Roland Dürre
Donnerstag, der 3. Oktober 2019

RUPERT LAY LESEBUCH

 

Was dem Leben dient.

 

Da steht alles drin.

Ein ganz wichtiges Buch. Das mich tief berührt. Denn es hat eine besondere Geschichte:

Zur Jahrtausendwende hat sich eine kleine Gruppe meiner Freunde im gemeinützigen Ronneburger Kreis e.V. (der mittlerweile aufgelöst wurde) zusammen getan und die vielen Definitionen von Begriffen aus dem alltäglichen Leben wie aus Wirtschaft und Gesellschaft in den Büchern wie aus dem Wirken Rupert Lays gesammelt. Das entstandene kleine Werk haben wir das  „Wörterbuch zur Ethik des Rupert Lay“ genannt und im Ronneburgerkreis veröffentlicht (siehe Bild unten).

Das war eine schöne Sammlung von wichtigen Texten. Es hat mir Spaß gemacht, es immer wieder aufzuschlagen und mich an dem einen oder anderen Artikel zu erfreuen oder sich mit diesem auseinander zu setzen.


In diesem Sommer feierte Rupert seinen 90. Geburtstag. Norbert Copray hatte die Idee, das Wirken von Rupert Lay aus diesem Anlaß mit einer besonderen Veröffentlichung zu würdigen. Es sollte ein großer Überblick der Gedanken Rupert Lays werden, in dem das freie Rumschmökern in anspruchsvollen Texten Spaß macht. Ein schweres Unterfangen, das mehr als gelungen ist.

Die Quelle für das Lesebuch (2002)

Als geeigneten Grundbaustein fand er unser „Wörterbuch“. Aber das „Wörterbuch“ hatte er nur in Papierform vorliegen. So machte es sich auf die Suche nach der digitalen Quelle. Und so fand er mich.

Die digitale Quelle war verschwunden. Aber in der digitalen Welt ist das ja kein großes Problem mehr. Mein Freund Wolfgang Groß übernahm die Aufgabe und stellte kurzer Hand ein hochwertiges digitales Exemplar vom Wörterbuch her. Und Norbert Copray und Erich Ruhl-Bady konnten loslegen.

Und sie haben etwas ganz Großartiges geschaffen. Aus dem Wörterbuch ist ein Lesebuch geworden, dass viel Klugheit, Klarheit und auch Frechheit enthält. Auf fast vierhundert Seiten finden wir ein Feuerwerk von Gedanken, mit denen sich auseinandersetzen lohnt und das richtig Spaß macht. Diese Gedanken findem wir thematisch schön geordnet. Zum Teil sind sie nur eine Zeile lang und selten länger als eine Seite. Richtig schön zum lesen.

So lohnt es sich immer, zwischendurchs ins Buch reinzuschauen. Aber Vorsicht: Man wird förmlich süchtig und bleibt dann schnell eine oder mehr Stunden hängen, und wundert sich dann um diese Jahreszeit, dass es so schnell dunkel geworden ist.

Großen Dank an Norbert Copray und seine Mitstreiter!

RMD

P.S.
Wer sich dieses Buch nicht besorgt versäumt etwas.

Roland Dürre
Freitag, der 27. September 2019

Buchneuerscheinung: »Das Auto im digitalen Kapitalismus«

Vor kurzem hat mich folgende Pressemitteilung erreicht:


Verkehr à la Silicon Valley?

Elektrischer Antrieb, geteilte Nutzung, selbststeuernde Fahrzeuge – der digitale Kapitalismus erobert die Straßen. Doch befinden wir uns damit auch auf dem Weg in eine nachhaltigere Mobilität? »Keineswegs«, sagt Timo Daum und plädiert in seinem neuen Buch »Das Auto im digitalen Kapitalismus« (ET 7. Oktober 2019) für einen kritischen Umgang mit diesen Trends – und den dahinter stehenden Akteuren.

Der digitale Kapitalismus schickt sich an, ein neues Feld zu erobern: den Verkehr. Für Timo Daum ist klar: »Die Tage des klassischen Automobils sind gezählt, wodurch auch die Kompetenz der traditionellen Autoindustrie immer weniger gefragt ist.« Die Herausforderungen reichen vom elektrischen Antrieb bis zum selbstfahrenden Auto – und die Konkurrenz kommt dabei vor allem aus dem Silicon Valley. Digitalkapitalistische Konzerne wie Tesla, Uber und Google erobern die Verkehrsbranche. Doch was folgt für die Mobilität der Zukunft, wenn Algorithmen und Daten eine immer größere Rolle spielen? Wie wirkt sich diese Entwicklung auf unsere Städte und unsere Lebensqualität aus?

Das Buch »Das Auto im digitalen Kapitalismus. Wenn Algorithmen und Daten den Verkehr bestimmen« skizziert den Status Quo der technischen Entwicklung im Bereich der Mobilität. Es erläutert Strategien und Geschäftsmodelle der Digitalunternehmen und plädiert für einen kritischen Umgang mit den Herausforderungen, die damit einhergehen. Denn digital bedeutet nicht automatisch nachhaltig.

Timo Daum: »Das Auto im digitalen Kapitalismus. Wenn Algorithmen und Daten den Verkehr bestimmen«, 192 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-96238-141-7, 18 Euro / 18,50 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Zum Autor:

Timo Daum arbeitet als Hochschullehrer in den Bereichen Online, Medien und Digitale Ökonomie und veranstaltet Vorträge und Seminare zum Thema »Digitaler Kapitalismus«. Sein Buch »Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie« wurde mit dem Preis »Das politische Buch 2018« der Friedrich-Ebert-Stiftung ausgezeichnet. Auf seiner Homepage > informiert er über die Schwerpunkte seiner Arbeit und Veranstaltungstermine.


 
Soweit die Pressemitteilung. Da steht schon vieles drin. Es hat mich neugierig gemacht – da bekomm ich Lust zum Lesen und Rezensieren. Also bestelle ich mir ein  Vorabexemplar und lese es.
Vorab es hat sich gelohnt! Das ist das Buch:
Timo Daum »Das Auto im digitalen Kapitalismus. Wenn Algorithmen und Daten den Verkehr bestimmen«, 192 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-96238-141-7, 18 Euro / 18,50 Euro (A).
Erscheint am .. im Oekom-Verlag
Ein gutes Buch, das meine Vorurteile krass bestätigt 🙂
Denn die Geisteshaltung ist sehr modern. Es geht nicht nur um  SUVs und „imperiale Lebensweise“ und die Hoffnung, von der „autozentrierte Stadt“ wegzukommen.
Es ist eine gute Zusammenfassung und Kritik des mobilen Wandels, verursacht durch Elektrifizierung und Digitalisierung.  Viel Tesla ist dabei und die Geschichte des Stroms. Interessant ist auch die Geschichte des Autos und besonders des elektrischen. Die Bedeutung der Stromspeicherung (Akkus). Weitere Themen sind:
  • Der Dieselskandal und die Betrugssoftware
  • Eine Marktübersicht von E-Autos mit unerwarteten und erfreulichen Kenntnissen
  • Die Rolle Chinas und die Situation in China
  • Nutzfahrzeuge
  • den Versuch des „fossilen Kapitals“, die Vergangenheit zu konservieren …
  • die zahlreichen und wesentlichen Vorteile der E-Mobilität und die Unmöglichkeit die „autozentrierten Mobilität“ durch eine eins zu eins Ersetzung durch elektrische Fahrzeuge zu lösen …
  •  Die Bestrebungen großzügig Infrastrukturen umzurüsten
  • Der schwierige Weg zum automatischen Auto
  • Wie „autonomes Autofahren“ die Philosophie des Autofahrens verändern wird
  • Das „geteilte Auto“ als logische Folge der Entwicklung
Das ist noch nicht alles. Es gibt viele Referenzen auf aktuelle Studien. Und am Ende  des Buches gibt es ein großartiges Plädoyer
Für eine neue Verkehrsordnung!
Allein dieses letzte Kapitel lohnt die Lektüre des Buches.

 
Vom selben Autor habe ich noch gefunden:

Timo Daum: „Die Künstliche Intelligenz des Kapitals“
Edition Nautilus, Hamburg 2019

 

(Kritik im Deutschlandfunk)

Das Kapital sind wir:
Zur Kritik der digitalen Ökonomie (Nautilus Flugschrift)

 

„Ob es innerhalb des Kapitalismus allerdings überhaupt die Möglichkeit gibt, aus der wachstumsfixierten Umweltzerstörung auszubrechen, eine Abkehr vom fossilen Raubbau hin und zu einer nachhaltigen zirkulären Ökonomie zu erreichen, ohne die Grundprinzipien des Kapitalismus selbst infrage zu stellen, ist mehr als fraglich.“
RMD

Roland Dürre
Dienstag, der 18. Juni 2019

Von Moskau nach Peking mit der Bahn #5 Lektüre.

Ein Reisebericht der anderen Art (5).

Die lange Zugfahrt ist vorbei. In Sanya habe ich Zeit fürs Lesen und Schreiben.

Für die lange Zugreise von Moskau nach Peking hatte ich meinen ollen Kindle wieder ausgemottet. Ich hatte ihn in den letzten Jahren nur noch selten genutzt.

Zum einen, weil ich noch viele Papierbücher habe (und immer wieder neue geschenkt bekomme) die ich nicht gelesen habe.

Zum anderen weil ich in meinem aktuellen Leben die meiste meiner Zeit des Lesens im Internet verbringe. So lange es möglich ist, möchte ich das noch halbwegs freie Netz nutzen.

Da gibt es so viel tolle Blogs und Artikel (und Podcasts und Videos), die mir z.B. über Twitter zugespielt werden. Die sind kürzer, spannender und effizienter zu lesen (oder zu hören oder anzuschauen) als so mancher Schinken von Buch, in dem ein Professor meint, er müsse wissenschaftlich ein und das selbe Thema auf Hunderten von Seiten durchwalzen. Oder „Bestseller-Autoren“ kiloseitenweise die Welt mit belanglosem Gelabere vollschlammen.

Auf meinen Kindle habe ich das Gesamtwerk von Isaac Asimov auf Englisch. Da wollte ich schon lange drin herum lesen. Und wann habe ich eine bessere Gelegenheit zum Lesen als auf einer dreiwöchigen Reise, davon die Hälfte mit 8.000 km im Zug und anschließend beim Faulenzen mit meinen „chinesischen Enkeln“? So dachte ich mir?

Und weil es mich schon lange interessierte, wollte ich mich endlich mal zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ ganz konkret schlau machen. Und habe deshalb auch noch ein möglichst „dünnes“ Büchlein zu diesem Thema im Kindle eingepackt.

Hätte ich doch besser die „Gebrauchsanweisung“ der Reise gelesen! Da stand drin, dass man das Gepäck auf keinen Fall mit zuviel Bücher beschweren solle. Denn zum Lesen würde man eh nicht kommen!

So war es auch. Noch sind wir ja unterwegs. Die Zugreise liegt aber schon ein paar Tage hinter uns. Und wie vorhergesagt, da war mit Lesen nicht viel drin.

Immerhin ist es mir gelungen, das Buch zur gewaltfreien Kommunikation fast ganz zu lesen. Und die Chancen stehen gut, dass ich es auf dem Rückflug dann fertig schaffe.

Kurz zu diesem absolut lesenswerten Buch:
Ich war begeistert, auch weil für mich nur wenig Neues drin stand. Das hat mir gut getan. Vieles mir als selbstverständlich Erscheinendes wurde mir wieder bewusst und aufgefrischt. Die empfohlenen Übungen im Buch sind auch nicht schlecht. Und bringen viel. Man muss sie halt nur angehen.

Schade, dass ich mir  diesen Stoff so richtig erst jetzt im 69. Lebensjahr angeschaut habe. Ich bin mir sicher, dass wir eine bessere Welt hätten, wenn „gewaltfreie Kommunikation“ allgemeines Schulfach wäre – als Einstieg in eine dialektische Basisausbildung schon in den unteren Klassen. Das wäre wichtiger, als vieles, was unsere Kinder heute lernen. Mannomann, wie viel Quatsch ist da dabei.

RMD

Nachtrag:
Das von mir gelesene und hier erwähnte Buch ist die „Gewaltfreie Kommunikation“ von Robert Leiser.

 

Roland Dürre
Mittwoch, der 3. Oktober 2018

BUSINESS Visualisierung

DAS Buch von
Botta/Reinold/Schloss

Unter diesem harmlosen Titel verbirgt sich ein wirklich aufregendes Sachbuch. Ich würde sagen für Menschen im Alter von 6 bis 90 Jahre, die im Leben mehr Freude und Erfolg haben wollen.

Der Untertitel
Ein Reiseführer für Neugierige und Visionäre
weist dann schon ein wenig darauf hin, dass es ein besonderes Buch ist.

Besonders? Ich habe es gelesen und würde es als revolutionär bezeichnen. Es handelt von einer Reise in eine neue Welt, die ich sehr liebe und schätze. Das ist eine Welt der kreativen und wertschätzenden Kommunikation und des „Zusammens“! Und führt in eine Welt, die sich auch weiter immer noch verändert und erweitert.

Das Buch liest man eigentlich nicht sondern man erfühlt es sich. Spannend und humorvoll wird die Reise einer jungen Dame namens Barbara (Babs) ins agile Abenteuer beschrieben. Diese führt sie durch die Welt moderner Kommunikation, die beim Zuhören und Verstehen anfängt und den Kreis über das Kreative bis hin zum Dokumentieren der Ergebnisse schließt.

Für mich ist ganz klar – die Kommunikation ist die Basis von „sozialen Systems“ jeder Art. Und Kommunikation gelingt besser, wenn wir neue Formate nutzen (die zum Teil ja uralt sind). Dazu gehören auch die Nutzung von Bildern und Haptik – als Teil einer neuen, mir sehr sympathischen Geisteshaltung.

In meinem Wirken werde ich immer wieder überrascht, wie viele Menschen von den stattfindenden „agilem Wandel“ einfach ignorieren oder von ihm fast überrollt werden. Das Buch als gemeinsames Werk Botta, Reinold und Schloß könnte für Nichtkenner oder Verweigerer dieses „Neulands“ ein solider Einstieg sein. Aber auch der „erfahrene Agilist“ findet einiges an Neuem darin.

Ich kann Euch versichern, dass dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite spannend bleibt. Es gehört nicht zu den Schinken, bei denen nach den ersten 50 Seiten die Botschaft klar ist und diese dann noch auf ein paar 100 Seiten verkünstelt und langweilig wiederholt begründet wird. Nein – hier kommt auf jeder Seite etwas Neues. Es bleibt immer humorvoll, der Lesespaß hört nicht auf.

Von den Autoren würde ich mir nur wünschen, dass sie weitere Büchern zu weiteren Reise schreiben, denn die wundervolle Welt moderner Kommunikation ist groß. Im Buch ist wirklich sehr viel davon drin – aber natürlich nicht alles. So könnte die Barbara (Heldin im Buch und im Leben Inspiratorin der Autoren) uns noch auf weitere tolle Reisen mitnehmen.

Das wäre schön. Aber die erste Reise empfehle ich schon mal ganz sehr! Für Unternehmer und (Projekt) Manager ist das Buch eine Pflichtlektüre.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 20. Juli 2017

Ein Tag mit der Liebe …

Genau vor einem Monat bin ich 67 Jahre alt geworden. Ich hab nur wenig Geschenke bekommen, weil meine Freunde akzeptieren, dass ich schon alles besitze und nichts mehr brauche. Und für sinnlose Gimmicks so gar nichts übrig hab. Dafür bin ich ihnen dankbar.

🙂 Glücklicherweise macht der eine oder andere dann doch mal eine Ausnahme und bricht diese Regel. Auch diesen Menschen bin ich sehr dankbar. So hat mir der Paul das Buch geschenkt:

Ein Tag mit der Liebe von Moshen Charifi 

Das war gut, denn oft habe ich den Eindruck, dass ich in diese Welt hinein mit vielen Augen geboren wurde. Mit diesen Augen habe ich so vieles gesehen und erlebt.

Leider schlossen sich im Laufe meines Lebens immer mehr meiner Augen, sei es bedingt durch meine Sozialisierung im Elternhaus, in der Schule oder warum auch immer.

Seitdem ich älter werde, habe ich den Eindruck, dass das Leben einen Teil meiner Augen wieder geöffnet hat, ein Prozess, den man vielleicht auch „Lernen“ nennen könnte. Und so glaube ich, dass „Lernen“ ein wenig auch als Synonym für „Leben“ steht.

Um es kurz zu machen, ich habe besagtes Buch erst zur Hälfte gelesen und nehme wahr, dass die Lektüre mir wieder „eine ganze Reihe meiner verschlossenen Augen geöffnet hat“. Und mich so wieder ein wenig glücklicher gemacht hat.

Der Inhalt des Buches ist ganz banal und hat es aber so richtig in sich.

So machen sich an einem wunderschönen Sommertag „LIEBE“ und „VERLIEBTHEIT“ zu einem Spaziergang auf. „Verliebtheit“ möchte von „LIEBE“ lernen und „LIEBE“ – die früher auch mal „VERLIEBTHEIT“ war, teilt ihr Wissen gerne mit „Verliebtheit“.

Auf ihrer Wanderung durch den wunderschönen Sommer führen die beiden einen Dialog, in dem es um Liebe geht. Die erfahrene „LIEBE“ unterstützt „VERLIEBTHEIT“ auf ihrer Suche danach.

Dieser Dialog wird zu einer einzigen wunderschönen und großen Metapher, die mir geholfen hat, ein wenig ruhiger und glücklicher zu leben.

🙂 Fast hätte ich geschrieben, ein wenig mehr zur Liebe zu finden. Dieser Anspruch ist mir aber zu mächtig und ich weiß noch nicht, ob ich schon so weit bin (oder jemals so weit sein werde).

Der Dialog zwischen „LIEBE“ und „VERLIEBTHEIT“ ist nur so gespickt von kleinen aber wunderbaren Erkenntnissen. So entschuldigt „Verliebtheit“ eine ihrer Schwächen damit, dass sie „nicht ihr Gesicht verlieren will“.

Die Antwort von „LIEBE““ – jetzt in meinen Worten – jedoch ist, dass man „das Gesicht nicht verlieren kann, sondern nur die Maske, die es maskiert“. In der Tat habe ich viele Masken, und bin immer wieder froh, wenn es mir gelingt eine davon „zu verlieren.

Das ist aber nur ein Beispiel von sehr vielen schönen Erkenntnissen, die Teil der Metapher sind.

Auffällig und besonders schön ist für mich die besondere Qualität des Dialogs zwischen „VERLIEBTHEIT“ und „LIEBE“. Es ist ein Musterbeispiel für eine friedvolle Kommunikation. Selten habe ich so schön erlebt und verstanden, was gewaltfreie Kommunikation sein könnte.

Es hat mich berührt, wie „LIEBE“ immer wieder versucht, ihre Erfahrung und ihr Wissen in nicht „belehrender“ Form an „Verliebtheit“ weiter zu geben. Ohne jede Form von Überheblichkeit oder Anmaßung. Wie es „LIEBE“ gelingt, auf „VERLIEBTHEIT“ einzugehen. Und absolut vermeidet, mit ihrer Überlegenheit „VERLIEBTHEIT“ zu verletzen und so kleiner zu machen.

Und genauso schön ist es, wie „VERLIEBTHEIT“ darauf eingeht, wohlüberlegt antwortet und kluge Fragen stellt. Und „LIEBE“ präzise auf diese Fragen eingeht.

Selten habe ich so –  ohne jede theoretische Belehrung – verstanden, was Achtsamkeit in der Kommunikation bedeutet.

Jetzt werde ich es dem Paul nach machen und dieses Buch auch ein paar Menschen schenken.

RMD

P.S.
Schade finde ich nur, dass ich den Autor – Moshen Charifi – nie kennen lernen durfte. Aber wer weiß, vielleicht passiert das auch noch einmal!

Roland Dürre
Montag, der 29. Mai 2017

Nomaden in den Kykladen – MILOS

Diesmal haben wir unser Insel-Hopping 2017 am 22. Mai von Piräus kommend in Serifos gestartet. Weiter ging es über Sifnos nach Milos. Morgen werden wir Sifnos in Richtung Paros und Antiparos verlassen – und am 2. Mai geht es dann wieder nach Piräus, zur letzten Nacht in Griechenland vor dem Rückflug von Athen nach München.

Das Buch habe ich (fast) in einem Stück auf meinem Balkon im Hotel Beach Lagada durchgelesen.

Gleich zu unserer Ankunft in Milos habe ich im Museum für Bergbau in Adamas ein Buch gefunden, das so spannend war, dass ich es gleich „am Stück“ gelesen habe. Der Titel des Buches ist

DER ARZT HANS LÖBER
Briefe aus Milos, 1943-1944

herausgegeben und kommentiert von Dr. Hanns-Georg Löber und Gregory Belivanakis.

Dieses Buch hat mich so sehr beeindruckt, dass ich es absolut zum Lesen empfehle. Also, lieber Kykladen-Wanderer: Falls Du mal nach Milos kommt und mehr über diese Insel erfahren willst, dann besorge es Dir.

Hier ein paar Gedanken als Anmerkung:
Viele griechische Inseln waren im zweiten Weltkrieg von der Deutschen Wehrmacht und der Armee des italienischen Verbündeten besetzt und zu militärischen Festungen ausgebaut worden. Dr. Hans Löber war ein Stabsarzt der Marine, der nach dem Einsatz an verschiedenen Fronten unter anderem auch im „Nordmeer“ 1943 den Auftrag bekam, in Milos ein medizinisches „Revier“ aufzubauen, das die medizinische Versorgung der bei den geplanten militärischen Operationen im Mittelmeer verletzten deutschen Soldaten sicher stellen sollte. Das gelang ihm sehr erfolgreich trotz extrem schwieriger Randbedingungen dank seines besonderen Organisationstalents. Quasi nebenher errichtete er auch noch ein Lazarett für die ärztlich nicht gut versorgte Bevölkerung von Milos, das ihm bei der einheimischen Bevölkerung viel Respekt, Wertschätzung und Dank einbrachte.

Zeugnisse der Besatzungszeit Griechenlands durch Deutschland im zweiten Weltkrieg habe ich bei meinen Reisen auf dem Peloponnes und den Kykladen öfters gefunden. Gerade in Kavralyta (siehe meinen Vorbericht zur Peloponnes-Wanderung Anfang Mai 2017) war ich tief betroffen von einem Massaker der deutschen Wehrmacht, die als Reaktion auf Partisanen-Überfälle dort ein paar Dörfer und um die 100 Menschen ermordet hatte.

In diesem Buch sind die Briefe, die Dr. Hans Löber während seiner Zeit auf Milos in die Heimat gesendet hat, wohl ziemlich original veröffentlicht. Dies ergänzt durch knappe Kommentare der Herausgeber und eine Auswahl von historischen Fotografien.

Das besondere am Buch ist die tiefe Menschlichkeit, die die Briefe ausstrahlen. Es sind Berichte und Bekenntnisse eines hoch religiösem und „treuen und redlichen“ Deutschen, treu und redlich meine ich hier im besten Sinne der Worte.

Sie sind aber auch beeindruckende zeitgenössische Dokumente. So erwähnt und kommentiert der Briefe-Schreiber am Rande immer wieder Kriegs- und politische Ereignisse, die ihn auf der Insel erreicht haben. Die Briefe geben seine ungebrochene Lebensfreude genauso wieder wie sein großes persönliches Leiden, verursacht durch den Kriegstod zweier seiner Brüder.

Die Dokumente zeigen aber auch, wie perfekt-perfide die Wehrmacht organisiert war und wie im Kriege Menschen total als Ressourcen für sehr fragwürdige Ziele eingesetzt werden. Und wie auch der zweite Weltkrieg von der Deutschen Administration präzise geplant und umgesetzt wurde, auch bei Randthemen wie Feldpost und Luftfeldpost oder dem deutschen Militärsender in Athen, der in seiner Weihnachtssendung einen Beitrag aus Milos positionierte.

Vor allem ist dies Buch – wenn auch nirgends irgendwie explizit erwähnt – ein beeindruckender Appell für FRIEDEN. Deswegen empfehle ich es jedem redlichem Menschen zur Lektüre.

Milos, 29. Mai 2017

RMD

P.S.
Das Buch ist auch im Internet bestellbar – der Erlös geht an eine Klinik in Milos.

Zwei Magazine, die mir gefallen – oder – Papier, dass sich zu lesen lohnt.

brand eins & enorm!

2008 habe ich mit dem „Bloggen begonnen“ und meine Erlebnisse und Gedanken in IF-Blog.de öffentlich formuliert. Es hat mir Spaß gemacht, das zu erst mal für mich selber zu tun. Dann hab ich mich über die vielen Leser erfreut wie auch an viele Ereignisse und Kontakte, die daraus entstanden sind. Dann habe ich noch ein paar Mitautoren gesucht und gefunden, von denen freilich nicht viele geblieben sind.

Auch an meinem Kennenlernen von brand eins war IF-Blog.de schuld. Das aber weiter unten.

Ausgabe Januar 2017

Die Geschichte von brand eins beginnt offiziell im August 1999.
 2008 gab es brand eins schon im neunten Jahr. Die Vorgeschichte begann sogar drei Jahre früher – in 1996. Trotzdem kannte ich wie viele meiner Freunde brand eins in damals nicht.

Die brand eins-Geschichte selber begann wohl mit einem Interview von Jost Stollmann (1996). Jost war damals noch Chef von Compunet, die InterFace Connection GmbH gab es damals auch schon seit zwölf Jahren. Mit Jost Stollmann verbindet mich nicht nur, dass er IT-Unternehmer ist. Nein, er war wie ich Schüler von Rupert Lay.

Rupert fuhr seinerzeit privat einen roten Dreier-BMW (mit 2.0-Liter-Maschine), für einen Jesuitenpater etwas besonderes. Sein Auto sah meinen roten Dreier-BMW (mit 2.3-Liter-Maschine) zum verwechseln ähnlich. Das hat uns viel Spaß gemacht. Allerdings war Ruperts BMW kein Geschäftsauto sondern ein Geschenk (oder Leihgabe) von Jost. Und Rupert hat sich an seinem schnellen roten BMW und vor allem über dessen Herkunft sehr erfreut.

Jost Stollmann ist übrigens brand eins treu geblieben und hat dort weitere Interviews gegeben (in 2009 und 2012).
(Das frühe Interview von 1996 habe ich leider nicht gefunden. Ich würde es gerne mal lesen. Wenn jemand also einen link darauf hat oder ein PDF oder so etwas, dann würde ich mich freuen, wenn er mir die Info zusenden würde.)

Florian Prange, Unternehmer und Schatzmeister von FÖS.

brand eins jedoch habe ich durch Florian entdeckt. Dr. Florian Prange hatte damals gerade bei InterFace als Senior Consultant angefangen. Er war ein sehr feiner, junger und sozial engagierter Typ. Heute ist er sein eigener Unternehmer und Schatzmeister im Vorstand von FÖS (Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft), auch einer sehr interessanten Adresse.

Der Florian mochte meine Artikel und hat mich deshalb auf brand eins aufmerksam gemacht. Er meinte, dass meine Artikel ein wenig mehr Leser verdient hätten – und dies vielleicht über brand eins möglich wäre.

Ich kannte brand eins damals tatsächlich noch nicht, obwohl es ja schon neun Jahre auf dem Markt war. Die „Pflichtlektüre“ für Manager waren das Manager Magazin oder die Wirtschaftswoche. Beide Illustrierte waren (und sind) mir ein Graus – und brand eins war so ganz anders und viel besser.

So war ich von brand eins begeistert und habe dann so manche Ausgabe an Freunde und Geschäftspartner verschenkt. Das war immer ein großer Erfolg – viele kannten das Magazin auch nicht, waren überrascht und haben sich gefreut, ganz neue Impulse zu bekommen.

Das hat sogar geschäftlich gut getan. Einer meiner Freunde (der IF-Blog-Autor Edwin Ederle) schaffte es mit seinem Unternehmen data2impact (Feine Klitsche) sogar in eine Ausgabe. Und meine für viele Jahre regelmäßige Rezensionen zu brand eins in IF-Blog.de wurden gerne und viel gelesen.

Frau Gabriele Fischer im Vortrag für InterFace (2009)

So entstand auch der Kontakt zu Gabriele Fischer, der Gründerin von brand eins. Dieser führte zu einem großartigen Vortrag von Frau Fischer im IF-Forum.

Leider wollte Frau Fischer damals nicht als „Youtube-Toussie“ enden ( 🙂 so hat sie das selber formuliert), so dass wir auf die Video-Dokumentation ihres tollen Vortrages verzichteten.
🙂 Und so der Nachwelt etwas sehr Wichtiges verloren ging.

brand eins gibt es heute noch – und ist mittlerweile das etablierte Wirtschafts-Magazin nicht nur für Manager! Und es ist immer noch das einzige Papier, das ich in die Hand nehme …

Falsch!

Korrekt muss es heißen: War. Denn ich habe jetzt enorm gefunden. Da geht es nicht so sehr um Wirtschaft sondern mehr um Leben.

Das ging so. Am letzten Freitag vor einer Woche habe ich Peter Felixberger (übrigens gut befreundet mit Gabriele Fischer) kennen gelernt. Peter war unter anderem der Gründer von changeX.

Heute ist er Programmgeschäftsführer von Murmann Publishers. Er ist Herausgeber und verantwortlich für die Redaktion der kursbuch.edition und des Magazins enorm sowie Herausgeber von »Kursbuch auf Weltreise« (Goethe-Institut). Und macht noch manches mehr. Auch mein Freund Andreas Zeuch hat sein letztes Buch bei Murmann veröffentlicht.

Mit Peter Felixberger hatte ich an diesem Freitag ein wunderbares Gespräch. Ich habe viele Gemeinsamkeiten betreffend Werte, Erfahrungen, Interessen und Bedürfnisse zwischen uns festgestellt. So war es für mich sehr schön, ihm zu zuhören; er konnte mich für seinen Verlag und seine Produkte so richtig begeistern.

Er hat mir auch enorm vorgestellt, ein Magazin, dass als Zielmarkt die 20- bis 40-jährigen hat, nach meiner Bewertung aber auch schnell viele Anhänger bei jüngeren und älteren Lesern gefunden hat und finden wird.

Ich kann mir gut vorstellen, dass enorm schon in weniger als  zehn Jahren genauso erfolgreich wie brand eins heute ist. So wage ich  so eine kurze mini-Rezension der aktuellen Ausgabe 06 (Dezember/Januar 2016/2017).

Was begeistert mich an elan?

Es sind zwei Elemente – die Grundstimmung im Heft und die Themen.

Die Grundstimmung würde ich mit fair und achtsam bezeichnen.

Die Themen gefallen mir, weil alles was ich im Heft finde, für mich von hoher Relevanz ist. Die Struktur besteht aus AUFBRECHEN, MACHEN und LEBEN. Unter der Klammer „Jetzt erst recht“ finde ich eine gelungene Sammlung von Themen, die heute wichtig sind. enorm gibt es auch schon seit Januar 2010. Im Archiv auf der Website findet man alle Ausgaben seit 2010, auch immer mit wichtigen Themen. Allerdings sind viele Artikel – abhängig von der Ausgabe – „noch nicht freigeschaltet“. Ich finde das in Ordnung, denn gerade mit wertvollem Inhalt sollte man auch Geld verdienen. Und so gibt es trotzdem genug zu lesen.

Jetzt überlege ich mir, enorm wie damals brand eins an meine Freunde und Geschäftspartner zu verschenken. Gerade in den Abteilungen mit dem unmöglichen Namen für „Human Resource“ (HR) bei den kleinen und großen deutschen Unternehmen könnte enorm vielleicht enorm helfen, die Werte, Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter besser zu verstehen. Und das dürfte jedem Unternehmen gut tun.

Bei brand eins konnte man alle Artikel im Archiv auf der Webseite für umsonst nachlesen. Diese Zeit scheint vorbei zu sein. Allerdings finde ich viele Artikel in brand eins übers Internet – siehe auch die beiden Interviews mit Jost Stollmann. Und auch die Idee Inspiration auf der Website von brand eins gefällt mir gut.

Es lohnt übrigens, beiden Magazinen bei Twitter zu folgen:
🙂 Hier die „accounts“ @brandeins und @enorm_magazin.
Also #FF!

Kaufen und Bezahlen!

Ich meine, dass es die Fairness gebietet, ab und zu auch Papier zu kaufen. Wenn man es selber nicht lesen will, kann man es gut her schenken. Um andere Menschen zu inspirieren.

Also: Am 24. Februar geht es auf zum Kiosk, da wird die nächste Ausgabe von enorm erscheinen.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 21. April 2016

Grundwissen Verkehrsökologie –

Grundlagen, Handlungsfelder und Maßnahmen für die Verkehrswende

Das ist der Untertitel des Buches Grundwissen Verkehrsökologie von Udo J. Becker. Erschienen ist es im oekom-Verlag, von dem ich ja auch schon das Buch Die digitale Mobilitätsrevolution von Canzler/Knie vorgestellt habe.

Titel_Becker_Verkehrsoekologie_4cWenn es den oekom-Verlag nicht schon gäbe, dann müsste man ihn glatt erfinden. Dort finde ich ganz viele Titel, die mich sämtlich begeistern. Der Verlag gibt Fachbücher heraus – und wie ich ich finde vor allem sehr sinnvolle Fachbücher zu den wirklich wichtigen Dingen unseres Lebens. Zum Beleg meiner These habe ich diesem Artikel im P.S. ein paar Neuerscheinungen zum 4. Mai und eine Liste kürzlich erschienener Titel angehängt.

Vor kurzem habe ich mir beim oekom-Verlag zum Beispiel das Buch „Besser leben ohne Plastik“ von Anneliese Bunk & Nadine Schubert gefunden und bestellt – und obwohl ich das Leben mit möglichst wenig Plastik schon lange praktiziere, habe ich da noch ein paar gute Gedanken gefunden. Die beiden Autorinnen werden ihrem Anspruch „zu zeigen, wie es anders geht“ absolut gerecht. So werde ich dieses Buch in meine Liste der zu verschenkenden Werke einreihen.

Aber jetzt zum „Grundwissen Verkehrsökologie“. Oft diskutiere ich mit bekennenden Anhängern unseres Lebensstiles über Themen wie „Aktive Mobilität im Alltag“ oder „Zukunft der Mobilität“ und bin entsetzt, was für Thesen ich da höre. Und stelle fest, wie wenig auch sehr kluge und gut ausgebildete Menschen von dieser Problematik verstehen.

Das hier besprochene Buch könnte da helfen. Es besticht durch Sachlichkeit. Die Fakten sind sehr präzise recherchiert, ein ausführliches Literaturverzeichnis ermöglicht Vertiefung. Es scheint mir sehr vollständig, zumindest habe ich auf alle mich bewegenden Themen eine Antwort gefunden. Da es ein sehr umfassendes Werk ist, muss man es nicht am Stück lesen. Mir macht es Spaß, mir gelegentlich ein neues Kapitel durchzulesen und es dann wieder ein wenig zur Seite zu legen. Bis zum nächsten Kapitel.

Das Buch ist ein MUSS für alle Menschen, die sich ein valides Bild der realen Verkehrs-Situation machen möchten oder gar sich anmaßen, über unsere Verkehrssituation zu sprechen. Für Stadtplaner und Politiker wie Experten in unseren Administrationen sollte es Pflichtlektüre sein. Ich würde es mir auch als Basis-Lektüre für ein Wahlfach „Unsere Zukunft“ in den Abschlussklassen unseres Bildungssystems wünschen.

Ein bisschen Frust habe ich bei der Lektüre auch empfunden: Eigentlich wissen wir alles, besonders auch was wir falsch machen. Wir wissen auch, was uns gut tut und was uns schadet. Nur bei unserem Handeln berücksichtigen wir unser Wissen viel zu wenig.

RMD

P.S.

Zum 4. Mai gibt es auch wieder sehr interessante Neuerscheinungen im oekom-Verlag!

Rudolf Buntzel, Francisco Mari, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. (Hrsg.)
» Gutes Essen – arme Erzeuger. Wie die Agrarwirtschaft mit Standards die Nahrungsmärkte beherrscht «
Ca. 368 Seiten, ISBN 978-3-86581-797-6, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Peter Berg
» Endliche Welt, unendliches Geld. Das wahre Dilemma der Nachhaltigkeit «
190 Seiten, 978-3-86581-803-4, 19,95 / 20,60 (A). Auch als E-Book erhältlich.

Angela Franz-Balsen, Lenelis Kruse (Ed.)
» Human Ecology Studies and Higher Education for Sustainable Development. European Experiences and Examples «
168 Seiten, 978-3-86581-299-5, 29,95 / 30,80 (A). Auch als E-Book erhältlich.

Alrun Vogt
» Wirtschaft anders denken. Vom Freigeld bis zum Grundeinkommen «
200 Seiten, 978-3-86581-805-8, 16,95 / 17,50 (A). Auch als E-Book erhältlich.

Und hier noch der Hinweis auf vor kurzem erschienene und schon verfügbare Fachbücher aus dem oekom verlag:

Ute Dechantsreiter (Hrsg.)
» Bauteile wiederverwenden – Werte entdecken Ein Handbuch für die Praxis «
224 Seiten, ISBN 978-3-86581-786-0, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Christian Blasge
» Idealtheorie und bedingungsloses Grundeinkommen. Konzept, Kritik und Entwicklung einer revolutionären Idee «
252 Seiten, ISBN 978-3-86581-800-3, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Günther Reifer, Hans-Ulrich Streit, Evelyn Oberleiter
» Sustainable Companies. Wie Sie den Aufbruch zum Unternehmen der Zukunft wirksam gestalten. Ein Leitfaden «
252 Seiten, ISBN 978-3-86581-795-2, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Hans Holzinger
» Von nichts zu viel – für alle genug. Perspektiven eines neuen Wohlstands «
232 Seiten, ISBN 978-3-86581-794-5, 18,95 Euro / 19,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Kirsten Radermacher
» Ökologisch-ökonomische Entscheidungen in Unternehmen. Auswirkungen auf die Produktqualität am Beispiel der Druck- und Verpackungsindustrie «
350 Seiten, ISBN 978-3-86581-793-8, 18,95 Euro / 19,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Frank Stolze, Anna Petrlic
» Nachhaltigkeit für Einsteiger. Geschichte, Konzepte und Praxis «
116 Seiten, ISBN 978-3-86581-788-4, 12,95 Euro / 13,40 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Melanie Groß
» Und plötzlich gärtnern alle. Theoretische, konzeptionelle und methodische Perspektiven für Gardening und Commons in der Jugendarbeit «
122 Seiten, ISBN 978-3-86581-758-7, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Thomas Hammer, Ingo Mose, Dominik Siegrist, Norbert Weixlbaumer (Hrsg.)
» Parks of the Future. Protected Areas in Europe Challenging Regional and Global Change «
280 Seiten, ISBN 978-3-86581-765-5, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Markus Große Ophoff (Hrsg.)
» Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement. Green Meetings als Zukunftsprojekt für die Veranstaltungsbranche «
274 Seiten, ISBN 978-3-86581-783-9, 39,95 Euro / 41,10 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Sylvia Wölfel
» Weiße Ware zwischen Ökologie und Ökonomie. Umweltfreundliche Produktentwicklung für den Haushalt in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR «
356 Seiten, ISBN 978-3-86581-789-1, 34,95 Euro / 36,00 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Holger Petersen, Stefan Schaltegger, Centre for Sustainability Management (CSM) (Hrsg.)
» Nachhaltige Unternehmensentwicklung im Mittelstand. Mit Innovationskraft zukunftsfähig wirtschaften «
224 Seiten, ISBN 978-3-86581-776-1, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Fred Luks (Hrsg.)
» Rethink Economy. Perspektivenvielfalt in der Nachhaltigkeitsforschung – Beispiele aus der Wirtschaftsuniversität Wien «
186 Seiten, ISBN 978-3-86581-737-2, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Carsten Kaven
» Transformation des Kapitalismus oder grüne Marktwirtschaft? Pfade zur Nachhaltigkeit bei Altvater, Jänicke, Nair und Rifkin «
210 Seiten, ISBN 978-3-86581-750-1, 22,95 Euro / 23,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Ernst Weeber
» Weiter gegen den Untergang – Eine Auffrischung. Die Fortschrittskritik des Astrophysikers und Systemtheoretikers Peter Kafka «
176 Seiten, ISBN 978-3-86581-744-0, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Alle Bücher erschienen im
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Roland Dürre
Sonntag, der 13. März 2016

Die digitale Mobilitätsrevolution – CANZLER/KNIE

Kann die digitale Revolution das vorhandene Regime einer auf das private Auto fixierten Ordnung ändern?

Titel_Canzler_Revolution_fbDas ist die zentrale Frage, die im Buch von WEERT CANZLER und ANDREAS KNIE gestellt und in meinem Verständnis auch beantwortet wird.

Aber der Reihe nach. Schon seit längerem schwärmten Freunde von mir vom Oekom-Verlag und seinem Gründer Jacob Radloff. Ich nahm das ernst, hatte aber irgendwie nie die Zeit, mir das mal anzugucken. Bis mich dann ein paar E-Mails von Freunden mit konkreten Buchempfehlungen erreichten.

Da habe ich mich mal gründlich auf der Website von Oekom umgeschaut – und war begeistert, von den Themen und Titeln wie den Autoren, die ich dort gefunden habe. Und gleich ein paar Bücher bestellt, wie z.B. von Anneliese Bunk und Nadine Schubert
Besser leben ohne Plastik
(ISBN: 978-3-86581-784-6, Erscheinungsdatum: 22.02.2016)

Ende Februar 2016 ist dort unter anderem das Büchlein
Die digitale Mobilitätsrevolution
erschienen. Mit dem visionären Untertitel
VOM ENDE DES VERKEHRS, WIE WIR IHN KANNTEN.

Da das Buch in der Papierausgabe nur 128 Seiten hat, war es die ideale Regional-Bahn-Lektüre gestern auf meinem nostalgischen Ausflug nach Augsburg. Ich war im schönen Stadtmarkt, dann in der Innenstadt (auch bei Sina’s Trinkwalder Manomama  – Vom Garn bis zur Naht in Deutschland hergestellt) am Moritzplatz 4 und last not least im ehrwürdigen Rosenaustadion in Augsburg, in dem ich schon in meiner ganz frühen Kindheit so viele für mich wichtige Stunden verbracht hatte.

Und siehe da – der FCA II musste sich mit 0 : 6 der SpVgg aus Unterhaching (meiner neuen fußballerischen Heimat) beugen. Was wir dann noch im Riegele am Hauptbahnhof in Augsburg mit einem Kellerbier gefeiert haben.

Das war schön. Mindestens genauso schön war die Lektüre des Buch auf Hin- und Rückfahrt. Denn da steht ganz einfach drin, wie sehr unsere Mobilität in eine schlimme und die Zukunft bedrohende Schieflage geraten ist. Und wie die „Digitale Transformation“ uns helfen kann und wird, zumindest das Schlimmste abzuwehren.

Nach meiner Bewertung ist das Buch absolut „state of the art“. Es beschreibt die Situation sehr sachlich und räumt mit diversen sehr gängigen Vorurteilen auf. Es zeigt auch Lösungen, die optimistisch stimmen, weist aber auch auf die dringliche Notwendigkeit von Veränderung hin. Sowohl betreffend unsere administrative, gesetzliche und bürokratische Welt – aber auch unsere gesellschaftlich (kollektiven) aber auch persönlichen (individuellen) Gewohnheiten.

Sehr loben muss man die beiden Autoren Weert Canzler und Andreas Knie dafür, dass das Buch trotz anspruchsvoller Materie spannender zu lesen ist, als so mancher moderner Krimi. Und ein paar Anregungen zum Inhalt – vielleicht für die zweite Auflage – hätte ich auch noch.

Für Menschen, die sich Gedanken über unsere mobile Zukunft machen, ist das Buch eine Pflichtlektüre. Wie zum Beispiel auch für alle Menschen, die mit dem Gedanken liebäugeln, zum AktMobCmp zu kommen. Das nächste findet übrigens am 20. und 21. Mai 2016 in Augsburg statt!

RMD

P.S.
Hier der Link und Infos zum Buch.
Weert Canzler, Andreas Knie
Die digitale Mobilitätsrevolution
Vom Ende des Verkehrs, wie wir ihn kannten
144 Seiten, oekom verlag München, 2016
ISBN-13: 978-3-86581-754-9
Erscheinungstermin: 22.02.2016

Die Nutzung von Mobilgeräten nimmt stetig zu. Wie wir von A nach B kommen, entscheidet immer häufiger unser Smartphone. Wer ein Taxi braucht, benutzt seine Taxi-App und bucht bei Onlinediensten wie Uber. Was zukünftig zählt, ist die digitale Präsenz: Was digital nicht erscheint oder verfügbar ist, existiert schlichtweg nicht mehr. Mit der Digitalisierung werden die Karten der Verkehrsmittelwahl neu gemischt. Weil Mietsysteme immer attraktiver werden und das Auto mit Bahn, Bus und Rad auf gemeinsamen digitalen Plattformen um Kunden konkurriert, wird sich das Machtgefüge innerhalb der Verkehrsbranche drastisch verändern. Die technischen Eigenschaften von Autos verlieren dadurch an Bedeutung. Die Autoren skizzieren Wege und Chancen dieser vernetzten, postfossilen Mobilität.

Roland Dürre
Donnerstag, der 21. Januar 2016

Bernd Fiedler – K-Working

Ich sitze ich im ICE 1682 von München nach Berlin auf der Fahrt zur Klausur der PM-Camp-Orgateams. Das WLAN im Zug funktioniert mal wieder nicht (no IP) und ich mache nur ab und zu mal ein wenig „tethering“. Die Bahn „wartet“ das WLAN erst wieder morgen früh um 8:00 (Laut eines Tweets von @DB-Bahn als Antwort auf meine Reklamation über Twitter), obwohl ein einfacher „Reset“ wahrscheinlich genügen würde.

Aber ich habe glücklicher Weise das neue Büchlein von Bernd Fiedler eingesteckt. Bernd ist ein guter Freund. Gerne gehe ich mit ihm gemeinsam auf Vortrags-Tour oder treffe ihn in unserr Schafkopf-Runde. Er ist einer der Menschen, die keine Sorgen bringen sondern immer positiv von den Dingen und der Zukunft sprechen. So macht jedes Treffen mit ihm Spaß.

K-Working-FiedlerJetzt hat er ein kleines Büchlein geschrieben.Und dank der DB habe ich Zeit zum Lesen. Das Buch ist konstruktiv wie sein Autor. K-Working ist der Titel, das Buch beschreibt, wie Wissensarbeiter in einer „neuen Welt“ zusammen arbeiten könnten und sollten. Es macht richtig Mut und bringt Freude.

Es ist aber auch ein kritisches Buch mit erstaunlichen und oft sehr treffenden Thesen. Manchem Unternehmen hält Bernd (s)einen unerbittlichen Spiegel vor. Und oft habe eine beschriebene (bittere) Ist-Situationen selber erlebt und kann die Analyse dazu im Buch nur teilen.

Von außen ist das Buch eher klein und unscheinbar. Aber irgendwie seht alles drin, was es zum Thema Wissensarbeit und Führung zu sagen gibt. Und dies in einer ganz einfachen und ungemein verständlichen Sprache. Spannend und leicht zu lesen. Weil es eben nicht mit weit ausgebreiteten und kompliziert begründeten Theorien missionieren will sondern sich nüchtern auf des Wesentliche beschränkt.

Sogar der Font ist angenehm groß – ich lese ja fast nur noch digital und meine alten Taschenbücher sind für mich doch oft mühsam. K-Working dagegen lässt sich auch im Dämmerlicht des frühen Januar-Morgens und der (angenehm) diffusen Beleuchtung im ICE angenehm lesen.

Es steht alles drin, was wichtig ist. Und das ganz knapp, ohne endlose Wiederholungen, wie ich sie von amerikanischer Management-Literatur gewohnt bin. Da weiß man oft nach den ersten 50 Seiten genau, was noch alles so kommt. Und auf den verbleibenden 300 Seiten wird das dann immer noch ein paar Mal durchgekaut. Ganz anders K-Working!

Das Buch ist als Taschenbuch im epubli – Verlag erschienen, die Sprache ist Deutsch.  Es hat 140 Seiten und die ISBN ist 9783737566599. Und für 14,99 € kann man jetzt schon die 2. Auflage (!) auch bei epubli kaufen.

RMD