Roland Dürre
Samstag, der 13. Oktober 2018

Bundestagswahl, Landtagswahl, Bezirkswahl – die Unterschiede.

Jetzt darf ich schon seit fast 50 Jahren wählen. Und habe das Wahlrecht in meiner Erinnerung auch immer wahrgenommen. Weil mir mein Überich stets befohlen hat, zur Wahl zu gehen – auch wenn ich keine Lust hatte.

Und erst vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass die Wahlverfahren (und so auch die Regeln) bei Bundestagswahl, Landtagswahl und der Bezirkswahl doch ziemlich unterschiedlich sind.

Zuerst war ich entsetzt über meine mangelnde politische Bildung. Dann habe ich Freunde gefragt, die ich für kluge Demokraten halte – und festgestellt, dass sie das auch nicht wußten. Im Wahlkampf und aus den Botschaften mancher Wahlplakate habe ich erkannt, dass sogar die Parteien und ihre Kandidaten zumindest zum Teil die Unterschiede des bei Bund, Land und Bezirkstag gültigen Wahlsystems nicht kennen.

Das hat mich getröstet, aber auch bewegt, dass ich hier zwei wesentliche Unterschiede kurz beschreibe:

  • Im Gegensatz zum Bundestagswahlrecht werden bei der Landtagswahl in Bayern für die Sitzverteilung nach Verhältniswahl auch die Erststimmen berücksichtigt (Siehe Bayerisches Landtagswahlsystem und Bundestagswahlrecht)!
  • Bei der Bezirkstagswahl für die Regierungsbezirke Bayerens wird auf eine Fünf-Prozent-Klausel wie im bayerischen Kommunalwahlrecht üblich verzichtet. Für die Landtagswahl dagegen gibt es eine Sperrklausel (Bis 1973 galt in Bayern eine Zehn-Prozent-Hürde auf Ebene der Wahlkreise, also der Regierungsbezirke. Seit 1973 ist in Art. 14 der Verfassung eine landesweite Fünf-Prozent-Hürde verankert. Da es im bayerischen Wahlsystem keine der Grundmandatsklausel des Bundestagswahlrechts vergleichbare Regelung gibt, bedeutet dies auch, dass siegreiche Stimmkreisbewerber dadurch eventuell kein Mandat erhalten).

Was bedeutet das?

Zum einen, dass der Wähler in Bayern bei seiner Vergabe von Erststimme nicht den Überlegungen folgen sollte, die ihm von Bundestagswahlen her vertraut sind. Dann bewirkt er unter Umständen etwas, das er gar nicht will.

Zum anderen, dass bei der Bezirkstagswahl man auch „kleine Parteien“ wählen kann, ohne dass die vergebenen Stimmen im Bereich „der Sonstigen“ entwertet werden wie bei der Landtagswahl.

Zur Erinnerung

Morgen ist sowohl Landtagswahl und Bezirkstagswahl. Und daran denken: für beide gelten am selben Tag und im selben Wahlbüro unterschiedliche Regeln.

Dazu ein paar Informationen:

Die Bezirkswahl 2013 ergaben in keinem der insgesamt sieben Bezirke eine absolute Mehrheit für die CSU. In den Bezirkstagen sitzen nicht nur  Abgeordnete der bekannten Parteien CSU (89), SPD (38) , FDP (6), FW (21), Grüne (18) sondern auch von den Linken (5), der BP (6), der ÖDP (6), den Franken (2) und auch den Piraten (4). Die Zahlen sind das Ergebnis der Wahl von 2013, entnommen habe ich sie aus Wikipedia.

Ich verstehe nicht, warum die Parteien, die absehbar keine Chance haben, in Bayern die 5 % – Hürde zum Landtag zu meistern, ihrer Wahl-Klientel nicht mitteilen, dass es diese Hürde bei der Bezirkswahl nicht gibt. Ich vermute, dass so mancher Wähler in diesem Falle eine kleine Partei wählen würde.

Mein Vorschlag wäre, das Wahlrecht zu vereinheitlichen – und dabei gleich zu reformieren. Um es dem Bürger damit ein wenig einfacher zu machen.

RMD

Roland Dürre
Freitag, der 5. Oktober 2018

Ist die Demokratie in Gefahr?

 

Heute mein Beitrag zur bayerischen Landtagswahl in gut einer Woche.

 

Zwischen Ruinen (Südgeorgien – Walfang).

Demokratie in Gefahr?
Immer öfters höre ich diese Frage.
Und meine Antwort ist
JA – aber schon länger!

Der demokratische Gedanke beinhaltet, dass die Menschen, die in einem Staat leben (und die dieses soziale System sind), ihre Abgeordneten wählen, die dann im Parlament einen gesellschaftlichen Konsens finden und diesen durch eine kluge Gesetzgebung realisieren sollen. Das funktioniert so aber schon lange nicht mehr.

Mein Freund Detlev Six schreibt:

Die liberale Demokratie ist das empfindlichste Wesen der Welt. Pflegt das Baby!

So meine ich auch, dass die Demokratie eine zarte Pflanze ist, die gut gepflegt werden will. Das wird sie aber nicht. Vielmehr wird sie seit Jahrzehnten von verschiedenen Schädlingen bedroht und geschädigt.

Folgende Ursachen für den Niedergang der Demokratie in Bayern und vielen anderen Ländern habe ich identifiziert:

  • Eine allgemeine Bildungsschwäche.
    Schule und Hochschulen „produzieren“ immer mehr an die Bedürfnisse des Systems angepasste Konsumenten und Arbeitskräfte, aber keine autonomen Menschen mit einem sittlich verantwortet übernommenen Werte-Bewusstsein.
  • Die Oligarchie der Parteien.
    Die Parteien arbeiten nicht mehr am „sozialen Konsens“. Es geht ihnen nicht um die Menschen, sondern um den Erhalt der Macht. Für diesen braucht man Wählerstimmen. Die will man um jeden Preis.
  • Interessenverbände und Lobbyismus.
    Die Bürger nehmen wahr, dass die Regierung, das Parlament und die Parteien von fremden Mächten dominiert werden, die ihre eigenen Interessen über die der Menschen stellen.
  • Marketing macht Wahlen lächerlich.
    Die Art, wie Wahlkampf geführt wird, irritiert die Menschen und entwertet die Wahl. Man sieht das jetzt wieder in Bayern. Welch plumper Unsinn steht auf den Wahlplakaten, die entlang der Straßen so intensiv verbreitet sind? Auch die „Wahl-Programme“ der Parteien überzeugen nicht. Man gewinnt den Eindruck, dass die Partei die Wahl gewinnen wird, die das meiste Geld in Marketing investieren und am besten Menschen manipulieren kann.
  • Die Selektion der Spitzenkandidaten und der Filz in den Parteien.
    So kommen immer wieder Parteibonzen zu Spitzen-Ämtern in Regierungen und Ministerien, für die sie nie demokratisch gewählt worden sind.
  • Gefühl der Ohnmacht.
    Weite Kreise in der Bevölkerung stellen fest, dass sie ohnmächtig sind (vermeintlich oder tatsächlich?).

Die „Demokratie in Gefahr“-Frage wird aber gestellt aufgrund der Erfolge von Populisten in Europa und der gefühlten und wohl auch realen Bedrohung von rechten Bewegungen und nationalistischen Tendenzen auch in Deutschland.

Ich meine aber, dass diese Probleme nur die Folge der von mir aufgelisteten und weiteren Ursachen ähnlicher Art sind. Das heißt für mich, dass wir uns die Misere selber eingebrockt haben. Durch demokratisches Versagen. Sowohl aktiv wie passiv.

Und wie so oft sind die, die über die Missstände besonders laut klagen, selbst die Verursacher des Missstandes. Wir müssen uns wohl oder übel an die eigene Nase fassen.

Und wie soll ich jetzt wählen?

Ich weiß es noch nicht. Die Grünen mag ich nicht, weil sie gemeinsam mit der SPD Einsätze der Bundeswehr im Ausland salonfähig gemacht haben. CSU und SPD erscheinen mir nicht wählbar. Bei der CSU liegt das nicht nur an den aktuellen Protagonisten, die SPD hat überhaupt nichts von #newwork verstanden, obwohl das ihr Thema sein könnte (müsste?). Die FDP, die mit ihrer plumpen „Bildungsoffensive“ ihre Klienten-Politik übertüncht, sind von „liberal“ Lichtjahre entfernt, so sind sie auch nicht meines. Die Linken haben zwar viele nach meiner Meinung richtiges im Programm aber auch viel Abenteuerliches, beim Thema „Arbeit“ sind sie mindestens genauso daneben wie die SPD. Die AFD ist so gar nicht meine Welt. Dann bleibt eigentlich nur die ÖDP, die mir sehr redlich erscheint oder „Die Partei“, die zumindest kein Spaß-Programm hat wie die seriösen Parteien. Ja, und die Piraten mag ich auch nicht mehr, seitdem sie versucht haben ein allgemeines politisches Programm zu schreiben (siehe IF-Blog vor 5 Jahren).

Aber das wichtigste:
Vielen von uns geht es wahnsinnig gut. Lasst uns das Leben genießen und einen Teil unserer Kraft für die Pflege (und Genesung) unseres Pflänzchens „liberale Demokratie“ einsetzen! Und das beginnt wahrscheinlich damit, zur Wahl zu gehen.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 5. Juli 2018

Fuckup! Nights! Munich!

Es gibt immer wieder etwas Neues. Vor ein paar Tagen habe ich die FUCKUPNIGHTS entdeckt. Und bin auch gleich dabei 🙂 .

We Live Life Without Filters

Das ist das Motto dieser Bewegung, die sich FUCKUPNIGHTS nennt. Sie hatte ihren Ursprung in Mexiko und hat von dort aus einen Siegeszug in weite Teile der Welt angetreten.

Es geht ums Scheitern. Wie im Juni 2016 beim PM-Camp in Berlin. Denn Scheitern gehört einfach dazu. Es kann sogar erfolgreich sein. Denn man lernt viel dabei. Und man kann das Gelernte nicht nur für sich selber trefflich nutzen sondern auch mit anderen Menschen teilen. Denen es beim Nichtscheitern (= Erfolg haben) helfen kann.

Das Techdivision-Marketing hat die Fuckup Night nach München und Rosenheim geholt. Am 5. 7. (also heute) findet so in München in der Balanstr. eine FuckupNight statt. Und sie suchten noch „Speaker“. So wurde ich von Sacha angefragt (dem Boss von Techdivision in der Balanstr.):

Hi Roland, hast Du Lust und Zeit uns ein persönliches Fuckup-Beispiel aus Deinem Leben in 7 Minuten Zeit und maximal 10 Slides zu berichten?

Hier für Euch die Info zu FUCKUPNIGHTS in München. Die Veranstaltung heute ist leider schon überbucht, wie die meisten Veranstaltungen von Techdivision (die man alle in meetup findet).

Da bin ich natürlich gerne dabei. Das bedeutete für mich aber auch, dass ich mich vorbereiten musste. So ging ich in mich und überlegte mir:

  • Was waren meine größten Flops, meine schlimmsten Tiefschläge?
  • Wann hat mich das Leben so richtig klein gemacht.
  • Wie war das, als ich mich als der absolute Versager gefühlt habe.
  • Was davon kann ich in der Öffentlichkeit berichten, ohne andere Menschen zu beschädigen?

Es gibt auch ein Speaker Manual zu FuckUpNights, das ich hier kopiere:


 Speaker Manual: Was sind die FuckUp-Nights überhaupt?

„FuckUp-Nights“ klingt anrüchig? Ist es aber nicht! Die „FuckUp-Nights“ sind dazu da, öffentlich über schief gelaufene Projekte, Arbeiten und Ideen zu sprechen und diese Erfahrung mit der Community zu teilen. In lockerer Atmosphäre werden an diesem Abend wertvolle Erfahrungen von erfolgreichen Managern, Unternehmen und Startups weitergegeben, um daraus zu lernen.

3 – 4 Personen berichten jeweils in 7 Minuten zur Abwechslung mal nicht von großen Erfolgsgeschichten, sondern erzählen mit Witz, Humor in aller Offenheit davon, wie es auch mal schief laufen kann – damit sind wir bei den sog. FuckUps.

Wie präsentiere ich meinen „FuckUp“ in 7 Minuten?

Bitte sende uns vorab

  1. 10 Folien, die deinen Misserfolg bildlich darstellen. 
Nummeriere die Bilder von 1-10, die dann in dieser Reihenfolge erscheinen sollen. Bitte denke daran, dass jedes Bild nur ca. 40 Sekunden erscheinen sollte, damit die 7 Minuten nicht überschritten werden.
  2. Deine Kurzbiografie, damit wir dich am Tag des Events vorstellen können. (1-2 Abschnitte)

Denke während der Präsentation, wenn möglich, an folgende Punkte:

  • Wer bin ich?
  • Was war die anfängliche Idee des Projektes/Geschäfts?
  • Was ist schief gelaufen?
  • Was hätte ich anders gemacht? Was hab ich daraus gelernt?

Und vergiss nicht!!!
Es sind die FuckUp-Nights! Fehler passieren eben, Hauptsache du kannst mit Begeisterung, Witz und Humor davon erzählen! Hab also Spaß beim präsentieren! 🙂


Das gefällt mir. So denke ich gerne über meine persönlichen „fuck-ups“ nach. Am härtesten treffen mich persönliche Enttäuschungen, besonders wenn sie mit Menschen zu tun haben. Die schmerzen – und die will ich aber nicht auf einer Fuckup-Night öffentlich berichten, zu leicht könnte ich da anderen Menschen unrecht tun und diese verletzten.

So konzentriere ich mich auf meine unternehmerischen Flops. Einer davon war die große Vision des magicHIT. Die hat der InterFace Connection viel Geld gekostet und war letzten Endes kaufmännisch ein totaler Flop. Das könnte ein guter Beitrag werden, ich werde sie heute Abend berichten. Und schreibe die Geschichte mal hier auf. Sie beginnt mit: Ich war ein …


 

i) IT-Pionier der 3. Generation (ab 1969 Informatik) und

Nicht mehr taufrisch – aber für damals doch noch junger Unternehmer.

Lehrjahre bei Siemens und Softlab“.
Schwerpunkt: Industrielle Informatik (Herrschaftswissen 🙂 )
Leider zu wenig auf „die Spielzeuge“ wie Commodore und Atari geachtet.
Das hat sich später als großer Nachteil entpuppt.

 

 

 

 

 

ii) später Gründer“ mit Blitzstart (1984 – erst mit 34 Jahren)

Als zufriedener Unternehmer, weil es geklappt hat.

Der Start hat geklappt – Wolf (mein Partner, nach dem ich lange gesucht hatte) und ich waren im Paradies – besonders wie wir unser erster Team hatten und ein Produkt entwickeln konnten.

Vereinfacht gibt es vier relevante Geschäfts-/Einkommensmodell-Typen für Unternehmen:

  • Dienstleistung abgerechnet als Zeit & Material,
  • das Gewerk,
  • den Vollservice,
  • ein Produkt

Unix ist unser Thema! Und Produkt die Königs-Disziplin. Also war unser Ziel:

Wir wollen ein Produkt für Unix bauen (weil ein Produkt Identität und skalierbares Einkommen schafft)!

Wir bauen CLOU/HIT!

 

iii) Innovation ist kreative Zerstörung

Abendveranstaltung BICCnight it at media / Foyer Funkhaus Bayern /Muenchen / 22.07.2011
Foto: Stephan Goerlich

so auch Digitalisierung. Also: Schluss mit Aktenschrank, Schreibmaschine und Fernschreiber (damals noch relevantes Kommunikations-Werkzeug).
Datenbanken ans Stelle Papier,  Dokumente werden automatisch erstellt, die Kommunikation geht über Rechnernetze.

Wir beginnen, die alte Welt zu zerstören.

 

 

 

iv) Das Leben ist ein Traum 

Garantiert weit weg von den Problemen des Alltags – vor ein paar Jahren in der Südsee.

Unser Produkt CLOU-HIT wird ein Renner.
Wenn man ganz schnell Marktführer wird, so ist das wunderschön. Große Kunden (Behörden wie Unternehmen) setzen unsere Software flächendeckend ein, füllen unsere Kassen und machen uns alle stolz.

 

 

 

 


v) 
Die Konkurrenz schläft nicht!

CLOU/HIT ist erfolgreich. Aber das Produkt kommt in die Jahre.

Das wissen wir. Trotzdem genießen wir unseren Produkterfolg. Und feiern diesen. Feiern sind wichtig für ein jedes Unternehmen.

Wir wissen aber, dass die Innovation weitergeht und wir etwas Neues brauchen. Denn wer seine Lorbeeren am Hintern trägt, trägt sie am falschen Körperteil.

 

 

 

 

 

 

vi) Wir starten die Entwicklung von MagicHIT …

So sehen mich Christian und Daniel (©
Visual-Braindump) – zumindest 2016 auf dem letzten PM_Camp in Dornbirn.

… dem ersten ODA-/ODIF-EDITOR (ODA/ODIF ist ISO-Norm) weltweit,  als „wysiwyg“-System mit mächtiger Semantik auf UNIX und X11).
Jedes Dokument ist Objekt einer Klasse, seine Semantik wird durch die Klasse festgelegt (Beispiele: Rechnung, Verträge, Bescheide,  …).
Wir portieren MagicHIT auf Windows
Ein besonderes Team mit 10 Mitarbeiter arbeitet in einer großen Altbau-Wohnung im Tal nähe Viktualienmarkt in München und hat dort eine ganz besondere Arbeitsumgebung.
Das Produkt wird nach ein paar Jahren in einer guten „ersten Version“ fertig. Es gibt ein wunderbares Manual.

 

vii) Viele warnen uns!

Aufwachen! Die Glocke schlägt!

Prominente Partner von Groß-Unternehmen und -Behörden warnen uns:

„Seit Ihr wahnsinnig, gegen MS anzustinken?!“

Wir sind Idealisten und ignorieren alle Warnungen.

Geld ist ja genug da (noch).

 

 

 

 

viii) Ein Kunde ist zu wenig!

VORSICHT – den Verein kenne ich.

Nach vielen Verkaufsbemühungen haben wir nur einen Kunden für denneuen MagicHIT – und das ist die Bundeswehr.

Sie will Ihre Gefechtsstände mit MagicHIT automatisieren.

Die Sache wird kritisch. Die Kosten bleiben, der Erfolg stellt sich nicht ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ix) Game over

„Mein Leben nach InterFace ?“

Alle Behörden und großen Konzerne kaufen Word und Windows. Es macht keinen Sinn mehr. Wir kapitulieren und geben auf! Die Entwicklung von MagicHit wird eingefroren.

Vielleicht braucht es später ja noch mal jemand.

🙁 Und ich muss meinen Exit verschieben …

 

 

 

 

 

 

Fiasko mit Happy End

Wir müssen rechnen. Fast 10 Jahre haben 10 und mehr unserer Spitzenmitarbeiter für umsonst gearbeitet. Je nach Rechnung war das  ein Investment zwischen 10 und 20 Millionen DM/EURO. Für lau!

Jedoch:

Das so gewonnene Knowhow hilft uns. Wir haben viel gelernt. Das hilft uns die nächsten 10 Jahre gut zu überleben. Eigentlich bis heute.

 

 

 

xi) Gelernt

Großen Dank an Jan Fischbach, Meister der Agilität und hier mein Fotograf.

Nicht immer siegt David gegen Goliath.
Wunder wiederholen sich nicht.
Nicht immer gewinnt das Produkt, das den größten Nutzen bringt.
Der Fortschritt ist langsam.
Gegen Macht, Schwindel und fiese Machenschaften kommt man oft nicht an.

 

 

 

 

Aber schön war es doch!

RMD

P.S.
Eigentlich war es ein Dreifach-Fuckup. Denn um die 10 Jahre später haben wir für Siemens und die Bayerische Justiz den MagicHIT noch mal implementiert – dann als ForumStar-Text.

Durch die Ignoranz eines Partner haben wir dann später eine eigentlich schon gewonnene Ausschreibung verloren (zweiter Fuckup) und aus ähnlichen Gründen ist das visionäre Projekt, ForumStar gemeinsam mit TUM, den Justizbehörden Bayerns und der Siemens AG in die Open Source zu bringen, gescheitert. Sogar Siemens hatte durch Adrian von Hammerstein (Vorsitzender des Bereichsvorstands beim IT-Dienstleister Siemens Business Services) auf Vorstandsebene zugestimmt. Das wäre vielleicht eine Sternstunde für Deutschland oder gar Europa gewesen.

Die Siemens AG hatte dann das offizielle Treffen zwischen Vertretern der TUM, der bayerischen Justiz und uns kurzfristigst abgesagt und ist nicht erschienen. Fuckup, von Hammerstein hat dann zeitnah die SBS verlassen und wurde später bei Kabel Deutschland zum wichtigen Reformer und Gestalter. Die Reste der SBS kann man bei ATOS bewundern und die InterFace AG macht weiter ihre Geschäfte, jetzt halt mit IT Compliance, CLOUD und auch immer noch mit Software-Entwicklung (nach dem Motto „es lebe devop!“) … Und die Justizbehörden in By und D werden jetzt von IBM betreut. So ist das Leben.

P.S.1
Und einen ganz großen Dank an die großartige Lydia von Techdivision, die mich so Klasse unterstützt hat!

Roland Dürre
Samstag, der 26. Mai 2018

Die lieben Kinder und das böse Internet …

Selfie in Greece, entspiegelt mit griechisch & englisch.

Es gibt um die sieben Milliarden Menschen. Weniger als die Hälfte haben Internet, die Mehrheit der Menschen hat es nicht. Es scheint klar zu sein, dass die Menschen und Nationen, die Internet haben, reicher werden. Und die, die keinen Zugang zum Netz haben, werden ärmer. Man spricht schon von einer neuen Armut, die durch fehlende Digitalisierung verursacht wird.

Bei Kindern ist es ähnlich. Lernen Kinder früh mit dem Internet umgehen, haben sie in der Regel bessere Chancen als wenn sie davon ferngehalten werden.

Bei uns brauchen Kinder unter 16 Jahren jetzt die formale Genehmigung ihrer Eltern, wenn sie z.B. Social Media machen wollen. Zu Social Media gehören sicher FB, Twitter, Instagram, MeetUp, LinkedIn und viele andere oft sehr nützlichen Systeme, die die Welt verändern.

Wenn ich mir eine Kennung in Wikipedia einrichte, dann bin ich Mitglied in einem riesigen Social Media System. Auch bei Wikipedia ist die Gefahr groß, dass es mich verschlingt. Und was da gemobbt wird – da kann ich mit eigenen Erfahrungen glänzen.

Jetzt frage ich mal die Juristen und schlauen Gesetzgeber:
Braucht ein 13-jähriges Jugend-Forscht-Genie die Erlaubnis seines Vaters um bei Wikipedia mitzumachen?

Und Euch:
Wird ein überzeugter Mormonen-Vater (kleine Religion mit vielleicht 20 Millionen Menschen) oder der Islam-Vater (große Religion mit zirka 2 Milliarden Gläubigen noch knapp hinter dem Christentum aber mit besserem Trend) seinem Kind die Zustimmung geben?
Ich weiß nicht. Die Mutter wird es nicht dürfen.

Aber jetzt weg von generellen Überlegungen zu meinen eigenen Erfahrungen und Gedankenexperimenten.

Wie mancher weiß haben wir sieben Kinder. Ich bin mir sicher, dass ich von keiner Lebens-Instanz soviel Positives und Wichtiges gelernt habe wie von meinen Kindern. Da schließe ich meine Eltern genauso ein wie meine besten Mentoren und Lehrer, vielleicht sogar die Barbara. Von der ich auch viel gelernt habe. Im Gegensatz von der Schule, die ich mal ganz vergesse.

Das galt im Leben allgemein wie auch besonders im digitalen. Das obwohl ich der IT-Profi (und -Pionier) in unserer Familie war, der das Ganze ja ein wenig selbst mitgebaut hat.

Wenn heute ein Enkel von mir bei Facebook oder Twitter mitmachen will, dann bekommt er meine Unterstützung. Ich würde ihm Tipps geben und ihn fragen, ob er es mag, wenn ich ihm folge. Und von ihm lernen, was er mir an Neuem bringt. Sorgen würde ich mir nur machen, wenn er einen „privaten Modus“ wählen würde. Dann würde ich der Tat an seiner Sozialisierung zweifeln.

Jetzt ein Gedankenexperiment:
Was würde ich machen, wenn er mit dem „darknet“ experimentieren würde?
Zur Erläuterung: Das darknet ist der Versuch, sich im Internet – durch Maskierung  – in absoluter Anonymität bewegen zu können. Also man versteckt seine Authentizität (das und was man wirklich ist) um sich unter einer Identität zu bewegen, die nicht zurückverfolgt werden kann!

Pfui! Das genau will ja das Finanzamt abschaffen und hat deshalb die Nummernkonten in der Schweiz verboten …

Dieses Ziel ist aus technischen Gründen der IT genauso unmöglich wie die absolute Sicherheit von Daten – auch wenn sie mit sehr archaischen Methoden unterstützt wird, kann sie letzten Endes nicht gewährleistet sein. Sonst wären die Erfolge der Armeen des Cyberspace im darknet ja gar nicht möglich. Glaubt mir, man muss nur wissen, wie es programmiert ist. Und gut und fleißig sein. Vielleicht noch ein wenig geschickter als der Gegner. Aber Wege gibt es immer.

Mein Enkel wird mir – wenn er ein wenig im Internet dazu gelernt hat – da bald widersprechen und auf „blockchain“-Technologien und Bitcoin verweisen.

Ist doch dort theoretisch gewährleistet (auch wenn zu einem sehr hohen Preis), dass man mit einer gewählten Identität einen gesicherten Anteil an einem Bruchteil einer total virtuellen (und begrenzten) Menge „hat“, ohne seine Authentizität preisgeben zu müssen bzw. die Rückverfolgung zu dieser unmöglich macht (was übrigens nur für den gilt, der selbst erfolgreiches „mining“ betreibt).

Ein normaler Käufer muss sich sehr wohl „outen“, und dass immer wieder (zumindest so lange bis seine bitcoins wertlos geworden sind).

Wenn der Enkel – oder natürlich die Enkelin – also mit darknet oder bitcoin  anfangen, würde ich mir vielleicht ein wenig Sorgen machen, aber abraten würde ich ihnen bei ihren Experimenten nicht. Beim darknet würde ich zu großer Vorsicht raten, bei bitcoin hätte ich Angst, dass sie verrückt werden, kenne ich doch persönlich viele, die daran geglaubt haben und zum Teil tragisch geendet sind (oder im besten Fall nur verrückt geworden sind).

Jetzt könnte ich mir aber vorstellen, dass Kinder auch unter 16 Jahren rein gesetzlich betrachtet sehr wohl versuchen dürfen einen Bruchteil eines bitcoin zu generieren und das ohne Erlaubnis ihrer biologischen Erzeuger. Müssen sie doch nur ein paar Asic-Systeme geschickt zusammen bauen – Jugend forscht ja gerne.

Und wenn sie bitcoins erfolgreich generieren, dann haben sie welche. Obwohl das wahrscheinlich gar nicht ihr Eigentum ist sondern nur ein „durch Rechenleistung und Algorithmen hergestellter Besitz“ – witziger weise ein ganz kleines Stück an einem virtuellen und begrenzten Zahlenraum. An dem irgendwelche Analysten glauben und Spekulanten dafür Geld geben. So wie bei den Tulpen in Holland vor langer Zeit war.

Denn die spannende Frage, ob Bitcoin virtueller Besitz oder virtuelles Eigentum ist, konnte meines Wissens bisher nicht geklärt werden. Die Tulpenzwiebeln zumindest waren real – angeblich konnte man sie sogar essen, wie sie nichts mehr wert waren.

Das war jetzt schwere Kost. Ich weiß, dass das sogar viele, die regelmäßig über bitcoin und blockchain reden und schreiben nicht verstehen. So verzeiht mir bitte meine Abschweifung.

Ich könnte noch soviel von spannenden – und auch einfacheren – Dingen erzählen, die im Internet passieren und mache das bei Gelegenheit vielleicht auch hier demnächst. Und so überschätzte Themen wie Pornographie oder auch das „Mobben in Facebook“ sind garantiert nicht das Wesentliche, auch wenn viele Erwachsene ganz gerne ab und zu mal einen Porno anschauen (und dies selbstverständlich leugnen). Und auch nicht „Parship“, Elite-Partner und Tinder. Da gibt es schon noch mehr wirklich Aufregendes – und das in vielen Dimensionen.

Aber unsere Kinder müssen jetzt Pappi & Mammi fragen, wenn sie eine neue Social Media Plattform im Internet ausprobieren wollen. Wo diese doch so viel Wichtigeres zu tun haben, wie Geld verdienen und am Wochenende Erst- und Zweiwagen putzen müssen.

Aber zurzeit bin ich in Griechenland und die Sonne scheint – und das ist mir irgendwie wichtiger! Bis dann.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 24. Mai 2018

Warum die DSGVO absolut in die falsche Richtung geht.

Roland als Insel-Philosoph mit (sauberer) Wäsche in Sifnos (Kykladen, Griechenland).

Eine philosophische Betrachtung.

Weil die #DSGVO morgen (am 25. Mai 2018) wirksam wird. Wie ich meine, kein guter Tag.

Meine These:

Wir denken zu viel an Eigentum und zu wenig in Allmende.

Wir streben ausschließlich nach Besitz.

Obwohl gemeinsames soziales Leben, Erleben und Überleben auf der Agenda stehen müsste.

Hier ein paar Begründungen:

  • 62 Superreiche besitzen so viel wie die halbe Welt.
  • Wieso ist es selbstverständlich, dass Menschen („natürliche Personen“) beliebig Grund und Boden in Besitz nehmen (kaufen) und als Eigentum haben und vererben können?
  • Wieso darf jeder ein Auto besitzen (das selbstredend beträchtlichen Schaden am Gemeinwohl verursacht)? Oder eine Yacht? Oder ein Schloß? Oder Ländereien? Oder eine Insel im Meer?
  • Wieso können große soziale Systeme mit einem ökonomischen Ziel (Unternehmen genannt) komplett einem (oder wenigen) Menschen oder wiederum anderen Unternehmen „gehören“? Dies vernetzt bis zur totalen Intransparenz?>

Diese und ähnliche Fragen kann ich beliebig fortsetzen. Irgend etwas ist faul mit dem Recht an Eigentum. Wir brauchen eine neue Geisteshaltung zu EIGENTUM!

Heute wird in den zivilisierten Ländern eine „Tugend“ gelebt – die  sich „Besitzstandwahrung“ nennt.

Unser Grundrecht Nummer Eins: Das Wahren von Besitzstand!

Dass Menschen, die laut Gesetz „natürliche Personen“ sind, über ein Eigentumsrecht verfügen wollen und auch sollen, das verstehe ich – und wünsche ich mir für mich persönlich ja auch.

Aber das muss doch sinnvoll begrenzt sein, wenn die Welt funktionieren soll. Nur so werden wir in Frieden, ohne Krieg und Unterdrückung, mit Menschenwürde für alle, in gegenseitigem Respekt und in Liebe leben können!

Und jetzt institutionalisieren wir neben dem Eigentum an Dingen, Ideen und Gedanken auch noch ein „Eigentum an unseren Daten“. Also: Spinnen wir oder sind wir noch bei Trost? Wir wissen nicht einmal, was immer das sein mag (unsere Daten), aber wird sind mal wieder mal motiviert, weil wir Angst haben. So manifestieren wir unseren Eigentums- und Besitz-Wahn weiter. Dabei sollten wir versuchen, ihn Schritt für Schritt zu therapieren.

Und es stellen sich weitere Fragen:
Warum haben „natürliche und juristische Personen“ die selben Eigentums-Rechte?

„Juristische Personen“ wie Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, limited company usw. – im französischen übrigens treffend als „société anonyme“ bezeichnet – haben mehr oder weniger die selben Rechte an Eigentum wie die „natürlichen Personen“. Das habe ich noch nie verstanden.

Stirbt eine „natürlichen Person“ kommt als Problem das „Vererben“ dazu. Es verstärkt die Polarisierung von „arm und reich“. Dieses zu lösen, gelingt unserer Gesellschaft nicht, obwohl ich hier schon eine Reihe guter Vorschläge gehört habe (den wesentlichen Teil des Erbes an „ALLE“ verteilen oder für die Finanzierung eines BGEs zu verwenden).

„Juristische Personen“ können ein langes Leben haben und ihr Eigentum beliebig mehren. Erschwerend kommt dazu, dass Eigentum sich in der Regel von selbst vermehrt. Ihr Eigentum macht sie immer mächtiger und ihre Macht immer reicher. Sie sterben keines natürlichen Todes, können allerdings Insolvenz gehen (if not to big to fail ?). Was passiert bei Insolvenz? Auch im modernisierten Insolvenz-Recht steht der Gläubigerschutz  (Schutz des Eigentums der Gläubiger) immer noch vor dem Erhalt des Unternehmens. Was gerade kleinen Unternehmen oft zum Verhängnis wird und den großen dann nutzt.

Welche Arten von Eigentum gibt es denn überhaupt?

Zuerst mal haben wir ein Eigentum an Dingen. Das ist nach meiner Meinung nur dann in Ordnung, wenn die Dinge nicht aus dem (Be-)Reich der Allmende sind und die konkrete Eigentumssituation das Gemeinwohl nicht schädigt.

Schwieriger wird es schon beim geistigem Eigentum und beim Eigentum an Rechten.

Wieso können die genauso so vererbt werden wie dingliches Eigentum?

Und vor allem:

Kann es wirklich sein, dass jemand, der in einer glücklichen Situation (das richtige Team, die richtige Umgebung, die richtige Inspiration, die richtige Kommunikation, das richtige Talent, die richtige Idee, die glückliche Umsetzung) ein Patent erfunden und erarbeitet hat, dann Jahrzehnte über ein Einkommen verfügt, das es ermöglicht sich jedes Jahr eine oder mehrere Immobilien in Munich City zu kaufen? Das er an seine Erben weitergibt?Macht es Sinn, dass die arme Bestseller-Autorin nach ein paar Jahren zur Milliardärin wird?

Die überhöhten Einkommen und „Werte“ von Fußball-Stars werden oft angeprangert. Auch sie sind nur möglich aufgrund von „Urheber-Rechten“, die massen-medial ausgenutzt werden.

Die irrationalen Vorstandsgehälter begründen sich wohl auch nur auf die mediale Überhöhung der Bosse. Das viele Geld jedoch, dass sie erhalten, wird durch die kollektive Klasse des Unternehmens erarbeitet, also den Menschen, die den Namen des Konzerns vergolden.

Die Leistung eines Künstlers soll natürlich vernünftig entlohnt werden. Und wenn ein großer Künstler arm lebt und stirbt und posthum seine Werke wertvoll werden, ist das natürlich dumm gelaufen.

Aber beruht nicht jedes Werk auf der sozialen Teilhabe vieler Menschen und wird es nicht aus vielen Quellen gespeist. Lebt der Künstler nicht immer von Vorbildern und erlebten Mustern anderer Menschen, die es so mit geschaffen haben? Gilt dies nicht auch für den erfolgreichen Patentinhaber?

Und noch eine Frage:

Wie kann es sein, dass „natürliche“ und „juristische“ Personen die selben Rechte an Eigentum haben?

Ein wesentlicher „Strickfehler“ unserer gesellschaftlichen Ideologie scheint mir zu sein, dass das Recht an geistigem Eigentum im selben Maß „juristischen Personen“ zugebilligt wird wie „natürlichen“? Sollte die Musik eines Bob Marley oder der Beatles nicht den Menschen dieser Welt gehören und nicht Konzernen, die diese Rechte „erworben haben“ und maximal ausbeuten.

Gilt dies nicht auch für die Theaterstücke von Bert Brecht? Sind die Verjährungs-Zeiten der Walt-Disney-Gesetze, (die so heißen, weil sie auf Betreiben des gleichnamigen Konzerns mehrfach verlängert wurden), nicht viel zu lang?

Und jetzt gibt es auch noch ein Eigentum an den Daten? Wie pervers ist denn das?

Ich bin der Meinung, dass wir
Keinen Datenschutz brauchen sondern eine Pflicht zur Transparenz!

Ich würde mir wünschen, dass „juristische Personen“ alle ihre Daten veröffentlichen müssen. Diese sollten absolut transparent sein!

Und die Instanzen, die Geheimhaltung brauchen, um uns zu unterdrücken und zu manipulieren, sollten wir abschaffen. So sollte der „whistelblower“ ausgezeichnet und der Geheimniskrämer zu Rechenschaft gezogen werden (wie in meiner Denke auch der Deserteur der Held ist aber nicht der „loyale Soldat, der für die „gute Sache“ bereit ist zu töten)!

Wenn ich die Menschen frage, warum sie für Datenschutz sind, höre ich überwiegend drei Arten von Begründungen:

  • Die Menschen fürchten die staatliche Überwachung und Kontrolle
  • Sie haben Angst vor noch schlimmerer Manipulation durch Marketing zum Beispiel der großen Konzerne.
  • Sie fürchten gesellschaftliche Diffamierung und soziale Ausgrenzung.

Überwachung und Kontrolle finden eh statt, weil für Geheimdienste und Verfassungsschutz die DSGVO nicht gilt (auch nicht gelten kann). Durch die aktuelle Beschneidung der Grundrechte wird dies auch zugunsten anderer Institutionen immer weiter ausgehebelt.

Die Manipulation findet im Marketing jetzt schon statt. Wäre es da nicht sinnvoller die grenzenlose Zügellosigkeit im Marketing radikal einzuschränken als ein für diesen Zweck mehr oder weniger wirkungsloses Datenschutzgesetz zu machen?

Und wäre es nicht besser, die großen Konzerne, die mittlerweile ja Basis-Bedürfnisse befriedigen zu zerlegen und als dezentrale Unternehmen nach den Regeln der Gemeinwohl-Ökonomie neu aufzusetzen. Bei globalen Aufgaben gerne in einem globalen Verbund, aber bitte ohne Wachstumswahn und „share-holder-value“-Anspruch“.

Die Angst vor Diffamierung nehme ich persönlich sehr ernst. Zu sehr habe ich kann ich das Unglück eines Menschen nach empfinden, der von einer kranken Gesellschaft stigmatisiert wird. Da gibt es viele Beispiele wie Homosexualität, sexuelle Fehltritte wie Verlust der Jungfernschaft vor der Ehe, einer Abtreibung oder Vorstrafe, die  Zugehörigkeit zu einer „falschen Religion“,körperlichen Gebrechens (wie z.B. Beschneidung) oder Krankheiten (Aids …).

Aber ist es auch dann nicht besser, an Stelle von Datenschutz-Gesetzen lieber dafür zu sorgen, dass die gesellschaftliche Diffamierung zu Ende geht. Wie es ja in Deutschland zumindest formal bei homosexuellen Paaren gelungen zu sein scheint?

Denn eins dürfen wir nicht vergessen:

Es war schon schwer genug in der Papier-Welt Dinge geheim zu halten. Eigentlich ist das nur in „faschistoiden“ Systemen (und auch dort auch nur begrenzt) möglich. In der „Digitalisierten Welt“ ist Geheimhaltung aufgrund der technischen Grundanlage ganz einfach unmöglich. Und das finde ich gut so!

Wenn Ihr mir jetzt sagt, mein Artikel wäre utopisch, dann antworte ich, dass wir nur mit Utopien unsere Welt ein klein wenig besser machen können.

RMD

Anmerkung zum Thema Eigentum und Einkommen:
Sina Trinkwalder (@manomama) hat mal getwittert, dass sie der Meinung wäre, man sollte beim Jahreseinkommen den Teil über 200.000 € besteuern sollte und die Summe darunter nur so weit wie wirklich notwendig. Weil man von 200.000 € im Jahr sehr gut leben könne. Eine Meinung, die ich teile. Die aber einen kleinen Shit-Storm hervor gerufen hat. In meiner Einschätzung besonders von Menschen, für die ein Jahreseinkommen von 200 000 € lebenslang eine Illusion bleiben dürfte,

Roland Dürre
Sonntag, der 22. April 2018

Kulturtechniken – Wie sie kommen und gehen!

Heute mal wieder so ein Wort zum Sonntag. Und ich will wirklich nicht den Pfarrer oder Oberlehrer spielen.
Nur:
Wir sind geochronologisch im Anthropozän und die Welt steht am Abgrund. Ursache ist die Spezis Mensch. Und wir tun so, als ob nichts los wäre!


Was wir gestern getan haben, war schon gestern nicht „richtig“ und nicht „gut“. Heute könnte es „grottenfalsch“ sein und morgen reißt es uns vielleicht in den Abgrund. Also müssen wir die Dinge radikal ändern.

Dabei gibt es kein „richtig“ und kein „falsch“; auch kein „gut“ und kein „schlecht“. Es gibt nur einen Fakt: Zurzeit zerstören wir das Leben auf diesem Planeten in einer für die Geschichte der ERDE affenartigen Geschwindigkeit. Wir könnten auch versuchen, das Leben in all seinen Dimensionen zu mehren oder zumindest zu bewahren.
Es geht eigentlich nur um die Frage, was wir wollen.


Roland – so in dem Alter, wie es
mit dem Stress los ging.

Ein Appell für selbst bestimmtes Lernen und die Einsicht, dass uns das „Denken von gestern“ nicht so recht weiter helfen.

Das ist ein ergänzender Artikel zu meinem letzten, in dem ich behauptet habe, dass unser Schul-System den Kindern genau das verwehrt, was die Erwachsenen für sich beanspruchen. Oder andersherum dass wir von Kindern genau das verlangen, was wir Erwachsene für uns aber so auch gar nicht wünschen.

In diesem Artikel meine ich, dass Kinder vom „System“ gezwungen werden Dinge zu lernen, die sie zuerst mal gar nicht interessieren. Und die auch die Erwachsene gar nicht mehr oder nur noch rudimentär können. Meine Gedanke ist, dass wir den Kindern die Freiheit geben sollten, selbst heraus zu finden, was sie interessiert und motiviert. Auf was sie neugierig sind.

Und wir sie nicht in ein Schema von alten Vorurteilen pressen, wie das jeder Rechnen, Lesen und Schreiben können müsse. Dass auch diese vermeintlichen Wahrheiten genauso hinterfragt werden dürfen (müssen) wie viele andere selbstverständliche Gewissheiten.

Digitalisierung und Kulturtechniken?

Die Digitalisierung – wie jeder technologische Fortschritt – verändert die Art zu leben. Kulturtechniken werden immer weniger gebraucht – genauso wie früher Überlebenstechniken. Zum Teil sind sie schon aus dem täglichem Leben eines „normalen Menschen“ verschwunden.

Alles ist im Wandel und darf kritisch hinterfragt werden!

Ich meine, dass dies auch für die sogenannten „Kulturtechniken“ gelten muss (wie Lesen, Schreiben, Rechnen, Fremdsprachen beherrschen …). Deren Wert für unsere Gesellschaft wird nach meiner Meinung völlig überschätzt.

Die Technik und der gesellschaftliche Wandel haben ja auch „Überlebens-Techniken“ ersetzt. Wir quälen unsere Kinder ja auch nicht mehr mit Überlebens-Techniken. Aber von Kultur-Techniken glauben wir, dass sie unersetzlich sind.

Wie war das früher?

Früher verfügten die Menschen über Überlebenstechniken. Die waren wichtig fürs Überleben. Dazu gehörten Fähigkeiten wie Jagen und Zerlegen der Tiere, Feuer entfachen, Pflanzen sammeln und später anbauen, Schlachten und Essen zu zubereiten wie auch handwerkliche wie das Bearbeiten von Holz und Stein oder Töpfern. All das – bis aufs Töpfern vielleicht im Fach Kunst – lernt heute kein Kind mehr.

Heute werden die Kultur-Techniken gedrillt. Vielleicht waren die Überlebens-Techniken die Kultur-Techniken von früher? Fürs Überleben sorgen heute Institutionen mit ihren Spezialisten und Maschinen!

Die Spezialisierung, „Maschinisierung“ und Digitalisierung gelang nur mit Kulturtechniken,  ohne Lesen, Schreiben oder Rechnen war die kaum möglich. Und da wir keine Maschinen dafür hatten, mussten wir es selber machen.

Viele „Fächer“ werden also nicht mehr gelehrt, weil man sie nicht mehr braucht. Trotzdem verschwindet das meiste Wissen nicht. Außerhalb des Spezialistentums gibt es eine Reihe von Menschen, die sich selber  qualifizieren, als Gärtner*Innen, Heimwerker*Innen, Koch*Innen usw. Die haben das aber nicht in der Schule gelernt, sondern es sich selbst beigebracht. Vielleicht gelegentlich auch mal einen Kurs besucht. Einfach, weil es ihnen Spaß macht oder sie vielleicht aus finanziellen oder anderen Gründen dazu motiviert waren.

Wo sind Handwerken und Haushaltskunde geblieben?

In meiner Kindheit gab es in der Schule auch so einen Rest von „alten“ Überlebenstechniken“ als Schulfach. Das war natürlich geschlechts-spezifisch, für männliche Schüler war es „Handwerken“, für die Schülerinnen“Haushaltskunde“.

Denn ein Mann sollte schon ein wenig mit Holz oder anderen Werkstoffen  umgehen können, war er doch für die Reparaturen zuständig. Eine Frau war früher zuerst mal Hausfrau – für die gute Führung des Haushalts war in der damaligen Wertigkeit das Kochen, Putzen, Stricken und Flicken von Socken und Strümpfen wichtiger als das Studium der Wissenschaften.

Keine Spezialisierung ohne Kulturtechniken!

Die Gesellschaft wurde spezialisierter, so wurde in Schulen Lesen und Schreiben gelehrt, weil dies zwingend notwendig war für den zivilisatorischen Fortschritt. Denn die Wissensquellen waren nicht mehr erzählte Geschichten sondern gedruckte Produkte wie Bücher und später dank beweglicher Lettern die Zeitungen. Also musste man lesen und rechnen können.

Wer kann noch rechnen?

Auch das Rechnen im Kopf und auf Papier wurde allgemein in den neuen Pflichtschulen gelehrt. Das war ein großer Fortschritt – konnte man doch ein Jahrhundert davor z.B. das Multiplizieren in Deutschland nur an ganz wenigen auserwählten Hochschulen lernen. Und das auf eine sehr seltsame Form (nämlich mit der Logarithmen-Tafel).

Und seit ein paar Jahrzehnten haben wir wieder eine große Veränderung. Rechnen braucht keiner mehr, denn wir haben Taschenrechner, sogar auf dem Telefon, das kein Telefon mehr ist. Wer kann den heute noch lange  und mehrstellige Zahlenkolonnen mit vielen Stellen sauber auf Papier addieren – so wie wir das in der Schule im Fach „Buchführung“ stundenlang gemacht haben? Wer kann noch auf Papier multiplizieren, dividieren oder sich gar einer Wurzel annähern?

Rechnen im Kopf, das können nur noch ganz wenige. Wer ist denn noch in der Lage, schnell auszurechnen, wieviel er zahlen muss, wenn er zu den 6 Flaschen Wein zum Preis von 2,69 € noch 4 Schokoladen aus dem Sonderangebot à 69 Cent und 3 Semmeln à 37 Cent dazugelegt hat.

Ich erinnere mich, dass das früher für mich ganz normal war. Heute bedarf es für mich einer erheblichen Anstrengung, die obige Rechnung korrekt im Kopf auszuführen. So etwas können nur noch Menschen, die von dieser Magie begeistert sind und intrinsisch motiviert sich es selbst beigebracht haben und regelmäßig üben.

Gibt es das noch: „Auswendig lernen“? 

Für mich waren Gedichte ein Drama, in der „Volksschule“ wie im Gymnasium. Das „auswendig Lernen“ von diesen ist mir schwer gefallen. Ich empfand es eine grausame und fast unmögliche Hausaufgabe. Und hatte ich die fünfte Strophe darauf, dann hatte ich die ersten vier vergessen. Wenn ich dann von vorne anfangen habe war das Ende weg  … Und konnte ich das Gedicht am Abend war es schon am Morgen wieder weg. So bin ich froh, dass man heute in

„Auswendig Lernen“ war auch einmal eine wichtige Kulturtechnik. Besonders bevor es die Schrift gab. Mit „auswendig Lernen“ wurden früher die Geschichten der Menschheit transportiert. Heute benötigen das nur noch die Schauspieler. Und auch hier kenne ich Menschen, die eine unheimliche Freude haben, sich Verse zu merken.

Wie schlimm ist Analphabetismus?

Und wir haben wieder eine große Veränderung. Die Digitalisierung schafft Lesen und Schreiben ab. Die Masse braucht nicht mehr lesen zu können. Es genügt, wenn das die „Elite“ (einige wenige Prozent der Bevölkerung) kann.

Ein gutes Beispiele ist hier Martin Luther, der seine schriftlichen Pamphlete an hölzerne Türen nagelte und damit – obwohl zu seiner Zeit nur ganz wenig Menschen lesen konnten – die Welt aus den Angeln hob.

Ich vermute mal, dass das mit dem Schreiben und Lesen ähnlich werden wird? Wer will noch lange Texte lesen, wenn er in Whatsapp genauso gut Sprachbotschaften senden kann? Und er seine Emotion ohne schreckliche Emojis viel besser über seine Stimme (und beim Video über seine Mimik und Gestik) rüberbringen kann?

Wer will noch zum Buch oder „E-Reader greifen“, wenn er Hörbücher hat. Warum soll man Texte noch lesen, wenn man sie jederzeit in hoher Qualität vorgelesen bekommt?

IF-Blog als Podcast?

„Voice“ stört moderne Menschen nicht, sie laufen ja eh dauernd mit einem Kopfhörer herum! Weil sie die Hände und Augen zum Autofahren oder Computerspielen brauchen. So verwundern mich auch die sich häufenden Anfragen nicht, ob ich nicht meinen IF-Blog auch als Podcast-Blog anbieten könnte.

Auch beim Lesen und Schreiben gehe ich davon aus, dass nur noch ein Teil der Menschen dies in Zukunft beherrschen wird. Manche werden rudimentär dazu in der Lage sein. Andere werden es intrinsisch lernen, weil sie Spaß daran haben oder weil sie es für spezielle Aufgaben halt doch noch brauchen, wie vielleicht fürs Programmieren 🙂

Obwohl Programmieren kein gutes Beispiel ist, erfolgt es doch auch immer mehr im „Clicky-Clicky-Modus“ mit graphischen Elementen? Und vielleicht macht das eh bald die künstliche Intelligenz?

Ich selbst musste als Kind „Stenografie“ und „Schreibmaschine schreiben“ (Zehnfinger-System) lernen. Mein Vater hat das für  eine notwendige  Voraussetzung  für meinen späteren beruflichen Erfolg als „Weißer-Kragen-Arbeiter“ gehalten. Wir Kinder dieser Generation sollten es ja mal besser als unsere Eltern haben.

Im Leben hat mir das nicht so richtig genutzt. Aber als Jugendlicher hatte ich mit Steno (nicht mit Maschinenschreiben) viel Spaß – es war viel angenehmer als Handschrift. Sogar heute habe ich eine wahnsinnige Freude, „Steno“ zu schreiben. Ist für mich so eine Art von Kaligraphie, die ich immer wieder ganz alleine für mich male. Was habe ich aber noch in der Schule gelernt? Englisch und Französisch!

Warum soll ich noch Fremdsprachen lernen?

Warum soll ich heute noch Französisch lernen. Ich möchte gerne die Berichte meiner chinesischen, griechischen, holländischen, polnischen oder russischen „Freunde“ in Facebook verstehen will. Französische Freunde habe ich eigentlich gar nicht mehr.

Gibt es doch immer besser werdende Übersetzungsprogramme, die nach meiner Erfahrung heute schon ganz gut funktionieren aber durch den Fortschritt bei den selbstlernenden Systemen noch deutlich besser werden können.

Die übrigens als „Künstliche Intelligenz“ (KI) bezeichnet werden – was inkorrekt ist, denn die aktuelle Implementierung von KI ist eher „mit Technik generierte Erfahrung“. Ich meine, dass es besser wäre, wenn nur die Menschen Fremdsprachen lernen dürfen (müssen), die ihre Freude daran haben. Und dass es auch so kommen wird.

Denn wenn ich beim Bäcker im fremden Land etwas kaufen will, dann sage ich es einfach durch mein Mobil-Telefon in der lokalen Sprache.

Die humanistische Ausbildung gibt es ja auch noch?

Altgriechisch und Latein sind „tote“ Sprachen. Aktuell werden sie noch an den „Humanistischen Gymnasien“ zwangsgelehrt – wenn man als Kind das Pech hat, von seinen „humanistischen“ Eltern auf ein solches geschickt zu werden.

Wenn wir diese beiden Vintage-Sprachen abschaffen, werden sie übrigens nicht aussterben, weil es bestimmt ein paar Liebhaber geben wird, die sie weiter pflegen werden. Und wenn einer Medizin studieren will, dann kann er ja in kurzer Zeit das kleine Latinum nach machen! Apropos „Humanismus“ – mein „Lieblingsfach“ ist ja der Religionsunterricht.

Was hat der Religionsunterricht an den Schulen verloren?

Der ist auch immer noch Schulfach und wird ganz normal im Zeugnis benotet! Man kann sich zwar davon „befreien“ lassen (man beachte den treffenden Begriff), bekommt dann allerdings „Freistunden“ am Vormittag und muss zur Strafe am Nachmittag in den Ethik-Unterricht. So habe ich es bei unseren Kindern erlebt und zumindest war das so, bevor die für mich unsägliche Ganztages-Schule kam. Wie sehr habe ich in der Schule die freien Nachmittage genossen und genutzt. Aber zurück zum Religions-Unterricht.

Viele Menschen trauen sich ja generell nicht, sich zu befreien. Wenn ich aufgrund von vermeintlicher oder echter sozialer Zwänge ein Kind in einen Unterricht zwinge, dann ist das Zwangsunterricht. Und so werden die Kinder mit Gedankengut unterrichtet (sprich indoktriniert), das psychische Schäden hinterlassen kann.

Zum Beispiel, weil der eine oder andere „Religions-Lehrer“ immer noch gerne die Angst vor dem alles kontrollierenden und bestrafenden Gott als pädagogischen Hilfsmittel nutzt. „Das Paradies im Jenseits“ und „Die Jungfrauen im Himmel“ will ich hier gar nicht bemühen.

Perverse Kulturtechniken!

Gerade Religion sollte nur gelehrt werden, wenn der Betroffene dies sich ganz aktiv und von Herzen wünscht. Und freiwillig dorthin geht.

Das gilt übrigens auch für die Beschneidung, ganz gleich ob von Männern oder Frauen. Beschneidung ist wohl die schlimmste „Kulturtechnik“, die mir einfällt. Vor solchen Beschädigungen müssen wir Kinder zumindest in unserem Lande schützen. Dass die Beschneidung von Generation zu Generation als „Heilige religiöse Tradition“ weiter gegeben wird, darf kein Grund sein, sie zu legalisieren. Das ist dann wieder so eine grausame Form von falsch verstandenem Humanismus.

Beschneidung gehört wirklich abgeschafft. Bei Frauen wie bei Männern. Für mich ist es eine Schande, dass es in Deutschland möglich ist, aus religiösen Gründen Frischgeborenen so etwas an zu tun.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 30. Dezember 2017

unAMTLICHE TERRORWARNUNG!

München, 30. Dezember 2018, 12:00 – Quelle IF-Blog

Eilt:
Unamtliche Terrorwarnung der Alarmstufe 4 an die Bevölkerung vor allem in den Ballungszentren der BRD. 

Ein Milliarden-Geschäft!

Vorsicht:
Eine große kollektive Masse, bestehend aus nicht unbedingt religiösen jedoch als fanatisch zu bezeichnenden Menschen wird morgen zum Opfer des Konsumterrors. In ziemlich genau 36 Stunden wird es einen Feinstaub-Anschlag der Kategorie 1 auf die Umwelt (nicht nur) in Deutschland geben.

Ziel des kollektiven Terrors wird die Atemluft vor allem in den Großstädten sein. Unter diesen Kleinterroristen befinden sich – nicht ganz überraschend – viele Autofahrer, die ihr unheilvolles Wirken übers Jahr hinweg mit einem Paukenschlag vollenden. Bis zur letzten Patrone werden sie sich durch die Nacht böllern.

Diese Umwelt-Katastrophe hält an bis in die Morgenstunden des 1. Januars. Sie wird ausgelöst durch das massenhafte Abfeuern von Feuerwerkskörpern. Erst am 1. Januar in der Früh kann wieder Entwarnung gegeben werden. Der Haupt-Angriff auf unsere Gesundheit um Mitternacht wird zirka eine Stunde dauern. Vereinzelte weitere Explosionen und Emissionen sind in den folgenden Stunden und Tagen weiter möglich.

Besonders an ältere, gebrechliche und kranke Menschen wie auch an Kinder ergeht die dringende Anweisung, in der Nacht vom 31. 12. 2017 auf den 1. Januar 2018 ihre Wohnungen nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten. Jede körperliche Bewegung an der frischen Luft wie zu Fuß gehen oder Radfahren ist strikt zu vermeiden.

Aufgrund von kollateralen Ereignissen zu dieser Eruption ergeht diese Anweisung auch an alle Frauen (siehe ergänzende Sexismus-Warnung weiter unten).

Der entstehende Lärm ist ein Kollateralschaden des terroristischen Anschlages, er ist aber eher zu vernachlässigen. Zwar erinnert er an Krieg und Bombardierung und könnte so traumatisierte Menschen gefährden. Wesentlich wird dadurch aber nur die Tierwelt geschädigt.

Körperliche und psychische Verletzungen wie wie materielle Schäden an Gegenständen und Immobilen werden sich glücklicherweise in Grenzen halten, da die Raketen keinen  militärischen „pay-load“ enthalten und die verwendeten Sprengsätze – wir hoffen alle ohne Ausnahme – entschärft sein werden (in Fachkreisen als „kastrierte Sprengkörper“ bezeichnet).

Gewarnt werden muss aber weiter massiv vor dem erhöhtem Alkoholkonsum der beteiligten Wohlstands-Terroristen. So ist es wahrscheinlich, dass es in „anonymen Situationen“ zu zahlreichen sexistischen Übergriffen (von Anmache, körperliche Annäherung bis hin zu Vergewaltigungen) kommen wird.

Deswegen sollten besonders Frauen Plätze meiden, an denen es zu Massenaufläufen kommt. Vor allem sind dies Bahnhöfe wie Plätze an sonstigen Verkehrsknotenpunkten.

Wenn eine Frau an zur kritischen Zeit wirklich das Haus verlassen muss, dann sollte sie dies nur mit Ganz-Körper-Vermummung (Vollverhüllung) und in Begleitung von mehreren starken Männern tun.

Alle, die sich dieser unamtlichen Warnung widersetzen, sind für etwaige Folgen selber verantwortlich und dürfen sich nicht auf ein „Ich hab’s nicht gewusst“ herausreden!

RMD

P.S.
Dieser Artikel ist nur zum Teil lustig gemeint. Denn das mit dem Feinstaub an Silvester ist überhaupt nicht lustig. Interessant ist auch, dass das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz „amtlich“ davor warnt, dass explodierende Feuerwerkskörper zu Verletzungen führen können.
Von der essentiellen und massiven Erzeugung von Feinstaub durch das Wahnsinns-Feuerwerk hört man von dieser Seite aber nichts. Aber immerhin vom entsprechenden Bundesministerium. Die Kirche hatte mal einen Slogan, der hieß „Brot statt Böller“. Der ist aber wohl auch aus der Mode gekommen?

Klaus Hnilica
Samstag, der 28. Oktober 2017

Rumpelstilzchen versagt – ein Bericht aus der realen Märchenwelt

Wissen Sie – ich hab’ als Kind schon das Rumpelstilzchen geliebt! Das war so spannend, wie es da im finsteren Wald vor einem Feuerchen tanzte – und „ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß“, geträllert hat! So aufregend war das, dass ich gar keine Worte dafür finde…

Ja und auch wie es dann schon ein paar Sätze weiter in der Geschichte sich vor der Königstochter zerrissen hat – herrlich! Welch eine Konsequenz und Tapferkeit – sich einfach so zu zerreißen! Ich hab’ dieses eindringliche Bild immer in mir getragen!

Und nun die Ernüchterung! Diese unappetitliche „Rumpelstilzchenaffäre“! Sie haben das sicher auch in der Presse gelesen: es geht da um eine Affäre zwischen dem europäischen Hochadel und einem deutschen Müller!

Königs und Müllers sollen zusammen ein übles Ding gedreht haben bei dem es um viel Geld geht!

Europäisches Geld – versteht sich!

Und zwar soll der besagte Müller – genauer ein gewisser ‚Soja-Müller’ – mit dem weltgrößten Sojamehl Versandhaus im Rücken,  zusammen mit einem höchst respektablen europäischen Königshaus versucht haben – aus Stroh Gold zu machen!

Und das obwohl er, der Müller, gar kein Stroh hat, sondern nur ‚Sojakuchen’! Also praktisch nur den Abfall aus der Sojamehlherstellung – aber kein Stroh!

Dabei hätte es für Stroh aus dem Landwirtschaftsfond der Europäischen Kommission ordentlich Subventionen gegeben, aber nicht für Kuchen, also ‚Sojakuchen’, versteht sich!

Für die Aktien des Sojamehl Versandhauses war das natürlich nicht gut! Ja sogar eine regelrechte Katastrophe! Schließlich sind Aktien auch nur Menschen, d. h. hinter ihnen verstecken sich Menschen.

Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen! Genau wie bei des Müllers Töchterchen Annegret, die schon seit jeher eine Riesenschwäche für alles Königliche hatte.

Insbesondere seit dem letzten ‚Opernball in Wien’, wo sie mit einem ganz süßen Jungkönig Linkswalzer getanzt hat, Linkswalzer bis sie schwindlig wurde – und  in die blaublütigen Arme des Jungkönigs gesunken ist.

Arme, die sie wegen des niedrigen Aktienkurses, dann auch umgehend vor den Traualtar geleitet haben. Kein Wunder, dass dadurch nicht nur die Liebe dieser beiden Turteltäubchen hochschnellte, sondern auch die Aktienwerte des ‚Sojamehl Versandhauses’! Und wie die hochschnellten!!

Klar, dass dies ein Raunen in der Welt der finanzstarken Oligarchen auslöste und schon nach wenigen Tagen ein so genanntes ‚Rumpelstilzchen’ auf den Plan rief; eines von dem niemand wusste wer es war und woher es kam und wie es wirklich hieß?

Doch emsig wie es war, dieses ‚rumpelnde Stilzchen’, hatte es im Handumdrehen mit den Stimmen Rumäniens, Bulgariens und des frisch vermählten Königreiches bei der Europäischen Kommission eine Mehrheit dafür erreicht, dass ‚Sojakuchen’ zukünftig als Stroh deklariert werden darf und somit durch EU – Gelder vergoldet wird!

Unglaublich was so ein Rumpelstilzchen alles kann, und gut dass niemand weiß wie es wirklich heißt…

Dass bei diesem ‚Deal’ auch der österreichische Rum-Hersteller namens ‚Stroh’, mit einer größeren Liefermenge seines 85%-tigen ‚Stroh-Rums’ an den EU – Ratspräsident Junker, als solch ein Rumpelstilzchen fungiert haben soll, ist allerdings eine dieser hässlichen „Fake News“ aus Russland, die einzig und allein dazu dienen, die Europäische Union zu destabilisieren!

Was ja bei Putin niemand mehr überrascht!

Genau so wenig, wie die Meldung, dass die frisch vermählte ‚Sojamehl Königin’ angeblich durch dieses plötzlich aufgetauchte Rumpelstilzchen geschwängert worden sei – und nicht durch den europäischen Hochadel?

Was für eine weitere bodenlose Verleumdung! Nicht einmal ihren feschen Pilates Trainer haben diese lausigen russischen Hacker bei ihrer Desinformationskampagne der jungen Königin zugestanden. Das ist wirklich zum Junge kriegen!

Was ja auch prompt passiert ist.

Immerhin erklärt diese üble Schwangerschaftsverleumdung, warum Rumpelstilzchen unbedingt das neugeborene Kind der jungen Königin an sich reißen wollte? Natürlich weil es einen Vaterschaftstest verhindern wollte, und überhaupt nicht heiß drauf war, für sein segensreiches Tun, auch noch ein  Rumpelstilzchenleben lang Alimente zu zahlen! Klaro!!

Ähnlich ging es der Königin, die ihrerseits ihr Neugeborenes auch ohne jeden Vaterschaftsnachweis behalten wollte! Und das per Twitter sogar postwendend, samt ihren 10 Millionen Followers, dem Rumpelstilzchen unter die lange Nase rieb!

Hätte sie lieber nicht tun sollen! Die königliche Hoheit! Dieses Herumtwittern! Denn der amerikanische Geheimdienst hat mitgelesen, und ebenso postwendend dem angeblichen russischen Rumpelstilzchen wegen versuchten Raubes eines Königskindes mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gedroht…

Nicht glaubwürdig – und für mich persönlich auch sehr, sehr enttäuschend ist allerdings – dass sich daraufhin dieses unbekannte Rumpelstilzchen angeblich wutentbrannt zerrissen haben soll! Genau wie seinerzeit im Märchen!!

Und das vor den blauen Augen der sojamehligen Königin, die von ihrem Kind nicht lassen wollte! Schrecklich – nicht wahr? Sich einfach so durchzureißen! Der Länge nach – von unten nach oben! Grauslich!

Wo man doch heute nach fast 300 Jahren kultureller Weiterentwicklung so etwas viel eleganter mit einem Sprengstoffgürtel aus dem Internet erledigen kann!

In den Medien wär das auch viel besser rüber gekommen!

Und jeder von uns hätte nach der Selbstsprengung des Rumpelstilzchens vor der Königin, dieses schreckliche Geschehen bestimmt zeitnah über sein Smartphon von irgendeiner Videoüberwachungskamera herunterladen können – d. h. wir wären alle dabei gewesen – ganz Europa wär dabei gewesen!

Auch die übliche stereotype Verurteilung dieser feigen und abscheuenswürdigen Tat durch die Politik hätte viel mehr Bürgerinnen und Bürger erreicht – als dieses stille, egomanische ‚Sich – Selbst – Zerreißen’ des Rumpelstilzchens!

Zu dem sich nicht einmal der IS bekannt hat!

Schade ist das! Schade, dass Rumpelstilzchen so versagt hat! Von so einer Sprengung hätten doch alle etwas gehabt? Auch Sie, Sie und Sie! Ja wir alle. Europa wär durch diese Selbstsprengung echt zusammengesprengt worden! Endlich wäre zusammengesprengt worden –  was zusammen gehört! Schade, wirklich schade…

KH

PS: Das herrliche Poster ist von Meike Schwagmann aus der Autorengruppe ‚ZwanzigZehn‘

Hans Bonfigt
Donnerstag, der 19. Oktober 2017

Hell’s Angels

Es war wieder einmal soweit.

Der Rechtsstaat konnte es nicht mehr hinnehmen, „dass Parallelgesellschaften wuchern, in denen seine Autorität und das Gewaltmonopol missachtet werden“.  Laut „Spiegel online“ wurden mehr als 700 Polizisten, darunter auch Spezialeinheiten, mobilisiert, um in Privatwohnungen (!) das am letzten Mittwoch ergangene Verbot gegen den Motorradclub „durchzusetzen“.

Leider war die Aktion wohl nicht von Erfolg gekrönt:

„Es wurden bei der illegalen Durchsuchung von 50 Wohnungen ‚Kutten‘, Schußwaffen, Bargeld und Motorräder sichergestellt“.

Nun muß man kein Kenner der Hell’s Angels sein, um sofort zu sehen, daß die im Spiegel-Artikel von den Bütteln präsentierten Kleidungsstücke mit den ‚offiziellen‘ Kutten der Hell’s Angels nichts zu tun haben, man kann diese sogar in diversen Läden kaufen und selbstverständlich auch öffentlich tragen.

An Waffen hat man ganze zwei Stück gefunden, und die waren mit hoher Wahrscheinlichkeit angemeldet.

Und Motorräder hat man „sichergestellt“, weil diese ja bestimmt zum Vereinsvermögen gehören.

Es ist zwar bekannt, daß Mitglieder der Hell’s Angels auch schon einmal vom Verein einen Kredit bekommen für die Anschaffung eines eigenen Motorrades, aber daß dem Verein irgendwelche Motorräder gehören, ist doch eher unwahrscheinlich.

Keine Sprengstoff, keine Folterwerkzeuge, so gut wie keine Waffen:

Das einzige, was bei dieser völlig unverhältnismäßigen Aktion unter die Räder kam, das allerdings mit einer Gründlchkeit, die man von NRW sonst nicht kennt, war der Rechtsstaat.

 

Ich persönlich hatte nie Interesse an Motorrädern und schon gar nicht an den knatternden Zweizylindern aus Milwaukee, auch wenn sie in einem speziellen Fall („Revolution“) in Weissach konstruiert wurden. Da muß man irgendwie dafür geboren sein. Ich bin es nicht.

Aber ich kenne drei Hell’s Angels – Mitglieder flüchtig. Alle drei gehen unterschiedlichen Berufen nach (Ingenieur, Elektriker, Spediteur), sind „ganz normale“ Menschen — eigentlich sind sie aber das Gegenteil. Mit Menschen wie Altmeier, Schulz oder Künast wollte ich nicht längere Zeit in einem Raum sein, mit den drei „Angels“ hätte ich da kein Problem.

Es klingt bei den Regeln der Hell’s Angels eine Menge Sozialromantik mit, die man vielleicht auch als ’naiv‘ abstempeln kann.  Ich persönlich bin der Meinung, daß Loyalität und Freundschaft ganz wichtige Dinge sind, die zu pflegen es sich lohnt. Es gibt neben dem „MC Hell’s Angels“ andere Clubs, beispielsweise den „KC Römisch-Katholische Kirche“, der ebenfalls Freundschaft und Loyalität einfordert, allerdings zu einem ziemlich abstrakten „Gott“. In der letzten Zeit tat sich dieser Club vor allen Dingen durch massiven sexuellen Kindsmißbrauch hervor, aber das ist nur die Spitze des Eisberges gegen die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die sich der Verein in der Vergangenheit hat zuschulden kommen lassen.  Untereinander ist die Führung ziemlich zerstritten, man sehe sich nur das zutiefst unchristliche Verhalten der Bischöfe gegen den Kollegen Mixa an. Also: Wenn ich mich entscheiden müßte zwischen „MC Hell“ oder „KC Kath“, ich wüßte aber schon ganz genau, bei wem ich mich um eine Mitgliedschaft bewerben würde.

Während der „KC Römisch-Katholische Kirche“ öffentlich gefördert wird und in jedem Dorf seine machterhaltenden Klingelspiele veranstalten darf, ist der „MC Hell’s Angels“ geächtet und wird immer wieder rechtswidrig durch unseren korrumpierten Staat verfolgt.

Betrachten wir doch einmal einen besonders krassen Fall, auch auf die Gefahr hin, daß wir uns wieder einmal schämen müssen, Deutsche zu sein:

 

Das Steintorviertel in Hannover war jahrelang von kriminellen Albanern dominiert, das ganze Viertel war nichts anderes als eine „wuchernde Parallelgesellschaft“, gegen die NRW so energisch und erfolgreich vorgegangen ist. Die Hannoveraner Sektion der Hell’s Angels unter der Führung von Frank Hanebuth übernahm vor etwa 15 Jahren die Geschäfte des Viertels  —  und es war Ruhe. Es gab auch kaum Probleme zwischen Polizei und Hell’s Angels. Leben und Leben lassen.

Das hätte auch so weitergehen können. Nur kam es im Frühjahr 2010 irgenwie anders. Ein Jungstaatsanwalt bekam wohl bei seiner Partnerin keinen mehr hoch und wollte ihr wohl anderweitig zeigen, was für ein toller Hecht er war: Anstatt ein Mitglied der „Hell’s Angels“ einfach nur in einer Routinesache vorzuladen oder auf der Arbeitsstelle zu besuchen (der Mann ist  – oh Wunder –  kein Bordellbesitzer, sondern geht einer ganz normalen Tätigkeit als Konditor nach), wurde mit martialischem Trara ein Hausbesuch mit bewaffnetem Sondereinsatzkommando morgens um 04:00 vorgenommen. Man hatte es nicht nötig, sich als „Polizei“ anzumelden und war im Begriff, die Haustür gewaltsam zu öffnen.

Der so Überfallene ging davon aus, eine Abordnung des rivalisierenden Clubs „Bandidos“ hätte noch eine Rechnung offen.  Die Türöffnung wollte er nicht abwarten und schoß mit seiner  – zugelassenen –  Waffe durch die Tür. Dadurch wurde ein Polizist getötet, leider nicht der „Staatsanwalt“, der diese Farce angeordnet hatte. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt:  Plötzlich konnten sich die Beamten dann doch als „Polizei“ vorstellen, der Besuchte klärte den Irrtum auf, warf seine Waffe durch ein Fenster und stellte sich. Der Mann hat in einer lebensgefährlichen Situation einen klaren Kopf behalten und sich um Deeskalation bemüht. Eine klare charakterliche Bewährung.

Das Opfer von Staats- und Polizeiwillkür wurde in zwei Instanzen wegen Totschlags verurteilt. Jeder Laie kennt unterdessen den Begriff der „putativen Notwehr“, jeder klar denkende Mensch wäre zum gleichen Urteil gekommen wie der Bundesgerichtshof:  Freispruch.

Wie kaputt und korrupt muß unsere Justiz sein, in zwei Verfahren einen Bürger, der zu nachtschlafender Zeit überfallen wird, zu acht Jahren Gefängnis zu verurteilen?  Gegen den Staatsanwalt, der für den Tod des Beamten verantwortlich ist, wurde nicht einmal ermittelt.

 

So weit, so schlecht. Seit den ungeheuerlichen Rechtsbeugungen, begangen 2010 durch die damalige Generalbundesanwältin Monika Harms, sind wir wohl auch alle ziemlich abgestumpft. Doch diese Geschichte endet nicht hier. Sie fängt hier erst richtig an:

 

Von einem „Korpsgeist“ bei der Polizei kann man kaum reden. Kameradendiebstähle, Diskriminierung und allerlei Delikte sind an der Tagesordnung. Das Benehmen der Damen und Herren in diversen Hotels ist legendär, die Verwüstungen sind nicht einmal durch eine alkoholisierte Schülergruppe der „Jungen Union“ zu toppen.

Aber zwei Dinge sind bei der Polizei unermeßlich: Der Kleingeist und der Reflex zur Rudelverteidigung. Die „Gewerkschaft der Polizei“ übte sich, wie immer und wie immer in widerwärtiger Art und Weise, in Urteilskritik. Und fortan fühlte sich jeder Dorfpolizist berufen, etwas gegen die bösen „Hell’s Angels“ unternehmen zu müssen  —  es ist ja so einfach und schön, mit der Masse zu marschieren, das hatte 1938 bei der „Reichskristallnacht“ auch so schön geklappt.

Infolge der bundesweiten Polarisierung kam es zu den absurdesten Einsätzen: Ein Sonderkommando der bekannten „GSG 9“ seilte sich in James-Bond – Manier vom Hubschrauber ab, erschoß einen gefährlichen Welpen, räumte die Bude auf den Kopf und fand … nichts. Man hatte irgendeinen kleinen Feigling genötigt, gegen die „Hell’s Angels“ auszusagen, dieser ergriff seine Chance, alle möglichen Geschichten zu erzählen — die sich allesamt als reine Phantasie entpuppten. Trotzdem wurde seitens der Justiz eine Lagerhalle abgerissen, um mit Leichenspürhunden ein angeblich ermordetes Opfer zu finden.  Selbstverständlich wurde der Besitzerin der Halle der angerichtete Schaden nicht ersetzt. Am Ende der Ermittlungen stand eine einzige, riesengroße Blamage.

Hauptverlierer:  Der ehemalige Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland und der Steuerzahler.

Seither haben die Clubverbote und Razzien aber nicht abgenommen. Und erfolgreich waren sie nie.

Den Landesregierungen geht es angeblich um den Schutz der Bevölkerung vor Kriminalität.Was für eine dreiste Lüge dies ist, zeigt, wie wenig der vorgebliche Rechtsstaat gegen die Kriminalität islamistischer Invasoren zu tun bereit ist.

Die Landesregierungen werfen den „Hell’s Angels“ Hehlerei im großen Stil vor. Gleichzeitig prahlt NRW-Justizminister Walter Borjans mit dem Ankauf gestohlener Daten von Besitzern Schweizer Konten. Es geht um richtig viel Geld. Mag sein, daß der eine oder andere „Hell’s Angel“ schon einmal mit einer geklauten Armbanduhr gedealt hat — aber was ist das gegen fortgesetzten Rechtsbruch seitens einer demokratisch gewählten Regierung ?

Für die EDV-Experten hier:  Mit dem Ankauf von „Zero Day Exploits“ begeht die Bundesrepublik Deutschland wieder fortgesetzte Rechtsbrüche — und fördert sozusagen das Wachstum eines kriminellen Marktes.  Zum Schaden seiner Bürger.

 

Aber all das ist nicht mehr das Schlimmste, denn die Bundesrepublik Deutschland, so wie und so lange ich sie kenne, war schon immer kaputt.  Hinter verschlossenen Türen soll Horst Herold einmal gesagt haben, daß, im Gegensatz zu den Mitgliedern der Bundesregierung, die RAF aus moralisch orientierten Menschen bestehe.  Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Das wirklich Schlimmste ist das Versagen der Massenmedien.

  • Hell’s Angels sind grundsätzlich kriminell
  • Islamisten sind grundsätzlich nicht verantwortlich für ihre Taten
  • Rechtsbeugung durch Regierungen und Behörden dienen unserem Schutz
  • In der „AfD“ sind ausschließlich Nazis
  • Die „Linke“ steht für Gerechtigkeit

und so weiter, und so fort.  Niemand mehr erlaubt sich, gemäß dem römischen Rechtsgrundsatz, „audiatur et altera pars“, einmal einen anderen Standpunkt einzunehmen.  Es gibt einen wackelpuddingartigen „Allgemeinkonsens“ der selbsternannten „Allianz der Anständigen“. Jeder Schreiberling, der überleben will, hält vorher ersteinmal einen Finger in die Luft, um zu wissen, woher der Wind weht.

 

Eine Zeit lang habe ich ihn ja nicht gemocht, aber mittlerweile danke ich Joachim Steinhöfel für seine erfrischenden und brillanten Analysen.  Eine seiner Quintessenzen:  „Dies Auslandspresse ist für Deutschland mittlerweile das, was das Westfernsehen für die DDR war“.

Und schließen möchte ich mit einem Zitat, dessen Urheber ich gerade nicht herausfinden kann:

Es ist schon schlimm genug, unter der Diktatur der Unanständigen zu leben —  aber Gott schütze uns vor der Diktatur der Anständigen !“

-hb

Klaus Hnilica
Donnerstag, der 1. Juni 2017

Eine unerhörte Bilanz!

Also das hatte er sich damals geschworen: wenn er, ‚Colonel’ Vatter – mit zwei „t“ – Siebzig würde und noch bei klarem Verstand wäre – dann würde er vor der gesamten Großfamilie Vatter – insbesondere seiner Frau Cornelia, Conny seiner Tochter und  seinem Sohn Corni, eine ‚Lebensbilanz’ erstellen! Und da er nicht umsonst von frühester Kindheit an mit dem Nicknamen ‚Colonel’ bedacht worden war, stand damit die ‚gnadenlose Bilanzierung seines Lebens’ unverrückbar fest.

Das heißt so eine ‚Art Bilanzierung’ stand fest! Wie bei der doppelten Buchführung!

Nämlich ein nüchternes Nebeneinander der ‚Aktiva’ und ‚Passiva’ mit anschließender ‚Saldierung’ wie auf einer Waage – stand fest!

Schonungslos und selbstkritisch wollte er unter den ‚Aktiva’ alles benennen, was ihm im Laufe seines großartigen Lebens gelungen war und wie er sämtliche Loser hinter sich gelassen hatte. Und bei den ‚Passiva’ natürlich all das, was den anderen misslungen war! Akribisch und vorurteilslos wollte er deren Misserfolge auflisten, wie sich das nach guter, alter Buchhaltermanier gehörte!

Nach seiner Meinung sollte nämlich jeder aufrechte Mann gegen Ende seines Lebens neutral und uneitel so eine Bilanz ziehen! Eine Bilanz bei der glasklar fokussiert und bewertet wird wo Erfolge vorliegen und wo andere versagt haben.

Selbst die eigene Familie durfte bei einer derartigen Bilanzierung nicht geschont werden, wenn sie denn mit einbezogen werden sollte.

Aber dann musste auch alles auf den Tisch! Und wenn’s nur der Esstisch war – weil der die größte Tafelfläche hatte. Für seine geliebte Cornelia natürlich ein Alptraum: denn dieser Esstisch quoll über vor steinharten Frühstückseiern, zähen Rinderbraten, verkokelten Schnitzeln, halbgaren Hühnerschenkeln, breiigen Bohnen, ausgehärtetem Milchreis und vielen, vielen anderen ‚Köstlichkeiten’ aus ihrer Küche!

Aber nach einem kurzen hysterischen Schreianfall hätte sie sich bestimmt eingekriegt und eingesehen, dass so eine Bilanzierung nur Sinn machte, wenn mit größtmöglicher Ehrlichkeit an sie herangegangen wurde.

Und wäre auf diesem ‚Esstisch der Lebensleistungen’ dann wirklich kein Plätzchen mehr frei gewesen, da etwa auch Conny und Corni ihre ‚Versagenspakete’ verstohlen hinzugefügt hätten, dann wäre er, der ‚Colonel’, natürlich bereit gewesen seine ‚Palette der Erfolge’ auch unter den Tisch zu platzieren. Schließlich war da jede Menge Platz und Conny und Corni hätten sehr anschaulich lernen können, wie die deutsche Spruchweisheit ‚Bescheidenheit ist eine Zier’ nicht nur plakativ vorgezeigt, sondern auch gelebt werden kann! Und hätten damit ganz praktisch erfahren, was die Kanzlerin unlängst gemeint hatte, als sie sagte, dass nur unsere ‚Werte uns einen Begriff von Heimat gäben’…

Ursprünglich dachte er ja, dass so eine ‚Lebensbilanz’ durchaus auch als eine Art ‚Zwischenbericht’, auf speziell Lebensabschnitte fokussiert werden konnte und sich beispielsweise in geeignetem Rahmen schon zu seinem Fünfzigsten Geburtstag gut machen würde – insbesondere bei seiner beispiellosen Karriere!

Doch leider drehte dann wenige Tage vorher seine geliebte Cornelia von einem Tag auf den anderen durch und wollte sich urplötzlich scheiden lassen. Nur weil sie wieder einmal aus einer Mücke einen Elefanten machte, der dieses Mal Marianne hieß! Dabei hatte Cornelia selbst diese Marianne in die Familie eingeführt. Gegen den Willen des ‚Colonels’!

Mein Gott wie himmelte sie die viel jüngere Marianne an! Ein Herz und eine Seele waren die beiden! Und jede Shoppingtour mit ihr, war wie ein Blick ins Paradies gefeiert worden. Cornelia konnte und wollte einfach nicht sehen, dass dieses goldige Mariannchen nur Unfrieden in die harmonische Familie Vatter trug.

Ja er, der ‚Colonel’, musste damals tatsächlich selbst Hand an diese Marianne legen und ihr eine Schranke nach der anderen aufzeigen, die sie nicht zu übertreten hatte – die sie aber immer wieder von neuem aufgezeigt bekommen wollte. Schlimm war das gewesen – an manchen Tagen hatte sie – kaum zu glauben –  bis zu drei Schranken übersteigen wollen!

Letztlich war der ‚Colonel’ heilfroh gewesen als Cornelia endlich eingesehen hatte, dass diese Marianne weg musste. Und zwar unverzüglich! Dass sich Cornelia dann aber in einer Art somnambulen Schockzustand auch gleich scheiden lassen wollte, war übertrieben und bedurfte dringend ärztlicher Behandlung. Natürlich ließ der ‚Colonel’ seiner geliebten Cornelia gegenüber alle nur denkbare Rücksicht walten und verzichtete ihretwegen auch ohne jedes weitere Wort auf den vorhin schon erwähnten ersten ‚Lebensbilanzzwischenbericht’ anlässlich seines Fünfzigsten Geburtstages: schließlich wäre ja in der geplanten Bilanzierung sehr unschön unter den ‚Passiva’ Cornelias Scheidungswunsch gestanden, während er unter die ‚Aktiva’ sein damaliges Aufrücken in den Konzernvorstand platzieren hätte müssen, wenn das Ganze Sinn machen und nicht nur eine plumpe Umdeutung der Wirklichkeit sein sollte.

Aber das wollte er natürlich Cornelia nicht antun! Die war verzweifelt genug!

Auch die Kinder waren dagegen gewesen. Die hatten ja auch kaum etwas vorzuweisen, was unter ‚Aktiva’ verbucht werden hätte können, so dass doch nur wieder er einsam und verlassen dort aufgekreuzt wäre…

Nein – das war schon gut gewesen, dass er damals zum Wohle aller auf diese erste ‚partielle Lebensbilanz’ verzichtet hatte – ein ‚Colonel’ konnte das unschwer verkraften!

Anlässlich des Sechzigsten Geburtstages hätte sich nach der damaligen Logik erneut eine ‚Bilanzzwischenberichtschance’ aufgetan! Er war auch bereit dazu gewesen und hatte Unmengen an Material zusammengetragen und aufgelistet. Aber dann kam dieser unsägliche Datendiebstahl in Mode, bei dem illegal erworbene Informationen über diverse Schweizer Konten den deutschen Finanzbehörden zum Kauf angeboten worden waren. Seit ewigen Zeiten war aus der ganzen Welt auf diesen Konten Schwarzgeld geparkt worden. Und siehe da, urplötzlich war jeder der ein, zwei Milliönchen mehr besaß ein Steuerhinterzieher – und weiß Gott was noch alles!

Klar, dass der ‚Colonel’ da seinen Kindern Conny und Corni ein leuchtendes Beispiel geben und den beiden mit einer der ersten Selbstanzeigen in Deutschland demonstrieren wollte, dass man keine Steuern hinterzog! Und dass man bei einer weißen Weste auch keinerlei Angst vor rechtstaatlichen Maßnahmen haben musste, die sich da plötzlich allerorts in Bewegung zu setzten begannen.

Als sich dann aber überraschend eine Woche vor seinem Geburtstag die Steuerfahnder zu eine Art ‚Vorfeier’ selbst einluden, meinte seine geliebte Cornelia, dass dieses eine Mal eher eine Feier im engsten Familienkreis angemessen wäre. Da ihre Nerven ohnehin stark angegriffen waren, stimmte der ‚Colonel’ natürlich sofort zu und verzichtete bei seinen wenigen Dankesworten auf jede Andeutung einer ‚Lebensbilanzierung’, da er ja bei seinem rigorosen Hang zu Ehrlichkeit und ungeschminkter Wahrheit doch nur wieder Unschönes aus seinem Umfeld hoch gewirbelt hätte. Von den immensen Schwierigkeiten, die sich durch die sehr angegriffene Gesundheit seiner hoch betagten Mutter und seinem noch älteren Vater  ergeben hatten, wollte er gar nicht reden. Beide hatten das anschließende Debakel der Europäischen Finanzwelt nicht lange mehr überlebt – dazu hatten sie viel zu viel Geld verloren…

Zu seinem Siebzigsten Geburtstag aber –  sollte es nun endlich mit der ‚Lebensbilanzierung’ klappen!

Zu mindest einer verknappten Version!

Alles Störende war ja nun weitgehend ausgeschaltet oder hatte sich selbst erledigt: wie etwa Cornelia, die sich vor fünf Jahren von ihrem ‚Colonel’ getrennt hatte und mit einem Musiker in Belgien lebte. Conny ging es angeblich in USA gut mit ihrer Familie, und Corni war in England Direktor eines bedeutenden Bankhauses.

Das Problem war allerdings jetzt, dass zwar niemand mehr störte, aber auch niemand mehr da war, dem er seine grandiosen Erfolge erzählen hätte können, außer den beiden versoffenen Neffen und der schielenden Cousine, mit der er seit dreißig Jahren kein Wort mehr gesprochen hatte! Und Marianne natürlich, mit der er seit sechs Jahren zusammenlebte, da sie nie aufgegeben hatte, alle ihr im Weg stehenden Schranken auch weiterhin zu durchbrechen!

Doch Marianne war zwar eine wundervoll, attraktive Frau, hatte aber keinerlei Verständnis für seine fast schon ‚krankhaft chronische Selbstbeweihräucherung’, wie sie sagte: im Gegenteil sie wollte selbst bewundert werden! Und all der Kram aus der Vergangenheit konnte ihr wirklich gestohlen bleiben!

Aber wenn er – der ‚Colonel’ – schon das Bedürfnis nach einer Bilanzierung seines Lebens verspürte, dann sollte er doch diese großartige Lebensleistung selbst zu Papier bringen! Quasi als Vermächtnis an die gesamte Familie Vatter. Und Zeit hätte er doch jetzt auch, oder?

Mit diesen Worten drückte sie ihrem ‚Colonel’ begleitet von einem hinreißenden Lächeln ein nagelneues, absperrbares, ledergebundenes Notizbuch in seine von Altersflecken übersäten Hände, sowie einen flüchtigen Kuss auf die ausgetrockneten Falten seiner bereits bis zum Nacken reichenden Stirn.

Doch wenn ihm das alles zu mühselig sein sollte, säuselte Mariannchen, könnte er ja auch direkt an Inge, der Putze, die ihn wie immer bestens umsorgen werde, seine Lebensbilanz herantragen: da sie ihr Hörgerät ohnehin meist ausgestellt hatte, könnte er ihr ja tagtäglich aus seinem großartigen Leben berichten – und  dabei in einem Aufwasch auch alle kleinen, großen und noch größeren Schweinereien haarklein in seine Lebensbilanz mit aufnehmen! Da sei doch eine prima Beschäftigung für einen Mann in den besten Jahren! Und freudestrahlend teilte sie ihm – ohne Atem zu holen – mit, dass sie nun aber husch, husch zu ihrem Flugzeug müsste, da sie mit ihrem gemeinsamen Töchterchen Carola zum Golfen in die Algarve flöge! Dabei fächelte sie ihrem ‚Colonel’ atemlos selbst noch von der bereits offen stehenden Tür eine ganze Salve warmherzigster Küsschen zu…

KH