schöne Bescherung!


Das hat mich zum Nachrechnen gebracht!

Die Summe der PKW’s  ist leicht durch Addition zu ermitteln. Ich komme dann auf insgesamt 717.940 – ohne die LKW’s! Und es scheinen noch mehr zu werden.

Jetzt gehe ich mal davon aus, dass ein Auto beim „engen Parken“ im Schnitt in der Länge mindestens 5 Meter benötigt. Die Multiplikation von 717.940 (Anzahl der Autos) mal 5 Meter (Länge des Autos mit ein wenig Abstand zum nächsten) ergibt 3.589.700 Meter. Das bedeutet, dass alle Autos München in Reihe aufgestellt (mit wenig Zwischenraum) nur zum Parken eine Straße mit einer Länge von 3.590 km brauchen!

Laut Wikipedia umfasst München eine Fläche von

310,7 km2

Und diese Fläche wird nicht mehr, alles Unterkellern ist sicher keine Lösung. „Eingemeinden“ würde in diesem Fall auch nicht helfen.

Ich rechne mal modellhaft weiter. Wäre München ein Quadrat, dann hätte dieses Quadrat eine Seitenlänge von 17,6 km!!!

Jetzt dividiere ich die Länge der benötigten Straße (3.590 km) durch die 17,6 km Seitenlänge. Das Ergebnis ist dann: Wir brauchen in unserem Quadrat-München auf 17,6 km 204 parallele  Straßen, nur um die Autos zu parken! Das heißt alle 86 Meter muss eine Parkspur für die Autos da sein. Die Zahl ist brutto, da ja diese Parkspuren eine gewisse Breite haben muss.

Ist das nicht grauenhafte Vorstellung? München ist zwar kein Quadrat sondern ein zerfranztes Gebilde. Das ändert aber nichts am Prinzip. So sollte uns unsere kleine Musterrechnung schon ein wenig beunruhigen sollte. Was für eine irrsinnige Verschwendung von wertvollem Grund und welche Zerstörung von Lebensraum!

Eine andere Betrachtung finde ich genauso schlimm:

Wenn ich mir überlege, dass es Autos mit einem Gewicht unter einer Tonne kaum mehr gibt und ich als durchschnittliches Gewicht pro Auto 1,25 Tonne annehme, so haben wir im schönen München 897.425  Tonnen Sondermüll herumstehen haben. Das ist 9 mal das Gewicht der Golden Gate Bridge. Wenn der Sondermüll in Bewegung gerät – dann stinkt er und generiert Schmutz, erzeugt Lärm und mach so Menschen macht. Weiter verletzt und tötet er Menschen und raubt ihnen nicht zuletzt die für sie so wichtige Bewegung – mit weiteren entsprechenden nicht nur gesundheitlichen Folgen.

Und aus eigener Erleben weiß ich, dass man bei genauem hinsehen und ein wenig guten Willen Autos nur in ganz wenigen Fällen wirklich braucht und man fast alles ohne Auto auch nicht schlechter organisieren kann.

Man muss nur bereit sein wenig vermeintliche Bequemlichkeit aufgeben und bereit sein, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen. Und die schrecklichen (1,4 Millionen Verkehrstote pro Jahr, Zerstörung unserer Welt, Verursachung von gesundheitlichen Schäden durch Dreck und Lärm, Schaden der eigenen Gesundheit durch Aufgabe von Bewegung und Begebung in Stress) für uns alle wie die Nutzer selber schädlichen Folgen nicht mehr billigend in Kauf nehmen.

Es geht also nur darum, ein paar unteroptimale und schädliche Gewohnheiten aufgeben, die uns sowieso nur scheinbar einen Nutzen bringen. Wer dazu nicht bereit ist, dem ist nicht zu helfen.

Daraus folgt die Frage:

Sind Autofahrer Abschaum und Gesindel? Oder nur dumm? Oder beides?

Diese aggressive Aussage ist meiner Verzweiflung geschuldet. Der Satz missfällt mir selber, weil solch pauschales Verurteilen gar nicht meins ist. Aber vielleicht ist sie inhaltlich gar nicht so ganz falsch und vielleicht geht es angesichts des Auto-Wahnsinns nicht anders, als wie Knecht Ruprecht den Knüppel aus dem Sack herauszuholen?

Für mich ist diese Böse Frage ein guter Grund (weil ich eben kein Abschaum und Gesindel und auch nicht dumm sein will), dass ich mich nur noch in ein Auto setze, wenn es sehr gute und wichtige dafür Gründe gibt, ja fast gezwungen werde.

Das kommt bei mir vielleicht zehn mal im Jahr der Fall – mit abnehmender Tendenz. Dabei bin ich „mobiler“ als je zuvor und kann das mit meinem Google-Tracking-Profil belegen.

Und ich fühle bei meiner neuen aktiven Mobilität so richtig sauwohl und bin effizienter denn je zuvor. Die Zeit zum Autofahren habe ich wirklich nicht mehr.

In diesem Sinne auch von mir

😉 Schöne Bescherung!

RMD

P.S.
Gerade habe ich von der gleichen Quelle (von dem oben erwähnten Experten) eine zweite ergänzende E-Mail erhalten. Ich zitiere auch sie:


„wenn man jetzt noch die geringe Anzahl der Car-Sharing-Fahrzeuge (deutlich unter 2000, genaue Zahl ermittle ich gerade) berücksichtigt sowie die Tatsache, dass es in den nächsten 5-10 Jahren bei weiter steigenden Einwohnerzahlen kaum zusätzliche Schieneninfrastruktur für den Öffentlichen Verkehr in München geben wird, dann kann man sich unschwer vorstellen, dass es in den vorhandenen Verkehrsmitteln des Öffentlichen Verkehrs sowie auf den Radwegen noch enger und dichter zugehen wird als heute schon!

Die verschwindend geringe Anzahl der E-Fahrzeuge wird auch in den nächsten Jahren nicht zu einer Abnahme der Schadstoff- und Lärmbelastung im Münchner Hauptverkehrsstraßennetz beitragen (können)!

Bleibt demnach nur die Förderung der aktiven Mobilität (Gehen und Radfahren), des öffentlichen Verkehrs (kurzfristig: Busbeschleunigung und -bevorrechtigung) sowie der Ansatz an den Antrieben der Kraftfahrzeuge (Pkw, Lkw, Busse, Motorräder, Mopeds, Baumaschinen etc.)“.


Ich kann mich beim E-Mail-Sender nur noch mal bedanken und all seinen Aussagen zustimmen. Nur bei dem Radverkehr bin ich ein wenig anderer Meinung: Wir – die Radfahrer – müssen uns die Straße von den Autofahrern zurück erkämpfen! Notfalls ohne gesetzliche Unterstützung und mit ein wenig Nachdruck.

Vor allem werden wir mit AktMobCmp weitermachen, motivierter den je!

Gestiftet von VisualBrainddump (Christian Botta & Daniel Reinold) Zum Vergrößern aufs Bild klicken.

Roland Dürre
Mittwoch, der 15. November 2017

Die Zukunft des Planeten

🙂 Heute geht es mal nicht über elektrische Fahrräder oder Sex sondern um Politik.

Das Wappen von Jamaika

Jamaika

Zurzeit richten sich die Augen vieler Menschen in Deutschland auf das Land des Bob Marley. Es geht um Jamaika, was natürlich nur ein albernes Wortspiel ist. Die „Koalitionsverhandlungen“ in Berlin stehen im Mittelpunkt. Wir sprechen von „Jamaika“ – weil die zum Wappen gehörige Fahne die Farben der beteiligten Parteien (schwarz, gelb, grün) enthält.

Ich muss gestehen, meine Hoffnung in diesen Verhandlungen beruhte auf den Grünen.

Aber was machen die Grünen?

Sie fuhren mit vielleicht richtigen Forderungen nach Berlin, die aber verhandlungs-technisch mit Sicherheit erfolglos sein werden (und auch schon waren), nämlich mit der Forderung nach Abschaltung des Verbrennungsmotors zum Jahre 2030 (1) und von Kohlekraftwerken (2). Vor allem (1) klingt schon arg utopisch. Wir brauchen auch keine allgemeinen Ziele, sondern konkrete Maßnahmen.

Strom muss Kohle ablösen, nicht verbrauchen!

Zu (2) nehme ich nicht Stellung. Denn es ist doch evident, dass wir nur mit Elektrizität das „verfinsternde“ Zeitalter der Verbrennung von fossilen Energien beenden müssen. Die Ablösung von Kohle durch Strom kann aber nicht heißen, dass die Hälfte des Stroms weltweit aus Kohle produziert wird. Das muss Vergangenheit sein (und wird es auch bald werden). Viel spannender finde ich aber (1).

Das Outo ist out!

Jedem muss aber auch klar sein, dass eine „individuelle Mobilität“ basierend auf Strom nicht eins-zu eins so sein kann und wird wie viele von uns das Outo (so geschrieben weil es „out“ ist) nutzen. So wie auch „autonom fahrende Autos“ nicht so fahren werden wie MANN und FRAU es heute tun.

2030 ist bald!

Bis dahin sind es nur noch 12 Jahre – also gerade so lang wie früher mal ein Auto gehalten hat. Insofern wäre die Forderung der Grünen für Jamaika ganz einfach gewesen.

Den Ausstieg vorbereiten!

Dazu gehört ganz schnell die Einführung eines Tempolimits – wegen mir auch gerne schrittweise zum Üben – aber mit dem klaren Endziel noch vor 2020 von maximal Tempo 30 km/h in geschlossenen Ortschaften, 70 km/h auf „Landstrassen“ und 100 km/h auf Autobahnen. Und genauso schrittweise mit einer wirklich relevanten und wirklich drastischen Erhöhung der Besteuerung fossiler Treibstoffe (inklusive Kerosin für Fliegen). Wenn man dann auch noch endlich die gigantische Subvention der „Geschäftswagen“ (zumindest den dominierenden Missbrauch eingeschränken würde), dann hätte das ganze Hand und Fuß!

Schlank und effizient!

Das wäre eine schlanke und effiziente Lösung, die Hoffnung auf eine „sanfte Landung“ machen würde. Damit könnte man sich auch viel Quatsch wie Maut etc. sparen. Nur: leider ist das unpopulär. Und die Grünen wollen, vielleicht aus guten Gründen, eben nicht unpopulär sein. Wobei ich persönlich ja meine, dass Unpopularität eher Wähler bringt denn vergrault

Investitionen in die Zukunft

Und die Einnahmen aus diesen Geldern darf man dann eben nicht für weitere neue Autobahnkreuze in zwei Ebenen mit bis zu 10 Spuren ausgeben, die heute ja konkret als Folge des stattfindenen Ausbaus der Autobahnen auf noch mehr Spuren notwendig erscheinen sondern in den Aufbau und des öffentlichen Verkehrs natürlich in die „Energie-Wende“ – die ja eigentlich nur noch heißt vom Atom- und Kohlestrom. Denn ich meine, dass wir da ansonsten ja schon auf einem guten Wege sind.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 11. November 2017

Strom im Fahrrad.

Die Zeit vergeht schnell. Noch vor einem Jahr stand ich der Elektro-Mobilität per Fahrrad eher skeptisch gegenüber. Zumindest in München. Denn hier ist ja alles (mit Ausnahme an den Ufern der Isar) so richtig flach.

Mein e-Bike London von Utopia auf seiner ersten Bahnreise im
IC 2304 von München nach Naumburg mit Ziel Magdeburg.

Jetzt stehen bei uns im Haushalt 4 (in Zahlen vier) Elektro-Fahrräder. Und ich bin begeistert von der elektrischen Unterstützung beim Fahrrad.

War das Fahrrad an sich schon eine geniale Kombination von Mensch und Mechanik, so verbindet das e-Bike diese aufregende Kombination noch mit einem Motor. Das e-Bike realisiert so eine einzigartige Symbiose von Mensch und Maschine. Die ist so toll, dass mir die Lust am Auto jetzt endgültig vergangen ist. Was ist Autofahren doch für eine erbärmliche Art der Fortbewegung im Vergleich zum Radeln.

Ein wichtiger Grund fürs Radeln war mir immer die Bewegung. Ein bisschen war meine Sorge, dass diese körperliche Ertüchtigung beim e-Bike zu kurz kommen könnte. Das ist aber nicht so. Nach einer längeren Tour mit einem e-Bike bin ich genauso – aber doch anders – erschöpft als ich es mit konventionellen Rädern bin. Wenn ich mich nach „elektrischen“ 50 Kilometern hinsetze, möchte ich am liebsten gleich weiter fahren. Und merke dann erst nach ein paar Minuten der Ruhe, wie anstrengend es doch war.

Das Geheimnis löst sich einfach. Ich fahre mit dem e-Bike eine wesentlich höhere Trittfrequenz. Das geht locker und schont die Gelenke. Mein Schnitt ist in der Regel um ein zirka Drittel höher als „ohne Strom“. D.h. ich habe zwar die Unterstützung aus der Batterie – aber bin wesentlich schneller. Und habe oft den Eindruck, dass ich körperlich genauso viel oder mehr leiste wie vorher. Und die Kraft aus dem Akku vor allem die höhere Geschwindigkeit erlaubt – ich aber dann gar nicht weniger tue als ohne elektrischen Antrieb.

Strecken bis so um die 10 km fahre ich nur mit meinen konventionellen Rädern. Die wesentlich höhere Trittfrequenz, die ich mir beim Fahren mit e-Bikes angewöhnt habe, behalte ich dann bei. Und bin ganz überraschend jetzt auch mit meinen schönen alten Rädern schneller als früher. Was ich auch toll finde.

Alle meine elektrischen Fahrräder sind echte e-Bikes, d.h. Räder, bei denen die Elektronik nur elektrische Unterstützung liefert, wenn der Radler selber tritt. Und ab 25 km/h dann abschaltet. Und das reicht mir völlig. Mit meinen e-Bikes fahre ich im Sparmodus („economy“) ganz locker einen Schnitt von 18 km. Das heißt für 9 km brauche ich eine halbe Stunde. Und damit kommt man als Radler in München ganz schön weit. Z.B. von mir in Neubiberg zum Isartor. Oder vom Marienplatz nach Riem. München wird so richtig klein. Und alle Vorteile des Fahrrades wie unkompliziertes Parken am Ziel usw. bleiben am e-Bike erhalten.

Wenn ich es eilig habe, geht auch ein Schnitt von mehr als 20 km. Dazu muss ich einfach ein höheres Programm einlegen. Das heißt, ich fahre 10 km in einer halben Stunde. Und mit dem e-Bike sind wie mit dem Bike die Entfernungen in München meistens deutlich kürzer als mit dem Auto.

Insofern sind die sogenannten S-Pedelec für mich kein Thema. Der Geschwindigkeitsbereich bis und um die 25 km/h ist mir angenehm und für meine Fahrten völlig ausreichend. Da fühle ich mich sehr wohl und sicher – schneller brauche ich es es wirklich nicht.

Eine meiner Sorgen, waren die Reichweite und das „Handling“. Beides ist kein Thema. Es ist erstaunlich, wie viel Entfernungskilometer und Höhenmeter die modernen Akkus schaffen. Und das „Handling“ ist verblüffend einfach. Darüber berichte ich aber mehr und detailliert, wenn ich die drei Rad-Typen vorstelle, die in unserem Haushalt laufen.

Das ganze fing mit einem Lastenrad (e-Cargo) an. Dann kamen zwei „elektrische Mountainbikes“ dazu. Und am Schluss ein wunderbares Reiserad. Alle drei Fahrrad-Typen stelle ich in den nächsten Wochen in IF-Blog vor. Sie haben alle eine unterschiedliche Technologie und ihre Besonderheiten. Und ich liebe alle drei.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 25. Juni 2017

#AktMobCmp – 13. Juli 2017

Für den Abend des  13. Juli 2017 habe ich ein #AktMobCmp-Treffen vorgeschlagen.

Gedanken zur Vorbereitung!

MÖGLICHE THEMEN

Folgende Themenkreise und/oder Thesen würden mich interessieren.


Warum fährt man überhaupt noch Auto? Hat man da Vorteile? Oder ist das alles nur ein großer Selbstbetrug? Als manipuliertes Lobby-Opfer?

  • Vor ein paar Tagen bin ich mal in ein paar Stunden um den Starnberger See geradelt. Es ging zuerst mit der S-Bahn von Neubiberg nach Starnberg. Dann sind wir rund um den See gefahren und von Starnberg wieder mit S-Bahn zurück. Es war ein wunderschöner Sommertag, alles ging hervorragend. Aber am See, da war so „auto-mäßig“ absolut die Hölle los. Alle Parkplätze waren voll, es ging nichts mehr. Und es gab Stress ohne Ende – bei den Autofahrern.
  • Ich bin ziemlich mobil. Innerhalb München sowieso. Aber auch innerhalb Deutschland, Europas und gelegentlich auch in der Welt. Und immer geht es ohne Auto. Der Verzicht auf Autos als Mobilitäts-Werkzeug hat nur Vorteile, unter dem Strich geht es einem viel besser ohne Auto!

So könnten wir die Frage bearbeiten:
Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit eine Autofahrt Sinn macht, d.h. wesentliche Vorteile gegenüber alternative Mobilität bringt?


Wieso trauen sich Menschen eigentlich noch mit dem Auto zu fahren? Und nehmen dabei entweder ohne nach zu denken oder in arroganter Selbstherrlichkeit beliebig nicht nur „soziale Schäden“ bei dritten und sich selber in Kauf?

Oder:
Passt die folgende Metapher? Autofahren nicht nur in der Stadt ist doch  mit dem Rauchen in öffentlichen Räumen zu vergleichen? Wenn ich durch die Gegend radele, blasen Autos mir ihre Abgase ins Gesicht wie mir früher der Raucher am Esstisch gegenüber.

  • Als Führer eines Autos gehen wir bewusst das Risiko ein, andere Menschen zu verletzen oder zu töten. Und das passiert immer noch viel zu häufig.
  • Wenn wir Auto fahren, produzieren wir Abgase, die andere Menschen schädigen, die mit dem Auto gar nichts zu tun haben wollen.
  • Autos erzeugen Lärm, der die Lebensqualität unseres Wohnraums in den Städten wie auf dem Land enorm reduziert.
  • Autos verursachen für die Insassen und besonders dem Fahrer ziemlichen Distress.
  • Autofahren raubt den Menschen die Bewegung und macht sie dick.

Vielleicht nicht so ganz scherzhaft war ein Tweet, den ich gelesen habe: Man sollte die Abgase des Auspuffs erst mal durchs Innere des Wagens leiten, bevor sie nach außen entsorgt werden dürfen.

Hier stelle ich mir keine „moralische“ Diskussion vor sondern eine ganz schlichte und konstruktive Güterabwägung.


Die Genialität von Pedelecs (E-Bike)!

  • Die Kombination von Körper und Maschine
  • Für rationale und effiziente Mobilität und Logistik sind E-Maschinen perfekt.
  • Gerade im unteren Geschwindigkeitsbereich und für schlanke Mobiltität sind Elektrofahrzeuge eine hervorragende Alternative.

Könnten wir nicht 90 % unser innerstädtischen individuellen und durch logistisch notwendigen Mobilität mit E-Bikes und angemessenen Elektrofahrzeugen (Skooter, Lieferautos, Großraumtaxis als Teil des öffentlichen Verkehrs …) besser, billiger, gesünder, schöner und effizienter bewältigen?

(Mir ist klar, dass individuell die Elektromobilität – sprich das E-Auto – keine Lösung ist. Allein die Umweltschäden und der Kohlendioxid-Ausstoß, die die Herstellung einer Groß-Batterie wie für einen Tesla bedeutet oder auch schon für einen e-UP verursacht, zeigen dass dies keine Lösung für schnelle und weite Kommunikation sein wird.)

Könnte es sein, dass die Ursache für den massiven Wechsel vom Fahrrad zum Auto im Nachkriegs-Deutschland einfach die vielen und so mühsamen Steigungen waren? Und dass seit dem E-Bike das schlechte Wetter das letzte Argument gegen das Radeln ist? Und dass das ganz gut lösbar ist (und Teil des Menschseins ist)?

Und geht es im Bereich der „Hochleistungs-Mobilität“ – Mittel- und Langstrecken schnell überbrücken zu können – eigentlich nicht um „shared economy“ sondern um „shared mobility“? Und ist diese nicht schon längst erfunden und kann freilich noch beliebig verbessert werden?


Zum Format bzw. der Methode für unser nächstes Treffen:

Wie wäre es diesmal mit einer praktischen Übung in Fahnenbildung? Alle diese Themen könnten wir mit der Technologie der Fahnenbildung bearbeiten. Die Fahnenbildung (ars construendi vexilla, die Kunst Fahnen zu verbinden) ist eine dialektische Technik zum Erarbeiten von vernünftigen Übereinstimmungen (rationaler Konsens) in Gruppen. Und die kann, besser muss man wunderbar agil und auf Augenhöhe gestalten!


Was meint Ihr? Was würdet Ihr bevorzugen? Welches Thema, welche Methode. Habt Ihr bessere Ideen und/oder Ergänzungen? Soll ich das geplante Meeting organisieren und einladen?

Dann würde ich in der Region München einen Raum für den 13. Juli suchen, das Programm ausarbeiten und Termin und Programm in Meet-Up und auf der AktMobCmp-Seite veröffentlichen.

Oder sollen wir es sein lassen, weil es eh sinnlos ist? Und weil wir eh keine Chance auf ein besseres Leben ohne Abgase und Lärm haben? Weil die Auto-Lobby die Welt regiert?

Dann würde ich den Termin absagen und vielleicht auch AktMobCmp beenden.

RMD

Gestiftet von Visual BrainDump (Christian Botta & Daniel Reinold). Zum Vergrößern aufs Bild klicken.