Roland Dürre
Montag, der 29. Mai 2017

Nomaden in den Kykladen – MILOS

Diesmal haben wir unser Insel-Hopping 2017 am 22. Mai von Piräus kommend in Serifos gestartet. Weiter ging es über Sifnos nach Milos. Morgen werden wir Sifnos in Richtung Paros und Antiparos verlassen – und am 2. Mai geht es dann wieder nach Piräus, zur letzten Nacht in Griechenland vor dem Rückflug von Athen nach München.

Das Buch habe ich (fast) in einem Stück auf meinem Balkon im Hotel Beach Lagada durchgelesen.

Gleich zu unserer Ankunft in Milos habe ich im Museum für Bergbau in Adamas ein Buch gefunden, das so spannend war, dass ich es gleich „am Stück“ gelesen habe. Der Titel des Buches ist

DER ARZT HANS LÖBER
Briefe aus Milos, 1943-1944

herausgegeben und kommentiert von Dr. Hanns-Georg Löber und Gregory Belivanakis.

Dieses Buch hat mich so sehr beeindruckt, dass ich es absolut zum Lesen empfehle. Also, lieber Kykladen-Wanderer: Falls Du mal nach Milos kommt und mehr über diese Insel erfahren willst, dann besorge es Dir.

Hier ein paar Gedanken als Anmerkung:
Viele griechische Inseln waren im zweiten Weltkrieg von der Deutschen Wehrmacht und der Armee des italienischen Verbündeten besetzt und zu militärischen Festungen ausgebaut worden. Dr. Hans Löber war ein Stabsarzt der Marine, der nach dem Einsatz an verschiedenen Fronten unter anderem auch im „Nordmeer“ 1943 den Auftrag bekam, in Milos ein medizinisches „Revier“ aufzubauen, das die medizinische Versorgung der bei den geplanten militärischen Operationen im Mittelmeer verletzten deutschen Soldaten sicher stellen sollte. Das gelang ihm sehr erfolgreich trotz extrem schwieriger Randbedingungen dank seines besonderen Organisationstalents. Quasi nebenher errichtete er auch noch ein Lazarett für die ärztlich nicht gut versorgte Bevölkerung von Milos, das ihm bei der einheimischen Bevölkerung viel Respekt, Wertschätzung und Dank einbrachte.

Zeugnisse der Besatzungszeit Griechenlands durch Deutschland im zweiten Weltkrieg habe ich bei meinen Reisen auf dem Peloponnes und den Kykladen öfters gefunden. Gerade in Kavralyta (siehe meinen Vorbericht zur Peloponnes-Wanderung Anfang Mai 2017) war ich tief betroffen von einem Massaker der deutschen Wehrmacht, die als Reaktion auf Partisanen-Überfälle dort ein paar Dörfer und um die 100 Menschen ermordet hatte.

In diesem Buch sind die Briefe, die Dr. Hans Löber während seiner Zeit auf Milos in die Heimat gesendet hat, wohl ziemlich original veröffentlicht. Dies ergänzt durch knappe Kommentare der Herausgeber und eine Auswahl von historischen Fotografien.

Das besondere am Buch ist die tiefe Menschlichkeit, die die Briefe ausstrahlen. Es sind Berichte und Bekenntnisse eines hoch religiösem und „treuen und redlichen“ Deutschen, treu und redlich meine ich hier im besten Sinne der Worte.

Sie sind aber auch beeindruckende zeitgenössische Dokumente. So erwähnt und kommentiert der Briefe-Schreiber am Rande immer wieder Kriegs- und politische Ereignisse, die ihn auf der Insel erreicht haben. Die Briefe geben seine ungebrochene Lebensfreude genauso wieder wie sein großes persönliches Leiden, verursacht durch den Kriegstod zweier seiner Brüder.

Die Dokumente zeigen aber auch, wie perfekt-perfide die Wehrmacht organisiert war und wie im Kriege Menschen total als Ressourcen für sehr fragwürdige Ziele eingesetzt werden. Und wie auch der zweite Weltkrieg von der Deutschen Administration präzise geplant und umgesetzt wurde, auch bei Randthemen wie Feldpost und Luftfeldpost oder dem deutschen Militärsender in Athen, der in seiner Weihnachtssendung einen Beitrag aus Milos positionierte.

Vor allem ist dies Buch – wenn auch nirgends irgendwie explizit erwähnt – ein beeindruckender Appell für FRIEDEN. Deswegen empfehle ich es jedem redlichem Menschen zur Lektüre.

Milos, 29. Mai 2017

RMD

P.S.
Das Buch ist auch im Internet bestellbar – der Erlös geht an eine Klinik in Milos.

Zwei Magazine, die mir gefallen – oder – Papier, dass sich zu lesen lohnt.

brand eins & enorm!

2008 habe ich mit dem „Bloggen begonnen“ und meine Erlebnisse und Gedanken in IF-Blog.de öffentlich formuliert. Es hat mir Spaß gemacht, das zu erst mal für mich selber zu tun. Dann hab ich mich über die vielen Leser erfreut wie auch an viele Ereignisse und Kontakte, die daraus entstanden sind. Dann habe ich noch ein paar Mitautoren gesucht und gefunden, von denen freilich nicht viele geblieben sind.

Auch an meinem Kennenlernen von brand eins war IF-Blog.de schuld. Das aber weiter unten.

Ausgabe Januar 2017

Die Geschichte von brand eins beginnt offiziell im August 1999.
 2008 gab es brand eins schon im neunten Jahr. Die Vorgeschichte begann sogar drei Jahre früher – in 1996. Trotzdem kannte ich wie viele meiner Freunde brand eins in damals nicht.

Die brand eins-Geschichte selber begann wohl mit einem Interview von Jost Stollmann (1996). Jost war damals noch Chef von Compunet, die InterFace Connection GmbH gab es damals auch schon seit zwölf Jahren. Mit Jost Stollmann verbindet mich nicht nur, dass er IT-Unternehmer ist. Nein, er war wie ich Schüler von Rupert Lay.

Rupert fuhr seinerzeit privat einen roten Dreier-BMW (mit 2.0-Liter-Maschine), für einen Jesuitenpater etwas besonderes. Sein Auto sah meinen roten Dreier-BMW (mit 2.3-Liter-Maschine) zum verwechseln ähnlich. Das hat uns viel Spaß gemacht. Allerdings war Ruperts BMW kein Geschäftsauto sondern ein Geschenk (oder Leihgabe) von Jost. Und Rupert hat sich an seinem schnellen roten BMW und vor allem über dessen Herkunft sehr erfreut.

Jost Stollmann ist übrigens brand eins treu geblieben und hat dort weitere Interviews gegeben (in 2009 und 2012).
(Das frühe Interview von 1996 habe ich leider nicht gefunden. Ich würde es gerne mal lesen. Wenn jemand also einen link darauf hat oder ein PDF oder so etwas, dann würde ich mich freuen, wenn er mir die Info zusenden würde.)

Florian Prange, Unternehmer und Schatzmeister von FÖS.

brand eins jedoch habe ich durch Florian entdeckt. Dr. Florian Prange hatte damals gerade bei InterFace als Senior Consultant angefangen. Er war ein sehr feiner, junger und sozial engagierter Typ. Heute ist er sein eigener Unternehmer und Schatzmeister im Vorstand von FÖS (Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft), auch einer sehr interessanten Adresse.

Der Florian mochte meine Artikel und hat mich deshalb auf brand eins aufmerksam gemacht. Er meinte, dass meine Artikel ein wenig mehr Leser verdient hätten – und dies vielleicht über brand eins möglich wäre.

Ich kannte brand eins damals tatsächlich noch nicht, obwohl es ja schon neun Jahre auf dem Markt war. Die „Pflichtlektüre“ für Manager waren das Manager Magazin oder die Wirtschaftswoche. Beide Illustrierte waren (und sind) mir ein Graus – und brand eins war so ganz anders und viel besser.

So war ich von brand eins begeistert und habe dann so manche Ausgabe an Freunde und Geschäftspartner verschenkt. Das war immer ein großer Erfolg – viele kannten das Magazin auch nicht, waren überrascht und haben sich gefreut, ganz neue Impulse zu bekommen.

Das hat sogar geschäftlich gut getan. Einer meiner Freunde (der IF-Blog-Autor Edwin Ederle) schaffte es mit seinem Unternehmen data2impact (Feine Klitsche) sogar in eine Ausgabe. Und meine für viele Jahre regelmäßige Rezensionen zu brand eins in IF-Blog.de wurden gerne und viel gelesen.

Frau Gabriele Fischer im Vortrag für InterFace (2009)

So entstand auch der Kontakt zu Gabriele Fischer, der Gründerin von brand eins. Dieser führte zu einem großartigen Vortrag von Frau Fischer im IF-Forum.

Leider wollte Frau Fischer damals nicht als „Youtube-Toussie“ enden ( 🙂 so hat sie das selber formuliert), so dass wir auf die Video-Dokumentation ihres tollen Vortrages verzichteten.
🙂 Und so der Nachwelt etwas sehr Wichtiges verloren ging.

brand eins gibt es heute noch – und ist mittlerweile das etablierte Wirtschafts-Magazin nicht nur für Manager! Und es ist immer noch das einzige Papier, das ich in die Hand nehme …

Falsch!

Korrekt muss es heißen: War. Denn ich habe jetzt enorm gefunden. Da geht es nicht so sehr um Wirtschaft sondern mehr um Leben.

Das ging so. Am letzten Freitag vor einer Woche habe ich Peter Felixberger (übrigens gut befreundet mit Gabriele Fischer) kennen gelernt. Peter war unter anderem der Gründer von changeX.

Heute ist er Programmgeschäftsführer von Murmann Publishers. Er ist Herausgeber und verantwortlich für die Redaktion der kursbuch.edition und des Magazins enorm sowie Herausgeber von »Kursbuch auf Weltreise« (Goethe-Institut). Und macht noch manches mehr. Auch mein Freund Andreas Zeuch hat sein letztes Buch bei Murmann veröffentlicht.

Mit Peter Felixberger hatte ich an diesem Freitag ein wunderbares Gespräch. Ich habe viele Gemeinsamkeiten betreffend Werte, Erfahrungen, Interessen und Bedürfnisse zwischen uns festgestellt. So war es für mich sehr schön, ihm zu zuhören; er konnte mich für seinen Verlag und seine Produkte so richtig begeistern.

Er hat mir auch enorm vorgestellt, ein Magazin, dass als Zielmarkt die 20- bis 40-jährigen hat, nach meiner Bewertung aber auch schnell viele Anhänger bei jüngeren und älteren Lesern gefunden hat und finden wird.

Ich kann mir gut vorstellen, dass enorm schon in weniger als  zehn Jahren genauso erfolgreich wie brand eins heute ist. So wage ich  so eine kurze mini-Rezension der aktuellen Ausgabe 06 (Dezember/Januar 2016/2017).

Was begeistert mich an elan?

Es sind zwei Elemente – die Grundstimmung im Heft und die Themen.

Die Grundstimmung würde ich mit fair und achtsam bezeichnen.

Die Themen gefallen mir, weil alles was ich im Heft finde, für mich von hoher Relevanz ist. Die Struktur besteht aus AUFBRECHEN, MACHEN und LEBEN. Unter der Klammer „Jetzt erst recht“ finde ich eine gelungene Sammlung von Themen, die heute wichtig sind. enorm gibt es auch schon seit Januar 2010. Im Archiv auf der Website findet man alle Ausgaben seit 2010, auch immer mit wichtigen Themen. Allerdings sind viele Artikel – abhängig von der Ausgabe – „noch nicht freigeschaltet“. Ich finde das in Ordnung, denn gerade mit wertvollem Inhalt sollte man auch Geld verdienen. Und so gibt es trotzdem genug zu lesen.

Jetzt überlege ich mir, enorm wie damals brand eins an meine Freunde und Geschäftspartner zu verschenken. Gerade in den Abteilungen mit dem unmöglichen Namen für „Human Resource“ (HR) bei den kleinen und großen deutschen Unternehmen könnte enorm vielleicht enorm helfen, die Werte, Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter besser zu verstehen. Und das dürfte jedem Unternehmen gut tun.

Bei brand eins konnte man alle Artikel im Archiv auf der Webseite für umsonst nachlesen. Diese Zeit scheint vorbei zu sein. Allerdings finde ich viele Artikel in brand eins übers Internet – siehe auch die beiden Interviews mit Jost Stollmann. Und auch die Idee Inspiration auf der Website von brand eins gefällt mir gut.

Es lohnt übrigens, beiden Magazinen bei Twitter zu folgen:
🙂 Hier die „accounts“ @brandeins und @enorm_magazin.
Also #FF!

Kaufen und Bezahlen!

Ich meine, dass es die Fairness gebietet, ab und zu auch Papier zu kaufen. Wenn man es selber nicht lesen will, kann man es gut her schenken. Um andere Menschen zu inspirieren.

Also: Am 24. Februar geht es auf zum Kiosk, da wird die nächste Ausgabe von enorm erscheinen.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 21. April 2016

Grundwissen Verkehrsökologie –

Grundlagen, Handlungsfelder und Maßnahmen für die Verkehrswende

Das ist der Untertitel des Buches Grundwissen Verkehrsökologie von Udo J. Becker. Erschienen ist es im oekom-Verlag, von dem ich ja auch schon das Buch Die digitale Mobilitätsrevolution von Canzler/Knie vorgestellt habe.

Titel_Becker_Verkehrsoekologie_4cWenn es den oekom-Verlag nicht schon gäbe, dann müsste man ihn glatt erfinden. Dort finde ich ganz viele Titel, die mich sämtlich begeistern. Der Verlag gibt Fachbücher heraus – und wie ich ich finde vor allem sehr sinnvolle Fachbücher zu den wirklich wichtigen Dingen unseres Lebens. Zum Beleg meiner These habe ich diesem Artikel im P.S. ein paar Neuerscheinungen zum 4. Mai und eine Liste kürzlich erschienener Titel angehängt.

Vor kurzem habe ich mir beim oekom-Verlag zum Beispiel das Buch „Besser leben ohne Plastik“ von Anneliese Bunk & Nadine Schubert gefunden und bestellt – und obwohl ich das Leben mit möglichst wenig Plastik schon lange praktiziere, habe ich da noch ein paar gute Gedanken gefunden. Die beiden Autorinnen werden ihrem Anspruch „zu zeigen, wie es anders geht“ absolut gerecht. So werde ich dieses Buch in meine Liste der zu verschenkenden Werke einreihen.

Aber jetzt zum „Grundwissen Verkehrsökologie“. Oft diskutiere ich mit bekennenden Anhängern unseres Lebensstiles über Themen wie „Aktive Mobilität im Alltag“ oder „Zukunft der Mobilität“ und bin entsetzt, was für Thesen ich da höre. Und stelle fest, wie wenig auch sehr kluge und gut ausgebildete Menschen von dieser Problematik verstehen.

Das hier besprochene Buch könnte da helfen. Es besticht durch Sachlichkeit. Die Fakten sind sehr präzise recherchiert, ein ausführliches Literaturverzeichnis ermöglicht Vertiefung. Es scheint mir sehr vollständig, zumindest habe ich auf alle mich bewegenden Themen eine Antwort gefunden. Da es ein sehr umfassendes Werk ist, muss man es nicht am Stück lesen. Mir macht es Spaß, mir gelegentlich ein neues Kapitel durchzulesen und es dann wieder ein wenig zur Seite zu legen. Bis zum nächsten Kapitel.

Das Buch ist ein MUSS für alle Menschen, die sich ein valides Bild der realen Verkehrs-Situation machen möchten oder gar sich anmaßen, über unsere Verkehrssituation zu sprechen. Für Stadtplaner und Politiker wie Experten in unseren Administrationen sollte es Pflichtlektüre sein. Ich würde es mir auch als Basis-Lektüre für ein Wahlfach „Unsere Zukunft“ in den Abschlussklassen unseres Bildungssystems wünschen.

Ein bisschen Frust habe ich bei der Lektüre auch empfunden: Eigentlich wissen wir alles, besonders auch was wir falsch machen. Wir wissen auch, was uns gut tut und was uns schadet. Nur bei unserem Handeln berücksichtigen wir unser Wissen viel zu wenig.

RMD

P.S.

Zum 4. Mai gibt es auch wieder sehr interessante Neuerscheinungen im oekom-Verlag!

Rudolf Buntzel, Francisco Mari, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. (Hrsg.)
» Gutes Essen – arme Erzeuger. Wie die Agrarwirtschaft mit Standards die Nahrungsmärkte beherrscht «
Ca. 368 Seiten, ISBN 978-3-86581-797-6, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Peter Berg
» Endliche Welt, unendliches Geld. Das wahre Dilemma der Nachhaltigkeit «
190 Seiten, 978-3-86581-803-4, 19,95 / 20,60 (A). Auch als E-Book erhältlich.

Angela Franz-Balsen, Lenelis Kruse (Ed.)
» Human Ecology Studies and Higher Education for Sustainable Development. European Experiences and Examples «
168 Seiten, 978-3-86581-299-5, 29,95 / 30,80 (A). Auch als E-Book erhältlich.

Alrun Vogt
» Wirtschaft anders denken. Vom Freigeld bis zum Grundeinkommen «
200 Seiten, 978-3-86581-805-8, 16,95 / 17,50 (A). Auch als E-Book erhältlich.

Und hier noch der Hinweis auf vor kurzem erschienene und schon verfügbare Fachbücher aus dem oekom verlag:

Ute Dechantsreiter (Hrsg.)
» Bauteile wiederverwenden – Werte entdecken Ein Handbuch für die Praxis «
224 Seiten, ISBN 978-3-86581-786-0, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Christian Blasge
» Idealtheorie und bedingungsloses Grundeinkommen. Konzept, Kritik und Entwicklung einer revolutionären Idee «
252 Seiten, ISBN 978-3-86581-800-3, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Günther Reifer, Hans-Ulrich Streit, Evelyn Oberleiter
» Sustainable Companies. Wie Sie den Aufbruch zum Unternehmen der Zukunft wirksam gestalten. Ein Leitfaden «
252 Seiten, ISBN 978-3-86581-795-2, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Hans Holzinger
» Von nichts zu viel – für alle genug. Perspektiven eines neuen Wohlstands «
232 Seiten, ISBN 978-3-86581-794-5, 18,95 Euro / 19,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Kirsten Radermacher
» Ökologisch-ökonomische Entscheidungen in Unternehmen. Auswirkungen auf die Produktqualität am Beispiel der Druck- und Verpackungsindustrie «
350 Seiten, ISBN 978-3-86581-793-8, 18,95 Euro / 19,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Frank Stolze, Anna Petrlic
» Nachhaltigkeit für Einsteiger. Geschichte, Konzepte und Praxis «
116 Seiten, ISBN 978-3-86581-788-4, 12,95 Euro / 13,40 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Melanie Groß
» Und plötzlich gärtnern alle. Theoretische, konzeptionelle und methodische Perspektiven für Gardening und Commons in der Jugendarbeit «
122 Seiten, ISBN 978-3-86581-758-7, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Thomas Hammer, Ingo Mose, Dominik Siegrist, Norbert Weixlbaumer (Hrsg.)
» Parks of the Future. Protected Areas in Europe Challenging Regional and Global Change «
280 Seiten, ISBN 978-3-86581-765-5, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Markus Große Ophoff (Hrsg.)
» Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement. Green Meetings als Zukunftsprojekt für die Veranstaltungsbranche «
274 Seiten, ISBN 978-3-86581-783-9, 39,95 Euro / 41,10 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Sylvia Wölfel
» Weiße Ware zwischen Ökologie und Ökonomie. Umweltfreundliche Produktentwicklung für den Haushalt in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR «
356 Seiten, ISBN 978-3-86581-789-1, 34,95 Euro / 36,00 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Holger Petersen, Stefan Schaltegger, Centre for Sustainability Management (CSM) (Hrsg.)
» Nachhaltige Unternehmensentwicklung im Mittelstand. Mit Innovationskraft zukunftsfähig wirtschaften «
224 Seiten, ISBN 978-3-86581-776-1, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Fred Luks (Hrsg.)
» Rethink Economy. Perspektivenvielfalt in der Nachhaltigkeitsforschung – Beispiele aus der Wirtschaftsuniversität Wien «
186 Seiten, ISBN 978-3-86581-737-2, 29,95 Euro / 30,80 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Carsten Kaven
» Transformation des Kapitalismus oder grüne Marktwirtschaft? Pfade zur Nachhaltigkeit bei Altvater, Jänicke, Nair und Rifkin «
210 Seiten, ISBN 978-3-86581-750-1, 22,95 Euro / 23,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Ernst Weeber
» Weiter gegen den Untergang – Eine Auffrischung. Die Fortschrittskritik des Astrophysikers und Systemtheoretikers Peter Kafka «
176 Seiten, ISBN 978-3-86581-744-0, 19,95 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Alle Bücher erschienen im
oekom verlag GmbH
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Waltherstraße 29
80337 München
Fon 089/54 41 84-34
Fax 089/54 41 84-49
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Roland Dürre
Sonntag, der 13. März 2016

Die digitale Mobilitätsrevolution – CANZLER/KNIE

Kann die digitale Revolution das vorhandene Regime einer auf das private Auto fixierten Ordnung ändern?

Titel_Canzler_Revolution_fbDas ist die zentrale Frage, die im Buch von WEERT CANZLER und ANDREAS KNIE gestellt und in meinem Verständnis auch beantwortet wird.

Aber der Reihe nach. Schon seit längerem schwärmten Freunde von mir vom Oekom-Verlag und seinem Gründer Jacob Radloff. Ich nahm das ernst, hatte aber irgendwie nie die Zeit, mir das mal anzugucken. Bis mich dann ein paar E-Mails von Freunden mit konkreten Buchempfehlungen erreichten.

Da habe ich mich mal gründlich auf der Website von Oekom umgeschaut – und war begeistert, von den Themen und Titeln wie den Autoren, die ich dort gefunden habe. Und gleich ein paar Bücher bestellt, wie z.B. von Anneliese Bunk und Nadine Schubert
Besser leben ohne Plastik
(ISBN: 978-3-86581-784-6, Erscheinungsdatum: 22.02.2016)

Ende Februar 2016 ist dort unter anderem das Büchlein
Die digitale Mobilitätsrevolution
erschienen. Mit dem visionären Untertitel
VOM ENDE DES VERKEHRS, WIE WIR IHN KANNTEN.

Da das Buch in der Papierausgabe nur 128 Seiten hat, war es die ideale Regional-Bahn-Lektüre gestern auf meinem nostalgischen Ausflug nach Augsburg. Ich war im schönen Stadtmarkt, dann in der Innenstadt (auch bei Sina’s Trinkwalder Manomama  – Vom Garn bis zur Naht in Deutschland hergestellt) am Moritzplatz 4 und last not least im ehrwürdigen Rosenaustadion in Augsburg, in dem ich schon in meiner ganz frühen Kindheit so viele für mich wichtige Stunden verbracht hatte.

Und siehe da – der FCA II musste sich mit 0 : 6 der SpVgg aus Unterhaching (meiner neuen fußballerischen Heimat) beugen. Was wir dann noch im Riegele am Hauptbahnhof in Augsburg mit einem Kellerbier gefeiert haben.

Das war schön. Mindestens genauso schön war die Lektüre des Buch auf Hin- und Rückfahrt. Denn da steht ganz einfach drin, wie sehr unsere Mobilität in eine schlimme und die Zukunft bedrohende Schieflage geraten ist. Und wie die „Digitale Transformation“ uns helfen kann und wird, zumindest das Schlimmste abzuwehren.

Nach meiner Bewertung ist das Buch absolut „state of the art“. Es beschreibt die Situation sehr sachlich und räumt mit diversen sehr gängigen Vorurteilen auf. Es zeigt auch Lösungen, die optimistisch stimmen, weist aber auch auf die dringliche Notwendigkeit von Veränderung hin. Sowohl betreffend unsere administrative, gesetzliche und bürokratische Welt – aber auch unsere gesellschaftlich (kollektiven) aber auch persönlichen (individuellen) Gewohnheiten.

Sehr loben muss man die beiden Autoren Weert Canzler und Andreas Knie dafür, dass das Buch trotz anspruchsvoller Materie spannender zu lesen ist, als so mancher moderner Krimi. Und ein paar Anregungen zum Inhalt – vielleicht für die zweite Auflage – hätte ich auch noch.

Für Menschen, die sich Gedanken über unsere mobile Zukunft machen, ist das Buch eine Pflichtlektüre. Wie zum Beispiel auch für alle Menschen, die mit dem Gedanken liebäugeln, zum AktMobCmp zu kommen. Das nächste findet übrigens am 20. und 21. Mai 2016 in Augsburg statt!

RMD

P.S.
Hier der Link und Infos zum Buch.
Weert Canzler, Andreas Knie
Die digitale Mobilitätsrevolution
Vom Ende des Verkehrs, wie wir ihn kannten
144 Seiten, oekom verlag München, 2016
ISBN-13: 978-3-86581-754-9
Erscheinungstermin: 22.02.2016

Die Nutzung von Mobilgeräten nimmt stetig zu. Wie wir von A nach B kommen, entscheidet immer häufiger unser Smartphone. Wer ein Taxi braucht, benutzt seine Taxi-App und bucht bei Onlinediensten wie Uber. Was zukünftig zählt, ist die digitale Präsenz: Was digital nicht erscheint oder verfügbar ist, existiert schlichtweg nicht mehr. Mit der Digitalisierung werden die Karten der Verkehrsmittelwahl neu gemischt. Weil Mietsysteme immer attraktiver werden und das Auto mit Bahn, Bus und Rad auf gemeinsamen digitalen Plattformen um Kunden konkurriert, wird sich das Machtgefüge innerhalb der Verkehrsbranche drastisch verändern. Die technischen Eigenschaften von Autos verlieren dadurch an Bedeutung. Die Autoren skizzieren Wege und Chancen dieser vernetzten, postfossilen Mobilität.

Roland Dürre
Donnerstag, der 21. Januar 2016

Bernd Fiedler – K-Working

Ich sitze ich im ICE 1682 von München nach Berlin auf der Fahrt zur Klausur der PM-Camp-Orgateams. Das WLAN im Zug funktioniert mal wieder nicht (no IP) und ich mache nur ab und zu mal ein wenig „tethering“. Die Bahn „wartet“ das WLAN erst wieder morgen früh um 8:00 (Laut eines Tweets von @DB-Bahn als Antwort auf meine Reklamation über Twitter), obwohl ein einfacher „Reset“ wahrscheinlich genügen würde.

Aber ich habe glücklicher Weise das neue Büchlein von Bernd Fiedler eingesteckt. Bernd ist ein guter Freund. Gerne gehe ich mit ihm gemeinsam auf Vortrags-Tour oder treffe ihn in unserr Schafkopf-Runde. Er ist einer der Menschen, die keine Sorgen bringen sondern immer positiv von den Dingen und der Zukunft sprechen. So macht jedes Treffen mit ihm Spaß.

K-Working-FiedlerJetzt hat er ein kleines Büchlein geschrieben.Und dank der DB habe ich Zeit zum Lesen. Das Buch ist konstruktiv wie sein Autor. K-Working ist der Titel, das Buch beschreibt, wie Wissensarbeiter in einer „neuen Welt“ zusammen arbeiten könnten und sollten. Es macht richtig Mut und bringt Freude.

Es ist aber auch ein kritisches Buch mit erstaunlichen und oft sehr treffenden Thesen. Manchem Unternehmen hält Bernd (s)einen unerbittlichen Spiegel vor. Und oft habe eine beschriebene (bittere) Ist-Situationen selber erlebt und kann die Analyse dazu im Buch nur teilen.

Von außen ist das Buch eher klein und unscheinbar. Aber irgendwie seht alles drin, was es zum Thema Wissensarbeit und Führung zu sagen gibt. Und dies in einer ganz einfachen und ungemein verständlichen Sprache. Spannend und leicht zu lesen. Weil es eben nicht mit weit ausgebreiteten und kompliziert begründeten Theorien missionieren will sondern sich nüchtern auf des Wesentliche beschränkt.

Sogar der Font ist angenehm groß – ich lese ja fast nur noch digital und meine alten Taschenbücher sind für mich doch oft mühsam. K-Working dagegen lässt sich auch im Dämmerlicht des frühen Januar-Morgens und der (angenehm) diffusen Beleuchtung im ICE angenehm lesen.

Es steht alles drin, was wichtig ist. Und das ganz knapp, ohne endlose Wiederholungen, wie ich sie von amerikanischer Management-Literatur gewohnt bin. Da weiß man oft nach den ersten 50 Seiten genau, was noch alles so kommt. Und auf den verbleibenden 300 Seiten wird das dann immer noch ein paar Mal durchgekaut. Ganz anders K-Working!

Das Buch ist als Taschenbuch im epubli – Verlag erschienen, die Sprache ist Deutsch.  Es hat 140 Seiten und die ISBN ist 9783737566599. Und für 14,99 € kann man jetzt schon die 2. Auflage (!) auch bei epubli kaufen.

RMD

Roland Dürre
Samstag, der 16. Januar 2016

ASK AN ANSWER.

Jolly Kunjappu

ist ein guter Freund. Kennengelernt haben wir uns auf einer Veranstaltung zugunsten der Münchner Schachstiftung. Die Münchner Schachstiftung kümmert sich um die ärmsten Kinder Münchens. Gemeinsam mit Schulen versucht sie diesen verlorenen Kindern das Schachspiel zu lehren. Ein erfahrener Münchner Streetworker hat mir berichtet, dass man an manche Kinder, die geistig verwahrlost sind und außerhalb jeder Gesellschaft leben, mit Schach noch am besten ran kommt.

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Jolly hat einen wunderbaren Vortrag für die Stiftung oder besser gesagt für die von der Stiftung betreuten Kinder gehalten. Ich war eingeladen, durfte ihn hören und anschließend kennenlernen. Mir war sofort klar, dass wir Verbündete im Denken, Geist und auch im Handeln sind. So sind wir Freude geworden.

Ask-an-Answer_1m-185x300Jetzt hat er ein Buch geschrieben. Es ist zweisprachig (in Deutsch und Englisch) und heißt ASK AN ANSWER. Kurz vor Weihnachten lag es mit lieben Grüßen des Autors bei mir im Briefkasten. Im Buch sind Jolly’s Gedanken aus vielen Jahren, mal kürzer und mal ein wenig länger.

Und ähnlich wie bei Seneca finde ich alle Gedanken sehr bemerkenswert. So ist ASK AN ANSWER eine ganz feine Botschaft für eine bessere Welt, in der sich Jolly mit viel Respekt und doch recht  klar äußert.

Es war ein wunderbares Weihnachtsgeschenk, in dem ich über die „ruhigen Tage“ gerne geblättert und gelesen habe. Und das mir Mut und Freude beschert hat.

Und besonders freut mich, dass wir gemeinsam im kommenden Frühling ASK AN ANSWER bei InterFace vorstellen werden. Jolly wird im Mittelpunkt stehen und ich hoffe, für einen würdigen Rahmen sorgen zu können.

Und wer den April nicht erwarten kann und das Buch schon jetzt lesen möchte, darf sich gerne per E-Mail an mich wenden.

RMD

P.S.
Kann gut sein, dass man das Buch auch im Indian Mango erwerben kann. Das ist Jolly’s indisches Restaurant in München in der Zweibrückenstraße. Dort kann man sehr lecker speisen und gleich dabei ein wenig quer lesen. Das ist dann doppelter Genuss!

Diesmal heißt es:

ALLE MACHT FÜR NIEMAND LIVE ERLEBEN!

andreaszeuchAlle Macht für Niemand!
Das ist das Motto von Dr. Andreas Zeuch. In seinem neuen Buch, erschienen am 8. September dieses Jahres, setzt er sich ausgiebig mit „Unternehmensdemokratie“ auseinander. Und es ist keine theoretische Abhandlung geworden, sondern ein spannender Bericht aus dem prallen Leben. Ich würde es ein mutiges und provokatives Werk nennen, das mit so manchem Vorurteil aufräumt.

Andreas habe ich auf dem PM-Camp in Berlin 2014 persönlich kennen gelernt. Da hat er den Impuls am Morgen des ersten Tages gegeben. Sein Thema war dort „Wie viel Intuition verträgt ein Unternehmen“. Dieser Vortrag hat mich so inspiriert hat, dass ich den ganzen Vormittag mit Andreas verbrachte. Und so die ersten Sessions am Vormittag des PM-Camps komplett versäumt habe.

Hier ein Auszug aus dem Ausschreibungstext:

Unternehmensdemokratie – ist das die Zukunft der Arbeit oder der Witz der Woche? Können Unternehmen überhaupt eine demokratische Veranstaltung sein, oder lähmen gemeinsame Entscheidungsprozesse nicht und führen zur Insolvenz? Schließlich brauchen wir nicht nur Häuptlinge, sondern auch Indianer!

Was geschieht, wenn ein CEO gewählt wird? Wenn eine Bank alle Hierarchiestufen abschafft; wenn sich Mitarbeiter ihre Aufgaben selber aussuchen oder das Reinigungspersonal bei Innovationen dabei ist? Bricht dann Chaos aus, oder entfaltet sich die innere Motivation der Belegschaft?

Andreas Zeuch ist auf Reise gegangen und hat Unternehmen gefunden, die zeigen, dass Unternehmensdemokratie eine menschlich lebendige und wirtschaftlich erfolgreiche Alternative zum zentralistischen Top-Down ist.

InterFace-Logo Anmeldung auch zu diesem IF-Forum geht wie immer ganz einfach per E-Mail. Ich darf wieder moderieren und freue mich schon auf wie immer spannende Diskussionen und schöne Gespräche!

RMD

Roland Dürre
Montag, der 7. September 2015

Die zweite Aufklärung – Ein neues Buch von Rupert Lay!

Mein Mentor Rupert Lay hat im hohen Alter ein neues Buch geschrieben, erschienen als gebundene Ausgabe am 29. Juli 2015 bei Monsenstein und Vannerdat. Es heißt:

Die Zweite Aufklärung:
Eine Einführung in den Konstruktivismus

Ich habe es noch nicht gelesen, schreibe aber hier darüber, weil ich weiß, dass viele Freunde von Rupert den IF-Blog lesen. Und diese schöne Neuigkeit möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Rupert Lay hat am 7. September für den Ronneburger Kreis und dessen Freunde in einem langen Vortrag sein Lebenswerk zusammengefasst. In diesem Vortrag hat er einen Teil der Gedanken berichtet, die jetzt in diesem Buch enthalten sind.

Hier ein paar Infos aus dem Klappentext bzw. der Buchbeschreibung in Amazon:

Die Erste Aufklärung (1650 bis 1800) prägte das Denken und Handeln Europas und Nordamerikas. Sie überwand die politischen, ökonomischen und religiösen Selbstverständlichkeiten. Sie schuf jedoch unbemerkt neue, die dem Anspruch der Aufklärung auf humane Gesellschaftsstrukturen keineswegs gerecht wurden. Philosophie sichert die Berechtigung ihres Anspruchs, indem sie damals wie heute Selbstverständlichkeiten kritisch befragt und so eine Zweite Aufklärung in Gang setzt.

Da aus unserem Wissen unser Wollen und aus unserem Wollen unser Handeln erfolgt, muss der Ursprung unseres Wissens erkundet und damit die Legitimation unseres Handelns geprüft werden. Dieses Buch bedenkt die Gründe, warum die Erste Aufklärung niemals zur entsprechenden Praxis fand. Es führt zur neuen Weite einer Zweiten Aufklärung, welche die Voraus-setzungen für eine bessere Verständigung zwischen Menschen schaffen mag. Das Anliegen der Toleranz will eine neue Basis finden und so endlich zu einer humanen Praxis der Aufklärung kommen.

RMD

Roland Dürre
Montag, der 13. Juli 2015

Erfahrungen, die ich einem jeden Menschen wünsche!

Die 5 Geheimnisse des John Izzo

izzo5GeheimnisseDemnächst werde ich über die Arbeit von Dr. Marius Poersch und seinen Freunden berichtet.

Marius hat mich im Rahmen seiner Untersuchungen interviewt und mir dann als Dankeschön das Buch „Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben“ von John Izzo geschenkt.

Dieses Buch möchte ich heute zur Lektüre empfehlen.

Um Appetit aufs Lesen zu machen, beschreibe ich die fünf Geheimnisse aus diesem Buch und kommentiere sie ganz kurz und persönlich. So wie ich diese verstanden aber auch selbst in meinem Leben als kleines Erfolgsgeheimnis erfahren habe.

Und keine Angst, ich verrate nicht zuviel. Die Lektüre des Buchs bleibt trotzdem spannend.

1. Geheimnis

Seien Sie sich treu!

Da verstehe ich natürlich darunter, authentisch zu bleiben und im Handeln meinem Stern zu folgen. Den ich sicher zuerst mal finden und dann immer neu bestimmen muss. Der Autor denkt aber weiter. Ihm geht es um das „Destina“, einem Begriff der aus Südamerika kommt und das Schicksal eines jeden Menschen beschreibt. Schicksal jedoch nicht im Sinne von Kismet oder von außen vorbestimmtem Lebensweg ohne Entkommen sondern von frei zu findender Bestimmung und Berufung.

2. Geheimnis

Leben Sie so, dass Sie später nichts zu bereuen haben!

Für mich ist das ein großer Appell auch mal etwas Neues auszuprobieren. Immer mal wieder den Mut aufzubringen, etwas zu machen, was auf dem ersten Blick als sehr ungewöhnlich erscheint. Diese Empfehlung könnte aber auch konkrete Entscheidungshlfe sein. Wenn ich im Zweifel bin, ob ich „den linken oder den rechten Weg“ nehmen soll, könnte ich mich fragen, welches Nichtgehen ich am ehesten später bereuen würde.

3. Geheimnis

Lassen Sie die Liebe in sich lebendig werden!

Das heißt aus meiner Sicht zuerst mal sich selbst zu lieben! Denn nur wer sich selber liebt, kann andere lieben. Zur Liebe gehört aber auch genauso mit Mut und in Freude zu leben, privat wie „in der Arbeit“. Und vor allem möglichst nie aus Feindseligkeit heraus zu handeln sondern wenn irgendwie möglich die Menschenfreundlichkeit als Lebensprinzip zu wählen. Die Dingen des Lebens also positiv anzunehmen und in allen Interaktionen mit anderen Menschen die Partner größer und nicht kleiner zu machen.

4. Geheimnis

Leben Sie im Augenblick!

Genießen und nicht immer zu viel an alles Mögliche denken. Das „ja aber“ aus seinem Wortschatz zu streichen und durch das  „ja und“ zu ersetzen. Nicht immer gleich Bedenken zu haben, warum das doch nicht gehen könne und nicht immer sofort alle Probleme dieser Welt zu sehen. Und vor allem nicht vor dem moralischen „Man tut das nicht!“ zu kapitulieren.

5. Geheimnis

Geben Sie mehr als Sie nehmen!

Ich meine, dass man wahrscheinlich nur geben muss, Und dann fast automatisch viel mehr zurück bekommt, als man gegeben hat. Das beginnt mit dem Vertrauen. Ich treffe einen fremden Menschen. Um Vertrauen herzustellen ist es hilfreich, wenn ich mich öffne und etwas von mir Preis gebe. Und in der Regel wird der andere sich auch öffnen und so entsteht Vertrauen, sicher ein wertvolles Attribut einer jeden Beziehung.

Mir gefallen diese fünf Geheimnisse.

Habe ich Euch jetzt ein wenig Appetit auf die Lektüre gemacht?

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 12. April 2015

Schule. Bildung. Zukunft.

Bernice Zieba hat in Facebook auf der Seite Alphabet – der Film Reklame für ihr Buch „Kinder brauchen keine Schule“ gemacht und darauf hingewiesen, dass man dieses Buch ab sofort bestellen könne. Im Buch geht es um „Homeschooling und Unschooling“. Ich kenne das Buch (noch) nicht – und kann es so auch nicht bewerten. Den Film Alphabet dagegen kenne ich gut und empfehle ihn sehr.

Auf Facebook führte dieser Eintrag zu einer eifrigen Diskussion zwischen Gegnern und Befürwortern der Schulpflicht. Die Diskussion hat mich angemacht, besonders weil meine Erfahrungen mit Schule sowohl als Schüler wie als mehrfacher SchülerInnen-Vater alles andere als erfreulich waren. Und mir deshalb Bewegungen wie Sudbury – endlich frei zumindest als schöne Utopie doch ziemlich sympathisch sind.

Deshalb konnte ich nicht umhin, auch meine Meinung zur Situation von Bildung und Schule in einem Kommentar zu schreiben. In diesem habe ich sinngemäß folgende Thesen formuliert:

KinderSchuleDie Schulen in der ganzen Welt lehren nicht und leiten nicht an. Sie fördern nicht das Hinterfragen und Nachdenken sondern vermitteln Wissen unwissend. Wissens-Bulimie wird so zur Regel.

Formen von Autonomie der Schüler werden als störend empfunden genauso wie kritische Positionierungen. Aufklärung ist in der Schule unerwünscht und zum Unwort verkommen. Denn das überwiegende und oft ausschließliche pädagogische Ziel der Ausbildungssysteme scheint es, die Menschen so zu formen, dass sie im Zielsystem möglichst reibungslos funktionieren. Die Lehrer scheinen förmlich den Auftrag zu haben, den Schülern ihre Kreativität auszutreiben und sie anpassbar zu machen. So werden System treue Konsumenten produziert, dies sich ohne zu murren brav in die nicht Menschen gerechte Leistungsgesellschaft einfügen.

Die zeitgenössischen Schulen und Bildungssysteme in der ganzen Welt können eines besonders gut: Indoktrinieren! Nur der Grad der Indoktrination ist noch unterschiedlich zwischen den Schulen und den Kulturen

Indoktrination ist jedoch der Feind eines Lebens in Freiheit und Würde. So wird kein vernünftiger Wandel gelingen. Nicht mal den „sozialen Konsenz“ werden wir so finden können, der Voraussetzung ist für eine konstruktive, menschliche und aufgeklärte Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.

Als Beispiel: Vielleicht würde ein redlicher Diskurs uns dabei helfen – das geht aber nicht, wenn wir das dazu notwendige Handwerkszeug nicht gelernt haben!

Es scheint klar, dass das Sicherstellen einer vernünftigen Bildung für die nachfolgenden Generationen eine der zentralen Aufgabe jeder (und auch unserer) Gesellschaft ist. Wahrscheinlich sollte das die höchste Priorität haben. Tatsächlich erleben wir jedoch ein riesiges Versagen unseres Bildungssystems. Die Defizite in den Schulen werden immer größer, für viele Gruppen der Gesellschaft  verschlechtert sich die Situation kontinuierlich.

Trotzdem stehe ich persönlich „Homeschooling und Unschooling“ eher skeptisch gegenüber und würde sie nur als Notwehr oder „ultima ratio“ in besondern Fällen als sinnvoll ansehen.

Soweit mein Kommentar. Aber noch eine Anmerkung sei mir gestattet: Ich bin froh, dass es noch Lehrer gibt, die sich gegen diese wohl weltweit stattfindende Entwicklung sträuben und sich den drückenden systemischen Zwängen widersetzen. Einige davon kenne und schätze ich. Aber leider habe ich den Eindruck, dass sie immer mehr auf verlorenen Posten stehen und auch immer weniger werden.

RMD

P.S.
Im übrigen ist mir nicht klar, warum wir immer diese hässlichen amerikanischen Begriffe benutzen müssen wie „Homeschooling oder Unschooling“?