Roland DürreSonntag, der 5. Mai 2013
brand eins im Mai
Pünktlich zum Ersten des Wonnemonats war das brand eins des Mai bei mir. Aber erst am Samstag auf der Rückfahrt vom PM-Camp 2013 (Tag nicht nur in Twitter #pmcamp13str) im EC 391 komme ich dazu, mich ein wenig intensiver mit diesem zu befassen. Denn das Leben eines PM ist hart.
PM übrigens ist für mich nach dem in Stuttgart erlebten jetzt die Abkürzung für “People Manager”. Denn das ist die bessere Bezeichnung für den Job, den man bis vor kurzen noch Projekt Manager oder Projektleiter genannt hat.
Und so würdevoll wie meine Gedanken so erscheint mir auch dieses brand eins. Es kommt ganz in Gold daher. Mit einer ellipsenartiger Strichgrafik in bunten Farben. Auf dem ersten Eindruck hätte ich es fast für ein Magazin der “Haute Couture” gehalten. Oder zumindest für eine Magazin, das den gehobenen Life Style der High Society vermittelt.
Aber keine Angst, die Titelzeile ist schon wieder “geil”:
Greif zu!
Mit dem Untertitel:
Warum TEILEN und TAUSCHEN die Wirtschaft voranbringen.
Das ist natürlich Wasser auf meine Mühlen. Wieder mal genau meine Themen! Und es kommt noch besser: Frau Fischer überschreibt ihr Editorial mit der schlichten Schlagzeile
Eine neue Dimension!
Wobei das Ausrufezeichen jetzt von mir ist.
Und im Editorial gibt sie sogar zu,
“dass ihr das ganze Gerede über die Sharing Economy ziemlich auf die Nerven ging …”
Und schreibt weiter:
“Die Sharing Economy mag ein Modethema sein – aber dahinter steht eine Entwicklung von gewaltiger Dimension”.
Da freue ich mich. Ist das nicht phantastisch? Und es wird noch besser – im Schlusssatz ihres Editorials nennt sie sogar die Vorhersagen zur Jahrtausendwende von Jeremy Rifkin “eine hoffnungsvolle Utopie“. Und rennt dabei bei mir wieder offene Türen ein.
Und so begebe ich mich auf eine “kleine Forschungsreise” ins Innere des Heftes. Und stelle fest, dass es um ganz schön viele Branchen und in verschiedene Kontinente geht. Mit vielen bunten und abwechslungsreichen Artikeln.
Was mir besonders gut gefallen hat?
Da war “auf der Suche nach selbst” (zu Siemens aufSeite 22), “Das Eigentum wird virtuell” (kleine Geschichte der IT, Seite 92), “Die Bank in der Hand” (Die Zukunft ohne Bank, Seite 96) und manches mehr. Und besonders der ganze Schwerpunkt – für mich große Klasse!
Mehr verrate ich nicht – sondern empfehle auch mit dem brand eins des Mai auf Reise zu gehen.
RMD
Roland DürreMontag, der 8. April 2013
brand eins im April
Diesmal fand mein brand eins des April erst im April den Weg zu mir. Da hatte es sich schon ein paar Tage vorher per E-Mail angekündigt. Ich war also richtig neugierig.
“Sie wünschen?” Steht auf dem Titelblatt – und der Schwerpunkt gilt
“Der Zukunft des Handels”.
Dazu fällt mir sofort der alte Spruch ein:
Und ist der Handel noch so klein,
so bringt er mehr als Arbeit ein!
Diese Weisheit habe ich von meinem alten Schafkopf-Freund Alois Wolferstetter, einem listigen und klugen Bänker. Als Sohn und Enkel eines Bäckers hatte er Bäcker gelernt. Wegen einer Mehl-Allergie musste er das Fach wechseln und ging zur Sparkasse. So wurde er ein Bankdirektor vom alten Schrot und Korn.
Er kannte die Abgründe des Bankgeschäfts recht gut, so habe ich von ihm viel gelernt. Auch diese Aussage:
Das Geld ist nie weg, es hat nur ein anderer!
Die beiden Wolferstetter’schen Weisheiten werden auch in Zukunft gelten! Wenngleich sich nach meiner Meinung im Handel alles verändern wird. Damit meine ich, dass die mittlerweile klassischen Formen wie Kaufhaus, Discounter, Supermarktkette oder ähnliches mit ihren Konzepten wie ihrer Kultur ziemlich am Ende sind.
Gleichzeitig wird es aber auch nichts richtig Neues geben. Der Appell an das menschliche “Haben möchten” wird halt anders generiert werden, so dass letztendlich dann alles wieder beim alten bleibt.
Geschäftlich werden wir im Handel andere Businessmodelle bekommen. Das Internet wird eine wichtige Rolle spielen, aber ob da der wirklich “margenträchtige” Teil des Handels stattfinden wird, bezweifle ich. Nur wie der “neue Handel” aussehen wird, wage ich bisher noch nicht so recht zu erahnen. Wohl mit viel Emotionen und Erlebnisfreude.
Aber vielleicht wissen die von brand eins ja mehr? Also, nichts wie rein ins Heft.
Im Editorial von Frau Fischer finde ich schon die ersten Hinweise zur Veränderung: Der Kunde ist mündiger und mächtiger geworden. Die Arbeitnehmer zahlen oft die Zeche. Und letzten Endes entscheidet der Kunde …
Was ist dem noch hinzuzufügen? Eigentlich nur ein paar Verweise auf Artikel, die mir gefallen haben:
Köstlich: Der Prolog zum Schwerpunkt Handel auf Seite 29
(Quelle: Das Leben des Brian)
Philosophisch: “Alte Bekannte” ab Seite 50.
Sympathisch: “Billigland ist abgebrannt” ab Seite 64
Interessant: “Handel in Zahlen” auf Seite 79
Absurd: “Äpfel und Birnen” ab Seite 81
Spannend: “Zerrüttete Beziehungen” ab Seite 98
… und vieles mehr.
Es lohnt sich wieder!
RMD
Roland DürreMittwoch, der 6. März 2013
brand eins im März
Letzten Mittwoch genau vor einer Woche habe ich wieder gemerkt, dass der Monat zu Ende geht. Denn war doch mein brand eins im Briefkasten. Schon auf dem Weg ins Haus lese ich:
Geh doch rüber!
Mir schwant Übles. Habe ich doch in den 60igern und folgenden Jahren nur zu oft gehört: “Wenn es Dir hier nicht gefällt, dann geh doch rüber”. Von Eltern, Lehrern und weiteren “gut meinenden aber bös seienden Menschen. Gemeint war eine Aufforderung in die sogenannte Sowjetzone oder “DDR in Anführungszeichen” zu gehen.
Nur weil wir das System ein wenig verändern wollten …
Und in den letzten 50 Jahren hat sich ja auch politisch wie geschäftlich wahnsinnig viel geändert. Vielleicht nicht alles ganz in unserem Sinne und auch nicht immer zum Guten. Trotzdem dürfen wir mit vielem zufrieden sein, auch wenn wir wissen, dass der Wandel sich fortsetzt und auch in der BRD sich weiter einiges ändern muss.
An der Haustür angekommen fällt mein Blick aber auf
“Schwerpunkt Grenzen“.
Und ich bin wieder “beruhigt beunruhigt”. Grenzen zu überschreiten an sich ist ja so schlecht nicht. Sowohl die physischen sprich räumlich und zeitlichen wie auch die vielen psychischen. Also – rein ins Heft.
Und siehe da, es ist diesmal ein ein wenig philosophisches brand eins geworden. Es geht um eine Grenzenlosigkeit, die mit Freiheit (natürlich) nichts zu tun hat. Erwähnenswert die Aussage von Frau Fischer, dass “eine gefallene Grenze noch keinen Raum zum freien Denken schafft” (Erkenntnis aus der DDR).
Vielleicht noch ein paar Lesetipps: Besonders gut hat mir z.B. “Die Macht der alten Männer” ab Seite 54 gefallen. Da hat mich einiges an meine Chinareise im Herbst 2012 erinnert. Und mal so richtig wissen, was das Bundeskartellamt eigentlich so wirklich macht, ist auch nicht schlecht (ab Seite 82). Das “verdorbene Geld” (Wirtschaftsgeschichte) fand ich natürlich besonders lustig. Dieser Artikel gefällt mir nicht nur, weil mich schon länger die “EURO-Cent”-Kupfermünzen ärgern, die man einfach abschaffen sollte. Auch so eine sinnlose Verschwendung.
Dagegen ist die “Welt der Zahlen” diesmal nicht nur lustig. Macht aber auch ein wenig Mut. Genauso wie “Goldene Zeiten” (Serie: Zukunft der Banken – Teil 2) auf Seite 24.
Schön, dass ein gutes Wirtschaftsmagazin es sich leisten kann, so philosophisch zu sein. Bestätigt es doch so auch ein wenig meine These, dass die Philosophie ein wichtiges Fach für einen modernen Manager ist.
RMD
P.S.
Es ist übrigens die 150. Ausgabe von brand eins – eine Zahl, auf die das brand-eins-Team sicher stolz sein kann!
Roland DürreMontag, der 4. Februar 2013
brand eins im Februar
Am Mittwoch war es bei mir. Das brand eins im Februar. Von außen ist es ein wenig farblos.
Wundert mich beim Schwerpunkt “Marken und Glaubwürdigkeit” nicht. Auch die Frage auf der milchigen Cola-Flasche holt mich nicht hinter dem Ofen hervor:
“Wofür stehst Du?”.
Richtet sich ja wohl nicht an mich, sondern an die Marken. Und wofür die stehen, weiß doch wirklich keiner. Eher was sie bewirken sollen – nämlich zum blinden Konsum animieren und so Umsatz und Profit der Marken-Unternehmen mehren.
Vor kurzem war ich im Volkstheater und habe mir den “Felix Krull” angeschaut. Eine fantastische Aufführung. Im Programm-Heft war ein tolles Interview mit einem Psychologen, der sich wohl intensiv mit “Hochstaplern und Hochstapelei” beschäftigt. Der hat Marketing- und Markenbildung als eine Form von “systemischer und zweck-orientierter Hochstapelei” bezeichnet.
Aber zum Inhalt des Hefts. Bin ich doch am Freitag Abend im Zug nach Augsburg-Hochzoll gefahren und hatte so Zeit, viele der Artikel lesen. Die waren wie immer gut recherchiert, mit interessanten Unternehmen und respektablen Meinungen.
Aber so wie ich das brand eins gelesen habe, wird das Thema “Marken” dort schon stark entzaubert. Sie sollen Vertrauen schaffen. Es scheint aber mehrheitlich bei den meisten Unternehmen darum zu gehen, einen Vertrauensvorschuss abholen zu wollen, der aber so nicht unbedingt eingehalten werden will, kann und soll. Oder die Unternehmen verbinden das “Angenehme mit dem Nützlichen”.
Insofern eine Nummer, bei der mir als (hoffentlich ehemaliger) “Markengläubiger” gezeigt wird, wie ich mich doch immer wieder rein legen lasse. Und gutes Geld für “heiße Luft” aus gebe. Und dass halt Marketing auch vor allem Marken schafft, die eigentlich nichts über den Rest des Unternehmens aussagen. Marketing unterstützt sozusagen den Aufbau von schizoiden Unternehmen. Die Realität wird verschleiert, unwahre Behauptungen des bloßen Erfolgs wegen aufgestellt. Und immer wieder heißt es dann: Außen Hui, innen Pfui.
Aber wie gesagt, so haben die Artikel auf mich gewirkt. Vielleicht liest ja ein jemand anderes etwas ganz anderes heraus.
RMD
P.S.
Gerade habe ich in den Nachrichten des heutigen Tages gehört, mit welchen Sprüchen einer der beiden Vorstände der Deutschen Bank diese zu einer “Wertemarke” machen möchte. Trotzdem wird die Bank weiter mit Lebensmittel-Werten zocken, weil da doch zurzeit die besten Steigerungsraten drin sind. Da hat jemand das brand eins des Februars wohl noch nicht gelesen.
P.S.1
Eigentlich wundert es mich (nicht), dass in diesem brand eins wieder so viele “Marken” mit ihren Anzeigen vertreten sind. Aber so ist er, der Kapitalismus.
Aber Karl Marx soll ja schon gesagt haben: “Die Kapitalisten werden uns die Stricke verkaufen, an denen wir sie aufhängen werden.”? Und Marx ist ja angeblich wieder in.
Roland DürreSamstag, der 22. Dezember 2012
2013 – brand eins im Januar
Am 21. Dezember – rechtzeitig vor dem großen Fest – war es bei mir, das erste brand eins des neuen Jahres. Es war ein ziemlich dicker und schwerer Gruß aus 2013. Das eingeschweißte Medienpaket war nämlich ein Kilo oder genauer gesagt 973 Gramm schwer. Ziemlich viel in der Zeit des Internets.
Musste gleich an den armen Briefträger denken. Wenn nur 100 Bewohner der gut ein km langen Waldparkstraße so intelligent wären, brand eins zu abonnieren, dann hätte er fast 100 Kilo zu schleppen. Und dies nur für unsere Straße.
So ist es für des Briefträgers Rad doch ganz gut, dass die älteren Herren in der vergreisenden Waldparkstraße (ich ziehe bald um) ihre Zeit am liebsten mit dem Polieren ihrer Luxuslimousinen verbringen und so keine Zeit mehr haben, ein vernünftiges Wirtschaftmagazin zu lesen. Zu ihrem Trost sei diesen gesagt, dass es gut so ist, weil sie die meisten Artikel von brand eins eh nicht verstehen und sich wahrscheinlich nur über die neue Welt ärgern würden.
Die Beilage des brand eins ist übrigens in etwa zweidrittel so stark wie das Magazin. Sie heißt CITY OF WOOD (Untertitel “Da geht noch was “) und ist von der B&O-Gruppe finanziert worden. Auf der Rückseite steht ganz klein “brand eins Wissen”. Das soll vielleicht die Leser versöhnen, die Beilagen grundsätzlich als unerwünschten SPAM betrachten.
Ja – oft ist es schon schwer ein Geschenk von SPAM zu unterscheiden. Aber ich will das mal zu Weihnachten nicht so eng sehen. Deshalb erst mal die lose Reklame raus schütteln, zum Altpapier damit und ran ans Heft.
Der Titel ist eindeutig:
Sei nicht so neugierig
(ohne “Ausrufezeichen”, das “nicht so” durchgestrichen).
Dass darunter als Schwerpunkt “Neugier” auftaucht, ist nicht weiter verwunderlich. Allerdings fällt mir auf, heißt das eigentlich Neugier oder Neugierde. Und wenn es beide Worte gibt, was ist der Unterschied? Habe mir darüber bisher noch keine Gedanken gemacht.
brand eins fordert uns auf, neugierig zu sein? Neugier finde ich ok. Fördert doch Neugier den Wissensdurst und ist auch für das Hinterfragen der Dinge sehr nützlich wenn nicht gar notwendig? Die Begriffe Neugier und Neugierde sind für mich positiv besetzt. In ihnen klingt die Forderung nach Transparenz und Klarheit an. Und diese beiden Werte sind mir gerade für soziale Gemeinschaft ganz wichtig: Transparenz bei allen Daten und Informationen, Klarheit bei Werten und sozialem Konsens!
Als schlag ich das Heft auf und lese das Editorial von Frau Fischer. Es gefällt mir, dass es ihr “schwer fällt, die dunkle Seite” der Neugier zu sehen. Welche dunkle Seite denke ich – und lese weiter. Und schon sehe ich sie auch, die dunkle Seite. Neugier heißt ja NeuGIER. Nach dem “neu” kommt die ach so gierige “Gier”. Dann wäre Neugier also die Gier nach Neuem! Und das wäre dann negativ?
Da denke ich mir: Vielleicht ist die Gier an sich etwas Gutes? Etwas, das uns antreibt und Freude macht, das aber die moralisierenden Institutionen vieler dunkler Jahrhunderte uns wie die Lust und vieles andere schöne madig machen wollten?
Werde dieses brand eins auf jeden Fall relativ gründlich lesen und hoffe,
dass ich noch dieses Jahr dazu komme.
RMD
Roland DürreSamstag, der 24. November 2012
brand eins im Dezember
Am Freitag war es schon da. Und sah auf dem ersten Blick aus wie ein Mappe mit Spiralbindung. Bei InterFace haben wir so ein paar Broschüren dieser Art. Eine heißt flatland.
Da steht drin, wie wir uns unsere Unternehmenskultur wünschen würden. So ein klein wenig Utopie. Aber ich glaube dran. Hochspannend. An flatland hat das brand eins mich erinnert. Aber über flatland schreibe ich ein anderes mal.
Wie immer lasse ich das neue brand eins erst mal von außen auf mich wirken, bevor ich dann rein schaue. Ein freundlicher Herr schaut mich an. Er ist wohl älter als ich es bin. Da freue ich mich, habe ich ja so auch noch eine Chance, mal auf den Titel eines Blatts zu kommen. Der Herr strahlt Ruhe und Würde aus. Passt schon mal.
Dann sehe ich die Überschrift:
Nichts für Feiglinge
Oha! Was hat das zu bedeuten? Ich weiß immer noch nicht, ob ich ein Feigling bin. Oder ein (was)? Verflixt, was ist denn jetzt noch mal das Gegenteil von Feigling? Mutige? Angstfreie? Bin jetzt zu faul, es zu recherchieren. Mache ich heute Abend. Faulheit ist übrigens auch eine wichtige Tugend und bringt großes Glück. Man muss sich halt nur trauen. Faulheit ist sozusagen nichts für Feiglinge.
Ich gehe weiter zum Schwerpunkt Das gute Leben. Da kommt mir schon wieder eine Assoziation. Habe ich ein gutes Leben? Die spontane Antwort – zweifelsfrei! Aber da fällt mir noch das Kleingedruckte auf der ersten Seite auf:
“Ich habe heute das gute Gefühl, dass ich die richtigen Prioritäten gesetzt habe” Gerd Knop, 70
Ja, ab und zu lohnt es sich, das Kleingedruckte zu lesen. Das Rätsel ist gelöst. Der Mann, der mich da so souverän anschaut ist wohl Herr Knop und siebzig Jahre alt.
Also rein ins Heft – und wie immer zuerst zum Editorial von Frau Fischer. “Keine Glückssache” steht da geschrieben und ich denke mir “wahrscheinlich ist es keine Glückssache, die richtigen Prioritäten zu setzen“? Hmm, schwierig. Oder einfach? Ich weiß es nicht. Aber spannend.
Das Heft erscheint mir dick. Es hat diesmal 170 Seiten. Ist schon viel. Muss auch wieder zuerst mal fleißig Werbung raus schütteln. Darüber habe ich ja schon beim letzten Heft geschrieben. Papierkorb holen, Heft drüber halten und fleißig schütteln. Komme mir dann immer vor wie bei Frau Holle. Wird gleich wieder kräftig schneien auf der Erde. Und schon ist das Heft deutlich schlanker.
Bin ich jetzt aber die Pech-Marie oder die Gold-Marie? Eigentlich ist mir klar: Ich bin die Gold-Marie. Habe ja fleißig geschüttelt. Und habe das gute Gefühl, auch die richtigen Prioritäten gesetzt zu haben. Und erfreue mich am Leben solange ich noch Neues erlernen und erleben darf.
Und schon nach wenigen Seiten merke ich, dass ich auch aus diesem Heft wieder vieles für mich Wertvolles holen werde. Was mir bei den anderen Hochglanzmagazinen nie passiert. Nicht mal beim “Playboy”. Auch nicht bei Wirtschaftswochen oder Manager Magazinen und den Periodikas, die ebensolche Worte im Titel tragen (so selbstverständlich leer wie es Parteien gibt, die das Wort “christlich” oder “sozial” im Namen haben). Und wenn ich sie noch so gut schüttele, kommt da für mich nichts gescheites raus.
Also ganz kurz: Es ist wieder ein schönes Heft mit einem tollen Titel. Ich werde es ein paar mal verleihen und auf meinen Reisen mitnehmen. Und ich sag mal: Wer brand eins liest – der wird nicht zur Pech-Marie.
Es grüßt Euch zum Wochenende Eure Gold-Marie.
RMD
Roland DürreSonntag, der 28. Oktober 2012
brand eins im November
Gestern am Samstag Morgen – perfekt zum Wochenende – liegt das neue brand eins in meinem Briefkasten.
Mittlerweile mache ich es bei brand eins genauso wie bei allen anderen Papiermedien, die ich noch so kriege. Erstmal kräftig schütteln und die Werbung rausfallen lassen – und die dann sofort ins Altpapier. Beim brand eins im November waren es gemessen übrigens gute sinnlose 100 Gramm.
Das ist bei den Medien wohl der Preis des Erfolges, die unerwünschte Werbung. So wie bei Bayern2. Je beliebter der Sender wird, desto länger der Werbeblock. Der ärgerliche Fluch des Erfolgs.
Da haben die Papiermedien dann doch einen Vorteil – zumindest bei den Beilagen funktioniert die Methode “rausschütteln und weg damit”. Im Radio geht das nicht und der oft schrille Werbelärm geht dann ganz schön auf den Wecker…
Von der externen Werbung befreit lasse ich das Heft auf mich wirken. Bei der auch lästigen internen Werbung lese ich ja dank meines “adblock” im Gehirn schon ganz geübt drüber.
Das Titelblatt ist diesmal weiß, es gibt also keine Farbe zu loben oder zu kritisieren. Zuerst fällt mir das Bild mit dem Sonderangebot auf
“Eine Pizza bestellen – und zwei bezahlen”
der Gehirn-Adblock funktioniert beim Titelblatt anscheinend nicht.
Das gefällt mir besser als umgekehrt. Lieber eine richtig gute Pizza (oder Brezen) essen und zwei bezahlen als zwei schlechte essen müssen und nur eine bezahlen.
Dann lese ich den Titel “Probier’s einfach noch mal“. Beeindruckt und inspiriert mich zuerst mal nicht, genauso wie der Schwerpunkt: Zweite Chance. Ist doch eigentlich selbstverständlich – umso gespannter werde ich aufs Heft und schlage zuerst mal das Editorial auf.
Frau Fischer erzählt, dass die erste Ausgabe von brand eins “Restart” geheißen hat und auch so eine Art zweiter Versuch war. Sie weiß also – wie eigentlich immer – von was sie spricht.
Und im Heft kommen dann – neben den immer wieder nett zu lesenden kleinen “Serien-Teilen” eine ganze Reihe von sehr spannenden “zweiten Versuchen”. Und den einen oder andern alten Bekannten entdecke ich auch wieder. So wie den Jost Stollmann. Wenn ich mich richtig erinnere, hat der noch in der Zeit seines ersten Versuchs seinem Lehrer Rupert Lay einen roten BMW 320i geschenkt. Ist mir aufgefallen, weil ich einen roten 325i gefahren bin. Und mein Mentor und Freund Rupert hat sich so richtig über dieses Geschenk gefreut.
Ja, brand eins ist ein tolles Magazin. Ich entdecke und lerne immer viel. Jedes Heft macht auf mich einen genialen Eindruck.
Einen großen Wunsch in meinem innersten habe ich aber entdeckt: Ich möchte eigentlich nur noch Inhalte lesen, die frei von Werbung sind. Obwohl ich sehr wohl weiß, dass dies in unserem nach meiner Meinung hoch-perversen Wirtschaftssystem mit seinen Säulen Marketing und Lobbyismus kaum realisierbar sein dürfte.
Also habe ich ab sofort eine Utopie mehr. Bisher war das der Traum von einer Welt mit “sanfter Mobilität frei von Motoren basierend auf der Verbrennung von fossilen Energien”. Und als zweites und noch wichtiger die Vision einer “straffreien Gesellschaft”.
Dazu kommt jetzt noch die Utopie der “Medien frei von Werbung”. Und wenn es im ersten Versuch nicht klappt, dann machen wir halt einen zweiten.
Vielleicht wird das irgendwann sogar mal Realität werden. Ich werde Frau Fischer mal fragen, was sie davon hält. Aber ich fürchte, bei diesem Problem kann mir sogar Frau Fischer nicht helfen!
RMD
Roland DürreSonntag, der 30. September 2012
brand eins im Oktober
Am Mittwoch war es schon bei mir – das neue brand eins. Und musste wieder bis zum Wochende warten. Mein “Post-China-Reise-Stress” …
Auf der Website von brand eins finde ich das Titelblatt des Oktoberheftes in grau, grün, blau und einem fahlen beige. Da habe ich wieder Glück gehabt, denn mein brand eins ist das “Grüne” – und grün ist meine Lieblingsfarbe!
Das in der Cellophanhülle eingeschweißte Paket ist diesmal besonders dick. Da finde ich neben dem brand eins des Oktober eine 92 Seiten dicke Broschüre
“WOHLSTAND IN ZAHLEN – Eine Bilanz“.
Gut gemacht, sieht interessant aus und enthält viele Zahlen. Herausgegeben und finanziert von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und von brand eins Wissen redaktionell überarbeitet. Die INSM ist ein überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, was immer das heißen mag. Finanziert wird sie von den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie, also so eine Art Lobbyismus.
Aber sei es drum, die Broschüre ist eine interessante Sammlung von Zahlen und statistischen Aussagen. Und letzteren darf man ja bekannter Weise eh nur glauben, wenn man sie selber gefälscht hat.
Der Titel des Magazins gefällt mir schon wieder ganz gut:
Besserwisser gesucht
Da fühle ich mich gleich angesprochen. Bin ich doch auch – zu meinem eigenen Leidwesen – immer wieder so eine Art von Besserwisser. Das ärgert mich gelegentlich. Muss aber damit leben – ist wohl nicht mehr zu ändern. “Schwerpunkt Spezialisten” sagt mir auch zu, fühle ich mich doch auch als nicht nur selbsternannten “expert”, und das nicht nur für ein Thema!
Im Heft geht ich dann wie immer zuerst mal zum Editorial von Frau Fischer:
Tief bohren und weit sehen
ist ihre Überschrift. Klingt gut – das möchte ich auch immer gerne. Klappt bei mir zwar nur selten – aber vielleicht geht es anderen ja besser.
Und dann kommen sie wieder, die oft wirklich einzigartigen Artikel zu allen möglichen Themen und Branchen: Erfindungen und Entdeckungen, Experten, Finanzpolitik, Geld(-Wäsche), Gesundheit, Macht, Medien, Unternehmen und Wissen. Für die IT-Experten ist auch was dabei – was will ich mehr?
Fazit – wieder ein absolut lesenswertes Heft! Also – wieder mal ein großes Lob an die “brand eins-Experten”! Ich werde heute Abend weiterlesen – mit einem frischen Wiesn-Bier vor mir.
RMD
Roland DürreDonnerstag, der 13. September 2012
Ab in den Süden und “China und das Internet”
Am Morgen des Mittwochs, dem Tage unserer Abreise nach GUILIN, öffne ich den Vorhang.
Und siehe da, plötzlich liegt Peking in der Sonne! Die Luft scheint klar zu sein. Der Blick aus dem Hotelzimmer im Sheraton “THE BIG WALL” hat sich massiv geändert. Sonne und klare Luft zu unserem Abschied.
Heute ist Reisetag. Am Vormittag geht es zum Flughafen, Terminal 3. Dass dieser Flughafen sehr beindruckend ist, muss wohl nicht erwähnt werden.
Mit Air China kommen wir nach um die drei Stunden Flug ungefähr um 15:30 im 2.000 km südlicher gelegenen GUILIN an. Unser Ziel ist YANGSHUO.
Es ist ein traumhaftes Ziel. Viele hohe “Kegelberge” stehen wie aufgestellt in einem großen flachen Gebiet. Man hat den Eindruck, dass sich hinter jedem Berg ein Drachen versteckt. Kein Wunder, wir sind ja im Land der Drachen …
Und es ist warm und angenehm tropisch, so wie ich es nur von Afrika kenne. Die ideale Gegend um sich zu erholen. Ein toller Kontrast zu Peking – und trotzdem ein Teil eines “sehr gepflegten Chinas”.
Erholen ist gut, das wollen wir auch tun und unternehmen heute deshalb nichts mehr. Deshalb auch an Stelle eines Reiseberichts ein paar Hinweise zum Internet in China.
Im Prinzip hat man überall – meistens auch sehr kostengünstig – Zugang ins Netz. Auch die Versorgung des E-Mail-Clients mit Imap und/oder Exchange auf meinem Airbook funktioniert ausgezeichnet. Genauso wie die meisten WEB-Adressen erreichbar sind. Mein VPN-Zugang funktioniert – meistens und ab und zu auch nicht. Warum weiß ich nicht. Die Suchmaschinen gehen auch.
Vor allem Social Media Seiten wie Twitter und FB kann ich aber direkt nicht erreichen. So wie auch Youtube. Komischerweise gilt das auch für ein paar ganz harmlose Seiten wie “alle deutsche Sprichworte”
. Da hilft dann nur das VPN.
Ich habe mir folgende Lösung überlegt: Ich schalte immer zwischen “normalen” Zugang zum Internet (für die Versorgung des E-Mail-Clients und der Seiten wie IF-Blog etc., die erreichbar sind) und VPN (für Social Media für die gesperrten Seiten) hin und her.
Zu diesem Zweck habe ich in dem einen Browser (Mozilla) alle WEB-Seiten in Tabs geöffnet, an die ich direkt rankomme. Im Chrome habe ich alle Seiten, die ich nur über unser VPN erreiche, in den Tabs. Funktioniert so ganz gut.
Aber das Problem ist nicht die Technik. Es ist die Zeit. Wir unternehmen viel, die Tage sind voller wichtiger und schöner Begegnungen. Wenn ich dann abends spät ins Hotel komme, habe ich keine große Lust mehr, ins Netz zu gehen. Und am nächsten Morgen heißt es dann immer wieder früh raus, dem nächsten Abenteuer entgegen …
So auch morgen – da geht es um 8:00 ab zu einer Flussfahrt auf den “Li-River”.
So bleibt gar keine Zeit, die vielen Erlebnisse und Anregungen richtig zu verarbeiten. Geschweige denn, sie zu berichten.
RMD
Roland DürreSonntag, der 9. September 2012
brand eins im September
Diesmal musste mein brand eins fast zwei Wochen in seiner Plastikhülle schlummern. Wie ich Sonntag Abend am zweiten September nach München kam, musste erstmal das Camping Zeug ausgeräumt werden. Dann drei intensive Tage im Büro, viele Termine usw. Keine Zeit zum Lesen.
Am Donnerstag, den sechsten September ging es aber mit dem Zug in die Schweiz, und da war endlich Zeit für brand eins.
Der Titel des September-Heftes ist:
WER WILL WAS?
mit dem Schwerpunkt INTERESSEN.
Das klingt schon mal gut. Habe ich mir doch das Vorurteil zu eigen gemacht, dass unsere komplexe Gesellschaft wesentlich durch interessengetriebene Politik sprich den “Lobbyismus” gesteuert wird. Und das gefällt mir ja gar nicht, weil ich glaube, dass da meine wie auch die normalen “Interessen” und Bedürfnisse des “gemeinen Menschen” zum Vorteile systemischer Mächte zu kurz kommen.
Das Gewirr von vermeintlichen (Gruppen-)Interessen, die sich vielleicht sogar schon selbstständig gemacht haben, zu entwirren und in ihre Dimensionen zu zerlegen, das wäre doch eine wichtige journalistische Aufgabe. So steigt die Neugierde aufs Heft. Schnell mit den spitzen Fingernägeln die Cellophan-Hülle zerrissen und rein ins Heft.
Das Editorial von Frau Fischer hat die Überschrift “Wir wollen nur Ihr Bestes!”. Da fällt mir doch sofort der alte Kalauer ein: “Ihr bestes, ihr Geld!”. Und tatsächlich schließt der Beitrag von Frau Fischer mit der Formel “Gute Ware gegen gutes Geld”. Eine Formulierung, mit der ich gut leben kann. Gebe ja mein Geld gerne für gute Ware aus. Nur bemogelt und betrogen werden will ich nicht!
Zur aktuellen Ausgabe:
Es macht richtig Spaß, im Zug nach Lindau im Heft zu lesen. Ab und zu hebt sich der Blick vom Heft auf die sanfte Landschaft des Allgäus, die an den Fenstern des ALEX vorbei gleitet. Und dann wieder ins Heft zum nächsten Artikel.
Bemerkenswert auf Seite 40 im Schwerpunkt der Artikel ”Was ihr wollt” von Dan Ariely. Aber auch die Bilanz des ADAC’s kurz vorher liest sich mehr als spannend. Das “C” im Namen hat wohl nichts mit “Club” zu tun und ist auch kein “christliches C” sondern kommt ganz eindeutig von “Cash”.
Auch über die von mir gar nicht geliebten Industrie- und Handelskammern wird endlich mal berichtet (“Die Gralshüter”). Wir müssen als Zwangsmitglied bei diesem Verein sein. Und dann vertritt dieser in der Regel das Gegenteil von dem, was ich für richtig halte. Zum Beispiel betätigt er sich als Lobbyist für die dritte Start- und Landebahn des Münchner Flughafens.
Soweit sind wir gekommen – man muss Zwangsmitgliedschaft bei einer lobbyistischen Vereinigung sein. Der Verein nennt die Zwangsmitgliedschaft übrigens beschönigend “Pflichtmitgliedschaft”. Eine wirklich nette Formulierung.
Und je mehr ich ins Heft rein schaue, desto mehr finde ich spannende Artikel. Leider bestätigen die mein Vorurteil von der “interessengetriebenen Gesellschaft”. Das tut mir ein wenig weh. Andererseits bin ich froh, dass brand eins mir bestätigt, dass ich das alles nicht nur träume.
Der Lobbyismus ist halt kein Alptraum sondern Realität. Und um das zu erkennen, brauche ich kein “Zwickt’s Mi”, das kann doch alles nicht wahr sein” (Wolfgang Ambros 1975).
Ich würde das brand eins des Septembers schon mal zum Heft des Jahres 2012 küren! Und auf meinem Flug nach Peking dann restlos auslesen.
RMD





