Roland Dürre
Samstag, der 20. Juli 2019

Nachtgedanken

 

„Denk ich an Europa in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht“

 

Unser neues Logo ist zumindest ansprechender als das Schwarz-Rot-Gold!?

Hier noch eine kleine Textarbeit, die vielleicht auch rätselhaft und enttäuscht klingt.

Aber die Dinge sind halt so wie sie sind, deshalb versuche ich meine Nachtgedanken ganz fröhlich zu formulieren.

Und hoffe, dass alles nicht so heiß gegessen wie gekocht wird.

Vorher verbeuge ich mich bei Heinrich Heine und zitiere Wikipedia:


Nachtgedanken ist das vierundzwanzigste und abschließende Gedicht aus Heinrich Heines 1844 erschienenem Zyklus Zeitgedichte. Der berühmte Eingangsvers

„Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um den Schlaf gebracht“

ist zu einem geflügelten Wort geworden.


Vor kurzem hatte ich  einen blöden Nachtgedanken. Es ging ums „alt werden“. So ganz jung bin ich ja nicht mir. So kam mir ein Gedanke ins Hirn, der mich nachdenklich machte:

Mein Alter hat auch einen Vorteil: Es wird immer unwahrscheinlicher, dass ich in meinem Leben in einem Krieg dienen muss.

Dieser Gedanke war mir sehr unangenehm. Denn er läßt einen Krieg wieder als reale Option zu. Das schien für uns ja irgendwie vorbei zu sein. Aber ist dem nicht wirklich so?
Mir erscheint Krieg so als das allerschlimmste, was ich mir vorstellen kann. Und da jetzt auch die Frauen zu Soldatinnen werden, hoffe ich, dass zumindest die Greise sich nicht an den kriegerischen Handlungen beteiligen müssen, also heißt nur als Kollateralschäden vernichtet werden

Schauen wir uns die aktuelle politische Situation an:

Vor kurzem wurde die Deutsche Verteidigungsmininsterin Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt. Obwohl die Bürger der EU kurz vorher zwischen ganz anderen Kandidaten abgestimmt hatten. Die den Herrschenden in den nationalen Staaten Europas aber offensichtlich nicht gepasst haben.

Die neue EU-Kommissionspräsidentin wird auch als die wichtigste Frau Europas und als „Kanzlerin Europas“ bezeichnet. Sie hat sich als „glühende Europäerin“ geoutet, was ich nüchtern als „europäische Nationalistin“ bezeichnen würde. Und Nationalisten mag ich nicht, auch keine Europäischen oder anderer Kontinente.

„Vive l’Europe!“ finde ich genauso schlimm wie „Vive l’Afrique!“ – und ich mag keinen interkontinentalen Nationalismus wie Europa gegen Asien oder Afrika. Wir brauchen Frieden und müssen unseren Planeten retten – oder gemeinsam neue Planeten suchen. Dabei stehe ich persönlich der zweiten Variante sehr skeptisch gegenüber – aber mir gefällt es immer noch besser, unsere knappen Ressourcen in die Raumfahrt zu stecken als in Kriege oder durch Aufrüstung zum Zwecke der Kriegsvermeidung zu verpulvern.

Wahrscheinlich wurde von der Leyen auch von den Nationalisten Europas gewählt, die ja als Feinde Europas gelten. Zumindest behaupten die das. Es ist schon eigenartig: Die Rechten soll man nicht wählen, weil sie so nationalistisch sind. Aber man kann sich sehr wohl von ihnen wählen lassen.

Nur das weiß man gar nicht. Vielleicht lügen die Rechten – das wird ihnen eh gerne unterstellt und sie haben von der Leyen gar nicht gewählt. Denn die Wahl erfolgte im Geheimen. Was ich auch nicht verstehe. Als Bürger und Demokrat will ich doch wissen, wen der von mir gewählte Abgeordnete gewählt hat. Das würde ich gerne irgendwo abgesichert nach schauen können. Spätestens zur nächsten Europa-Wahl.

Auch als Europa-Abgeordneter würde ich gerne offiziell einsehen können, wer meine Stimme bekommen hat. Ob sie nicht bei jemanden gelandet ist, für den ich gar nicht gestimmt hatte?

Geheime Wahlen haben den Nachteil, dass sie leichter zu manipulieren sind als transparente. Im Vorfeld der Wahl wurde massiv betont, welcher Schaden Europa (der EU) entstehen würde, wenn die Kandidatin nicht gewählt werden würde! So ist doch nur zu leicht denkbar, dass ein ein ethisch denkender Mensch nach verantwortungsvoller Güterabwägung sich für Europa geopfert hat und für die gute Sache ein paar Stimmen verschoben hat. Ähnlich wie die Versuch, den Tyrannen zu morden, der sich ja gerade jährt und feierlich zelebriert wird. Eine „Wahlkorrektur“ als ein Akt besonderer Zivilcourage, um einen Kontinent zu retten – das würde doch auch als Heldentat durchgehen.

Frau von der Leyen hat sich dann auch gleich in ihrer Antrittsrede bei den Menschen bedankt, die für sie gestimmt haben. Mit „Nobody is perfect“ hat sie die Verstöße gegen Menschenrechte und vertragliche Vereinbarungen von EU-Mitgliedsstaaten verniedlicht. Ist doch alles nicht so schlimm. Und hat sich auch dafür eingesetzt, Fehlverhalten auf keinen Fall zu ahnden, zumindest nicht mit den vereinbarten finanziellen Strafen. So eine Art Generalamnestie zum Amtsantritt. Spricht doch für ein gesundes Selbstverständnis.

Ich finde ja auch, dass kein Land in der EU perfekt ist. Deutschland erst recht nicht. Allein, wenn ich mir anschaue, wie wir mit EU-Regelungen umspringen. Und mit anderen EU-Staaten umspringen. Oder für mich ganz schlimm: Wieviel Waffen wir herstellen und in der Welt verteilen. Ist doch auch so eine Art Verbrechen gegen Menschlichkeit.

Und die neue Kanzlerin Europas vesteht auch unseren starken Verbündeten Frankreich und will deshalb das Projekt der Europäischen Armee voran bringen. Ich bin ja ein wenig älter als Frau von der Leyen und war als junger Mensch in den 60iger Jahren viel in Frankreich. Und habe erlebt, wie schwer es für die Franzosen ihren Status als kolonialer Verlierer zu verkraften. So habe ich auch Mitgefühl entwickelt mit der „Grande Nation„, die ihre Rolle als ehemalige Weltmacht total verloren hatte.

Die neue Regierung will Frankreich wieder zur Weltmacht machen und sich weiter an Atomwaffen und Flugzeugträgern erfreuen. Dass muss man doch verstehen! Da dies alleine wohl nicht mehr geht, versucht sie es halt gemeinsam mit dem ehemaligen Erbfeind Deutschland als neuen Verbündeten – und sicherheitshalber unter der Fahne der europäischen Nation.

Und, dass die Menschen in Frankreich selbst gar nicht mehr die Grande Nation sein wollen, muss man auch nicht so ernst nehmen. Und dass die jungen Deutschen auch keine Lust mehr auf Miltitär haben, muss man auch nicht so ernst nehmen. Vor kurzem habe ich bei einer Veranstaltung der Bundeswehr, dass Uniformen leider nicht mehr so beliebt wären, weil die zivile Gesellschaft so „gewalt-aversal“ geworden wäre. Und ich dachte immer, dass es unser gemeinsames gesellschaftliches Ziel unserer Zivilisation ist, die Gewalt zu reduzieren? Siehe Gewaltmonopol etc.

Jetzt könnte man sich fragen, wen die neue Europäische Armee bekämpfen will und soll? Ich hoffe doch, dass es nicht mehr die Russen sind. Gleichwohl, die Barbara fand Sibirien auf unserer Reise mit dem Zug nach Peking sehr schön. Dort soll es auch viele Bodenschätze geben – und vielleicht schaffen ja AM und EM gemeinsam das, woran Napoleon und Hitler alleine gescheitert sind.

Vielleicht muss sich Europa mit seiner neuen Armee dann auch gegen den kranken Mann am Bosporus oder die bösen Islamisten mit einer mächtigen Armee verteidigen? Und die Migrantenwellen abwehren, die aus Afrika auf uns zu rollen werden?

Denn gegen Klimakatastrophe und Vermüllung und Zerstörung unseres Planeten wird man so eine Armee schwerlich einsetzen können. Im Gegenteil, Armeen werden diese Prozesse beschleunigen und verstärken.

Wenn ich jetzt noch hinzufüge, dass ich an einem dieser schwarzen Tage der jüngeren Vergangenheit abends nichts Böses denkend schlafen gegangen bin. Und wie ich morgens aufwache, erfahre ich, dass wir eine neue Verteidigungsministerin in Deutschland haben.

 

Das wäre mein neues Logo für Europa. Kommt dann auf die Panzer und Bomber.

Das ist die Frau AKK, die noch vor wenigen Wochen laut darüber schwadroniert hat, dass man auch über Tabus wie die rasche Wiedereinsetzung der ja nur ausgesetzten Wehrpflicht nach denken müsse – diesmal wohl in der gerechten Variante für alle Geschlechter.

Und dann bitte ich meine Freunde doch zu verstehen, warum ich auf so schlechte Nachtgedanken komme. Und dass ich der Meinung bin, dass die Richtung zurzeit aber auch so gar nicht stimmt.

Aber ich weiß ja, dass eh alles anders kommt als man denkt und bleibe so ganz ruhig und gelassen. Und mache gute Miene zum bösen Spiel.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 29. Mai 2019

Quo vadis – Germania?

Der „Koch“ Roland (@RolandDuerre):
In Freiheit in Griechenland im Zelt.

Der „Youtuber“ Rezo (Twitterkennung @rezomusik) hat ein Video ins Netz gestellt, in dem das Versagen der CDU – aber eigentlich das der bürgerlichen Parteien, die die letzten Jahrzehnte in der BRD die Politik bestimmt haben – beschrieben und die Inkompetenz unserer „politischen Elite“ deutlich aufgezeigt wurde.

Der Mensch mit dem Künstlernamen Rezo ist ein Unternehmer, der mit seinen bald 27 Jahren auch gar nicht mehr so ganz jung ist. Er hat Informatik studiert (mit Abschluß Master in Dortmund) und verdient sein Geld mit der Herstellung von Videos. Videos veröffentlicht man nun mal unter anderem auch in Youtube. Und schon ist man ein „Youtuber“.

Ich biete auch 103 Videos in meinem Channel rolandduerre zum Anschauen an und meine, dass da einiges an wirklich Sehenswertem dabei ist. Wenn ich nur an die Videos mit Rupert Lay denke. Deswegen bin ich aber kein „Youtuber“, so wie ich auch nicht der „Blogger“ Roland Dürre bin, nur weil ich ab und zu hier in IF-Blog.de meine Gedanken aufschreibe. Nein, zuerst mal bin ich Mensch, der früher sein Einkommen als Unternehmer erwirtschaftete und es sich jetzt als Privatier gut gehen lässt.

Jetzt macht aber gerade die CDU viel Wirbel um das berühmte „Rezo-Video“ und möchte am liebsten das Internet noch strenger zensieren, als es eh schon wird. Dabei sind die Aussagen von Rezo mehr als gerechtfertigt. Sie haben nur einen Mangel, sie sind nicht vollständig – aber wie könnten sie das bei diesem schier unendlichem Ausmaß an Versagen auch sein?

Es vergeht kein Tag, in dem ich nicht mit den Folgen des Wirkens von CDU&Co konfrontiert werde. Und ich wundere mich (und bedaure dies), dass bei der Europa-Wahl so viele Menschen immer noch CDU gewählt haben.

Der letzte Beleg ist von heute Morgen. Da höre ich um 7:00 die Nachrichten im 2. Programm des bayerischen Rundfunks. Und erfahre, dass die beliebtesten Länder , in denen „high potentials“ gerne arbeiten wollen, aktuell Australien, Schweden, Schweiz sind. Und unser SCHLAND erst auf Platz 12 käme.

Hier der Nachrichtentext im Original:


Berlin: Deutschland ist für hoch qualifizierte Kräfte aus dem Ausland nicht die erste Adresse (D im zweistelligen Bereich). Das zeigt eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD, die heute (29. Mai) in Berlin vorgestellt wird. Darin stellen die Autoren fest, dass Deutschland in der Rangfolge der attraktivsten Standorte für Fachkräfte mit Master-Abschluss oder Doktortitel nur den zwölften Platz belegt. Auf dem ersten Platz sehen die Forscher Australien, gefolgt von Schweden und der Schweiz. Untersucht wurden zum Beispiel die Qualität der beruflichen Chancen sowie Einkommen und Steuern.


Ich kenne andere Studien, die bestätigen, dass Deutschland auch bei Handwerkern und Facharbeiter immer unbeliebter wird. Handwerker und Facharbeiter sind für mich genauso wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger als Akademiker.

Wenn das kein Versagen der Deutschen Politik ist! Und zwar ein folgenreiches Versagen! Denn der naheliegende Schluß, dass wenn die guten Leute nicht mehr nach Deutschland wollen, Deutschland eher keine so gute Zukunft haben wird, erscheint mir valide.

Besonders wundere ich mich, wenn ich die drei Länder an der Spitze betrachte.

Australien?
Bei Australien fällt mir ein, dass es am Ende der Welt liegt. In der Nähe gibt es Neuseeland und ein paar Südsee-Inseln. Ansonsten bin ich dort völlig aus der Welt? Das ist für mich nicht attraktiv. Man muss immer 10 Stunden fliegen, wenn ich etwas anderes sehen will. Das geht doch heute schon gar nicht mehr.

Wirtschaftlich lebt Australien fast ausschließlich vom Export seiner Kohle. Die wohl die hochwertigste der Welt ist. Ohne diese Einnahmequelle wäre das Land pleite.

Dass muss man sich mal vorstellen. Die beste Kohle der Welt wird ohne Rücksicht auf Umwelt abgebaut, dann zu den Häfen geschafft und mit großen Schiffen um die Weltkugel gefahren. Dann wird sie umgeladen und mit kleineren Schiffen oder langen Güterzügen weiter transportiert. Nur um dann verbrannt zu werden, damit man genug Strom hat um Alu-Dosen produzieren kann. Diese werden dann mit lokalem Bier gefüllt und wieder nach Australien verbracht. Ein Wahnsinn …

Das Gebot der Stunde ist, die Verstromung von Kohle sofort einzustellen. Für Australien geht das natürlich nicht. Weil, wenn Australien keine Kohle mehr exportieren würde, es sofort in eine totale Wirtschaftskrise stürzen würde …

So verstehe ich, dass sie gute Leute brauchen. Für den Fall des Falles.

Schweden?
Von Schweden höre ich viel Gutes. Es gibt tolle Bemühungen, z.B. schätze ich die Vison Zero sehr. Da geht es um den Anspruch, die Anzahl der Verkehrstoten auf NULL zu bringen.

Ich kenne aber eine ganze Reihe von Krimi-Autoren, die Schweden als ein korruptes Land im Niedergang beschreiben. Das ist sicher keine gute Reklame für das skandinavische Musterland.

Mich selber würden „keine zehn Pferde“ nach Schweden bringen, Nicht wegen den depressiven Krimis. Sonden einfach wegen der langen und finsteren Winter. Was für ein Standortnachteil.

Schweiz?
Die Schweiz kenne ich gut, auch ihre „bürgerliche“ Seite. Obwohl mir diese nicht immer so gefällt, empfinde ich die Schweiz als attraktives Land. Besonders auch wegen ihrer demokratischen Struktur.

Der Hauptnachteil der Schweiz ist für mich, dass sie mir noch teuerer erscheint als meine Heimat München. Dass man in diesem Land gerne lebt und arbeitet verstehe ich. Dann kann man es sich auch besser leisten. Für einen Privatier ist das nicht so einfach. Also: wenn ich noch mal jung wäre, dann würde ich es mir sehr ernsthaft überlegen, auszuwandern.

Gemeinsames

Jetzt betrachten wir aber, was die drei Länder gemeinsames haben? Ich meine, dass alle drei relativ autonom und vielleicht ganz wichtig, „kleine“ Volkswirtschaften sind. Und mein Glaube ist ja schon immer, dass kleine Systeme besser gesteuert werden könnne als große. Vielleicht stimmt das ja?

Vom Brutto-Sozial-Produkt dürften alle drei in der Klasse von Bayern liegen. Vielleicht ein Grund mehr, dass Bayern endlich aus der BRD austreten sollte. Alle drei Staaten haben eine starke eigene Kultur und Identität. Australien schon aufgrund seiner Abgeschiedenheit, Schweden immer noch als distanzierter EU-Partner und die Schweiz dank ihrer Neutralität. Und alle drei haben – allen Unkenrufen zum Trotz – eine eigene Währung. Anscheindend ist das gar nicht so schlecht.

So könnte man auf die Idee kommen, dass es kleine und selbstbestimmte Staaten leichter haben, Lebens-Qualität zu schaffen. Auch dies scheint mir plausibel.

Der negaitve Trend, der Deutschland ja in vielen Dimensionen bestätigt wird,  fällt nicht vom Himmel. Er ist natürlich wesentlich auf politisches Versagen zurück zu führen. Da hilft weder Selbstbeweihräucherung noch politische Ablenkung durch Beleidigen der Kritiker. Das sollten Damen und Herren auch von der CDU endlich mal verstehen.

Noch eine Anekdote:
Die InterFace AG hatte mal gemeinsam mit einem Partner-Unternehmen eine IT-Tochter in Indien. So hatte ich gelegentlich in Indien zu tun. Bei der Einreise wurde ich an den „immigration desks“  der Flughäfen Mumbais oder Neu-Dehlis in der Regel von sympathischen jungen Herren begrüßt, die sich gerne auf ein nettes Gespräch einließen. Da kam die Frage an mich, was ich denn so beruflich machen würde. Wenn ich mit „computer science“ und IT geantwortet habe, war das Erstaunen der indischen boys groß. In etwa so:

Habt Ihr in Germany wirklich so etwas wie Computer?

Das war dann auch unser Problem. Die besten InderInnen wollten nach USA oder Canada. Oder in die Länder, die man damals als „asiatische Tiger“ bezeichnete. Wenn es schon Europa sein sollte, dann war damals für den Inder nur noch England (GB) halbwegs interessant. Deutschland war die ganz schlechte Notlösung. Da gingen nur die zweitklassigen Leute hin, die woanders nicht genommen worden waren.  In der Hoffnung, es als Sprungbrett in ein anderes Land nutzen zu können.

Das ist jetzt schon ein paar Jährchen her und seither noch schlimmer geworden. Nur im Wirtschaftsministerium in Bayern wird mir eine ganz andere Welt berichtet. Die reden von KI und AI und rufen „Bayern first“. Das ist eigentlich nur lächerlich. Wenn es nicht so traurig wäre.

Heute spielt die Musik in China. Und Mr. Trump sorgt mit seinen dummen Aktionen – wie jetzt rund um Huawei – endgültig dafür, dass die Chinesen (notgedrungen) jetzt erst so richtig loslegen werden. So wird es zumindest in der Digitalisierung für den Rest der Welt so richtig schwierig werden. Auch für die USA. Und ganz besonders für die Nationalstaaten Europas, die sich in ihrer überregulierten Gemeinschaft EU mit Pipifax-Problemen lähmen …

Und die Digitalisierung betrifft ja alles – auch laut der Bayerischen Politik.

Was für ein politisches Versagen.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 17. Mai 2019

Owehoweh Huawei!?

Die Amerikaner machen mal wieder großen Druck! Und wollen alle Länder abstrafen, die Ihre Kommunikationsnetze auf Technologie von Huawei aufbauen.

Es geht vordergründig um die backdoors, die das chinesische Unternehmen Huawei in seine Technologien eingebaut haben soll. Um die Welt auszuspionieren. Eine Vermutung, die nahe liegt, aber noch nicht bewiesen wurde.

Huawei hat zurzeit 180.000 Mitarbeiter und ist im Besitz der Mitarbeiter. Das hat mich bei einem chinesischen Weltkonzern überrascht.

Huawei bietet eine Vielzahl von Produkten im Endgeräte-Bereich an, aber auch industrielle Produkte im Bereich der 5G-Netz-Technologien. Diese sind wichtig für den Ausbau unserer mobilen Kommunikation. Mehrere „deutsche “ Telekommunikation-Anbieter sind wohl schon Kunde von Huawei.

Das genau stört die USA. Jetzt droht die USA ihren „Verbündeten“, dass sie beim Einsatz der Technologien von Huawei mit Sanktionen zu rechnen haben.

Wer aber sind die Konkurrenten für Huawei, bei denen wir die für uns wichtige Technologie 5G kaufen können? Ich bin da nicht mehr so informiert wie früher, da mich Technik nicht mehr so interessiert.

In „Europa“ könnten es Unternehmen wie Ericsson und Nokia sein. Ob man die technologisch noch ernst nehmen kann, weiß ich nicht. Im befreundeten Korea gibt es noch Samsung.

Wahrscheinlich ist aber neben weiteren chinesischen Unternehmen Cisco der wichtigste Konkurrent von Huawei?. Cisco Systems ist ein Unternehmen, dessen Software und Geräte schon seit Jahrzehnten wegen vieler „backdoors“ in der Kritik stehen. Hihihi. Aber das sind ja amerikanische und somit gute „backdoors“.

Wer sich übrigens über „backdoors“ informieren will, der findet im Blog vom FEFE Infos und Anker zu einschlägigen Artikeln zum Thema. Oder einfach mal „googlen“.

Die Welt hat sich verändert. Früher war Siemens der globale Marktführer im Bereich „Kommunikation“. Jetzt schreiben unsere „amerikanischen Freunde“ uns vor, welche Technik wir nutzen sollen. Die Technologie beherrschen wir in Deutschland nicht mehr.

Siemens hatte bestimmt auch „backdoors“ in seiner Software. Weil man diese einfach zu Wartungszwecken braucht. So richtig als Daten-Lieferant für Geheimdienste kann ich mir aber das damalige Siemens nicht vorstellen.

Vielleicht hat Siemens auch deshalb den Markt komplett verloren, weil sie niemandem beim ausspionieren geholfen haben? Und es war gar nicht die „Unfähigkeit des Managements“? Wer kann das schon wissen?

Überwacht werden wir sowieso. Die Frage ist nur wie und von wem.

Brave new world. 

RMD

P.S.
Diesen Artikel habe ich schon vor ein paar Tagen geschrieben und heute aus aktuellem Anlass veröffentlicht.

Roland Dürre
Donnerstag, der 16. Mai 2019

Angst vor der Seidenstraße?

Es geht ein Jammern durch Europa:
Hilfe, die Chinesen kommen!

Und gerade unsere bürgerlichen Parteien stimmen laut ein in den Chor der Warner!

Das Netz der antiken Seidenstraße und daran angeschlossene Handelsrouten (Bild aus Wikipedia).

Was ist der Grund? Die Chinesen investieren weltweit in Infrastruktur. Sie kaufen und erneuern weltweit Infrastruktur für Transport und Logistik. Eigentlich alles, was dem globalen Handel nutzt.

Was ist das so schlimm daran?

Eigentlich ist Europa – und da mit großem Abstand Deutschland – der große Gewinner des globalen Handels. Und was unterstützt Handel besser als stabile und sichere Transportwege?

Die neue „Seidenstraße“ ist doch keine Einbahnstraße!

Und ich kenne keinen Kapitän, der sein Frachtschiff gerne leer nach Hause fährt. Auch die Reedereiern mögen das nicht. Eigentlich müssten wir Deutsche jubeln, dass die Chinesen die Voraussetzungen schaffen, dass wir weiter Waren exportieren können. Auch weil der ehemalige Weltpolizist USA immer unberechenbarer wird.

Ich vermute, dass wir Angst haben, bald nicht mehr konkurrenzfähig zu sein. Und ich fürchte, das zurecht. Weil wir die falschen Produkte haben und technologisch im Schnitt immer mehr zurückfallen. Weil wir satt sind, Veränderung nicht verstehen und wenn dann sowieso ablehnen. Und weiter alles daran setzen, uns im Kleinen wie im Großen zu Tode zu regulieren.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 13. April 2019

Politik zum Jammern!

Es ist zum Haare ausraufen.

Werden wir es schaffen ???!!!

Die Politik befasst sich (erfolgreich) nur noch mit Dingen, die dem Machterhalt der herrschenden Klasse dienen. Das letzte Beispiel war die Gefährdung wenn nicht gar Zerstörung des Internets durch die „Urheberrechtsreform“. Sie konzentriert sich auf die Wahrung des Besitzstandes der herrschenden Klasse. Wie alle Politik in der „BRD“.

Wäre es nicht wichtiger, den Planeten zu retten?

Die wichtigen Themen wie die Sanierung des Planeten überlässt die Politik der Strasse. Und ignoriert das Problem, weil sie im Denken des letzten Jahrhunderts gefangen ist. Ihre Werte sind „Wachstum und Wohlstand über alles – auch der Welt“ und „Besitzstandwahrung als das deutsche Grundrecht“.

Weise weisse Kinder sollen den Mund halten und die Zerstörung des Planeten den Profis überlassen.

Wenn die Kinder mutig für eine neue Welt streiken – dann erfrechen sich die alten weißen Männer auch noch, diese barsch aufzuforden, den Mund zu halten und dieses Thema „doch bitte den Profis zu überlassen“. Also genau denen, die es seit mindestens 50 Jahren besser wissen sollten und aus Egoismus ignoriert haben. So abgedroschen dies sein mag, so traurig ist das alles.

Lobby-Control und Reduktion der Anzahl der Abgeordneten im Bundestags scheitern.

Die Politik versagt aber auch bei „kleinen“ aber wichtigen Aufgaben, besonders wenn sie am traditionellem Denken und an alten Strukturen rüttelt. So wurde das Lobby-Register sabotiert und dringend notwendige Veränderungen wie z.B. die Reduktion der ausufernden Anzahl von Bundestagsabgeordneten von der Tagesordnung  – „weil unlösbar“ – gestrichen. Auch die Definition von Regeln wie man E-Roller sinnvoll in den Verkehr integriert, ist so schwierig. Und wird den Bußgeld- und Straftaten-Katalog bestimmt wieder kräftig erweitern. Damit die Schwarzfahrer nicht mehr so allein in ihren Zellen sitzen.

Enteignung ist bei uns ein legitimes Mittel der Politik.

Enteignung wird wie selbstverständlich genutzt, wenn es um die Interessen der Großen oder behelfsweise der Allgemeinheit geht. Die Logik dahinter ist: Arbeitsplätze sind immer im Interesse der Allgemeinheit. Ganz gleich, ob es in der Rüstung, um die Produktion von Flugzeugen geht oder den Braunkohle-Tagabbau durchsetzt.

Diese Arbeitsplätze sind aber nur dann heilig, wenn sie Profit bringen. Wenn nicht, dann kommen die auch heute noch ganz schnell in die Slowakei (wie jetzt wieder in Augsburg).

G MAFIA enteignen? Gerne.

Will man Konzerne enteignen, dann gibt es zustimmendes Gemurmel beim CDU-Abgeordneten, insofern es gegen das moderne Feindbild G MAFIA geht. Die „digitalen“ Konzerne der G MAFIA sind Google, Microsoft, Apple, Facebook, IBM und Amazon.

Wobei da auch bei letzterem (Amazon) so mancher Konsum-Abgeordneter zurückzieht. Weil wer soll uns dann unsere vielen Päckchen bringen, die wir als Konsumisten unbedingt innerhalb 24 Stunden brauchen? Das berühmte internationale Logistik-Unternehmen DB (Deutsche Bahn) wird das trotz seines teueren schlanken Logos garantiert nicht schnell und pünktlich schaffen.

Immobilien Konzerne enteignen? Auf keinen Fall!

Wenn wir aber über die „Enteignung“ von Immobilien-Konzernen nur gesprochen wird, die Hunderttausende von Immobilien „der öffentlichen Hand“ systematisch über ihre Lobbyisten abgeschwindelt haben, dann geht ein Schrei des Entsetzen besonders durch die „christlichen Parteien“. Das sind die, die schon im Namen und in der Abkürzung fremdes Urheberrecht nutzen. Denn der Trump, das klammheimliche Idol der Konservativen (Bayern First), ist doch auch durch seine Immobilien-Spekulationen zum Milliardär, Volksheld und US-Präsident geworden. Wie kann man solche Immobilienspekulanten enteignen wollen? Wahrscheinlich ist das auch gegen den gesunden Menschenverstand? Wie soll man denn bei einer „Enteignung“ die Zwischen-durch-Eigentümer für die gewaltige Wertsteigerung der von der öffentlichen Hand günstig erworbenen Immobilien entschädigen? Gar nicht? Das geht doch nicht. Und anders wird es doch viel zu teuer.

„Transgender-Toiletten“ sind wichtiger als „Lobby-Control“.

Die wichtigen Themen aktuell und der letzten Monate bei uns sind „Zwangsimpfen“ und „Organentnahme als Default“. Und „Werbeverbote für Abtreibungen“. Getoppt wurde das ganze durch „Transgender-Toiletten“. Haben wir keine anderen Probleme?

Der MIV (Motorisierte Individual Verkehr) regiert die Welt.

Autos gehen vor Menschen. Seit Jahrzehnten. Ich verstehe das schon lange nicht mehr. Für mich heißt „individuell“ in der Mobilität, dass ich mich aktiv bewege (zu Fuß oder mit dem Fahrrad). Auch befördere ich mein Individuum gerne mit Bahn und Bus. Aber dass mein Individuum einer mächtigen, gefährlichen und tonnenschweren Maschine in einem komplexen System Verkehr mit seinen chaotischen Verhältnissen „dienen“ soll und ich so zum omnipotenten Bediener werde und mit der Maschine mein scheinbar jetzt omnipotentes Ego pflegen soll, das verstehe ich nicht.

Betrachten wir den notwendigen Wandel bei der Mobilität.

Urbane Gesellschaft (smart city) und das Automobil passen nicht zusammen.

Autos stinken und vernichten Menschen. Sie machen Lärm und das Leben unwürdig. Trotzdem gilt weiter „Freie Fahrt für freie Bürger“ und „Platz fürs Auto“. Und das Tempo-Limit ist und bleibt ein „NOGO“. Weil es gegen den gesunden Menschenverstand ist (auch schon ganz schön abgedroschen).

Fliegen und Schiff-Fahren ist eine unserer angenehmen aber unsäglichen Gepflogenheiten.

Beides zerstört unseren Planeten in ganz besonderem Maß. Ganz gleich ob es nur für den eigenen Spaß oder für die heilige Globalisierung stattfindet.

Ohne Fliegen und Welthandel gehen Globalisierung und Welthandel nicht.

Wir müssen beides reduzieren. Und vielleicht auch weniger global denken. „All business is local“ heißt es. Das sollte auch für die Politik gelten. Dann brauchen wir auch keine Armee für die Welt und müssten hierzulande keine Minen für den Weltfrieden produzieren und exportieren.
Und dass bei uns der Fleisch-Konsum fällt, der Export desselbigen jedoch explodiert ist doch auch nicht normal.

Wenn ziemlich viele Boeing-Maschinen auf dem Boden bleiben müssen, weil sie dem Profit geschuldet unteroptimale Fluggeräte sind, merkt man dies am Flugangebot gar nicht. Weil wir viele Flieger haben, die in der Wüste stehen und darauf warten, endlich mal wieder fliegen zu dürfen.

Wenn man halbwegs gerade ausdenkt, müsste uns klar sein, dass die Flugzeugindustrie nicht auf alle Ewigkeit soviel Flieger bauen kann, wie sie heute ausstößt. Man müsste  sich darauf einstellen und planen, weniger Flugzeuge herzustellen.

Weil wir das nicht wollen, subventionieren wir am Flughafen München das eh schon steuerfreie Kerosin. Und fliegen auch innerhalb Deutschlands immer mehr.

So steigt der Kurs von Airbus. Wie immer noch bei den Automobil-Konzernen.

Weil auch hier weiter das Diktat des Wachstums gilt. Auch wenn Millionen neue Autos auf Parkplätzen stehen. Und unsere Arbeitsplätze immer ein heiliges Killer-Argument sind. Obwohl wir auch hier gelernt haben, dass der Wandel nicht aufzuhalten ist. Wieviel Branchen sind aus Deutschland verschwunden? Innovation ist und bleibt „kreative Zerstörung“.

Unsere Demokratie ist zerstört.

Die Suche nach der Ursache für die Zerstörung der Demokratie ist überfällig. Wir müssen sie dringend reformieren. Da fällt mir auch einiges dazu ein. Aber auchd as stört die Besitzstandswahrung und ist so „politisch unkorrekt“. Weil es die bestehende Machtverhältnisse in Frage stellt.

Ein Symptom für die Vernichtung von Demokratie fällt mir aber ein. Es heißt Grindel. Er steht für mich für die aktuelle Generation nicht nur von CDU-Abgeordneten. Mit CDU zum ZDF und in den Bundestag der BRD – dann an die Spitze des DFB. Da kann man sich auch Fragen, wie kann der DFB so blöd sein, einen CDU-Bundestagsabgeordneten an seine Spitze zu wähen? Was in einem solchen Fall passiert, ist doch absehbar.

Wieso haben die mir besonders unsympathischen Parteien eigentlich eine Abkürzung, die aus drei Buchstaben besteht (CDU, CSU, SPD, FDP …)? Mag ich deshalb keine Abkürzungen aus drei Buchstaben mehr? Die Systemagenten aus Politik und Wirtschaft sind mir schon lange suspekt und unangenehm.

Ich vermute, dass das soziale Umfeld in den Parteien die Menschen verdirbt. Gerade die Drei-Buchstaben-Parteien ziehen nur noch eine besondere Art von Menschen an. Dort wird man nur noch Mitglied, weil man sich von der Mitgliedschaft persönliche Vorteile erhofft. Und im Kampf an die Spitze der Partei wird muss man man zum A……..-Methoden behrrschen.

Die Grindelisierung der Politiker.

So scheint mir die Meta-Ursache für unsere Dilemma in der Politik klar:
Das System der „Oligarchie der Parteien“ im Verband mit dem „Diktat der Konzerne“ hat bewirkt, dass die Politik von den Menschen betrieben wird, die eine negative Selektion (Auswahl) der Gesellschaft sind und zusätzlich noch negativ sozialisiert worden sind. Der lange Weg vom Eintritt in die Jugendorganisation an die Parteispitze und in den Bundestag gelingt erfolgreich nur mit eigenartigen und mir sehr unsympathischen Methoden. Und das prägt.

RMD

P.S.
Diesen Artikel habe ich für meine Enkel geschrieben. Damit sie mal wissen, dass es auch alte weiße Männer gab, die gegen den Quatsch waren, den alte weiße Männer gemacht haben.

Roland Dürre
Mittwoch, der 3. April 2019

Des Ketzers zynischer Reigen durch Gesellschaft und Politik.

Zurzeit radel ich mit Barbara durch den Piemont. Es ist der reine Genuss. Frühling, Bewegung, eine wunderbare Landschaft, großartiges Essen, alles wie im Traum. So kann ich mit Abstand und in Ruhe nachdenken, was mich in letzter Zeit so unter anderem betrübt hat. Dabei ist der folgende Reigen entstanden.

Vor dem Lesen bitte ich zu bedenken, dass Gedanken frei sind. So auch Gedankenexperimente.


Fangen wir mit einem hässlichen Spruch aus der Nazizeit an. Damals haben die Herren des dritten Reiches den Spruch „Arbeit macht frei“ über die Eingangstore mancher KZ’s gemeißelt. Gegen Menschen und Gruppen, die aus nicht beliebt waren, wurde systematisch der Hass geschürt. Diese Menschen wurden von der Obrigkeit – einvernehmlich mit den Untergebenen – misshandelt und industriell gemordet. Wir haben das Geschehene zu Recht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gebrandmarkt. Arbeit macht frei – das war damals schlimmster Zynismus.

Heute gilt „Geld macht frei“. Da für die meisten Menschen der Arbeitsplatz die Voraussetzung für ein Einkommen ist, gilt – und das meine ich keinesfalls zynisch – „Arbeitsplatz macht frei“. Denn nur wenn Du einen ordentlich bezahlten Arbeitsplatz hast bist Du ein anerkannter Teil der bürgerlichen Gesellschaft. Daran hängt alles.

Wenn Dein Arbeitsplatz nicht so gut bezahlt ist, dann macht das nichts – dann musst Du Dir halt mehrere davon besorgen. Das geht auch. Du bleibst Teil der Gesellschaft. Wenn Du über zu wenig Einkommen aus Arbeit verfügst, dann wirst Du auch ausgestoßen. Es sei denn, Du verfügst über genug anderes Einkommen, weil Du z.B. ein reicher Erbe bist. Mit genug Geld bist Du auch ohne Arbeitsplatz ein angesehener Bürger. Weil gut bezahlte Arbeitsplätze weniger werden dürften, fordern manche Soziologen ein BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen). Damit sollen Menschen ein wenig „freier“, vor allem aber die Konsum-Gesellschaft abgesichert werden.

Die bestbezahlten Arbeitsplätze gibt es in den HORG (Hierarchische ORGanisation). Besonders wenn tariflich stabilisiert und geschützt kann man da in einem goldenen Käfig leben. Wenn Du da nicht in einer HORG arbeiten willst (so wie ich), dann hast Du zwei Möglichkeiten. Du kannst Taglöhner (Tagelöhner) werden oder Unternehmer.

Taglöhner können abhängig, von dem was sie verkaufen können, sehr gut oder auch sehr schlecht verdienen. Wohlklingender werden sie „Freiberufler“ genannt (obwohl sie alles andere als frei sind) und häufig als „Scheinselbstständige“ verfolgt.

Unternehmer zu werden, ist riskant, das kann schiefgehen (wie alles im Leben). Nur dass dann oft nicht nur das Einkommen sondern auch „Omas Häuschen“ weg ist.

Das hat auch der VW-Vorstand Herbert Diess erkannt, obwohl er gar kein Unternehmer sondern eher so eine Art Systemagent der Oberklasse ist. Treffend hat er festgestellt „EBIT macht frei“ – und sich dann gewundert, dass er ob dieses Spruchs heftig kritisiert wurde (wegen des geschichtlichen Zusammenhanges, immerhin hatte VW im dritten Reich ziemlich viel Zwangsarbeiter). Als braver in München geborener Österreicher hat er sich  später wegen seiner „unglücklichen  Wortwahl“ entschuldigt.

Dabei hatte er absolut Recht, denn dem Unternehmer geht es gleich viel besser, wenn  „sein Unternehmen“  jedes Jahr zuverlässig einen schönen EBIT schafft. Leute, glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede.

Das wissen übrigens nicht nur ich und die Vorstände der Autoindustrie – auch in den Pharma-Industrie hat sich das herumgesprochen. Jetzt hat man in der Pharmabranche nicht jedes Jahr ein Produkt wie „Tamiflu“, dass den EBIT allein schon sichert. Auch die Zeit der Blockbuster ist vorbei und ganz allgemein wird das Geschäft der chemischen Gesundheits-Industrie immer schwieriger.

Deswegen tut es gut, wenn Google- und Facebook z.B die Impfgegner von ihren Seiten verbannen. Denn gerade Zwangsimpfungen sind natürlich gute Heilmittel für den EBIT der Hersteller. Und auch die Bundesregierung sich ein Gesetz überlegt, dass die Möglichkeit schafft, Impfungen als allgemeinen Zwang vorzusehen. Wegen den Masern.

Wenn wir schon beim Zwang sind:
Gesellschaftlich sinnvoll bräuchte man gerade im medizinischen Sektor viel mehr Zwangsmaßnahmen. Mir fällt da sofort der Aids-Test ein. Warum muss eigentlich nicht jeder Mensch regelmäßig einen solchen Test machen. Damit er es weiß, wenn er Aids hat und sich verantwortliche verhält. Eine Transparenz im Kampf gegen die Seuche wäre doch auf jeden Fall sinnvoll. Und dem EBIT des Herstellers des Tests täte so ein Gesetz auch gut?

Oder genauso wichtig:
Jeder weiß, dass unser Planet ein großes Problem hat. Er leitet unter zu viel Menschen. Müsste man nicht der Überbevölkerung dringend begegnen? Böte sich da nicht eine Zwangsverhütung an?

So könnten die Regeln aussehen:
Jede Frau hat dafür zu sorgen, dass sie keine (unerlaubten) Kinder bekommen kann. Sei es mit einem der bekannten Verhütungsmittel oder durch Nachweis, dass sie in einer monogamen Beziehung mit einem sterilisierten Mann lebt. Bei Verdacht einer Schwangerschaft ist die Pille danach zu nehmen. Ist die Schwangerschaft bestätigt muss sofort abgetrieben werden. Ein medizinisch ganz einfacher und harmloser Eingriff, den in Deutschland geschätzt jede vierte Frau ein- oder mehrmals durchgeführt hat.

Ausnahmen wären „beantragte und genehmigte“ Kinder. Die Genehmigung muss schon vor der Zeugung eingeholt werden. Sie wird nur erteilt, wenn das Paar (gleich ob hetero- oder homosexuell) belegen kann, dass es dem Kind eine gute soziale Prognose bieten kann? Brave new world lässt grüssen.

Da hat die Bundesregierung noch viel zu tun. China hat das schon hinter sich, denn China musste mit einer bedrohlichen Bevölkerungsexplosion fertig werden. In Indien war das auch ein Thema, da gab es Radioempfänger als Belohnung für eine Sterilisation. Das hat aber nicht so gut funktioniert.

Die Chinesen sind allgemein schon wieder einen Schritt weiter.
China vergibt jetzt social credits an seine Bürger. Negative wie positive, die dann saldiert werden. Der Traum von einem System der „angemessenen Gerechtigkeit“ soll umgesetzt werden, in dem soziales Wohlverhalten belohnt und Fehlverhalten bestraft wird.

Dank „Digitalisierung“ wird ganz einfach.
Fährt einer z.B. öfters mit der U-Bahn schwarz, dann gibt es Strafpunkte. Genauso wie wenn er bei rot über die Ampel geht, sein Auto falsch parkt oder er damit zu schnell fährt. Wenn er einen gewissen negativen Punkte-Stand erreicht, dann wird er aus der gesellschaftlichen Gemeinschaft differenziert ausgeschlossen.

Ist das nicht besser als bei uns?
Hierzulande ist das Schwarzfahren eine Straftat, so landet der Schwarzfahrer früher oder später im Gefängnis. Da das Schwarzparken nur eine Ordnungswidrigkeit ist, kann der Autofahrer das für sein Kavaliersdelikt erhaltene Ticket bedenkenlos auf dem Trottoir entsorgen, ohne ins Gefängnis zu müssen? Angemessene Gerechtigkeit?

In China gibt es ganz viele Reiche und Superreiche – und viele Arme. Bei uns ist die Polarisierung von arm und reich noch nicht ganz so krass.

Das könnte sich bald ändern.
Denn nicht nur in Deutschland heißt gefühlt der 1. Artikel im  Grundgesetz: „Die Wahrung des Besitzstandes ist oberste Priorität!“  Das ist der leitende Wert der Mehrheit der Menschen im Denken und Handeln.

Besitzstandswahrung ist in der BRD das neue gefühlte Grundrecht.
Folgerichtig wird der Schutz von Eigentum ausgebaut. Jeder Art. Ist ja auch logisch, wenn 50% des Kapitals weltweit weniger als 50 Menschen gehören, dann wollen die ja ihre Situation stabilisieren. Und die Macht ist bei denen, die die „Kohle“ haben.

So wird der Urheberschutz aus den letzten Jahrhunderten auch im Internet geregelt. Daten werden zum persönlichen Eigentum erklärt und durch Gesetze geschützt. Mit riesigem Aufwand, den hätte man sich sparen können, wenn man einfach missbräuchliches Verhalten bestrafen würde. 

Ich habe das mit dem Datenschutz nie verstanden. Wie kann ein Mensch überhaupt Daten besitzen? Und wieso gehören die ihm, ganz persönlich? Ich dachte immer, Daten (wie das Wissen) gehören uns allen. Zumindest jedem, der sie weiß.

Was ist das für eine Gesellschaft, in dem das Geburtsdatum ein Geheimnis ist. Klar freue ich mich nicht über mein Alter. Gerne wäre ich jünger. Aber warum darf man nicht wissen, wie alt ich bin? Warum soll meine sexuelle und religiöse Orientierung nicht öffentlich bekannt sein? Wieso hat jeder etwas zu verstecken?

Ich träume von einer transparenten und toleranten Gesellschaft. Gewaltlos. Dann bräuchten wir keine DSVGO, wie wir sie jetzt haben. Und auch keine Update-Filter, die jetzt auch offiziell kommen (inoffiziell haben wir die schon länger).

Das geistige Eigentum muss geschützt werden, weil man damit viel Geld verdienen kann. Ich fühle mich reicher, wenn ich meine Gedanken mit anderen Menschen teilen kann. Urheberrecht-Anspruch stelle ich keinen, allein schon weil meine Gedanken von anderen Menschen inspiriert oder ausgelöst worden sind.

Bei dem, was unsere Regierung treibt, um Eigentum zu manifestieren, gibt es eine Ausnahme. Es geht nicht um die Fremdbestimmung des Bauchs, der den Frauen gehören sollte. Die Regierung will jetzt ein Gesetz machen, dass man einem toten Menschen default-mäßig alle Organe entnehmen kann. D.h. wenn ein Mensch à priori (vor seinem Tod) nicht eine Widerspruchserklärung dazu abgegeben hat oder à posterio ein engster Verwandter der Entnahme begründet widerspricht. So wird das Eigentum an den eigenen Organen geschwächt. Weil Eigentum mit dem Tod eines Menschen erlischt?  Was wäre, wenn ich diese Begründung auf sein sonstiges Eigentum an wende?

Das klingt doch sehr human, wenn man von armen Menschen erzählt, die verzweifelt auf ein Spenderorgan warten. Wie immer geht es vorrangig aber nicht um diese. Es geht ums Geschäft. Das immer mit dem Hinweis auf die Arbeitsplätze gerechtfertigt wird.

Plantationen sind sehr teure medizinische Geschäftsfälle. Und so manche Klinik und deren Aktionäre könnten deutlich mehr verdienen, wenn sie mehr „Spender-Organe“ hätten. Auch für die Pharmazeutische Industrie wäre das gut. Denn Menschen, die erfolgreich transplantiert worden sind, brauchen anschließend ziemlich viel Medikamente, um mit dem fremden Organ weiter leben zu können.

Andere Menschen darf man auch (offiziell) nicht mehr als Eigentum besitzen. Aber auch die Sklaverei wurde nicht aus humanen und ideellen Gründen abgeschafft, sondern vor allem, weil sie sich im Sinne des Erwirtschaften von Profit nicht mehr gelohnt hat.

Jetzt warte ich noch auf eine Verordnung, die das Eigentum an den „eigenen“ Gefühlen schützt. Die ja durch Dritte beschädigt oder verletzt werden können. Ansätze dazu gibt es ja heute schon, ich denke da an die Verletzung von religiösen oder deutsch-nationalen Gefühlen (z.B. durch Missachtung der Fahne). Könnte auch ein Thema für eine Regulierung im Internet sein. Upload-Filter sind hier auch sehr nahe liegend.

Ich bin ich ja richtig froh, dass ich religiöse und nationale Gefühle nicht habe. Dann kann sie keiner verletzen. Andererseits, wenn die Spielvereinigung Unterhaching verliert und mich ein 60iger oder Bayern-Fan damit aufzieht, dann werden schon meine Gefühle verletzt. Und der sollte dann auch dafür bestraft werden.

Das ist eines der Probleme unserer Gesellschaft:
Wie werden die Verstöße gegen Regeln, die jetzt auf uns zu kommen, geahndet? Immer mehr wird verboten und geregelt – es geht ja nicht nur ums Impfen und Kinder kriegen. Der Planet und die Bienen wie auch Europa müssen doch gerettet werden. Und das alles wird ohne schwere Einschränkungen und Solidarität nicht möglich sein. Und freiwillige Solidarität kostet und gibt es deshalb bestimmt nicht umsonst.

Da geht es nicht an, wenn man politisch die falsche Meinung vertritt und zum Beispiel gegen ein Europa ist, dass von Nationalstaaten dominiert wird und das von einer mächtigen eigenen Armee mit Flugzeugträgern träumt. Genauso müssen Verstösse  gegen die Umwelt sanktioniert werden, um die Klimakatastrophe zu stoppen.

So schließt sich der Kreis. Man sollte schon einen guten Job oder viel Kohle haben, um die ganzen fälligen Bussgelder und Geldstrafen bezahlen zu können.

RMD

P.S.
Gerade habe ich gelesen, dass die Bayerische Landesausstellung in „Stadtluft befreit“ umbenannt wird. Die Veranstalter zogen den Titel „Stadtluft macht frei“ für die Landesausstellung 2020 in Aichach und Friedberg zurück. Charlotte Knobloch hatte kritisiert, der Titel tue weh und „vergifte Menschen“.

Grund dafür war, dass dieser Slogan  Gefühle verletzt hat. Wenn Gefühle ein schützenwertes Eigentum sind (weil verletzbar), dann brauchen wir in aktueller Politdenke dringend eine GSGVO (Gefühlschutzgrundverordnung) natürlich auch im Internet. Und wenn wir eh schon Upload-Filter haben, dann könnten die ja auch gleich mal alles, was Gefühle verletzen könnte, aussperren. Also Stadtluft macht frei. Oder „Haching ist ein Scheissverein“.

„Stadtluft macht frei“ empfinde ich als eine ganz wichtige Metapher. Denn der soziale, politische, kulturelle wie auch sonstige Fortschritt in Europa hat in den Städten und durch ihre Vernetzung stattgefunden.

Roland Dürre
Sonntag, der 10. März 2019

Facebook: Impfgegner erhalten weniger Sichtbarkeit.

Unter obriger Überschrift lese ich bei Heise.de folgenden ersten Satz:


Dem Kampf gegen die wachsende Zahl von Impfgegnern schließt sich nun auch Facebook an. Das US-Portal kündigt erste Maßnahmen an.


Weiter lese ich:


Immer mehr Widerstand

Mit dem Schritt folgt Facebook Pinterest und Google, die in ähnlicher Weise damit begonnen haben, Impfgegnern die Sichtbarkeit auf ihren Plattformen zu beschneiden. Pinterest zeigt bei Suchen nach den englischen Begriffen „vaccination“ (Impfung) oder „vaccine“ (Impfstoff) keine Treffer mehr an, Youtube hat jüngst angekündigt, Videokanälen von Impfgegnern weltweit den Geldhahn abdrehen zu wollen. Facebook will nun auf Basis von Informationen der Weltgesundheitsorganisation und der US-amerikanischen Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention gegen Impftäuschungen („vaccine hoaxes“) vorgehen.


Diese Meldung passt gut in die Zeit, in der wir in Europa „Up-Load-Filter“ einführen wollen. Facebook, Google und Pinterest maßen sich an, zu wissen, was für die Welt besser ist. Und entscheiden, wer seine Menung vertreten darf und wer nicht.

Nicht die Kerze hat mich vor Kinderlähmung geschützt, sondern die Schluckimpfung.

Beim Stichwort „Impfen“ fällt mir sofort Kinderlähmung ein. Ich habe in meiner Kindheit diese grausame Krankheit bei Kindern erlebt. Und natürlich war für mich die Impfung gegen Kinderlähmung ein großer Segen, denn mir war klar, dass so sehr viele Menschen vor den schrecklichen Folgen der Krankheit geschützt wurden. So war für mich die Impfung gegen Kinderlähmung ein großartiger Erfolg – auch der beteiligten Pharma-Konzerne.

Das nächst Schreckliche, was ich in meinen jungen Jahren in meiner Umgebung in Punkte Erkrankung erlebt habe, waren die „Contergan-Kinder“. Am Anfang war das auch eine schreckliche Krankheit, wir wußten ja nicht, dass die Missbildungen von einem sehr fragwürdigen Medikament verursacht worden sind.

So kam bei mir früh ein Misstrauen gegen die Pharmazie-Konzerne und ihre Produkte auf. Hat diese doch mit Contergan bewiesen, dass sie beim Geschäftemachen nicht immer so genau auf den Nutzen schaut. Meine Sorge ist, dass diese Industrie auch mit Impfen gerne ihr Geld verdient, auch wenn Impfen nicht nur nutzt. Obwohl ich also alles andere als ein „Impfgegner“ bin, habe ich schon so meine Zweifel, ob jede Impfung sinnvoll ist. Denke ich an Grippe, fällt mir sofort Tamiflu ein, das ja vor allem die Bilanz der Schweizer Pharmakonzern Roche gesund gemacht hat.

Immer im Herbst stelle ich mir die Frage, ob ich mich zur Grippe-Impfung anmelden soll. Bin ich doch als bald Siebzigjähriger besonders gefährdet. Ich gehe dann aber nicht zum Impfen, weil ich gelesen habe, dass die Immun-Systeme älterer Menschen ein gutes Immun-Gedächtnis haben.

So gibt es Impfungen, die ich für zwingend notwendig und sehr sinnvoll halte (Hepatitis, Kinderlähmung, Gelbfieber und ähnliches) und andere, die ich eher für schädlich halte. Und da wir ja auch aufgrund der DVSGO (Datenschutz) keine vernünftige auf Bigdata basierende Medizin haben, ist das für mich auch schwer zu entscheiden.

Aber ich bin froh, wenn solche Themen kritisch diskutiert werden – und finde es eine Katastrophe, wenn sich da die Mächtigen einschalten. Am liebsten würde ich im Angesicht der upload-Filter ausrufen:

Wehrt den Anfängen!

Irgendetwas ist faul im Internet, wenn mächtige Konzerne die Meinungsbildung beeinflussen wollen und können. Und das zum Ziel der Gesetzbildung wird.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 13. Oktober 2018

Bundestagswahl, Landtagswahl, Bezirkswahl – die Unterschiede.

Jetzt darf ich schon seit fast 50 Jahren wählen. Und habe das Wahlrecht in meiner Erinnerung auch immer wahrgenommen. Weil mir mein Überich stets befohlen hat, zur Wahl zu gehen – auch wenn ich keine Lust hatte.

Und erst vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass die Wahlverfahren (und so auch die Regeln) bei Bundestagswahl, Landtagswahl und der Bezirkswahl doch ziemlich unterschiedlich sind.

Zuerst war ich entsetzt über meine mangelnde politische Bildung. Dann habe ich Freunde gefragt, die ich für kluge Demokraten halte – und festgestellt, dass sie das auch nicht wußten. Im Wahlkampf und aus den Botschaften mancher Wahlplakate habe ich erkannt, dass sogar die Parteien und ihre Kandidaten zumindest zum Teil die Unterschiede des bei Bund, Land und Bezirkstag gültigen Wahlsystems nicht kennen.

Das hat mich getröstet, aber auch bewegt, dass ich hier zwei wesentliche Unterschiede kurz beschreibe:

  • Im Gegensatz zum Bundestagswahlrecht werden bei der Landtagswahl in Bayern für die Sitzverteilung nach Verhältniswahl auch die Erststimmen berücksichtigt (Siehe Bayerisches Landtagswahlsystem und Bundestagswahlrecht)!
  • Bei der Bezirkstagswahl für die Regierungsbezirke Bayerens wird auf eine Fünf-Prozent-Klausel wie im bayerischen Kommunalwahlrecht üblich verzichtet. Für die Landtagswahl dagegen gibt es eine Sperrklausel (Bis 1973 galt in Bayern eine Zehn-Prozent-Hürde auf Ebene der Wahlkreise, also der Regierungsbezirke. Seit 1973 ist in Art. 14 der Verfassung eine landesweite Fünf-Prozent-Hürde verankert. Da es im bayerischen Wahlsystem keine der Grundmandatsklausel des Bundestagswahlrechts vergleichbare Regelung gibt, bedeutet dies auch, dass siegreiche Stimmkreisbewerber dadurch eventuell kein Mandat erhalten).

Was bedeutet das?

Zum einen, dass der Wähler in Bayern bei seiner Vergabe von Erststimme nicht den Überlegungen folgen sollte, die ihm von Bundestagswahlen her vertraut sind. Dann bewirkt er unter Umständen etwas, das er gar nicht will.

Zum anderen, dass bei der Bezirkstagswahl man auch „kleine Parteien“ wählen kann, ohne dass die vergebenen Stimmen im Bereich „der Sonstigen“ entwertet werden wie bei der Landtagswahl.

Zur Erinnerung

Morgen ist sowohl Landtagswahl und Bezirkstagswahl. Und daran denken: für beide gelten am selben Tag und im selben Wahlbüro unterschiedliche Regeln.

Dazu ein paar Informationen:

Die Bezirkswahl 2013 ergaben in keinem der insgesamt sieben Bezirke eine absolute Mehrheit für die CSU. In den Bezirkstagen sitzen nicht nur  Abgeordnete der bekannten Parteien CSU (89), SPD (38) , FDP (6), FW (21), Grüne (18) sondern auch von den Linken (5), der BP (6), der ÖDP (6), den Franken (2) und auch den Piraten (4). Die Zahlen sind das Ergebnis der Wahl von 2013, entnommen habe ich sie aus Wikipedia.

Ich verstehe nicht, warum die Parteien, die absehbar keine Chance haben, in Bayern die 5 % – Hürde zum Landtag zu meistern, ihrer Wahl-Klientel nicht mitteilen, dass es diese Hürde bei der Bezirkswahl nicht gibt. Ich vermute, dass so mancher Wähler in diesem Falle eine kleine Partei wählen würde.

Mein Vorschlag wäre, das Wahlrecht zu vereinheitlichen – und dabei gleich zu reformieren. Um es dem Bürger damit ein wenig einfacher zu machen.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 5. Oktober 2018

Ist die Demokratie in Gefahr?

 

Heute mein Beitrag zur bayerischen Landtagswahl in gut einer Woche.

 

Zwischen Ruinen (Südgeorgien – Walfang).

Demokratie in Gefahr?
Immer öfters höre ich diese Frage.
Und meine Antwort ist
JA – aber schon länger!

Der demokratische Gedanke beinhaltet, dass die Menschen, die in einem Staat leben (und die dieses soziale System sind), ihre Abgeordneten wählen, die dann im Parlament einen gesellschaftlichen Konsens finden und diesen durch eine kluge Gesetzgebung realisieren sollen. Das funktioniert so aber schon lange nicht mehr.

Mein Freund Detlev Six schreibt:

Die liberale Demokratie ist das empfindlichste Wesen der Welt. Pflegt das Baby!

So meine ich auch, dass die Demokratie eine zarte Pflanze ist, die gut gepflegt werden will. Das wird sie aber nicht. Vielmehr wird sie seit Jahrzehnten von verschiedenen Schädlingen bedroht und geschädigt.

Folgende Ursachen für den Niedergang der Demokratie in Bayern und vielen anderen Ländern habe ich identifiziert:

  • Eine allgemeine Bildungsschwäche.
    Schule und Hochschulen „produzieren“ immer mehr an die Bedürfnisse des Systems angepasste Konsumenten und Arbeitskräfte, aber keine autonomen Menschen mit einem sittlich verantwortet übernommenen Werte-Bewusstsein.
  • Die Oligarchie der Parteien.
    Die Parteien arbeiten nicht mehr am „sozialen Konsens“. Es geht ihnen nicht um die Menschen, sondern um den Erhalt der Macht. Für diesen braucht man Wählerstimmen. Die will man um jeden Preis.
  • Interessenverbände und Lobbyismus.
    Die Bürger nehmen wahr, dass die Regierung, das Parlament und die Parteien von fremden Mächten dominiert werden, die ihre eigenen Interessen über die der Menschen stellen.
  • Marketing macht Wahlen lächerlich.
    Die Art, wie Wahlkampf geführt wird, irritiert die Menschen und entwertet die Wahl. Man sieht das jetzt wieder in Bayern. Welch plumper Unsinn steht auf den Wahlplakaten, die entlang der Straßen so intensiv verbreitet sind? Auch die „Wahl-Programme“ der Parteien überzeugen nicht. Man gewinnt den Eindruck, dass die Partei die Wahl gewinnen wird, die das meiste Geld in Marketing investieren und am besten Menschen manipulieren kann.
  • Die Selektion der Spitzenkandidaten und der Filz in den Parteien.
    So kommen immer wieder Parteibonzen zu Spitzen-Ämtern in Regierungen und Ministerien, für die sie nie demokratisch gewählt worden sind.
  • Gefühl der Ohnmacht.
    Weite Kreise in der Bevölkerung stellen fest, dass sie ohnmächtig sind (vermeintlich oder tatsächlich?).

Die „Demokratie in Gefahr“-Frage wird aber gestellt aufgrund der Erfolge von Populisten in Europa und der gefühlten und wohl auch realen Bedrohung von rechten Bewegungen und nationalistischen Tendenzen auch in Deutschland.

Ich meine aber, dass diese Probleme nur die Folge der von mir aufgelisteten und weiteren Ursachen ähnlicher Art sind. Das heißt für mich, dass wir uns die Misere selber eingebrockt haben. Durch demokratisches Versagen. Sowohl aktiv wie passiv.

Und wie so oft sind die, die über die Missstände besonders laut klagen, selbst die Verursacher des Missstandes. Wir müssen uns wohl oder übel an die eigene Nase fassen.

Und wie soll ich jetzt wählen?

Ich weiß es noch nicht. Die Grünen mag ich nicht, weil sie gemeinsam mit der SPD Einsätze der Bundeswehr im Ausland salonfähig gemacht haben. CSU und SPD erscheinen mir nicht wählbar. Bei der CSU liegt das nicht nur an den aktuellen Protagonisten, die SPD hat überhaupt nichts von #newwork verstanden, obwohl das ihr Thema sein könnte (müsste?). Die FDP, die mit ihrer plumpen „Bildungsoffensive“ ihre Klienten-Politik übertüncht, sind von „liberal“ Lichtjahre entfernt, so sind sie auch nicht meines. Die Linken haben zwar viele nach meiner Meinung richtiges im Programm aber auch viel Abenteuerliches, beim Thema „Arbeit“ sind sie mindestens genauso daneben wie die SPD. Die AFD ist so gar nicht meine Welt. Dann bleibt eigentlich nur die ÖDP, die mir sehr redlich erscheint oder „Die Partei“, die zumindest kein Spaß-Programm hat wie die seriösen Parteien. Ja, und die Piraten mag ich auch nicht mehr, seitdem sie versucht haben ein allgemeines politisches Programm zu schreiben (siehe IF-Blog vor 5 Jahren).

Aber das wichtigste:
Vielen von uns geht es wahnsinnig gut. Lasst uns das Leben genießen und einen Teil unserer Kraft für die Pflege (und Genesung) unseres Pflänzchens „liberale Demokratie“ einsetzen! Und das beginnt wahrscheinlich damit, zur Wahl zu gehen.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 5. Juli 2018

Fuckup! Nights! Munich!

Es gibt immer wieder etwas Neues. Vor ein paar Tagen habe ich die FUCKUPNIGHTS entdeckt. Und bin auch gleich dabei 🙂 .

We Live Life Without Filters

Das ist das Motto dieser Bewegung, die sich FUCKUPNIGHTS nennt. Sie hatte ihren Ursprung in Mexiko und hat von dort aus einen Siegeszug in weite Teile der Welt angetreten.

Es geht ums Scheitern. Wie im Juni 2016 beim PM-Camp in Berlin. Denn Scheitern gehört einfach dazu. Es kann sogar erfolgreich sein. Denn man lernt viel dabei. Und man kann das Gelernte nicht nur für sich selber trefflich nutzen sondern auch mit anderen Menschen teilen. Denen es beim Nichtscheitern (= Erfolg haben) helfen kann.

Das Techdivision-Marketing hat die Fuckup Night nach München und Rosenheim geholt. Am 5. 7. (also heute) findet so in München in der Balanstr. eine FuckupNight statt. Und sie suchten noch „Speaker“. So wurde ich von Sacha angefragt (dem Boss von Techdivision in der Balanstr.):

Hi Roland, hast Du Lust und Zeit uns ein persönliches Fuckup-Beispiel aus Deinem Leben in 7 Minuten Zeit und maximal 10 Slides zu berichten?

Hier für Euch die Info zu FUCKUPNIGHTS in München. Die Veranstaltung heute ist leider schon überbucht, wie die meisten Veranstaltungen von Techdivision (die man alle in meetup findet).

Da bin ich natürlich gerne dabei. Das bedeutete für mich aber auch, dass ich mich vorbereiten musste. So ging ich in mich und überlegte mir:

  • Was waren meine größten Flops, meine schlimmsten Tiefschläge?
  • Wann hat mich das Leben so richtig klein gemacht.
  • Wie war das, als ich mich als der absolute Versager gefühlt habe.
  • Was davon kann ich in der Öffentlichkeit berichten, ohne andere Menschen zu beschädigen?

Es gibt auch ein Speaker Manual zu FuckUpNights, das ich hier kopiere:


 Speaker Manual: Was sind die FuckUp-Nights überhaupt?

„FuckUp-Nights“ klingt anrüchig? Ist es aber nicht! Die „FuckUp-Nights“ sind dazu da, öffentlich über schief gelaufene Projekte, Arbeiten und Ideen zu sprechen und diese Erfahrung mit der Community zu teilen. In lockerer Atmosphäre werden an diesem Abend wertvolle Erfahrungen von erfolgreichen Managern, Unternehmen und Startups weitergegeben, um daraus zu lernen.

3 – 4 Personen berichten jeweils in 7 Minuten zur Abwechslung mal nicht von großen Erfolgsgeschichten, sondern erzählen mit Witz, Humor in aller Offenheit davon, wie es auch mal schief laufen kann – damit sind wir bei den sog. FuckUps.

Wie präsentiere ich meinen „FuckUp“ in 7 Minuten?

Bitte sende uns vorab

  1. 10 Folien, die deinen Misserfolg bildlich darstellen. 
Nummeriere die Bilder von 1-10, die dann in dieser Reihenfolge erscheinen sollen. Bitte denke daran, dass jedes Bild nur ca. 40 Sekunden erscheinen sollte, damit die 7 Minuten nicht überschritten werden.
  2. Deine Kurzbiografie, damit wir dich am Tag des Events vorstellen können. (1-2 Abschnitte)

Denke während der Präsentation, wenn möglich, an folgende Punkte:

  • Wer bin ich?
  • Was war die anfängliche Idee des Projektes/Geschäfts?
  • Was ist schief gelaufen?
  • Was hätte ich anders gemacht? Was hab ich daraus gelernt?

Und vergiss nicht!!!
Es sind die FuckUp-Nights! Fehler passieren eben, Hauptsache du kannst mit Begeisterung, Witz und Humor davon erzählen! Hab also Spaß beim präsentieren! 🙂


Das gefällt mir. So denke ich gerne über meine persönlichen „fuck-ups“ nach. Am härtesten treffen mich persönliche Enttäuschungen, besonders wenn sie mit Menschen zu tun haben. Die schmerzen – und die will ich aber nicht auf einer Fuckup-Night öffentlich berichten, zu leicht könnte ich da anderen Menschen unrecht tun und diese verletzten.

So konzentriere ich mich auf meine unternehmerischen Flops. Einer davon war die große Vision des magicHIT. Die hat der InterFace Connection viel Geld gekostet und war letzten Endes kaufmännisch ein totaler Flop. Das könnte ein guter Beitrag werden, ich werde sie heute Abend berichten. Und schreibe die Geschichte mal hier auf. Sie beginnt mit: Ich war ein …


 

i) IT-Pionier der 3. Generation (ab 1969 Informatik) und

Nicht mehr taufrisch – aber für damals doch noch junger Unternehmer.

Lehrjahre bei Siemens und Softlab“.
Schwerpunkt: Industrielle Informatik (Herrschaftswissen 🙂 )
Leider zu wenig auf „die Spielzeuge“ wie Commodore und Atari geachtet.
Das hat sich später als großer Nachteil entpuppt.

 

 

 

 

 

ii) später Gründer“ mit Blitzstart (1984 – erst mit 34 Jahren)

Als zufriedener Unternehmer, weil es geklappt hat.

Der Start hat geklappt – Wolf (mein Partner, nach dem ich lange gesucht hatte) und ich waren im Paradies – besonders wie wir unser erster Team hatten und ein Produkt entwickeln konnten.

Vereinfacht gibt es vier relevante Geschäfts-/Einkommensmodell-Typen für Unternehmen:

  • Dienstleistung abgerechnet als Zeit & Material,
  • das Gewerk,
  • den Vollservice,
  • ein Produkt

Unix ist unser Thema! Und Produkt die Königs-Disziplin. Also war unser Ziel:

Wir wollen ein Produkt für Unix bauen (weil ein Produkt Identität und skalierbares Einkommen schafft)!

Wir bauen CLOU/HIT!

 

iii) Innovation ist kreative Zerstörung

Abendveranstaltung BICCnight it at media / Foyer Funkhaus Bayern /Muenchen / 22.07.2011
Foto: Stephan Goerlich

so auch Digitalisierung. Also: Schluss mit Aktenschrank, Schreibmaschine und Fernschreiber (damals noch relevantes Kommunikations-Werkzeug).
Datenbanken ans Stelle Papier,  Dokumente werden automatisch erstellt, die Kommunikation geht über Rechnernetze.

Wir beginnen, die alte Welt zu zerstören.

 

 

 

iv) Das Leben ist ein Traum 

Garantiert weit weg von den Problemen des Alltags – vor ein paar Jahren in der Südsee.

Unser Produkt CLOU-HIT wird ein Renner.
Wenn man ganz schnell Marktführer wird, so ist das wunderschön. Große Kunden (Behörden wie Unternehmen) setzen unsere Software flächendeckend ein, füllen unsere Kassen und machen uns alle stolz.

 

 

 

 


v) 
Die Konkurrenz schläft nicht!

CLOU/HIT ist erfolgreich. Aber das Produkt kommt in die Jahre.

Das wissen wir. Trotzdem genießen wir unseren Produkterfolg. Und feiern diesen. Feiern sind wichtig für ein jedes Unternehmen.

Wir wissen aber, dass die Innovation weitergeht und wir etwas Neues brauchen. Denn wer seine Lorbeeren am Hintern trägt, trägt sie am falschen Körperteil.

 

 

 

 

 

 

vi) Wir starten die Entwicklung von MagicHIT …

So sehen mich Christian und Daniel (©
Visual-Braindump) – zumindest 2016 auf dem letzten PM_Camp in Dornbirn.

… dem ersten ODA-/ODIF-EDITOR (ODA/ODIF ist ISO-Norm) weltweit,  als „wysiwyg“-System mit mächtiger Semantik auf UNIX und X11).
Jedes Dokument ist Objekt einer Klasse, seine Semantik wird durch die Klasse festgelegt (Beispiele: Rechnung, Verträge, Bescheide,  …).
Wir portieren MagicHIT auf Windows
Ein besonderes Team mit 10 Mitarbeiter arbeitet in einer großen Altbau-Wohnung im Tal nähe Viktualienmarkt in München und hat dort eine ganz besondere Arbeitsumgebung.
Das Produkt wird nach ein paar Jahren in einer guten „ersten Version“ fertig. Es gibt ein wunderbares Manual.

 

vii) Viele warnen uns!

Aufwachen! Die Glocke schlägt!

Prominente Partner von Groß-Unternehmen und -Behörden warnen uns:

„Seit Ihr wahnsinnig, gegen MS anzustinken?!“

Wir sind Idealisten und ignorieren alle Warnungen.

Geld ist ja genug da (noch).

 

 

 

 

viii) Ein Kunde ist zu wenig!

VORSICHT – den Verein kenne ich.

Nach vielen Verkaufsbemühungen haben wir nur einen Kunden für den neuen MagicHIT – und das ist die Bundeswehr.

Sie will Ihre Gefechtsstände mit MagicHIT automatisieren.

Die Sache wird kritisch. Die Kosten bleiben, der Erfolg stellt sich nicht ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ix) Game over

„Mein Leben nach InterFace ?“

Alle Behörden und großen Konzerne kaufen Word und Windows. Es macht keinen Sinn mehr. Wir kapitulieren und geben auf! Die Entwicklung von MagicHit wird eingefroren.

Vielleicht braucht es später ja noch mal jemand.

🙁 Und ich muss meinen Exit verschieben …

 

 

 

 

 

 

Fiasko mit Happy End

Wir müssen rechnen. Fast 10 Jahre haben 10 und mehr unserer Spitzenmitarbeiter für umsonst gearbeitet. Je nach Rechnung war das  ein Investment zwischen 10 und 20 Millionen DM/EURO. Für lau!

Jedoch:

Das so gewonnene Knowhow hilft uns. Wir haben viel gelernt. Das hilft uns die nächsten 10 Jahre gut zu überleben. Eigentlich bis heute.

 

 

 

xi) Gelernt

Großen Dank an Jan Fischbach, Meister der Agilität und hier mein Fotograf.

Nicht immer siegt David gegen Goliath.
Wunder wiederholen sich nicht.
Nicht immer gewinnt das Produkt, das den größten Nutzen bringt.
Der Fortschritt ist langsam.
Gegen Macht, Schwindel und fiese Machenschaften kommt man oft nicht an.

 

 

 

 

Aber schön war es doch!

RMD

P.S.
Eigentlich war es ein Dreifach-Fuckup. Denn um die 10 Jahre später haben wir für Siemens und die Bayerische Justiz den MagicHIT noch mal implementiert – dann als ForumStar-Text.

Durch die Ignoranz eines Partner haben wir dann später eine eigentlich schon gewonnene Ausschreibung verloren (zweiter Fuckup) und aus ähnlichen Gründen ist das visionäre Projekt, ForumStar gemeinsam mit TUM, den Justizbehörden Bayerns und der Siemens AG in die Open Source zu bringen, gescheitert. Sogar Siemens hatte durch Adrian von Hammerstein (Vorsitzender des Bereichsvorstands beim IT-Dienstleister Siemens Business Services) auf Vorstandsebene zugestimmt. Das wäre vielleicht eine Sternstunde für Deutschland oder gar Europa gewesen.

Die Siemens AG hatte dann das offizielle Treffen zwischen Vertretern der TUM, der bayerischen Justiz und uns kurzfristigst abgesagt und ist nicht erschienen. Fuckup, von Hammerstein hat dann zeitnah die SBS verlassen und wurde später bei Kabel Deutschland zum wichtigen Reformer und Gestalter. Die Reste der SBS kann man bei ATOS bewundern und die InterFace AG macht weiter ihre Geschäfte, jetzt halt mit IT Compliance, CLOUD und auch immer noch mit Software-Entwicklung (nach dem Motto „es lebe devop!“) … Und die Justizbehörden in By und D werden jetzt von IBM betreut. So ist das Leben.

P.S.1
Und einen ganz großen Dank an die großartige Lydia von Techdivision, die mich so Klasse unterstützt hat!